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Reuters: Niederländische Bank ING arbeitet an digitalem Vermögenswertdepot

Die ING Bank aus Amsterdam soll an einer Technologie für Kryptowährungs-Depots entwickeln, wie Reuters am 12. Dezember berichtete.

Der digitale Vermögenswert-Depotservice ist Teil einer Blockchain-Initiative der Bank und befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. ING erklärte, dass die Bank „zunehmende Chancen in Bezug auf digitale Vermögenswerte sowohl bei an Vermögenswerte gekoppelten als auch bei firmeneigenen Wertpapier-Token“ sehe.

Die ING hat keine konkreten Details zu dem Projekt enthüllt, sagte aber, dass sie „besonders aktiv die Technologie hinter digitalen Vermögenswerten weiterentwickelt, um Kunden einen konformen Zugang zu diesem aufkommenden Ökosystem zu ermöglichen“.

Finanzdienstleister setzen auf Krypto-Depots

Da Kryptowährungen als Anlageklasse an Bedeutung gewinnen, entwickeln große Finanzunternehmen zunehmend eigene Depot-Technologien und -Dienstleistungen.

Der amerikanische Finanzdienstleistungsriese Fidelity Investments hat Mitte Oktober sein Krypto-Währungsdepot vollständig herausgebracht, nachdem er den Dienst ein Jahr lang vorbereitet und Kunden dafür gewonnen hatte.

Das Berliner Fintech-Unternehmen solarisBank hat am 11. Dezember bekanntgegeben, dass es eine Tochtergesellschaft namens solaris Digital Assets gegründet hat, um eine Depotlösung für digitale Vermögenswerte anzubieten.

Auch Kryptowährungsbörsen haben interne Depot-Dienstleistungen entwickelt, etwa die großen US-Börsen Coinbase und Gemini. 

Rohan Barde, der Forschungs- und Innovationsmanager im Blockchain Zoo, hat zuvor geschrieben, es gebe zwei Hauptgründe, warum institutionelle Anleger Depotdienstleistungen benötigen würden. Diese zwei Gründe sind zum einen die Reduzierung des Risikos und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Durch die Trennung der Aufbewahrung und Verwaltung von Vermögenswerten können sich Finanzinstitute auf ihre jeweilige Spezialisierung konzentrieren. Depotdienstleistungen reduzieren auch das Risiko, dass ein Mitarbeiter Vermögenswerte veruntreut. 

Mehr Interesse an Blockchain-Technologie

ING hat ein stärkeres Interesse an der Blockchain-Technologie bekundet und ist einer der Teilnehmer am HQLAX-Projekt. HQLAX wurde von der Blockchain-Gesellschaft R3 gegründet und nutzt die Distributed-Ledger-Technologie von Corda, um Produkte für das Liquiditäts- und Sicherheitenmanagement anzubieten.

Ende Oktober präsentierte das Team für Distributed-Ledger-Technologie bei ING sein Whitepaper mit dem Titel „Lösung für das Sicherheits- und Datenschutz-Dilemma auf Corda: ein Stück vom Kuchen kriegen und diesen essen“. Darin soll das Team eine Lösung für das Sicherheits- und Datenschutz-Dilemma auf Corda, einer Open-Source-Blockchain-Plattform, gefunden haben.

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Schweizer Krypto-Bank SEBA dehnt Angebot auf neun weitere Länder aus

Die Schweizer Kryptowährungsbank SEBA hat ihrAngebot auf neun weitere Länder ausgedehnt. Wie Finance Magnates am 12. Dezember berichtete, bietet SEBA jetzt auch Konten für institutionelle Kunden und akkreditierte Anleger in Singapur, Hongkong, Großbritannien, Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und Portugal an.

Wie bereits berichtet, ist die SEBA Bank AG (ehemals SEBA Crypto AG) ein voll reguliertes Institut. Die Bank erhielt im August 2019 eine Bank- und Effektenhändlerlizenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Umfangreiche Krypto-Bankdienstleistungen

Im Rahmen seiner Kontoführung bietet SEBA eine SEBAwallet-App, E-Banking-Dienstleistungen und SEBA-Kartenmöglichkeiten mit Unterstützung von fünf großen Kryptowährungen an: Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Stellar (XLM), Litecoin (LTC) und Ether Classic (ETC).

