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FTX plant Übernahme von BlockFi für insgesamt 680 Millionen US-Dollar

  • Nach Wochen negativer Nachrichten über bevorstehende Insolvenzen verschiedener Lending-Anbieter kommt aktuell wieder Bewegung in den gebeutelten Krypto-Lending-Sektor.
  • Die angeschlagene Lending-Plattform BlockFi, welche bereits im Vormonat einen Not-Kredit von der US-Kryptobörse FTX über 250 Millionen US-Dollar erhalten hatte, steht, laut jüngsten Aussagen des BlockFi CEOs Zac Prince, vor einer unmittelbaren Übernahme durch die zweitgrößte US-Kryptobörse FTX.
  • Prince twitterte, dass das Angebot von FTX einen Gesamtumfang von bis zu 680 Millionen Dollar aufweise.
  • Teil des neuen Übernahmeangebots sei eine Aufstockung der bereits vereinbarten Kreditlinie von vormals 250 Millionen US-Dollar auf nun 400 Millionen US-Dollar.
  • Des Weiteren beinhalte der Vertrag einen Passus, der vor allem die Nutzer von BlockFi beruhigen dürfte. Demnach werde BlockFi bei erneuten Zahlungsproblemen zunächst seine offenen Verbindlichkeiten gegenüber seinen Kunden begleichen, bevor es den Kredit an FTX zurückzahlen müsse.
  • Laut Prince habe FTX zudem eine Kaufoption für BlockFi. Je nach Performance könnte der Kauf FTX bis zu 240 Millionen US-Dollar kosten.
  • Nachdem zuletzt bereits die US-Großbank Goldman Sachs Interesse an einer Übernahme des BlockFi Konkurrenten Celsius bekundet hatte, scheinen solvente Investoren zunehmend bereit, sich in den krisengeschüttelten Lending-Sektor einzukaufen.
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Ledger führt „dezentralisiertes Sparen“ über DeFi-Projekt Alkemi Earn ein

Der Hardware-Wallet-Dienstleister Ledger hat in seine Sektion Discover die App des DeFi-Projekts Alkemi Earn aufgenommen, und bietet den Hardware-Wallet-Nutzern damit das dezentralisierte Sparen von Krypto-Vermögen an.

Wie aus einer entsprechenden Ankündigung hervorgeht, können die Nutzer von Ledger Live durch die Einbindung von Alkemi Earn zukünftig Sparzinsen auf die Kryptowährungen in ihren Wallets verdienen, ohne diese an zentralisierten Sparplattformen abgeben zu müssen und das Risiko eines Totalverlustes einzugehen. Besonders vor dem Hintergrund, dass die zentralisierten Sparplattformen durch die Krise auf dem Kryptomarkt zurzeit womöglich ihrem Ende entgegen steuern und massive Vertrauensverluste erfahren, ist das neue Dienstleistungsangebot von Ledger und Alkemi umso pikanter.

„Mit Alkemi haben Ledger-Nutzer neue Möglichkeiten, um ihre Krypto-Vermögen zu vergrößern, während sie weiterhin die bekannten Vorteile davon genießen, dafür nicht auf zentralisierte Plattformen vertrauen zu müssen“, wie JF Rochet, der Vizepräsident für International Development bei Ledger, erklärt.

Im Februar 2021 hatte Ledger den ersten großen Schritt in den Bereich der Dezentralisierten Finanzdienstleistungen gemacht, als den Nutzern durch die Integration von Wallet Connect das Tor zu einer Reihe führender Dezentralisierter Apps (DApps) geöffnet wurde, darunter Uniswap, 1inch und Curve.

Alkemi Earn ist eine dezentralisierte Sparplattform, auf der Krypto-Nutzer ihre Kryptowährungen zum Sparen anlegen können, ohne diese aus der Hand geben zu müssen. Die Vermittlung von Liquidität an Kreditnehmer – die wiederum die Zinserträge erwirtschaften – erfolgt auf direktem Weg über Smart Contracts, einen zentralisierten Mittelsmann braucht es also nicht. Seit der Gründung des DeFi-Projekts sind bereits 50 Mio. US-Dollar in der App angelegt. Über die Einbindung bei Ledger werden voraussichtlich noch einige Nutzer mehr hinzukommen.

Brandon Mahoney, einer der Mitgründer von Alkemi, ist der Überzeugung, dass das eigene Projekt zudem noch weitaus sicherer ist als die dezentralisierte Konkurrenz im sogenannten Yield Farming:

„Wie das alte Krypto-Sprichtwort sagt: ‚Nicht deine Keys, nicht deine Coins.‘ Durch die Einbindung bei Ledger Live wird für die Community von Ledger Live eine dezentralisierte Sparplattform zugänglich, die dieses Motto lebt.“

Der Service von Alkemi umfasst mehrere bekannte Kryptowährungen, die gespart werden können, darunter Ethereum (ETH), Dai (DAI), USD Coin (USDC) und wBTC. Die Nutzung der firmeneigenen Kryptowährung ALK bringt darüber hinaus noch zusätzliche Vorteile.

