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Technischer Totalausfall bei EZB zeigt Stärke von Bitcoin

Das war knapp: Am 23. Oktober kam es zu einem schweren Zwischenfall bei der EZB. Zwischenzeitlich waren keine Zahlungen mehr möglich. Der Vorfall zeigt die Schwächen der Zentralisierung – und demonstriert gleichzeitig Bitcoins größte Stärke.

Am Freitag kam es bei allen Zentralbanken im Euroraum zu einem Totalausfall. Mitbekommen haben das hierzulande jedoch nur jene, die sich im Mail-Verteiler der Bundesbank befinden. Konkret geht es um einen Vorfall beim Target2-System, das europäische Banken und Zentralbanken verbindet. Es ermöglicht die schelle Abwicklung von Zahlungen im Interbankenverkehr – wenn es denn funktioniert. Das Finanznachrichten-Portal Finanz-Szene berichtetezuerst von dem Komplettausfall bei der Europäischen Zentralbank (EZB). 

EZB: Totalausfall der Zahlungssysteme nach internem Fehler

Danach ist es am 23. Oktober gegen Nachmittag zu einer internen Störung bei Target2 gekommen. Dadurch waren ab 14:40 keine Abwicklungen mehr möglich. Auch sämtliche Backup-Systeme waren ausgefallen. 

Am 25. Oktober veröffentlichtedie Europäische Zentralbank (EZB) eine Mitteilung zu dem Vorfall. Demnach waren sowohl TIPS das Settlement-System für Zahlungsdienstleister als auch auch T2S, die Wertpapier-Settlement-Plattform der EZB, Target2 Securities (T2S), betroffen.

Ein größerer Zwischenfall hatte Auswirkungen auf das TARGET2-System, seine Teilnehmer und T2S-Akteure. Aufgrund eines internen Problems, das die TARGET2-Infrastruktur betraf, waren alle Abwicklungsdienste ab etwa 14.40 Uhr MEZ nicht mehr verfügbar. Infolgedessen konnten mehrere Stunden lang keine Zahlungen, Nebensystem-Instruktionen oder Liquiditätstransfers von/nach TIPS und T2S abgewickelt werden.

In der Folge setzte die EZB das System in den Wartungs-Modus: 

Das System schloss für das Werstellungsdatum 23.10.2020 um 3:30 MEZ am Samstag, 24.10.2020, nachdem alle ausstehenden Zahlungsanweisungen verarbeitet worden waren. Alle Teilnehmer erhielten daraufhin die Tagesendabrechnung mit allen Transaktionen, die zum Valutatag 23.10.2020 abgewickelt wurden. Die Teilnehmer werden gebeten, ihren Abgleich für das Valutadatum 23.10.2020 abzuschließen und jede Abweichung an ihre nationale Zentralbank zu melden. 

Auch das Information and Control Module (ICM), unter anderem Zuständig für die schnelle Verbreitung von Informationen habe nicht mehr funktioniert. Das ICM Modul wird unter anderem dafür eingesetzt, um wichtige Informationen schnell unter den Plattform-Teilnehmern zu verbreiten. 

Was genau zu dem Totalausfall bei der EZB geführt hat, ist bislang noch unklar. Die europäische Notenbank ist zur Stunde noch mit der Ursachenforschung beschäftigt. Einen Cyber-Angriff könne man allerdings bereits jetzt schon ausschließen:

Eine gründliche Analyse der Grundursache des Vorfalls wurde eingeleitet, auch um eine Wiederholung in der Zukunft zu vermeiden. Ein Vorfall im Zusammenhang mit dem Cyberspace kann bereits ausgeschlossen werden. Das Eurosystem [EZB+Zentralbanken der Euroländer, Anm. d. Red.] wird den Marktteilnehmern in Kürze weitere Einzelheiten zu dem Vorfall mitteilen.

Hausgemachte Probleme

Vor der Einführung von TARGET2 im Jahr 2007 verband TARGET 16 unterschiedliche nationale Settlement-Systeme. Mit TARGET2 wurde die Umstellung auf eine einzelne Plattform (Single Shared Plattform, SSP) durchgeführt. Dabei standen vor allem Erwägungen hinsichtlich einer höheren (Kosten-)Effizienz bei Zahlungsabwicklungen im Interbanken-System.

Für Peter Grosskopf, Geschäftsführer und CTO bei der Börse Stuttgart Digital Exchange GmbH, hat der Vorfall die Gefahren eines Finanzsystems, das auf zentralisierten Strukturen basiert, drastisch vor Augen geführt. Dagegen zeigten Bitcoin und Co, wie ein stabiles Zahlungssystemen auf dezentralen Beinen stehen kann:

Peter Grosskopf via LinkedIn (Screenshot)

[…] Zentralisierte Systeme wie in der traditionellen Bankeninfrastruktur sind einfach anfällig für regulatorisches Versagen, selbst wenn man endlos viel Geld und Mühe in Redundanz und Failover investiert. Erinnern Sie sich an das letzte Mal, als das Internet ausfiel? Das war es nie, weil es dezentralisiert ist. Es gibt eine Reihe von dezentralisierten Systemen wie Bitcoin, Ethereum, Stellar, Tezos, die uns Wege zeigen, wie wir auf robuste und stabile Weise Werte von A nach B transferieren können, während das Internet Nachrichten und Informationen überträgt. […] Das„ Internet of Value“, auch Blockchain genannt, wird in seine Fußstapfen treten und das Leben für alle nächsten Generationen verändern.

so Großkopf in einem Posting im Sozialen Netzwerk LinkedIn.

Der Vorfall hat Wasser auf die Mühlen der CBDC-Befürworter gegeben, die schon länger einen digitalen Euro fordern, der auf der Distributed-Ledger-Technologie basiert. Dafür gibt es jedoch nach wie vor noch keine konkreten Pläne seitens der EZB.

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CBDC in Europa: Deutsche Bundesbank diskutiert digitalen Euro

Sich anpassen, um glücklich zu bleiben – so hat Burkhard Balz Konfuzius zitiert, um die Überlegungen für eine mögliche digitale Zentralbankwährung (CBDC) zu rechtfertigen. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank hat einige Fragen vorgestellt, die die Europäische Zentralbank als höchste Notenbank Europas beantworten muss.

Der Zentralbanker Balz hat in seiner am 20. Oktober online gehaltenen Rede zu CBDC (Central Bank Digital Currency) viele Fragen aufgeworfen. Dabei nahm er zuerst die COVID-19-Pandemie zum Anlass, über zumindest kurzfristige Änderungen der Zahlungsweisen in Europa zu reden. In Deutschland etwa zahlten im ersten Halbjahr 20 Prozent mehr Leute auf elektronischem Weg als noch im ersten Halbjahr 2019. In diesem Bereich des Privatsektors nehmen Zentralbanken nach Balz ebenfalls eine wichtige Rolle ein.

So kam der 51-Jährige schnell auf digitale Zentralbankwährungen zu sprechen. Bei der Entwicklung solcher CBDC liege die Europäische Union (EU) im Moment zwar noch weit zurück. Als Begründung führt Balz an, dass man erst wichtige Fragen kläre wolle, bevor man in Sachen CBDC auf europäischer Ebene tätig wird. Vorteile, Risiken, konkrete Gründe für die Einführung eines digitalen Euro und den Weg zum Ziel müsse man erst ergründen. Dabei dienten die Zentralbanken aber nur als Dienstleister. Die Entscheidung treffe letztlich die Politik, meint Balz.

