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Deutsche Wirtschaftsministerium veröffentlicht Analysepapier zur Blockchain-Nutzung im Stromhandel

Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat am 11. Februar ein Analysepapier zum Thema Blockchain-Nutzung im Energiehandel veröffentlicht.

Der 54-seitige Report “Energierevolution getrieben durch Blockchain” aus dem Technologieprogramm Smart Service Welt II zeigt auf, welche Lösungen vier Energieprojekte des Blockchain-basierten Förderprogramms für den Umgang mit den technischen und ökonomischen Herausforderungen der Energiewende entwickeln.

Bund fördert bereits mehrere Forschungsprojekte

Dabei handelt es sich um die Projekte BloGPV, SMECS, ETIBLOGG und pebbles, welche aktuell die Entwicklung eines lokalen Blockchain-basierten Stromhandels und einer dezentralen, gemeinschaftlichen und fairen Stromspeicherbewirtschaftung erforschen.

Mittels digitaler Technologien wie Blockchain und neuen Geschäftsmodellen sollen neue und lukrative Vermarktungsmöglichkeiten für Kleinstmengen von Strom gefunden werden, die eine effiziente Zuordnung von lokalen Produzenten und Verbrauchern ermöglichen, ohne die Energienetze stark zu belasten

Neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten wie der Nutzung von Peer-to-Peer Energiehandel auf einem lokalen Energiemarkt widmet sich der Report auch anderen wichtigen Themen in diesem Zusammenhang. Auch  die regulatorischen Rahmenbedingungen für einen regionalen Stromhandel und die Auswirkungen von Blockchain-Energiehandel auf die Netzinfrastruktur werden eingehend beleuchtet.

In seinem Fazit hebt das Papier die großen technischen Vorteile von Blockchain-Technologie im Vergleich mit anderen Ansätzen hervor. In dem Text heißt es dazu:

“Die Blockchain-Technologie stellt in jedem der vier Verbundprojekte einen zentralen, technischen Baustein dar, um den Handel auf lokalen Energiemärkten oder den Stromtausch innerhalb lokaler Communities abzusichern.”

Energiesektor zentraler Bestandteil der Blockchain-Strategie

Die von der Bundesregierung im Jahr 2019 beschlossenen Blockchain-Strategie nennt “die praxisorientierte Forschung, Entwicklung und Demonstration der Blockchain-Technologie in der Energiewirtschaft” als eines von mehreren konkreten Fördergebieten.

Wie Blockchain-Stromhandel auf lokaler Ebene funktionieren kann, demonstriert aktuell bereits das Startup Stromdao mit Pilotprojekten in Baden-Württemberg.

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Bundeswirtschaftsministerium vergibt Blockchain-Projekte an Deutsche Energie-Agentur dena

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) verschiedene Blockchain-Projekte im Energiesektor durchführen. Dies gab die dena am 11. Februar in einer Pressemitteilung bekannt.

Die dena will auf der zwischen dem 11. und 13 Februar in Essen stattfindenden Messe “E-world energy & water” erste Projekte vorstellen. Eingebettet werden sollen diese laut dena in “das „Future Energy Lab“, ein innovatives Pilotierungslabor, das den organisatorischen Rahmen für die Erprobung digitaler Technologien für Anwendungen in der Energiewirtschaft” bilden soll.

Laut dena sollen bis Ende 2021 darüber gemeinsam mit einem Netzwerk aus Unternehmen der Energie- und Digitalbranche folgende Projekte realisiert werden:  “Die Erprobung einer Datenbank für Geräte-Identitäten, der Aufbau eines Demonstrators zur Visualisierung von CO2-Emissionen sowie die Konzeptionierung eines Smart-Contract-Registers für die Energiewirtschaft.”

Zu den Zielen des “Future Energy Labs” schreibt dena-Chef Andreas Kuhlmann:

“Im Future Energy Lab haben wir die Möglichkeit, gemeinsam mit Praktikern aus Unternehmen und mit einem direkten Kanal zur Politik, Neues auszuprobieren und innovative Lösungen für die integrierte Energiewende auf den Weg zu bringen.”