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DeFi-Experte Patrick Hansen: “Nachfrage nach einem weit verbreiteten Euro-Stablecoin ist riesig”

Die Marktkapitalisierung von USDC, einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin, liegt aktuell bei mehr als 55 Milliarden US-Dollar. Einen nur ansatzweise vergleichbar großen Euro-Stablecoin gibt es bisher jedoch nicht. Nun hat das US-Unternehmen Circle angekündigt, ab dem 30. Juni einen eignen Euro-Stablecoin (EUROC) auf der Ethereum-Blockchain einzuführen. Mit einem solchen Euro-Stablecoin werden zukünftig unkomplizierte Euro-Überweisungen in der ganzen Welt möglich sein, wie es bereits beim US-Dollar der Fall ist. 

Anstelle der Eurozone hat sich Circle dafür entschieden, den geplanten Euro-Stablecoin über die US-Bank Silvergate auszugeben. Doch ist es überhaupt zulässig, dass eine an den Euro gebundene digitale Münze außerhalb der Eurozone ausgestellt wird? Wie werden die europäischen Regulatoren darauf reagieren? Kann Circle die kommende Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) einfach ignorieren und den Stablecoin von außerhalb der EU betreiben? Und warum gibt es immer noch keinen großen Euro-Stablecoin?

Diese Fragen hat Cointelegaph auf Deutsch Patrick Hansen gestellt. Der ehemalige Bereichsleiter für das Thema Blockchain beim deutschen Digitalverband Bitkom war bis vor kurzem als Head of of Strategy & Business Development beim Krypto-Dienstleister Unstoppable Finance tätig. Jetzt berät Hansen Unternehmen wie Presight Capital oder die Blockchain Founders Group zum Thema Blockchain und hat einen heißen Draht in das EU-Parlament.

Cointelegraph auf Deutsch: Circle lanciert einen Euro-Stablecoin, der allerdings nicht von der EZB oder einer europäischen Bank herausgegeben wird. Was hältst du von der Entscheidung von Circle, einen eigenen Euro Coin auszugeben?

Patrick Hansen: Ich bin ein großer Fan von dieser Entscheidung. Der Euro macht fast 40 Prozent der globalen SWIFT-Zahlungen aus, 20 Prozent der globalen Währungsreserven, aber nur 0,2 Prozent der globalen Stablecoin-Marktkapitalisierung. Es ist im Sinne der EU und der Eurozone, das zu ändern. EUROC ist ein vielversprechender Schritt in diese Richtung.

CT: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich vorerst die Optionen offen, ob und wann ein digitaler Euro eingeführt werden soll. Auch hinsichtlich des digitalen Euro auf der Blockchain laufen in Europa bisher nur erste Gespräche zwischen Banken, wie multibankenfähiges tokenisiertes Geschäftsbankengeld aussehen könnte. Ist Europa mit der Herausgabe des eigenen Euro-Coins nicht zu langsam bzw. unselbständig?

Patrick Hansen: Es ist mir bis heute nicht wirklich klar, was genau die EZB mit einem zentralbankemittierten digitalen Euro erreichen will. Ob es eine eine Art digitales Bargeld werden oder eher eine neue Zahlungsverkehrsoption darstellen soll. Deswegen ist es auch so schwer, das Projekt zu bewerten. Grundsätzlich glaube ich jedoch, dass private Unternehmen, geleitet und beaufsichtigt von der Politik, besser geeignet sind, um Innovationen in unser heutiges Finanzsystem zu bringen. Ich denke auch, dass die europäischen Banken hier in den nächsten Jahren viel aktiver sein werden. Momentan hält sie meiner Meinung nach insbesondere zweierlei zurück. Erstens wollen die Banken die regulatorischen Vorgaben der MiCA abwarten und zweitens sind die konkreten Pläne der EZB für einen digitalen Euro immer noch nicht klar.

CT: Circles Euro-Stablecoin soll eins zu eins durch auf Bankkonten hinterlegte Euro gedeckt sein. Die Reserven liegen aber bei der US-Bank Silvergate, und Circle selbst ist in den USA ansässig. Wie lässt sich der neue Euro Coin dann mit der kommenden MiCA-Verordnung regulieren? 

Patrick Hansen: Wir müssen die finale Version abwarten, aber meiner Meinung nach greift MiCA hier automatisch, da es sich um einen Euro-Stablecoin handelt. Circle wird nicht darum herumkommen, die entsprechenden Lizenzen in der EU zu beantragen und den EUROC von EU-Behörden beaufsichtigen zu lassen. Das ist, meine ich, aber auch in Circles Absicht und Interesse.

CT: Wenn Circle sich entscheiden sollte, alle von der MiCA geforderten Lizenzen zu beantragen, welche Möglichkeiten gibt es hier für das US-Unternehmen?

