Studie: Gravierender Fachkräftemangel im Blockchain-Sektor

Blockchain-Unternehmen leiden unter einem deutlichen Rückgang von Jobsuchenden. Von September 2018 bis September 2019 „ist der Anteil der Stellenausschreibungen im Kryptowährungsbereich pro Million in der Tat um 26 Prozent gestiegen, während der Anteil der Stellengesuche pro Million um 53 Prozent gesunken ist“, berichtet der Blog beseen vom Jobportal Indeed.

Schon von September 2017 bis September 2018 stiegen Angebote für Krypto- und Blockchain-Jobs um 214 Prozent. Dem stand eine gestiegene Nachfrage um „nur“ 14 Prozent gegenüber.

Laut Analysen von Indeed würden sich die Jobsuchenden mehr von den allgemeinen Entwicklungen in der Blockchain-Branche leiten lassen als vom tatsächlichen Jobangebot. Zur Erklärung lohnt deshalb ein Blick auf die Achterbahnfahrt, den die Blockchain-Szene in den vergangenen Jahren hingelegt hat.

Die Blockchain-Szene wird erwachsen

Seit der Jungfernfahrt des Flaggschiffs Bitcoin im Jahr 2009 haben sich zahlreiche Unternehmen entschlossen, eigene Blockchains und damit verbundene Krypto-Ökosysteme zu entwickeln. Die zunehmende Bedeutung der Blockchain-Technologie ist sicherlich einer der Hauptgründe für die explosionsartig gestiegene Nachfrage nach Fachkräften.

Zwischen September 2015 und September 2019 stieg der Anteil dieser Jobs pro Million für Positionen im Zusammenhang mit Kryptowährung um 1,457 Prozent. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der Suchanfragen nach diesen Arbeitsplätzen pro Million um nur 469 Prozent,

heißt es dazu in der Analyse des Jobportals.

Der Boom der Inital Coin Offerings (ICO) im Jahr 2017 brachte der Kryptowährungs- und Blockchain-Industrie dann auch große öffentliche Aufmerksamkeit. Viele Start-ups profitierten von der neuen Möglichkeit, sich erhebliche Summen zu beschaffen. Mit diesen ICOs kamen neue Arbeitsmöglichkeiten hinzu.

Als die ICO-Blase 2018 schließlich platzte, fiel die Marktkapitalisierung aller Kryptoanwendungen um über 700 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 85 Prozent gegenüber ihrem Höchststand im Januar – steiler als der 78-prozentige Crash der Dotcom-Blase, wie ein Analyst von HackerNoon beschreibt. Mehr als 1.000 Kryptowährungsprojekte verschwanden deshalb 2018 wieder, zieht auch TechCrunch sein Resümee. Neben Beispielen von gescheiterten Geschäftsmodellen sind auch zahlreiche Betrugsfälle in der Liste gescheiterter Krypto-Projekte zu finden, die Coinopsy und DeadCoins fein säuberlich aufgelistet haben.

In der Folge begannen die Behörden, den Markt zu regulieren. Zahlreiche Projekte mussten hohe Strafen zahlen. Darunter auch Block.one. Das Blockchain-Unternehmen hinter der Kryptowährung EOS stimmte einer Vergleichzahlung von 24 Millionen US-Dollar zu, weil sein Initial Coin Offering (ICO) nicht genehmigt war. Block.one hatte bei seinem EOS-ICO über einen Zeitraum von etwa einem Jahr allerdings mehrere Milliarden US-Dollar eingenommen. Block.one konnte die Strafgebühren deshalb wohl gut verschmerzen.

Phoenix aus der Asche

Aus der Asche gescheiterter Projekte stiegen eine ganze Reihe von Unternehmen wieder auf. Darunter Coinbase und Binance. Zudem begannen Mainstream-Giganten wie Amazon, Walmart und J. P. Morgan Chase, die Blockchain-Technologie für sich zu entdecken und in ihre bestehende Systeme zu integrieren.

Dadurch bekam die Blockchain-Technologie einen erneuten Schub und damit der Jobmarkt für Blockchain-Experten. Das erklärt die gestiegene Zahl der Krypto-Stellenausschreibungen. Laut Indeed wurden zwischen Oktober 2018 und September 2019 besonders Software-Ingenieure, Software-Architekten, Full-Stack-Entwickler und Frontend-Entwickler in der Krypto- und Blockchain-Industrie gesucht.

Die Unternehmen mit den meisten Stellenausschreibungen auf Indeed im vergangenen Jahr waren in erster Linie Großkonzerne wie Deloitte, IBM, Accenture und Cisco. Das entspricht dem aktuellen Trend, die Blockchain-Technologie als Standard-Technologie in zahlreichen Branchen einzuführen.

Basierend auf den oben genannten Zahlen aus dem vergangenen Jahr waren die Arbeitssuchenden allerdings weit weniger interessiert. Das mag auch an schlechten Nachrichten liegen, die den Ruf der Blockchain-Branche insgesamt beschädigt haben.

Nach Analysen von BTC-ECHO leidet die Blockchain-Szene derzeit aber nicht wirklich an einem Desinteresse von Software-Experten. Vielmehr fehlen insgesamt ausreichend qualifizierte IT-Fachkräfte.

BTC-ECHO bietet deshalb selbst eine Jobbörse für die Blockchain-Branche an und hilft, den Fachkräftemangel durch eine Fortbildungsmöglichkeit über unsere eigene Akademie zu lindern.

Derzeit bietet zudem die Blockchain Technology Conference in Berlin zahlreiche Möglichkeiten für Interessenten, in blockchainbezogene Themen wie Smart Contracts, innovative kryptographische Algorithmen, dApps oder Peer-to-Peer-Netzwerke einzusteigen.

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