Rubinstein & Schmiedel über KI-Trading: „Die Datenverfügbarkeit im Krypto-Sektor ist extrem gut“

BTC-ECHO: Bitte erläutere zu Anfang, worum es beim KI-Trading grundsätzlich geht und wie es funktioniert?

Thomas Schmiedel: Es gibt drei grobe Kategorien des Tradings: erstens der manuelle Handel. Da sitzt ein Mensch, der kauft und verkauft. Zweitens gibt es die sogenannten Quants. Also Trader, die sich bei ihren Analysen auf quantitative Methoden verlassen. Quantitative Trader schauen sich klassische Indikatoren wie zum Beispiel gleitende Mittelwerte an und bilden daraus statistische Handelsmodelle. Drittens gibt es das KI-Trading. Der Vorteil an Künstlichen Intelligenzen (KI) ist, dass sie abstrakte Muster wie etwa das Head-and-Shoulders-Muster automatisch erkennen.

Wir gehen aber noch einen Schritt weiter: Unsere KI soll eigenständig Handelsstrategien entwickeln und umsetzen. Das geht nur über Unmengen an Daten. Schließlich muss man irgendwie aus der Vergangenheit Erwartungen an die Zukunft formulieren können. Dafür braucht man Preisdaten, Handelsdaten, Orderbuch-Daten oder – speziell bei Kryptowährungen – auch Daten wie die Difficulty oder Transaktionsvolumina. Am Ende besteht die Schwierigkeit darin, ein KI-Modell zu erzeugen, das sinnvoll ohne menschliches Marktwissen mit all den Daten umgehen kann.

BTC-ECHO: Wenn sich KI beziehungsweise Algorithmen immer weiter etablieren, welche Rolle nimmt dann der Mensch noch im Investmententscheidungsprozess ein?

Thomas Schmiedel: Aktuell haben viele die Vorstellung, dass die Zukunft wie bei Terminator aussehen wird. Das wird nicht passieren. Es gibt in Märkten sehr viele Schwierigkeiten. Denn aus wissenschaftlicher Sicht sind Märkte nichtstationäre Signale und sehr stark verrauscht. Das bedeutet, dass es kaum Systeme gibt, die langfristig profitabel und ohne menschliches Zutun handlungsfähig sind. Bisher ist es so, dass die meisten Systeme lediglich Vorschläge geben und mittels Alarm-Systemen den Trader zu Handlungen auffordern. Wir sind eines der ersten Unternehmen, das ein vollautomatisiertes KI-Trading-System entwickelt hat.

BTC-ECHO: Wie wird sich die KI im Finanzmarkt weiterentwickeln, also was sind beispielsweise die konkreten Verbesserungen, die wir in den nächsten fünf Jahren erwarten können?

Thomas Schmiedel: Ich denke, dass es in Zukunft nur ein paar wenige Firmen geben wird, die wirklich Fortschritte im automatisierten Trading erzielen werden. Auch Hedgefonds, die seit Jahrzehnten an dem Thema arbeiten, sind noch weit von guten Ergebnissen entfernt. Die komplette Automatisierung der Handelswelt wird also noch wesentlich länger brauchen.

BTC-ECHO: Nach welchen Kriterien sollte man KI-Trading-Software auswählen? Sprich wie kann ich Algorithmen auf Qualität überprüfen, bevor ich Geld investiere?

Thomas Schmiedel: Es gibt zwei Möglichkeiten: Anleger können den Algorithmus selbst prüfen. Das wird in den meisten Fällen aber kaum möglich sein, da Kenntnisse fehlen und der Code nicht quelloffen ist. Anleger sollten daher vor allem auf den Track Record schauen. Sie sollten insbesondere die risikoadjustierte Rendite prüfen, die ein bestimmter Algorithmus in der Vergangenheit erzielt hat.

BTC-ECHO: Worin siehst du den größten Unterschied zwischen KI-Trading im traditionellen Finanzmarkt und im Krypto-Markt?

Thomas Schmiedel: Der größte Unterschied liegt in der Volatilität. Die Volatilität des Krypto-Markts ist nur mit Penny Stocks oder Low-Cap-Märkten zu vergleichen. Zudem gibt es, ausgelöst durch die regelmäßigen Block Reward Halvings, einen recht großen Preisdruck auf Kryptowährungen wie Bitcoin. Das kennt man so aus dem traditionellen Finanzsektor nicht. Auch hinsichtlich der Informationsbeschaffung gibt es Unterschiede. Die Datenverfügbarkeit im Krypto-Sektor ist extrem gut. Bitcoin-Börsen haben mehr oder weniger standardisierte APIs, weshalb sich mit algorithmischem Handel relativ viel machen lässt. Diese standardisierte und vollumfängliche Datenverfügbarkeit gibt es im traditionellen Finanzsektor nicht.

BTC-ECHO: Welche Rolle nimmt für dich die klassische Charttechnik im Krypto-Markt ein? Ist sie trotz der geringen Liquidität und hohen Manipulationsanfälligkeit eine gute Analysemethode?

Thomas Schmiedel: Ich finde, ja – aber nicht so, wie die Allgemeinheit darüber denkt. Der Punkt ist der: Wenn man manipulierte Märkte und dünne Orderbücher hat, wie im Krypto-Markt häufig der Fall, dann können Wale oder Großinvestoren relativ gut abschätzen, was die breite Masse tun wird. Schließlich folgen 80 bis 90 Prozent der Trader etablierten Regeln, was bei bestimmten Chart-Formationen zu tun ist. Aus Sicht der Großinvestoren lässt sich dieses „Herdenverhalten“ gut ausnutzen. Das heißt, Charttechnik ist sinnvoll, wenn man nochmal um die Ecke denkt. Der Mehrwert der Charttechnik besteht darin, zu wissen, was die meisten Trader tun werden und daraus dann – womöglich konträre – Schlüsse zu ziehen.

BTC-ECHO: Funktioniert euer System nur bei großen Kryptowährungen wie Bitcoin oder auch mit gering kapitalisierten Coins?

Thomas Schmiedel: Da wir vollautomatisiert sind, macht es für uns Sinn, zu diversifizieren. Mithilfe unseres KI-Systems behandeln wir über 500 Kryptowährungen gleichzeitig. Für uns liegt der wesentliche Vorteil vor allem in der Diversifizierung. Wir unterscheiden etwa zwischen Low Risk Assets (Stable-Coin-Märkte) und High Risk Assets (Token mit einer geringen Marktkapitalisierung).

