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PayPal akzeptiert Bitcoin: Warum jetzt sehr viel auf dem Spiel steht

Seit knapp zwei Wochen dominiert ein Thema den Krypto-Space: PayPal. Neben einem bullishen Marktausblick für den Bitcoin-Kurs, wirft dieser Schritt auch Fragen nach der PayPal-Strategie auf. Warum PayPal dem ursprünglichen Blockchain-Ökosystem schadet, es langfristig gar nicht so sehr um Bitcoin geht und warum auch für PayPal einiges auf dem Spiel steht.

Die Ankündigung von PayPal am 21. Oktober, mehrere der größten Kryptowährungen zu akzeptieren, verhalf dem Krypto-Markt, einen ordentlichen Sprung gen Norden zu machen. Nicht nur erreicht Bitcoin mit über 13.000 US-Dollar ein neues Jahreshoch, auch steht die Gesamtmarkkapitalisierung aller Kryptowährungen mit über 400 Milliarden US-Dollar so hoch wie seit Mai 2018 nicht mehr.

So nachvollziehbar die Kursreaktionen sind, stellt sich doch die Frage, was es für das Krypto-Ökosystem im Allgemeinen und den Aspekt der Dezentralisierung im Speziellen bedeutet, wenn ein Silicon-Valley-Konzern wie PayPal in die Token-Ökonomie einsteigt.

Wünsche und Ängste liegen nah beieinander

Die Reaktionen auf PayPal innerhalb der Krypto-Community sind nicht neu. Bereits mit der Ankündigung von Facebook, durch das Libra-Konsortium eine eigene Kryptowährung zu entwickeln, hat für geteilte Reaktionen gesorgt. Zwar ging es dabei nicht um die Akzeptanz von Bitcoin als Bezahlmittel wie bei PayPal, aber dafür um die Bereitstellung einer Transaktionsinfrastruktur auf Basis eines Stable Coins, ergo Token-Derivates.

Während die Massenadaption zweifelsfrei vom Markteintritt solcher Giganten profitiert – man denke hier nur an die Nutzerzahlen von Facebook und PayPal – wird gleichzeitig auch immer ein Stück der Dezentralität begraben. Die Art und Weise wie PayPal und Facebook zu der Krypto-Ökonomie beitragen widerspricht ganz klar dem Blockchain-Narrativ. Kein Wunder, dass einige Krypto-Enthusiasten Alarm schlagen und einen Ausverkauf der Dezentralisierungsbewegung skizzieren. Schließlich behält sich PayPal die volle Kontrolle über die Private Key vor. Nutzer werden damit nie im „vollen“ Besitz ihrer Kryptowährungen sein.

Re-Dezentralisierung ad absurdum: Alles unter Kontrolle

Ein Narrativ von Blockchain-Protokollen besteht in der Re-Dezentralisierung der zentralisierten Plattform-Ökonomie. Eine Machtzerschlagung bei gleichzeitiger Beteiligung der Nutzer. Diese soll mehr Mitsprache, monetäre Partizipationsmöglichkeiten sowie Datenschutz ermöglichen, lautet der idealistisch angehauchte Wunsch einer dezentralen, neuen Internet-Ökonomie.

Durch die Einverleibung von Krypto-Anwendungen wie die Bezahlung mit Bitcoin oder eines Stable Coins, in einer vom Anbieter kontrollierten Umgebung, sprich ohne Zugriff auf die Private Keys und ohne Kontrolle über die eigenen Daten, stellen sich die Web-2.0-Plattformen vor die Welle. Wie in einem Schachspiel scheint es, sind sie immer einen Zug voraus. Zumal sie über ein Killerargument verfügen: Den Netzwerkeffekt. Während jedes neue Blockchain-Protokoll mühselig um jeden neuen Nutzer kämpfen muss, greift PayPal auf 346 Millionen Nutzer zurück. Bei Facebook ist es knapp die halbe Weltbevölkerung.

Welche Marktanteile?

Wenn also demnächst PayPal den bequemen Tausch in Bitcoin ermöglicht, dann ist der Schaden für die Krypto-Startups mit einem höheren Dezentralisierungsanspruch groß. Der Schritt, seinen PayPal Account für Bitcoin Investments zu nutzen oder gar darüber eine Krypto-Transaktion abzuwickeln, ist viel naheliegender für die meisten Menschen, als dazu einen speziellen Krypto-Dienst rauszusuchen.

In puncto Nutzerfreundlichkeit können Blockchain-Alternativen in der Regel nicht mit den großen, zentralen Plattformen mithalten. Stattdessen müssen sie über die weniger greifbare Vorteile wie eben Datenschutz oder finanzielle Anreize kommen, um neue Nutzer zu gewinnen.

Folgendes Szenario ist daher nicht unwahrscheinlich: PayPal sorgt für eine höhere Bitcoin-Adaption und zur Stützung des Bitcoin-Kurses – Investoren können also happy sein. Auf der anderen Seite verhindert PayPal eine Neuverteilung der Marktanteile gen „echter“ Krypto-Ökonomie. Die Silicon-Valley-Plattform-Ökonomie stellt sich regelrecht zwischen den Nutzer und der potentiellen Blockchain-Alternative, da sie ihn durch ein vermeintlich besseres Angebot bei sich auf der Plattform und im Netzwerk hält. Dass das Angebot nicht besser, sondern nur bequemer ist, wird nur den Wenigsten ein Dorn im Auge sein.

Profitiert PayPal wirklich so stark?

Ganz gleich, ob bei Facebook oder bei PayPal drängt sich die Frage auf, was die langfristige Strategie hinter dem Krypto-Umschwenk ist? Während bei Facebook dazu schon unzählige Überlegungen formuliert worden sind, drängt sich auch bei PayPal ein Gedanke auf, der weit über die bekanntgegebenen Absichten hinausgeht.

