SEC gegen Ripple: Neuer Chef könnte den Todesstoß für XRP bedeuten

Der Kampf der SEC gegen Ripple geht in die nächste Runde. Ein neuer Chef der US-Börsenaufsicht SEC diente vielen XRP-Holdern als Hoffnungsschimmer. Doch Gary Gensler könnte das Ende der Kryptowährung einläuten.

Mit dem Ende der Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump schied vor einigen Wochen auch Jay Clayton aus dem Amt. Bis zum 23. Dezember vergangenen Jahres leitete der Anwalt die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission). Für Aufmerksamkeit in der Krypto-Szene sorgte Clayton zuletzt pünktlich zu seinem Amtsaustritt, als er eine Klage der SEC gegen Ripple Labs Inc. einleitete. Der Grund: Die Börsenaufsicht stuft Ripple als Wertpaper ein – eine Hiobsbotschaft für XRP-Holder.

Wenngleich sich die mitangeklagten Ripple-Co-Gründer Brad Garlinghouse und Chris Larsen seitdem siegesgewiss geben, brach der Kurs der Kryptowährung XRP dennoch in Folge der SEC-Klage ein. In der Schrift hieß es damals, dass das Unternehmen und dessen Gründer nicht hinreichend auf die Natur des XRP als Wertpapier hingewiesen hätten:

Wir unterstellen, dass Ripple und seine Führungskräfte es über Jahre hinweg versäumt haben, diese Kernbestimmungen des Anlegerschutzes zu erfüllen, sodass den Anlegern Informationen vorenthalten wurden, auf die sie ein Recht hatten.

Marc P. Berger, stellvertretender Direktor der Enforcement Division der SEC

Gary Gensler: Das ist der neue SEC-Chef

Zwischenzeitlich hatte XRP einen Kurs von über 0,70 US-Dollar erreicht. Nun befindet er sich wegen des Rechtsstreits der SEC gegen Ripple unterhalb der 30-Cent-Marke. Trotzdem stellt Ripple nach wie vor die viertgrößte Kryptowährung weltweit dar. Den Coin aufgeben wollen viele Anleger daher nicht. Getragen wurde ihre Hoffnung zuletzt auch von der Möglichkeit eines neuen, Krypto-affineren SEC-Chefs, der Gnade walten lassen könnte.

Mit den neuesten Entwicklungen in den USA wurde dieser Hoffnungsschimmer jedoch jüngst geschmälert. Denn der designierte US-Präsident Biden möchte Berichten zufolge Gary Gensler als neuen Chef der Aufsichtsbehörde ernennen. Und der ist zwar Krypto-affin, hatte jedoch in einem Interview mit der New York Times betont, dass es „starke Argumente“ für Ripple als Security Token, sprich Wertpapier, gebe. Diese Aussagen stammen allerdings aus dem Jahr 2018. Inwiefern das also seine derzeitige Meinung zum Thema widerspiegelt, bleibt abzuwarten. Sollte Gensler in die Fußstapfen seines Vorgängers treten, gibt es einen weiteren Hoffnungsschimmer der XRP-Holder im Kampf von SEC gegen Ripple. Und der stammt aus dem Vereinigten Königreich.

SEC gegen Ripple: Britisches Finanzministerium vertritt andere Ansicht

Erst am gestrigen 12. Januar berichtete BTC-ECHO, dass das britische Finanz- und Wirtschaftsministerium die Angelegenheit um Ripple (XRP) anders sieht. So stuft die HM Treasury in einem nun veröffentlichten Krypto-Bericht Ripple (XRP) als Exchange Token ein. Diese werden als „Token, die als Tauschmittel verwendet werden“ bezeichnet. Neben XRP werden auch Ether und Bitcoin dazugezählt.

Gestützt wird diese Einstufung von einem aus dem Jahr 2019 stammenden Bericht der Financial Conduct Authority (FCA), die das britische Pendant zur SEC darstellt. In diesem Report wird Ripple ebenfalls als Exchange Token eingestuft. Damit widerspricht die britische Behörde der US-Börsenaufsicht und gewährt den XRP-Holdern im Kampf der SEC gegen Ripple zumindest ein Fünkchen Hoffnung.

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