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Libra-Konkurrenz: Es wird eng für Facebook

Libra hatte denkbar ungünstige Startbedingungen. Nachdem die zum Facebook-Konzern gehörende Libra Association im vergangenen Jahr verkündet hatte, den Stable Coin Libra herausgeben zu wollen, hat es von vielen Seiten Kritik gehagelt. Eine digitale internationale Währung in der Hand eines privaten Konzerns stieß bei Kryptonauten und Regulierungs-Behörden weltweit auf Stirnrunzeln. Auch vor dem deutschen Bundestag hatten Libra-Vertreter zur Verteidigung ihres Projekts angesetzt, waren dabei jedoch wenig erfolgreich.

Ehemalige Libra-Mitglieder laufen über

Mit Celo tritt nun ein weiteres Projekt an, dass die Facebook-Pläne durchkreuzen könnte. Die Celo Foundation besteht bereits seit 2017 und arbeitet seitdem an einer Smart-Contract-Plattform, die eine Reihe an Stable Coins auf ERC-20-Basis unterstützt. Das Celo-Netzwerk zielt auf Zahlungen und Micro-Lending-Services ab und unterstützt humanitäre Spenden.

Nun verkündete die Celo Foundation am 11. März die Gründung der 50 Mitglieder starken „Alliance for Prosperity“. Darunter sind mit Coinbase Ventures, Andreessen Horowitz, Anchorage Mercy Corps und Bison Trails auch Mitglieder, die zuvor an Bord des Konkurrenten Facebook waren.

Celo wartet mit eigenem Stable Coin auf

Celo hat den Celo Dollar (cUSD) lanciert, ein Stable Coin, der den Wert des US-Dollars abbildet. Die Herausgabe funktioniert dabei ähnlich wie bei anderen Stable Coins. Wenn Nutzer US-Dollar an Celo senden, bekommen sie den entsprechenden Betrag in cUSD gutgeschrieben. Wenn man seine US-Dollar zurückfordert, werden die cUSD wieder verbrannt.

Die darunter liegende Celo Blockchain verwendet den Proof-of-Stake-Mechanismus, um Konsens im Netzwerk herzustellen.

Facebooks Libra hat einen schweren Stand

Ende Januar war bekannt geworden, dass Facebooks Libra seinen Kurs ändern würde. Aufgrund des Drucks der Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit fühlte sich die Foundation offenbar dazu gezwungen, den Kurs zu ändern. Danach gingen Libra-Vertreter dazu über, verschiedene Versionen des geplanten Stable Coins zu entwickeln. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte das Projekt bereits mit schwerwiegenden Abgängen zu kämpfen. Ehemalige Mitglieder wie Visa, MasterCard, PayPal und eBay hatten das sinkende Schiff bereits verlassen. Den ursprünglichen Starttermin hatte Libra für 2020 angesetzt.

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Machtfaktor Blockchain: Warum China und Facebook die gleiche Blockchain-Strategie verfolgen

Zwar ist Facebook keine Nation und China kein Unternehmen, dennoch verfolgen beide Akteure die gleiche Blockchain-Strategie. Beide Akteure möchten mithilfe der Blockchain ihr eigenes Ökosystem stärken, ohne dabei nennenswert Kontrolle abzugeben. So möchten Konzerne und Staaten vom dezentralen Datenaustausch und der rein digitalen Abwicklung von Werte- und Vertragstransaktionen profitieren. Um Partizipation und Privatsphäreschutz der Bevölkerung oder der Nutzer geht es dabei nicht.

China hat sehr gut verstanden, dass sich die Zukunft des Landes an den digitalen Infrastrukturen entscheidet. So setzt sie jetzt mit der Blockchain-Strategie die Grundvoraussetzung für ein neues Maß an digitaler Wertschöpfung. Als bereits führende Big-Data-Nation fehlt es noch an einer passenden Infrastruktur, um die Verzahnung der heimischen Unternehmen und Bevölkerung auf ein neues Automatisierungs- und Interaktionslevel zu heben. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Internetgiganten Facebook. Zwar hat Facebook keine eigene Volkswirtschaft, aber dafür ein eigenes Ökosystem. Anstatt Bürger besitzt der Facebook-Konzern mehr als doppelt so viele Nutzer wie China Einwohner.