Laut einem Morgan-Stanley-Analysten, wird das Geschäft von PayPal vorerst nicht sonderlich durch Bitcoin, Ether und Co. profitieren. Das große Geld dürfte nach wie vor im traditionellen Zahlungsverkehr verdient werden.

Gemessen am Umsatzvolumen und den Erträgen von PayPal wird Bitcoin und Co. nur eine kleine Optimierung darstellen. Eher sind es laut der Investmentbank die neuen Kunden und die Marktabdeckung – 26 Millionen Händler können nun Krypto akzeptieren – die PayPal antreibt. Laut Bloomberg sind auch Zukäufe seitens PayPal geplant, um sich in der Krypto-Ökonomie fest zu positionieren. So ist beispielsweise die Übernahme von dem Krypto-Verwahrer BitGo im Gespräch.

Worum es wirklich geht: Spannend wird es mit Stable Coins

Was haben große Krypto-Börsen wie Binance, Banken wie J.P. Morgan und Konzerne wie Facebook gemeinsam? Sie alle setzen auf einen eigenen Stable Coin. Auch PayPal ist Teil des Libra-Konsortiums und arbeitet folglich, wenn auch eher indirekt, an einem Stable Coin mit.

Klassische Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Litecoin eignen sich nun mal nicht sonderlich als Währung im Sinne des täglichen Bezahlens. Entweder haben sie eine Wertspeicherfunktion (Bitcoin oder Litecoin) oder eine Anwendungsfunktion (Ethereum). Sofern man allerdings nicht in einem „Krisengebiet“ unterwegs ist, gibt es wenig rationale Gründe, warum man beispielsweise mit Bitcoin zahlen sollte.

Solange unser Gehalt, unsere Steuern und letztlich die Preise im Supermarkt in Euro, Schweizer Franken etc. ausgewiesen werden und als gesetzliche Zahlungsmittel festgelegt sind, werden wir als Referenzpunkt auch die heimische Fiatwährung haben. Es wäre also mehr als nur naheliegend, wenn PayPal ebenfalls auf Stable Coins setzt. Ein Umstand der bereits heiß in der Krypto-Szene diskutiert wird.

Das Motto: Disruptiere dich selbst, bevor es andere machen

Auf der einen Seite greift PayPal mit einem Stable Coin sein Geschäftsmodell an. Die Risiken für PayPal wären alles andere als gering. Schließlich würden sie eine alte Bezahlinfrastruktur, an der sie als Mittelsmann prächtig verdienen, gegen eine neue Infrastruktur austauschen. Wie hoch im neuen Infrastruktur-Umfeld die Margen und Marktanteile sind, ist schwer zu kalkulieren. Niemand, auch nicht PayPal, kann genau vorhersagen, wie sich der Markt für Payment-Dienstleistungen innerhalb der nächsten zehn Jahre entwickeln wird.

Diesem Risiko steht aber ein noch größeres Risiko entgegen: Das Verschlafen von Entwicklungen, die man nicht mehr aufhalten kann. Auch PayPal ist gezwungen, sich weiterzuentwickeln. Tut es das nicht, dann droht PayPal das gleiche Schicksal wie vielen großen Dinosauriern aus DAX und Co. Deren Wertschöpfung ist von Internet-Plattformen und Unternehmen der nächsten Generation bereits mehr als angezählt worden.

So irrelevant Token am Anfang dieser Dekade für uns sein mögen, so werden sie es sicherlich nicht mehr am Ende dieses Jahrzehntes sein. PayPal hat jetzt die Chance, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und seine Standards umzusetzen sowie die Nutzerbasis zu stärken. Die Bitcoin-Integration kann dabei nur ein erster vorsichtiger Schritt sein, um anschließend alle Payment-Dienstleistungen auf Token umzustellen.

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BoC: „Zentralbanken müssen eigene Digitalwährungen bereit haben, falls Libra scheitert“

Laut einem Bericht der kanadischen Presse vom 15. Oktober fordert Timothy Lane, der Vize-Direktor der Zentralbank von Kanada (BoC), die Zentralbanken der Welt auf, ihre eigenen Digitalwährungen schon startbereit zu haben für den Fall, dass Regierungen und Aufsichtsbehörden die globale Facebook Kryptowährung Libra verbieten. Ein solches System wäre zudem ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Corona-Krise.

Die entsprechenden Äußerungen machte Lane im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz der Zentralbanken. Dahingehend gibt er an, dass sein Finanzinstitut bereits an einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) arbeitet und dabei „große Schritte“ macht. Allerdings räumt er ein, dass die Zentralbank zunächst die kanadische Bevölkerung dazu befragen müsse, was diese von einer solchen Digitalwährung erwartet.

Die Bemühungen von Facebook Libra lobt der stellvertretende Zentralbankchef wiederum, denn diese würden dafür sorgen, dass grenzübergreifende Zahlungen in der Zukunft effizienter gemacht werden, was nach Ansicht von Lane besonders den „bankenlosen“ Menschen in Entwicklungsländern helfen könnte, an der Weltwirtschaft teilzuhaben.

Daraus schlussfolgert er:

„Das ist der springende Punkt: Egal, ob wir wollen, dass Libra oder eine Zentralbank diese Funktionen übernimmt, aber wenn wir wollen, dass es eine Zentralbank-Digitalwährung und nicht Libra ist, dann müssen wir etwas in der Hand haben, damit wir direkt loslegen können.“

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Wegen Regulierungsproblemen: G7 gegen Libra-Start

Die größten Volkswirtschaften der Welt erklärten in einem Erklärungsentwurf, dass sie sich zunächst gegen den Start des Projekts Libra von Facebook aussprechen würden.

Laut einem Bericht von Reuters sagten die Zentralbankiers und die Finanzminister der Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien (auch bekannt als die Gruppe der Sieben oder G7) am 12. Oktober, dass sie globale Stablecoin-Projekte stoppen würden, bis eine bessere Regulierung besteht.

