Beiträge

David Marcus: Problem mit Unbankierten „inakzeptabel“

Bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforums über digitale Währungen wurde unter anderem über digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) gesprochen. David Marcus von Calibra betonte, dass diese Diskussionen der Schlüssel zur Innovation des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs und zur Lösung des Problems mit den Leuten, die keinen Zugang zu Bankendienstleistungen haben, seien. Dabei wäre die Art der digitalen Währung unwichtig.

Privat-CBDCs für Verbraucher

Benoît Coeuré, der Leiter des Innovationszentrums der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, erklärte, dass bis zu 80 Prozent der Zentralbanken weltweit an CBDCs interessiert seien, vor allem an einer Version für den Einzelhandel.

Marcus erklärte den Unterschied zwischen „Einzelhandels“- und „Großhandels“- CBDCs:

„Die Zentralbanken könnten CBDCs auf zwei mögliche Arten ausgeben. Zum einen als Großhandels-CBDC, also über bestehende Banken und das Bankensystem, oder als Einzelhandels-CBDC, die direkt an die Verbraucher geht“.

Marcus argumentierte jedoch, dass Großhandels-CBDCs im Hinblick auf das bestehende Ökosystem wenig Sinn machen würden, da die Bürger einen weiteren Schritt entfernt wären und die Zentralbanken selbst nicht von der Änderung profitieren würden. Er erläuterte:

„Die große Frage ist, wenn man sich tatsächlich den Großhandelsvertrieb an Banken als Ziel setzt, welches Problem wird damit gelöst? Man könnte wahrscheinlich einige Effizienzsteigerungen erzielen, aber die Banken haben derzeit Fenster. Die US-Zentralbank und die EZB funktionieren ganz gut.“

Er äußerte außerdem Bedenken, ob die Banken technologisch für den Umgang mit CBDCs im Privatkundengeschäft gerüstet seien und welche Probleme damit für Privatkundenbanken entstehen. Er erklärte abschließend, dass es „interessante Hybridmodelle“ gebe, deren Entwicklung einige der erwähnten, wichtigen Probleme lösen könnte.

Effiziente grenzüberschreitende Zahlungen

Als Befürworter einer globalen Währung, die nicht von bestimmten Staaten gestützt wird, erläuterte Marcus den letztendlichen Zweck von digitalen Währungen:

„Als wir vor fast sechs Monaten mit dieser Reise begannen, ging es nicht um eine bestimmte Art, Dinge zu tun. Es ging vielmehr darum, sich zusammenzusetzen und herauszufinden, wie wir ein Problem lösen können, das inakzeptabel ist. Es gibt nämlich 1,7 Milliarden Menschen, die derzeit ohne Bankkonto sind und eine weitere Milliarde Menschen sind unterversorgt.“

Er wies auf die Fortschritte im Telekommunikationsbereich hin, wo teure Auslandsgespräche durch Internet-Kommunikationsanwendungen ersetzt wurden. Marcus fuhr fort:

„Das Gleiche ist nicht in Sachen Geld geschehen. Einige der Netzwerke sind 50 Jahre alt, das Web ist 30 Jahre alt. Wir haben immer noch keinen einfachen, günstigen und effizienten Weg, um den Menschen einen Zugang zu digitalem Geld zu geben und die Möglichkeit, es zu bewegen. Ich persönlich bin wirklich begeistert, dass wir jetzt all diese Gespräche führen“.

auf cointelegraph lesen

Stable Coin: Deloitte-Bericht zeigt ein halbes Dutzend Herausfordeungen für Libra auf

Das Libra-Projekt hat für viel Wirbel gesorgt. Ganze Zentralbanken sind aufgeschreckt bei dem Gedanken, dass ein globales Zahlungsnetzwerk eines privaten Unternehmens das ganze Währungssystem in Frage stellt. Deloitte, eines der vier großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen weltweit, hat am 22. Januar einen Bericht zum Status Quo des Projekts veröffentlicht. Darin werden Möglichkeiten und Chancen ebenso wie Probleme und Risiken verhandelt. 

Eine Brücke zwischen alter und neuer Welt

Projekt Libra hat einen Nerv getroffen. Libra ist herangetreten mit dem Versprechen, ein globales Zahlungsnetzwerk aufzubauen, dass dem verkrusteten Zahlungssystem ins digitale Zeitalter verhilft. Darin liegt auch nach wie vor die große Chance des Libra-Projekts, denn

Trotz aller Fortschritte, scheint die bestehende Finanzinfrastruktur ein Hindernis in einem immer schneller werdenden globalen Ökosystem zu bleiben, in dem Informationen schneller reisen, die Arbeit zunehmend virtuell ist und geographische Grenzen verschwinden.

So ein Auszug aus dem Bericht. Doch das Projekt scheint trotzdem zu implodieren, da das Herzstück von Libra, die Libra Association, sich zusehends auflöst. Die Seilschaft der Association hat in Vergangenheit die Abgänge prominenter Teilnehmer wie Visa, Paypal, Mastercard, ebay und jüngst Vodafone verkraften müssen und steht aktuell auf wackligen Beinen. Um von dem Projekt zu retten, was zu retten ist, müsse sich die Association daher zunächst gestärkt formieren:

Die Libra-Association sollte mit kohärenter und dringender Entschlossenheit handeln, um dringende Probleme zu lösen, um die derzeitige Mitgliedschaft aufrechtzuerhalten und sie in Zukunft zu erweitern.

