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Token Sets von Set Protocol: Die DeFi-Antwort auf Indexfonds

Der DeFi-Space hat seine eigenen Indizes und „ETFs“: Dank des Set Protocol sind Decentralized-Finance-Äquivalente zu den bekannten Investment-Werkzeugen schnell implementiert.

„Passives Einkommen“ ist, auch jenseits des Krypto-Ökosystems, ein beliebtes Schlagwort. Gerne zitieren Anleger in diesem Zusammenhang die Investorenlegende Warren Buffett:

Wer keinen Weg findet, Geld im Schlaf zu verdienen, wird bis zu seinem Tod arbeiten.

Verfolgt man seine weiterhin durchaus aktive Präsenz bei Berkshire Hathaway, kann die Frage aufkommen, was Buffett unter „nicht arbeiten“ versteht. Davon abgesehen: Der Traum, möglichst ohne Arbeit Geld zu machen, begleitet wohl viele seit ihrem ersten Sparbuch.

Auch im Trading wäre es schön, wenn Anleger möglichst viel automatisieren könnten. Entsprechend beliebt sind Ansätze wie das algorithmische Trading oder das Social Trading. Ebenso finden sich in klassischen Märkten Robo-Advisors, welche die Portfolioverwaltung vereinfachen sollen.

Dinge wie Social Trading, Algotrading oder Robo-Advisor existieren zweifellos auch im Krypto-Ökosystem. Würde man derartige Dinge tokenisieren, wären ganze Indizes oder gar etwas wie ein ETF abbildbar. Während es auf dem klassischen Markt hierfür diverse regulatorische Hürden gibt, haben Entwickler dieses DeFi-Ökosystem auf Ethereum schon realisiert. Die Lösung dafür liegt im Set Protocol.

Was sind Token Sets?

Set ist ein Protokoll, welches Token ermöglicht, hinter denen ein auf transparente Weise erstellter Korb von anderen Token liegt. Ein solcher Set Token kann also die Kurse von mehreren anderen Token abbilden. Wobei „abbilden“ das falsche Wort ist: Hinter den auf dem ERC20-Standard aufbauenden Set Token können reale Token gelagert werden. Es handelt sich also nicht einfach um eine Art Oracle, über die der (angebliche) Wert des Korbs ermittelt werden kann. Token Sets sind entsprechend komplett abgesichert. Der kürzlich lancierte DeFi Pulse Index DPI setzt sich beispielsweise aus den Token von zehn DeFi-Projekten zusammen. 

Das Besondere daran ist, dass diese Zuordnung dynamisch erfolgen kann: Man kann sich also beispielsweise vorstellen, dass innerhalb eines Sets ein Rebalancing unterschiedlicher eingelagerter Assets durchgeführt werden soll. Neben der Automatisierung ist bei der Einlagerung in einem Token Set der Vorteil, dass man nicht für jede einzelne Transaktion, die das Rebalancing erfordert, Transaktionsgebühren zahlen muss. Außerdem ist das Tracking des Portfolio-Wertes deutlich vereinfacht: Statt die Kurse mehrerer Kryptowährungen zu verfolgen, reicht ein Beobachten des einzelnen Token Sets. Eben ähnlich, wie es Anleger auf den klassischen Märkten bei Indizes kennen.

Jenseits des Investments und Rebalancings lassen sich auch komplexere Anwendungen für das Set Protocol vorstellen: Ähnlich wie im Fall von Libra oder beim Multi-Collateral Dai lässt sich über das Set Protocol ein Stable Coin entwickeln, der mit verschiedenen Assets gedeckt ist. Ein anderer Ansatz wäre die Entwicklung eines Meta-Stable-Coin, der aus verschiedenen Stable Coins besteht und so die Volatilität von DAI & Co. senkt. Da über manche DeFi-Plattformen Margin Trading möglich ist, wären langfristig auch Mischungen von Long und Short Positions denkbar.

Wer an den technischen Details Interesse hat, kann diese im ausführlichen White Paper lesen. Hier sei nur gesagt, dass das Set Protocol über ein Zusammenspiel von Smart Contracts, die mit verschiedenen Liquidity Pools verwoben sind, funktioniert.

Mit Metamask und Ether zum Token Set

Wie allgemein in der DeFi-Welt benötigen Anleger – neben etwas Ether – eine Wallet. Auch wenn Browser- und Mobile-Wallets für das Langzeit-Hodling sicherlich nicht die sicherste Wahl darstellen, sind sie für die Interaktion mit DeFi-Projekten sehr bequem. Gerade für einen ersten Schritt bietet sich deshalb die Nutzung einer Metamask Wallet im Browser an. Es existieren jedoch noch andere Möglichkeiten wie die Coinbase Wallet, die Opera Wallet oder verschiedene Mobile Wallets.

Im ersten Schritt muss der Anleger in spe der Defi-(d)App Token Set eine Erlaubnis geben, mit der Metamask Wallet zu interagieren. Diese Bestätigung kostet Anleger nichts, man kann also auch ohne Ether in der Wallet diesen Schritt abschließen.

Über die Webseite können Investoren sich ein Token Set wählen. Auf den Unterseiten für die unterschiedlichen Token Sets findet Informationen wie die vergangene Performance, die aktuelle Portfolio-Zusammenstellung oder das nächste Rebalancing-Datum.

Hat man das nach der eigenen Investment-Strategie geeignete Token Set gefunden, ist es soweit: Wir investieren. Dafür benötigen wir natürlich Geld. Prinzipiell kann das Geld in Ether, Wrapped BTC, DAI und USDC eingelagert werden. Wichtig ist dabei, dass, wie bei allen Ether-basierten Transaktionen, man auch Transaktionsgebühren in Ether zahlen muss. Aktuell müssen Anleger für Robo Sets keine weiteren Gebühren zahlen.

Nach diesem Schritt heißt es: zurücklehnen und (hoffentlich) Geld verdienen. Die Entwicklung des eigenen Portfolios können Interessierte auf der Website verfolgen. Ebenso gibt es die Möglichkeit, per E-Mail über die Portfolio-Entwicklung informiert zu werden.