Im Entwurf heißt es:

„Die G7 glaubt nach wie vor, dass kein globales Stablecoin-Projekt in Betrieb gehen sollte, solange es nicht die rechtlichen, regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen angemessen erfüllt und die geltenden Normen eingehalten werden.“

Die Erklärung stammt von den G7-Vertretern, die sich im Juni 2019 zusammenfanden, um darüber zu sprechen, wie Zentralbanken Kryptowährungen regulieren können. Die Gruppe will sicherstellen, dass sich digitale Vermögenswerte die geltenden Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche, die Verbraucherschutzvorschriften und andere Regulierungen halten. In einem G7-Bericht vom vergangenen Oktober hießt es, dass „globale Stablecoins“ eine Bedrohung für das globale Finanzsystem darstellen würden.

Infolgedessen kann es sein, dass der Stablecoin Libra von Facebook von den notwendigen Aufsichtsbehörden keine Genehmigung erhält. Cointelegraph berichtete im vergangenen Jahr, dass Frankreich sich mit Deutschland, Italien, Spanien und den Niederlanden zusammengetan habe, um die Einführung von Libra in Europa zu verhindern. Im April veröffentlichte der Finanzstabilitätsrat der G20 eine umfassende Stablecoin-Studie, in der zehn Empfehlungen für eine wirksame Regulierung vorgelegt wurden.

Im G7-Entwurf wurde auch die Besorgnis der Gruppe über Ransomware-Angriffe zum Ausdruck gebracht. Diese würden „wesentliche Funktionen sowie unsere kollektive Sicherheit und unseren Wohlstand gefährden“. Derartige Angriffe haben etwa in den Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland, Griechenland und Italien seit Beginn der Pandemie Anfang des Jahres zugenommen.

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Blockchain Gaming: Warum das Potential der Branche unterschätzt wird

In der virtuellen Spielewelt trifft die Krypto-Ökonomie auf fruchtbaren Boden. Immer mehr Games setzen auf Kryptowährungen und Blockchain. Wie der aktuelle Stand zu bewerten ist, warum wir in den nächsten Jahren mit einem rasanten Wachstum im Blockchain-Gaming-Sektor rechnen können und welche Chancen sich daraus ergeben.

Spiel und Spekulation sind zwei Merkmale vieler technologischer Innovationen. Dies gilt für die Blockchain-Technologie mindestens so sehr wie für das Internet. Insbesondere der Gaming-Sektor hat das Potential zu einem der größten Sprungbretter für die Krypto-Ökonomie zu werden. Aktuell lassen sich die meisten Spieleangebote, die auf Features der Blockchain-Technologie zugreifen, eher belächeln. Von einer Etablierung in der Breite sind die meisten Spiele-dApps noch weit entfernt. Genau dies ändert scheint sich aber immer schneller zu ändern.

Die Anfänge sind gemacht

Grundsätzlich muss man darin unterscheiden, wie die Blockchain-Technologie, bei Games eingesetzt wird. Ein eher einfacher Anwendungsfall ist es, Zahlungen mit Hilfe von Kryptowährungen abzuwickeln. Deutlich relevanter sind hingegen Anwendungen, die das Spiel selbst betreffen, was eben bei dezentralen Spielen in Form von dApps der Fall ist. Ein bekanntes Beispiel sind hier die CryptoKitties, die zu einer ersten großen Blase im dApps-Segment geführt haben. Dabei ging es um Non Fungible Token (NFT), die ähnlich wie Sammelkarten einen einmaligen digitalen Wert mit spielerischen Elementen verknüpfen konnten. Inzwischen gibt es zahlreiche solcher dApps, die versuchen Wert durch knappe Spiele-Items zu erzeugen.

Ein anderes Beispiel ist Enjin beziehungsweise das Enjin Network. Dabei handelt es sich um einen Verband von verschiedenen Blockchain-Entwicklerstudios, die ihre Spiele miteinander verknüpfen. So können Gegenstände aus den unterschiedlichen Games in anderen teilnehmenden Spielen Verwendung finden. Der dazugehörige Enjin Coin (ENJ) steht aktuell immerhin bei einer Marktkapitalisierung von rund 120 Millionen US-Dollar.

Vom digitalen Kartenspiel hin zum AAA-Meisterwerk

Die aktuellen dApps und NFT Games sind eher simple Smartphone-Spiele, anstatt anspruchsvolle AAA-Produktionen, die man gebannt vor dem großen Desktop-Bildschirm zu Hause spielt. Diese besseren „Kartenspiele“ entwickeln sich allerdings auch immer weiter und auch große Gaming-Schmieden wie Ubisoft und Blizzard interessieren sich immer stärker für die Blockchain-Technologie.

Die Anwendungsfelder sind dabei durchaus divers. So hat beispielsweise Blizzard ein Patent angemeldet, das Ergebnisse aus Spiele-Partien auf eine Blockchain setzt. Dort wären die Daten „inhärent widerstandsfähig gegen Manipulation.“ Digitaler Diebstahl von Gaming-Verdiensten oder In-game-Schätzen würde damit folglich der Vergangenheit angehören.

Bereits „on-Chain“ ist die Regensburger Softwareschmiede Cipsoft. Diese hat das erste Blockchain Game für Litecoin entwickelt. Litebringer – so der Name des Hybrids aus Idle Game, Online RPG und Trading-Simulation – findet nicht auf Servern, sondern ausschließlich auf der Litecoin Blockchain statt. Das bedeutet wiederum, dass jede Interaktion mit dem Spiel defacto eine Litecoin-Transaktion ist. Ausrüstungsgegenstände werden dadurch auf der Blockchain abgesichert und vor Hacks geschützt.

Ohne Wallet kein Blockchain Gaming

Ein positiver Nebeneffekt von der Blockchain-Adaption im Gaming-Sektor ist, dass man die Nutzer immer stärker dazu drängt sich eine Wallet zu erstellen, um partizipieren zu können. Durch diese spielerische Notwendigkeit findet ganz nebenbei also auch eine Krypto-Erziehung statt, die wiederum positive Auswirkungen auch außerhalb des Gaming-Sektors auf das Medium Token haben kann.

