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Japanischer Energieriese Tepco: Bürger sollen Stromüberschuss mittels Blockchain handeln können

Die Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. oder kurz: Tepco, hat sich mit dem großen japanischen Handelsunternehmen Itochu Corporation zusammengetan. Die wollen zusammen am Aufbau eines Blockchain-Systems für den Handel mit überschüssigem Strom arbeiten. 

Laut einem Bericht von Nikkei vom 18. Juni soll das neue System in Japan innerhalb von drei Jahren angeboten werden. Die Unternehmen planen, mit den lokalen Regierungen zusammenzuarbeiten und bis März 2021 einen Konzeptnachweis zu haben. 

Wenn das gelingt, wäre das das erste mal, dass Haushalte in Japan mit überschüssigem Strom untereinander handeln können. 

Tepco und Itochu wollen den Haushalten Speicherbatterien und Sonnenkollektoren mit künstlicher Intelligenz kostenlos zur Verfügung stellen. Die KI-Technologie kontrolliert die Menge der erzeugten und verbrauchten Energie und berechnet Überschüsse, mit denen man dann handeln kann.

Die Blockchain-Technologie wird eingesetzt, um „die Sicherheit der Kommunikation“ zu erhöhen.

Es gibt weltweit bereits auch andere Initiativen, wie die von Tepco und Itochu. Im April unterzeichnete das australische Blockchain-Unternehmen Power Ledger einen Deal mit Nicheliving, dem größten Bauträger von Wohnanlagen in Perth, um in den nächsten drei Jahren eine Blockchain-Handelsplattform für Solarenergie für Anwohner zu entwickeln.

Das Energiehandelssystem ähnelt dem von Tepco und Itochu. Die Blockchain-Technologie verfolgt den Energieverbrauch, während die KI den Nutzern ermöglicht, Überschüsse an andere Bewohner zu verkaufen. 

Die Plattform von Power Ledger soll zunächst in 62 Wohnungen in Nichelivings Vorzeigeprojekt SkyHomes in Inglewood eingesetzt werden. In Perth soll es dann 10 weitere Entwicklungsprojekte geben.

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Sun Exchange: Wenn aus Solarstrom Bitcoin wird

Die bevorstehende Energiewende macht einen Umbau der Strominfrastruktur erforderlich. Denn erneuerbare Energien lassen sich mit Hilfe von dezentralen Versorgungsnetzwerken weitaus effizienter an den Mann bringen. Die dabei benötigte digitale Infrastruktur könnte mit Hilfe der Blockchain-Technologie bereitgestellt werden. Ein Start-up aus Südafrika beweist, dass sich hierbei auch für Entwicklungsländer Potenziale auftun.

Die südafrikanische Sun Exchange konnte eine drei Millionen US-Dollar Finanzspritze von einem Fonds der Britischen Arch Emerging Market Partners sichern. Das Start-up mit Sitz in Cape Town arbeitet an einer Blockchain-basierten Plattform für die dezentrale Verteilung von Solarenergie. Mit der Investition schloss es nach eigenen Angaben erfolgreich eine weitere Finanzierungsrunde ab. Seit 2019 nahm das Unternehmen dabei 4 Millionen US-Dollar ein.

Mit Bitcoin Solaranlagen mieten

Sun Exchange verfolgt ein innovatives Geschäftsmodell, bei dem Solaranlagen zuerst durch Crowdfunding finanziert und dann an südafrikanische Organisationen vermietet werden. Über die Blockchain-Plattform können Investoren einzelne Solarzellen erwerben. Bezahlbar sind diese in der südafrikanischen Landeswährung Rand (ZAR) oder in Bitcoin. Sobald die Solaranlagen stehen, erhalten die Investoren BTC für die Energie, die ihre Solarzellen produziert haben.

Das Start-up konnte auf diese Weise bereits 31 Energieprojekte für diverse südafrikanische Schulen, Geschäfte und Organisationen verwirklichen. Die Plattform verzeichnet dabei 17.000 Investoren aus 162 Ländern.

Laut Reuters spekuliert Sun Exchange auf eine steigende Nachfrage für dezentrale Energielösungen in Südafrika. Schließlich stehe der staatliche Energiekonzern Eskom kurz vor einem Bankrott, Stromausfälle seien in Südafrika in den letzten Jahren keine Seltenheit.