Ein regulatorisches Wespennest

Laut Deloitte besteht aber die größte Herausforderung für das Projekt darin, regulatorische Hürden zu beseitigen. Offene Fragen stellen sich insbesondere im Bereich Regulierung, Kriminalität, Gebühren, Verbraucherschutz und technologischer Umsetzung:

Wenn das Libra-Projekt das volle Ausmaß dessen erreichen soll, was seine Gründer sich erhoffen, dann könnte es einen potenziell transformierenden Einfluss auf das Bankwesen und die Ausgaben haben. All diese regulatorischen Risiken werden durch den globalen Charakter des Libra-Netzwerks und die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen im Allgemeinen noch verschärft,

heißt es in dem Bericht. Libra sei in ein regulatorisches Vakuum gestoßen und müsse Antworten auf sich aufdrängende Fragen zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung beantworten:

Ein Mangel an standardisierten Richtlinien oder Durchsetzungsmöglichkeiten seitens der Libra Association zu AML/KYC oder anderen Vorschriften kann die Herausforderung nur noch verstärken.

Facebooks Achillesferse: Verbraucherschutz

Zudem muss sich die Association dem unliebsamen Thema des Verbraucherschutzes widmen, das insbesondere bei Mutterkonzern Facebook stiefmütterlich behandelt wird:

Damit das Libra-Projekt erfolgreich sein kann, müsste es die Akzeptanz der Verbraucher gewinnen und halten. Jegliche Risiken, die diese Verbraucherakzeptanz untergraben, können die langfristige Rentabilität des digitalen Libra-Projekts untergraben.

Eine weiteres Problem besteht in der unterschiedlichen Gesetzgebung des Steuerrechts der einzelnen Länder:

Ein Aspekt der regulatorischen Unsicherheit dreht sich um die Steuerpolitik. Insbesondere die Unsicherheit bezüglich der steuerlichen Auswirkungen auf die Endnutzer ist aufgrund der geographischen Lage und der Anwendungsfälle sehr unterschiedlich.

Die Libra Association steht sich zudem selbst im Wege. Da sich das Netzwerk aus Teilnehmern zusammensetzt, die verschiedene Interessen verfolgen, „können sie niemals wirklich als eine zentrale, von der Regierung kontrollierte Währungsbehörde fungieren“.

Abschließend hat der Deloitte-Bericht noch Sicherheitslücken in der technologischen Infrastruktur bemängelt. Fasst man die Ergebnisse schlussendlich zusammen, ergibt sich ein ganzer Korb an Herausforderungen für Libra. Obwohl die Association den Start des Libra-Coins ursprünglich für Anfang dieses Jahres datiert hat, „ist die Libra-Idee immer noch mehr abstrakt als greifbar“.

Mehr zum Thema:

auf btc-echo lesen

Ehemaliger Zentralbanker: Libra hat uns zur Auseinandersetzung mit Digitalwährungen gezwungen

Der ehemalige Abteilungsleiter für Zahlungsabwicklungen bei der japanischen Zentralbank gibt zu, dass Facebook Libra die Zentralbanken der Welt dazu gezwungen hat, sich ernsthaft mit Digitalwährungen zu beschäftigen.

Die entsprechenden Äußerungen hat Hiromi Yamaoka, der bei der Bank of Japan selbst für die Forschung an Digitalwährungen verantwortlich war, am 22. Januar gemacht, wie Reuters berichtet. Yamaoka ist auf diesem Gebiet weiterhin als Berater für Zentralbanken auf der ganzen Welt tätig.  

Zudem ist er momentan Aufsichtsratsmitglied der IT-Beratungsfirma Future Corp.

Wettrennen um Digitalwährungen

Wie gestern bereits berichtet, haben sich die Zentralbanken aus Kanada, Großbritannien, Japan, Schweden, der Schweiz und der EU gemeinsam mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zusammengetan, um eine Arbeitsgruppe zur Erforschung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) zu gründen.

Daran ist ersichtlich, dass die Einschätzung von Yamaoka wohl zutreffend ist. So scheint es mittlerweile ein regelrechtes Wettrennen zwischen Regierungen und der Privatwirtschaft zu geben, was das Geld der Zukunft angeht:

„Bei dieser neuen Arbeitsgruppe geht es nicht nur darum, Informationen zu teilen, sondern es ist gleichzeitig der Versuch, Projekten wie Libra Einhalt zu gebieten […] Die großen Zentralbanken wollen unter Beweis stellen, dass sie sich ebenfalls darum bemühen, das Zahlungssystem durch digitale Technologie zu verbessern.“

Während Facebook Libra die Finanzinstitute der Welt einerseits dazu zwingt, ebenfalls die Kosten für Transaktionen möglichst zu verringern, gehen mit der Facebook Kryptowährung andererseits auch noch grundlegendere Fragen einher, was die Hoheit von Regierungen über die Schöpfung von Geld angeht.