Kleine Zugeständnisse für große Gewinne

Wenn man ein System dezentralisiert, dann wird Macht und Kontrolle an andere Akteure oder die nächstliegende untere Stufe abgegeben. So gibt Facebook beispielsweise Einfluss an die Teilnehmer der Libra Association ab. Wenn sich der chinesische Staat dezentralisiert, indem er beispielsweise wie Deutschland auf stärker föderale, ergo dezentrale Strukturen setzt, dann verliert auch die dortige oberste Staatsführung an Einfluss. Nun funktioniert kein komplexes System vollständig dezentral oder vollständig zentral. Entsprechend stellt sich jeder Akteur, ganz gleich, ob Staat oder Unternehmen, die Frage, wie viel (dezentrale) Eingeständnisse er bereit ist zu machen, um das eigene System maximal stabil zu halten und gleichzeitig ausbauen zu können. Blockchain ist daher vor allem eines: Eine Kosten-Nutzenrechnung, die Kontrolle und Macht als Währung hat.

So tritt Facebook für seine Kryptowährung Libra die Kontrolle an ein Konsortium ab. Es findet also eine Dezentralisierung, ergo Abnahme an direktem Einfluss, statt. Der chinesische Staat wiederum bindet unter anderem Konzerne wie Alibaba oder Tencent, anstatt wie bisher nur Banken, in die Herausgabe seiner Central Bank Digital Currency (CBDC) ein. Diese Form der Pseudodezentralisierung dient letztlich nur dazu, die eigene Macht weiter auszubauen und zu stärken. Eine Dezentralisierung in konsortialen Strukturen ist daher vor allem ein Ausbau von Allianzen.

Umgekehrt versucht Facebook, genügend Anerkennung für seine Kryptowährung, insbesondere von regulatorischer Seite und aus der Bevölkerung, zu erhalten. Letztlich ist Facebook also bereit, ein Eingeständnis einzugehen, um damit seinem Ziel, eine neue Wertschöpfungsstufe für sein eigenes Ökosystem zu erschaffen, näherzukommen. Diese Eingeständnisse finden aber nicht auf der Endnutzer-Ebene statt, sondern verbleiben bei Politik und Partner-Unternehmen.

Warum die Blockchain über den Status als Hegemon entscheidet

Auch bei China geht es bei der Blockchain-Strategie nicht darum, den Status quo zu verwalten, sondern die eigene Expansion und Behauptung gegenüber Wettbewerbern voranzutreiben. So wird der Staatenwettbewerb vor allem durch die technologische Innovationsgeschwindigkeit entschieden. Der Staat oder die Region, die bei den Zukunftstechnologien das Rennen macht, wird auch politisch in der Welt das Sagen haben. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Virtual Reality etc. sind die digitalen Schlachtfelder der noch jungen 20er-Jahre.

Wenn China den Hegemonialstatus der USA einnehmen will, ohne Krieg zu führen, dann wird das nur über wirtschaftliche Dominanz gelingen. Diese hängt wiederum von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Volkswirtschaft ab.

Der Schlüssel dazu liegt in einer effizienteren Allokation und Vernetzung von Informationen sowie Daten. Während eine zentrale Steuerung durch ihre Einfachheit besticht, gewinnen dezentrale Systeme ab einem gewissen Komplexitätslevel die Oberhand. Die Herausforderung besteht aber eben in deren Organisation und Steuerung. Bis dato, also ohne die Blockchain-Technologie, war es nicht möglich, Dezentralität technologisch effektiv abzubilden. Zentrale Steuerungssysteme waren so in der Regel überlegen.

Mit der Etablierung von dezentralen Infrastrukturen, ergo Blockchain, ändert sich dieser Umstand, sodass neue Organisationsprinzipien möglich werden. Dies hat zur Folge, dass die Karten neu gemischt werden. Was in den 60er-Jahren das Wettrennen zum Mond war, ist heute der Versuch, die eigene volkswirtschaftliche Produktivität schneller als die Konkurrenz durch die genannten Zukunftstechnologien auf ein neues Vernetzungs- und Effizienzlevel zu heben.

