Mysteriöser Bitcoin-Spender gibt 75 Millionen Dollar „zur Wahrung der Privatsphäre“

Der „Unknown Fund“ behauptet, inzwischen 75 Millionen Dollar an Gruppen und Unternehmen gespendet zu haben, die an Technologien zur Wahrung des Datenschutzes arbeiten. Der von der Hackergruppe Anonymous geförderte Bitcoin-Fonds wurde erstmals Mitte November vorgestellt.

Die Herkunft der Mittel ist weitgehend unbekannt, und natürlich schweigen auch die Empfänger der Spenden. Die Geheimhaltung hat bei Beobachtern verständlicherweise zu Skepsis geführt.

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„Unknown Fund“ zufolge sind alle Bitcoin-Spenden nun abgeschlossen

Die dezentrale Hacktivisten-Gruppe Anonymous hat den Unknown Fund erstmals am 13. November detailliert in einer Pressemitteilung beschrieben. Die Gruppe behauptet, dass die 75 Millionen Dollar an Bitcoin an Gruppen oder Unternehmen gehen würden, die an privatwirtschaftlichen Technologien arbeiten.

Abgesehen von der Beteiligung von Anonymous, dem Motiv und dem Wert des Fonds ist wenig über die Ursprünge des Unknown Fund bekannt. Die Mitteilung spricht nur von „gewöhnlichen, anonymen Menschen aus verschiedenen Ländern“, die sich auf 4chan getroffen hätten.

Dank der verständlicherweise schattigen Natur fast aller Aspekte des mysteriösen Bitcoin-Fonds haben einige Beobachter seine Authentizität in Frage gestellt.

Seit Mitte November veröffentlicht das Twitter-Konto des Unknown Fund jedoch Pressemitteilungen aus verschiedenen datenschutzrelevanten Projekten. Es wird nicht erwähnt, ob die Gruppen von denen die Werbung stammt, Begünstigte des Unknown Fund sind. Sie alle stehen jedoch im Zusammenhang mit den in der ursprünglichen Pressemitteilung genannten Ursachen.

Heute hat das Unknown Fund Twitter-Konto gepostet, dass alle Projekte finanziert seien.

Natürlich wurde nicht erläutert, um welche Projekte es sich handelt, wie viel Bitcoins jedes erhalten hat oder ob die „Finanzierung“ eine Investition oder eine Spende ist (beide Wörter werden in der ursprünglichen Pressemitteilung verwendet). Die Gruppe hat auch keine Beweise für Transaktionen veröffentlicht – im Gegensatz zu einem früherem anonymen Bitcoin-Fonds, dem Pineapple Fund.

Der Hauptunterschied zwischen dem Pineapple Fund 2017 und dem Unknown Fund besteht in den Begünstigten und ihren Anliegen. Der Pineapple Fund erhielt 55 Millionen Dollar an Bitcoin für medizinische Forschung, Umweltschutz und Menschenrechtsfragen.

Die begünstigten Organisationen haben jeweils ihren Namen, den erhaltenen Betrag und die Transaktions-ID auf der Website des Fonds veröffentlicht. Als eingetragene Wohltätigkeitsorganisationen hätten diese Organisationen kein Problem mit der Werbung gehabt.

Ganz anders sieht es bei denjenigen aus, die an Technologien für umfassenden Datenschutz arbeiten. Gesetzgeber auf der ganzen Welt sind historisch gesehen kein Freund von Innovationen, die es der Öffentlichkeit ermöglichen, Dinge „außer Sichtweite“ zu tun.

Erst gestern zeigte eine Anhörung des US-Senats, wie Technologieunternehmen erneut unter Druck gesetzt werden, „Hintertüren“ in verschlüsselten Messaging-Anwendungen einzubauen. Diejenigen, die an Protokollen arbeiten, die störender sind als der „terroristenaktivierende“ WhatsApp-Messenger (wahrscheinlich auch eine App, für die der Unkown Fund eine Spende in Betracht zieht), dürften vermutlich nun erst recht zögern, solche Informationen preiszugeben.

Textnachweis: newsbtc

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