CBDC zwischen Finanzen und Politik

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied hat dabei auch vom geplanten Facebook Stable Coin Libra gesprochen. Das Unternehmen Facebook verspricht, durch die geplante Digitalwährung Zahlungen schneller und billiger zu machen. Zu dem Zeitpunkt der Projektvorstellung im Juni 2019 hatte man in Europa längst angefangen, sich mit CBDC auseinanderzusetzen. Die Frage, wann eine europäische digitale Währung notwendig sei, ist aber nicht leicht zu beantworten.

Die Hauptfrage, die es zu stellen gilt, lautet: Unter welchen Bedingungen könnte die Einführung einer CBDC oder eines digitaler Euro für die Öffentlichkeit wünschenswert werden?

Das führt Burkhard Balz in seiner Rede an.

Der Trend geht insgesamt in Richtung bargeldloses Zahlen. Sinkt die Nachfrage an Bargeld, so steigt die Bedeutung von Geschäftsbanken und anderen Zahlungsdienstleistern. Vertrauen in private Anleger wäre ein Imperativ, dem sich wohl nicht alle Bürger beugen wollen. Eine digitale Alternative zu Bargeld sei daher nur eine Lösung der Bundesbank beziehungsweise der Europäischen Zentralbank, impliziert Balz. Die EZB verspricht, dass eine Euro-CBDC nur komplementär wäre – zumindest, solange die Nachfrage nach Bargeld gegeben ist.

Digitale Umwälzungen erfordern Anpassung des Finanzsystems

Balz versteht die Aufgabe des freien Markts darin, Innovationen zu entwickeln. Die Aufgabe der Bundesbank sei dabei, die Interessen der Gesellschaft zu schützen. In ihrem Fall ist das die finanzielle und wirtschaftliche Souveränität, die sich dann auch auf die politische auswirkt. Daher sieht er die Einführung besonders ausländischer digitaler Währungen als eine Gefahr an. Stable Coins, die potenziell globale Ausmaße annehmen könnten, müssten daher umfangreich reguliert werden. Eine eigene CBDC ist daher eine Option von vielen, Flexibilität sei wichtig. Ein E-Euro auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) sei daher ebenfalls nur eine Möglichkeit. Ein Allheilmittel für Probleme sieht er darin ebenfalls nicht.

Tatsächlich haben die Bahamas am gleichen Tag ihre eigene CBDC gestartet. Der Sand Dollar ist nun die erste digitale Zentralbankwährung, die außerhalb eines Pilotprojekts Anwendung findet. Zwar ist der mittelamerikanische Inselstaat mit knapp einer halben Million Einwohner schwer mit Europa vergleichbar. Trotzdem könnte der Gebrauch der Währung Antworten auf Probleme liefern.

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Zentralbank Finnlands zu Digitalem Euro: Nicht mehr weit weg

Coinbase hat beschlossen, mindestens zwei Krypto-Core Entwicklern, die Teil der Crypto Community sind, Zuschüsse zu sponsern. Die Suche nach Stipendiaten begann am 15. Oktober 2020.

Am 15. Oktober 2020 gab die Krypto-Handelsplattform Coinbase bekannt, mindestens zwei Bitcoin-Entwickler, die direkt zur Bitcoin Core-Codebasis oder zu eng verbundenen Bitcoin-Projekten beitragen zu fördern. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, „ein offenes Finanzsystem“ für alle zu schaffen.

Wir glauben, dass die Unterstützung bei der Vernetzung und dem Wachstum der Krypto-Ökonomie für den Aufbau eines offenen Finanzsystems für die Welt von entscheidender Bedeutung ist. Unser Crypto Community Fund zielt darauf ab, die gesamte Krypto-Industrie zu vergrößern und zu verbessern und gleichzeitig die Verwendung für alle einfacher und sicherer zu machen. Bei Erfolg beabsichtigen wir, das Programm auf andere Arten von Projekten und Krypto-Communities auszudehnen.

Im Folgendem wandte sich Coinbase an die Community. Man könne nun Bitcoin-Kernentwickler für das Sponsoring bewerben oder nominieren. Die eingehenden Vorschläge würden dann von aktuellen Bitcoin Core-Entwicklern und wichtigen Community-Mitgliedern beurteilt werden. Die finale Entscheidung treffe jedoch Coinbase selbst. Der Aufruf wurde von Coinbase wie folgt kommentiert:

Wir freuen uns, Projekte fast überall auf der Welt zu finanzieren. Während wir uns auf einjährige Entwicklerzuschüsse konzentrieren möchten, ermutigen wir auch Personen oder Teams mit kürzeren Projekten, sich zu bewerben. Bei Erfolg hoffen wir, den Crypto Community Fund im Laufe der Zeit zu vergrößern.

„Offenheit“ von Coinbase in der Diskussion

Am 27. September 2020 äußerte sich Brian Armstrong, Chief Executive Officer von Coinbase zu den internen Unternehmenswerten. Dabei sprach er sich quasi für eine Art politisches Diskussionsverbot aus. BTC ECHO berichtete damals. Armstrong Arsagte, dass man darauf achten müsse, das eigene Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich sei Coinbase ein gewinnorientiertes Unternehmen. Außerdem wolle er, dass seine Mitarbeiter Abstand von politischen und gesellschaftlichen Diskussionen nehmen und sich explizit auf eigene Produkte und Kunden konzentrieren.

Ich möchte, dass Coinbase sich auf das Erreichen seiner Mission konzentriert, weil ich glaube, dass wir auf diese Weise den größten Einfluss auf die Welt haben können.

Jack Dorsey, Mitbegründer des Zahlungsunternehmens Square kritisierte die Aussagen Armstrongs. Seine firmenpolitischen Ansichten, nicht über Politik bei der Arbeit zu debattieren, würden dem Zweck von Kryptowährung wie Bitcoin von Grund auf widersprechen. Indes begrüßte Dorsey via Twitter für die Förderung der Bitcoin Core-Entwickler aus.

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Digital Asset Management: METACO geht Partnerschaft mit Unbound ein

Coinbase hat beschlossen, mindestens zwei Krypto-Core Entwicklern, die Teil der Crypto Community sind, Zuschüsse zu sponsern. Die Suche nach Stipendiaten begann am 15. Oktober 2020.

Am 15. Oktober 2020 gab die Krypto-Handelsplattform Coinbase bekannt, mindestens zwei Bitcoin-Entwickler, die direkt zur Bitcoin Core-Codebasis oder zu eng verbundenen Bitcoin-Projekten beitragen zu fördern. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, „ein offenes Finanzsystem“ für alle zu schaffen.

Wir glauben, dass die Unterstützung bei der Vernetzung und dem Wachstum der Krypto-Ökonomie für den Aufbau eines offenen Finanzsystems für die Welt von entscheidender Bedeutung ist. Unser Crypto Community Fund zielt darauf ab, die gesamte Krypto-Industrie zu vergrößern und zu verbessern und gleichzeitig die Verwendung für alle einfacher und sicherer zu machen. Bei Erfolg beabsichtigen wir, das Programm auf andere Arten von Projekten und Krypto-Communities auszudehnen.

Im Folgendem wandte sich Coinbase an die Community. Man könne nun Bitcoin-Kernentwickler für das Sponsoring bewerben oder nominieren. Die eingehenden Vorschläge würden dann von aktuellen Bitcoin Core-Entwicklern und wichtigen Community-Mitgliedern beurteilt werden. Die finale Entscheidung treffe jedoch Coinbase selbst. Der Aufruf wurde von Coinbase wie folgt kommentiert:

Wir freuen uns, Projekte fast überall auf der Welt zu finanzieren. Während wir uns auf einjährige Entwicklerzuschüsse konzentrieren möchten, ermutigen wir auch Personen oder Teams mit kürzeren Projekten, sich zu bewerben. Bei Erfolg hoffen wir, den Crypto Community Fund im Laufe der Zeit zu vergrößern.