Facebook: Die Expansion im digitalen Raum

Während nun China seine Industrie mithilfe der Blockchain besser vernetzen und zu einem höheren Produktivitätslevel führen will, um zu mehr internationalem Einfluss zu gelangen, möchte auch Facebook seine Einflusssphäre vergrößern. Anstatt auf den digitalen Renminbi setzt Facebook auf Libra. Beide Digitalwährungen treten an, um Marktanteile zu gewinnen und effizienter zu sein als die bisherigen analogen Fiatwährungen. China möchte durch den digitalen Renminbi Vorteile für die eigene Industrie und Notenbankpolitik durch programmierbares Geld gewinnen. Diesen staatlich bestimmten Währungskrieg geht Libra noch nicht ein, da es ihm dazu als Unternehmen an politischer Macht fehlt.

Dies gilt allerdings nicht für die digitale und staatenlose Welt, die langfristig viel relevanter für Facebook ist als die analoge Welt. Bereits heute könnte Facebook Libra einsetzen, um die Zahlungsabwicklungen auf seinen Plattformen über Libra zu organisieren. Das mag ganz nett sein, hat mit dem langfristigen Potential durch Virtual Reality nur wenig zu tun.

Der lange Atem von Facebook

Langfristig möchte Facebook den virtuellen Raum genauso anführen wie es heute Social Media und Messengerdienste dominiert. Die zukünftige Wertschöpfung in Virtual-Reality-Welten ist zudem um ein Vielfaches attraktiver, als Entwicklungsländer von einem fiatgedeckten Libra Coin zu überzeugen.

Dies deutet sich bereits an den spielerischen Gehversuchen mit der Virtual Reality Horizon an. Mit dem aufgekauften VR-Brillenhersteller Oculus arbeitet Facebook an der Entstehung einer Social-Media-Virtual-Reality. In Zukunft kann man dann innerhalb des Facebook-Ökosystems ins virtuelle Kino gehen, Businessmeetings abhalten, eine Versicherung abschließen oder neue Turnschuhe im virtuellen Ladenlokal erwerben. Limitierungen wie in der analogen Welt werden schlichtweg aufgehoben.

Theoretisch wird das Facebook-Ökosystem damit in der Lage sein, einen signifikanten Teil des globalen Konsums im digitalen Raum über seine virtuellen Ländereien abzuwickeln. Die Perspektive, eine digitale Leitwährung als Pendant zum analogen US-Dollar zu schaffen, ist deutlich vielversprechender und einfacher als sich mit Staaten anzulegen, die im Zweifel über politische Sanktionsmechanismen verfügen. Auch sich durch eine eigene Blockchain-Abwicklungsstruktur von Banken lösen zu können verspricht ein neues Maß an Unabhängigkeit. Die vermeintliche Blockchain-Dezentralisierung führt damit zum genauen Gegenteil: Facebook wird noch mächtiger und in der Spitze noch zentralistischer.

Die nächsten Schritte

Es wäre naiv anzunehmen, dass sich diese Szenarien innerhalb der nächsten fünf Jahre durchsetzen werden. Sofern es nicht zu einer großen Krise kommt, wird der digitale Renminbi es nicht schaffen, den US-Dollar als Leitwährung zu verdrängen. Auch wird es Facebook in diesem Zeitraum nicht gelingen, ein digitales Ökosystem im Rahmen einer virtuellen Welt mit dem BIP von Deutschland zu erschaffen.

Sowohl Facebook als auch China werden in Zukunft einige Eingeständnisse gen Dezentralisierung eingehen müssen, um ihre langfristigen Ziele zu erreichen. Solange sie es aber schaffen, ihre Nutzer oder Bürger im eigenen Ökosystem zu halten, wird ihr Einfluss trotz Dezentralisierung eher zu- als abnehmen. Es sollte jedem bewusst sein, dass die Blockchain-Technologie in den Händen von autokratischen Staaten und Konzernen wenig mit den ursprünglich offenen und partizipativen, ergo wirklich dezentralen Blockchain-Systemen, zu tun hat.

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Neue Insiderberichte: Facebook knickt vor Regulierungsbehörden ein

Bereits seit Ende Januar kursieren Gerüchte über die angeblichen Pläne der Libra Association, den „Zuck Buck“ nicht mehr durch einen Währungskorb inklusive diverser Staatsanleihen decken zu wollen. Danach soll der Währungskorb einem währungsspezifischen Ansatz weichen, der unterschiedliche Varianten des Stable Coin vorsieht: einen Euro-Libra, einen US-Dollar-Libra und so weiter.