Inzwischen sind es nicht mehr nur digitalaffine Menschen, die viel Zeit mit Gaming verbringen. Das „Daddeln“ ist inzwischen in vielen Bevölkerungsschichten angekommen. Dadurch kann man auch Menschen erreichen, die sich sonst eher weniger mit der Krypto-Thematik auseinandersetzen würden. Zumal diverse Aspekte der Technologie im Gaming abgedeckt werden. Sei es das Bezahlen für Items, das Nutzen einer dezentralen Datenbank für Spieleergebnisse oder das Erleben einer gänzlich neuen NFT-Ökonomie, die Use Cases sind vielfältig.

E-Sports bringt Geld ins Spiel

Aktuell befinden wir uns noch ganz am Anfang. Spannend wird es, wenn sich die großen Gaming-Schmieden hinter beispielsweise World of Warcraft, Fortnite oder Call of Duty dazu entscheiden in Zukunft Blockchain Features zu integrieren. Zumal hier ein großer und stark wachsender E-Sport-Markt hinter steht. Auch gibt es genau wie im Fußball oder anderen Sportarten große Vereine und Ligen, in denen man um viel Geld spielt.

Mit Hilfe der Blockchain-Technologie könnten so Fans das „Trikot“ ihrer Idole erwerben. Beispielsweise könnte man das Trikot von Lionel Messi oder Christiano Ronaldo tokenisieren und in 100 limitierte NFT ausgeben, die wiederum im Fußball-Spiel Fifa erworben und gehandelt werden können. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Das Zauberwort heißt Virtual Reality

Ein besonders großer Impuls dürfte von dem Bereich der Virtual Reality (VR) kommen. Natürlich geht VR weit über das Gaming hinaus, doch auch hier wird es in den nächsten Jahren immer mehr zum Standard werden, dass wir zum Zocken eine Brille aufsetzen. Spielwelten – vor allem Spielwelten in der Virtual Reality – können besonders von der Blockchain-Technologie profitieren.

Ein Beispiel dafür ist die Blockchain-VR-Welt Decentraland, in dem man Grundstücke in Form von NFT erwerben kann. Das teuerste Grundstück ist für über 80.000 US-Dollar verkauft worden. Die Grundstückspreise steigen also nicht nur in der realen, sondern zukünftig auch in der virtuellen Welt. Spätestens, wenn Facebook mit dem VR-Brillen Oculus-Projekt horizon unsere Social-Media-Aktivitäten in den virtuellen Raum verlagert, wird dort eine neue Ökonomie entstehen.

Weniger Hype, mehr Substanz

Im Gegensatz zu ICOs oder dem aktuellen DeFi-Hype können Blockchain Games auch außerhalb der Finanzwelt Menschen für die Krypto-Welt begeistern. Natürlich kann es auch im Gaming-Bereich zu Übertreibungen kommen, allerdings ist davon gegenwärtig noch nichts zu erkennen. Viel mehr dürften Games zu einer kontinuierlichen Etablierung von Token führen, wenn der Hauptfokus nicht auf das schnelle Geldverdienen ausgelegt ist.

Schwierigkeiten könnten dennoch entstehen, wenn die Skalierung der Blockchains nicht mehr mitkommt. Ohne bessere Skalierungslösungen birgt ein kleinerer Gaming-Hype die Gefahr, dass die zugrunde liegende Blockchain an ihre Grenzen stößt.

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Lösung des Facebook-Dilemmas – „Dezentralisiertes Internet“ als Rettung der freien Meinung

Bradley Kam, einer der Mitgründer von Unstoppable Domains, ist der Überzeugung, dass weder die geplanten Gesetze gegen Verschlüsselung noch die großen Technologiekonzerne eine ernsthafte Bedrohung für das Internet der Zukunft sind. Vielmehr würden sowohl die Gesetzgeber als auch die marktführenden Internetkonzerne dabei helfen, das „Dezentralisierte Netz“ salonfähig zu machen.

Diese These erklärt er gegenüber Cointelegraph wie folgt:

„Früher gab es dieses populäre Narrativ, dass das Internet eigentlich ganz gut von selbst läuft. Vor ein paar Jahren war das noch aktuell, aber inzwischen ist dieses Narrativ fast ganz verschwunden. Es gibt heute so vieles, das dagegen spricht wie zum Beispiel das Anti-Verschlüsselungsgesetz oder der Twitter-Hack von Barack Obama…. Generell bin ich der Meinung, dass je mehr die großen Techkonzerne die Macht ihrer Monopolstellung missbrauchen, desto besser wird das Argument für ein dezentralisiertes Netz.“

In der Tat ist die aktuelle Lage ein regelrechtes Dilemma für die Techbranche, denn die großen sozialen Netzwerke Facebook und Twitter wurden zugleich für zu wenig und zu viel Zensur kritisiert. Kam ist zuversichtlich, dass ein dezentralisiertes Internet einen solchen Widerspruch und die damit einhergehende Problemstellung lösen könnte. Demnach wird es in Zukunft eine Vielzahl sogenannter „dezentralisierter Apps“ im Sinne von Facebook geben, die miteinander konkurrieren werden. Diese „DApps“ werden sich unter anderem dadurch abgrenzen, inwiefern sie freie Meinungsäußerung zulassen:

„Im Moment ist es so, dass wenn Facebook dich blockt, dann kannst du quasi nicht mehr am Internet teilhaben. Da hat man eigentlich keine Wahl. Facebook entscheidet also darüber, wie weit die freie Meinungsäußerung geht. Sie ziehen die Grenze. In der Zukunft wird es aber 40 verschiedene Facebooks geben, die alle unterschiedliche Grenzen haben. Wenn man dann auf einem geblockt wird, geht man halt auf das nächste.“