BTC-ECHO: Was ist der Business Case, womit verdient ihr Geld?

Thomas Schmiedel: Wir bieten Lizenzen für unser komplett automatisiertes Trading-System an. Aktuell verwalten wir zudem das Kapital unserer Seed-Investoren und partizipieren an der Rendite, die sich aus dem Trading ergibt.

BTC-ECHO: Wenn wir mal die Software vergessen, was ist denn deine persönliche Marktmeinung zu Bitcoin und zum Krypto-Markt insgesamt? Welche Kursentwicklung erwartest du für die nächsten Monate?

BTC-ECHO: Ich persönlich denke, dass das Stock-to-Flow-Verhältnis von Bitcoin Hand und Fuß hat. Zudem erwarte ich, dass viele Use Cases, die aktuell entwickelt werden, bald live gehen. Einen Aufschwung wird es ferner auch durch verschiedene gesetzliche Verbesserungen geben. Im vierten Quartal dieses Jahres werden wir uns vermutlich wieder dem Bitcoin-Allzeithoch nähern.

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Hack auf Trinity Wallet: IOTA leckt die Wunden

Am 12. Februar ist bekannt geworden, dass die von der IOTA Foundation verwaltete Trinity Wallet einem Hack zum Opfer gefallen ist. Dabei hat sich ein bislang unbekannter Angreifer über eine Schnittstelle des Zahlungsdienstleisters Moonpay Zugang zu 50 Seeds verschafft und IOTA Token im Wert von aktuell 2,3 Millionen US-Dollar gestohlen. Die Foundation hat schnell reagiert und den Coordinator vorläufig abgeschaltet – das Tangle lag still. Nun klärt die Foundation in einer dreiteiligen Stellungnahme über die Hintergründe des Vorfalls und mögliche Schutzmaßnahmen auf.

Hack war lange ausgeheckt

Als die IOTA Foundation den Hack bekannt gab, kursierten schnell Spekulationen über mögliche Zusammenhänge und Ursachen. Mittlerweile haben Analysen das Leck identifiziert: „die Integration eines Drittanbieterdienstes (Moonpay), der es den Benutzern ermöglichte, IOTA-Token direkt innerhalb von Trinity zu erwerben“. Zum Vorgehen des Täters lässt sich laut Blogeintrag bislang folgendes festhalten:

Die interne Analyse der betroffenen Trinity-Caches durch die Foundation fand unwiderlegbare Beweise dafür, dass sie mit einer von mehreren illegalen Versionen des Software Development Kit (SDK) von Moonpay kompromittiert worden waren, das automatisch von den Servern von Moonpay (ihrem Content-Delivery-Netzwerk) geladen wurde, als ein Benutzer Trinity öffnete. Der Code wurde in die lokale Trinity-Instanz geladen, und nachdem die Wallet des Benutzers entsperrt wurde, entschlüsselte er den Seed des Benutzers und schickte den Seed und das Passwort an einen vom Angreifer kontrollierten Server. Vor der Übertragung der Tokens wartete der Angreifer auf die Freigabe einer neuen Trinity-Version, die die Cache-Dateien von Trinity überschreiben und so die verbleibenden Spuren des Hackerangriffs entfernen würde.

Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass der Hack von langer Hand geplant war und sich auf einige Monate zuvor zurückdatieren lässt:

Der Angreifer startete am 27. November 2019 mit einem DNS-Abfang-Proof-of-Concept, der einen Cloudflare-API-Schlüssel verwendete, um die api.moonpay.io-Endpunkte neu zu schreiben und alle Daten zu erfassen, die an api.moonpay.io für eine potenzielle Analyse oder Exfiltration gehen.

Am 25. Januar begann schließlich der eigentliche Hack auf Trinity. Der Angreifer hat dabei einen illegalen Code über den DNS-Provider von Moonpay bei Cloudflare versendet. Bis der Angriff auffiel und IOTA als Reaktion kurzerhand den Coordinator abschaltete, waren bereits 50 Seed-Adressen betroffen. Der Gesamtschaden beläuft sich demnach auf 8,55 Ti (Terra-IOTA) im aktuellen Wert von 2,3 Millionen US-Dollar.

IOTA wappnet sich für die Zukunft

Um die Token in Zukunft vor Angriffen zu schützen, rät die Foundation den Nutzern der Desktop- und Mobile-Version von Trinity zur Nutzung des Seed-Migration-Tools, das in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen soll.

Derzeit ist die genaue Anzahl der betroffenen Nutzer noch unbekannt. Hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Alle Trinity-Benutzer sollten daher überprüfen, ob auch sie möglicherweise zu den Geschädigten zählen. Um gefährdeten Trinity-Benutzern die Möglichkeit zu geben, die Token in Sicherheit zu übertragen, richtet die Foundation einen Übergangszeitraum ein. Die Nutzer haben dann eine Woche Zeit, ihre Token von den potenziell gefährdeten Seeds auf neu geschaffene Seeds weiterzuleiten.

Wegen laufender Fehleranalysen und Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden, kann die IOTA Foundation bislang nicht mehr Auskünfte geben. Die Foundation will die Krypto-Welt aber in kommender Zeit über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

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Shopify tritt Libra bei: Libra-Netzwerk bekommt prominenten Zuwachs

Nachdem die Libra Association in jüngster Zeit einige Rückschläge verkraften musste, kann sich das Netzwerk nun über prominenten Zuwachs freuen. Das börsennotierte Unternehmen Shopify hat den Eintritt in die Association bekannt gegeben und könnte dem Projekt neuen Aufschwung verleihen.

Shopify ergänzt Libra Association

Der Pressemitteilung zufolge will Shopfiy mit dem Eintritt in das Libra-Netzwerk Teil einer globalen Finanzinfrastruktur werden, die den grenzübergreifenden Zahlungsverkehr ausbaut. Als Mitglied der Libra Association setzt sich das kanadische Unternehmen künftig für den „Aufbau eines Zahlungsnetzwerks ein, das den Zugang zu Geld erleichtert und Händler und Verbraucher überall unterstützt“. Entsprechend hochgesteckt sind die mit dem Libra-Projekt verbundenen Ziele:

Unsere Mission ist es, den Handel für alle besser zu machen, und um das zu erreichen, verbringen wir viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie wir den Handel in den Teilen der Welt verbessern können, in denen Geld und Bankwesen besser sein könnten. Deshalb haben wir beschlossen, Mitglied der Libra Association zu werden.