„Offenheit“ von Coinbase in der Diskussion

Am 27. September 2020 äußerte sich Brian Armstrong, Chief Executive Officer von Coinbase zu den internen Unternehmenswerten. Dabei sprach er sich quasi für eine Art politisches Diskussionsverbot aus. BTC ECHO berichtete damals. Armstrong Arsagte, dass man darauf achten müsse, das eigene Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich sei Coinbase ein gewinnorientiertes Unternehmen. Außerdem wolle er, dass seine Mitarbeiter Abstand von politischen und gesellschaftlichen Diskussionen nehmen und sich explizit auf eigene Produkte und Kunden konzentrieren.

Ich möchte, dass Coinbase sich auf das Erreichen seiner Mission konzentriert, weil ich glaube, dass wir auf diese Weise den größten Einfluss auf die Welt haben können.

Jack Dorsey, Mitbegründer des Zahlungsunternehmens Square kritisierte die Aussagen Armstrongs. Seine firmenpolitischen Ansichten, nicht über Politik bei der Arbeit zu debattieren, würden dem Zweck von Kryptowährung wie Bitcoin von Grund auf widersprechen. Indes begrüßte Dorsey via Twitter für die Förderung der Bitcoin Core-Entwickler aus.

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EZB startet Umfrage zum digitalen Euro – ist Bargeld bald Geschichte?

Auf dem Weg zum digitalen Euro wendet sich die EZB nun an die Öffentlichkeit. Auf ihrer Webseite befragt sie Bürger und Unternehmen, wie und ob sie digitale Euros nutzen würden.

Lange Zeit hat die Europäische Zentralbank (EZB) Kryptowährungen wie Bitcoin kritisiert. Doch weil andere Notenbanken verstärkt digitale Staatswährungen Währungen (Central Bank Digital Currency, CBDC) erforschen, sieht sich die EZB zunehmend unter Zugzwang. Am 12. Oktober hat die europäische Notenbank ein Konsultationsverfahren zur Vorbereitung auf einen digitalen Euro gestartet.

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Unter der Überschrift „Digitaler Euro: Ihre Meinung interessiert“ lädt die EZB auf ihrer Website Interessierte ein, an einer Befragung teilzunehmen. Diese richtet sich einerseits an Bürger und Unternehmen; doch auch Vertretern aus Wissenschaft, dem Finanzsektor sowie Behördenmitarbeitern wird auf den Puls gefühlt. Sie sollen angeben, wie und ob sie die Digitalwährung nutzen würden und welche Vor- und Nachteile dadurch entstehen könnten.

EZB-Befragung folgt auf CBDC-Bericht

Die Befragung folgt auf den bereits am 2. Oktober veröffentlichten Bericht über den Digitalen Euro, der von einer Taskforce um EZB-Direktor Fabio Panetta erarbeitet wurde. Demnach soll eine solche elektronische Form von Zentralbankgeld von der breiten Bevölkerung genutzt werden, ähnlich wie Bargeld, nur in digitaler Form. Die Währungshüter versicherten aber, ein digitaler Euro wäre eine Ergänzung zum Bargeld – kein Ersatz: „In jedem Fall wird das Eurosystem auch weiterhin Bargeld ausgeben,“ betont die Notenbank. Solange die Nachfrage nach Bargeld groß genug sei, werde es auch weiterhin den harten Taler geben.

Diesem Entschluss liegt eine plausible Entscheidung zugrunde. Der Euro soll laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde „fit für das digitale Zeitalter“ werden. Denn „die Menschen in Europa bezahlen, sparen und investieren immer häufiger auf elektronischem Weg. Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen in unsere Währung zu sichern“. Die europäischen Währungshüter wollen somit „gerüstet“ sein, einen digitalen Euro bereitzustellen, falls es Bedarf dafür gebe.

EZB spürt Innovationsdruck

Ferner entwickeln US-Konzerne wie beispielsweise Facebook mit Libra längst eigens digitale Währungen. Aber im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen Initiativen stünde ein digitaler Euro unter der Aufsicht der Zentralbank. Auch die CBDCs der chinesischen Zentralbank (PBoC) und die Zentralbank von Schweden stehen seit geraumer Zeit in den Startlöchern – erstere ist bereits vereinzelt im Einsatz. Hier möchte der EZB-Rat wohl den Anschluss und den Einfluss nicht verlieren.

So begründet die EZB ihr verstärktes CBDC-Interesse unter anderem damit, dass der digitale Euro die Digitalisierung und Unabhängigkeit Europas voranbringen würde.

Folglich biete sich an, einen solchen digitalen, programmierbaren Euro basierend auf einer Distributed-Ledger-Technologie (DLT) respektive Blockchain–Technologie zu entwickeln. Dadurch könnten folgenden Vorteile realisiert werden:

  • Programmierbarkeit von Geldflüssen durch Smart Contracts: Dies ermöglicht automatisierte Prozesse und Finanzdienstleistungen (Zinszahlungen, Darlehen, Treuhandkonten, Leasing, und Factoring).
  • Interoperabilität (über verschiedene Ökosysteme hinweg)
  • Machine-to-Machine Payments: Transaktionen von Maschinen und Geräten, zum Beispiel aus dem Bereich des Internet of Things (IoT) werden möglich
  •  Grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr: Durchführung weltweiter Zahlungen innerhalb von Sekunden.

Corona befeuert bargeldloses Zahlen

Durch die Corona-Pandemie hat sich der Trend zum digitalen Bezahlen in Deutschland und im Euroraum verstärkt. Doch auch vorher haben Europäer bereits in großem Umfang digital bezahlt: 98 Milliarden Zahlungen im Gesamtwert von gut 162 Billionen Euro in 19 EU-Staaten wurden 2019 nach EZB-Angaben bargeldlos abgewickelt. Das waren 8,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bequemlichkeit statt Privatsphäre

Da die Zentralbank über den digitalen Euro jede Transaktion nachvollziehen kann, beäugen Datenschützer das Vorhaben kritisch. Sie verlangen, dass die Privatsphäre ähnlich dem Bargeld geschützt wird. Mit Blick auf den digitalen Euro ist es allerdings wenig überraschend, dass sich die europäischen Währungshüter gegen anonymes Zentralbankgeld und Stable Coins aussprechen. Ihre Aufgabe ist es schließlich, das Geldmonopol des Staates durchzusetzen. In anderen Worten: die Kontrolle zu behalten.

Zumindest reagierte die EZB auf den Vorwurf, indem sie anonyme Käufe bis zu einem gewissen Geldbetrag ermöglichen will.

Noch kein offizieller Beschluss

Mit Blick auf den digitalen Euro stehen noch viele Grundsatzfragen offen. Bislang hat der EZB-Rat noch keinen offiziellen Beschluss gefasst, ob ein digitaler Euro eingeführt werden soll oder nicht. Bis etwa Mitte 2021 will die EZB entscheiden, ob ein entsprechendes Projekt wirklich umgesetzt wird.