Informationen, die den US-amerikanischen Wirtschaftsmedien The Information und Bloomberg vorliegen, untermauern nun die Vermutung, dass Facebook mit seinem ambitionierten Stable-Coin-Projekt zurückgerudert ist; und zwar mit kräftiger Unterstützung des regulatorischen Gegenwinds, der dem Projekt seit seiner Bekanntmachung entgegenbläst.

So stützen die Berichte der beiden Medien die These, dass das Projekt sich von der Idee des Währungskorbs verabschiedet hat. Sowohl The Information als auch Bloomberg berufen sich dabei auf die Aussagen von drei Personen, die „mit der Sache vertraut“ seien. Demnach sei sogar fraglich, ob Libra mit seinem ursprünglichen Design überhaupt in den Facebook Apps zur Anwendung kommen werde.

Gegenüber BTC-ECHO bestreitet eine Sprecherin der Libra Association indes, dass das Projekt von seinem ursprünglichen Vorhaben abgerückt sei.

Die Libra Association hat ihr Ziel, ein regulierungskonformes globales Zahlungsnetzwerk aufzubauen, ebensowenig geändert wie die grundlegenden Designprinzipien, die dieses Ziel unterstützen.

Ferner habe sich nichts an dem Potenzial des Netzwerks geändert, zukünftige Innovationen zu befördern.

Freilich kann damit vieles gemeint sein. So könnte der bloße Umstand, dass Libra als Stable Coin angelegt ist, bereits als „Designprinzip“ gelten. Das schließt unterschiedliche Libra-Varianten nicht per se aus.

Libra, die Weltwährung?

Das Problem, vor das der Stable Coin die Regulierungsbehörden weltweit stellt, liegt in der enormen Reichweite von Facebook begründet.

Über 1,8 Milliarden Menschen tummelten sich 2019 täglich auf der Plattform. Das Netzwerk zielt mit seinem Stable Coin vor allem auf jene, die keinen oder begrenzten Zugang zu Bankdienstleistungen haben. Sollte Facebook Libra wider Erwarten in seinem ursprünglichen Design durchsetzen, könnte es in direkter Konkurrenz zu Fiatwährungen treten. Ein Umstand, der letztlich das Währungsmonopol der Zentralbanken infrage stellen könnte.

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Bundesfinanzminister Scholz fordert Kampf gegen Libra und andere digitale Parallelwährungen

Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat ein scharfes Vorgehen gegen “digitale Parallelwährungen” wie Facebooks geplante Libra-Stablecoin gefordert. Entsprechende Aussagen machte Scholz in Berlin laut eines Medienberichts vom 27. Februar bei einer Tagung der Initiative „Markets for Europe“.

Zugespitzte Wortwahl

Scholz habe auf der Tagung gefordert, man müsse „mit aller Schärfe“ gegen „digitale Parallelwährungen“ wie Libra vorgehen, da diese einen Angriff auf demokratische Strukturen darstellten.

„Wir dürfen eine digitale Parallelwährung nicht hinnehmen“, so der Appell von Scholz. Man müsse gegen solche Projekte vorgehen – „mit den vorhandenen Möglichkeiten, die wir haben, aber auch möglicherweise mit neuen“. Mit seiner ablehnenden Haltung sieht sich Scholz international nicht alleine. „Auch die USA haben wohl verstanden, dass man nicht Libra haben kann und den Dollar“, so der Finanzminister auf der Tagung weiter.

Klare Gegenposition zu Facebook-Libra

Olaf Scholz verschärft damit seine Position gegenüber Facebooks Währung Libra und ähnlichen, von ihm als “digitale Parallelwährungen” eingestuften Projekten. Dass der Finanzminister Stablecoins als als potentielle Gefahr für das Finanzsystem sieht, hatte dieser allerdings bereits im letzten Sommer deutlich gemacht.

Im September gab Scholz dann zu Protokoll, er lehne “Parallelwährungen wie Facebooks Libra ganz klar ab”. Eine anfängliche Zulassung von Libra per Erlaubnisvorbehalt hält die Bundesregierung laut einer am 17. Oktober veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke allerdings durchaus für möglich.