Blockchain-Plattform will Projekte in Subsahara-Afrika in Angriff nehmen

Sun Exchange möchte das neuste Investment für eine Erweiterung des eigenen Angebots nutzen. Das Unternehmen verspricht, die Mitgliederzahlen der eigenen Plattform auszubauen und neue Arbeitsplätze bereitzustellen.

Das Start-up plant insbesondere eine Expansion in andere afrikanische Staaten südlich der Sahara. Hierzu William Barry, Managing Director on Arch:

Sun Exchange ist in der Lage, sich als eine treibende Kraft in der bevorstehenden globalen Energie- und Wirtschaftstransformation zu etablieren, mit einer einzigartigen Plattform, die die Kraft einer geeinten globalen Gemeinschaft nutzt, um das Potenzial der dezentralen Solarenergie in Schwellenländern freizusetzen. Wir freuen uns, mit Sun Exchange auf dieser Reise zusammenzuarbeiten, um den Erfolg, den das Unternehmen bereits in Südafrika verzeichnen konnte, auf die Zielmärkte der ARPF [Africa Renewable Power Fund] in Subsahara-Afrika auszuweiten.

Dezentrale Energieversorgung auf Blockchain-Basis in Deutschland im Gespräch

Auch hierzulande prognostiziert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dass der Blockchain eine Schlüsselrolle bei der Umstellung der Energieinfrastruktur zukommen wird. Denn ein im Februar veröffentlichter Bericht zur dezentralen Energieversorgung diskutiert verschiedene Konzepte der Stromverteilung auf Basis der Blockchain.

Laut dem Bericht würde der Wechsel zu erneuerbaren Energien eine Dezentralisierung des Stromnetzes erforderlich machen. Die Zukunft der Stromnetze wären demnach lokale Versorgungsnetzwerke, in denen die Energie direkt vom Produzenten zum Verbraucher gelangt. Hierfür sei eine automatische Verteilung des Stroms notwendig, die von einer Blockchain-Plattform übernommen werden könnte. Der Bericht stellte ebenfalls erste Projekte in diesem Bereich vor.

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Blockchain: Neue Basis der Energiewende in Deutschland

Deutschland hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2022 alle Kernkraftwerke und bis zum Jahr 2038 alle Kohlekraftwerke im Land abzuschalten. Es kommen daher immer mehr Anbieter erneuerbarer Energien auf, um den Energiebedarf danach zu decken. Die Distributed-Ledger-Technologie bildet zunehmend die Grundlage der Architektur vieler Systeme, die innovative Anbieter erneuerbarer Energien im Land derzeit entwickeln.

Cointelegraph sprach mit Richard Lohwasser, dem Mitbegründer und CEO von Lition Energie. Das Startup für erneuerbare Energien aus Berlin hat einen Blockchain-Marktplatz eröffnet, auf dem Verbraucher aus mehreren Stromanbietern wählen können. Er sprach mit Cointelegraph darüber, wie DLT im neuen Energiesektor in Deutschland eingesetzt wird.

Energieplattform auf Blockchain-Basis

Nach der Gründung Ende 2017 wurde Lition im März 2018 von den deutschen Regulierungsbehörden als Stromanbieter zugelassen und begann im Monat darauf, Kunden Strom anzubieten. Das Unternehmen betreibt seit dem Sommer 2019 groß angelegtes Marketing und schätzt, bis zum Winter Kunden in mehr als 1.000 Städten zu haben.

Lition hat Partnerschaften mit mehreren großen Unternehmen. Darunter etwa die Softwareriesen Microsoft, SAP und PowerCloud sowie die lokalen Firmen SüdwestStrom und N26. Unter den Investoren sind „europäische Familienbetriebe, die über eine Wandelanleihe investieren“.

Lition bietet einen Marktplatz für umweltfreundliche Energie an, über den Haushalte direkt einen unabhängigen grünen Stromanbieter wählen können. Das Unternehmen will ab Juni auch Solarpanele anbieten. Die Plattform besteht aus einer Zweitschicht-Proof-of-stake-Lösung, die auf Ethereum (ETH) aufbaut. Lition bietet eine Datenlöschfunktion an und die Transaktionsgebühren belaufen sich auf 0,001 USD Coin (USDC).

Cointelegraph: Wie hat sich die Umstrukturierung des deutschen Energiesektors auf die lokalen DLT-Firmen ausgewirkt?

