Corona Marktupdate: Korrelation der Märkte: Bitcoin wieder fest im Sattel?

Die jüngsten Entwicklungen der Corona-Krise und die Auswirkungen auf die traditionellen Märkte, den Bitcoin-Kurs und das Krypto-Ökosystem im Marktupdate.

Coronavirus und die internationale Lage

Die globalen Fallzahlen der Corona-Pandemie steigen dramatisch an. In Spanien, das nach Italien in Europa von dem Virus am schwersten getroffen ist, forderte das Virus bereits 3.647 Todesopfer und damit mehr als in ganz China. Trotz des Ausnahmezustands, insbesondere in Madrid, hofft die Regierung jedoch, den Höhepunkt der Ausbreitung bald erreicht zu haben.

Nachdem sich das Virus zunächst in China und anschließend in Europa wie ein Buschfeuer ausbreitete, steigt auch in den USA die Infektionsrate im Eiltempo. Laut WHO-Sprecherin Margaret Harris könnten sich die Vereinigten Staaten zum neuen Epizentrum des Virus entwickeln. Gerade die Finanzmetropole New York leidet derzeit unter einem raschen Anstieg der Ausbreitung.

Das zwei Billionen US-Dollar schwere Hilfspaket der US-Regierung hat den US-Senat passiert. Nun muss das Konjunkturprogramm noch vom Repräsentantenhaus gebilligt und anschließend von Präsident Donald Trump abgesegnet werden. Die Abstimmung im Abgeordnetenhaus am Freitag, dem 27. März, gilt nur noch als Formsache.

Traditionelle Märkte

Nach den massiven Einbrüchen der letzten Tage herrschte an den Börsen kurzzeitig wieder Aufbruchstimmung. Der DAX legte im gestrigen Handelsverkauf um 1,79 Prozent zu und schloss mit einem Plus von 173,69 Punkten bei  9.874,26 Zählern. Somit konnte der deutsche Leitindex nicht die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten halten, die er noch zu Beginn des Handelstags mit knapp 10.008,20 erreichen konnte. Generell zeigt sich am deutschen Aktienmarkt eine hohe Volatilität. So schwankte der DAX im Verlauf zwischen dem Tief bei 9.460,91 und dem Höchstwert bei 10.137,62 Punkten. Bei Börsenöffnung muss der DAX jedoch 232,77 Punkte abgeben und startet mit einem Verlust von 2,36 Prozent bei 9.641,49 Punkten.

Beflügelt durch das beschlossene Hilfspaket der US-Regierung in Höhe von zwei Billionen US-Dollar lagen auch die US-amerikanischen Indizes wieder im Erfolgskurs. Der Dow Jones legte 495,64 Punkte zu und kletterte somit um 2,39 Prozent auf 21.200,55 Zähler. Auch der marktbreite S&P 500 schloss bei 2.475,56 Punkten mit einem Plus von 1,15 Prozent. Zu Beginn des neuen Handelstags knickt der Dow Jones allerdings um 1,62 Prozent ein und startet bei 20.857,10 Punkten, während der S&P 500 ebenfalls Federn lässt und um 1,32 Prozent auf 2.442,93 Zähler rutscht.

ifo-Geschäftsklimaindex auf Tiefstwert

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich verfinstert. Der am Mittwoch, dem 25. März, veröffentlichte endgültige Geschäftsklimaindex des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) ist von 96 Zählern im Februar auf 86,1 Punkte für März gestürzt. Dieser Einbruch ist „der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009“, heißt es in dem Bericht.
Der Wert
spiegelt die Angst der Unternehmer vor der drohenden Rezession wieder. Sowohl die Konjunkturprognosen als auch die gegenwärtige Lageeinschätzung fällt erwartungsgemäß düster aus: „Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock“, teilt ifo-Präsident Clemens Fuest mit.

Krypto-Markt stabilisiert sich: Bitcoin & Co. mit wenigen Ausreißern

Am Krypto-Markt konnten sich die Gewinne der vergangenen Tage nicht fortsetzen. Nachdem der Bitcoin-Kurs kurzzeitig auf 6.900 US-Dollar stieg und sich somit wieder der 7.000-US-Dollar-Marke näherte, musste die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung anschließend Federn lassen und notiert aktuell bei 6.654,16 US-Dollar.

Auch die Altcoins mussten ihren zuvor angetretenen Höhenflug aussetzen. Der Ether-Kurs (ETH) knickte in den letzten 24 Stunden um 1,8 Prozent ein und steht damit gegenwärtig bei 135,83 US-Dollar. Der Ripple-Coin XRP bleibt mit einem leichten Verlust von 0,6 Prozent nahezu unverändert bei 0,160 US-Dollar, während die IoT-Währung IOTA (MIOTA) 2,3 Prozent liegen lässt und somit bei 0,140 US-Dollar gehandelt wird. 