Geplant sei eine Art “Pilotierungslabor ”, um digitale Technologien für den Einsatz im Energiesektor zu erproben. Darin sollen auf Basis digitaler Technologien wie Blockchain konkrete Anwendungen für den Energiesektor unter realen Bedingungen erprobt werden. Strategische und operative Kooperationen sollen mit dem “Future Energy Lab” ebenfalls gefördert werden.

Die dena setzt sich bereits seit Längerem intensiv mit der Blockchain-Technologie auseinander, bislang allerdings primär in Form von Marktanalysen und Studien. Anfang 2019 veröffentlichte die dena Ergebnisse einer Studie, laut der Energieversorger Blockchain-Technologie bislang vor allem im Peer-to-Peer-Handel untereinander einsetzen.

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Österreich: Stromnetzbetreiber APG will Blockchain für Netzregelung nutzen

Der österreichische Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) und die Schweizer Energy Web Foundation (EWF) führen gemeinsam einen Machbarkeitsnachweis für die dezentrale Stromnetzregelung per Blockchain-Technologie durch. Dies gab APG am 24. Januar per Pressemitteilung bekannt.

Blockchain soll Österreichs Stromnetze optimieren

Die Partner wollen testen, wie “kleine und dezentrale Flexibilitätsressourcen” an der Leistungs-Frequenzregelung des österreichischen Stromnetzes beteiligt werden können. Der von APG als “Flex-Hub”-Konzept bezeichnete Testaufbau nutzt das Energy Web Decentralized Operating System (EW-DOS) der EWF. Dabei sollen “Anlagenqualifikation und -registrierung, Gebotsmanagement, und Abrechnungsfunktionen für dezentrale Flexibilitäten unter einem Schirm” zusammengeführt werden.

Dahinter steckt, wie Gerhard Christiner von APG-Vorstand erläutert, die künftig immer wichtiger werdende dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien:

“Die Mission-2030-Ziele, bis zum Jahr 2030 bilanziell 100 Prozent erneuerbaren Strom in Österreich zu haben, sind durchaus zu schaffen, wenn man es wirklich will! […] Zu diesem Zweck müssen wir die technischen Konzepte für einen „Flex-Hub“ entwickeln, welcher diese Potenziale für alle Marktakteure zugänglich macht, während die Netzrestriktionen auf allen Ebenen berücksichtigt werden.”

Einbindung kleinerer Verbraucher und Erzeuger

APG bezeichnet das EW-DOS der EWF als effizienten und kostengünstigen Weg, um kleinere Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen “für den Markt zu qualifizieren, deren Teilnahme an Netzregelungsprozess zu managen, sowie deren Abrechnung einfach durchzuführen.”

Im Gegensatz zu herkömmlichen zentralen IoT Cloud-Plattformen, ermögliche der EW-DOS-Ansatz den Nutzern, ihre Anlagen direkt zu registrieren.

Neben der Energy Web Foundation arbeiten auch andere Akteure aus dem Energiesektor an Blockchain-Lösungen für den dezentralen Stromhandel, so etwa das deutsche Startup Stromdao. Dass sich Blockchain-Technologie im Energiesektor schon heute gewinnbringend einsetzen lässt, hat eine im Februar 2019 vorgelegte Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) bereits umfassend herausgearbeitet.

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Ölkonzern Saudi Aramco investiert in Blockchain-Plattform Vakt

Der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco hat Anteile der Blockchain-basierten Ölhandelsplattform Vakt aufgekauft, wie Reuters am heutigen 28. Januar berichtet.

Laut einer entsprechenden Pressemitteilung hat die Saudi Aramco Energy Ventures, die Investmentabteilung des Ölkonzerns, Firmenanteile in Höhe von 5 Mio. US-Dollar an Vakt gekauft. Mit diesem neuen Kapital soll die Blockchain-Handelsplattform für Rohöl weiterentwickelt und allen voran auf dem asiatischen Markt ausgebaut werden.