Dies könnte zwar zu einem ziemlichen Chaos führen, wäre laut Kam jedoch essenziell, um die freie Meinungsäußerung zu sichern:

„Das wird ein chaotisches Internet sein, wobei dutzende Versionen gleichzeitig nebeneinander existieren werden. Aber das Internet als Ganzes kann die freie Meinungsäußerung so schützen, während es trotzdem 99,99 % der Dinge filtert, die wir als Gesellschaft gemeinsam ablehnen.“

Allerdings gilt es zu beachten, dass die treibende Kraft hinter dem Erfolg von Facebook, Twitter, Instagram und Google, der sogenannte Netzwerkeffekt, nicht plötzlich verschwindet. Je größer ein soziales Netzwerk, desto mehr Wert hat es für dessen Nutzer. Selbst ein soziales Netzwerk mit besserer Technik wäre also weniger „nützlich“ als Facebook, denn wenn es weniger bzw. keine Nutzer hat, wird es wortwörtlich nutzlos. Dementsprechend haben dezentralisierte soziale Netzwerke wie Steem bisher einen schweren Stand. Wenn es also wirklich irgendwann „40 Facebooks“ geben sollte, müssten diese zumindest interoperabel sein, um einen ähnlichen Nutzen wie das Original zu schaffen.

Unstoppable Domains hat zuletzt selbst neue Features wie den dChat und die Unstoppable E-Mail eingeführt.

Zur Erinnerung: Das „Dezentralisierte Internet“ meint ein Internet, das aus einer Vielzahl an nebeneinander geschalteten Blockchains und Dezentralisierten Apps, also Blockchain-basierten Apps, besteht. Da die Blockchain-Technologie auf dem Gedanken der Dezentralität beruht, würde dadurch ein Internet entstehen, das, anders als heute, nicht zentral von einigen wenigen großen Playern gesteuert wird.

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Blockchain Capital schließt sich dem Facebook Krypto-Projekt Libra an

Libra, das Blockchain-Projekt von Facebook, wächst im Vorfeld seines Starts trotz aller Widrigkeiten stetig weiter. So konnte nun ein weiteres namhaftes Unternehmen der Branche als Mitglied der Libra Association gewonnen werden, die für die Verwaltung des Projekts zuständig ist.

Bei dem betreffenden Unternehmen handelt es sich um Blockchain Capital, eine der größten Investmentfirmen in der Blockchain-Branche, wie die Libra Association am 18. September offiziell mitteilt.

Damit ist Blockchain Capital eines der 26 Gründungsmitglieder des Libra „Verbandes“ und soll helfen, ein „Zahlungssystem, das bessere Teilhabe ermöglicht“ aufzubauen.

Bart Stephens, einer der Mitgründer von Blockchain Capital, meint, dass „der Einsatz der Blockchain-Technologie zur Verbesserung der Teilhabe der Menschen am Finanzsystem“ ohnehin schon eines der wichtigsten Ziele seiner Investmentfirma war.

Die Libra Association wurde im Juni 2018 ins Leben gerufen, nachdem Facebook zunächst ein Whitepaper für die zugehörige Blockchain und Kryptowährung Libra veröffentlicht hatte. Zunächst hatte die Organisation gleich mehrere namhafte Gründungsmitglieder, darunter Mastercard, PayPal, Visa, Stripe, eBay, Coinbase, Andreessen Horowitz und Uber. Inzwischen haben mehrere ursprüngliche Mitglieder Libra jedoch verlassen, da von den Regierungen auf der ganzen Welt massiver politischer Druck auf das Projekt ausgeübt wird.

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Blockchain ist das neue Bio – Warum wir jetzt umdenken müssen

In den letzten Jahren haben sich Bio-Siegel in der Lebensmittelindustrie durchgesetzt. Selbst Discounter wie Aldi und Lidl stocken ihr Sortiment mit immer mehr Bio-Produkten auf. Warum die Blockchain-Technologie die Bio-Bewegung weiter vorantreibt, wir neue „Blockchain-Bio-Siegel“ benötigen und was Cambridge Analytica mit dem Fleischproduzenten Tönnies gemeinsam hat.

Was als Nischenphänomen angefangen hat, ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem Standard geworden: Das Einkaufen von Lebensmitteln mit Bio-Siegel. Es sind längst nicht mehr nur „Ökos“ oder „Yuppies“ in Großstädten wie Berlin oder Barcelona, die viel Wert auf ökologische und nachhaltig produzierte Lebensmittel legen. Lebensmittelproduzenten, die den Bio-Standards nicht entsprechen – Stichwort: Tönnies – werden zunehmend gesellschaftlich geächtet. Um auch langfristig profitabel zu sein, wird es als Unternehmen immer wichtiger, sich an die neuen Konsumentenbedürfnisse anzupassen. Entsprechend wundert es auch nicht, dass das Marketing sowohl von der Lebensmittel-, aber auch Kleidungsindustrie, immer öfter einen grünen und nachhaltigen Anstrich bekommt.

Mit Bio-Kapitalismus zu einer besseren Welt

Letztlich ist es weniger der Altruismus oder Idealismus der Unternehmen, die ihre Kleidung nicht mehr in Bangladesch produzieren oder Hühner in schuhkartongroßen Käfigen halten. Am Ende geht es ums Geldverdienen. Die Konsumenten entscheiden mit ihrer Brieftasche, wohin die Reise geht.

Von dieser „Öko-Dynamik“ kann man sehr viel lernen. Insbesondere die Etablierung dezentraler Infrastrukturen durch die Blockchain-Technologie geht in die genau gleiche Richtung. Wer möchte, dass dezentrale Anwendungen und damit Datenschutz sowie mehr Transparenz bei gleichzeitig höher Privatsphäre eine Zukunft haben, der muss verstehen wie die Erfolgsgeschichte der Nachhaltigkeits- und Ökologiebewegung funktioniert.