Richard Lohwasser: Das derzeit noch schwer zu sagen. Wir sind mitten in der Energiewende. So nennt man diesen Übergang zu erneuerbaren Energien in Deutschland gerne. Die praktischen Auswirkungen der neuen Strategie entfalten sich gerade in diesem Moment. Derzeit verlagert sich die Energieproduktion auf eine regionale Ebene.

Es besteht ein klarer Bedarf an Dezentralisierung in der Energieinfrastruktur auf Bundesebene. Viele Jahre lang waren wir es gewohnt, nur einige wenige, zentrale Stromanbieter zu haben. Dementsprechend war die gesamte Infrastruktur ziemlich zentralisiert und nicht im Entferntesten für einen Energiemix geeignet, der Wind, Sonne, Biomasse und andere Arten der Energieerzeugung mit einem ziemlich niedrigen Kilowatt pro Energieeinheit umfasst.

Daher besteht tatsächlich ein Bedarf, die Netze zu überarbeiten und neu zu gestalten, so dass sie dezentralisiert sind. Hier ist die Blockchain ein sehr nützliches Instrument, um diesen Übergang zur Dezentralisierung zu erleichtern.

Wir stehen noch ganz am Anfang dieser Revolution. Im Idealfall können Nachbarschaften sich selbst versorgen und langsam vom Netz gehen. Das ist unsere Vision. Das ist auch im Hinblick auf die Abhängigkeit großartig, da wir in eine Ära mit hohem Energieverbrauch eintreten und immer mehr Geräte in unserem täglichen Leben verwendet werden. Das bedeutet, dass es immer wichtiger wird, einen einfachen Zugang zu Energie zu haben.

CT: Wie sind Ihre Erfahrungen, im deutschen Blockchain-Sektor tätig zu sein?

RL: Deutschland ist im Allgemeinen ein sehr lebendiges Land, wenn es um Blockchain geht. In Berlin ist das noch präsenter. Die meisten Neugründungen und Projekte finden hier statt. Das ganze Jahr über finden auch zahlreiche Veranstaltungen statt. Wir sind stolze Mitglieder des Bundesblocks. Das ist eine Vereinigung, die sich auf die Aufklärung von Entscheidungsträgern in der Politik und in führenden Unternehmen der Wirtschaft sowie der Öffentlichkeit insgesamt konzentriert.

Durch die Zusammenarbeit der gesamten Blockchain-Community lancierte Deutschland schließlich im September 2019 eine eigene nationale Blockchain-Strategie. Wir freuen uns, dass wir dieses Dokument mit unserer praktischen Erfahrung mitgestaltet haben.

Hier tätig zu sein, ist wegen der Grauzonen in der Gesetzgebung immer noch eine Herausforderung. Wir würden unsere Kunden zum Beispiel gerne mit LIT bezahlen lassen, aber das ist noch nicht möglich. Wir sehen jedoch, dass die Regierung tatsächlich daran interessiert ist, auf den Blockchain-Zug aufzuspringen.

CT: Können Sie uns einen Überblick über die Plattform Lition geben?

RT: Lition bietet eine Plattform, über die Verbraucher direkt mit einem Anbieter ihrer Wahl in Verbindung treten können. Produzenten können ihre Energie hingegen damit zu günstigeren Preisen verkaufen. Da die derzeitige Gesetzgebung nach wie vor Energiekäufe zwischen einem privaten Produzenten und einem Verbraucher behindert, fungiert Lition als Vermittler zwischen den Parteien. Hier kommt die Blockchain ins Spiel. Sie schafft Transparenz für alle Beteiligten und sorgt für ein einzigartiges, vertrauenswürdiges Umfeld.

Wir sind noch dabei, das System im Hinblick auf Transaktionen pro Kunde anzupassen. Bislang haben wir etwa alle 15 Minuten eine Transaktion, bei der ein Kauf-/Verkaufsauftrag ausgelöst wird. Dabei wird das Energieangebot und die Energienachfrage zwischen unseren Produzenten und Kunden synchronisiert.

Lition ist ein Zweitschicht-Protokoll, das auf Ethereum entwickelt wurde, um eine maximale Interoperabilität und ein schnelles Onboarding zu ermöglichen. Wir haben unsere Blockchain auf der Grundlage des Open-Source-Codes von Quorum entwickelt. Heutzutage ist es nicht mehr nötig, das Rad von Grund auf neu zu erfinden, das ist das Schöne an der Open-Source-Bewegung.