Doch EZB-Präsidentin Christine Lagarde vermittelt den Eindruck, dass es ihr Ernst ist mit dem Projekt. Europas Notenbank möchte wohl nicht zu spät kommen. Denn auch die EZB weiß: Wenn sie jetzt eine wichtige technische Entwicklung verschläft, wäre das sicher ein Nachteil für die internationale Bedeutung des Euros und den gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

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Europäische Zentralbank befragt Öffentlichkeit zu digitalem Euro

Die Europäische Zentralbank hat am 12. Oktober eine öffentliche Konsultation über einen möglichen digitalen Euro eingeleitet

Die Entwicklung einer digitalen Zentralbankwährung in der Eurozone bekommt immer mehr Schwung. Die Zentralbank hat in ihrer Einführung in die öffentliche Konsultation erklärt, dass die Herausgabe einer CBDC dazu beitragen könnte, „die Auswirkungen von extremen Ereignissen – wie Naturkatastrophen oder Pandemien – abzufedern, wenn traditionelle Zahlungsdienste möglicherweise nicht mehr funktionieren“. 

Anfang des Monats hieß es in einem Bloomberg-Bericht, die EZB habe am 22. September den Begriff „digitaler Euro“ als Marke angemeldet. Die EZB veröffentlichte Anfang Oktober eine große neue Studie, die sich mit dem digitalen Euro befasst.

Wie es in dem Bericht heißt, ist ein weiterer wesentlicher Vorteil einer künftigen CBDC, dass die Eurozone eine „strategische Autonomie“ erhalte. In der Einleitung zur öffentlichen Konsultation heißt es, dass ein digitaler Euro eine Alternative zu „ausländischen digitalen Zahlungsmitteln bieten würde, die die Finanzstabilität und die geldpolitische Souveränität in der Euro-Zone untergraben könnten“. 

Einzelne Bürger, Unternehmen, NGOs, Gewerkschaften und akademische Organisationen können sich an der Umfrage beteiligen. Die EZB bittet die Nutzer, die möglichen Merkmale einer zukünftigen digitalen Währung nach ihrer Bedeutung zu ordnen:

Screenshot aus der öffentlichen Konsultation der EZB zum digitalen Euro. Quelle: EZB-Umfrage zum Eurosystem

Abgesehen von der Rangfolge dieser Prioritäten nach Bedeutung bittet die EZB die Befragten auch, zu dieser Rangfolge Stellung zu nehmen und etwaige spezifische Herausforderungen zu erläutern, die man erwarten könne und die sie von der Verwendung des digitalen Euro abhalten würden. Außerdem sollen die Befragten, Benutzerfunktionen vorschlagen, die die Inklusion fördern könnten, insbesondere für Leute ohne Bankkonto oder mit Behinderungen.

Zuletzt können die Befragten zwischen einem digitalen Euro, bei dem nicht jede einzelne Zahlung von einer Zentralbank oder einem Vermittler bearbeitet werden müsste, und einem digitalen Euro, bei dem Vermittler Transaktionen aufzeichnen müssten, entscheiden. 

Zur ersten Option (eine CBDC ohne Vermittler) erklärt die EZB, „die Verwendung eines digitalen Euro würde sich mehr wie Barzahlungen anfühlen, aber in digitaler Form. Sie könnten den digitalen Euro auch dann verwenden, wenn Sie nicht mit dem Internet verbunden sind und Ihre Privatsphäre und Ihre persönlichen Daten wären besser geschützt.“

Zur zweiten Option (eine CBDC mit Vermittler) erklärt die EZB, dass dieses Modell online funktionieren und ein größeres Potenzial für zusätzliche Dienstleistungen und die Unterstützung von Interaktionen mit bestehenden Dienstleistungen bieten würde. „Es könnte beispielsweise die Integration eines digitalen Euro in derzeit verfügbare elektronische Bankdienstleistungen und -anwendungen erleichtern.“ 

Die Umfrage umfasst auch einen speziellen Abschnitt über die Perspektiven von Finanz- und Technologiefachleuten, in dem sie um Feedback gebeten werden. Dabei geht es um die Rolle der Banken, kommerziellen Einrichtungen und Zahlungsinstitute beim Angebot eines digitalen Euro für Endnutzer. Er bittet auch um Rückmeldungen zu Lösungen zur Bekämpfung von Fälschungen, zur technischen Belastbarkeit und zum Design von Backend-Infrastrukturen oder Geräten, die etwa Datenschutz, Offline-Benutzbarkeit und finanzielle Integration bieten würden.

Weitere Themen in der Umfrage sind die Abstimmung von Datenschutz und Privatsphäre mit den Anforderungen der Geldwäschebekämpfung; Strategien, wie etwa Mengenbegrenzungen und gestaffelte Vergütungen, um die Einlagen der Geschäftsbanken und die Transmission der Geldpolitik zu schützen; währungsübergreifende Zahlungen; Verwendung außerhalb der Euro-Zone; sowie Integration mit Händlersystemen.

Unabhängig vom Ergebnis der Konsultation, praktischen Experimente und Diskussionen mit öffentlichen und privaten Interessengruppen hat die EZB erklärt, dass sie „gegen Mitte 2021“ eine Entscheidung darüber treffen werde, ob sie einen digitalen Euro lancieren werde.

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Dezentral ist anders: Das CBDC-Ideal der Zentralbanken

In einem neuen Report eruieren sieben Mitglieder der BIZ, welche Eigenschaften eine CBDC haben sollte, um die Vorzüge einer digitalen Währung mit dem gemeinsamen Ziel der Erhaltung der Finanzmarktstabilität zu vereinbaren.

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist ein Zusammenschluss der Notenbanken von 62 Jurisdiktionen. Ihr gehören unter anderen die Deutsche Bundesbank, die Europäische Zentralbank (EZB), die Chinesische Volksbank sowie das US-amerikanische Federal Reserve System an. Auch „Zentralbank der Zentralbanken“ genannt, hat die BIZ das Ziel, die Geldpolitik ihrer Mitgliedsbanken zu koordinieren. Central Bank Digital Currencies – kurz: CBDC – gehören zu den Themen, die den internationalen Notenbankern spätestens seit dem Alleingang der chinesischen Zentralbank derzeit besonders unter den Nägeln brennen.

Wie muss eine „CBDC“ ausgestaltet sein?

Die Autoren des am Freitag 9. Oktober erschienen Reports – neben der EZB gehören dazu die Zentralbanken von England, Schweden, Japan, Kanada, der Schweiz und den USA – beleuchten zunächst drei Prinzipien, die es bei der Erschaffung beziehungsweise der Herausgabe einer CBDC unbedingt zu beachten gebe.

An vorderster Stelle steht dabei der Grundsatz, dass eine CBDC nicht das Kerngeschäft einer Zentralbank, die Gewährleistung eines stabilen Finanzmarkts, negativ beeinträchtigen soll. Anstatt in Konkurrenz zu einer Landeswährung zu treten, soll eine CBDC diese ergänzen beziehungsweise unterstützen. Dies soll beispielsweise durch einen festen Wechselkurs von 1:1 zur jeweiligen Fiat-Währung garantiert werden.

Damit einher geht der zweite Grundsatz, den die Autoren des Reports bei einer CBDC umgesetzt sehen wollen: die Koexistenz verschiedener Geldformen. Die Einführung einer CBDC solle nicht das Ende von Bargeld markieren. CBDC, Bargeld und Buchgeld sollen parallel existieren und die Notenbanken weiter Bargeld herstellen, „so lange die Nachfrage gegeben ist“.