Allerdings sieht Yamaoka bereits erste Zweifel aufkommen, was die Umsetzung von Geldpolitik durch Zentralbank-Digitalwährungen betrifft:

„Unter den Zentralbankern scheint der Glaube daran, dass CBDCs die Durchsetzung von geldpolitischen Maßnahmen verbessern können, nachgelassen zu haben. Es kommen immer mehr Zweifel daran auf, ob Negativzinsen ein sinnvolles geldpolitisches Werkzeug sind. Und falls dem nicht so sein sollte, will man dann Digitalwährungen einführen, um eine fragwürde Strategie durchzusetzen?“

Nichtsdestotrotz wäre es, unabhängig davon, für Zentralbanken zunächst wichtig, sich mit Digitalwährungen zu beschäftigen.

Denn anstatt über die möglichen Auswirkungen eigener Zentralbank-Digitalwährungen auf die Geldpolitik zu spekulieren, hätten Zentralbanken vielmehr ein Eigeninteresse an der Herausgabe von CBDCs, um ihren Einfluss auf die Geldpolitik überhaupt aufrecht zu erhalten:

„Wenn die eigenen geldpolitischen Maßnahmen wirken sollen, dann muss man sicherstellen, dass die Menschen auch die Währung nutzen, die man selbst herausgibt.“

auf cointelegraph lesen

Australien: Finanzaufsicht bewirbt sich um Regulierung der Facebook Libra Wallet

Die australische Finanzaufsicht APRA will die Beaufsichtigung von Stablecoin-Projekten wie Facebook Libra überenehmen.

In einem offiziellen Gesetzentwurf, der am 20. Januar dem Parlament vorgestellt wurde, schlägt die APRA einen entsprechenden Gesetzesrahmen zur Regulierung von Finanztechnologien vor, der eine große Bandbreite an Themen umfasst, von digitalen Wallets bis hin zu Datenschutz.

Zudem zielt der Gesetzentwurf „nicht nur auf die Regulierung des bestehenden Finanzsystems ab, sondern auch auf zukünftige Entwicklungen und technologische Fortschritte, wie zum Beispiel globale Stablecoins, die in den vergangenen Monaten bereits für viel Aufsehen gesorgt haben“.

Die Finanzaufsicht betont in diesem Zusammenhang, dass digitale Wallets ein immer wichtigeres Thema in der Finanzwelt werden, da Smartphone-Apps für Finanzdienstleistungen und Einkäufe mittlerweile weit verbreitet sind. Dabei sieht die APRA zwei grundlegend verschiedene Typen von Wallets:

„Einige, aber nicht alle digitalen Wallets, verwahren Gelder im Auftrag des Kunden oder sind Pre-Paid Lösungen. Andere (wie zum Beispiel Apple Pay) haben Zugriff auf die Bankdaten/Kreditkarten der Nutzer und wickeln darüber Zahlungen ab.“

Im Gesetzentwurf schlägt die APRA dementsprechend vor, dass sie für die Beaufsichtigung von ersteren digitalen Wallets zuständig sein sollte, da diese hauptsächlich für Zahlungen und Verwahrung benutzt werden. Darunter würde auch die Calibra Wallet fallen, die dem Facebook Krypto-Projekt Libra angehört. Wallets wie Apple Pay würden derweil nicht mehr ihre Zuständigkeit sein, da es sich hierbei lediglich um eine Durchlaufstelle handelt.

Für Wallets, die tatsächlich Gelder verwahren, hat die APRA neue Regulierungsvorschriften erdacht, um die gesetzlichen Anforderungen an Fintech-Unternehmen, die solche Wallets betreiben, möglichst zu vereinfachen.

Datenteilung ist Trumpfkarte der Behörden

Des Weiteren schlägt die Finanzaufsicht vor, zukünftig sogenannte „Reg-Tech“, also Technologien, die dem Zwecke der Regulierung dienen, einzusetzen, was besonders vor dem Hintergrund gemeinsamer Datenteilung zwischen den australischen Behörden immer mehr Sinn machen würde.

So hat die APRA einen Ausschuss gegründet, in dem auch die Zentralbank, das Statistikamt, die Börsenaufsicht und das Finanzministerium Australiens sitzen, um die gemeinsame Nutzung von vorhandenen Daten voranzutreiben.

Die von der APRA gesammelten Daten sollen in diesem Zusammenhang über eine „End-To-End Plattform verarbeitet werden, die eine bessere Analyse ermöglicht“. Zudem hat die Aufsichtsbehörde ein Innovationszentrum gegründet, das auf Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Netzwerkanalyse und Sprachverarbeitung spezialisiert ist

Libra versetzt Behörden in Aufruhr

Facebook Libra bewegt die Behörden und Regierungen der ganzen Welt. Nachdem die Kryptowährung des Social-Media Konzerns im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, hat sie bereits für viel Wirbel gesorgt. Wie Cointelegraph Ende Dezember berichtet hatte, sieht der Schweizer Präsident Ueli Maurer Libra „in seiner jetzigen Form“ jedoch als gescheitert an, da die Zentralbanken eine Anbindung an verschiedene Landeswährungen wohl niemals durchwinken werden.

Nichtsdestotrotz treibt Facebook die Entwicklung des Projekts ungestört voran. So hatte die Libra Association jüngst ein neues Komitee gegründet, das die technische Entwicklung des Stablecoins steuern soll.

auf cointelegraph lesen

Libra Association bildet neuen Ausschuss für technische Entwicklung

Die Libra Association – das interne Aufsichtsorgan der von Facebook Ende 2019 eingeführten namensgebenden Stablecoin – hat ein neues Komitee gebildet, das die technische Entwicklung des Netzwerks lenkt.