Unser Transaktionsverlauf ist durch einen Hash, der in Intervallen im Ethereum-Netzwerk verankert ist, einzigartig. Das sorgt für mehr Robustheit und Dezentralisierung in unserer Technologie. Wir entwickeln jedoch auch eine agnostische Blockchain, die auch zu anderen Mainchains passt, so dass Endbenutzer entscheiden können, welche Mainchain sie nutzen wollen. Das kann Binance, EOS, Cardano oder eine andere sein.

„Lition ist hauptsächlich darauf ausgerichtet, Datentransaktionen jeglicher Art durchzuführen. Etwa Daten zur Beschreibung und Virtualisierung von Energieflüssen oder Daten über Konsortialkredite (wie wir sie haben). Aber jeder Prozess, bei dem Informationssysteme und Vertrauen im Spiel sind, passt gut zu unserer Technologie.

Da wir in die Ethereum-Blockchain integriert sind, ist es außerdem möglich, Smart Contracts zu diesem Zweck zu verarbeiten und die Daten mit unserer Zweitschicht-Lösung zu synchronisieren. Neben der Energiewirtschaft bietet Lition Unternehmen, die erste Schritte in den Blockchain-Bereich machen wollen, auch Beratung und einen technologischen Rahmen an.

Dieses Interview wurde der Übersicht halber bearbeitet und gekürzt.

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Vodafone will „Milliarden“ energieerzeugende Geräte mithilfe der Blockchain verbinden

Der globale Telekommunikationsgigant Vodafone hat sich mit dem Blockchain-Startup Energy Web (EWT) zusammengetan, um „Milliarden“ verteilter Energieerzeugungsanlagen über das Internet der Dinge (IoT) und der Distributed Ledger Technology (DLT) zu verbinden.

Energy Web gab die Partnerschaft am 26. Mai bekannt und sagte, dass das Projekt SIM-zentriertes DLT mit IoT-Konnektivität von Vodafone Business kombinieren wird, um „sichere IDs für Energieanlagen zu erstellen“.

„Dies bedeutet, dass erneuerbare und verteilte Anlagen wie Windkraftanlagen, Batterien, Wärmepumpen und Sonnenkollektoren sicher und effizient in Energienetze integriert werden können“, sagte Energy Web.

Vodafone ist ein weltweit führender Anbieter von IoT mit über 100 Millionen Verbindungen weltweit. Die Nachricht scheint das EWT-Token von Energy Web auf neue Höchststände gebracht zu haben.

Vodafone und Energy Web

Die Unternehmen werden ein System entwickeln, das von der Art und Weise inspiriert ist, wie Telekommunikationsbetreiber Mobiltelefone mithilfe von SIM-Karten sicher identifizieren, um verteilte Energiequellen zu identifizieren und zu verfolgen.

Das Smart-Grid-System wird durch die IoT-Technologie von Vodafone und das dezentrale Betriebssystem Energy Web unterstützt.

„Wir sehen die Konvergenz mehrerer Sektoren bei der Umsetzung der Energiewende – des Energiesektors, aber auch der Automobil-, Telekommunikations- und sogar Finanzbranche“, sagte Walter Kok, CEO von Energy Web.

Erik Brennei, Direktor von Vodafone Business IoT, erklärte: „Mit zunehmender Anzahl dezentraler kohlenstoffarmer Geräte der neuen Generation steigt auch die Notwendigkeit, dass sie unabhängig von ihrem Standort sicher verbunden sind.“

„Diese Verbindung muss einfach und sicher sein und sicherstellen, dass Assets problemlos mit Energie- und Kommunikationsnetzen auf der ganzen Welt verbunden und von diesen verwaltet werden können“, fügte er hinzu.

Vodafone erweitert die Erforschung der DLT

Während Vodafone sich seit vielen Jahren mit Blockchain-Technologie beschäftigt, hat der Telekommunikationsgigant in den letzten Monaten die DLT-Einführung erhöht.

Im März gab Vodafone bekannt, dass DLT-Anwendungen für seine Lieferkette untersucht werden, um mithilfe der Blockchain interne Prozesse zu optimieren.

Im Jahr 2019 identifizierte Vodafone über 20 Anwendungsfälle für Blockchain in seinen weltweiten Aktivitäten, einschließlich Identität, Sicherheit und digitaler Rechte.