Allerdings ist der Grund für die Beteiligung nicht nur die bloße Investitionsabsicht, sondern die Aramco Trading, die Handelsabteilung des Ölkonzerns, soll die Plattform zukünftig auch in ihrem Geschäftsbetrieb zum Einsatz bringen. Momentan wird die Vakt bereits für die Rohölsorten North Sea Brent, Forties, Oseberg, Ekofisk und Troll genutzt, wobei der eigene Marktanteil schon relativ hoch sein soll. Mit dem Einstieg der Aramco Trading wird das Handelsvolumen der Blockchain-Plattform deutlich erweitert werden, da es sich bei der Saudi Aramco um die größte Fördergesellschaft der Welt handelt.

Ein Paradigmenwechsel für den Rohölhandel?

Die Vakt ist spezialisiert auf die Abwicklung des Rohölhandels. So ermöglicht die Blockchain-Plattform eine effiziente, vollumfängliche Abwicklung von der Handelsfinanzierung bis hin zur Logistik. Durch die Digitalisierung dieser Vorgänge wird zudem ein hoher bürokratischer Aufwand vermieden, was eine beträchtliche Kostenersparnis bedeutet. Hans Middelthon, der leitende Direktor von SAEV Europe, meint dementsprechend: „VAKT hat unter Beweis gestellt, dass die firmeneigene Plattform das Potenzial hat, einen Prozess, der bisher noch auf viel Handarbeit basiert, vollständig zu digitalisieren.“

Der Einsatz der Blockchain-Technologie ist dabei nicht nur Selbstzweck, sondern sorgt dafür, dass es eine „Single Source of Truth“ für Käufer und Verkäufer gibt. Das bedeutet, dass die zur Abwicklung eines Handelsprozesses verwendeten Daten transparent und sicher vor Manipulation sind.

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Norddeutsche EnergieWende 4.0: Blockchain-Energieplattform besteht Praxistests

Das Verbundprojekt Norddeutsche EnergieWende 4.0 (NEW 4.0) hat unter Beteiligung mehrerer Industrieunternehmen und Stromproduzenten eine Blockchain-Handelsplattform für erneuerbare Energie getestet. Dies meldete die für die Entwicklung der Blockchain-Plattform mitverantwortliche Ponton GmbH am 21. Januar.

Blockchain-Stromhandel mit Großabnehmern

Unter Realbedingungen seien verschiedene Anwendungsfälle erfolgreich getestet worden, wie “kurzfristige, auf individuellen Lieferintervallen basierende Flexibilitätsgeschäfte zwischen industriellen Großabnehmern wie TRIMET Aluminium SE, ArcelorMittal Hamburg GmbH und Aurubis AG”. Zur Bedeutung dieser Tests mit Großunternehmen schreibt Ponton:

“Diese Produzenten benötigen große Mengen an Energie für ihre Produktionsprozesse und bieten gelegentlich überschüssige Energie an, die sie kurzfristig verkaufen können. Die neue Energiehandelsplattform NEW 4.0 ermöglicht die Monetarisierung der Flexibilität durch den Verkauf von Strom an Verbraucher, die einen unerwarteten Bedarf an zusätzlicher Energie haben. Dies ermöglicht eine effizientere Nutzung von regionalen Flexibilitäten, die in industriellen Prozessen schlummern.”

Der über die Blockchain-Plattform gehandelte Strom für den Test wurde von mehreren Partnern bereitgestellt. Die Stadtwerke Norderstedt lieferten grünen Überschussstrom aus Windkraftanlagen an ihre Einzelhandelskunden und die Stadtwerke Flensburg stellte Strom aus einem Heizkraftwerk bereit.

Die von Ponton mit entwickelte Energieplattform nutzt nach Aussage des Unternehmens Pontons WRMHL Blockchain Framework, welches auf der Konsensus-Engine Tendermint Core basiert.