Als dritten Grundpfeiler umreißen EZB und Co. .das Thema „Innovation und Effizienz“. Darin beschreiben die Autoren die Notwendigkeit einer CBDC angesichts der wachsenden Zahl an alternativen Zahlungsmöglichkeiten, denen sich Verbraucher gegenüber sehen.Wenn auch nicht explizit erwähnt, ist davon auszugehen, dass die Autoren dabei vor allem Facebooks geplanten Stable Coin Libra sowie Kryptowährungen im Hinterkopf hatten, als sie schrieben:

Ohne kontinuierliche Innovation und Wettbewerb zur Steigerung der Effizienz des Zahlungssystems einer Gerichtsbarkeit können die Nutzer andere, weniger sichere Instrumente oder Währungen verwenden. Letztlich könnte dies zu Schäden für Wirtschaft und Verbraucher führen, die möglicherweise die Währungs- und Finanzstabilität beeinträchtigen.

Libras Weckruf hallt in der BIZ bis heute nach

Befürchtungen, die man von der BIZ und ihren Mitgliedern bereits seit 2018 vernehmen kann, als Facebook sein ambitioniertes Stable-Coin-Projekt vorstellte. Ein „Weckruf“ für die Zentralbanken, so die vielzitierte Reaktion vom damaligen EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré. Seit diesem Jahr ist er Chef des „Innovation Hub“ bei der BIZ.

Die These, dass es den Vorstoß aus der Privatwirtschaft in Form von Libra brauchte, damit die Zentralbanken sich ernsthaft mit der Entwicklung rein digitaler Staatswährungen auseinandersetzen, wird von einer Grafik aus dem BIZ-Report unterstützt. Diese zeigt einen deutlichen Anstieg der CBDC-Forschung bei Zentralbanken im Jahr 2018. Die wenigsten sind bislang jedoch über die Theorie hinausgekommen und haben einen Piloten lanciert.

Eigenschaften einer „guten“ CBDC

Der Report beschreibt weiter 14 Kerneigenschaften, die eine digitale Staatswährung erfüllen muss, um den oben beschriebenen Prinzipen gerecht zu werden. Beispielsweise sollen für den Endverbraucher bei der Verwendung einer CBDC keine beziehungsweise nur geringe Kosten entstehen; das gilt auch für etwaige Hardware-Anschaffungskosten. Auch die Akzeptanz und Verfügbarkeit sollen weitestgehend sichergestellt sein. Eine CBDC sollte idealerweise überall dort verwendet werden können, wo auch Bargeld akzeptiert wird. Auch die Möglichkeit, offline Transaktionen durchzuführen, gehört dazu.

Darüber hinaus sollte eine CBDC sowohl vor Cyberangriffen als auch äußeren Einflüssen wie Umweltkatastrophen gefeit sein.

Wer nun glaubt, dass die BIZ deshalb eine Distributed Ledger Technologie als Basis für eine CBDC empfiehlt, wandelt freilich auf dem Holzweg:

Während Systeme, die auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basieren, prinzipiell Vorteile in Bezug auf die Ausfallsicherheit bieten können, könnte dies auch ein zentralisiertes Ledger mit einer kleinen Anzahl von Datenzentren leisten.

Der zentralisierte Ansatz soll dabei – gerade vor dem Hintergrund von offline-Transaktionen – auch weiterhin die Kontrolle beziehungsweise Zensur der Geldströme durch die Zentralbanken ermöglichen:

Die Verbesserung des Benutzerkomforts durch die Möglichkeit von Offline- und Peer-to-Peer-Zahlungen würde jedoch zusätzliche Schutzmaßnahmen erfordern, um dem Betrugsrisiko entgegenzuwirken, da Sicherheitsmerkmale und zentralisierte Kontrollen (z.B. um gestohlene Gelder zu „sperren“ oder verdächtige Transaktionen abzufragen) auf einem verteilten System schwieriger zu implementieren sind.

Die Forschung geht weiter

Der Bericht schließt mit der Ankündigung der Autoren, weiterhin ihre Erkenntnisse in Sachen CBDC in die BIZ einzubringen. Der BIS Innovation Hub wird gleichzeitig dazu aufgerufen, die CBDC-Bestrebungen der Zentralbanken mit technologischen zu unterstützen. Im Gegenzug geloben die Autoren, mit dem Innovation Hub besonders bei den Fragen der Interoperabilität zwischen verschiedenen CBDCs zu kooperieren.

Die Chinesische Volksbank kocht unterdessen ihr eigenes Süppchen und verteilt ihren digitalen Renminbi schon einmal in roten Briefumschlägen.

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Was ist eine synthetische digitale Zentralbankwährung (sCBDC)?

Digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) befinden sich auf dem Vormarsch. Zahlreiche Länder, wie China und Schweden, arbeiten bereits an konkreten CBDC-Prototypen. Eine besondere Form einer CBDC ist eine synthetische CBDC (sCBDC). Bei einer sCBDC, häufig auch hybride „CBDC“ genannt, wird das CBDC-System nicht direkt von der Zentralbank verwaltet, sondern eine Vielzahl operativer Aufgaben wird an Institutionen des Privatsektors, wie beispielsweise E-Geld-Institute, ausgelagert. Im Falle einer sCBDC wird das emittierte Geld 100 Prozentmit Zentralbankreserven gedeckt. In diesem Gastbeitrag erläutern Jonas Groß und Anna Maria Bracio ein solches sCBDC-System und vergleichen es mit einem „klassischen“ CBDC-System.

Eine sCBDC ist eine Form von digitalem Zentralbankgeld, die in einer öffentlich-privaten Partnerschaft ausgestaltet ist. Hierbei erhalten E-Geld-Anbieter Zugang zu Zentralbankgeld – in Form von Zentralbankreserven – und besichern das entsprechende E-Geld zu 100 Prozent mit Zentralbankgeld.

Doch der Reihe nach: Was ist überhaupt E-Geld? Die Bundesbank definiert E-Geld als

jeder elektronisch, darunter auch magnetisch, gespeicherte monetäre Wert in Form einer Forderung an den Emittenten, der gegen Zahlung eines Geldbetrages ausgestellt wird, um damit Zahlungsvorgänge im Sinne des § 675f Abs. 1 S. 1 BGB durchzuführen, und der auch von anderen natürlichen oder juristischen Personen als dem Emittenten angenommen wird.

Häufig wird E-Geld entweder auf Prepaid-Karten oder Mobiltelefonen aufbewahrt. Wird ein Mobiltelefon für das Speichern von E-Geld verwendet, zahlt der Nutzer das Geld, das er in E-Geld umwandeln möchte – typischerweise über eine App – an den E-Geld-Emittenten. Der Benutzer erhält dann über die App E-Geld-Einheiten auf sein Mobiltelefon gutgeschrieben.

Wie wird E-Geld herausgegeben?

Um rechtlich E-Geld-Dienstleistungen anbieten zu können, müssen die Europäische Zentralbank (EZB) und die BaFin dem E-Geld-Institut (EMI) zunächst die Erlaubnis zur Ausgabe von E-Geld erteilen. Im Vergleich zu anderen Finanzdienstleistungen erweist sich E-Geld in der Regel als bequem, da E-Geld-Institute typischerweise mehr Erfahrung auf dem Gebiet des nutzerorientierten Designs sowie der Integration der E-Geld-Anwendungen in soziale Medien haben (Adrian, 2019). Zudem sind Transaktionskosten in der Regel relativ niedrig und das Vertrauen in E-Geld-Institute ist in einigen Ländern höher als in Banken (Adrian, 2019).