Patrick Hansen: Circle wird vermutlich ein europäisches Rechtssubjekt gründen und dann eine E-Geld-Lizenz beantragen, die für die Emission von E-Geld-Token Voraussetzung ist. Je nach Adoption fällt EUROC dann sogar schon in die Kategorie “Bedeutende E-Geld-Token” (“Significant e-money-tokens”), was nochmal höhere Kapitalreserve-, Liquiditäts- und Interoperabilitätsvorgaben mit sich bringt. Circle könnte theoretisch auch das Haftungsdach eines bestehenden E-Geld-Instituts nutzen und mit diesem kooperieren. Das wäre operativ und rechtlich gesehen ein etwas komplexerer Prozess.

CT: Könnte Circle beschließen, die MiCA-Verordnung zu umzugehen und nicht in der EU tätig zu werden? Wenn ja, was würde das für den EUROC bedeuten?

Patrick Hansen: In Bezug auf USDC, Circles primären an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin, könnte Circle davon absehen, eine MiCA-Lizenz zu beantragen. Die Vor- und Nachteile, zum Beispiel dass nicht regulierte Stablecoins nicht mehr von regulierten Krypto-Handelsplätzen in der EU gelistet werden dürfen, müssen hier abgewogen werden. Für den EUROC sehe ich jedoch keine Möglichkeit, MiCA zu umgehen.

CT: Könnte MiCA die Innovation in der EU behindern, während sich wichtige Projekte außerhalb der EU entwickeln?

Patrick Hansen: Klar, Regulierung ist immer zweischneidig. Sie kann Rechtssicherheit, Vertrauen und Adoption befördern, aber auf der anderen Seite hohe Markteintrittsbarrieren schaffen. Hier muss die richtige Balance gefunden werden. Im Bereich Stablecoins und auch NFTs geht MiCA meiner Meinung nach einen Schritt zu weit und droht, zu einer großen Hürde für viele Unternehmen zu werden. Ich hoffe darauf, dass sich bei der Spezifizierung der regulatorischen Vorgaben durch die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) und Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) noch der ein oder andere Punkte abschwächen und verbessern lässt.

CT: Euro-Stablecoins scheinen weniger genutzt zu werden. Warum haben EU-Unternehmen Probleme, bedeutende Stablecoins auf den Markt zu bringen?

Patrick Hansen: Das hat verschiedene Gründe. Negativzinsen für Bankeinlagen in der Eurozone haben die Geschäftsmodelle von Stablecoins, die durch Reserven gedeckt sind, bisher praktisch unmöglich gemacht. Außerdem spielen die regulatorischen Herausforderungen eine Rolle, die Schwäche des Euros, und natürlich der First-Mover-Advantage von US-Dollar-basierten Stablecoins wie USDT und USDC. Die Netzwerkeffekte von Stablecoins sind so bedeutend, dass auch viele Europäer der Einfachheit halber USD-Stablecoins nutzen. Zudem ist die Volatilität von Kryptoanlagen in der Regel hoch und viele EU-Privatinvestoren sind deswegen vergleichsweise unbesorgt über das Risiko der US-Dollar-Nutzung am Forex-Markt.

Grundsätzlich ist die Nachfrage nach einem weit verbreiteten Euro-Stablecoin aber riesig und viele der obigen Punkte werden in den nächsten Monaten besser werden.

CT: Wie wird sich das Circle-Projekt entwickeln? Kann der EUROC ein ähnlicher Verkaufsschlager wie der USDC werden?

Patrick Hansen: Das wird der Markt entscheiden. Die Nachfrage, vor allem auch von größeren Finanzinstituten, nach einem vertrauensvollen und regulatorisch abgesegneten Euro-Stablecoin ist jedenfalls groß. Ich glaube nicht, dass Euro-Stablecoins mit US-Dollar-Stablecoins mithalten werden können. Das schafft der Euro auch außerhalb der Krypto-Welt aus diversen Gründen nicht. Aber diejenigen Euro-Stablecoins, die die Hürden der MiCA nehmen, werden eine starke Adoption und Nutzung sehen. Das wird auch den Marktanteil von Euro-Stablecoins insgesamt erhöhen.

CT: Ein Euro-Stablecoin kann mehr Euro-Liquidität in den Kryptomarkt bringen. Ist Circles EUROC eine große Chance für den europäischen DeFi-Markt? 

Patrick Hansen: USDC ist im Bereich DeFi die unangefochtene Nummer 1 im Vergleich der Stablecoins. Die Chance, dass auch EUROC im Bereich DeFi eine gute Rolle spielt, stehen deshalb gut. Ich würde mich jedenfalls freuen, mehr und mehr Euro-basierte Liquidity Pools und Euro-Investmentmöglichkeiten im DeFi-Space zu sehen.

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Schweizer Zentralbanker: Nach Terra werden Regulierer zentralisierte Stablecoins bevorzugen

Dr. Thomas Moser, ein stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB), hat im Rahmen der European Blockchain Convention (EBC) 2022 mit dem Cointelegraph-Redakteur Aaron Wood gesprochen, und dabei die Themen Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs), Stablecoins und Regulierung angeschnitten.

Im Hinblick auf den möglichen Konkurrenzkampf zwischen privatwirtschaftlichen Stablecoins und staatlichen CBDCs ist Dr. Moser zuversichtlich, dass beide Arten von Digitalwährung koexistieren können, denn CBDCs erfüllen nur sehr grundlegende Funktionen, während Stablecoins für viele andere Anwendungszwecke zugeschnitten werden können.