Weitere Pilottests für Stromhandel auf der Blockchain

Stromhandel per Blockchain wird bereits von mehreren Projekten getestet. Der Energieversorger Wien Energie testet in der österreichischen Hauptstadt bereits seit dem Sommer mit 100 Anwohnern den dezentralen Handel von selbst erzeugtem Solarstrom per Blockchain. In Deutschland führen die Stadtwerke von Tübingen und Eberbach Pilottests mit einem durch das Startup Stromdao bereitgestellten System durch. In einem in der österreichischen Steiermark können lokale Energiegemeinschaften in einem Praxistest den eigenen Solarstrom über ein Blockchain-System untereinander handeln.

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Blockchain-Firma BitFury: Partnerschaft mit UN bei Waldprojekt in Kasachstan

Die Blockchain-Entwicklungsfirma Bitfury will gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) an einem Projekt zur Erhaltung und Vergrößerung von Waldflächen in Kasachstan arbeiten.

Wie die Astana Times am 14. Januar berichtete, soll das Projekt dem Land dabei helfen, seine Treibhausgasemissionen im kommenden Jahrzehnt um 15 Prozent zu reduzieren, um seine Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen von 2016 zu erfüllen.

Kompensation des CO2-Fußabdrucks von Bifury

Bitfury und das UNDP wollen noch in diesem Monat ein Abkommen mit dem kasachischen Ministerium für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen unterzeichnen, um ein Waldgebiet in der Region Pawlodar zu schaffen.

Das Projekt will mit der Schaffung von 20 Hektar beginnen, die das Kohlendioxid, das beim Betrieb von Bitfury entsteht, aufnehmen sollen. Dieses Kohlendioxid wird dabei von den lokalen Stromversorgern ausgestoßen, die Kohle nutzen. Damit soll der CO2-Fußabdruck von Bitfury zwischen 100 und 110 Prozent ausgeglichen werden.

Die Astana Times erklärte, das Kasachstan derzeit zwar 29 Millionen Hektar Wald habe, der größte Teil davon jedoch von illegalen Waldbränden, Abholzung und Landnutzungsänderungen bedroht sei.

Meruyert Sarsembayeva, eine Expertin für Finanzierungsmechanismen bei der Biodiversity Financing Initiative (BIOFIN), sagte gegenüber Reportern, dass nur ein Teil der 29 Millionen Hektar geschützt sei. Andere Flächen seien vom staatlichen Waldfonds ausgeschlossen. Sarsembayeva erklärte:

„Wir werden mit Wäldern arbeiten, die nicht berücksichtigt und bewirtschaftet werden. Gerade diese Wälder sind von Waldbränden und Krankheiten bedroht. Wenn sie nicht legitimiert und in den Staatsforstfonds überführt werden, kann das dazu führen, dass sie noch mehr Emissionen ausstoßen“.

Die Initiative von Bitfury und des UNDP zur Reduzierung von CO2-Emissionen werden von BIOFIN geleitet. Dies geschieht im Rahmen der Arbeit von BIOFIN an der Verbesserung der Waldbewirtschaftung durch Gesetzesänderungen und an der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Emissionsreduktion.

BIOFIN hilft weltweit verschiedenen Ländern, ihre Ausgaben für die biologische Vielfalt zu bewerten und ihre Finanzierungsansätze strategischer zu gestalten, um ökologische Ziele zu erreichen.

Mit Unterstützung der UNO hat Kasachstan seinen jährlichen Energieverbrauch in den letzten fünf Jahren bereits zwischen 25 und 45 Prozent im Rahmen eines Pilotprojekts zur Beheizung von Wohngebäuden reduziert. Das Land will bis zum Jahr 2050 50 Prozent seiner Energie aus nachhaltigen Quellen beziehen.

Yakup Beris, der UNDP-Vertreter für Wohngebiete in Kasachstan, hat gegenüber dem UNDP-Pressedienst gesagt, was das Bitfury-UNDP-BIOFIN-Projekt repräsentiere:

„Die erste Initiative für die Reduzierung von Kohlenstoff-Emissionen für Kasachstan. Wir hoffen, dass das Projekt die Anstrengungen des Landes zur Reduzierung von Kohlendioxid in Partnerschaft mit dem Privatsektor beschleunigen wird. Diese praktischen Lösungen werden eine Institutionalisierung und Ausweitung erfordern“.