Mit der Shopify-Software können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen eigenständig und ohne vertiefte IT-Kenntnisse Webshops aufbauen und verwalten. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über eine Million Anbieter und Händler diese E-Commerce-Lösung. Als Teil des Libra-Projekts will sich Shopify folglich insbesondere „für transparente Gebühren und einfachen Zugang zu Kapital einsetzen“.

Eine neue Hoffnung?

Nachdem Visa, MasterCard, eBay und jüngst Vodafone die Association bereits verlassen haben, schließt der Eintritt von Shopify zumindest eine kleine Lücke in den Reihen des Konsortiums. Ob die Bekanntgabe Shopifys jedoch dem Libra-Projekt neuen Aufwind verleiht, bleibt abzuwarten. Derzeit ist schwer abzuschätzen, in welche Richtung sich Libra entwickelt.

Ursprünglich noch als Global Coin konzipierte Kryptowährung hat die Association aufgrund des Drucks internationaler Regulierungsbehörden bereits zurückgerudert und plant derzeit offenbar die Einführung mehrerer Stable Coins. Das regulatorische Vakuum, das Libra aufgedeckt hat, ließ sich bislang nicht mit entsprechenden Gesetzen und Richtlinien füllen.

Erst kürzlich hat EU-Kommissar Dombrovskis die Informationsauskunft der Association bemängelt und wiederholte seine Forderung nach regulatorischer Klarheit. Somit scheint ein baldiger Start des Facebook Coins, der zunächst für Anfang dieses Jahres angesetzt war, aktuell in unbestimmte Ferne gerückt.

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Droht der Chain Split?: Streit bei Ethereum: Für und wider ProgPOW

Ethereum 2.0 steht am Horizont. Dieses Upgrade soll durch einen Wechsel zu Proof of Stake und verschiedenen Off-Chain-Lösungen die Skalierbarkeit von Ethereum nachhaltig verbessern. Der Wechsel zu diesem neuen Ethereum soll jedoch nicht abrupt sein; vielmehr schwebt den Ethereum-Entwicklern ein sanfter Übergang vom Proof of Work zum Proof of Stake vor.

Was ist ProgPoW?

Zu diesem Übergang zählt auch der Progressive Proof of Work oder kurz ProgPoW. Dieser ProgPoW ist im EIP 1057 definiert. Bei dieser Variante des Proof of Work handelt es sich um einen ASIC-resistenten Konsensmechanimus. Mining würde nicht mehr über ASICS, sondern über GPUs funktionieren.

ASIC-Resistance ist bei Proof-of-Work-Kryptowährungen wie Ethereum ein heiß diskutiertes Thema. Befürworter betonen, dass dies an verschiedenen Stellen das Mining-Ökosystem dezentralisieren würde: Mit dem Fokus auf GPUs würde Mining wieder mehr einfachen Leuten offenstehen. Noch wichtiger ist, dass man sich so nicht abhängig von wenigen Mining-Herstellern wie Bitmain machen würde. Ein weiterer positiver Punkt ist die Versatilität. Sind bestimmte ASIC-Typen nur für eine konkrete Variante eines Proof-of-Work-Mechanismus nutzbar, können GPUs für unterschiedliche Algorithmen verwendet werden.

Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass ASIC-Resistance die Sicherheit eines Mining-Systems unterwandert. Zum einen wirkt sich der Wechsel auf ASIC-Resistance negativ auf die Hash Rate des Systems aus. Dadurch wird das System angreifbarer. Kritiker sehen außerdem in der Versatilität eine Schwäche: Miner, die viel Geld in ASICs investieren, die nur für einen bestimmten Proof of Work nutzbar sind, sind an diesen Algorithmus gebunden. Sie werden entsprechend Entscheidungen zugunsten dieses Mining-Ökosystems treffen. Im Kontrast dazu können GPU-Miner schnell zu einer anderen Kryptowährung wechseln. Die verschiedenen Angriffe auf ASIC-resistente Kryptowährungen in den letzten Jahren geben den Kritikern ein wenig recht. Schließlich betonen diese, dass ASIC-Resistance auch immer ein temporäres Phänomen ist. Auch Ethash, der aktuelle Proof-of-Work-Algorithmus von Ethereum, war ASIC-resistent ausgelegt, jedoch existieren inzwischen Ethash-fähige ASICs.

Mehr über ASIC-Resistance könnt ihr in unserem Podcast hören.

Ethereum-Nutzer um ProgPoW zwiegespalten

Soweit zur Übersicht über ProgPoW und ASIC-Resistance. Die Core Developer haben nun beschlossen, dass ProgPoW im Juli eingeführt werden soll. Konkret soll es drei Wochen nach der Realisierung eines Updates mit Fokus auf Privatsphäre und Skalierbarkeit, dem EIP-1962, geschehen, was im Juni geplant ist.

Warum soll es (hoffentlich) so kurz vor dem Übergang zu Proof of Stake zu einer Änderung des Proof-of-Work-Algorithmus kommen? Der Koordinator der Ethereum Hard-Fork sieht darin eine Absicherung gegen Double-Spending-Attacken kurz vor dem Übergang zu Proof of Stake:

Die größte Gefahr an einem nicht-ASIC-resistenten Proof-of-Work ist, dass wir kurz vor dem Übergang zu POS angreifbar sind. ASICs werden bald unbrauchbar sein und haben dann keinen Anreiz mehr, den Wert von Ethereum zu erhalten.

Nicht alle sind mit dieser Entscheidung zufrieden. Dabei geht es weniger um die angesprochenen Kritikpunkte um ASIC-Resistance, sondern um die Gefahr eines Chain Splits. Ebenso wurde aus ihrer Sicht die Entscheidung gegen das Gros der Nutzer getroffen. Martin Köppelmann von Gnosis wird dabei sehr deutlich:

Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass Ethereum nicht ProgPOW adaptiert. Ich bin mir sogar zu 100 Prozent sicher, dass ich keine Token halten will, die aus einer von der Mehrheit der Nutzer abgelehnten Hard Fork entsprungen sind. Deshalb werde ich auf jeden Fall meine ProgPoW Token verkaufen.