Abbildung 1 veranschaulicht den Prozess der E-Geld-Emission. Hierbei agieren der E-Geld-Emittent und der Endkunde als Hauptakteure. Der Endkunde beabsichtigt, einen bestimmten Geldbetrag in Euro als E-Geld-Einheiten zu halten. Das EMI kreiert digitales E-Geld und tauscht Giralgeld (Bankeinlagen) im Verhältnis 1:1 in E-Geld-Einheiten um.

Abbildung 1: Prozess der E-Geld-Emission

Hierbei ist zu beachten, dass EMIs keine Kredite mit entsprechenden Zinssätzen gewähren dürfen. EMIs erzielen primär Einnahmen aus Gebühren, die für den Umtausch von in E-Geld-Einheiten erhoben werden. Sie halten das Geld der Endkunden hauptsächlich in Form von Bankeinlagen auf einem oder mehreren Sammelkonten (Adrian, Mancini-Griffoli, 2019). Auf diese Weise besteht ein gewisses Kontrahentenrisiko: Die Bankeinlagen des EMIs, die aus den einzelnen Beiträgen der Endnutzer bestehen, können ausfallen, wenn die Partnerbanken in entsprechende Zahlungsschwierigkeiten geraten. Darüber hinaus besteht auch ein Ausfallrisiko des EMI an sich (Adrian, Mancini-Griffoli, 2019). Um das Vertrauen und die Sicherheit der Endnutzer zu erhöhen, kann das E-Geld-Institut einen Treuhandfonds einrichten, in den es die Euro-Einheiten der Endnutzer einzahlt. In diesem Fall hält und verwaltet der Treuhänder das eingezahlte Geld.

E-Geldanbieter in der Eurozone

Abbildung 2 illustriert die Verteilung der EMIs im Euroraum. Insgesamt gibt es dort 227 EMIs. Hierbei liegt Belgien mit 36 EMIs an der Spitze, gefolgt von Litauen und Portugal (beide 27). Deutschland liegt mit 8 E-Geld-Instituten im unteren Drittel. In Deutschland operierende EMIs müssen sich bei der der EZB und der BaFin eine entsprechende Genehmigung einholen. Theoretisch können auch Banken E-Geld ausgeben. Allerdings ist auch hierfür eine entsprechende Lizenz notwendig.

Abbildung 2: Anzahl der E-Geld-Institute pro Euro-Land. Eigene Darstellung in Anlehnung an thebanks.eu (2019)

Vom E-Geld zur sCBDC

Im Gegensatz zu konventionellem E-Geld wird im Falle einer sCBDC das E-Geld nicht mit Giralgeld sondern mit Zentralbankgeld, in Form von Zentralbankreserven, gedeckt (siehe Abbildung 3).

In diesem Fall hält der Treuhänder das hinterlegte Geld nicht als Bank- sondern als Zentralbankguthaben. Somit ist das E-Geld nicht mit risikobehaftetem Geschäftsbankengeld, sondern vollständig mit risikolosem Zentralbankgeld gedeckt. Der Besitzer des E-Gelds besitzt folglich einen indirekten Anspruch an digitalem Zentralbankgeld, was in diesem Falle als sCBDC bezeichnet wird. Auf diese Art und Weise wird das Risiko erheblich reduziert. Wie im Falle des konventionellen E-Gelds ist die Beauftragung eines Treuhänders freiwillig. Durch die Einbeziehung eines Treuhänders kann jedoch das Vertrauen des Endkundens in das EMI gestärkt und die Glaubwürdigkeit der Hinterlegung erhöht werden.

Abbildung 3: Synthetische CBDC-Einrichtung

Im Falle einer solchen öffentlich-privaten Partnerschaft hat die EZB bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Erstens ist sie für die Bereitstellung von Zentralbankreserven verantwortlich. Zweitens muss die EZB die Höhe der Reserven bestimmen, die für die Umwandlung in eine sCBDC vorgesehen sind sowie eine angemessene Verwendung dieser Reserven überwachen. Drittens muss die EZB entscheiden, welchen EMIs sie Zugang zu ihren Reserven gewährt. Schließlich muss die EZB E-Geld-Anbietern zunächst Zugang zu Zentralbankreserven gewähren, um überhaupt eine sCBDC ausgeben zu können. Bislang ist das in der Eurozone nicht einheitlich möglich.

Die EMIs müssen im Rahmen der Partnerschaft entsprechende technologische E-Geld-Anwendungen entwickeln, E-Geld ausgeben und die Kunden verwalten und überwachen. Dazu gehören neben allgemeinen Know-Your-Customer (KYC)-Pflichten auch Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

sCBDC vs. CBDC: Wo liegt der Unterschied?

sCBDC kann als eine spezifische Form einer CBDC gesehen werden. Für eine detaillierte Diskussion zu CBDCs siehe Klein, Groß, Sandner (2020). Im Falle einer „konventionellen“ CBDC sind Zentralbanken für das Betreiben der CBDC-Infrastruktur verantwortlich und bieten – im Falle einer kontenbasierten CBDC – Konten für die Endkunden an. Bei einer sCBDC erfolgt dagegen eine Auslagerung der operativen Aufgaben an E-Geld-Institute des privaten Sektors. Dies ist mit Kosten und potentiellen Risiken verbunden. Die EZB wäre in diesem Fall nur für wenige Aufgaben zuständig und würde somit Ressourcen sparen (siehe oben). In einem sCBDC-System bietet die Zentralbank dementsprechend keine Zentralbankkonten für die Allgemeinheit an, sondern stattdessen für private EMIs, die dann Zentralbankgeld für die Deckung des E-Gelds verwenden.

Ein weiterer Vorteil einer sCBDC besteht darin, dass die Disruption für bestehende Systeme und Infrastrukturen relativ gering ist. Zwar wird der Zugang zu Zentralbankgeld von Banken auf E-Geld-Institute erweitert, allerdings müsste die EZB kein neues gesetzliches Zahlungsmittel mit all seinen rechtlichen Konsequenzen einführen.

Allerdings sind sCBDCs auch mit Nachteilen verbunden. Zum einen hat der Inhaber einer sCBDC einen Zahlungsanspruch gegenüber das E-Geld-Institut. Da diese Forderung zu 100 Prozent durch Zentralbankgeld gedeckt ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass der E-Geld-Anbieter ausfällt. Dennoch ist ein Ausfall theoretisch möglich. Damit ist eine sCBDC zwar weniger risikoreich als Giralgeld, allerdings risikoreicher als eine konventionelle CBDC. Zum anderen ist bislang keine ausreichende Interoperabilität gewährleistet. E-Geld stellt eine Forderung gegenüber einem bestimmten E-Geld-Institut dar, weshalb E-Geld je nach Institut ein unterschiedliches Risiko hat und somit nicht interoperabel nutzbar ist.

Fazit

Eine sCBDC ist eine interessante Form einer CBDC für den Fall, dass Zentralbanken beschließen, mit E-Geld-Anbietern bei einer CBDC zusammenarbeiten infrastrukturbezogene und operative Aufgaben auszulagern. Folglich könnten sich die Zentralbanken auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren, ohne dass sie einen Großteil ihrer Ressourcen für die Verwaltung und Verteilung der CBDC-Einheiten aufwenden müssten. Die E-Geld-Anbieter benötigen lediglich Zugang zu den Zentralbankreserven. Allerdings muss hierfür in der Eurozone erst der Zugang zur Bilanz der EZB auf universell auf E-Geld-Institute ausgeweitet werden.