Rolle von Krypto in der grünen Revolution

Wie Cointelegraph im Herbst 2019 berichtete, hat eine Untersuchung von New Scientist ergeben, dass Bitcoin (BTC)-Mining mit der Bekämpfung des Klimawandels durchaus vereinbar sei. Dabei wurde auch auf die irreführenden Annahmen hingewiesen, die durch einige eher reißerische Berichte und Studien zu diesem Thema entstanden seien.

Zuvor hatten mehrere Energieexperten die Behauptung kritisiert, dass der hohe Energieverbrauch die „Achillesferse“ von Bitcoin sei. Sie würden die Debatte gerne vom Energieverbrauch auf die Frage verlagern, wo diese Energie produziert wird und wie diese erzeugt wird.

Im vergangenen Juni ergab eine Studie, dass 74,1 Prozent des Bitcoin-Minings mit erneuerbaren Energien betrieben werde.

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Chinesische Behörden beschlagnahmen knapp 7.000 Mining-Geräte

Die chinesischen Behörden haben knapp 7.000 Mining-Geräte beschlagnahmt, die illegale Stromnutzung betrieben haben sollen.

Die Beschlagnahmung geschah im Rahmen einer Prüfung von mehr als 70.000 Haushalten, 3.061 Einzelhändlern, 1.470 Gemeinden sowie Fabriken, Dörfern und Minen im Distrikt Kaiping, der wiederum der Stadt Tangshan angehört. Die Untersuchungen wurden von der Polizei Tangshan in Zusammenarbeit mit dem Energieministerium und anderen betroffenen Aufsichtsbehörden durchgeführt, um den illegalen Verbrauch von Strom zu bekämpfen.

Die Untersuchung wurde bereits im vergangenen April eingeleitet, wobei nun insgesamt 6.890 Mining-Geräte und 52 Starkstrom-Transformatoren sichergestellt wurden. Laut Angaben der Polizei hatten die Krypto-Miner unberechtigt Strom aus einem nahegelegenen Dorf geklaut. Mining-Geräte sollen Rund-um-die-Uhr betrieben worden sein, weshalb sie bis zu das 40-Fache eines durchschnittlichen Haushaltes verbraucht haben.

Behörden kämpfen zunehmend gegen Krypto-Mining

China ist für knapp 66% der weltweiten Mining-Power, besser bekannt als Hashrate, verantwortlich. Im Zuge dessen ist die illegale Nutzung von Strom für Krypto-Mining zu einem echten Problem geworden, gegen das die heimischen Behörden verstärkt vorgehen. So haben zum Beispiel die Aufsichtsbehörden der chinesischen Provinz Innere Mongolei im November Untersuchungen gegen Mining-Unternehmen eingeleitet.

Auch in anderen Ländern ist die illegale Stromnutzung durch Krypto-Miner zunehmend ein Thema. So hat Abchasien zum Beispiel einen verstärkten Bedarf in seinen Stromnetzen festgestellt, der wohl größtenteils durch Mining-Farmen entstanden ist, die sich illegal ans Netz anschließen.

Die iranischen Behörden haben derweil eine Belohnung für die Offenlegung illegaler Krypto-Miner ausgesprochen. Da das Land seine Stromnutzung subventioniert, ist das Mining hier umso lukrativer. Um dem entgegenzuwirken versprechen die Behörden eine Belohnung in Höhen von bis zu 20% des entstandenen Schadens für Informationen über illegale Stromnutzung zum Zwecke des Minings.

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Blockchain-Ökostrom: Richard Lohwasser im Interview: „Die Branche ist eine der rückständigsten“

Wir haben im Jahr 2019 unzählige interessante Interviews geführt, die es wert sind, wiederholt veröffentlicht zu werden. So ist das folgende Interview bereits im Oktober 2019 bei BTC-ECHO veröffentlicht worden. 

BTC-ECHO: Was war für euch der Anlass, Lition zu gründen?