Die Bank bietet Investoren sowohl Krypto-zu-Krypto- als auch Krypto-zu-Fiat-Dienste an sowie Unternehmenskonten für Blockchain-Unternehmen und deren Mitarbeiter.

Sie ist eine von zwei Kryptowährungsbanken in der Schweiz, die von der FINMA die behördliche Genehmigung erhalten hat. Die zweite, Sygnum, will ebenfalls global expandieren und führt inzwischen Gespräche mit den Aufsichtsbehörden in Singapur über den Erhalt einer Banklizenz.

Regulierung in der Schweiz

Die Schweizer Finanzmarktaufsich FINMA veröffentlichte im Sommer dieses Jahres eine neue Richtlinie zu den regulatorischen Anforderungen für Blockchain-basierte Zahlungen.

Die Schweizer Regulierungsbehörde hält sich darin zwar weitgehend an den von der Intergovernmental Financial Action Task Force (FATF) im Juni dieses Jahres herausgegebenen Rahmen zur Regulierung von Digital Assets, geht aber einen Schritt über die Parameter der FATF hinaus. Die FINMA weigert sich, Zahlungen von und zu nicht regulierten Wallet-Anbietern von ihren Auflagen auszunehmen.

Der erste jährliche Risikomonitor der FINMA identifizierte in diesem Monat unter anderem Blockchain- und Kryptoanlagen als Faktoren, die zu den Geldwäscherisiken der Schweiz beitragen.

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Elliptic: Tool für engere Zusammenarbeit zwischen Banken und Kryptobörsen

Das Londoner Kryptowährungsunternehmen Elliptic hat ein neues Tool auf den Markt gebracht, mit dem Banken enger mit Kryptobörsen zusammenarbeiten können.

Das Produkt namens Elliptic Discovery sammelt detaillierte Profile von mehr als 200 globalen Kryptobörsen. Damit können Banken Risiken im Zusammenhang mit Krypto-Transaktionen verwalten, wie Business Insider am 11. Dezember berichtete.

Elliptic Discovery umfasst Daten seit 2013

Elliptic Discovery wurde speziell für Banken entwickelt und liefert Compliance-Teams die notwendigen Erkenntnisse, um Geldflüsse bei Krypto-Vermögenswerten zu erkennen und Risiken, wie etwa Geldwäsche, zu bewerten. Das Tool soll mit den Daten arbeiten, die seit 2013 von Elliptic gesammelt wurden, und bietet eine breite Palette von Identifikatoren und Risikoindikatoren zu den Angeboten von Krypto-Vermögenswerten durch Börsen, so der Bericht.

James Smith, der CEO und Mitbegründer von Elliptic, erklärte, dass das neue Tool den mehr Transparenz im Krypto-Ökosystem für Bankinstitute bieten soll.

Mangelnde Transparenz im Krypto-Ökosystem für Banken führt zu „Null-Toleranz“

Laut Smith habe dieser mangelnde Zugang zur Kryptobranche zu einer „Null-Toleranz“ gegenüber der neuen Anlageklasse und frustrierten Kunden geführt. Die Banken sind hingegen „blind für die tatsächlichen Risiken, die sich aus ihren Aktivitäten im Kryptobereich ergeben“.

Smith wies darauf hin, dass es verschiedene Arten von Kryptowährungsbörsen gebe, die von den Banken bei der Bewertung der Risiken berücksichtigt werden. Er sagte dazu:

„Elliptic Discovery ändert das, indem das Unternehmen den Banken ermöglicht, die Aktivitäten ihrer Kunden mit Krypto-Vermögenswerten einzusehen und ihre Herangehensweise an das Risiko anzupassen. Nicht alle Kryptobörsen sind gleich und Elliptic Discovery gibt den Banken die Möglichkeit, mit diesen unterschiedlich umzugehen und dabei enger mit diesen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Das Risiko wird dabei anhand nachweisbarer Fakten bewertet.

Da das Unternehmen im Bericht nicht angegeben hat, welche Banken sich bereit erklärt haben, Discovery zu nutzen oder ihr Interesse daran bekundet haben, hat Cointelegraph das Elliptic-Team um eine Stellungnahme gebeten. Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.