Angesprochen auf den spektakulären Zusammenbruch des Blockchain-Projekts Terra und des zugehörigen dezentralisierten, algorithmischen Stablecoins TerraUSD (UST) befürchtet Dr. Moser, dass das Terra-Debakel bei der Regulierung der (wert-)stabilen Kryptowährungen noch lange nachwirken könnte.

So könnten sich die Aufsichtsbehörden nun gezwungen sehen, zentralisierte Stablecoins gegenüber den dezentralisierten Varianten wie UST vorzuziehen:

„Ich befürchte, dass die Regulierer alle dezentralisierten Stablecoins in denselben Topf werfen werden, auch wenn das nicht richtig ist, aber die Gefahr dafür besteht. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Regulierung zentralisierte Stablecoins bevorzugen wird.“

Allerdings wird es nach Ansicht von Moser noch länger dauern, bis der Kryptomarkt vollständig reguliert ist. Dahingehend verweist er auf das Internet der frühen 90er, denn damals brauchte es ebenfalls längere Zeit, bis die Aufsichtsbehörden neue, passende Vorschriften formuliert hatten, da der bestehende Gesetzesrahmen einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit war.

Nach Einschätzung des Zentralbankers wird sich dies nun wiederholen, denn wenn die geltende Regulierung einfach auf die Kryptobranche übertragen wird, dann würde ein Sektor wie die Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) wohl komplett eingestampft werden:

„Wenn man die bestehenden Regulierungsvorschriften einfach auf Krypto überträgt, dann werden die DeFi verschwinden. Der Grund dafür ist, dass es dann nur noch zentralisierte Projekte geben dürfte, die nach dem geltenden Rechtsrahmen reguliert werden können. Bei den DeFi gibt es keine zentralen Stellen, die zur Verantwortung gezogen werden können, denn im Prinzip handelt es sich dabei nur um Smart Contracts, die miteinander interagieren, also braucht es eine völlig andere Art der Regulierung.“

Neben China ist die Schweizerische Nationalbank eine der ersten Zentralbanken der Welt, die bereits konkrete Tests mit einer CBDC veranstaltet hat. So hatte die SNB im Januar zunächst ihre Wholesale-CBDC getestet, was jedoch zu dem Ergebnis geführt hat, dass die Nationalbank die Risiken einer Einführung für größer als die potenziellen Vorteile hält.

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Nach DeFi-Desaster: Retten die Banken BlockFi, Celsius und Co.?

Es ist schon bezeichnend, wie stark der Markt der digitalen Anlageklassen in 2022 Federn lassen musste. Neben den teils historischen Kurseinbrüchen von Bitcoin & Co. hat es in den vergangenen Wochen vor allem einen Krypto-Sektor besonders stark getroffen: die Welt der dezentralen Finanzen – kurz DeFi.

Nach der Implosion des Terra-Luna-Ökosystems folgte eine Kaskade an Crashs im Kartenhaus der Kryptowährungen. Stablecoins verloren ihre Bindung an Fiat-Währungen. Liquidity-Pools wurden ausgetrocknet und Fintechs, die ihren Kunden Dienstleistungen wie Lending in dezentralen Ökosystem angeboten haben, sind in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Kurzum: der Markt liegt am Boden.

Institutionelle Investoren blicken auf Krypto-Unternehmen

Was dem einen eine ausgetrocknete Wüste ist, kann für den anderen einen fruchtbaren Nährboden bedeuten. Dieses Gefühl bekommt man jedenfalls mit Blick auf die jüngsten Bestrebungen von Goldman Sachs & Co. Wie es scheint, hegen institutionelle Investoren derzeit ein starkes Interesse am Scherbenhaufen der Blockchain-Szene.

Ob die Banken das Blockchain-Business im DeFi-Space retten werden und ob dieser Schritt die Achterbahn am Markt stoppen kann, besprechen BTC-ECHO Marktexperte Stefan Lübeck und Jan Heinrich Meyer in der heutigen Folge des BTC-ECHO Invest Podcast.

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Großbank Goldman Sachs plant den Kauf von Celsius (CEL) Anteilen

  • Laut übereinstimmenden Nachrichten überlegt die US-Großbank Goldman Sachs bis zu zwei Milliarden US-Dollar von Investoren einsammeln, um Vermögensanteile der angeschlagenen Lending-Plattform Celsius aufzukaufen.
  • Im Falle einer Insolvenz von Celsius könnte das US-Investmenthaus Vermögenswerte mit einem großen Kursabschlag erwerben.
  • Goldman Sachs plant die Übernahme von deutlich unter Wert taxierenden Vermögenswerten gemeinsam mit traditionellen, kapitalstarken Finanzinstituten sowie verschiedenen Krypto-Fonds zu stemmen.
  • Erst am gestrigen Freitagnachmittag berichtete das Wall Street Journal, dass Celsius das Beratungshaus Alvarez & Marsal mit der Auslotung möglicher Restrukturierungsmaßnahmen beauftragt.
  • Neben der Beauftragung der auf Insolvenzrecht spezialisierten Anwaltskanzlei Akin Gump Strauss Hauer & Feld sowie der Unterstützung durch die US-Großbank Citigroup, ist Alvarez & Marsal nun das dritte externe Unternehmen, welches die Celsius-Führung bei der Lösung der aktuellen Probleme unterstützen soll.
  • Zwar versucht auch die Celsius-Community selbst die angeschlagene Lending-Plattform vor dem Untergang zu bewahren, ob dieses in Anbetracht der Liquiditätsprobleme von Celsius gelingen kann, wird sich in den kommenden Handelswochen zeigen.
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Wohin führt die Krise für die DeFi? – Krypto-Community sucht nach Antworten