Er ist nicht der einzige, der sich scharf gegen ProgPoW äußert. Ameen Soleimani von MolochDAO und Spankchain, Hayden Adams von Uniswap und Igor Lilic of ConsenSys sind weitere namhafte Kritiker der Entscheidung der Core Developer. 

Ob er sich tatsächlich von Ethereum nach einer ProgPoW-Hard-Fork lossagen wird, sei dahin gestellt. Diese Äußerung zeigt jedoch, dass viele außerhalb der Core-Developer-Kreise die Entscheidung nicht nachvollziehen können.

Was bei derartigen Debatten am meisten hilft, ist, den Originalton genauer zu studieren. Wer in dem Sinne an dem Core Dev Meeting in seiner Gesamtheit Interesse hat, kann dieses auf YouTube anschauen.

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Altcoinanalyse: Altcoin-Marktanalyse: Die Zeichen stehen auf Konsolidierung

Nach einem schwachen Wochenstart fiel der Kurs des Bitcoins zunächst deutlich bis auf ein bei 9.200 US-Dollar. An dieser Kursmarke kamen die Bullen zurück in den Markt und sorgten für einen deutlichen Kursrückrebound vom Wochentief bis zurück an die 10.000 US-Dollar. Der Wochenschluss bei 9.800 US-Dollar ist daher weiterhin positiv zu werten. Die Kurse der Top-10 Altcoins weisen derweil einen ähnlichen Kursverlauf wie Bitcoin auf, schließen jedoch leicht schwächer als die Leitwährung. Positiv hervortun können sich diese Woche dagegen der Gewinner Litecoin (LTC) mit einem Kursaufschlag von 1,8 Prozent sowie Ethererum (ETH) mit einem Plus von 2,1 Prozentpunkten.

Die Kursabschläge bei den schwächsten Top-10 Altcoins fallen ebenfalls moderat aus. Einzig Bitcoin Cash (BCH) sowie der Binance Coin (BNB) weisen geringfügig stärkere Kursabschläge von -6,5 Prozent bzw. -5,1 Prozent auf. Insbesondere die neuerlichen Entwicklungen bezüglich des Coronavirus dürften weiterhin für eine hohe Volatilität am klassischen Aktienmarkt wie auch am Kryptomarkt sorgen.

Beste Kursentwicklung unter den Top- 10 Altcoins: Litecoin (LTC)

Altcoin, Altcoin-Marktanalyse: Die Zeichen stehen auf Konsolidierung

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares LTC/USDT auf Binance

Nachdem Litecoin in der Vorwoche sein Kursziel bei 82,29 US-Dollar erreicht hatte, kam es zu Gewinnmitnahmen, die den Kurs zurück in Richtung des Supertrends aus dem Tageschart zurückkommen ließen. Die Bullen nutzen die temporäre Kursschwäche für neue Long-Einstiege im Bereich der gelben Unterstützungslinie bei 66,24 US-Dollar. Der Kurs stieg am 23.Februar jedoch kurzfristig an die Unterkante des roten Widerstandsbereichs bei 80 US-Dollar.

Im Zuge einer allgemeinen Verunsicherung an den Kapitalmärkten fiel der Litecoin-Kurs am heutigen Montag den 24. Februar zurück in Richtung des exponentiell gleitenden Mittelwerts der letzten 10 Tage (EMA10) (gelb). Aktuell notiert der Kurs von Litecoin knapp oberhalb dieser Unterstützung bei 75,96 US-Dollar. Solange der Kurs von LTC sich oberhalb der 71,73 US-Dollar stabilisieren kann, bestehen weiterhin Chancen für einen weiteren Anstieg in Richtung des 50er Fibonacci-Retracements bei 90,79 US-Dollar. Sollte der Kurs auch diesen Widerstand per Tagesschlusskurs überwinden, liegen die Ziele auf der Oberseite bei 98,69 US-Dollar sowie als das Maximal-Ziel bei 103,78 US-Dollar, dem 61er Fibonacci-Retracement der letzten Abwärtsbewegung.

Fällt der LTC-Kurs hingegen zurück unter die EMA20 (rot) und rutscht per Tagesschlusskurs abermals unter die 71,73 US-Dollar, ist mit erneuten Abgaben in Richtung des pinken Supportbereichs bei 63 US-Dollar zu rechnen. In diesem Bereich verläuft auch der EMA200 im Tageschart (blau). Unterhalb dieser Unterstützung droht ein erneuter Kursrutsch in Richtung des gelben Supports bei 50,64 US-Dollar, welcher vorerst auch das maximale Kursziel auf der Unterseite darstellt. Hier dürfte sich spätestens entscheiden, ob die Bären wieder die Oberhand gewinnen oder die Bullen abermals einen Angriff in Richtung des roten Widerstandsbereichs starten werden.

Indikatoren: RSI und MACD-Indikator uneinheitlich

Währen der RSI-Indikator mit einem Wert von 55 noch knapp oberhalb der neutralen Zone notiert, hat der MACD auf Tagessicht nun ein frisches Shortsignal ausgebildet. Auf Wochensicht liefern die Indikatoren hingegen weiterhin bullishe Signale. Der RSI, wie auch der MACD-Indikator senden  nach wie vor frische Kaufsignale, diese werden verlieren jedoch sichtlich an Stärke. Sollten hier neue Verkaufssignale ausgebildet werden, könnte die Rallye somit ein abruptes Ende nehmen. Noch ist es für dieses bearishe Szenario jedoch eindeutig zu früh.

Schlechteste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins: Bitcoin Cash (BCH)

Altcoin, Altcoin-Marktanalyse: Die Zeichen stehen auf Konsolidierung

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares BCH/USDT auf Bittrex

In der Vorwoche markierte der Bitcoin-Cash-Kurs ein neues Jahreshoch bei 498 US-Dollar. Damit lief der Kurs bis an die Hochs aus dem Juni 2019, bevor eine Konsolidierung einsetzte. In der Folge fiel der Kurs zusammen mit der Konsolidierung am Gesamtmarkt zurück bis in den grünen Unterstützungsbereich bei 360 US-Dollar. Hier kamen erste Käufer zurück in den Markt, welche den Kurs diese Woche erneut in Richtung des EMA10 (gelb) sowie EMA20 (rot) anstiegen ließen. Aktuell handelt der Kurs von BCH knapp unterhalb dieser Widerstände bei 389 US-Dollar.