Elliptic: Partnerschaften mit großen Kryptobörsen wie Coinbase und Binance

Elliptic wird vom japanischen Bankenriesen SBI Group und dem Risikokapitaltochter Santander InnoVentures der Santander Bank unterstützt und ist ein großes globales Krypto-Forensik- und Analyse-Unternehmen. Das Unternehmen ist bekannt geworden, weil es Dienstleistungen für die amerikanische Kryptobörse Coinbase erbracht hat. Seit Mai 2019 hat besteht auch eine Partnerschaft mit Binance, einer der weltweit größten Kryptobörsen. Im November 2019 veröffentlichte Elliptic einen Bericht, in dem XRP-Token im Wert von über 400 Mio. US-Dollar mit illegalen Transaktionen in Verbindung gebracht wurden.

Anfang des Jahres dementierte Elliptic Vorwürfe, dass das Unternehmen Benutzerdaten von Kunden sammle und an Dritte verkaufe, um sich zu bereichern.

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Zentralbank von Litauen: „Alte Erziehungsmethoden“ sind auf Krypto nicht mehr anwendbar

Die Zentralbank von Litauen ist der Meinung, dass Zentralbanken „ihre alten Erziehungsmethoden“ nicht auf Kryptowährungen anwenden sollten und sich stattdessen proaktiv mit diesen befassen sollten.

In ihrer neuen Analyse zum Thema Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) argumentiert die Zentralbank von Litauen am 10. Dezember, dass die Zentralbanken versuchen sollten, direkt mit Digitalwährungen zu interagieren, um die neue Anlageklasse dadurch besser verstehen zu können. Marius Jurgilas, ein Mitglied aus dem Aufsichtsrat der Bank of Lithuania, erklärt in diesem Zusammenhang:

„Es ist faszinierend, wie schnell sich der Bereich der digitalen Währungen weiterentwickelt. Es ist unklug, sich nur als bloßer Beobachter daneben zu stellen, da Zentralbanken und Aufsichtsbehörden dadurch unweigerlich in die Rolle der nörgelnden Eltern verfallen, die feststellen müssen, dass ihre alten Erziehungsmethoden nicht mehr zeitgemäß sind. Es ist viel besser, sich dem Risiko direkt zu stellen und im praktischen Umgang Erfahrungen zu sammeln.“

Jurgilas sieht diese Offenheit für Innovation als überlebenswichtiges Kriterium für die Eurozone, denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten sich die europäischen Zahlungssysteme für neue Technologien öffnen und nicht mehr nur „auf Lösungen aus der Vergangenheit“ setzen.

Zentralbank mit eigener Blockchain

Des Weiteren hebt die litauische Zentralbank hervor, dass die zukünftige Entwicklung von Zentralbank-Digitalwährungen vom Fortschritt der Blockchain-Technologie abhängig ist. Um in dieser Richtung selbst für Innovationen zu sorgen und Unternehmen eine Möglichkeit zu geben, die Technologie auszutesten, will die Zentralbank eine eigene Blockchain namens LBChain entwickeln.

Wie Cointelegraph bereits im Oktober berichtet hatte, arbeitet die Zentralbank von Litauen deshalb mit dem Technologiekonzern IBM und der IT-Firma Tieto zusammen.

Um eigene Erfahrungen im Umgang mit Digitalwährungen zu sammeln, will die Bank of Lithuania im kommenden Jahr eine Blockchain-basierte Sammlermünze herausbringen. Wie Cointelegraph berichtet hatte, soll im Frühling 2020 eine digitale Gedenkmünze auf den Markt kommen, um die Unabhängigkeit des Landes zu feiern.  

Die Zentralbank hatte dahingehend erklärt, dass die Sammlermünze „ein kontrolliertes Experiment“ sein soll, in dem mehrere für die Herausgabe einer Digitalwährung relevante Aspekte erforscht werden könnten.

Zentralbanken öffnen sich für Digitalwährungen

Seit der Ankündigung der Facebook Kryptowährung Libra hat sich auch unter den Zentralbanken eine neue Dringlichkeit aufgetan, das Phänomen Digitalwährungen besser zu verstehen. So hat sich selbst Agustin Carstens, der General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), zuletzt positiv über Digitalwährungen geäußert, obwohl er diese in der Vergangenheit eher mit Kritik bedacht hatte.

Wie Cointelegraph des Weiteren berichtet hatte, entwickelt das Blockchain-Startup LifeLabs mittlerweile eine Digitalwährung für die Britischen Jungferninseln. Außerdem wurde jüngst vermeldet, dass China wohl kurz vor den ersten öffentlichen Tests der eigenen Zentralbank-Digitalwährung steht.