Laut einer Ankündigung vom 16. Januar hat die Libra Association für die Einrichtung des fünfköpfigen Technical Steering Committee gestimmt, dem führende Experten verschiedener Unternehmen der Fintech- und Blockchain-Branche angehören. 

Zu den Mitgliedern zählen: Calibra-Hauptproduktleiter George Cabrera III, Diogo Monica, Mitbegründer von Anchorage, Nick Grossman, CEO und Gründer von Bison Trails, Joe Lallouz, und Ric Shreves, Direktor des Mercy Corps für aufstrebende Technologien.

Um die technischen Aspekte der Entwicklung des Libra-Netzwerks zu überwachen, wird das Komitee den technischen Fahrplan für das Libra-Netzwerk leiten, Arbeitsgruppen bilden, um ausgewählte Forschungswege zu priorisieren, die Entwicklung einer Codebasis zu leiten und die Libra-Entwicklergemeinschaft generell zu entwickeln und einzubeziehen.  

In der Erklärung wird behauptet, dass die Einsetzung eines separaten Ausschusses mit dem Ziel des Libra-Projekts übereinstimmt, dezentralisiert zu sein und sich selbst, „unabhängig von der Kontrolle einer Organisation“, zu verwalten.

Der Ausschuss gibt bekannt, dass er sein Rahmenwerk für die technische Governance und andere relevante Dokumente bis zum Ende des ersten Geschäftsquartals 2020 veröffentlichen werden. 

Unabhängigkeit von einer Organisation 

Die Ankündigung von der Libra Stablecoin und dem Zahlungsnetzwerk durch Facebook sowie die entsprechende Calibra-Wallet im vergangenen Jahr sorgten in der Tech- und Kryptowährungs-Community für Aufsehen, während Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden weltweit keine Zeit damit verschwendeten, das Projekt zu hinterfragen. 

Die Vorgeschichte des Social-Media-Giganten mit Datenverletzungen und Missbrauch von Benutzerinformationen stand bei einigen Regulierungsbehörden im Vordergrund. Bei einer Anhörung vor dem Kongress der Vereinigten Staaten im vergangenen Sommer versicherte Calibra-Chef David Marcus den Gesetzgebern, dass Facebook keinen Zugang zu den Finanzunterlagen und -informationen der Libra-Nutzer hätte und dass diese Daten von den Nutzern der sozialen Plattform getrennt bleiben würden.

Brad Garlinghouse, der CEO von Ripple – der Firma, die hinter dem XRP -Token – sagte, dass Libra wahrscheinlich nicht vor 2023 die behördliche Genehmigung erhalten wird, und erklärte, dass das Debüt der Stablecoin möglicherweise besser verlaufen wäre, wenn Facebook nicht an der Spitze des Projekts gestanden hätte. 

In der Tat haben sich die Aufsichtsbehörden mit der Klassifizierung des neuen Vermögenswerts auseinandergesetzt. Im November letzten Jahres hat der Gesetzgeber in den USA ein Gesetz verabschiedet, das die Coin nach dem Wertpapiergesetz regelt. 

Nach der Einführung der Gesetzesvorlage hat die Libra Association das Whitepaper der Coin aktualisiert. Die größte Änderung war die Abschaffung von Dividenden, die an diese frühen Investoren gezahlt worden wäre. Durch die Änderung wird nicht nur ein potenzieller Interessenkonflikt zwischen den Mitgliedern der Libra Association und den Endnutzern der Währung beseitigt, sondern es können auch Bedenken ausgeräumt werden, dass Libra als Sicherheit eingestuft werden könnte.

auf cointelegraph lesen

Berlin Fashion Week : Wie das Unternehmen LUKSO phygitale T-Shirts auf die Blockchain bringt

Gemeinsam mit anderen Technologien wie beispielsweise Virtual Reality oder Augmented Reality kann die Blockchain-Technologie dazu beitragen, neue digitale Welten entstehen zu lassen. Insbesondere bei dem Übergang vom Physischen ins Digitale kann die Krypto-Ökonomie ihre Stärken ausspielen. Das Blockchain-Unternehmen LUKSO hat dazu eine Branchen-Blockchain speziell für die Lifestyle und Modeindustrie entwickelt.

„Phygitale“ Mode schafft neue virtuelle Realitäten

Passend zur Berlin Fashion Week wurde die limitierte T-Shirt-Kollektion Øko Nomi von LUKSO auf die Blockchain gebracht. Es geht dabei um nicht Geringeres als ein neues Verständnis von Mode im digitalen Raum. Neben Technologien wie Virtual oder Augmented Reality, liefert die Blockchain-Technologie dabei das entscheidende Puzzlestück. Die Blockchain bereitet als Infrastruktur den Weg für unser Leben in der digitalen Welt. Die Gründerin von LUKSO, Marjorie Hernandenz, fasst die Entwicklung wie folgt zusammen:

Eine neue Wirtschaft entsteht und wird durch die Verschmelzung von digitalen Assets mit physischen Erfahrungen angetrieben. Diese Wirtschaft wird wiederum durch Blockchain erst ermöglicht, um Werte zu handeln und transferieren.