Eine EU-weite Entscheidung zu Libra lässt unterdessen weiter auf sich warten. Laut einem Exekutiv-Vizepräsident Dombrovskis im Namen der Europäischen Kommission veröffentlichten Vermerk vom 19. Februar, hat die Libra-Association auf Fragen der EU bislang immer noch nicht ausreichend geantwortet.

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Bank von England warnt: Krypto-Nutzung könnte Kreditwesen beeinträchtigen

Jon Cuncliffe, der stellvertretende Gouverneur für Finanzstabilität bei der britischen Zentralbank, also der Bank von England, warnt, dass eine Kryptowährungswirtschaft die Ausgabe von Bankkrediten schwächen könnte oder zu einer Einstellung von diesen führen könnte.

In einer Rede am 28. Februar vor der London School of Economics sagte Cunliffe voraus, dass die Integration von Stablecoins auf sozialen Netzwerken dazu führen könnte, dass Menschen einen Großteil ihres Geldes, den sie derzeit bei Banken halten, in Stablecoin-Wallets stecken. Cunliffe warnte in diesem Zusammenhang:

„In einer solchen Welt und je nachdem, wie und ob Stablecoins an andere Finanzanlagen gekoppelt sein werden, könnte die Kreditversorgung der Realwirtschaft durch das Bankensystem schwächer werden oder sogar eingestellt werden. Das wäre eine Veränderung mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen.“

Der britische Gesandte für die Europäische Union gab eine Definition der Rolle der Bank von England ab. Sie sorge dafür, dass das Geld in Großbritannien „sicher und zuverlässig funktioniert“. Er sagte, dass virtuelle Währungen „sehr wichtige Fragen“ für die britische Regierung, die Regulierungsbehörden und die Bank von England aufwerfen würden.

Cincliffe rief die Regulierungsbehörden und Zentralbanken dazu auf, sich auf die einzigartigen Herausforderungen vorzubereiten, die mit den aufkommenden Kryptowährungen im Zusammenhang stehen, bevor das „systemisch wichtig“ werde.

Stablecoin-Risiken gehen über bestehendes Zahlungssystem „hinaus“

Der Mitarbeiter der Bank von England räumte ein, das derzeitige Finanzsystem sei „das Äquivalent von Bankangestellten aus dem 18. Jahrhundert mit einer Feder, die in die Hauptbücher ihrer Banken Einträge machen, und dabei ein Konto belasten und einem anderen Guthaben gutschreiben“.

Stablecoins sollen eine Reihe von Vorteilen bieten. Darunter etwa „sehr viel niedrigere Kosten für Zahlungen, insbesondere grenzüberschreitende Zahlungen“. Außerdem eine „größere finanzielle Eingliederung durch leichteren und erschwinglicheren Zugang zu Zahlungsdiensten für diejenigen, ohne Zugang zu Bankdienstleistungen.“

Er versichert jedoch, dass die Regulierungsbehörden auf die Stablecoin-Risiken vorbereitet sein müssten, bevor sie „einen systemischen Fußabdruck“ hinterlassen. Cunliffe warnt, dass der geplante Stablecoin Libra aufgrund der Größe von Facebook potenziell so weit verbreitet genutzt werden könnte, dass er „sehr schnell systemische Bedeutung erlangen könnte“. 

Er erklärte, dass der Finanzstabilitätsrat in diesem Jahr einen Bericht herausgeben wird, in dem „regulatorische Empfehlungen in Bezug auf Stablecoins“ untersucht werden.

Anfang des Monats hat der FSB-Vorsitzende Randal K. Quarles erklärt, dass die Organisation ihren Rahmen zur Bewertung von Schwachstellen im Finanzsystem überarbeite. Damit wolle sie sicherstellen, dass sie „bei der Bewertung der Schwachstellen der Finanzstabilität auf dem neuesten Stand“ ist.

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Krypto-Primebroker Tagomi steigt bei der Libra Association ein

Der in New York ansässige Krypto-Primebroker Tagomi hat sich der Libra Association angeschlossen, die für die Führung der gleichnamigen Facebook Kryptowährung Libra verantwortlich ist. Tagomi wurde 2018 von Jennifer Campbell gegründet, die zuvor Teilhaberin von Union Square Ventures war.