Schaffen es die Bullen den Kurs erneut über die 420 US-Dollar zu befördern, stehen die Chancen gut für ein Anlaufen des lila Widerstandsbereichs bei 450 US-Dollar. In diesem Bereich verläuft zudem die Oberkante des blauen Aufwärtstrendkanals. Erst bei einem durchstoßen dieses Kursniveaus auf Tagesbasis wären die Kursziele auf der Oberseite bei 478 US-Dollar sowie maximal 493 US-Dollar aktiviert.

Fällt der Kurs im Zuge eines konsolidierenden Gesamtmarktes zum Tagesschluss zurück unter die 360 US-Dollar und auch das 50er Fibonacci-Retracement bei 345 US-Dollar, sind weitere Abverkäufe wahrscheinlich; dann lauten die Kursziele auf der Unterseite 321 US-Dollar sowie 305 US-Dollar. An dieser Kursmarke befindet sich ein Kreuzsupport aus 38er Fibonacci-Retracement sowie EMA200 (blau). Von diesem Bereich aus ist mit verstärkter Gegenwehr der Bullen zu rechnen. Fällt der Kurs wider Erwarten auch durch diese Unterstützung wäre hingegen das maximale Kursziele auf der Unterseite bei 251 US-Dollar aktiviert. Dieses Kursniveau stellt gleichsam auch das Ausbruchsniveau der Kursrallye in 2020 dar.

Indikatoren: RSI und MACD mit Verkaufssignal im Tageschart

Auf Tagesbasis fiel der RSI zurück in die neutrale Zone und droht bei weiterer Schwäche ein neues Verkaufssignal auszubilden. Der MACD-Indikator hat dieses in den vergangenen Tagen bereits vorweggenommen und ein Verkaufssignal ausgebildet, welches aktuell auf den Kurs von Bitcoin Cash drückt. Auf Wochensicht weisen beide Indikatoren indes weiterhin ein Kaufsignal auf. Jedoch zeigen beide Indikatoren auch auf Wochensicht ebenfalls wieder gen Süden. Solange beide Indikatoren dabei weiterhin Kaufsignale aufweisen, bestehen allerdings weiterhin Chancen auf mittelfristig höhere Kurse.

Stabilität der Top 10

Obwohl viele Altcoins zur Wochenmitte gemeinsam mit dem Rücksetzer bei Bitcoin ebenfalls deutlichere Kursabschläge zu verkraften hatten und teilweise bereits ihre Ausbruchsniveaus erfolgreich retesten konnten, wirkt das allgemeine Bild am Gesamtmarkt weiterhin bullish. Die aktuellen Rücksetzer am Gesamtmarkt wirken weiterhin moderat und sind für die mittel- und langfristigen Kursperspektiven vollkommen im Rahmen. Da auch bei den Top-10 Altcoins diese Woche keine wirklichen Out- oder Underperformer zu vermelden sind, verändert sich auch die Rangliste der 10 größten Altcoins in dieser Woche nicht.

Gewinner und Verlierer der Woche

Diese Woche zeigt sich am Gesamtmarkt eine leicht bearishe Tendenz. Nur knapp 25 Prozent aller Top-100 Altcoins weist im Wochenvergleich ein Kursplus auf. Lediglich fünf Altcoins weisen diese Woche einen zweistelligen Kursanstieg auf. Gewinner der Woche ist das Altcoin-Projekt DxChain Token (DX) mit einem Wochenplus von 51 Prozent. Die Altcoins Algorand (ALGO), Kyber Network (KNC) und Aion (AION) steigen jeweils um gute 30 Prozentpunkte. Die eindeutige Mehrheit der Altcoins weist im Wochenvergleich indes einen Kursabschlag auf. Die anhaltende bullishe Konsolidierung von Bitcoin geht auch an den Altcoins nicht spurlos vorbei. Die Liste der Wochenverlierer führen die Kryptowährungen Lambda und Swipe mit Verlusten von 17 (LAMB) respektive 16 Prozent (SXP) an.

Interessanterweise gibt es diese Woche keinen „Kurs-Crash“ zu vermelden. Vielmehr verlieren viele Altcoins relativ gleichmäßig stark im Wert. 27 Altcoins, und damit doppelt so viele wie in der Vorwoche, weisen einen Kursverlust von mehr als 10 Prozentpunkten auf.

Ausblick

Dieser Konsolidierungscharakter am Gesamtmarkt setzt sich wie in der Vorwoche angesprochen, somit weiter fort. Das die Kursabschläge in der aktuellen Konsolidierungsphase überschaubar ausfallen und nicht mit starken Kurseinbrüchen einhergehen, ist weiterhin positiv zu bewerten. Erst bei einem nachhaltigen Kursrutsch unter ihre Ausbruchslevels muss die Situation bei den Altcoins neu bewertet werden. Da sich die Leitwährung Bitcoin aktuell oberhalb der 9.000 US-Dollar stabilisieren kann, ist vorerst ebenfalls bullish zu bewerten. Die Entwicklung am Gesamtmarkt bleibt somit weiter spannend und muss in den kommenden Tagen genau beobachtet werden.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,92 Euro.

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Ay, caramba! : Verheimlichen die Simpsons Satoshis wahre Identität?

Die erfolgreichste und langlebigste Zeichentrickserie der Welt, die Simpsons, widmet sich in der jüngsten Folge dem Kryptoversum. In der 13. Episode der mittlerweile 31. Staffel mit dem Titel „Frinkcoin“ erklärt Jim Parsons, besser bekannt als Sheldon aus der Sitcom-Serie Big Bang Theory, die Funktionsweise von Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie. Die Darstellung bei der gelbsten Familie der Welt bringt die Krypto-Thematik einem Millionenpublikum näher und weist ihr einen Platz im popkulturellen Diskurs zu.

Simpsons bringen Kryptowährungen in die Flimmerkiste

Die zitierte Szene beginnt, indem Professor Frink den Fernseher einschaltet und den „beliebtesten Wissenschaftler des Fernsehens“ ankündigt. Zu sehen ist im Anschluss Jim Parsons gelbes Pendant, der in gewohnt ironischer Manier digitale Währungen erklärt. Begleitet wird der Vortrag von einer Broadway-inspirierten Sing und Tanz-Einlage eines animierten „distributed Ledgers“, das sich wie folgt vorstellt:

Ich bin ein Konsens von geteilten und synchronisierten digitalen Daten, die über mehrere Plattformen von Shanghai bis Grenada verteilt sind. Jeden Tag bin ich näher daran, das Geld der Zukunft zu sein. Nicht in Ihrer Brieftasche, sondern in Ihrem Computer.