Das richtige Token Set finden

Zum Abschluss ein paar Guidelines, worauf Anleger bei der Wahl eines Token Sets achten sollten:

  • Ganz zu Beginn stellt sich die Gretchenfrage: Performt die Strategie hinter dem Token Set wirklich besser als ein einfaches Hodling oder der Geldeinlage in Compound? Sollte das nicht der Fall sein, müssten Investoren überlegen, ob sich ein Investment wirklich lohnt. Sicher, es geht nicht immer allein um die Performance, weitere Größen wie der Drawdown oder die Volatilität sollten dabei ebenfalls berücksichtigt werden. Besonders Engagierte können die Handelsstrategie hinter dem Token Set beispielsweise in TradingView modellieren und mit einem einfachen Langzeit-Investment vergleichen.
  • Auch wenn Bitcoin selbst ein gutes Investment ist (parallel zu einem Token Set bietet sich hier weiterhin Dollar Cost Averaging an)
  • Ebenso ist die angegebene Marktkapitalisierung zu beachten. Diese bietet auch ein indirektes Maß für die Liquidität der zugrundeliegenden Assets. Dies ist hilfreich, möchten Anleger schließlich irgendwann auch ihre Set-Token veräußern.

Abschließend ist zu betonen: Investments haben immer ein steuerliches Nachspiel. Schließlich gilt, wie in jedem anderen Investment, dass natürlich auch die Geldanlage in einem Token Set steuerlich relevant ist. Da der DeFi-Bereich noch sehr neu ist, kann man hier leider noch keine eindeutige Aussage treffen. In den Vereinigten Staaten werden diese Sets steuerlich wie eine Geldanlage in einen ETF behandelt. Sollte man sich in Deutschland für eine ähnliche Regulierung entscheiden, wäre das wünschenswert. So wären die einzelnen Portfolio-Rebalancings nicht fiskalisch relevant.

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Bitcoin: Wieso du jetzt bullish sein solltest

Die vergangenen Tage haben gezeigt: Bitcoin hat Bull Run nicht verlernt. Wieso wir jetzt vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken können.

Netzwerkeffekte

Das Geheimnis, wieso Facebook und Twitter zu Monopolisten werden konnten, liegt in ihren Netzwerkeffekten begründet. Als soziale Plattformen taugen sie nur, wenn es Nutzer gibt, die sie mit Content füllen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Social Media wenige, wirklich relevante Player hervorbringt. Größere Verteilung der User auf diverse Plattformen heißt weniger Nutzen für den Einzelnen.

Man beschreibt dieses Phänomen mit den sogenannten Netzwerkeffekten. Seinerzeit hatte Robert Metcalfe dieses in einen mathematischen Zusammenhang gegossen.

Das Gesetz von Metcalfe besagt, dass die Wirksamkeit eines Telekommunikationsnetzes proportional zum Quadrat der Anzahl der angeschlossenen Benutzer des Systems ist.

Wikipedia-Eintrag zu Metcalfes Law.

Auch für Geld sind Netzwerkeffekte unerlässlich. Dass es angenehmer ist, Währungen für möglichst große Wirtschaftsräume zu entwerfen, ist intuitiv ersichtlich. Auch der Euro wurde unter anderem aus diesem Grund eingeführt.

Mit anderen Worten: Geld hat immer eine Tendenz, sich zu monopolisieren. Gold ist der plakative Beweis für diese These. Gäbe es kein Fiatgeld, sprächen gute Gründe dafür, dass wir nach wie vor Gold als Zahlungsmittel nutzen würden.

Auch Bitcoin setzt auf Netzwerkeffekte. Denn was nützt mir Geld, das niemand akzeptiert? Die Bitcoin-Akzeptanz lässt sich indes recht gut an der Gesamtzahl der Wallets ablesen – und die steigt beharrlich. Allein in diesem Jahr wuchs die Anzahl der auf Blockchain.com registrierten digitalen Brieftaschen um 17 Prozent an und beträgt aktuell 52,2 Millionen.

Anzahl Bitcoin Wallets auf Blockchain.com. Quelle: blockchain.com.

Auch das Bitcoin-Suchvolumen auf Google zeigt in den letzten 30 Tagen nordwärts.

Interesse an Bitcoin auf Google. Prozentuale Werte. Quelle: trends.google.de.

Fiatwährungen entwerten

Die Türkische Lira (TRY) befindet sich im freien Fall. Jüngst wertete die türkische Nationalwährung um 3,2 Prozent innerhalb eines Tages ab und notiert aktuell bei 7,26 US-Dollar. Allein in diesem Jahr nahm der TRY-Kurs damit um sage und schreibe 23 Prozent ab.

Es sind Währungen wie diese, die den Wert der Kryptowährung Nr. 1 greifbar machen. Die türkische Bevölkerung wird sich alsbald auf die Suche nach Alternativen machen, um ihre Ersparnisse vor Verlust zu schützen.

Hartgeld ist gefragt

Auf der Suche nach inflationssicheren Alternativen zu Fiatgeld fällt die Wahl häufig auf Gold. Das gelbe Edelmetall gilt seit Menschengedenken als sicherer Hafen. Mit dem Vertrauen, dass die Menschheit in Gold steckt kann sein digitales Pendant (noch) nicht mithalten.

Das könnte sich aber schnell ändern. Schließlich verfügen Bitcoin und auch Gold über die Eigenschaften, die gutes Geld ausmachen. Dass Bitcoin das Edelmetall eines Tage ersetzt, scheint angesichts der zunehmenden Digitalisierung durchaus plausibel. Wer mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Wertspeichern wissen will, klickt hier.

Disclaimer: Diese Zeilen ersetzen keine Investmenberatung, Investitionen in den Krypto-Markt erfolgen auf eigene Gefahr. Investiere nur so viel, wie du bereit bist, zu verlieren. Weitere Tipps zum Trading gibt es auf der BTC-ACADEMY.

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Ups! Chain Reorg bei Ethereum Classic (ETC)

Die Ethereum-Classic-Blockchain ist gehörig durcheinandergewirbelt worden. Steckt eine 51-Prozent-Attacke hinter der unfreiwilligen Reorganisation der Ethereum-Classic-Blockchain?