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JPMorgan: Blockchain-Netzwerk bis Anfang 2020 auch in Japan

Das Blockchain-Zahlungsnetzwerk von JPMorgan soll Anfang 2020 in Japan eingeführt werden, wie Cointelegraph Japan am 10. Dezember berichtete.

Das Interbank Information Network (IIN) basiert auf der internen Blockchain-Plattform Quorum von JPMorgan und soll den Zahlungsverkehr beschleunigen und die großen Herausforderungen beim Datenaustausch zwischen den Banken überwinden.

Bloomberg berichtete, dass über 80 japanische Banken erklärt hätten, der Plattform beitreten zu wollen. Japanische Banken bilden nun über 20 Prozent der 365 globalen Mitglieder, die seit September 2019 ihre Teilnahme bekanntgegeben haben. Damit hat das Land den größten Anteil an der Teilnehmerzahl.

Daizaburo Sanai, einer der Geschäftsführer bei JPMorgan, erklärte, dass das INN derzeit bei 70 Banken in Europa, Asien und den Vereinigten Staaten läuft. Da sich japanische Banken bisher nicht beteiligt haben, wird erwartet, dass im Januar 2020 die Integration in das INN beginnt, wie es im Bericht heißt.

Laut Sanai wollen sich japanische Unternehmen der Plattform anschließen, um die Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche zu verbessern. Das Tool soll die Rückverfolgung von Bargeldempfängern „schneller und effizienter“ machen.

Im Jahr 2017 wurde das INN als Pilotprojekt gestartet und Mitte September 2019 kam auch Deutschlands größte Bank, nämlich die Deutsche Bank, hinzu.

JPMorgan und Blockchain

JPMorgan ist die zweitgrößte Investmentbank der Welt nach Goldman Sachs und hat sich aktiv mit Blockchain- und Krypto-Projekten beschäftigt. Das Unternehmen ist bekannt für seine eigene Kryptowährung JPM Coin, die voraussichtlich Ende 2019 herauskommen soll, wie im Juni berichtet wurde.

Vor kurzem hat JPMorgan ein neues Projekt für Derivate angekündigt. Dieses soll die Übertragung von Bargeld und Sicherheiten beschleunigen. Laut einer offiziellen Ankündigung von Mitte November hat JPMorgan eine Partnerschaft mit dem kalifornischen Fintech-Unternehmen Baton Systems geschlossen, um eine sofortige Übermittlung von Übertragungen an mehrere Clearingstellen zu ermöglichen.

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Schweizer Banker können sich bald als Krypto-Experte zertifizieren lassen

Die in der Schweiz für den Standard bei Ausbildungen von Bankberatern verantwortliche Swiss Association for Quality bietet ab kommendem März eine Weiterbildung zum sogenannten Certified Crypto Finance Expert (CCFE) an. Dies gaben die für die Entwicklung des Lehrgangs verantwortlichen Unternehmen financialmedia AG und Bravis GmbH am 5. Dezember per Pressemitteilung bekannt.

Intensivlehrgang für Banker

In einem 2,5-wöchigen Weiterbildungsprogramm können sich Fach- und Führungskräfte aus der Schweizer Finanzindustrie das “für die aufkommende Welt des Krypto-Bankings” nötige Wissen aneignen.

Zum Aufbau und den Inhalten des Lehrgangs heißt es in der Pressemitteilung:

“Nebst Grundwissen zu Blockchain, Krypto-Assets, Tokenisierung sowie Handel und Verwahrung dieser digitalen Vermögenswerte werden auch die wichtigen Themen Regulierung und Compliance vertieft behandelt. Ausgewiesene Experten vermitteln Krypto-Wissen mit modernen Lernmethoden in einem professionellen und zugleich abwechslungsreichen Setting. Der Kurs wird mit Firmenbesuchen und ‘Meet the Experts’ Sessions aus der Schweizer Krypto-Szene abgerundet.”

Das CCFE orientiere sich dabei an “internationalen Normen (ISO 17024) gemäss den Standards der Berufszertifizierung ‘Kundenberater Bank’ der Swiss Association for Quality (SAQ)”.

Konkurrenz durch neue Krypto-Banken

Für den klassischen Bankensektor bietet die CCFE-Zertifizierung eine Möglichkeit, sich gegenüber Fintechs und Krypto-Banken auch beim Thema Beratung zu Krypto-Assets zu behaupten. Mit der Vergabe der ersten Banklizenzen an Krypto-Startups im August dieses Jahres haben etablierte Banken zusätzliche Konkurrenz bekommen.