Lachs auf der Blockchain

Langjährige BTC-ECHO-Leser werden eine ganz bestimmte Art von Artikeln auf unserer Seite gut kennen. Die Rede ist von News zu Blockchain–Tracking-Lösungen, also Transport- und Logistikprozessen, die via Blockchain erfasst und damit für jedermann nachvollziehbar gemacht werden. Ganz gleich, ob chinesische Schweinehälften, italienischer Rotwein oder Schokolade aus Ecuador: es gibt kaum ein Lebensmittel, mit dem nicht schon Blockchain-Pilotprojekte vollzogen wurden.

Dabei geht es vor allem darum, dass der Konsument beim Kauf sicher gehen kann, woher die Ware kommt. Auch und gerade bei Bio-Produkten ist dies oft nicht wirklich transparent. So ist es bekannt, dass beispielsweise Garnelen oder Avocados, die außerhalb der EU gefangen respektive angebaut werden, oftmals nicht den Bio-Standards entsprechen, dennoch aber an das attraktive Bio-Siegel kommen können. Wirklich sicher kann sich der Konsument indes bei kaum einem im Ausland produzierten Lebensmittel sein.

Wenn Bio nicht mehr reicht: Das Blockchain-Siegel

Das Erfassen von Waren über eine öffentlich einsehbare Blockchain, die es ermöglicht, die gesamte Lieferkette nachzuverfolgen, kann zu einem höheren Verbraucherschutz beitragen. Neben einem Bio-Siegel könnte es also auch ein Blockchain-Siegel geben, das dem Verbraucher durch Einscannen mit der Smartphonekamera die Möglichkeit gibt, sämtliche produktbezogene Herstellungs- und Transportbedingungen nachzuvollziehen.

Beispielsweise nutzt der norwegische Fischerreibetrieb Kvarøy Arctic, unterstützt von norwegischen Fischerreiverband, das Blockchain Tracking, um transparent zu machen, woher der Lachs stammt. Ein anderes Beispiel ist das H&M-Unternehmen Cos, das mit dem Krypto-Unternehmen VeChain kooperiert, um den Weg der Kleidungsstücke via Blockchain offenzulegen. Aktuell befinden wir uns dabei oft noch in einer Pilotphase. Vergleicht man die Bio-Adaption mit der Blockchain-Adaption, dann könnte man sagen, dass wir hinsichtlich Krypto noch in den 90er Jahren stecken.

Datenskandale sind die neuen Fleischskandale

Um ein schnelleres Umdenken zu kultivieren, ist es wichtig, für Skandale zu sensibilisieren. Der Tönnies-Skandal hat von Bildzeitung, über das Handelsblatt bis hin zur Taz öfter in den Schlagzeilen gestanden als der Cambridge-Analytica-Datenskandal. Salopp formuliert versteht „der Deutsche“ keinen Spaß, wenn es um die Wurst geht, bei seinen persönlichen Daten hingegen schon.

Neben den Vorteilen, die Blockchain bei dem Tracking von Waren liefern kann, muss ein neues Datenbewusstsein bei den Verbrauchern geschaffen werden. „Wer sammelt, verifiziert und monetarisiert meine Daten?“, sollte genauso häufig hinterfragt werden wie der Ursprung der Avocado oder eben der Wurst. Blockchain kann dabei als Tool zur Mündigkeit befähigen. Der mündige Verbraucher ist informiert, ganz gleich, ob beim Wocheneinkauf im Edeka oder bei dem Durchstöbern von Facebook-Einträgen oder Amazon-Bestsellern.

Es geht auch ums Geld

Dezentralität ist die Chance in einer immer stärker vernetzten und datenbasieren Welt die Kontrolle zu behalten. Ohne Kontrolle über unsere Daten und letztlich unsere digitale Identität wird es in Zukunft zu dystopischen Szenarien kommen. Spätestens mit der Weiterentwicklung von KI ist der mündige Verbraucher nur noch eine Illusion. Eine dezentrale Datenökonomie wird nicht alle Probleme lösen können, sehr wohl aber für Optionen und Handlungspielraum sorgen.

Insbesondere die ökonomische Dimension bei der Monetarisierung spielt hier eine übergeordnete Rolle. Unsere Daten werden von Jahr zu Jahrwertvoller, da sie immer genauere Informationen zu unserem Konsum respektive unserer Konsumbereitschaft liefern können. Wer hier nicht möchte, dass bereits übermächtige Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley noch mächtiger werden, der muss sich mit dezentralen Alternativen auseinandersetzen.

Es ist 5 vor 12

Wenn ein Blockchain-Protokoll, das von seinem Netzwerkteilnehmern betrieben wird, die gleiche Dienstleistung wie AirBnb oder Uber bereitstellen kann, dann sollte man darüber nachdenken dieses auch zu nutzen. Bislang sind derartige Angebote noch zu unausgereift für das Gros der Konsumenten. Genauso wie die Bio-Bewegung braucht es hier noch viel Zeit, sowohl in der Weiterentwicklung als auch in dem Bewusstsein der Menschen.

Zeit, die wir kaum haben, da die Weiterentwicklung der smarten Algorithmen von Google und Co. rasant voranschreitet. Auch digitales Geld wie beispielsweise Facebooks Libra wird nicht nur eine neue Stufe von Konsumentenentmündigung und Privatsphäre-Einschränkung mit sich bringen. Zwar kommt hier die Distributed-Ledger-Technologie zum Einsatz, doch trägt diese nicht oder nur sehr eingeschränkt, zur Verbraucherautonomie bei. Es ist also wichtig, zwischen Pseudo-Blockchain-Lösungen und wirklich dezentralen Blockchain-Lösungen zu unterscheiden, um „Blockchain Washing“ zu verhindern.