Die Spielarten wie Blockchain eingesetzt werden kann und wie die Verschmelzung zwischen digital und physisch verläuft, sind vielfältig. Im Showcase von LUKSO handelt es sich um phygitale T-Shirts. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Fabian Vogelsteller, der gemeinsam mit Marjorie LUKSO gegründet hat im persönlichen Gespräch. Fabian dürfte vielen ein Begriff sein, hat er doch den ERC-20-Token-Standard entwickelt und damit ICOs salonfähig gemacht. So führt der ehemalige Ethereum-Developer aus:

Unter phygital bezeichnen wir den Mix aus digital und physisch. Damit zeigen wir, was in den nächsten Jahren kommen wird, nämlich die Transition hin zu Virtual Reality und virtueller Experience. Die ersten Anwendungen von beispielsweise Augmented Reality (AR) sehen wir bereits heute schon bei Instagram mit Face Filters. Diesen AR-Anwendungsfall nutzen wir auch bei unseren T-Shirts, indem die Kamera das Muster erkennt und darauf basierend ein 3D-Objekt simuliert.

Digitale Mode braucht Blockchain

Wie das Unternehmen LUKSO phygitale T-Shirts auf die Blockchain bringt

Doch wie stellt man sicher, dass beispielsweise die digitalen Nike Sneaker, auch wirklich echt sind und keine Digitalfälschung? Wie kann man „gebrauchte“ Digitalkleidung weiterverkaufen? Wie können Influencer für das Tragen von bestimmten Modeartikeln direkt incentiviert werden? Es kommen unzählige Fragen auf, die nahelegen, warum es eine sichere und dezentrale Infrastruktur braucht, um eine Ökonomie rund um den digitalen Kleiderschrank zu ermöglichen.

Es ist also zu kurz gedacht, Blockchain-Technologie immer nur bei Finanz- beziehungsweise Decentralized-Finance-Anwendungen zu verorten. Gerade der Modebereich bietet viele sinnvolle Use Cases und vor allem: interessiert viel mehr Menschen als optimierte Finanzprozesse. So erklärt Fabian:

Wenn wir Blockchain in den Mainstream bringen wollen, dann brauchen wir neue Use Cases. Genau das machen wir mit LUKSO, indem wir eine Blockchain für New Creative Economies, wie wir es nennen, kreieren. Es geht also um einen Economy Baselayer, um die gesamte digitale Wertschöpfung im Mode- und Lifestyle-Bereich abzudecken. Sei es das man genau nachvollziehen kann woher etwas kommt und eine digitale Identität erhält oder digitalen Besitz übertragen kann. Es geht also um viel mehr als den einmaligen Kauf einer Ware, sondern darum, diese mit einer zusätzlichen digitalen Erfahrung anzureichern. Dass zeigt sich bereits heute bei Digital Collectibles wie zum Beispiel beim dem Spiel Fortnite, wo Leute viel Geld ausgeben, um individuell zu sein.

Es geht um weit mehr als Instagram-Spielerei

Auch wenn im aktuellen Show Case von LUKSO Instagram-Filter zur Anwendung kommen, geht das Potential für digitale Kleidungsstücke oder Gegenstände generell weit darüber hinaus. Auch der Sportartikelhersteller Nike setzt bereits mit seinem Patent CryptoKicks auf die neue digitale Lifestyle-Ökonomie. Sneaker, die bereits heute in pyhsischer Form schon auf speziellen Börsen gehandelt werden, dürften schon ziemlich bald auch in tokenisierter Form auf Krypto-Fashion-Börsen angeboten werden.

Als Gamechanger für die blockchainbasierte New Creative Economy sieht Fabian den Durchbruch der Virtual Reality:

In den nächsten zwei Jahren wird VR stark Einzug halten. Insbesondere die Oculus Quest wird hier zur Mainstream-Etablierung beitragen. Ebenfalls wird AR kommen, wie wir bereits bei Apple sehen, die an AR-Brillen arbeiten. Losgelöst von klassischen Vermögensanlagen wird der digitale Besitz und die dazugehörigen digitalen Identitäten immer wichtiger. Die Zukunft von Blockchain liegt vor allem im digital Lifestyle und weniger im Finance-Bereich.

Da dürfte es auch nicht verwundern, dass Facebook mit horizon eine eigene Virtual-Reality-Welt kreiert. Social Media bleibt also längst nicht bei Instagram und zugespammten Facebook Timelines stehen. Insbesondere für Facebooks Kryptowährung Libra wäre die Virtual-Reality-Ökonomie ein perfekter Einsatzort. Wer weiß, vielleicht wird Libra auf oder in horizon erstmalig von der US-Finanzaufsicht zugelassen. Bis es soweit ist, kann man mit den T-Shirts von LUKSO – es sind nur 50 Stück im Umlauf – ein paar Extra-Likes auf Instagram sammeln.

Mehr zum Thema:

auf btc-echo lesen

Demokratie 2.0 – Zuckerberg sieht Selbstregulierung durch Nutzer als Modell der Zukunft

Facebook Geschäftsführer Mark Zuckerberg ist der Meinung, dass Online-Plattformen demokratisch geführt werden sollten, wobei er eine Selbstregulierung durch die Nutzer als „vielleicht bessere Alternative“ zur Steuerung durch politisch legitimierte Regierungsbehörden sieht.