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Österreich: Regierungsprojekt will mit Blockchain Abwärmestellen finden

Ein österreichisches Projekt will mit Hilfe von Blockchain starke Abwärme-Stellen in Wien und Graz finden. 

Die Österreichische Technische Hochschule (AIT) hat am 12. Mai bekanntgegeben, dass der Konzeptnachweis von HotCity die Schaffung eines Gamifizierungssystems umfasse, um solche Stellen in der ganzen Stadt zu identifizieren und sie zum Heizen zu nutzen.

Die Plattform wird die Ignis-Blockchain nutzen. Diese wird von der Schweizer Firma Jelurida im Rahmen des Ardor-Ökosystems entwickelt.

Nachhaltigkeit in österreichischen Städten

Wien hat eines der größten Fernwärmenetze Europas. Warmwasser wird über zentrale Heizungsleitungen in der Stadt geliefert. 

Ein solches System hat den Vorteil, dass Abwärme aus der Industrie genutzt werden kann, um Verbrauchern Energie zu liefern. Das hat klare Auswirkungen auf die Energieeffizienz und die CO2-Emissionen. Wiener Stromversorger behaupten, dass der Energieverbrauch dank dieses Systems um 75 Prozent gesenkt werden konnte.

„Plus-Energie-Bezirke“, die mehr Wärmeenergie produzieren als sie verbrauchen, können im Allgemeinen einen Teil dieser Abwärme in das Netz einspeisen und so die Effizienz steigern.

Große Abwärmequellen, wie große Fabriken und Rechenzentren, sind leicht zu identifizieren. Kleinere Quellen hingegen bleiben oft ungenutzt.

Das Projekt HotCity würde somit dazu beitragen, sehr präzise Datensätze zu erstellen, die zur Verbesserung der Stadtplanung in Österreich beitragen könnten. Das Projekt wurde mit 310.000 Euro vom österreichischen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert.

Dr. Ernst Gebetsroither-Geringer, der Leiter des HotCity-Projekts am AIT, sagte gegenüber Cointelegraph, dass Wien schätzungsweise 400 Gigawattstunden nutzbare Abwärme produziere. Auch wenn nicht alles davon wirtschaftlich nutzbar sein werde, gehe es beim HotCity-Projekt genau darum:

„Die Idee dahinter ist eine Methode zu entwickeln, bei der mittels Gamifizierung Potenziale abgeschätzt werden können. Das Crowdsourcing gewinnt die Abwärme nicht zurück, es zeigt ’nur‘ die vorhandenen Potenziale auf.“

Funktionsweise

Die HotCity-Plattform soll das Sammeln der notwendigen Daten „freiwillig und spielerisch“ gestalten und die Nutzer dabei mit Token belohnen, die gegen Waren und Dienstleistungen eingetauscht werden können. Bürger können die Informationen über eine App eingeben, wenn sie physische Inspektionen vor Ort durchführen. Sie können auch einfach Fotos scannen und Google Maps nutzen.

Wie Gebetsroither-Geringer erklärte, wird Blockchain zur Sicherung der Daten und zu deren sicheren Aufbewahrung eingesetzt. Sie erleichtert auch den Tausch von Token gegen spezifische Gutscheine.

Er glaubt, dass der Einsatz von Blockchain sogar noch weiter gehen könnte:

„Blockchain könnte auch von Prosumern (kleinen Energieabfallproduzenten) genutzt werden, wenn sie ihre Energieabfälle verkaufen wollen. Dazu können sie Smart Contracts und Blockchain nutzen. Aber die Blockchain wird bei HotCity nicht zum Verkauf der Abwärme eingesetzt.“

Das Projekt wird in Wien und Graz in der nächsten Heizperiode im Oktober 2020 getestet. Die Pläne für einen Pilotversuch Anfang 2020 wurden aufgrund der Coronavirus-Pandemie verschoben.

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Bitcoin Suisse-Gründer: Bitcoin wird auf Proof-of-Stake übergehen

Niklas Nikolajsen, der Gründer der Schweizer Kryptofirma Bitcoin Suisse, prognostiziert, dass Bitcoin (BTC) zum Proof-of-Stake (PoS) übergehen werde, sobald das Ethereum (ETH)-Netzwerk den Erfolg des Algorithmus beweist.