Eine Chain Reorg gilt unter Freunden von Proof-of-Work-Kryptowährungen wie Ethereum (Classic) (ETC) als Größter anzunehmender Unfall. Doch als ETC-Entwickler Austin Roberts vom Ethereum-Infrastruktur-Anbieter Rivet am Morgen des 31. Juli 2020 einen Blick seinen Node Log warf, dürfte genau dies sein erster Verdacht gewesen sein.

Ein Chain Reorg ist ein schlechtes Zeichen. Ein wirklich schlechtes Zeichen,

schreibt Roberts sodann in einer Analyse vom 2. August.

51-Prozent-Attacke bei ETC?

Was war passiert? Offenbar war zum betreffenden Zeitpunkt – etwa ab 16:30 Uhr des 31. Juli bis 3:30 Uhr des 1. August – auffällig wenig Blocks geschürft worden. So weit, so gewöhnlich. Schließlich gilt die Top-25-Kryptowährung Ethereum Classic nicht gerade als Hash-Wunder unter den Proof-of-Work-Coins (PoW).

Dass währenddessen aber munter Blocks produziert, aber nicht publiziert wurden, machte Beobachter dann doch stutzig. Als ein Miner dann über 3.500 Blöcke auf einmal publizierte, war klar, da ist etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen. Denn zwischen Block 10.904.146 und 10.907.740 gingen alle geschürften ETC-Blöcke auf das Konto eines einzigen Miners mit der Adresse 0x75d1e5477f1fdaad6e0e3d433ab69b08c482f14e.

Da das Unterfangen allerdings einen halben Tag dauerte, war die Blockchain entsprechend schon deutlich fortgeschritten. Das Pikante: Der betreffende Miner verfügte offenbar über ausreichend Hash Power, um alle anderen Miner auszustechen. De facto kann man das Ereignis also eine 51-Prozent-Attacke bezeichnen, die zu einem Chain Reorg geführt hat. Ein Paukenschlag, wenn man bedenkt, dass 51-Prozent-Attacken das Vertrauen in PoW-Kryptowährungen nachhaltig beschädigen können. Aufmerksame Beobachter dürften sich hier an die Debatte nach dem Binance-Hack zurückerinnert fühlen. Die Mehrheit der Bitcoiner lehnte damals eine Reorganisation der Blockchain ab.

Die unfreiwillige Reorganisation stellt die ETC-Gemeinde indes vor Schwierigkeiten, da sie die Integrität des gesamten Ökosystems infrage stellt.

Ein Blockchain Reorg zieht ist eine spezielle Form einer Fork, also einer Aufteilung der Blockchain in zwei Konsens-Stadien. Je nachdem, welchen Client die Nodes laufen ließen, akzeptieren sie eine der beiden ETC-Varianten. Nodes die auf Open Ethereum basieren, sehen Transaktionen auf der alten, nicht attackierten Chain als legitim an und solche, die Geth oder Hyperledger Besu installiert haben, Akzeptiren die geforkte Chain.

Fork könnte zu Totalverlust führen

Für so manchen Nutzer von Ethereum Classic dürfte der Vorfall einem Gau gleichkommen. Denn wer innerhalb des betreffenden Zeitpunktes ETC gesendet hat, dürfte diese nie wieder sehen. Schließlich ist die alte Kette nur noch ein Nebenprodukt der neueren, attackierten Haupt-Chain. Auch diejenigen Miner, die während der Attacke für Blöcke gesorgt haben, dürften angeschmiert sein. Denn sowohl der Coinbase Reward sowie die Gebühren dürften auf der neuen Chain keine Akzeptanz finden.

Dass ETC in den letzten sieben Tagen trotz Chain Reorg gut neun Prozent an Wert zugelegt hat, zeigt wie losgelöst der Altcoin-Kurs von jeglichen Marktnormen ist.

Der Ethereum-Class-Kurs im Wochenchart. Zuwachs in sieben Tagen: Neun Prozent.

Als Spekulationsobjekt scheinen Nischen-Währungen wie diese offenbar immer noch attraktiv.

Aktuell streiten die Experten noch darüber, ob der Attacke einfach eine schlechte Internetverbindung zugrunde liegt. Diese könnte den angreifenden Miner daran gehindert haben, Blöcke zu propagieren. Dass diese Erklärung am grundsätzlichen Problem von zu geringer Hash Power nichts ändert, ist allerdings nicht Teil der Debatte.

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Blockchain: Europa holt auf, Ethereum, R3 und Hyperledger dominieren

Noch immer führen die USA bei Investitionen in Blockchain-Unternehmen. Doch Europa holt auf: Zumindest, wenn es nach den Ergebnissen einer Studie des Blockchain-VC LeadBlock Partners geht, die das europäische Blockchain-Ökosystem unter die Lupe genommen hat.

350 Millionen Euro für die nächsten 18 Monate – so groß ist der Finanzierungsbedarf bei den eurpäischen Blockchain-Unternehmen, die an der Umfrage des Wagniskapitalgebers LeadBlock Partners teilgenommen haben. Und das, obwohl 60 Prozent der Unternehmen bereits Umsatz macht, mitunter (20 Prozent davon) mehr als eine viertel Million Euro im Jahr. Dass sich die europäischen Geldgeber zieren, in Protokolle wie Ethereum, Corda oder Hyperledger zu investieren, sehen die Verfasser der Studie unter anderem in mangelndem Blockchain Know-how begründet:

Der durchschnittliche Investor ist mit der Blockchain-Technologie, ihren Anwendungen und Vorteilen nicht vertraut. Die Wissenslücke ist auch deshalb offensichtlich, weil viele Investoren nicht zwischen Blockchain und Kryptowährungen und den damit verbundenen negativen Wahrnehmungen unterscheiden. In dem Maße, wie die Investoren mehr über Blockchain lernen, erwarten wir steigende Investitionen.