Wie Zuckerberg am 9. Januar in einem Blogeintrag auf Facebook schreibt, „ist eine der wichtigsten Fragen des neuen Jahrzehnts, auf welche Art und Weise Online-Plattformen, die durch das Internet entstanden sind, geführt werden sollen“.

Zentrale Fragestellung des neuen Jahrzehnts

In seinem langen Blogeintrag ging Zuckerberg auf mehrere wichtige Themen ein, die er als zentrale Fragestellungen für die neue Dekade sieht, darunter unter anderem das Thema der „Governance“ (Führung) von Online-Plattformen. Eine Fragestellung, die auch für die Kryptobranche von großer Relevanz ist.

Als Beispiel führt Zuckerberg selbstverständlich Facebook an, wobei er daraus verweist, dass es bei der Führung des sozialen Netzwerkes immer wieder zu Zielkonflikten kommt, die die Tragweite eines privatwirtschaftlichen Unternehmens überschreiten würden. Dahingehend nennt er „freie Meinungsäußerung und Hassrede oder Datenschutz und Informationsoffenlegung für die Strafverfolgungsbehörden“ als Beispiele für solche Zielkonflikte. Dem fügt er an:

„In den meisten Fällen gibt es keine richtige Entscheidung, weshalb es wichtig ist, dass der Prozess der Entscheidungsfindung von den Nutzern als legitim aufgefasst wird. Aus diesem Grund bin ich der Überzeugung, dass privatwirtschaftliche Unternehmen keine Entscheidungen fällen sollten, die demokratische Grundrechte betreffen.“

Auf Nachfrage durch Cointelegraph verwies ein Facebook Sprecher für weiteren Kontext auf ein Kommentar, das Zuckerberg am 30. März 2019 in der Washington Post veröffentlicht hatte.

Die Kryptobranche sieht sich ebenfalls im Dilemma der Auflösung der von Zuckerberg genannten Zielkonflikte, allen voran, was Datenschutz und Informationsoffenlegung/-einholung durch Kryptobörsen betrifft.

In einer Studie hatte Barclays jüngst aufgezeigt, dass die Einholung und Offenlegung von Nutzerdaten, auch als „Know-Your-Customer“ (KYC) bekannt, sehr wohl die Häufigkeit von kriminellen Aktivitäten auf Online-Plattformen reduzieren kann.

Andererseits bedeutet die Aufbewahrung von Nutzerinformationen zum Zwecke der Weitergabe an Regierungsbehörden gleichsam ein Risiko für den Datenschutz, da diese Informationen durch Hackerangriffe gestohlen werden könnten.

Im August 2019 sah sich die Kryptobörse Binance einem solchen Hack ausgesetzt, bei dem sensible Nutzerdaten entwendet und im Internet verbreitet wurden. Bei einem Angriff auf Equifax wurden 2017 mehrere Millionen Nutzer ebenfalls Opfer einer solchen ungewollten Veröffentlichung ihrer Daten.

Regulierung auch für Kryptobranche immer wichtiger

Wie Zuckerberg vorschlägt, wären Vorgaben durch Regierungsbehörden, wie die entsprechenden Zielkonflikte aufzulösen sind, sinnvoller als eine Entscheidung durch das Unternehmen selbst, da die Regierungsbehörden immerhin politisch legitimiert sind.

Besonders beim Datenschutz und im Hinblick auf Wahlen sieht Zuckerberg eine Dringlichkeit für Vorgaben durch die Regierung.

Als bessere Alternative sieht der Facebook Geschäftsführer jedoch eine Steuerung durch die Nutzer selbst. So sollen Facebook Nutzer schon bald in der Lage sein, die Entfernung von bestimmten Inhalten anfechten zu können, woraufhin diese durch ein unabhängiges Gremium neu bewertet werden sollen, ehe es zur endgültigen Entscheidung kommt.

Der Kryptobranche fehlen derweil immer noch klare Mechanismen zur Regulierung, was dazu geführt hat, dass die Branche oft noch als „Wilder Westen“ gesehen wird.

Im Dezember hat Cointelegraph analysiert, welche fünf Länder im Jahr 2019 die größten Fortschritte bei der Krypto-Regulierung gemacht haben.

auf cointelegraph lesen

Blockchain Social Media Startup Voice ernennt ehemaligen Forbes-Manager zu CEO

Laut einer Pressemitteilung vom 9. Januar gab Voice vor dem bevorstehenden Start der öffentlichen Beta-Version der dezentralen Social-Media-Plattform bekannt, dass sie den ehemaligen Chief Digital Officer von Forbes, Salah Zalatimo, zum neuen CEO ernannt hat.

Zalatimo kam 2015 zu Forbes und leitete eine erfolgreiche digitale Transformation, bei der die Forbes-Plattform von Grund auf neu aufgebaut wurde. Brendan Blumer, CEO von Block.one, äußerte sich zu dem neuen Mitarbeiter:

„Salah ist eine seltene Kombination aus Produkt- und Medientalent, bereichert durch eine unternehmerische Vergangenheit. Aufgrund seiner Erfahrung mit der Erstellung von hochmodernen Tools für die Monetarisierung und Veröffentlichung von Inhalten ist er einzigartig dafür qualifiziert, Voice zu leiten.“

Dezentrale Social Media mit Blockchain-Unterstützung

Voice wurde im Juni 2019 vom Entwickler Block.one vorgestellt und hat sich zum Ziel gesetzt, die Integrität der sozialen Medien zu verbessern. Sie beabsichtigen, „ein neues Wirtschaftsmodell zu etablieren, anstatt […] persönliche Daten und gezielte Anzeigen auf Kosten der Nutzer zu verkaufen“.