Der aktuelle Proof-of-Work (PoW) Konsens-Algorithmus von Bitcoin ist ein Pioner-Konzept. Dieses existierte bereits vor Bitcoin wird aber inzwischen untrennbar mit der Kryptowährung verbunden. Nikolajsen erklärte, das „wird sich wahrscheinlich in Zukunft ändern“.

In Ausschnitten aus einem Interview für eine deutsche Fernsehdokumentation, die bereits im Oktober 2019 aufgenommen und erst am 6. April hochgeladen wurde, sagte Nikolajsen:

„Die Bitcoin-Umstellung auf den Proof-of-Stake ist nicht geplant, aber die zweitgrößte Kryptowährung Ether wird bereits in wenigen Monaten zum Proof-of-Stake-Konzept übergehen, das wesentlich weniger Strom benötigt. Ich bin sicher, sobald sich die Technologie bewährt hat, wird sich auch Bitcoin dazu übergehen.“

„Sobald bewiesen ist, dass der Proof-of-Stake gut funktioniert, ist es ein besseres System als der Proof-of-Work“, sagte er.

Was ist ein PoS?

In Blockchains, die ein PoS-System verwenden, validieren die Knoten im Netzwerk Blöcke, anstatt sie zu minen, wie es bei PoW der Fall ist.  Beim PoS wählt ein deterministischer Algorithmus Blockvalidierer auf Grundlage der Anzahl der Token aus, die ein bestimmter Knoten in seiner Wallet gestapelt hat. Das heißt diese sind als Sicherheit hinterlegt und konkurrieren um den nächsten Block in der Chain.

Nikolajsen machte seine Prognose, dass Bitcoin schließlich zu einem PoS-System übergehen werde, im Zusammenhang mit einer Diskussion über den bekanntermaßen hohen Strombedarf für das Mining im aktuellen Netzwerk.

Er wies Behauptungen zurück, dass das Bitcoin-Mining genau so viel Strom verbrauche wie kleine Länder. Er betonte auch, dass nicht der Stromverbrauch das Problem sei. Vielmehr sei die Frage, wo und wie nachhaltig dieser Strom produziert wird. 

Darüber hinaus müsse der Energieverbrauch für die Goldproduktion, Bitcoins Vorgänger sozusagen, ebenso betrachtet werden, wie der des bestehenden Bankensystems und der Technologiebranche, so Nikolajsen:

„Welche Metropole der Welt hat nicht 100 Stockwerke hohe Bankgebäude, die die ganze Nacht in einer Million verschiedener Farben leuchten, und ihre Finanzsysteme, ihre Computer, ihre Serverräume. Wie viel Strom verbraucht Facebook? Sie haben 21 riesige Rechenzentren weltweit, ich würde sagen, wahrscheinlich mehr als Bitcoin. Das Bankensystem verbraucht mit Sicherheit weit mehr Strom.“

Kampf der Algorithmen

Die weit verbreitete Auffassung, dass der hohe Stromverbrauch eine „Achillesferse“ für Bitcoin sei, wurde von einigen Befürwortern von grüner Energie kritisiert. Nikolajsen sagt, dass die Betonung bei dieser Kritik auf den Stromquellen liegt und nicht auf dem Stromverbrauch.

Neben dem Stromproblem geht es in der Debatte zwischen PoS und PoW um die wirtschaftliche Fairness, die Zugangsbarrieren, die Netzwerksicherheit und die Dezentralisierung.

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Deutsche Wirtschaftsministerium veröffentlicht Analysepapier zur Blockchain-Nutzung im Stromhandel

Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat am 11. Februar ein Analysepapier zum Thema Blockchain-Nutzung im Energiehandel veröffentlicht.

Der 54-seitige Report “Energierevolution getrieben durch Blockchain” aus dem Technologieprogramm Smart Service Welt II zeigt auf, welche Lösungen vier Energieprojekte des Blockchain-basierten Förderprogramms für den Umgang mit den technischen und ökonomischen Herausforderungen der Energiewende entwickeln.

Bund fördert bereits mehrere Forschungsprojekte

Dabei handelt es sich um die Projekte BloGPV, SMECS, ETIBLOGG und pebbles, welche aktuell die Entwicklung eines lokalen Blockchain-basierten Stromhandels und einer dezentralen, gemeinschaftlichen und fairen Stromspeicherbewirtschaftung erforschen.