Richard Lohwasser: Mein Mitgründer und ich sind zehn Jahre lang in der Energiebranche tätig gewesen. Ich war bei McKinsey, Vattenfall und zuletzt bei ExtraEnergie. Immer wieder haben wir versucht, frischen Wind in unsere Branche zu bringen. Obwohl ich zuletzt sogar Geschäftsführer war, ist es mir nicht gelungen, innovative Konzepte auszuprobieren. Es gab immer ein Nein. Die Branche ist nicht umsonst eine der rückständigsten.

BTC-ECHO: Ihr habt einen Strommarktplatz für ökologisch erzeugten Strom entwickelt, wo kommt da jetzt die Blockchain zum Einsatz?

Richard Lohwasser: Die Blockchain nutzen wir für Peer-to-Peer-Trading. Wenn man mit Bitcoin Geld ohne Bank transferieren kann, warum kann man dann nicht auch Kilowattstunden ohne Versorger transferieren? Direkt zwischen Erzeuger, also dem Kraftwerk auf der einen Seite und Konsument oder Kunde auf der anderen Seite. Das ist die Idee von Lition und genau da setzen wir die Blockchain ein.

BTC-ECHO: Wie dezentral ist die Blockchain-Lösung? Verifizieren die Nodes die Transaktionen?

Richard Lohwasser: In unserer Blockchain-Infrastruktur, einer Sidechain-Lösung auf Ethereum, gibt es keine Super Nodes oder Ähnliches. Es ist ein BFT-Konsensus-Mechanismus, in dem jede Node gleich gewichtet ist und Blocks mit einer Zweidrittelmehrheit geschrieben werden. Also absolut demokratisch und dezentral.

BTC-ECHO: Kann ich dann als Verbraucher auch nachvollziehen, wo der Strom herkommt, ergo Strom-Tracking über die Blockchain durchführen?

Richard Lohwasser: Genau, jeder Erzeuger hat einen öffentlichen Schlüssel, den wir veröffentlichen und den der Erzeuger auch veröffentlicht. Anhand dieses Schlüssels lässt sich mathematisch nachweisen, dass eine Energie-Verkaufstransaktion auch von einem bestimmten Kraftwerk gekommen ist – das gleiche Prinzip wie bei Bitcoins.

BTC-ECHO: Muss ich dann bei euch meine Stromrechnung mit einer Kryptowährung bezahlen?

Richard Lohwasser: Man kann mit Binance Token die Stromrechnung bei uns bezahlen, aber die große Mehrheit nutzt die klassische Lastschrift vom Bankkonto.

BTC-ECHO: Wie kommt dabei für den Kunden eine Ersparnis zustande?

Richard Lohwasser: Der Kunde nutzt uns über unsere Website Lition.de als ganz normalen Energieversorger. Man braucht dafür keine Wallet, alles was wir brauchen, ist die Zählernummer und ein Bankkonto. Mit der Blockchain kommt der Kunde nur in Berührung, wenn er mit ihr in Berührung kommen möchte. Also wenn er eigene Transaktionen signieren möchte, eine eigene Node laufen lassen möchte oder wenn er unsere Lition Token zum Staken verwenden möchte – das ist aber alles optional.

BTC-ECHO: Der Kunde hat also die Möglichkeit, selbst an diesem Strommarktplatz zu verdienen?

Richard Lohwasser: Richtig, unsere Blockchain-Infrastruktur – die Lition.io-Blockchain – nutzt Lition Token als Gas, genau wie bei Ethereum. Als Konsensus-Mechanismus haben wir aber nicht Proof of Work gewählt, sondern nutzen in unserem Mainnet, das letzte Woche gestartet ist, einen Proof-of-Stake-Mechanismus, der deutlich energieschonender ist. Schließlich können wir schlecht einen grünen Energiemarktplatz ausschließlich mit grünen Energieerzeugern anbieten, wenn wir auf der anderen Seite Energiefresser wie Proof of Work Blockchains verwenden.

BTC-ECHO: Der traditionelle Stromkonzern wird damit übergangen?

