Bitcoin und traditionelle Märkte – Trotz jüngster Konsolidierung weiterhin an der Spitze

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten:

  • die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den traditionellen Märkten
  • die Volatilität des Bitcoin-Kurses
  • die Performance des Bitcoin Kurses

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf diese drei Größen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und Dax sowie Öl und Gold.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Wie man es im Krypto-Sektor kennt: Die Kryptowährungen sind extrem stark miteinander korreliert. Die einzigen zwei wirklich nennenswerten Ausnahmen sind weiterhin der Kurs von Bitcoin SV und von Tether-USD. Ansonsten liegen die Korrelationen untereinander bei mindestens 50 Prozent. Einzig interessante Sache ist die erhöhte Korrelation zwischen den Kursen von Bitcoin SV und Bitcoin Cash:

Die Börsenindizes S&P 500, DAX und Nikkei sind zu Bitcoin negativ korreliert, während Gold zum Bitcoin-Kurs eine positive Korrelation vorweist. Öl und Bitcoin hingegen sind fast vollständig entkoppelt:

Die Korrelation zwischen dem Nikkei-Index und dem Bitcoin-Kurs fiel weiter in den negativen Bereich. Die Kopplung des Bitcoin-Kurses zu Öl stieg hingegen, während ansonsten die Korrelationen mehr oder weniger auf dem Niveau der letzten Woche liegen:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten bei 22 Prozent und ist damit fast gleichauf mit der absoluten Korrelation vom Nikkei-Index. Die absoluten Kopplungen von Gold beziehungsweise Öl zu den übrigen Märkten ist mit acht Prozent beziehungsweise 20 Prozent geringer. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen erhält man eine negative Korrelation von minus 14 Prozent. Auch hier tut sich aktuell Gold mit einer Korrelation von minus einem Prozent als das entkoppeltste aller Vergleichsassets hervor. Auch der Nikkei-Index ist mit nur neun Prozent vom übrigen Markt entkoppelter als Bitcoin.

Mit dem jüngsten Kursanstieg und der sich daran anschließenden Konsolidierung stieg die Volatilität wieder signifikant an. Sie steht wieder knapp vor fünf Prozent. Im Kontrast dazu verhielt sich die Volatilität der Vergleichsassets recht ruhig. Selbst Öl blieb konstant bei rund zwei Prozent:

Performance von Bitcoin leicht unter der von Gold

Nach den jüngsten Wochen ist es fast müßig zu betonen, dass die Performance Bitcoins deutlich über der der Vergleichsassets liegt. Weiterhin pendeln die klassischen Assets bei einer mittleren Tagesperformance von deutlich unter einem Prozent herum. Immerhin konnte die Performance von Öl wieder in den positiven Beriech steigen:

In der letzten Woche haben wir betrachtet, wie jemand dagestanden hätte, der Anfang Mai 2018 Geld in eines der Assets gesteckt hätte. Erweitern wir den Blick und schauen uns an, wie sich die verschiedenen Assets seit Anfang März 2018 verhalten hätten.

Tatsächlich: Sehen wir von der jüngsten Konsolidierung ab, hätte auch dann Bitcoin alle Vergleichsassets geschlagen. Der jüngste Dump führte jedoch dazu, dass der Bitcoin-Kurs mit dem S&P 500 und Gold um den ersten Platz streiten muss – aber trotz eines Drawdowns von über 70 Prozent weit oben mitspielt:

Wie am 29. Juni beschrieben, sollte man dem (Krypto-)Frühling nicht kritiklos trauen. Ja, Bitcoin macht gerade eine schier absurde Rallye durch, ob dies jedoch weiter anhält? Auch aus Sicht der institutionellen Investoren wäre ein Re-Test von fundamentalen Supports eher eine Bestätigung denn eine Gefährdung eines Bullenmarkts.

Sieht man von dieser Schattenseite des parabolischen Aufwärtstrends ab, bleibt weiterhin zu sagen, dass es genügend Punkte gibt, die für institutionelle Investoren interessant sind: Die Volatilität ist überschaubar und auch die Korrelation zu den übrigen Assets ist gering. Schaut man sich noch die generelle Marktlage um den Handelskrieg zwischen China und den USA und besonders exotischen Neuigkeiten um Edelmetalle im Weltall an, könnten Investoren bezüglich der absoluten Begrenzung des Bitcoin-Supplies hellhörig werden.

Daten am 22. Juni von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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