Welche „negativen Wahrnehmungen“ mit Kryptowährungen verbunden seien, erwähnen die die Autoren der Studie nicht explizit. Dafür aber, welche Blockchain- und anderen Distributed-Ledger-Technologien bei Unternehmen mit DLT-Ambitionen am höchsten im Kurs stehen.

Ethereum, Corda, Hyperledger

Demnach dominieren im Bereich der Enterprise-Blockchain-Lösungen vor allem drei Plattformen. Darunter die Smart Contract Plattform Ethereum, die mit ihrer Gründung 2015 den Stein für Blockchain-basierte Anwendungen ins Rollen gebracht hat. Ebenfalls beliebt bei Blockchain-Gründern ist Hyperledger, eine Sammlung von Enterprise-Blockchain-Protokollen unter Schirmherrschaft der Linux Foundation.

Last – und in Bezug auf den Aspekt Dezentralität auch least – ist schließlich das Corda-Protokoll des Bankenkonsortiums R3. Knapp zwei von drei neuegründeten Blockchain-Unternehmen setzen laut der Studie auf eine dieser drei Technologien.

Die Blockchain-Protokolle haben jetzt drei dominierende Akteure: Ethereum, Hyperledger und Corda machen ca. 65 Prozent der Protokolle aus, die von neu gegründeten Blockchain-Unternehmen verwendet werden. Diese Protokolle werden auch von Unternehmen bevorzugt, die Blockchains zunehmend in die Produktion einführen. Dies zeigt, dass Standards im Entstehen begriffen sind und die Technologie reif genug ist, um eingesetzt zu werden. Dennoch bleibt der Protokollmarkt wettbewerbsfähig.

Freilich: Das Gütesiegel „Blockchain“ darf sich von diesen drei Protokollen strenggenommen nur Ethereum auf die Fahne schreiben. Sowohl bei den verschiedenen Ausformungen von Hyperledger als auch bei Corda handelt es sich um erlaubnispflichtige („permissioned“) Protokolle, die – bei aller betriebswirtschaftlicher Sinnhaftigkeit – einen krassen Gegensatz zur offenen Ethereum Blockchain bilden.

Europas Blockchain-Szene: 500 neue Start-ups pro Jahr

Das Fazit der Studie fällt durchaus optimistisch aus: Europas Blockchain Space ist ein Wachstumsmarkt. Mit mehr als 500 neugegründeten Blockchain Start-ups pro Jahr kann sich das europäische Blockchain-Ökosystem nicht über mangelnden Zulauf beklagen. Das gleiche gilt, wenn man die Zahlen von LeadBlock zugrunde legt, auch für die Qualität des Personals. Danach haben 70 Prozent der befragten Gründer bereits über 20 Jahre Erfahrung an der Spitze von Unternehmen gesammelt; 60 Prozent davon finden sich auf der Liste Fortune Global 500 mit den umsatzstärksten Unternehmen weltweit.

Initiativen wie der von der EU Ende 2019 beschlossenen Europäische Investment Fonds für Blockchain-Technologie und Künstliche Intelligenz können ihren Teil dazu beitragen, die Finanzierungslücke für europäische Blockchain-Start-ups zu schließen.

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Corona-Apps im Vergleich: Welche es gibt und was sie können

Seit heute morgen ist die heiß diskutierte dezentrale Corona-Warn-App der Bundesregierung für iOs und Android verfügbar. In unserem Corona-App-Vergleich gibt euch BTC-ECHO einen Überblick über die bekanntesten Corona-Apps – und was wir von ihnen erwarten können.

Zahlreiche Staaten setzen auf Smartphones, um die Pandemie einzudämmen und wichtige Daten für die Forschung zu bekommen. So zieht auch Deutschland nach. Die Kontaktverfolgung über Bluetooth soll COVID-19-Infektionswege nachvollziehbar machen. Die App der Bundesregierung hat von Fachleuten vorwiegend gute Noten erhalten. Doch wie sicher sind Corona-Apps generell? Wie viel Datenschutz wird gewährleistet? Und warum sind Dezentralität und Datensparsamkeit gerade jetzt ausschlaggebend?

Corona-Warn-App der Bundesregierung

App-Typ: Tracing 

Nach wochenlangen Diskussionen ist die von SAP und Telekom entwickelte Corona-Warn-App der Bundesregierung seit heute im App-Store erhältlich. Die App regisitriert über Bluetooth, ob sich Personen über den Zeitraum von 15 Minuten näher als zwei Meter gekommen sind. Dabei tauschen die Smartphones anonyme Identifikationscodes aus. Rückschlüsse auf den Ort oder die eigene Person sind nicht möglich. Hier ist vor allem auch die dezentrale Datenerhebung ein entscheidender Faktor. Sie gewährleistet die Anonymisierung und verhindert eine zentrale Speicherung persönlicher Daten. Mit der Corona-Warn-App nähert sich nun die Bundesregierung also einem Blockchain-affinen Use Case.

Sollte ein Nutzer positiv auf Corona getestet worden sein, soll dieser Status zunächst vom zuständigen Gesundheitsamt bestätigt werden, bevor derjenige seine Kontakte informieren kann. Das soll über einen QR-Code geschehen. Es ist fraglich, ob der Plan überall aufgeht.  Viele Gesundheitsämter und auch Test-Labore haben nicht die beste Telematik-Infrastruktur. Funktioniert allerdings alles, benachrichtigt die App all diejenigen Menschen, die sich in der Vergangenheit in der Nähe dieser infizierten Person aufgehalten haben. Das Herunterladen der App ist für alle Bürger freiwillig. 

  • Vorteile: breite Nutzung, erleichtert Nachverfolgung von Infektionen, dezentrale Datenerhebung
  • Nachteile: Nicht hundertprozentig sicher, Bluetooth-Technik wird zweckentfremdet (war nie zur Kontaktverfolgung gedacht), schlechte Infrastruktur

Datenspende-App des RKI

App-Typ: Datenspende

Das Robert-Koch-Institut stellte mit der Corona Datenspende-App eine der ersten solcher Apps in der Corona-Pandemie zum Download bereit. Darüber können Nutzer anonymisierte Daten eines Fitnesstrackers oder ihrer Smartwach dem RKI für Forschungszwecke zum Coronavirus zur Verfügung stellen. Dies soll Rückschlüsse darüber erlauben, wie sich das Coronavirus ausbreitet. Wer seine Daten löschen lassen möchte, kann auch dies tun. Aktuell können allerdings nur Wearables von Fitbit, Garmin, Polar, Withings oder Google Fit verknüpft werden. Tracker anderer Marken wie Xiaomi, Huawei oder Samsung sind aktuell nicht mit der App kompatibel.