Zur Freude aller Hodler, deuten nun auch die Simpsons Kryptowährungen als das Geld der Zukunft. Im Anschluss an Jims Vortrag wird eine Nachricht eingeblendet, die Kryptowährungen im typisch ironischen Simpsons-Stil erklärt und zudem ein Easter Egg versteckt:

Simpsons, Verheimlichen die Simpsons Satoshis wahre Identität?

Nun ist es also offiziell: Die Simpsons-Macher wissen, wer sich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto befindet. Ob sie diese Mysterium lüften, noch bevor die seit mittlerweile über dreißig Jahren ausgestrahlte Serie ihr Ende findet, bleibt abzuwarten. Es wäre zumindest nicht das erste mal, dass eine Weissagung der Serie von der Realität eingeholt wird. Bereits vor zehn Jahren wurde Donald Trump als US-Präsident vorausgesagt.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Episode der Krypto-Thematik zur massenhaften Aufmerksamkeit verhilft. Der Erfolg der Serie ist ungebrochen und nach wie vor erreichen Homer und Co. ein Millionenpublikum. Ein weiteres Beispiel aus der Filmlandschaft, dass das Krypto-Ökosystem einem großen Publikum näher bringt, ist der Dokumentarfilm Cryptopia, der in dieser Woche auf der Berlinale Europapremiere feiert.

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Not your keys…: Irischer Drogendealer verliert Bitcoin im Wert von 53,2 Millionen Euro

Clifton Collins war ein Hodler der ersten Stunde. Schon frühzeitig von der künftigen Kryptowährung Nr. 1 überzeugt, erwarb der Ire zwischen 2011 und 2017 mehr als 6.000 Bitcoin. Clifton Collins war jedoch ebenfalls ein Drogendealer. Auch das Geld für den Kauf seiner Bitcoin verdiente er so mit dem Anbau und Verkauf von Cannabis. Nachdem die irische Polizei den zwischenzeitlich zum Krypto-Millionär aufgeschwungenen Collins 2017 dingfest machte, wollte sie deshalb auch an sein digitales Vermögen. Die Private Keys zu den Bitcoin mit einem heutigen Wert von 53,2 Millionen Euro sind jedoch unwiderruflich verschollen.

Private Keys im Angelkoffer

Nach Angaben der Irish Times traf Collins im Jahr 2017 den Entschluss, sein Krypto-Vermögen gegen Hacker abzusichern. Während er seine 6.000 Bitcoin zuvor in einer einzigen Wallet gelagert hatte, verteilte er sie nun in Paketen zu jeweils 500 BTC auf zwölf Accounts. Dabei hielt er es für eine gute Idee, die Schlüssel in Form einer Paper Wallet aufzubewahren. Dafür druckte er alle zwölf Keys auf ein einziges Blatt Papier, das er dann im Koffer für seine Angelrute versteckte.

Im selben Jahr entdeckten Polizisten jedoch während einer Verkehrskontrolle in Collins Auto Cannabis im Wert von 2.000 Euro. Nachdem die anschließende Hausdurchsuchung größere Mengen der verbotenen Pflanze zu Tage förderte, wanderte Collins für fünf Jahre hinter Gitter. Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Behörden auch auf das Bitcoin-Vermögen des überführten Drogendealers. Sie konfiszierten die zwölf Wallets, ohne sich des Inhalts bemächtigen zu können. Denn der Koffer mit Private Keys und Angelrute war zu diesem Zeitpunkt bereits verschwunden.

Verlust der Bitcoin als „Strafe für eigene Dummheit“

Nachdem Collins hinter Gitter wanderte, ließ sein Vermieter dessen Haus ausräumen. Ein großer Teil der Besitztümer des Drogendealers wanderte dabei auf eine Mülldeponie. Tatsächlich sollen dortige Arbeiter gegenüber der Polizei später bestätigt haben, dass auch ein Angelkoffer gesehen worden sei. Die Deponie schickt ihren Müll aber zum Verbrennen nach China und Deutschland. Von der Angelrute fehlt seitdem jede Spur.

Folglich entschieden die Ermittler Collins in Sachen verschwundene Keys zu glauben. Verschiedene Zeugen, die Collins beim Aufteilen der Bitcoin halfen oder später bei der Hausräumung dabei waren, bestätigten ebenfalls seine Version der Geschichte. Collins selbst sieht die Sache mittlerweile indessen gelassen. Den Verlust der Bitcoin bezeichnete er nach Angaben der Polizei als „Strafe für seine eigene Dummheit“.

Im Übrigen gelang es den irischen Behörden zumindest, sich Zugang zu einer kleineren Wallet des Drogendealers mit Bitcoin im Wert von 1,5 Millionen Euro zu verschaffen. Das für derartige Fälle zuständige Criminal Asset Bureau hofft, dass der technologische Fortschritt ihnen eines Tages den Weg zu Collins übrigen Bitcoin ebnen wird. Bei der konfiszierten Summe von 53,2 Millionen Euro handelt es sich schließlich um die größte in der Geschichte dieser Behörde.

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Regulierungs-ECHO: Bloomberg packt Bitcoin-Regulierung an und Libra gerät ins Straucheln

Bitcoin-Regulierung: Bloomberg will Fakten schaffen

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten Mike Bloomberg hat einen Reformplan vorgelegt, in dem er klare Regularien für den Handel und Besitz von Kryptowährungen wie Bitcoin verspricht. Danach will der ehemalige Bürgermeister New Yorks die Zusammenarbeit mit den Behörden bei Amtsantritt intensivieren. Zudem sollen neue Rechtssprechungen Anlegern mehr Schutz und Absicherung bieten.

Südkoreanische Zentralbank arbeitet an Blockchain-System für Anleihen

Die Zentralbank Südkoreas will ein blockchainbasiertes System zur Abwicklung von Anleihen einführen. Das geplante System soll den gesamten Prozess von der Ausgabe bis zur Begleichung von Anleihen verwalten. Ein Starttermin hat die Bank zwar noch nicht bekannt gegeben, jedoch bereits mehrere Tests angekündigt.