Voice wird eine erweiterte Identitätsüberprüfung beinhalten, um sicherzustellen, dass jeder Benutzer eine tatsächliche Person ist, um Bots, Catfishkonten und ähnliches zu eliminieren. Benutzer, die Inhalte veröffentlichen, werden mit Voice-Token für das Erreichen von Likes und Community-Engagement belohnt. Die Plattform beabsichtigt, am 14. Februar 2020 eine öffentliche Beta zu starten.

Kann jemand die Hegemonie von Facebook stürzen?

Eine Herausforderung für Voice besteht darin, eine beträchtliche Anzahl von Benutzern von den anderen führenden Plattformen anzuziehen. Die Dominanz von Facebook auf diesem Gebiet hat trotz vieler Versuche keine ernsthaften Konkurrenten gesehen. Voice wird hoffen müssen, dass Social-Media-Nutzer den angebotenen Service schätzen und wollen.

Zalatimo selbst sagte, dass die Blockchain-Technologie in Zukunft die Innovation digitaler Produkte vorantreiben wird, und fügte hinzu, dass sie „eine grundlegend bessere Möglichkeit darstellt, die Urheber und Teilnehmer von Inhalten zu befähigen“.

Ein weiterer Investor in dezentrale soziale Medien ist Jack Dorsey. Der CEO von Twitter und Square gab letzten Monat bekannt, dass er ein unabhängiges Team finanziert, um einen dezentralen Standard für soziale Medien zu entwickeln. Dorsey sagte, dass er sich vorstellt, dass Twitter irgendwann ein Nutzer des neuen Standards wird.

auf cointelegraph lesen

Facebook Libra: Bundesbankpräsident Weidmann rät von digitalem Euro als Antwort ab

Der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann hält nichts von der baldigen Einführung eines digitalen Euros als Antwort auf Facebooks geplante Stablecoin Libra, wie dieser in einem vom Handelsblatt am 2. Januar veröffentlichten Interview mitteilte.

Privatwirtschaft ist am Zug

Weidmann sieht vielmehr die Privatwirtschaft dazu aufgerufen, mit eigenen Angeboten auf die Wünsche der Kunden zu reagieren. Gefragt nach einer möglichen eigenen Digitalwährung der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte der Bundesbank-Chef:

“Ich halte nichts davon, immer gleich nach dem Staat zu rufen. In einer Marktwirtschaft ist es zunächst an den Unternehmen, für Kundenwünsche ein entsprechendes Angebot zu entwickeln. Wettbewerb macht den Marktteilnehmern Beine. Zum Beispiel ist die Initiative der Kreditwirtschaft, ein besseres europaweites Zahlungssystem anzubieten, auch deshalb entstanden, weil sich neue Wettbewerber abzeichneten.”

Das von Banken im Euro-Raum aktuell entwickelte Zahlungssystem würde wie eine Stablecoin und Bargeld künftig Wertübertragungen in Echtzeit ermöglichen.

Zu einer strengen Finanzmarktregulierung von Libra gefragt, versicherte Weidmann, die G7 und G20 hätten sich des Themas bereits angenommen. Anbieter wie Libra müssten “dann die einschlägigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen einhalten und die Geldwäsche oder die Finanzierung von Terrorismus verhindern”. Dies würde die Entstehung eines aufsichtsfreien Raums verunmöglichen. 

Libra kämpft mit Problemen

Der Schweizer Bundespräsident sieht unterdessen die Bemühungen, Libra in der geplanten Form einzuführen, als gescheitert an. Die Libra Association hat mittlerweile das Whitepaper für das Projekt still und relativ unbemerkt aktualisiert. Das erste Libra-Whitepaper vom Juni sah noch Dividenden vor, unter anderem auch zur Ausschüttung an frühe Investoren. Der entsprechende Abschnitt wurde aus dem Whitepaper inzwischen jedoch entfernt.

auf cointelegraph lesen

Die geplanten Kryptogesetze des US- Kongresses zu Libra und Co.: Das müssen Sie wissen

Während der Krypto-Sektors in das Jahr 2020 startet, erarbeiten die US-Gesetzgeber Regelungen für Stablecoins und Technologieunternehmen wie Facebook, welche eigene Kryptowährungen anbieten wollen.

Der Gesetzesentwurf „Keep Big Tech Out of Finance Act“ war am 15. Juli 2019 von der demokratischen Mehrheit des House Financial Services Committee vorgeschlagen worden. Zwar zielt dieses Gesetz speziell auf Facebooks geplante digitale Währung Libra ab. Die geplanten Änderungen sollen jedoch ebenfalls verhindern, dass große Technologieunternehmen in Zukunft wie Finanzinstitute agieren.

Eine öffentlich einsehbare Version des Gesetzesentwurfs klassifiziert große Technologieunternehmen als Online-Plattformen mit einem Jahresumsatz von mindestens 25 Milliarden US-Dollar.