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Neue Produktgruppe: Facebook macht Fintech-Pläne deutlicher

Facebook hat eine neue Produktgruppe zur Förderung von „Zahlungen und Handelsmöglichkeiten“ ins Leben gerufen. Für diese ist David Marcus, Mitbegründer von Libra, verantwortlich.

Die Gruppe namens Facebook Financial, oder kurz „F2“, wird Zahlungsprojekte durchführen, darunter sind Pläne für Facebook Pay, wie Bloomberg am Montag berichtete.

Die Abteilung vereint die früheren Facebook-Bemühungen im Bereich Fintech unter einem einzigen Dach. Marcus ist für die Wallet Novi, die zuvor unter dem Namen Calibra bekannt war, und für Zahlungen beim WhatsApp-Messenger verantwortlich.

Die Einführung einer eigenen Abteilung deutet darauf hin, dass das Unternehmen sich voll und ganz der Zahlungsbranche widmen will. Schon länger will das Unternehmen Zahlungen in die Apps von Facebook integrieren.

Der ehemalige Upwork-Chef Stephane Kasriel wird unter Marcus als Vizepräsident für Zahlungen fungieren.

Marcus kommentierte dazu:  

„Wir haben eine Menge Kommerz-Dinge für Facebook laufen. Es ist das Richtige, die Strategie auf Unternehmensebene in Bezug auf alle Zahlungen zu rationalisieren.“

Trotz der Bemühungen, eine Blockchain-basierte Währung zu schaffen, ist das unmittelbare Ziel der Abteilung die Einführung von Zahlungen über WhatsApp in Entwicklungsländern wie Brasilien und Indien.

Das Unternehmen steht an allen Fronten starken regulatorischen Hürden gegenüber. Dem Unternehmen wird ein monopolistisches Verhalten vorgeworfen. Das Misstrauens der Regulierungsbehörden gegenüber dem Einstieg in die Zahlungsbranche von Facebook ist daher bereits in der Vergangenheit aufgekommen.

Sogar nicht-krypto Zahlungen auf WhatsApp wurden im Juli von den brasilianischen Regulierungsbehörden eingestellt. Libra hingegen musste aufgrund der Vorgaben der Behörden, auf viele ihrer ursprünglichen Funktionen verzichten.

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Facebook: Social-Media-Riese lanciert neue Fintech-Produktlinie

Facebook bündelt nun alle seine Fintech-Bestrebungen unter einem Dach. Neben der bereits angekündigten Kryptowährung Libra soll eine ganze Produktlinie entstehen.

Noch für dieses Jahr erwarten Beobachter den Start von Facebooks eigener Kryptowährung Libra. Nun geht das Social-Media–Unternehmen in die Offensive. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, hat Facebook eine neue Produktlinie für Zahlungs- und E-Commerce-Dienstleistungen entworfen. Die Führung dieser Sparte übernimmt David Marcus, der auch zu den Mitentwicklern des Libra-Projektes gehört.

Diese neue Division trägt den Namen Facebook Financial oder kurz: F2. Damit, so scheint es, fasst Facebook seine gesamten Fintech-Bestrebungen unter einem Dach zusammen. Die Wallet zur Verwaltung von Libra heißt mittlerweile nicht mehr Calibra, sondern Novi. Auch für Zahlungen an den Messenger WhatsApp, der Facebook gehört, soll F2 zuständig sein. Als Vize-Chef der neuen Sparte konnte man Stephane Kasriel gewinnen, der zuvor CEO des Online-Jobportals Upwork gewesen ist. 

Hinter F2 steckt wahrscheinlich das Ziel, die Anzeigenkampagnen auf Instagram, dem Facebook Messenger und WhatsApp lukrativer zu gestalten. Die Nutzer werden so mehr Zeit mit den Facebook-eigenen Apps verbringen. „Da die Zahlungen in Messenger und WhatsApp zunehmen und wir diese Amit mehreren Apps einführen können, denke ich, dass dieser Trend zunehmen wird“, zitiert Bloomberg den Facebook-Boss Mark Zuckerberg. 

Marcus gilt in der Branche als „Veteran“

Es ist kein Geheimnis, dass Zuckerberg ein Auge auf die Märkte in Indien und Brasilien geworfen hat. Insbesondere nach Brasilien sind laut Bloomberg hohe Investitionssummen geflossen. Noch haben diese sich allerdings nicht rentiert, da zahlreiche regulatorische Vorschriften dies verhinderten. Was diese Anforderungen betrifft, scheint David Marcus jedoch der richtige Mann zu sein. Für Facebook arbeitet er bereits seit 2014. Marktbeobachter bezeichnen ihn als „Veteran“ in der Zahlungsbranche, hat er doch bereits zuvor als Präsident der PayPal Holdings Inc. fungiert. Vor seinem Wechsel zu dem neuen Libra-Projekt war er vier Jahre lang Leiter des Messenger-Dienstes von Facebook. 

Es ist hilfreich, über spezifisches Fachwissen in der Regulierung von Finanzdienstleistungen zu verfügen, um die Dinge von Anfang an richtig zu gestalten. In der Welt der Finanzdienstleistungen unterscheidet sich stark von der traditioneller Technologieunternehmen, die nicht derart streng reguliert sind,

erklärte der Manager. Mit Libra verfolgt Facebook das Ziel, eine grenzüberschreitende Kryptowährung zu etablieren. Daher war und ist es für Marcus nötig, mit mehreren Regulierungsbehörden zu verhandeln. Diese Erfahrung könnte ihm als Leiter von F2 durchaus von Nutzen sein. 

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Das Jahr 2030: 5 Thesen zum Finanzsektor von morgen

Kaum ein anderer Sektor steht vor so großen Umwälzungen in den nächsten Jahren wie der Finanzsektor. Wie diese aussehen könnten, wird im Freitagskommentar im Listicle-Format skizziert. In diesem 2. Teil erläutern wir die Thesen 6 – 10.

Zu den ersten 5 Thesen geht es hier entlang.