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Zentralbank von Litauen gibt Blockchain-Gedenkmünze heraus

Die Zentralbank von Litauen hat angekündigt, dass sie im Frühling 2020 eine digitale, Blockchain-basierte Gedenkmünze herausgeben wird, wie aus einer Pressemitteilung vom 9. Dezember hervorgeht.

Die digitale Münze soll der Erlangung der Unabhängigkeit Litauens gedenken, am 16. Februar 1918 konnte es sich vom russischen Kaiserreich loslösen. Um auf diese Jahreszahl Bezug zu nehmen, wird sich der Wert der Münze auf 19,18 Euro belaufen. Die „Prägung“ der Münze wird dabei ähnlich einer Kreditkarte sein. Marius Jurgilas, der dem Aufsichtsrat der Zentralbank angehört, erklärt, dass die damalige Unabhängigmachung ein wichtiges Ereignis der Geschichte von Litauen sei, das die digitale Münze nun wieder in Erinnerung rufen soll.

Die Münze wird auf eine Stückzahl von 24.000 begrenzt sein, wobei diese auf einer Blockchain beherbergt sein werden. Jede Münze repräsentiert eines der 20 Mitglieder des damaligen litauischen Staatsrats (Taryba), der die Unabhängigkeit begründet hatte. Zusätzlich werden die digitalen Münzen in sechs verschiedene Kategorien unterteilt, die an die unterschiedlichen Funktionen der Ratsmitglieder angelehnt sind.

Pro Bestellung erwerben interessierte Sammler automatisch sechs zufällige Münzen. Sobald ein Sammler mindestens eine Münze aus jeder der sechs Kategorien besitzt, können diese gegen eine physische Silbermünze eingelöst werden. Die digitalen Münzen sollen im Onlineshop der litauischen Zentralbank verkauft werden.

Die Zentralbank zielt mit dieser Aktion auch darauf ab, eine jüngere Generation für das Sammeln von Münzen zu begeistern. Damit dies gelingt, soll der Verkaufsprozess gewisse „spielerische Elemente“ beinhalten.

Münze ist Teil eines Blockchain-Plans

Des Weiteren soll das Projekt auch ein lehrreicher Prozess für die litauische Zentralbank sein, wie Jurgilas angibt. Diese Art von Know-how sei von besonderer Relevanz, da Kryptowährungen immer mehr an Beliebtheit gewinnen und Zentralbanken auf der ganzen Welt mittlerweile schon über die Herausgabe eigener Digitalwährungen nachdenken.

Allerdings sieht Litauens Zentralbank in dem Projekt Gedenkmünze nur einen kleinen ersten Schritt in ihrem Bestreben nach Fintech-Innovation. So hatte sie zum Beispiel erst im Oktober angekündigt, mit IBM und dem IT-Unternehmen Tieto zusammenarbeiten zu wollen, um eine eigene Blockchain-Plattform zu entwickeln.

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China: Zentralbank plant Pilotprojekt für digitalen Yuan

China plant endlich, seine digitalen Zentralbankwährung erstmals real zu testen, wie es in neuen Berichten heißt. 

Wie die lokale Nachrichtenplattform Caijing am 9. Dezember berichtete, soll der erste Pilotversuch für die digitale Zentralbankwährung noch vor Ende 2019 in der Stadt Shenzhen und möglicherweise auch in Suzhou durchgeführt werden. 

Banken in einem „Pferderennen“ um Digitalwährung 

Unter der Aufsicht der chinesischen Zentralbank PBoC, vier Großbanken und großer Unternehmen, wie etwa der China Telecom, werden digitale Währungszahlungen getestet. 

„Einer der Schritte besteht darin, das Testgebiet, das Szenario und den Leistungsumfang für das Pilotprojekt rational auszuwählen und die Einführung und Anwendung einer digitalen Form der Fiatwährung kontinuierlich zu fördern“, so Caijing. Außerdem hieß es:

„Im Vergleich zum vorherigen Pilotprojekt wird das Pilotprojekt der Zentralbank für eine legale digitale Währung diesmal aus dem Zentralbank-System austreten und in reale Dienstleistungsszenarien, wie etwa öffentliche Verkehrsmittel, Bildung und medizinische Behandlung, eintreten. Damit sollen die Endbenutzer erreicht und häufige Anwendungen vorkommen.“

In Shenzhen fördert die PBoC ein sogenanntes „Pferderennen“. Jede Bank wird die digitale Währung anders verwalten und miteinander konkurrieren, um die breitere Anwendung ihres Modells in der Zukunft zu erreichen.

