Studie des US-Finanzministeriums: CBDC tragen zu Finanzstabilität bei

  • Eine Studie des Finanzministeriums fand heraus, dass CBDCs das Finanzsystem sicherer machen könnten.
  • Das hat Vorteile für politische Entscheidungsträger, da sie mehr Informationen über potenzielle Probleme erhalten.
  • Banken müssten sich weniger vor Liquiditätsrisiken absichern.

Die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) kann die Stabilität eines Bankensystems erhöhen, wie es in einem Dokument des United States Treasury Office of Financial Research vom Dienstag heißt. 

Dieses Ergebnis widerlegt die Besorgnis, dass eine CBDC einen Ansturm auf schwächere Banken auslösen könnte.

Dem Dokument zufolge würden Forscher oft behaupten, dass die Bürger in wirtschaftlich angespannten Zeiten „Geld aus Banken und anderen Finanzinstituten abziehen“. Das bedeutet, eine „CBDC könnte einen Ansturm auf Finanzunternehmen wahrscheinlicher oder schwerwiegender machen“.

Die Autoren glauben jedoch, dass eine gut konzipierte CBDC dieses Risiko abfedern könnte. Sie brachten zwei Argumente vor, die dafür sprechen, dass CBDCs die Finanzstabilität erhöhen. 

Zunächst erstellten die Autoren ein mathematisches Modell, in dem die Banken Fristentransformation betreiben. Das bedeutet, sie haben sich Geld für kürzere Zeiträume geliehen als sie Kredite vergeben haben, um sich gegen Liquiditätsrisiken abzusichern. Das könnte im Falle eines negativen Ereignisses zu einer finanziellen Anfälligkeit führen, die einen Bankenansturm zur Folge haben könnte.

Im Modell der Autoren mache eine CBDC jedoch „intuitiv“ das „Erleben eines Liquiditätsschocks“ für die Einleger weniger kostspielig, so dass die Banken die Leute weniger vor diesem Risiko absichern müssen. Somit führe eine CBDC zu einer größeren Stabilität des Finanzsystems:

„Auf diese Weise können die Anpassungen der privaten Finanzvereinbarungen als Reaktion auf eine CBDC das Finanzsystem eher stabilisieren als destabilisieren.“

Beim zweiten Argument spielt der sogenannte Informationseffekt eine Rolle. Banken, die sich in einer geschwächten Position befinden, können versuchen, diese Tatsache vor den Aufsichtsbehörden zu verbergen, damit die Behörden nicht eingreifen. Die Verschleierung von negativen Informationen könnte die Krise auch weiter verschlimmern, da man nur verspätet reagieren kann.

In diesem Zusammenhang: BIZ: 90 Prozent der Zentralbanken untersuchen Nutzen von CBDCs

CBDCs ermöglichen den politischen Entscheidungsträgern es jedoch, Situationen zu erkennen, in denen Geld umgewandelt und nicht einfach von einer Bank abgezogen wird. So werden Probleme früher erkannt, was zu einer schnelleren Lösung führen kann:

„Dieser Informationseffekt, der eine schnellere politische Reaktion auf eine Krise ermöglicht, ist ein weiterer Kanal, über den eine CBDC die Finanzstabilität eher verbessern als verschlechtern kann.“

Die Autoren erklären auch, dass andere Forscher die Einführung von Obergrenzen, Gebühren oder anderen Beschränkungen für CBDCs in Krisenzeiten vorgeschlagen haben. Sie sind allerdings gegen einen solchen Ansatz:

„Legt man Optionen fest, die den Einsatz oder die Attraktivität von CBDC einschränken, riskiert man, dass auch viele der potenziellen Vorteile verloren gehen.“

Weiter hieß es, der bessere Zugang zu Informationen, könnte für die politischen Entscheidungsträger weitere Vorteile mit sich bringen.

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