Während sich der Kryptomarkt im anhaltenden Abwärtstrend befindet, kochen in den sozialen Medien die Spekulationen hoch, wie es mit der Branche weitergehen könnte. Ganz besonders der Bereich der Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) ist hierbei ein interessantes Feld, das noch immer viel Zukunftspotenzial bietet.

So fragt auf Reddit ein Nutzer in einem Unterforum für DeFi dementsprechend, was sich die Krypto-Anleger zukünftig für den Sektor wünschen. Obwohl auch in diesem Forum die negative Stimmung vorherrschend ist, gibt der Redditor zu bedenken, dass aktuell „der beste Zeitpunkt“ ist, um die verschiedenen Projekte zu analysieren und herauszufinden, welche tatsächliches Potenzial bieten.

Der Reddit-Nutzer Crumbedsausage antwortet, dass er sich mehr Projekte für das Staking von Liquid Ether (ETH) wünscht. Besonders der Umstand, dass derartige Projekte ermöglichen könnten, eine Ethereum-Node mit „1 ETH oder weniger“ zu betreiben, wäre für die insgesamte Dezentralisierung von großem Vorteil. Dies könnte wiederum dafür sorgen, dass die angebotenen Zinssätze deutlich realistischer sind als bisher.

Der User Geistirnd sieht allen voran für DeFi-Projekte, die vermehrten Wert auf Datenschutz legen große Chancen. Zudem würden bessere Möglichkeiten im Hinblick auf den Datenschutz dabei helfen, für eine „breitere Adoption der DeFi“ zu sorgen. Allerdings weist ein Nutzer in dem Thread stellvertretend darauf hin, dass sich die Mehrheit der DeFi-Anleger im Grunde eigentlich nur neue Wege zur Generierung von Zinseinkommen wünscht.

Zumindest das Investitionskapital für den Sektor wird trotz Krise wahrscheinlich nicht so schnell versiegen. Das jüngste Beispiel dafür liefert Binance Labs, das mit der fünften Auflage ihres Förderprogramms Most Valuable Builder (MVB) neue Unterstützung für DeFi-Projekte bereitstellen wird. Das MVB ist ein gemeinsames Projekt von Binance Labs und der BNB Chain.

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Kryptowährungen: Totgesagte leben länger – Ein Gastkommentar

Nicht erst seit dem TerraUSD-Crash sind die Kryptokurse am Boden. Der Crash wirkte vielleicht als Katalysator, aber die Kurse von Kryptowährungen sind bereits länger im Sinkflug. So halbierte sich beispielsweise Bitcoin von seinem Höchststand am 11. September 2021 von etwa 66.000 US-Dollar auf nun 21.000 US-Dollar. Anderen Kryptowerten ging es nicht anders. Die Gründe sind vielschichtig und ein besonders wichtiger Punkt mag sein, dass in den letzten Monaten massiv Liquidität aus dem Tech-Markt gezogen wird. Auch wenn viele Kommentatoren Kryptos bereits das Ende bescheinigen, könnte das zu voreilig sein. Die Mehrwerte, insbesondere im DeFi- und NFT-Bereich, sind unüberschaubar.

TerraUSD – Was ist passiert?

Seit Anfang Mai erfuhren Kryptowerte einen Abrutsch, vorwiegend der Stablecoin TerraUSD. Im Gegensatz zu mit Einlagen gedeckten Stablecoins ist TerraUSD ein algorithmischer Stablecoin. TerraUSD ist mit einer anderen Kryptowährung Terra (LUNA) gekoppelt und es besteht jederzeit die Möglichkeit, die eine für die andere Währung zu vernichten. Die Stabilität soll indessen über Arbitrage erfolgen: Sinkt ein TerraUSD unter 1 US-Dollar, muss das Angebot an TerraUSD verknappt werden, um den Preis auf 1 US-Dollar hinzuführen. Es werden TerraUSD “geburnt” und neue LUNA-Token geschaffen.

Vice versa soll das natürlich auch funktionieren. Anfang Mai ging jedoch dramatisch das Vertrauen in das Terra-Ökosystem verloren und Investoren zogen massiv Kapital aus TerraUSD ab. Die Terra-Foundation versuchte, mit dem massiven Verkauf von Bitcoinreserven den LUNA-Kurs zu unterstützen, jedoch erfolglos. TerraUSD liegt aktuell bei 1,2 Cent, LUNA von ehemals fast 120 US-Dollar nun bei mageren 2,60 US-Dollar. Stablecoins wie USD Circlecoin, die mit Bankeinlagen hinterlegt sind, sind dagegen vergleichsweise stabil. Gerade deswegen ist es so abstrus, dass die EZB durch die Niedrigzinspolitik einen mit Euro hinterlegten Stablecoin verunmöglicht.