Vom Erdinneren zum Anlageinstrument

Die russische Zentralbank hat die Tokenisierungsplattform des Metall-Riesen Nornickel genehmigt. Die Zulassung erfolgt unter Vorbehalt des noch nicht beschlossenen Gesetzes „Über digitale Finanzanlagen“, das einen gesetzlichen Rahmen zum Handel und Besitz von Kryptowährungen wie Bitcoin schaffen soll. Auf der Tokenisierungsplattform sollen sich folglich sämtliche Rohstoffe als digitale Vermögenswerte abbilden lassen.

Erneute Klatsche für Libra

EU-Kommissar Dombrovskis hat abermals Kritik an der Libra Association geäußert. Bislang seien noch regulatorische Fragen zur Umsetzung der Facebook-Währung durch die Association unbeantwortet geblieben. Vor allem im Bezug auf Datenschutz, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erkennt die EU nach wie vor ein unkalkulierbares Risiko in Kryptowährungen à la Bitcoin. Solange keine Klarheit herrscht und die EU kein geeignetes Regelwerk aufgesetzt hat, dürfte mit keiner baldigen Einführung des Facebook Coins zu rechnen sein.

BigTechs mischen den Finanzsektor auf

Die großen Technologie-Unternehmen der Welt drängen mit Zahlungsdienstleistungen verstärkt in den Finanzsektor. Einem Bericht der Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zufolge hat diese Entwicklung sowohl positive als auch negative Konsequenzen für Verbraucher. Zudem geraten die Behörden zusehends unter Zugzwang, entsprechende Regularien für Dienstleistungen der BigTechs einzuführen.

Schwedische Zentralbank testet E-Krona

Zusammen mit Accenture entwickelt die Riksbank ein Pilotprojekt für die technische Lösung einer digitalen Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, kurz: CBDC). In einer Testumgebung soll die E-Krona demzufolge ein Jahr lang getestet werden. Dabei werden Benutzer simuliert, die eine E-Krona in einer Wallet halten und über eine mobile App Ein- und Auszahlungen vornehmen.

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Meinungs-ECHO: Bitcoin Halving „noch nicht eingepreist“ – CZ

Changpeng Zhao: Bitcoin Halving noch nicht eingepreist

Man könnte meinen, der Mann würde mit Bitcoin Geld verdienen: Changpeng Zhao, der neben seiner Funktion als Stammgast im Meinungs-ECHO auch den Chefposten der Bitcoin-Börse Binance bekleidet, bleibt seinem Ruf als Perma-Bull treu. Angesichts des im Mai anstehenden Halvings bei Bitcoin geht der Börsen-Boss von Kurszuwächsen aus.

Ich persönlich glaube, dass das Halving nicht eingepreist wurde,

zitiert CZ sich selbst unter Verweis auf ein Interview mit BlockTVNews.

Darin begründet der Binance-Chef seinen Optimismus mit einer wachsenden Nachfrage nach Bitcoin, die letztlich ein zuverlässigerer Kurstreiber sei als die bloße Verknappung des Angebots. Ferner handele es sich bei der 10.000-US-Dollar um eine psychologisch bedeutsame Hürde – hat da jemand „Bingo!“ gerufen?

Stellar CTO McCaleb: Meine XRP-Verkäufe haben keinen Einfluss auf den Markt

Als Mitgründer und Ex-Vorstandsmitglied von Ripple hat Stellar CTO Jed McCaleb Anspruch auf eine nicht unerhebliche Menge an XRP Token. Die Auszahlung der über viereinhalb Milliarden XRP Token aus den Treuhand-Wallets von Ripple ist vertraglich geregelt und erfolgt gestaffelt. Damit soll das Risiko gesenkt werden, dass McCaleb den Markt mit riesigen Mengen des Konkurrenz-Coins überschwemmt und den XRP-Kurs gen Süden befördert. Im Interview mit dem Krypto-Nachrichtenportal Cointelegraph betont McCaleb indes, dass seine regelmäßigen XRP-Verkäufe keinen Einfluss auf den Markt nehmen. Der Ex-Rippler bricht eine Lanze für die Krypto-Ökumene:

Ich bin von Anfang an transparent gewesen. Der Markt weiß seit Jahren, dass ich meine XRP langsam und stetig verkaufe. Meine Investitionsentscheidungen basieren nicht auf dem Wunsch, andere Unternehmen in dieser Branche negativ zu beeinflussen. Ich denke, die bisherige Geschichte zeigt, dass es keine Auswirkungen auf den Markt gibt, und ich sehe keinen Grund, warum sich das ändern sollte. Wir alle arbeiten daran, Blockchain zu einer lebensfähigen, transformativen Industrie zu machen. Ich denke, wir können das effektiver erreichen, wenn wir andere im Raum unterstützen.

…Amen.

Gold-Narr Peter Schiff nimmt sein Lieblingsziel aufs Korn

Der Investor Peter Schiff ist nicht gerade dafür bekannt, mit seinen Meinungen hinterm Berg zu halten. Besonders die Kryptowährung Nr. 1 hat es dem Gold-Fan angetan. In seinem jüngsten Anti-Bitcoin-Tweet bezeichnete Schiff Bitcoin als Pyramidensystem:

Die von den Bitcoin-Pumpern verbreiteten Fake News sind erstaunlich. Ich habe den vergangenen Anstieg des Bitcoin-Kurses nur angesprochen, um darauf hinzuweisen, dass meine früheren Kommentare über die Untauglichkeit von Bitcoin als Geld nach wie vor gelten. Ein Pyramidensystem hat keinen Platz in einem Investmentportfolio,

Schiff bezieht dabei auf einen Tweet, den er zwei Tage zuvor abgesetzt hat:

Ich räume ein, dass jeder, der vor 10 Jahren #Bitcoin gekauft hat und sie heute verkauft, viel Geld verdienen wird. Aber ich habe nie gesagt, dass der Preis von Bitcoin nicht steigen kann. Ich habe nur gesagt, dass Bitcoin als Geld niemals erfolgreich sein wird. Nichts, was in den letzten 10 Jahren geschehen ist, hat mir das Gegenteil bewiesen!

zeigt sich ein unvermindert auf Krawall gebürsteter Schiff, der vor einigen Wochen den Zugriff auf seine Bitcoin Wallet verloren hat.