Über die Autoren

Jonas Groß ist Projektmanager am Frankfurt School Blockchain Center und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bayreuth. Zu seinen Forschungsschwerpunkten im Rahmen seiner Promotion gehören primär digitale Zentralbankwährungen (CBDC) und Stable-Coin-Projekte wie Libra. Jonas ist Co-Autor zahlreicher Publikationen zu CBDCs und Libra, darunter das CBDC Policy-Maker Toolkit des World Economic Forums.

Anna Maria Bracio ist Studentin der Universität Bayreuth des Studiengangs „Internationale Wirtschaft und Entwicklung“. Während ihres Studiums hat sie ein Interesse für interkulturelle Kommunikation und internationales Management, sowie für nachhaltige, umweltbezogene Projekte entwickelt. Im Rahmen eines Seminars der Universität Bayreuth wurde Anna auf die Themengebiete von Kryptowährungen und CBDC aufmerksam.

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Das Ende vom Bargeld: Können digitaler Euro und Cash koexistieren?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vergangene Woche ihren Bericht zum digitalen Euro veröffentlicht. Wer Tatendrang und Visionen erwartet hat, wurde enttäuscht. Warum es keinen anonymen digitalen Euro geben wird, was Cannabis und private Währungen gemein haben und warum wir selbst und nicht der Staat für die Abschaffung von Bargeld verantwortlich sind.

Die EZB ist alles andere als schnell, wenn es darum es einen klaren Fahrplan für digitales Zentralbankgeld (CBDC) aufzusetzen. Man ist sich in Frankfurt lediglich einig, dass man Klarheit schaffen möchte und dass der digitale Euro nicht anonym sein soll, wie aus dem letzte Woche veröffentlichten Bericht der EZB hervorgeht. Der Umstand, dass die EZB einerseits keinen wirklichen Plan hat, wie sie eine digitale Zentralbankwährung konkret umsetzen möchte, aber auf der anderen Seite bereits jetzt schon ausschließt, dass die Privatsphäre ähnlich dem Bargeld geschützt wird, kommt nicht von ungefähr.

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Im Gegenteil: Das Handeln der Notenbanken ist absolut nachvollziehbar. Ihre Aufgabe ist es schließlich, das Geldmonopol des Staates durchzusetzen, das sie wiederum als eigenständige Institution verkörpern. Dass sie dieses nun verteidigen, indem sie sich gegen anonymes Zentralbankgeld und Stable Coins aussprechen, ist aus ihrer Sicht sinnvoll. Transaktionsströme nachvollziehen zu können heißt vor allem, die Kontrolle zu behalten. Sowohl Kryptowährungen und Stable Coins als auch anonymes digitales Zentralbankgeld stehen dem entgegen.

Zumal man nicht vergessen darf, dass es nicht primär die Notenbank ist, die ein Interesse an den Informationen hat, sondern der Staat. Die Notenbank fungiert als verlängerter Arm des Staates, wenn auch in einer Demokratie formal unabhängig.

Europol, EU-Finanzminister und EZB ziehen an einem Strang

Aus diesem Grund ziehen beispielsweise Finanzminister Olaf Scholz und EZB-Chefin Christine Lagarde in puncto „Privatsphäre-Fragen“ an einem Strang. Man nimmt eine kritische Haltung gegenüber Stable Coins und insbesondere gegenüber Libra ein – wir haben darüber berichtet.

Um diesen Effekt zu verstärken, ergänzen sich nicht nur Finanzminister und Notenbanker, sondern auch andere Regulierungsbehörden in der EU. So kommt Europol in seinem neusten Bericht zur Internetkriminalität von letzter Woche zu dem Ergebnis, dass anonyme Kryptowährungen – so genannte Privacy Coins – Wallets und Markplätze zu den größten Bedrohungen im Kontext der Internet-Kriminalität gehören.

Insbesondere die Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden und der Verweis auf Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorismusfinanzierung wirken als Policy-Verstärker. Natürlich sind die Aspekte nicht aus der Luft gegriffen. Die Krypto-Ökonomie bietet Raum für kriminellen Missbrauch. Deshalb ist es richtig, dass sich die entsprechenden Institutionen auch kritisch damit auseinandersetzen. Dennoch entsteht der Eindruck, dass man mit Totschlagargumenten arbeitet, die eine differenzierte Betrachtung außen vorlassen.

Zumal an der Stelle darauf hingewiesen werden kann, dass unter anderem Geldwäsche nicht per se eine Frage des Transaktions-Mediums beziehungsweise Kanals ist. Die geleakten FinCEN Files dokumentieren verdächtige Transaktionen internationaler Großbanken im Wert von 1,69 Billionen Euro. Bargeld und andere anonyme Zahlungsmethoden sind weniger das Problem als die Missachtung der Vorschriften und Anti-Geldwäsche-Gesetze etablierter Finanzhäuser.

Cannabis und anonymes Geld

Das Unterdrücken von anonymen CBDC oder Stable Coins, die nicht unter staatlicher Kontrolle stehen, verursacht Ausweichbewegungen. Anstatt Anonymität in Maßen und damit Privatsphäre zuzulassen, indem man einen rechtlichen Rahmen für Privatsphäre-schonende Anwendungen findet, schafft man einen Graubereich.

Dabei kann man Parallelen zwischen Privacy Coins und Cannabis ziehen. Anstatt Cannabis zu legalisieren und unter staatliche Aufsicht zu stellen, muss man in Deutschland Cannabis immer noch illegal beim Dealer erwerben. Anstatt Steuereinnahmen, valide Daten und Verbraucherschutz zu ermöglichen, entstehen dadurch hohe Kosten, die vermeidbar wären. Gleiches gilt für Währungen mit einem hohen Privatsphäreschutz. Man kann diese in eine regulierte Zahlungsinfrastruktur integrieren, die in gerichtlich angeordneten Extremfällen eine Strafverfolgung vorsieht, aber sonst nahezu anonymes Bezahlen ermöglicht.

Die richtige Regulierung hat vor allem mit Augenmaß zu tun. Es geht nicht darum, die Vorbehalte der Behörden klein zu reden. Dennoch dürfen Innovation und Freiheitsstreben nicht in einem regulatorischen Korsett zu Tode erstickt werden.

Die Abschaffung von Bargeld: Der wahrscheinlichste Weg

Es ist davon auszugehen, dass das Bargeld nicht unmittelbar, wie von manchen befürchtet, abgeschafft wird. Zumal das Bargeld fest im Gesetz verankert ist und man es nicht mal eben in die Geschichtsbücher katapultiert kann. Stattdessen wird es zusätzlich einen digitalen Euro geben, der klar bevorteilt wird gegenüber Alternativen – bis sein analoges Pendant schließlich obsolet wird.

Auch in zehn Jahren wird man trotz der massiven ökonomischen Verwerfungen, die uns in den nächsten Jahren drohen, frei über Bargeld, Bitcoin und Gold in Europa verfügen können. Sogar Stable Coins wie Libra wird man letztlich nicht vollends verbieten. Trotz aller planwirtschaftlichen Tendenzen befindet leben wir immer noch in einer demokratischen Welt, die maßgeblich von den großen Internetkonzernen geprägt ist. Wenn Facebook und Co. eine digitale Währung herausbringen möchten, dann werden sie das auch tun. Das Ergebnis wird ein großer Kompromiss zwischen Staat und Internetkonzern sein.

Bargeld rutscht in die Bedeutungslosigkeit ab

Weder der Staat noch Facebook haben ein Interesse an Privatsphäre, geschweige denn Bargeld. Entsprechend wird man sich einigen und dafür andere Mitbewerber-Alternativen, wie Privacy Coins und anonyme DeFi-Anwendungen, klein halten.