Damit ist Tagomi ab sofort das 22. Mitglied der Libra Association. Jedes Mitglied muss mindestens 10 Mio. US-Dollar Investitionskapital für die Reserve von Libra beisteuern, um den Stablecoin damit abzusichern und diesem die namensgebende (Wert-)Stabilität zu verleihen.

Tagomi konnte seit seiner Gründung selbst 28 Mio. Investitionskapital einsammeln, weshalb eine eigene Investition von 10 Mio. US-Dollar eine beträchtliche Summe für das noch junge Startup darstellt. Allerdings gilt es festzuhalten, dass einige der größten Namen der Kryptobranche zu den Kunden von Tagomi gehören, darunter Galaxy Digital, Pantera, Electric Capital und einige andere. Das Geschäftsmodell des Primebrokers ist dabei denkbar einfach. So wickelt Tagomi lediglich große Krypto-Trades für seine institutionellen Kunden ab.

Zudem verfügt Tagomi über eine der in den USA heiß begehrte „BitLicense“, also eine Zulassung durch die New Yorker Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen.

Die Libra Association war zuletzt immer wieder aus den falschen Gründen in den Schlagzeilen. So haben viele der ehemaligen Gründungsmitglieder das Facebook Krypto-Projekt mittlerweile verlassen, darunter namhafte Investoren wie Vodafone, Visa, Mastercard, Stripe, PayPal und eBay.

Tagomi hat durchaus ein Eigeninteresse am Erfolg des Facebook Stablecoins, da sie ihren Kunden dann nicht mehr ermöglichen müsste, große Mengen an Fiatgeld einzuzahlen.

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Bank of England Mitglied fordert Zentralbanken zur Herausgabe eigener Kryptowährungen auf

Sarah John, ein Vorstandsmitglied der englischen Zentralbank (Bank of England), hat sich befürwortend zu einer staatlichen Kryptowährung geäußert, wie The Telegraph am 22. Februar berichtet. In diesem Zusammenhang fordert sie auch andere Zentralbanken auf, ihre eigenen Kryptowährungen zu entwickeln, um damit auf die Krypto-Ambitionen privatwirtschaftlicher Unternehmen zu reagieren.

Laut John ist es „sehr wichtig“, dass sich Zentralbanken über sogenannte Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) Gedanken machen als eine mögliche Antwort auf die Krypto-Projekte großer Technologiekonzerne.

Das Vorstandsmitglied der Bank of England warnt, dass die aktuelle Lethargie der Zentralbanken dazu führen könnte, dass diese im Bereich der digitalen Zahlungen gegenüber der Wirtschaft ins Hintertreffen geraten, weshalb es „unabdingbar“ sei, sich nun mit dem Thema Digitalwährungen auseinanderzusetzen.

„Es ist absolut richtig, dass Zentralbanken jetzt darüber nachdenken, ob es sinnvoller ist, dass die Privatwirtschaft oder die Regierung eine Digitalwährung herausgibt.“

Finanzstabilitätsrat drückt aufs Gas

Die mahnenden Worte von Sarah John kommen nur wenige Tage nachdem Randal Quarles, der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrates (FSB), die Länder der G-20 dazu aufgefordert hat, die Entwicklung von gesetzlichen Bestimmungen für virtuelle Währungen zu beschleunigen.

In einem Brief an die Zentralbank-Chefs und Finanzminister der G-20 hat Quarles auf die rasante Innovationsgeschwindigkeit im Bereich der digitalen Zahlungen und Stablecoins hingewiesen, weshalb „die Ausarbeitung entsprechender Regulierungs- und Überwachungsmaßnahmen beschleunigt werden muss“. So schreibt er:

„Da sich dieser Bereich ständig weiterentwickeln wird, wird es immer neue Ansatzpunkte geben, auf die reagiert werden muss. Der Finanzstabilitätsrat ruft deshalb eine Arbeitsgruppe ins Leben, die erörtern soll, was getan werden muss und wie bestehende Maßnahmen angepasst werden müssen.“

Am 23. Februar hat die G-20 ihrerseits eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der es heißt, dass „globale Stablecoins […] geprüft und entsprechend behandelt werden müssen, ehe sie in Betrieb gehen“. Dahingehend unterstützt sie auch die Bemühungen des Finanzstabilitätsrates, „eine Empfehlung für gesetzliche Richtlinien zu entwickeln“.