Decentralized Finance

Decentralized Finance (DeFi) stellt einen Gegenentwurf zum zentralisierten Bankensystem dar. Finanzdienstleistungen sollen direkt über Protokolle ohne Intermediär diskriminierungsfrei vermittelt werden. Die dezentrale Koordination verläuft über Smart Contracts bzw. über eine Kombination ihrer, sogenannter dezentraler Apps (dApps), auf einer Blockchain. Mittlerweile gibt es dezentrale Marktplätze, Kreditmärkte, Derivatehandel und sogar dezentrale Versicherungen. Liefen bisher 90 Prozent alle DeFi-Protokolle auf der Ethereum-Blockchain, weil sie die größte Entwicklercommunity vorweisen kann, könnte sich dies nach dem Taproot-Update Bitcoins ändern. Als Layer-2-Lösung erlaubt Lightning mittlerweile schnelle und kostengünstige Transaktionen. Sovryn beziehungsweise Stacks wollen dezentrale Apps in Bitcoin integrieren. Raretoshi versucht gar non-fungible Token (NFT) auf Bitcoinbasis zu bringen.

NFTs – alles nur Hype?

Non-fungible Token (NFTs) könnten in der Zukunft auf dem Kunstmarkt eine wichtige Rolle spielen. Können fungible (austauschbare) Token wie Bitcoin eins zu eins umgetauscht werden, geht das bei non-fungiblen Token nicht. Sie können somit eine einzigartige digitale Repräsentation eines Kunstwerks auf einer Blockchain sein. Da heute viele NFTs auf sogenannten ERC-721-Token und damit der Ethereum-Blockchain basieren, werden NFTs oft in der Kryptowährung Ether bezahlt und gegeneinander gehandelt. Welche Blockchain-Lösung sich am Ende im DeFi- oder NFT-Bereich durchsetzt, wird sich zeigen. Übrigens muss man nicht nur an Kunst bei NFTs denken: Auch das Grundbuch könnte eine digitale Repräsentation haben, wobei die Eintragungen NFTs sind. In Georgien gibt es bereits einen Prototyp eines Grundbuchs auf Blockchain und auch die Ampel-Koalition will ein solches prüfen lassen.

Blockchain und Kryptos – langfristig erfolgreich

Sicher sind die herben Verluste, die viele Kryptowährungen in den letzten neun Monaten hingelegt haben, für Anleger hart. Trotzdem waren Kryptos in den letzten Jahren mit Abstand das lukrativste Investment: So lag Bitcoin vor fünf Jahren noch bei etwa 2.800 US-Dollar und notiert aktuell bei etwa 21.000 US-Dollar. Es geht aber weniger um die Marktpreise, die oft von Spekulation getrieben sind, sondern um den Grundwert dezentraler Währungen und Netzwerke.

Wir erleben aktuell Inflationsraten von 8 Prozent und unser Fiatgeld wird drastisch schnell entwertet. In diesen Zeiten ist es wichtig, dass Menschen eine Exit-Option wahrnehmen können und parallele Geldsysteme existieren. Es ist wichtig, dass die Zentralbanken der Welt sich zunehmend einem Währungswettbewerb auch von privater Seite ausgesetzt sehen. Und es ist wichtig, dass Kryptowährungen grenzüberschreitende Zahlungen zu geringen Transaktionskosten ermöglichen und damit gerade Migranten, die Remittances in die Heimat schicken, von Gebührenlast befreien.

Vertrauen durch Transparenz und Privacy durch Zero-Knowledge-Proofs

Nicht nur das: Auf dezentralen Netzwerken lassen sich zudem ganze Lieferketten abbilden und Produktionsprozesse transparent verfolgen. Auch die Regierung und Verwaltung kann die Blockchain für sich nutzen, indem sie die Einreichung von Unterlagen über die Blockchain ermöglicht. Zum ersten wären die auf mehreren Knoten gespeicherten Daten manipulationssicher. Zum zweiten könnten Bürokratiekosten drastisch gesenkt und Prozesse automatisiert werden.

Zum dritten könnte die Privatsphäre besser als heute bewahrt werden. Heute muss meist die gesamte Identität preisgegeben werden, wenn nur der Nachweis bestimmter Attribute notwendig ist. Sogenannte im Blockchain-Bereich zunehmend implementierten Zero-Knowledge-Proofs ermöglichen jedoch das Vorhandensein von Attributen preiszugeben ohne die Identität selbst. So könnte die Volljährigkeit bewiesen werden, ohne das Alter zu offenbaren. Ein Mindesteinkommen könnte für eine Hypothek nachgewiesen werden, ohne seine finanziellen Verhältnisse komplett transparent zu machen.