Der Gesetzentwurf schlägt für diese Unternehmen folgendes vor:

„Ein großer Plattform-Dienstleister darf kein digitales Gut einrichten, unterhalten oder betreiben, welches als Tauschmittel, Rechnungseinheit, Wertaufbewahrungsmittel oder eine andere ähnliche Funktion, wie vom Board of Governors des Federal Reserve System definiert, in großem Umfang durch die Allgemeinheit genutzt werden soll.

Facebook hält an Libra-Einführung fest, Regulierungsbehörden äußern Bedenken

Facebook (das in die Kategorie „großes Technologieunternehmen“ fällt) will Libra weiterhin starten und setzt die Arbeit an seinem Stablecoin-Netzwerk fort. Facebook plant laut einer einer am 15. November veröffentlichten Pressemitteilung außerdem die Einführung einer Reihe neuer Funktionen für die kommenden Monate.

Obwohl Facebook immer noch kein Veröffentlichungsdatum für Libra festgelegt hat, zeigen sich die Aufsichtsbehörden weltweit besorgt.

Im Anschluss an die „Keep Big Tech Out Of Finance“ Gesetzesvorlage drückte die Vorsitzende Maxine Waters während ihrer Eröffnungserklärung vom 17. Juli ihre ablehnende Haltung gegenüber Libra aus, und bat Facebook, seine Pläne auf Eis zu legen:

„Angesichts dieser und anderer Bedenken haben meine Kollegen und ich Anfang dieses Monats an Facebook geschrieben und das Unternehmen aufgefordert, die Umsetzung seiner Pläne zu stoppen, bis die Regulierungsbehörden und der Kongress die Probleme im Zusammenhang mit einem großen Technologieunternehmen, das eine digitale Währung entwickelt, untersuchen und Maßnahmen ergreifen können. Die Independent Community Bankers of America und andere unterstützen diesen Schritt mit gesundem Menschenverstand“.

Facebook zeigte sich nach den Anhörungen des Kongresses über Libra ziemlich wortkarg. Das „Keep Big Tech Out Of Finance“-Gesetz würde die Finanzaufsichtsbehörden der Bundesregierung jedoch ermächtigen, Geldstrafen von bis zu 1 Million US-Dollar pro Tag für Verstöße zu verhängen.

Auf der Grundlage des Gesetzesentwurfs und der Strafe, die bei Nichteinhaltung der Vorschriften verhängt werden könnte, dürften große Technologieunternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit gründlich nachdenken, bevor sie ihre eigene Währung einführen und/oder Bankdienstleistungen anbieten.

Gelten Stablecoins als Wertpapiere?

Am 18. Oktober 2019 veröffentlichte der US-Kongress einen Gesetzesentwurf mit dem Titel „Stablecoins Are Securities Act“. Diese Gesetzgebung soll Stablecoins, d.h. Kryptowährung mit stabilem Wert, im Rahmen des bekannten Securities Act von 1933 regulieren.

In diesem Gesetz steht:

„Da die Emittenten von Managed Stablecoins behaupten, Managed Stablecoins seien keine Wertpapiere, ist es angebracht, dass der Kongress für Klarheit sorgt, indem er die gesetzlichen Definitionen des Wertpapierbegriffs ändert, um Managed Stablecoins mit einzubeziehen.

Das vorgeschlagene Gesetz wirkt wie eine direkte Antwort auf Facebooks geplante Kryptowährung, die das Unternehmen in seinem Whitepaper als eine an einen Korb von Fiat-Währungen gebundene Stablecoin beschrieben hat.

Sollte der „Stablecoins Are Securities Act“ verabschiedet werden, würden alle Gesetze, die für Aktien und Anleihen gelten, auch für Stablecoins wie Libra gelten. Die Politikreporterin Nancy Marshall-Genzer erläuterte dies in einem am 1. Januar veröffentlichten Artikel, in welchem sie schreibt:

“ Dieser Gesetzentwurf besagt, dass Stablecoins, die wie Libra [digitale] an einen Korb von irgendetwas mit stabilem Wert gebunden sind, als stabil angesehen werden. In Bezug auf Wertpapiere also Aktien und Anleihen, besagt dieser Gesetzentwurf: „Hey, Libra, alle Gesetze, die für Aktien und Anleihen gelten, gelten auch für dich.“

Hat Facebook Angst vor dem geplanten Gesetz?

Es deutet alles darauf hin, dass Facebook nicht vor dem Start von Libra in diesem Jahr zurückschreckt. Wie Cointelegraph bereits berichtete, hat Facebook inzwischen Änderungen am Libra-Whitepaper vorgenommen. 

Die Streichung möglicher Dividendenzahlungen an frühe Investoren könne zum Ziel haben, eine Klassifizierung von Libra als Wertpapier zu umgehen. 

Im Whitepaper der Waage war zunächst von Dividenden die Rede gewesen. Es hieß darin zunächst: „Zinsen auf Devisenreserven würden in die Systemwartung fließen, die Transaktionsgebühren niedrig halten, das Wachstum fördern und Dividenden an die frühen Investoren ermöglichen“.

Doch wie Brummer in ihrem Artikel zu diesen Veränderungen bemerkte, ist die Erwähnung von „Dividendenzahlungen“ vollständig entfernt worden.

auf cointelegraph lesen