Das parallele Einbrechen der traditionellen Märkte und des Krypto-Markts hat gezeigt, dass zwischen ihnen zumindest kurzfristige Korrelation herrscht. In einem panischen Anflug haben vor allem institutionelle Anleger ihre Risiko-Positionen veräußert und somit eine Welle von Abverkäufen ausgelöst. Unter diesem Druck ist der gesamte Krypto-Markt kurzzeitig implodiert.

Negative Auswirkungen bei positiver Korrelation

Laut den Analysten von Santiment habe sich bereits in der Vergangenheit häufiger gezeigt, dass eine positive Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 zu anschließenden Kursverlusten der Krypto-Leitwährung geführt hat. Eine geringe oder sinkende Korrelation hingegen fiel meist mit einer Kurserholung Bitcoins zusammen. Dies liege vor allem an institutionellen Anleger, die ihre Positionen auf beiden Märkten auflösen und so einen schnellen Verkaufsdruck auslösen.

Doch in der jetzigen Situation liegt auch eine Chance, dass sich der Krypto-Markt langfristig vom traditionellen Börsengeschehen abkoppelt. So könnten die jüngsten Maßnahmen der Notenbanken, die momentan astronomische Summen in den Markt spülen, um den durch Corona verursachten Schaden auf die Wirtschaft abzumildern, auf lange Sicht zu einem Wachstum des Krypto-Markts beitragen.     

Auch Yves Longchamp, Head Research der Schweizer SEBA Bank und früherer Senior Economist der Schweizerischen Nationalbank, zeigt sich optimistisch, dass Krypto-Assets als Anlageklasse zunehmend attraktiv werden könnten:

Kein Zweifel, wir werden den Kampf gegen das Coronavirus gewinnen. Aber das hat einen hohen Preis. Die Verschuldung nimmt zu, die Zentralbanken blasen ihre Bilanzen weiter auf. Das internationale Finanzsystem kommt unter Druck, das Vertrauen in die Institutionen schwindet. Es werden alternative Anlageklasse gefragt sein, die wir „Outside money“ nennen, weil sie nicht Teil des Systems sind. Kryptowährungen gehören dazu. Sie werden die Funktion übernehmen, die Gold und Silber früher innehatten.

Technische Analyse des Bitcoin-Kurs

Die technische Analyse zum Bitcoin-Kurs von Chief Analyst Dr. Philipp Giese

Die gestern beschriebene Entwicklung wurde weiter fortgesetzt. In der aktuellen Seitwärtsphase steht der Bitcoin-Kurs kurz vor dem Test des seit dem 13. März verfolgten Aufwärtstrends. Wir kommen mit Blick auf die Indikatoren auf eine bullishe Einschätzung und bleiben bei den bisher genannten Handelsstrategien:

  • Long-Position: Entry 6.893,00 US-Dollar, Targets bei 7.396,10 US-Dollar und 7.988,78 US-Dollar, Stop Loss bei 6.186,76 US-Dollar.
  • Short-Position: Entry bei Fall unter 5.539,09 US-Dollar, Target bei 4,936,00 US-Dollar, Stop Loss bei 5.814,72 US-Dollar.


Tages- und Stundenchart auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf der Börse Bitstamp erstellt

Auch im Stundenchart hat sich wegen der aktuellen Seitwärtsphase wenig geändert. Mit Blick auf die Indikatoren kommen wir zu einer eher bearishen Einschätzung und bleiben auch hier bei den gestrigen Handelsempfehlungen:

  • Short-Position: Entry bei Fall unter 6.277,14 US-Dollar, Target bei 5.748,05 US-Dollar, Stop Loss bei 6.400,01 US-Dollar.
  • Long-Position: Entry bei 6.893,00 US-Dollar, Target bei 7.139,00 US-Dollar, Stop Loss bei 6.700,44 US-Dollar.

Fear-and-Greed-Index steigt

Dass sich die Stimmung unter den Anlegern allmählich bessert, verdeutlicht der aktuelle Fear-and-Greed-Index:

Mit einem Wert von 17 schlägt der Zeiger zwar nach wie vor im roten Angst-Bereich aus. Aber im Wochenvergleich konnte der Wert 12 Punkte hinzugewinnen und deutet somit auf eine sukzessive Besserung an den Märkten hin.

Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Charts am 26.03.2020 mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: Euro.

Mehr zum Thema:

auf btc-echo lesen