Zumindest beim Bargeld wird dies nicht über Verbote geschehen – weil es gar nicht nötig ist, Bargeld zu verbieten. Zum einen ist die Digitalisierung ein übergeordneter Trend, der ganz von alleine elektronische Bezahlweisen fördert. In Zukunft werden schlichtweg die Schnittstellen für Bargeldzahlungen fehlen, wenn sich unsere Finanzinfrastruktur weiter digitalisiert und automatisiert. Der einzige und letzte Smart Contract, der mit Bargeld funktioniert, ist der im Geld- oder Zigarettenautomaten.

Zum anderen hat man bereits das Bezahlen mit Bargeld eingeschränkt. So werden große Banknoten nicht mehr ausgegeben und Bezahllimits für Bargeld stetig eingeführt. Angebot und Nachfrage nach Bargeld regulieren sich dadurch ganz von alleine gen Süden. Das bedeutet, dass immer weniger Menschen mit Bargeld zahlen und gleichzeitig Händler in Zukunft Bargeld komplett streichen können.

Wer bereits heute in manchen skandinavischen Gegenden ein Bier bestellen möchte, der kann dies oft nur mit Karte machen. Bargeld wird nicht mehr überall akzeptiert. Aber auch hierzulande bevorzugen immer mehr Menschen die Karten- respektive Smartphone-Zahlung. Der Wunsch nach Privatsphäre ist nicht so groß wie der Wunsch nach Bequemlichkeit. Wenn digitales Bezahlen bequemer ist, wird Bargeld folglich noch weiter an Relevanz verlieren, zumal die Hürden mit Bargeld zu zahlen gleichzeitig steigen werden.

Wir sind selbst Schuld

Auch wenn es im Interesse des Staates ist nicht-anonyme Bezahlformen zu etablieren, so müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, selbst für die Abschaffung der Privatsphäre verantwortlich zu sein. Wer sich via Facebook bei diversen Online-Plattformen anmeldet, den Restaurantbesuch mit EC-Karte bezahlt und Privacy Coins wie Monero bestenfalls zum spekulieren an Krypto-Börsen verwendet, der braucht sich nicht wundern. Durch unser Handeln fördern wir so Tendenzen, die mit einer Abschaffung der Privatsphäre einhergehen.

Man kann bezweifeln, dass das Gros der Bevölkerung etwas dagegen hat, wenn der digitale Euro keine Anonymität zulässt und wir Bargeld bald nur noch im Geldmuseum finden werden – als gäsenerner

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EZB: Weitere Untersuchungen zu digitalem Euro

Die Europäische Zentralbank will sich bis Mitte 2021 ernsthafte Gedanken über einen digitalen Euro machen und einen solchen untersuchen, wie die Bank in einem Bericht vom 2. Oktober erklärte. 

Im Bericht wurde untersucht, wie sich ein digitaler Euro auf Zahlungen im Alltag auswirken und wie er Zahlungen in Zukunft schützen könnte. Es wurde darin auch untersucht, ob virtuelle Währungen überhaupt in das Eurosystem passen könnten. Es wird jedoch nicht konkretisiert, was für ein Modell sich die EZB vorstellt und wann oder ob sie eine digitale Währung entwerfen will. 

Dem Bericht zufolge könnte die EZB bis Mitte nächsten Jahres ein virtuelles Währungsprogramm lancieren, „um aussagekräftige Antworten auf die offenen Fragen zu erhalten“. Möglicherweise gibt es dazu eine Untersuchungsphase, bei der ein digitaler Euro entwickelt wird und Experimente durchgeführt werden. Weiter hieß es, die EZB müsse vor einer eventuellen Emission die Meinungen der verschiedenen Interessengruppen berücksichtigen.

Digitale Währungen könnten eine finanzielle Zugänglichkeit fördern, so der Bericht: 

„Die möglichen Vorteile eines digitalen Euro und die raschen Veränderungen im Bereich der alltäglichen Zahlungen bedeuten, dass das Eurosystem für eine zukünftige Emission gerüstet sein muss. Ein digitaler Euro könnte die Ziele des Eurosystems unterstützen. Dabei würden Bürger Zugang zu einer sicheren Geldform erhalten, das wir uns in einer digitalen Welt befinden, die sich rasch ändert. Das würde sich auch mit dem europäischen Willen zur kontinuierlichen Innovation decken. Es würde auch zu Europas strategischer Autonomie beitragen, indem eine Alternative zu ausländischen Zahlungsanbieter für schnelle und effiziente Zahlungen in Europa und darüber hinaus geschaffen wird.“ 

Die EZB sagte, es gebe mehrere Voraussetzungen, die ein potenzieller digitaler Euro erfüllen müsse. Zunächst müsse er dem aktuellsten Stand der Technologie entsprechen und „durch standardisierte, interoperable Front-End-Lösungen im gesamten Euroraum“ zur Verfügung gestellt werden. Außerdem müsse er mit privaten Zahlungslösungen arbeiten können. Zweitens sollte er die besonderen Merkmale von Bargeld aufweisen können. Er müsse für jedermann leicht zu verwenden und kostenlos sein sowie die Privatsphäre schützen. Der digitale Euro müsse auch Funktionalitäten bieten, „die mindestens so attraktiv sind wie die Zahlungslösungen, die in Fremdwährungen oder von nicht regulierten Stellen geboten werden“, und er müsse ein Instrument zur Verbesserung der geldpolitischen Übertragung sein. Es sollte auch belastbare Kanäle, von anderen Zahlungsdiensten getrennt, bieten können und extremen Ereignissen, wie einer globalen Pandemie, standhalten können. 

Die EZB sagte, der digitale Euro müsse auch außerhalb der Eurozone verfügbar sein. Er müsse kostensparend und umweltfreundlich gestaltet sein. Das bedeutet gleichzeitig, er sollte auf einer Technologie basieren, die den ökologischen Fußabdruck minimiert. 

Für die EZB müsse ein digitaler Euro so gestaltet sein, dass er nicht als Investitionsmittel verwendet oder gar als Kryptowährung oder Stablecoin betrachtet werden könne. In erster Linie sollte ein solcher als Zahlungsmittel verwendet werden, um Kursschwankungen zu vermeiden:

„Angesichts der Risiken für die geldpolitische Übertragung und die finanzielle Stabilität ist es nicht in unserem Sinne, dass der digitale Euro große Investitionszuflüsse anzieht. Wenn einzelne, digitale Euro-Bestände jedoch zu niedrig wären, sei es aufgrund starrer Einschränkungen oder aufgrund von Abschreckungsmaßnahmen, die über einem relativ niedrigen Schwellenwert zur Anwendung kommen, dann wäre der digitale Euro als Zahlungsmittel weniger attraktiv und weniger wettbewerbsfähig als alternative Instrumente.“

In dem Bericht wurde auch über verschiedene technische und organisatorische Modelle für den Fall einer Einführung des digitalen Euro gesprochen. Der Bericht ist zwar sehr umfassend, aber die EZB betonte, sie wolle eine Diskussion über digitale Währungen mit anderen Interessengruppen anregen. Es werden daher keine konkreten Methoden genannt, wie der digitale Euro verteilt werden könnte. 

Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte am 10. September, das Eurosystem habe noch keine Entscheidung über die Ausgabe eines digitalen Euro getroffen. Lagarde sei allerdings klar für einen solchen, betonte aber, dass er Fiatwährung nicht ersetzen werde.

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