  • Vorteile: kostenlos nutzbar, sammelt wichtige Daten für Corona–Forschung
  • Nachteile: funktioniert nur mit Wearables, unterstützt nicht alle Modelle

CoroNotes-App des Max Planck Instituts 

App-Typ: Datenspende

Mit CoronaNotes hat das Max-Planck Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen – ähnlich wie das RKI – eine App zur Datenerhebung für die Corona–Forschung bereitgestellt. Anders als die vor einigen Wochen veröffentlichte Corona-Datenspende-App des RKI funktioniert CoroNotes ohne eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker, sondern Nutzer müssen mit wenigen Klicks selbst tätig werden. Keinerlei Daten werden automatisch erfasst. Stattdessen sollen Nutzer jeden Tag einige Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und eventuellen Symptomen und Vorerkrankungen in einem App-Tagebuch beantworten. Dies soll in weniger als einer Minute täglich erledigt sein, den Forschern aber wertvolle Daten liefern, wie der Krankheitsverlauf aussehen kann und Rückschlüsse auf Immunität und effektive Behandlung ziehen.

  • Vorteile: anonyme und freiwillige Teilnahme, ohne Wearables nutzbar, erfasst keine Bewegungsprofile oder Kontakte mit anderen Personen, einfache Nutzung 

Crowdless-App der ESA

App-Typ: Tracing

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen resultierten in mitunter neuen schwierigen Situationen. Was erwartet einem beim schnellen Gang in den Supermarkt? Womöglich eine Riesen-Schlange vor den Kassen. Hätte man das doch nur vorher gewusst… Die Crowdless-App der europäische Weltraumorganisation ESA und dem britischen Start-up Lauteren will hier Abhilfe schaffen. Crowdless zeigt per Ampel-System, wo es sich gerade staut und wo nicht. So können Menschen ihre Einkaufszeiten bequem und zuverlässig planen. Über anonymisierte Daten von der ESA, Google Maps und Google Places soll ermittelt werden, wie voll die Geschäfte in der Umgebung gerade sind, sodass Menschen auf weniger überfüllte Einkaufsmöglichkeiten ausweichen können. Ziel ist es, das persönliche Infektionsrisiko zu verringern, indem Menschenansammlungen von Anfang an vermieden werden.

  • Vorteile: nutzt akkurate Google-Daten

Corona-Schnittstelle von Apple und Google 

Auch wenn aus der Zusammenarbeit der Smartphone-Giganten keine App hervorgeht, unterstützen sie die Bekämpfung von Corona. So haben Google und Apple mittlerweile eine Schnittstelle in ihr Betriebssystem integriert, auf die dann die offiziellen Corona-Warn-Apps der einzelnen Länder aufsetzen können. Bisher wurde 22 Ländern der Zugang ermöglicht. Pro Land soll nur eine App auf die Schnittstellen zugreifen können, um einen Flickenteppich aus verschiedenen Anwendungen zu verhindern. Da von Google und Apple kommen die beiden relevanten Smartphone-Systeme – Android und die iOS-Software stammen, sind sie als einziges in der Lage, die Basis für eine effiziente Einbindung der Corona–Apps in die Telefone zu schaffen. Aber: Obwohl Apple und Google die Technologie automatisch per Software-Update auf Apple- und Android-Smartphones installierten, müssen Nutzer der Aktivierung erst manuell zustimmen.

Corona-Testnachweis SeroStatus App 

App-Typ: Blockchain-basierter digitaler Testnachweis

Mit den Corona-Testergebnissen der SeroStatus App können der Nutzer die vom Arzt attestierten Corona Testergebnisse hochladen, speichern und zum Beispiel bei Messen oder im Flugzeug vorzeigen. Damit hat die Anyblock Analytics GmbH aus Mainz – so minimal invasiv wie möglich – eine funktionsfähige und besonders datensparsame Möglichkeit geschaffen, die Unternehmen ermöglichen, nach dem Lockdown risikoreduziert wieder zu öffnen.

Im Gegensatz zum Tracing von infizierten Personen ermittelt die SeroStatus-App auf Grundlage tatsächlicher Testergebnisse, wer ein Risiko darstellt und wer nicht. Anyblocks setzt auf die Blockchain–Technologie, ohne dass der Nutzer davon etwas mitbekommt. Die genutzten Self-Sovereign Identity (SSI) Standards ermöglichen es, dass alle sensiblen Daten nicht auf der Blockchain, sondern ausschließlich dezentral auf dem Handy des Nutzers gespeichert sind. Jede Datenabfrage erfordert die explizite Zustimmung des Nutzers. Die Blockchain kommt indessen zum Einsatz, um öffentliche Schlüssel, wie zum Beispiel von approbierten Ärzten, zu speichern. Die Liste könnte eine offizielle Institution wie die Bundesärztekammer verwalten.

  • Vorteile: Self-Sovereign Identity, Datensicherheit, einfache Benutzung
  • Nachteile: nicht für die breite Nutzung ausgelegt

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Chinas digitale Währung: Was wir bisher über „DC/EP“ wissen

Nun ist es amtlich: Als erste Industrienation weltweit testet China seine digitale Zentralbankwährung DC/EP in der Praxis. Jonas Groß über den aktuellen Stand des CBDC-Projekts und die ökonomischen und gesellschaftlichen Implikationen.