In diesem Kontext soll der FSB bis Oktober 2020 einen Fahrplan für die Verbesserung internationaler Zahlungen vorlegen.

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Shopify tritt Libra bei: Libra-Netzwerk bekommt prominenten Zuwachs

Nachdem die Libra Association in jüngster Zeit einige Rückschläge verkraften musste, kann sich das Netzwerk nun über prominenten Zuwachs freuen. Das börsennotierte Unternehmen Shopify hat den Eintritt in die Association bekannt gegeben und könnte dem Projekt neuen Aufschwung verleihen.

Shopify ergänzt Libra Association

Der Pressemitteilung zufolge will Shopfiy mit dem Eintritt in das Libra-Netzwerk Teil einer globalen Finanzinfrastruktur werden, die den grenzübergreifenden Zahlungsverkehr ausbaut. Als Mitglied der Libra Association setzt sich das kanadische Unternehmen künftig für den „Aufbau eines Zahlungsnetzwerks ein, das den Zugang zu Geld erleichtert und Händler und Verbraucher überall unterstützt“. Entsprechend hochgesteckt sind die mit dem Libra-Projekt verbundenen Ziele:

Unsere Mission ist es, den Handel für alle besser zu machen, und um das zu erreichen, verbringen wir viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie wir den Handel in den Teilen der Welt verbessern können, in denen Geld und Bankwesen besser sein könnten. Deshalb haben wir beschlossen, Mitglied der Libra Association zu werden.

Mit der Shopify-Software können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen eigenständig und ohne vertiefte IT-Kenntnisse Webshops aufbauen und verwalten. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über eine Million Anbieter und Händler diese E-Commerce-Lösung. Als Teil des Libra-Projekts will sich Shopify folglich insbesondere „für transparente Gebühren und einfachen Zugang zu Kapital einsetzen“.

Eine neue Hoffnung?

Nachdem Visa, MasterCard, eBay und jüngst Vodafone die Association bereits verlassen haben, schließt der Eintritt von Shopify zumindest eine kleine Lücke in den Reihen des Konsortiums. Ob die Bekanntgabe Shopifys jedoch dem Libra-Projekt neuen Aufwind verleiht, bleibt abzuwarten. Derzeit ist schwer abzuschätzen, in welche Richtung sich Libra entwickelt.

Ursprünglich noch als Global Coin konzipierte Kryptowährung hat die Association aufgrund des Drucks internationaler Regulierungsbehörden bereits zurückgerudert und plant derzeit offenbar die Einführung mehrerer Stable Coins. Das regulatorische Vakuum, das Libra aufgedeckt hat, ließ sich bislang nicht mit entsprechenden Gesetzen und Richtlinien füllen.

Erst kürzlich hat EU-Kommissar Dombrovskis die Informationsauskunft der Association bemängelt und wiederholte seine Forderung nach regulatorischer Klarheit. Somit scheint ein baldiger Start des Facebook Coins, der zunächst für Anfang dieses Jahres angesetzt war, aktuell in unbestimmte Ferne gerückt.

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Krypto-Betrug: Ex-Mann von Janet Jackson verklagt Facebook

Der Ex-Mann von Janet Jackson und katarische Milliardär Wissam Al Mana verklagt Facebook, nachdem Krypto-Betrüger sein Bild benutzt hatten und im Nahen Osten ohne seine Erlaubnis damit für sich geworben haben.

Al Mana wirft der ungenannten Kryptowährungsfirma Verleumdung, böswillige Vortäuschung falscher Tatsachen und falsche Werbung vor, wie The Times am 23. Februar berichtete.

Seine Verleumdungsklage hat er in Dublin, dem europäischen Hauptsitz von Facebook, eingereicht. Der rechtliche Rahmen für solche Fälle gilt hier für die Kläger als aussichtsreicher als in den Vereinigten Staaten.

Facebook in Dublin verklagt und nicht in Menlo Park

Verleumdungsfälle haben laut dem iVerleumdungsanwalt Paul Tweed aus Belfast in Europa größere Erfolgschancen, da Facebook mutmaßlich versuche, sich hinter de ersten US-Verfassungszusatz zu verstecken, um sich der Verantwortung zum Schutz des Rufs seiner Nutzer zu entziehen.