Es hieß weiterhin, dass auch andere Regionen in den Test einbezogen werden könnten. Genauere Angaben wurden allerdings nicht gemacht. 

PBoC schlägt Wettbewerb weltweit

Mit diesem Projekt ist die PBoC die weltweit erste Zentralbank, die eine digitale Währung ausgibt und dabei die Initiative Chinas zur Förderung der Finanztechnologie nutzt, die in diesem Jahr öffentlich bestätigt wurde.

Wie Cointelegraph berichtete, war die Währung seit mehreren Jahren bereits in der Entwicklung und in einem fortgeschrittenen Stadium als Peking im Oktober offiziell den Einsatz der Blockchain-Technologie zuließ.

Dennoch werden die Pläne für die digitale Zentralbankwährung weiterhin kritisiert. Aus Analysen ging hervor, dass Interoperabilität ein potenzieller Hauptstreitpunkt in den Plänen sei. 

Letzte Woche ging Cointelegraph China online. Die Tochterpublikation von Cointelegraph berichtet über Entwicklungen im chinesischen Raum.

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Bank für Internationalen Zahlungsausgleich äußert sich positiv über Digitalwährungen

Agustin Carstens, der General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat seine negative Haltung zu Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) scheinbar ins Positive gekehrt, da er nun deren Chancen betont.

In einer Rede unter dem Titel „Die Zukunft von Geld und Zahlungssystemen: Welche Rolle spielen Zentralbanken?“, die am 5. Dezember veröffentlicht wurde, ging Carstens darauf ein, wie die Zentralbanken innovative Technologien nutzen können, um das Finanzsystem zu verbessern.

Öffentlich vs. privat

So meint Carstens, dass eine öffentliche Zentralbank-Digitalwährung („retail“), auf die die breite Öffentlichkeit, also auch kleinere Unternehmen und Verbraucher zugreifen könnten, weitreichende positive Änderungen für das Finanzsystem mit sich bringen könnten, vor allen Dingen, was Datenschutz, Überweisungen und die ständige Verfügbarkeit von Zahlungsdienstleistungen angeht.

Auch private Zentralbank-Digitalwährungen („wholesale“), die ausschließlich von Finanzinstituten genutzt werden können, haben etwaige Vorteile. So könnten diese dabei helfen, Zahlungsabwicklungen unter den Banken zu beschleunigen. Außerdem wäre es bei dieser Form von Digitalwährung leichter, für eine rechtmäßige Nutzung zu garantieren, da sie ohnehin nur für autorisierte Institute zugänglich wären.

In dieser Hinsicht wären öffentliche Zentralbank-Digitalwährungen komplizierter in der Handhabung, da zum Beispiel Aufsichtsbehörden bestimmt werden müssten, die überprüfen, dass die Digitalwährungen in Übereinstimmung mit den Richtlinien zur Geldwäschebekämpfung und Informationseinholung genutzt werden.

CBDCs bergen Risiken

Im März hatte sich Carstens noch weniger begeistert von Zentralbank-Digitalwährungen gegeben, als er die Herausgabe von CBDCs kategorisch ablehnte. Damals argumentierte er, dass diese einen Bankansturm begünstigen würden, weil viele Anleger ihre Zentralbank-Digitalwährungen lieber direkt bei den Zentralbanken einlagern würden, was das normale Bankensystem wiederum destabilisiert.  

Des Weiteren führte er damals auch an, dass durch CBCDs möglicherweise die Wirkungsmacht der Zentralbanken auf die Geldpolitik untergraben werden könnte, was das Finanzsystem zusätzlich destabilisieren würde. So erklärte Carstens: „Die Zentralbanken blockieren Innovationen nicht nur aus Spaß, sondern es geht vielmehr darum, allen Risiken gerecht zu werden.“

Viele Länder prüfen bereits die Herausgabe einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung, darunter China, Frankreich und Ghana.