Diese und andere Beispiele zeigen: Totgesagte leben länger, denn Blockchain ist mehr als “nur” Kryptowährungen.

Über den Autoren

Frank Schäffler ist FDP-Bundestagsabgeordneter und Geschäftsführer des Berliner Thinktanks Prometheus – Das Freiheitsinstituts. Herr Schäffler ist Mitglied des Haushaltsausschusses, des Ausschusses für Digitales und Sprecher für FinTech- und Blockchaininnovationen der FDP-Fraktion.

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Nach Celsius-Debakel: Nächstes DeFi-Protokoll stoppt Auszahlungen

  • Der Lending-Dienst Babel Finance hat seine Auszahlungen temporär gestoppt. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.
  • Grund sei Liquiditätsdruck, der durch “die hohen Fluktuationen am Markt” ausgelöst wurde.
  • Man tue alles, um “Kunden zu schützen” heißt es seitens des Unternehmens.
  • Die Nachricht kommt kurze Zeit, nachdem die Lending-Plattform Celsius Anfang der Woche Liquiditätsprobleme angemeldet und ebenfalls Auszahlungen gestoppt hatte. Marktbeobachter fürchten nun eine Kettenreaktion.
  • Eine ausführliche Analyse zur aktuellen DeFi-Krise findet ihr hier.
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Der unaufhörliche Niedergang des DeFi-Space – Eine Aufarbeitung

Die Auswirkungen des Terra-Crashs auf den DeFi-Sektor

Lange Zeit galten Staking- und Lending-Angebote mit hohen Zinsversprechen als sichere Möglichkeit, um im Krypto-Space eine solide Rendite zu erwirtschaften. Sogar auf Stablecoins wurden Renditen (APY) von 20 Prozentpunkten offeriert.

DeFi-Protokolle wie das Anchor Protokoll auf der Terra-Chain erfreuten sich lange Zeit großer Beliebtheit unter Anlegern. Zum Höhepunkt verwaltete Anchor in seinen verschiedenen Liquiditäts-Pools Kryptowährungen mit einem Gegenwert von über 16 Milliarden US-Dollar.

Neben Privatanlegern nutzten auch viele institutionelle Anleger und konkurrierende DeFi-Plattformen dieses Angebot und stakten ebenfalls riesige Summen Terra USD (UST) und Terra (LUNA) im Anchor-Protokoll.

Durch die hohe Verzinsung war es Anbietern wie Celsius und BlockFi, aber auch Hedgefonds wie Three Arrow Capital (3AC), möglich, Kredite gegen hinterlegte Sicherheiten (Ethereum, Bitcoin und weitere Kryptowährungen) auszugeben und die versprochenen Renditen an ihre Kunden auszuzahlen.

Die Anbieter streichen ähnlich wie bei der Vergabe eines Baukredits durch klassische Banken an Häuslebauer die Differenz als Gewinn ein. (Beispiel: Eine Bank leiht sich Geld für 2 Prozent Zinsen bei der Zentralbank und gibt dieses Geld in Form eines Kredits mit 4 Prozent Verzinsung aus).

Mit dem Niedergang des Terra-Ökosystems, ausgelöst durch einen Kursverfall des hauseigenen algorithmischen Stablecoins Terra USD und dem darauffolgenden Kurscrash der Kryptowährung LUNA, geriet das ganze Lending-Konstrukt zuletzt deutlich in Schieflage.

Anbieter wie Celsius, BlockFi und auch der Hedgefonds 3AC (Three Arrows Capital), welche selbst riesige Summen an UST und Luna-Token gestaked hatten, verloren durch den Niedergang des Terra-Ökosystems Kundeneinlagen in Milliardenhöhe. Allein 3AC verlor einen neunstelligen Dollarbetrag.

Der Preisverfall am Kryptomarkt potenziert das Liquiditätsproblem  

Zusätzlich zum Totalverlust ihrer Staking-Einlagen im Anchor-Protokoll erhöhte der Kursverfall sämtlicher Kryptowährungen den Druck auf die Lending-Anbieter. Die Kapitalpolster von Celsius, BlockFi und 3AC verringerten sich in den vergangenen Monaten im gleichen Maß wie der Kursrückgang der eigenen im Besitz befindlichen Kryptowährungen.

Der Kursverfall bei den als Sicherheit ebenfalls auf weiteren Plattformen wie Aave und Compound hinterlegten, gehebelten Kryptowährungspositionen, führte in den letzten Handelstagen zu ersten größeren Liquidationen, auch Margin Calls genannt. Insbesondere Celsius und 3AC sahen sich in den letzten 48 Stunden gezwungen, ihre hinterlegten Sicherheiten durch frische Geldeinlagen zu erhöhen, um damit die Liquidationslevels eigener Positionen zu reduzieren. Als Beispiel ist hier die gehebelte Bitcoin Position von Celsius anzuführen, welche bei Erreichung des Liquidationspreises zu einer Zwangsauflösung (Margin Call) der als Sicherheit für die geliehenen Stablecoins wie USDC und USDT hinterlegten Bitcoin-Position geführt hätte.