Al Mana möchte keine Interviews geben und bemüht sich, Information und Meldungen nur über seine offizielle persönliche Webseite wissamalmana.com in die Öffentlichkeit zu bringen. Kürzlich hat er auf der Webseite klargestellt, dass er keine sozialen Netzwerkkonten habe und dass alle Profile, die mit ihm in Verbindung stehen sollen, „nicht als zuverlässige Informationsquelle“ genutzt werden sollten.

Al Mana hat ein geschätztes Vermögen in Höhe von 1 Mrd. Euro. Er besitzt die regionalen Exklusivrechte an Prestigemarken wie Harvey Nichols, Alexander McQueen, Balenciaga und Hermès sowie das McDonald’s-Franchise in Katar. Zwischen 2012 und 2017 war er mit dem bekannten Popstar Janet Jackson verheiratet. 

Tweed hat zuvor bereits den Präsidenten von Dschibuti Ismail Omar Guelleh und den katarischen Kritiker Ghanem Nuseibeh gegen Facebook vertreten. Er hat auch Justin Timberlake, Jessica Biel, Jennifer Lopez, Nicolas Cage und Harrison Ford bei Verleumdungsklagen in Irland vertreten.

Profit durch Stars

Im vergangenen Herbst berichtete Cointelegraph, dass eine nicht existierende und potentiell gefährliche Bitcoin-Investitionsplattform offenbar gefälschte Zitate der Schauspielerin Kate Winslet verwendet. Sie behauptete auch, dass Leute wie Richard Branson, Elon Musk und Bill Gates sie unterstützen würden.

Einige Prominente wurden in rechtlich undurchsichtige Kryptowährungssysteme verstrickt, wie etwa der Boxer Floyd ‚Money‘ Mayweather und der Rapper DJ Khaled. Dieser bewarb das Initial Coin Offering des Krypto-Finanzdienstleistungs-Startup Centra Tech. Die Mitbegründer von Centra Tech wurden später von der US-Wertpapieraufsicht SEC wegen Wertpapier- und Überweisungsbetrugs angeklagt.

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Brave fordert britische Behörden zur Durchsetzung der DSGVO gegen Google auf

Das Entwicklerteam hinter dem Brave Browser ist der Ansicht, dass Google auf Grund seiner großen Datenmengen einen unfairen Wettbewerbsvorteil hat. Aus diesem Grund hat es bei der britischen Aufsichtsbehörde für Verbraucherschutz einen Antrag eingereicht, in dem Brave argumentiert, dass Großbritanniens Nicht-Einhaltung der EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) diesen unfairen Vorteil aufrechterhält.

Brave macht sich für Verbraucherschutz stark

Im Interview mit Cointelegraph betont Dr. Johnny Ryan, der Leiter für Firmenpolitik bei Brave, dass es bei der Antragstellung nicht um die Konkurrenzsituation zwischen Google Chrome und dem firmeneigenen Brave geht, sondern darum, geltendes Verbraucherschutzrecht ordnungsgemäß durchzusetzen:

„Real-Time-Bidding [eine Methode für die Schaltung von Onlinewerbung] ist das größte Datenleck der Welt, hierüber werden die privaten Daten der Verbraucher an Tausende von Unternehmen geschickt.“

Vielmehr sei der Antrag eine Antwort auf das britische Kartellamt, das zuletzt argumentiert hatte, dass eine konsequente Durchsetzung der Datenschutz-Grundverordnung einen zusätzlichen Vorteil für Google bedeuten würde, da der Konzern ohnehin massive Datenmengen sammelt.

Strenge Umsetzung der DSGVO wäre fair

Dr. Ryan entgegnet jedoch, dass stattdessen „eine konsequente und strenge Umsetzung“ der DSGVO vonnöten sei, die weit über das Real-Time-Bidding hinausgeht, denn eigentlich verbietet die DSGVO, dass ein Konzern Nutzerdaten an seine verschiedenen Unternehmen weiterreichen darf. Abschließend droht Ryan deshalb, dass wenn die Behörden ihrer Verantwortung nicht nachkommen:

„Werden wir sie vor Gericht zerren!“

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