Mittels digitaler Technologien wie Blockchain und neuen Geschäftsmodellen sollen neue und lukrative Vermarktungsmöglichkeiten für Kleinstmengen von Strom gefunden werden, die eine effiziente Zuordnung von lokalen Produzenten und Verbrauchern ermöglichen, ohne die Energienetze stark zu belasten

Neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten wie der Nutzung von Peer-to-Peer Energiehandel auf einem lokalen Energiemarkt widmet sich der Report auch anderen wichtigen Themen in diesem Zusammenhang. Auch  die regulatorischen Rahmenbedingungen für einen regionalen Stromhandel und die Auswirkungen von Blockchain-Energiehandel auf die Netzinfrastruktur werden eingehend beleuchtet.

In seinem Fazit hebt das Papier die großen technischen Vorteile von Blockchain-Technologie im Vergleich mit anderen Ansätzen hervor. In dem Text heißt es dazu:

“Die Blockchain-Technologie stellt in jedem der vier Verbundprojekte einen zentralen, technischen Baustein dar, um den Handel auf lokalen Energiemärkten oder den Stromtausch innerhalb lokaler Communities abzusichern.”

Energiesektor zentraler Bestandteil der Blockchain-Strategie

Die von der Bundesregierung im Jahr 2019 beschlossenen Blockchain-Strategie nennt “die praxisorientierte Forschung, Entwicklung und Demonstration der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft” als eines von mehreren konkreten Fördergebieten.

Wie Blockchain-Stromhandel auf lokaler Ebene funktionieren kann, demonstriert aktuell bereits das Startup Stromdao mit Pilotprojekten in Baden-Württemberg.

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Bundeswirtschaftsministerium vergibt Blockchain-Projekte an Deutsche Energie-Agentur dena

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) verschiedene Blockchain-Projekte im Energiesektor durchführen. Dies gab die dena am 11. Februar in einer Pressemitteilung bekannt.

Die dena will auf der zwischen dem 11. und 13 Februar in Essen stattfindenden Messe “E-world energy & water” erste Projekte vorstellen. Eingebettet werden sollen diese laut dena in “das „Future Energy Lab“, ein innovatives Pilotierungslabor, das den organisatorischen Rahmen für die Erprobung digitaler Technologien für Anwendungen in der Energiewirtschaft” bilden soll.

Laut dena sollen bis Ende 2021 darüber gemeinsam mit einem Netzwerk aus Unternehmen der Energie- und Digitalbranche folgende Projekte realisiert werden:  “Die Erprobung einer Datenbank für Geräte-Identitäten, der Aufbau eines Demonstrators zur Visualisierung von CO2-Emissionen sowie die Konzeptionierung eines Smart-Contract-Registers für die Energiewirtschaft.”

Zu den Zielen des “Future Energy Labs” schreibt dena-Chef Andreas Kuhlmann:

“Im Future Energy Lab haben wir die Möglichkeit, gemeinsam mit Praktikern aus Unternehmen und mit einem direkten Kanal zur Politik, Neues auszuprobieren und innovative Lösungen für die integrierte Energiewende auf den Weg zu bringen.”

Geplant sei eine Art “Pilotierungslabor ”, um digitale Technologien für den Einsatz im Energiesektor zu erproben. Darin sollen auf Basis digitaler Technologien wie Blockchain konkrete Anwendungen für den Energiesektor unter realen Bedingungen erprobt werden. Strategische und operative Kooperationen sollen mit dem “Future Energy Lab” ebenfalls gefördert werden.

Die dena setzt sich bereits seit Längerem intensiv mit der Blockchain-Technologie auseinander, bislang allerdings primär in Form von Marktanalysen und Studien. Anfang 2019 veröffentlichte die dena Ergebnisse einer Studie, laut der Energieversorger Blockchain-Technologie bislang vor allem im Peer-to-Peer-Handel untereinander einsetzen.

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Österreich: Stromnetzbetreiber APG will Blockchain für Netzregelung nutzen

Der österreichische Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) und die Schweizer Energy Web Foundation (EWF) führen gemeinsam einen Machbarkeitsnachweis für die dezentrale Stromnetzregelung per Blockchain-Technologie durch. Dies gab APG am 24. Januar per Pressemitteilung bekannt.