China ist beim mobilen Bezahlen weltweiter Vorreiter. Untersuchungen in den Metropolen Shanghai, Peking und in Hangzhou zeigen, dass sich die Marktanteile mobiler Bezahlverfahren auf bis zu 60 Prozent belaufen (Bargeld: 20 Prozent). Aufgrund der weiten Verbreitung digitaler Bezahlmethoden überrascht es kaum, dass sich auch die chinesische Zentralbank (PBoC) bereits seit 2014 mit einer eigenen digitalen Währung – einer sogenannten digitalen Zentralbankwährung (CBDC) – beschäftigt. So wurde bereits 2016 ein Forschungsinstitut „for the Development of Digital Currency/Electronic Payment (DC/EP)“ gegründet, das das CBDC-Projekt auf den Namen „DC/EP“ taufte. Zuletzt erreichte das DC/EP-Projekt einen wichtigen Meilenstein: Die Testphase.

Chinas CBDC: Die Testphase hat begonnen

Inzwischen testen zahlreiche chinesische Banken, Telekommunikationsanbieter und E-Commerce-Unternehmen wie Tencent und Alibaba die CBDC. Außerdem werden 50 Prozent der Mobilitätszulage von Mitarbeitern im Staatsdienst über ihre mobile DC/EP Wallet in digitaler Form ausgezahlt. Medienberichten zufolge sollen auch internationale Unternehmen wie McDonald’s, Starbucks und Subway den DC/EP bereits testen. Ein zweiter größerer Testlauf soll während der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking stattfinden.

Wie genau die Testläufe ablaufen und wie der DC/EP letztendlich ausgestaltet werden soll, ist aktuell noch weitestgehend unklar. Die Informationslage des chinesischen CBDC-Projekts ist im Vergleich zu westlichen CBDC-Projekten intransparent. Die veröffentlichten Informationen stammen nur teilweise von der Zentralbank selbst, vielmehr basieren sie auf Medienberichten beziehungsweise Aussagen von Kooperationspartnern.

Ziele des DC/EP-Projekts

Welche Intention verfolgt die PBoC mit dem CBDC-Projekt? Die PBoC möchte durch das DC/EP-Projekt die Digitalisierung in China vorantreiben und reagiert auf die immer geringer werdende Nachfrage nach Bargeld. Durch eine digitale Zahlungsabwicklung lassen sich erhebliche Effizienzgewinne realisieren. Bargeld ist unter anderem aufgrund der Kosten für Lagerung, Sortierung, Reinigung und Verteilung relativ teuer. Ein öffentliches digitales Zahlungssystem könnte diese Kosten erheblich reduzieren. Auch COVID-19 dürfte zu einer zukünftig noch größeren Nachfrage nach digitalen Bezahlmöglichkeiten beitragen, da Virus-Ansteckungen durch Banknoten befürchtet werden.

Aktuell wird in China der Großteil der Transaktionen über private Zahlungssysteme wie Alipay und WeChat Pay abgewickelt. Die PBoC möchte nun eine öffentliche Transaktionsplattform schaffen, um die systemische Relevanz dieser Unternehmen zu verringern und somit sowohl die eigene Vormachtstellung als auch die finanzielle Stabilität zu stärken.

Kritik: Kapitalverkehrskontrollen und unzureichender Datenschutz

Experten befürchten, dass die CBDC die Freiheit chinesischer Bürger weiter einschränken wird. Zum einen lassen sich durch eine digitale Zentralbankwährung Kapitalverkehrskontrollen deutlich effektiver umsetzen. Wird Kapital in Form von Banknoten außer Landes gebracht, hat die Regierung und die Zentralbank darauf nur einen beschränkten Einfluss. In einer digitalen Welt sind Kapitalverkehrskontrollen deutlich wirkungsvoller, da die Zentralbank alle Transaktionsinformationen digital einsehen kann. Folglich kann die PBoC selbst entscheiden, welche Transaktionen durchgeführt werden dürfen. Auf diese Art und Weise lassen sich Kapitalflüsse effizient kontrollieren. Allerdings ist es laut Auskunft der PBoC auch Ziel des DC/EP die Internationalisierung des Yuan voranzutreiben. Aktuell ist noch unklar, wie die PBoC Kapitalverkehrskontrollen und Internationalisierung des Yuan in Einklang bringen möchte.

Zum anderen ist zu erwarten, dass die Privatsphäre der chinesischen Bürger weiter eingeschränkt wird. Vermutlich werden Daten zur Transaktionshöhe, -ort, -partner neben persönlichen Daten wie die eigene Identität für die Zentralbank einsehbar sein und somit in der Datenbank gespeichert werden. Auf diese Art und Weise würde die chinesische Zentralbank nun auch Einblicke in das Bezahlverhalten der chinesischen Bürger erhalten.

China als weltweiter CBDC-Vorreiter

Die Projektfortschritte des DC/EP zeigen, dass China aktuell im Bereich CBDC weltweit führend ist – auch wenn eine Markteinführung der CBDC noch bis mindestens 2022 dauern wird. Zwar gibt es kleinere Länder oder Inselgruppen, wie die Marshall Islands oder die Bahamas, die auch bereits an einer digitalen Zentralbankwährung arbeiten und im Projektstadium ähnlich weit fortgeschritten sind. Allerdings adressieren diese CBDC-Initiativen primär die Tausenden Inselbewohner während DC/EP Milliarden Chinesen zur Verfügung stehen würde.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich intensiv mit einer CBDC für die Eurozone. Allerdings handelt es sich hier bislang eher um konzeptionelle Arbeiten. Eine CBDC-Einführung in der Eurozone ist laut EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch derzeit aufgrund der weiterhin starken Rolle des Bargelds in weiter Ferne.

Über den Autor

Jonas Groß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bayreuth und Projektmanager am Frankfurt School Blockchain Center. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören primär digitale Zentralbankwährungen (CBDC) und Stablecoin-Projekte wie Libra. Du kannst Jonas per Mail, LinkedIn und Twitter kontaktieren.

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Benutzen statt hodln: Status Quo von Bitcoin in Afrika – und woran es hakt

Ein neuer Report analysiert den Status Quo von Kryptowährungen in Afrika. Danach erfreuen sich Bitcoin und Co. auf dem Kontinent zwar wachsender Beliebtheit – der Weg zur Massenadaption ist jedoch auch in Afrika ein steiniger.