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Krypto-Verwahrung wider Willen: Banken üben sich als Innovationsverweigerer

Letzte Woche wurde durch die 4. Geldwäscherichtlinie die Krypto-Verwahrung für Banken geregelt. Dass bedeutet, dass Banken ab dem 1. Januar 2020 Kryptowährungen beziehungsweise Token verwahren dürfen. So gab die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits diese Woche bekannt, dass sich interessierte Finanzinstitute für eine Krypto-Verwahrlizenz bei der Behörde melden können. Anstatt dies zum Anlass zu nehmen, sich gegenüber der Token-Ökonomie öffentlich zu positionieren, gibt es keine öffentlich zugänglichen Statements. Wer sich dazu äußert, sind FinTechs oder kleine Spezialinstitute, nicht aber die großen Universalbanken.

Auf Anfrage von BTC-ECHO teilte die Commerzbank etwa mit, dass man den Krypto-Markt zwar beobachte, bisher aber keine Pläne habe, in das Verwahrgeschäft von Kryptowährungen einzusteigen. Ähnliche Antworten erreichten uns von der Deutschen Bank, ING, Santander und der DZ Bank. Es entsteht der Eindruck, dass man nicht wirklich eine Strategie verfolgt oder es zumindest schafft, sie erfolgreich geheim zu halten. Letzteres dürfte aber eher unwahrscheinlich sein.

Nun mag man an dieser Stelle argumentieren, dass der Token-Sektor im Vergleich zum traditionellen Finanzsektor irrelevant ist. Schließlich ist die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen und auch von tokenisierten Assets wie Unternehmen oder Immobilien verschwindend gering. Diese Bestandsaufnahme mag richtig sein, doch sollte es den Banken nicht um das Jetzt, sondern um die Zukunft gehen. Es ist ein großer Denkfehler zu glauben, dass die Digitalisierung von Vermögenswerten ein vorübergehender Trend ist.

Es geht nicht primär um Bitcoin

Selbst wenn man als Bank nicht an die Zukunft von Bitcoin glaubt, entbindet das nicht von der Verantwortung dafür, Lösungen für die Aufbewahrung und den Handel von Token zu entwickeln. In den nächsten Jahren wird die Verbriefung von Vermögenswerten wie Unternehmen und Immobilien immer stärker durch entmaterialisierte Wertpapiere, ergo via Token, durchgeführt. Folglich verlagert sich auch die Wertschöpfung der gesamten Finanzbranche in Richtung Blockchain und Token.

Genügend FinTechs und Blockchain-Start-ups haben bereits Lösungen entwickelt und beginnen, sich am Markt zu positionieren. Ebenjene Dienstleistungen, die mit der Tokenisierung und anschließender Verwahrung der Token verknüpft sind, verfolgen aber nur wenige etablierte Player. Eine Ausnahme ist hier beispielsweise die Stuttgarter Börse. Bereits heute lässt sich dort Bitcoin handeln. Viel relevanter ist hingegen die Arbeit an einem neuen Börsensegment, das zukünftig speziell für tokenisierte Unternehmen vorgesehen ist.

Man hat verlernt, in die Zukunft zu investieren

Aktuell ist diese Pionierarbeit nur mit Kosten verbunden, die die Jahresbilanz trüben. Auch ist kaum davon auszugehen, dass sich die Investitionen der Stuttgarter Börse innerhalb der nächsten zwei Jahre rechnen werden. Der Markt respektive das Volumen für Security Token ist schlichtweg noch viel zu klein. Für etablierte Finanzmarktakteure, ganz gleich ob Bank oder Börse, wird sich die Entwicklung von Token-Dienstleistungen auf kurze Sicht wohl kaum lohnen.

Genau an dieser Stelle wird allerdings vergessen, dass eine Investition in die Token-Ökonomie keine Investition in die nächsten zwei Jahre, sondern in die nächsten fünf Jahre ist. Anstatt sich von Jahresbilanz zu Jahresbilanz zu hangeln – sediert vom billigen Notenbankgeld – müssen Investitionen in die digitale Infrastruktur unternommen werden.

Genauso wie der Staat respektive die Politik einen Investitionsstau in unsere digitale Infrastruktur zu verantworten hat, müssen sich die Banken den gleichen Vorwurf bei „ihrer Infrastruktur“ gefallen lassen. Anstatt mit den aufgebauten Reserven ein großes Infrastrukturprogramm zu starten, fällt den meisten Universalbanken nicht viel mehr ein, als Kosten durch Personaleinsparungen und Filialzusammenlegungen zu kürzen. Es scheint, als hätten sich die deutschen Banken bereits damit abgefunden, von einer neuen Generation an Finanzmarktakteuren ersetzt zu werden. Man bereitet sich auf einen langsamen Tod vor.