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Viel kritisiert und kaum verstanden: Dezentralität bei Bitcoin und DeFi

Ein Kommentar von Dr. Philipp Giese

Man kennt den Vorwurf: Bitcoin sei nicht dezentral. Schließlich kontrollieren F2-Pool, Poolin und BTC.com aktuell fast 50 Prozent der Hash Rate. „Wenn sich diese zusammen tun und noch etwas mehr an Mining-Equipment kaufen, kontrollieren sie Bitcoin“, rufen viele Kritiker.

Ironischerweise kam in den letzten Tagen eine ähnliche Kritik aus den Kreisen der Bitcoin-Maximalisten auf. Diesmal war Ethereums DeFi-Ökosystem Ziel der Kritik. Auch hier wurden Vorwürfe ob fehlender Dezentralisierung laut. Wie soll, so die Kritiker, ein System DeFi heißen, wenn das Gros der einzelnen Projekte stark zentralisiert sei?

Fairerweise muss man sagen, dass beide Vorwürfe nicht komplett aus der Luft gegriffen sind. Die Rolle von Bitmain und allgemein der chinesischen Miner war im Bitcoin-Ökosystem schon immer Stoff für Sorgen. Im sich aktuell entwickelnden DeFi-Ökosystem sind auch, wie jüngst Chris Blec zeigte, die Vorwürfe bezüglich Zentralisierung nicht von der Hand zu weisen.

Doch insgesamt kommt es einem vor, als würden die Kritiker in beiden Fällen sich auf einen Aspekt von Dezentralität fokussieren. Im Fall von DeFi reduziert man die Blockchain auf ein Konsortium aus Mining-Unternehmen, während im Fall von DeFi die dApps separat voneinander betrachtet werden.

Bitcoin ist mehr als die Miner

Zugegebenermaßen kann die Macht großer Miner manchmal etwas Sorge machen. Zwei Dinge wundern jedoch bei dem oben skizzierten Vorwurf: Zum einen sind Mining Pools keine starren Firmen. Sicherlich kommt ein signifikanter Teil der Hash Rate eines der großen Pools aus zentral kontrollierten Mining-Farmen.

Doch Mining Pools bestehen eben nicht nur aus diesen Mining-Farmen, sondern beziehen einen Teil ihrer Hash Rate eben von Minern, die sich dem Pool angeschlossen haben. Diese eben doch unabhängigen Miner können zu einem anderen Pool wechseln – und so wieder zu einem neuen Kräftegleichgewicht führen.

Wichtiger jedoch ist, dass die Sorge um eine Dominanz der Miner ignoriert, dass in Proof-of-Work-Systemen eine Gewaltenteilung existiert. Die Miner wählen die neuen Blöcke aus, richtig. Und ja, so kann ein dominanter Miner eine große Macht haben. Die Betreiber von Full Nodes jedoch bilden die andere Macht im Bitcoin-Ökosystem. Sie verwalten die Blockchain – und sind die, die einen neuen Block überhaupt annehmen.

2017 zeigte sich die Macht der Node Hoster mit der User-activated Soft Fork 2017: Gemäß der UASF akzeptierten Nodes ab dem 1. August 2017 keine Blöcke mehr von Minern, die nicht über den Block eine Akzeptanz für ein Upgrade auf Segregated Witness unterstützten. Das Besondere dabei: Diese UASF wurde nicht von einem großen Unternehmen, sondern von einem bisher nur unter dem Pseudonym Shaolinfry bekannten Entwickler initiiert. Die Node Hoster rund um den Globus haben sich hier gegen die Miner gestellt.

Ja, eine Dominanz eines einzigen Mining Pools wäre eine unangenehme Entwicklung. Es wäre jedoch nicht der Beginn einer Gewaltherrschaft über Bitcoin, sondern eine Herausforderung für die anderen Stakeholder des Bitcoin-Ökosystems. Oder kürzer ausgedrückt: Bitcoin bleibt dezentral.

DeFi ist mehr als eine dApp

Kommen wir zu DeFi. Wie schon oben verlinkt sind viele der Decentralized-Finance-Anwendungen nicht dezentral. Gerade Freunde von Bitcoin haben dies jüngst gerne betont. Bekannte Projekte wie Compound oder DDEX verfügen über Admin Keys, mit welchen zentrale Entitäten Macht über das System ausüben können. Und das sind nicht die einzigen zwei Beispiele; zum aktuellen Zeitpunkt muss man leicht ernüchtert feststellen, dass ein Gros der Decentralized-Finance-Anwendungen in sich nicht dezentral ist. Es hat einen Grund, dass ich aktuell nicht von dApps spreche.

Aber ich spreche von DeFi. Wieso? Weil auch manches übersehen wird. Zum einen ist DeFi in seiner Gesamtheit dezentral. Das Besondere am Defi-Ökosystem ist nicht, dass es, wie seinerzeit bei TheDAO, eine dezentrale Finanzapp gibt. Dezentral ist dieser Sektor in der Krypto-Welt, weil hier viele verschiedene Anwendungen wie Puzzlestücke ineinandergreifen und so etwas Großes bilden. Die Summe bei DeFi ist zweifellos größer als die Summe ihrer Teile.

Zum anderen dieses Ökosystem ist nicht fertig. Prinzipiell kann jeder neue DeFi-Anwendungen entwickeln und dieses Puzzle erweitern. Wem MakerDAO als zentrale Entität im DeFi-Ökosystem nicht gefällt, kann ein anderes nutzen – oder, wie Ameen Soleimani mit MetaCoin, eine eigene Alternative entwickeln. Da neue Entwickler dies mit DeFi im Hinterkopf entwickeln, wären das nicht neue Silo-Lösungen, sondern weitere Player in der DeFi-Welt.

Auch bei Decentralized Finance geht es mit dem Gesagten nicht darum, die bisher mangelnde Dezentralität der großen DeFi-Projekte kleinzureden. Es geht jedoch darum, das große Bild dieses sich auf Ethereum bildenden Sektors im Fokus zu haben. Wie man aktuell an bZx sehen kann, sind die aktuellen Probleme Herausforderungen, aber nichts, was das Wertversprechen des DeFi-Sektors komplett zerstört. Oder kürzer ausgedrückt: Auch DeFi ist dezentral.

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