Afrika hat das Zeug zum Krypto-Kontinent: Das legt zumindest ein Reportder Analysefirma Arcane Research nahe. Danach sei Afrika ein idealer Nährboden für Kryptowährungen – vor allem was den Use Case der grenzüberschreitenden Überweisungen betrifft.

Während anderswo das Hauptaugenmerk auf Investitionen, Spekulation und Handel gerichtet war, hat Afrika ein größeres Bedürfnis an dem Einsatz von Kryptowährungen als jeder andere Kontinent

Kein Wunder also, dass sich Peer-to-Peer-Währungen wie Bitcoin in Afrika zunehmender Beliebtheit erfreuen. Laut dem Report verfügt Südafrika über die meisten Hodler; 13 Prozent der Internet-Nutzer im Alter zwischen 16 und 64 halten Kryptowährungen. Es folgt Nigeria mit 11 Prozent. Möglicherweise könnten Südafrika und Nigeria in absehbarer Zeit die Plätze tauschen: Nigeria sieht seit dem Frühjahr einen steilen Anstieg beim Bitcoin Trading auf der Plattform localbitcoins. Auch localbitcoins-Konkurrenz Paxful gehört zu den größeren Krypto-Akteuern, die auf dem Kontinent aktiv sind. Anfang Mai lancierte die Bitcoin-Tauschplattform eine Corona-Spendenkampagne für Afrika.

Lückenhafte Infrastruktur erschwert Bitcoin-Adaption

Dem überdurchschnittlichen Interesse an Bitcoin steht eine noch deutlich ausbaufähige technologische Infrastruktur gegenüber. Nur 39 Prozent der Afrikaner haben laut Arcane Research zugang zum World Wide Web, im Gegensatz zu 63 Prozent der übrigen Weltbevölkerung.

Auch was die Verbreitung von internetfähigen Endgeräten angeht hinkt Afrika dem Rest der Welt laut dem Report noch hinterher. 2018 verwendeten demnach nur 39 Prozent der Menschen in der Südsahara-Region ein Smartphone. Immerhin: Bis 2026 soll dieser Anteil auf 66 Prozent steigen. Zwar kann man Bitcoin auch ohne Internet überweisen – der einfachste Weg ist und bleibt jedoch die Mobile Wallet. Einen möglichen Weg, die Löcher in der Netzabdeckung zu stopfen, sieht der Bericht beispielsweise in dem StarLink-Projekt von SpaceX.

Damit Afrika sein Potenzial als „die vielversprechendste Region für die Einführung von Kryptowährungen“ auschschöpfen könne, bedürfe es folglich weiterer Investitionen. Dann könnte der Kontinent – auch aufgrund seiner Demografischen Struktur mit vielen jungen Menschen – zeigen, was Bitcoin und Co. können.

Allerdings sind nicht alle Hürden technischer Natur. Auch die Frage nach der Regulierung von Bitcoin und dem Krypto-Sektor ist für einen Großteil des Kontinents noch nicht geklärt:

Die Legalität von Bitcoin und anderen Krypto-Vermögenswerten ist in der Region sehr unterschiedlich, wobei über 60 Prozent der afrikanischen Regierungen ihre Position noch klären müssen. Diese Ungewissheit stellt zwar keine absolute Barriere dar, ist aber ein Hemmnis für die Geschwindigkeit der Adaption,

glaubt Arcane Research.

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Coinbase: 24 Prozent der Investoren setzen nur auf Bitcoin (BTC)

Die Krypto-Börse Coinbase hat festgestellt, dass nur 24 Prozent der Bitcoin-Käufer BTC exklusiv die Treue halten.

In der sechsten Ausgabe ihres Martkberichts „Around the Block“ liefert Coinbase unter anderem Einblicke in das Trading-Verhalten seiner Nutzer. So beleuchtet die Bitcoin-Börse beispielsweise, inwieweit sich Investoren, bei denen BTC der erste Berührungspunkt mit dem Krypto-Markt war, später auch für Altcoins – Kryptowährungen neben BTC – begeistern können.

Demnach haben 60 Prozent der Coinbase-Kunden zwischen 2019 und 2020 Bitcoin (BTC) als erste Kryptowährung gekauft. Von diesen 60 Prozent hat mehr als jeder Dritte (36 Prozent) später seine Fühler in Richtung Altcoins ausgestreckt. Ein knappes Viertel hält dagegen der größten Kryptowährung nach Martkkapitalisierung die Treue.

24 Prozent der Nutzer bleiben vorerst Bitcoin-„Maximalisten“

Bitcoin: Vergleichsweise niedriges Handelsvolumen auf Coinbase

Während BTC den Krypto-Markt in Sachen Marktkapitalisierung noch immer als unangefochtene Nr. 1 der Kryptowährungen dominiert, können die Altcoins vor allem in volatilen Phasen vergleichsweise viel Boden gut machen – zumindest bei Coinbase. Ein Effekt, der im Spätjahr 2019 vor allem bei den Altcoins Tezos (XTZ), Chainlink (LINK) Basic Attention Token (BAT), 0x und Stellar (XLM) zu beobachten war. Zu Beginn dieses Jahres gesellte sich Ethereum dazu – allerdings spielten BAT und XLM hier eine kleinere Rolle.

Ein Umstand, den auch das folgende Balkendiagramm verdeutlicht. Das Handelsvolumen von BTC auf Coinbase sei, gemessen an seiner Marktkapitalsierung, vergleichsweise gering:

Als Krypto-Wechselstube scheint Coinbase der Bitcoin-Dominanz mit gemischten Gefühlen gegenüber zu stehen. So heißt es im Bericht weiter:

Bitcoin trägt die Fahne für den gesamten Kryptowährungsraum, und wir sollten ihn umarmen. Aber die Vorliebe der Kleininvestoren, auch in andere Anlagen zu investieren, zeigt, dass neue Benutzer [in erster Linie] über Bitcoin zu Krypto kommen, aber im Allgemeinen beginnen, nach alternativen Assets und Anwendungsfällen zu suchen. In diesem Sinne ist Bitcoin auch die Spitze des Trichters für ein breiteres Krypto-Wachstum.