Die Wertschöpfung in der Mittelstandsfinanzierung entgleitet den Banken

Das Rückgrat unserer Volkswirtschaft und unserer Banken ist der Mittelstand. Die Finanzierung macht einen Großteil der Bankbilanzen und damit der Einnahmen aus. Dies wissen auch Finanzierungsplattformen wie Kapilendo, die sich immer stärker in die Wertschöpfung der Finanzwirtschaft graben und dabei Banken zu „einfachen Dienstleistern“ degradieren. So hat diese Woche Kapilendo vorgemacht, wie Mittelstandsfinanzierung auf Token-Basis funktioniert. Die Plattform für Unternehmensfinanzierung hat auf der Stellar Blockchain eine Token-Finanzierung für die Pizzakette L’Osteria durchgeführt.

Anstatt also einen Kredit im Firmenkundencenter ihrer Hausbank anzufragen, hat sich die Pizzakette, und das sicherlich nicht nur aus Marketinggründen, dazu entschieden, den Weg der Token-Finanzierung zu gehen. Banken müssen sich die Frage stellen, warum nicht sie diejenigen sind, die neue Geschäftsmodelle erschließen. Innovation im Bereich Banking scheint inzwischen zu einer Aufgabe der Internetplattformen – insbesondere Facebook, Amazon oder Google – geworden zu sein. Die Innovation in den Banken scheint sich auf schicke Hochglanzstudien, wie beispielsweise diese Woche von der Deutschen Bank, zu reduzieren. Man analysiert zwar den digitalen Wandel, vergisst dabei aber das aktive Handeln.

Verwahrung von Vermögenswerten scheint zukünftig nicht mehr Bankensache zu sein

Gleiches gilt für die Token-Aufbewahrung. Alle öffentlich zugänglichen Verwahrlösungen der Token-Ökonomie stammen von FinTechs oder kleinen Bankhäusern. Dabei geht es nicht nur um Wertpapiere und die Entwicklung eines Token-Wertpapierdepots. Spätestens mit dem digitalen Euro wird auch das Bankkonto als Wallet fungieren müssen. Anstatt bereits heute die Entwicklung aktiv nach vorne zu treiben und mitzugestalten, sind es auch hier wieder neue Player, die die Entwicklungsarbeit der Banken übernehmen. So ist es beispielsweise das Berliner Custody-Start-up Finoa, das eine Verwahrlösung für Token auf Bankenniveau entwickelt hat.

So sehr die Regulierung Banken einengt und die existierende Unsicherheit in der Token-Regulierung eingeschränkte Planungssicherheit gibt, darf dies nicht als Ausrede gelten. Nur weil es in Zukunft noch viele Gesetzesänderungen zur Token-Ökonomie geben wird, ist es fahrlässig, sich untätig am Seitenrand hinzustellen.

Banken sind bereits angezählt

Das letzte Woche verabschiedete Gesetz zur Token-Aufbewahrung ist eine große Chance für die Banken in Deutschland. Es ermöglicht ihnen, mit dem Einverständnis der BaFin ein reguliertes Geschäft mit der Token-Aufbewahrung zu starten und sich damit in Europa ganz vorne zu positionieren. Damit wurde die Grundlage geschaffen, ein zukünftiges Ökosystem an Token-Dienstleistungen innerhalb der Bank aufzubauen. Auch die Blockchain-Strategie sollte von den traditionellen Finanzdienstleistern als Aufforderung verstanden werden, nun endlich einen Gang zuzulegen. Es kann nicht angehen, dass unser eher zögerlicher Politik- und Behördenapparat börsennotierten Banken Nachhilfe in puncto Innovationszyklen und Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit geben muss.

Die Internet- und Tech-Giganten wie Apple, Google und Facebook benötigen keine Aufforderung seitens der Politik, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ganz gleich, ob mit oder ohne Token, werden unsere Banken von allen Seiten überholt. Das Silicon Valley beziehungsweise die Plattformökonomie wird es sich schließlich nicht nehmen lassen, noch stärker in das lukrative Bankgeschäft einzusteigen. Spätestens dann dürften in ein paar Jahren – potentielle Wirtschafts- und Finanzkrisen ausgenommen – die traditionellen Banken ein ernsthaftes Problem haben.

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