Blockchain soll Österreichs Stromnetze optimieren

Die Partner wollen testen, wie “kleine und dezentrale Flexibilitätsressourcen” an der Leistungs-Frequenzregelung des österreichischen Stromnetzes beteiligt werden können. Der von APG als “Flex-Hub”-Konzept bezeichnete Testaufbau nutzt das Energy Web Decentralized Operating System (EW-DOS) der EWF. Dabei sollen “Anlagenqualifikation und -registrierung, Gebotsmanagement, und Abrechnungsfunktionen für dezentrale Flexibilitäten unter einem Schirm” zusammengeführt werden.

Dahinter steckt, wie Gerhard Christiner von APG-Vorstand erläutert, die künftig immer wichtiger werdende dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien:

“Die Mission-2030-Ziele, bis zum Jahr 2030 bilanziell 100 Prozent erneuerbaren Strom in Österreich zu haben, sind durchaus zu schaffen, wenn man es wirklich will! […] Zu diesem Zweck müssen wir die technischen Konzepte für einen „Flex-Hub“ entwickeln, welcher diese Potenziale für alle Marktakteure zugänglich macht, während die Netzrestriktionen auf allen Ebenen berücksichtigt werden.”

Einbindung kleinerer Verbraucher und Erzeuger

APG bezeichnet das EW-DOS der EWF als effizienten und kostengünstigen Weg, um kleinere Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen “für den Markt zu qualifizieren, deren Teilnahme an Netzregelungsprozess zu managen, sowie deren Abrechnung einfach durchzuführen.”

Im Gegensatz zu herkömmlichen zentralen IoT Cloud-Plattformen, ermögliche der EW-DOS-Ansatz den Nutzern, ihre Anlagen direkt zu registrieren.

Neben der Energy Web Foundation arbeiten auch andere Akteure aus dem Energiesektor an Blockchain-Lösungen für den dezentralen Stromhandel, so etwa das deutsche Startup Stromdao. Dass sich Blockchain-Technologie im Energiesektor schon heute gewinnbringend einsetzen lässt, hat eine im Februar 2019 vorgelegte Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) bereits umfassend herausgearbeitet.

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Ölkonzern Saudi Aramco investiert in Blockchain-Plattform Vakt

Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco hat Anteile der Blockchain-basierten Ölhandelsplattform Vakt aufgekauft, wie Reuters am heutigen 28. Januar berichtet.

Laut einer entsprechenden Pressemitteilung hat die Saudi Aramco Energy Ventures, die Investmentabteilung des Ölkonzerns, Firmenanteile in Höhe von 5 Mio. US-Dollar an Vakt gekauft. Mit diesem neuen Kapital soll die Blockchain-Handelsplattform für Rohöl weiterentwickelt und allen voran auf dem asiatischen Markt ausgebaut werden.

Allerdings ist der Grund für die Beteiligung nicht nur die bloße Investitionsabsicht, sondern die Aramco Trading, die Handelsabteilung des Ölkonzerns, soll die Plattform zukünftig auch in ihrem Geschäftsbetrieb zum Einsatz bringen. Momentan wird die Vakt bereits für die Rohölsorten North Sea Brent, Forties, Oseberg, Ekofisk und Troll genutzt, wobei der eigene Marktanteil schon relativ hoch sein soll. Mit dem Einstieg der Aramco Trading wird das Handelsvolumen der Blockchain-Plattform deutlich erweitert werden, da es sich bei der Saudi Aramco um die größte Fördergesellschaft der Welt handelt.

Ein Paradigmenwechsel für den Rohölhandel?

Die Vakt ist spezialisiert auf die Abwicklung des Rohölhandels. So ermöglicht die Blockchain-Plattform eine effiziente, vollumfängliche Abwicklung von der Handelsfinanzierung bis hin zur Logistik. Durch die Digitalisierung dieser Vorgänge wird zudem ein hoher bürokratischer Aufwand vermieden, was eine beträchtliche Kostenersparnis bedeutet. Hans Middelthon, der leitende Direktor von SAEV Europe, meint dementsprechend: „VAKT hat unter Beweis gestellt, dass die firmeneigene Plattform das Potenzial hat, einen Prozess, der bisher noch auf viel Handarbeit basiert, vollständig zu digitalisieren.“

Der Einsatz der Blockchain-Technologie ist dabei nicht nur Selbstzweck, sondern sorgt dafür, dass es eine „Single Source of Truth“ für Käufer und Verkäufer gibt. Das bedeutet, dass die zur Abwicklung eines Handelsprozesses verwendeten Daten transparent und sicher vor Manipulation sind.

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