These Nr. 6: Tokenisierung so normal wie ein Bankkredit

Der Transformationsprozess hin zur Tokenisierung ist korrespondierend zur Einführung von digitalem Zentralbankgeld als sicher anzunehmen. Genauso wie sich das Medium des Tonträgers von physischer Schallplatte bis hin zur digitalen Musikdatei beim Streamingdienst gewandelt hat, wandelt sich auch das Medium der Wertpapiere. Die gegenwärtige Wertpapierverbriefung wird in diesem Jahrzehnt vollends digitalisiert. Der Security Token wird zum Standardmedium von Wertpapieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob man einen Fonds erwirbt oder bei einem digitalen Börsengang mitmacht. In diesem Kontext werden auch neue Geschäftsmodelle wie die Tokenisierung von Immobilien oder Unternehmen weiter ausgebaut. So ist es beispielsweise auch denkbar, dass eine Tokeniserung von KMUs auch im Firmenkundencenter der Hausbank durchgeführt wird. 

These Nr. 7: Banken werden zu Bausatzkästen

Eines der Lieblingsargumente von Universalbanken ist, dass sie „alles aus einer Hand“ anbieten können. Das Problem daran ist, dass viele dieser Dienstleistungen, gemessen an neuen Konkurrenzangeboten, nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Der Kunde bekommt zukünftig durch FinTechs oder Internetkonzerne wie Google oder Facebook einen immer besseren Service, den gerade kleine Bankhäuser einfach nicht bieten können. Sei es bei der Auswahl der passenden Versicherung oder der auf Algorithmen basierten Geldanlage.

Die Zukunft der Finanzinstitute entscheidet sich an ihrer Fähigkeit, mit Daten umzugehen. Wenn traditionelle Finanzdienstleister nicht sang- und klanglos untergehen wollen, müssen sie sich für Fremddienstleister öffnen. Da sie es verpasst haben, innovativ zu sein und es viele auch nicht mehr schaffen werden, aufzuholen, werden sie immer mehr zu Aggregatoren von diversen Angeboten, ganz gleich, ob von Google oder einem hippen Versicherungs-Start-up. Ein Stichwort ist hier das Open Banking (auch API Banking). Darunter versteht man die Öffnung der Banken und Teile ihrer Daten für Dritt-Anbieter.

These Nr. 8: Investmentbanker tragen keine Krawatten mehr

Die Zeiten von Gordan Gekko und den Masters of the Universe neigen sich immer mehr dem Ende zu. Die wirklich smarten Leuten von den Top-Universitäten wie Harvard oder MIT gehen immer seltener zur Wall Street und immer öfter ins Silicon Valley. Entsprechend wird auch eine Verschiebung von Schwerpunkten und Wertschätzung innerhalb der Banken einsetzen, die bereits im Gange ist. Es braucht immer weniger Mitarbeiter mit Finance- als mit Informatik-Background. Die erfolgreichsten Finanzhäuser werden die besten Programmierer haben, die gleichzeitig zu den bestbezahlten Bankern gehören. Die Krawatte wird dem Hoddie weichen und viele Banker der alten Garde werden sich Fragen müssen, wofür man sie überhaupt noch braucht. Natürlich wird es auch im Jahr 2030 noch „klassische“ Investmentbanker geben, dennoch dürfte sich genau wie die Anzahl der einfachen Bankmitarbeiter am Schalter, ihre Anzahl erheblich reduzieren.

These Nr. 9: Die größten „Banken“ werden Facebook, Google und Amazon heißen

Facebook verfügt über rund 2,5 Milliarden Nutzer und arbeitet mit dem Konsortium Libra bereits an einer eigenen Finanzinfrastruktur. Auch Google oder Amazon bieten bereits Online-Bezahllösungen an. Dass diese, genau wie ihre „asiatischen Kollegen“ Tencent und Alibaba, in Zukunft noch weiter in den Finanzsektor eindringen werden, ist als sehr wahrscheinlich einzustufen. Niemand besitzt so viele Daten wie sie, sodass sie gegenüber Banken klar im Vorteil sind.

Gegen die Datensammel- und Analysekompetenz von beispielsweise Facebook hat die heimische Sparkasse schließlich keine Chance. Die Internet-Konzerne werden viel besser wissen, wann ich für welches Finanzprodukt empfänglich bin und mir dieses in ihren Kanälen intelligent anbieten können.

Es würde nicht verwundern, wenn die genannten Player in diesem Jahrzehnt Banken zu einfachen Dienstleistern degradieren werden. Wie sich an der Kooperation zwischen Deutsche Bank und Google zeigt, ist dieser Prozess bereits (schleichend) im Gange. Spätestens, wenn sich die DLT-Infrastruktur der Tech-Giganten etabliert hat, siehe Facebook Libra, wird man sich immer mehr von den Bankeninfrastrukturen lösen können, um dann richtig durchzustarten.

These Nr. 10: Asien first, Westen Second

Während wie bei These Nr. 2 beschrieben, der amerikanische Bankensektor dem europäischen überlegen ist beziehungsweise seinen Vorsprung in den nächsten Jahren ausbauen dürfte, dürfte ein gegenwärtig noch zurückhaltender Akteur auf dem Finanzmarkt aktiv werden: Asien respektive China. So ist Chinas Finanzsektor noch sehr verschlossen und nicht einfach zugänglich für ausländische Investoren. Mit den realpolitischen Bestrebungen Chinas und ihrer digitalen Zentralbankwährung könnte aber eine Öffnung geschehen. Die strategische Voraussicht Chinas könnte, im für China günstigen Moment, zu einer neuen Markterschließung gen Westen führen, sodass westliche Banken oder Finanzdienstleister zusätzlichen Wettbewerbsdruck verspüren würden. Auch so dürfte das stärkere asiatische Wachstum dazu führen, dass die größten Finanzinstitute am Ende der 20er Jahre in China und nicht den USA stehen werden.

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