Die Rolle der DeFi-Anleger

In Folge des Terra-Niedergangs zogen Anleger in den letzten Handelswochen zunehmend Gelder aus den Liquidity-Pools der Staking- und Lending-Plattformen wie Celsius und BlockFi ab, was das Problem der Liquiditätsaustrocknung noch verschärfte.

Allein beim Anbieter Celsius zogen die Investoren zuletzt rund die Hälfte der in den verschiedenen Lending-Angeboten vorhandenen Einlagen ab. Der Vertrauensverlust und die Angst der Anleger, weitere Einlagen zu verlieren, dürfte auch in den kommenden Wochen und Monaten zu weiteren Kapitalabflüssen aus den verschiedenen DeFi-Protokollen führen, was die Liquiditätsprobleme noch verschärfen dürfte.

Das Dilemma der Plattformanbieter und Liquiditätsprovider

Da die großen Anbieter teils neunstellige Dollarsummen ihrer Investoren beim Zusammenbruch von Terra verloren, und diese Anleger nun vermehrt ihr Geld aus den Lending-Pools abziehen, verringert sich die verfügbare Liquidität in diesen Produkten weiter. Damit bleibt auch das Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit seitens der Lending-Plattformen weiter bestehen und könnte sich sogar noch erhöhen.

Celsius sah sich deswegen gezwungen, die Auszahlungen aus ihren verschiedenen Lending-Produkten vorerst komplett auszusetzen, um einen Bank Run und eine damit einhergehende Zahlungsunfähigkeit kurzfristig abzuwenden. Um einen Margin Call seiner bestehenden Bitcoin-Einlagen auf der Plattform MakerDAO abzuwenden, nutzte Celsius am gestrigen Dienstag, dem 14. Juni, letzte Kapitalreserven, um den Liquidationspreis von 22.584 USD auf 16.800 USD zu verringern. Zwar konnte die Liquidation der Bitcoin-Position dadurch vorerst abgewendet werden, ob und wann die zentralisierte Lending-Plattform die Auszahlungen der Kundeneinlagen reaktivieren wird, ist jedoch weiter unklar.

Der Konkurrent und Branchenführer Nexo gab in der Folge via Twitter bekannt, in einem sogenannten Letter of Interest (LOI), die Möglichkeit einer Übernahme verschiedener Lending-Produkte von Celsius bekundet zu haben.

Am heutigen Mittwochmorgen veröffentlichte das Wallstreet Journal einen Artikel, wonach Celsius eine Anwaltskanzlei mit der Restrukturierung des Unternehmens beauftragt hat. Nun wurde bekannt, dass Celsius an die US-Großbank CitiGroup herangetreten ist, um sich beratende Unterstützung zu sichern.

Ein Hedgefonds vor der Zahlungsunfähigkeit

Die Rolle des Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital (3AC) in diesem Liquiditätsdebakel wurde bislang weitgehend ignoriert. Erst am gestrigen Dienstag sorgten News über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit von 3AC in den sozialen Medien für neues Ungemach. Three Arrows Capital investierte unter anderem Ethereum (ETH) mit einem Gegenwert von 245 Millionen US-Dollar in den Liquiditätspool des DeFi-Protokolls Aave, um sich 189 Millionen USDC und USDT zu leihen. Die geliehene Summe entsprach zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme rund 77 Prozent der hinterlegten Sicherheiten. Das Aave-Protokoll erlaubt Kreditnehmern eine Beleihung in Höhe von 85 Prozent des zugrunde liegenden Collaterals (Sicherheit). Durch den Kursverfall der hinterlegten Ether drohte der Prozentsatz auf die Schwelle von 85 Prozent anzusteigen, was eine Liquidation der Ether-Position zur Folge gehabt hätte. Laut übereinstimmenden Angaben begann 3AC in den letzten Tagen im großen Stil eigene Gelder aus anderen Staking-Pools abzuziehen. Ob 3AC die Gelder nutzt, um bestehende Schulden zu bezahlen oder aber mögliche Liquidationen ihrer eigenen Ether-Einlagen durch die Zuführung von frischen Sicherheiten abzuwenden, ist aktuell unklar.

Droht der DeFi-Komplettzusammenbruch?

Die Unsicherheiten rund um die zentrale Lending-Plattform Celsius sowie anderen DeFi-Protokollen wie Aave und Compound sorgen aktuell für einen regelrechten Abverkauf im DeFi-Sektor. Die Ungewissheit darüber, bei welchem Kursniveau und in welcher Höhe weitere Margin Calls ausgelöst werden könnten, dürfte zu einer anhaltenden Unsicherheit unter Investoren führen.

Viele weitere Protokolle wie Thorchain (RUNE) und Ocean (OCEAN), aber auch dezentrale Exchanges wie Uniswap (UNI) werden aktuell in Sippenhaft genommen. Die Kurse von RUNE und Co. verloren in den letzten 24 Handelsstunden überproportional an Wert. Sollte sich die Kurskorrektur am Kryptomarkt in den kommenden Wochen fortsetzen, ist nach dem Terra-Crash mit weiteren Zusammenbrüchen im Bereich der dezentralen Finanzen zu rechnen.

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