Richard Lohwasser: Ja, mit Lition macht man aktuell die Leipziger Energiebörse überflüssig. Dieser Mittelsmann wird komplett aus der Gleichung genommen. Wenn sich das Gesetz ändert, kann man mit Peer-to-Peer-Trading auch den Energieerzeuger selbst aus der Gleichung nehmen.

BTC-ECHO: Auf eurer Homepage steht Lition.de sei das Stromsystem der Zukunft. Was meint ihr damit?

Richard Lohwasser: Unser aktuelles Stromsystem wurde 1999, vor zwanzig Jahren, entworfen. Dort kam es zur Trennung von Erzeugung, Vertrieb und Handel. Das ist aber nicht mehr zeitgemäß. Wir haben inzwischen ein sehr komplexes System, in dem vor allem die Mittelsmänner verdienen. Letztlich braucht man aber nur drei Parteien. Man benötigt einen Erzeuger, der den Strom produziert, man braucht einen Netzbetreiber, der die Stromkabel im Boden hat und man braucht den Kunden. Faktisch wurde aber sehr viel drumherum geschaffen. Es wurden Energieversorger geschaffen, so wie Vattenfall zum Beispiel, die die Stromrechnung erstellen. Es gibt die Trading-Firmen, die Stromgewinne machen. In Summe gibt es fast 1.000 verschiedene Netzbetreiber in Deutschland, die natürlich alle miteinander kommunizieren müssen. Das ist alles ein System, das meines Erachtens nicht mehr zeitgemäß ist. Es sollte verschlankt werden. Man sollte wegkommen von den staatlichen Monopolen. Und blockchainbasiertes Peer-to-Peer-Energie-Trading ist dafür eine sehr gute Lösung.

BTC-ECHO: Nun fördert ihr mit eurem Blockchain-Marktplatz ökologische Energiewirtschaft. Wo siehst du bei der Blockchain noch andere Ansätze, wie Blockchain ökologisch nachhaltige Energiewirtschaft fördern oder generell dem Klima zuträglich sein kann?

Richard Lohwasser: Ein weiteres Thema, das wir nur indirekt betreiben, sind Herkunftsnachweise. Wenn man bei uns Strom von einem Kraftwerk kauft, weiß man, dass Strom von diesem Kraftwerk ökonomisch gekommen ist. Wir kaufen in genau der Menge Strom von diesem Kraftwerk über die traditionellen Alte-Welt-Kanäle. Ein weiterer Ansatzpunkt wäre, dass man jegliche Art der CO2-Vermeidung in Blockchains über Echtheitszertifikate darstellen kann.

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Energieverband Edna öffnet Blockchain-Initiative für andere Technologien

Der deutsche Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation (Edna) öffnet seine Blockchain-Initiative Energie unter dem neuen Namen Blockchain-Initiative Energie+ (BCI-E+) für andere Technologien, so eine Pressemitteilung des Edna vom 28. November.

Blockchain alleine reicht nicht

Auslöser für diese Neupositionierung sei die Erkenntnis gewesen, “dass die Blockchain in bestimmten Prozessen eine sehr gute Lösung ist, in anderen aber nicht oder nur in Kombination mit weiteren Technologien”, erläutert Richard Plum, Produktmanager Consulting bei ProCom und Vorsitzender der BCI-E+.

Anhand des Beispiels der Elektromobilität werde deutlich, dass sich die anstehenden Herausforderungen der Digitalisierung nur lösen ließen, wenn man sich vom “Kästchendenken” verabschiede. Die Elektromobilität hänge etwa mit Themen wie Smart City, Flexibilitätsmanagement oder dezentralen Versorgungskonzepten ebenso zusammen wie mit ganz klassischen Prozessen, etwa der Abrechnung, schreibt die Edna weiter.

In einem sogenannten “Technologieradar” für die Energiebranche sollen in einem ersten Schritt “Themenfelder und die damit zusammenhängenden Prozesse mit den jeweils passenden Technologien verknüpft werden”.

Weitere Zukunftstechnologien

Auch die Bereiche Internet of Things (IoT), Machine Learning (ML), Neue User Experience (UI/UX), Robotic Process Automation (RPA) und Datenbanken der nächsten Generation könnten künftig in der erweiterten Blockchain-Initiative Energie+ eine Rolle spielen.

Als erstes großes Projekt hatte die Blockchain-Initiative von Edna Anfang 2019 sein MaKoChain genanntes Blockchain-Projekt für Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Händler aus dem Energiesektor vorgestellt.

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Neue Studie: CO₂-Ausstoß von Bitcoin ist weitaus geringer als bisher angenommen

Neue Forschungsdaten zeigen, dass das Mining von Bitcoin (BTC) scheinbar gar nicht so klimaschädlich ist, wie oftmals gedacht. Das bekannte Wissenschaftsmagazin The New Scientist berichtete am 20. November über die entsprechenden Erkenntnisse.

Vorherige Berechnungen nicht differenziert genug

In einer neuen Studie sind Susanne Köhler und Massimo Pizzol von der dänischen Universität Aalborg zu dem Schluss gekommen, dass der vermeintlich hohe Energieverbrauch des Bitcoin-Minings, der zuletzt auf 63 Megatonnen CO₂ beziffert wurde, deutlich geringer ausfällt als gedacht.

Die Berechnungen, die von der Studie angezweifelt werden, stützen sich nämlich auf die Annahme, dass der CO₂-Ausstoß, der vor allen Dingen beim Mining in China durch Stromverbrauch generiert wird, gleichmäßig ist.

China accounts for 47 per cent of bitcoin's carbon emissions

Prozentualer CO₂-Ausstoß durch Bitcoin-Mining nach Regionen

Quelle: Studie von Susanne Köhler und Massimo Pizzol. Abdruck aus The New Scientist 

Wenn die chinesische Mining-Branche jedoch nach regionalen Unterschieden betrachtet wird, dann zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild ab. So hätte der chinesische CO₂-Ausstoß für Bitcoin im Jahr 2018 dann „nur noch“ 17,29 Megatonnen betragen.

Diese Unterschiede ergeben sich daraus, dass zum Beispiel die von der Kohlekraft abhängige Innere Mongolei, die 12,3% des gesamten chinesischen Bitcoin-Minings ausmacht, allein schon für 25% des CO₂-Ausstoßes verantwortlich ist. In der Provinz Sichuan, die ihrerseits hauptsächlich Strom durch Wasserkraft erzeugt, ist der Energieverbrauch dementsprechend geringer (siehe Grafik).

Die Wahrheit liegt in der Mitte

Allerdings sind diese neuen Erkenntnisse kein neuer Freibrief für die Kryptobranche, sondern vielmehr eine nüchterne Richtigstellung. So betont Köhler, dass Klimaaktivisten die Branche auf weiterhin im Auge behalten müssten, da der Energieverbrauch pro geschürftem Bitcoin kontinuierlich steigt. Nichtsdestotrotz fordert sie gleichsam, dass der CO₂-Ausstoß der Branche realistisch betrachtet werden müsse und die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte liegt:

„Auf der einen Seite haben wir die panischen Aktivisten, die Alarm schlagen, dass wir allein wegen Bitcoin nicht die Ziele des Pariser-Klimaabkommens einhalten können und auf der anderen Seite haben wir die Bitcoin-Community, die behauptet, dass Mining hauptsächlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird und deshalb völlig harmlos ist.“

In diesem Zusammenhang bestätigen die Forscher auch, dass der Großteil des CO₂-Ausstoßes von Bitcoin durch den Stromverbrauch beim Mining zustande kommen. Die Entsorgung von Mining-Hardware ist demnach lediglich für 1% verantwortlich.

Auch andere Experten haben zuvor immer wieder der gängigen Behauptung widersprochen, dass die vermeintlich mangelnde Umweltverträglichkeit von Bitcoin eines der größten Gegenargumente der Kryptowährung ist.   

Eine andere Studie hatte im Juni wiederum ergeben, dass 71,4% des Bitcoin-Minings aus erneuerbaren Energien stammt.

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