Das ändert freilich nichts an dem Umstand, dass die Bitcoin-Dominanz nach wie vor ungebrochen ist. Im Gegenteil: Seit dem Bitcoin Halving verzeichnet sie einen Anstieg und hat vor kurzem einen bullishen Zielwert erreicht. Zu Redaktionsschluss beträgt die Marktkapitalisierung von Bitcoin 177,5 Milliarden US-Dollar – damit geht mehr als jeder Dritte US-Dollar der Gesamtmarktkapitalisierung auf das Konto des Branchenprimus, der zur Zeit des Schreibens wieder Kurs auf die 10.000 US-Dollar nimmt. Der Bitcoin-Kurs liegt mit 9.800 US-Dollar 8,5 Prozent über dem Vortagsniveau – möglicherweise auch eine Folge des Halvings.

Grafiken entnommen von Coinbase Blog.

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CBDC genießen höheres Vertrauen als Bitcoin & Co.

Um die Bevölkerung in vielen Teilen des afrikanischen Kontinents an den globalen Finanzsektor anzuschließen, gehen Sesacash und CryptoLocally künftig gemeinsame Wege.

Die digitale Finanz- und Zahlungsplattform Sesacash und die Peer-to-Peer–Krypto-Handelsplattform CryptoLocally sind eine Kooperation eingegangen, um die finanzielle Inklusion auf dem afrikanischen Kontinent voranzutreiben. Wie aus einer Pressemitteilunghervorgeht, soll die lokale Bevölkerung über den Handel mit Kryptowährungen an den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr angeschlossen werden.

Trotz eines immensen Bedarfs an Überweisungsmöglichkeiten, gibt es in Afrika nur wenige Finanzdienstleister mit entsprechend hohen Gebühren. Die Partnerschaft zwischen CryptoLocally und Sesacash soll Afrikanern einen Zugang sowohl bei alternativen als auch traditionellen Finanzierungen ermöglichen.

CryptoLocally-Benutzer können auf der P2P-Handelsplattform Bitcoin und andere Kryptowährungen mit lokalen Währungen kaufen und verkaufen und diese direkt in ihre Sesacash-Wallet einzahlen können. Sobald sich Gelder in der Sesacash-Wallet befinden, lässt sich mit ihnen in den verschiedenen Kryptowährungen und lokalen Währungen, die in der Sesacash-Anwendung unterstützt werden, handeln.

Dadurch sollen afrikanische Nutzer Gelder über Grenzen hinweg bewegen können, ohne anfallende Gebühren oder begrenzte Auszahlungsmöglichkeiten. Aktuell unterstützt Sesacash unter anderem die Kryptowährungen Telos (TLOS), EOS (EOS), Bitcoin (BTC), USDC (USDC), Ethereum (ETH) und Yent (YNT). Zudem können Afrikaner ihre lokalen Währungen verwenden, um Zugang zu anderen afrikanischen Währungen zu erhalten. Gegenwärtig unterstützt Sesacash die ghanaischen Cedis, den nigerianischen Naira und den US-Dollar.

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Bitcoin (BTC): Ein sicherer Hafen – für die richtige Krise

Bitcoin, der sichere Hafen, das unzensierbare Gold 2.0, das Punk-Asset, das gegen den Wallstreet-Strich gebürstet ist – all diese Narrative stehen seit dem Corona-Crash unter Beschuss. Die Krypto-Researcher von Coin Metrics analysieren in ihrem aktuellen Netzwerkstatusupdate unter anderem, unter welchen Bedingungen Bitcoin seinen Ruf als sicherem Hafen wieder gerecht werden kann.

Die Corona–Krise hat nicht nur den Bitcoin-Kurs (BTC), sondern auch den Ruf der Kryptowährung als vom klassischen Börsengeschehen entkoppelte Geldanlage ins Wanken gebracht. Der BTC-Kurs krachte am 12. März, dem „Schwarzen Donnerstag“ ebenso in die Tiefe wie die Indizes DAX, S&P500 und Co. Selbst Gold, der klassische „Sichere Hafen“ für turbulente Zeiten an den Finanzmärkten, sah aufgrund der Corona-bedingten Liquiditätsengpässe Abverkäufe. Frei nach dem Motto: Lieber den Euro in der Hand, als den Goldbarren auf dem Dach.

Wie ist es seit dem Crash um die Korrelation von Bitcoin und den traditionellen Märkten bestellt und ist die Rede von BTC als digitales Gold noch gerechtfertigt? Diese und weitere Fragen beleuchteten die Krypto-Daten-Analysten von Coin Metrics in ihrem aktuellen Netzwerkstatus-Report.

Bitcoin-Narrative im Wandel der Zeiten

Während im White Paper von 2008 noch die Funktion von Bitcoin als „Elektronisches Peer-to-Peer-Bezahlsystem“ im Vordergrund (und Titel) steht, gewinnt Bitcoins Funktion als digitaler, nicht-zensierbarer Wertspeicher in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Wie sich die Wahrnehmung von Bitcoin seit seiner Entstehung verändert hat, illustrierten die Krypto-Researcher Nic Carter und Hasu im Juli 2018 in einer Grafik:

Bitcoin-Narrative im Wandel der Zeiten | Quelle: Nic Carter, Hasu

Diese Entwicklung kam indessen nicht von ungefähr. Früh zeichnete sich ab, dass sich BTC in seiner ursprünglichen Form wenig als E-Cash eignet. Mit seinen durchschnittlich 7 Transaktionen pro Sekunde ist BTC weit von Zahlungsdienstleistern wie VISA oder PayPal entfernt. Die Diskussion um größere Blöcke, die diesen Umstand beseitigen sollen, ist übrigens beinahe so alt wie wie Bitcoin selbst. Unterdessen verdichtete sich stetig die Datengrundlage dafür, dass sich der BTC-Kurs weitgehend unabhängig von den traditionellen Märkten entwickelt. Und dann kam Corona.

Coin Metrics: Bitcoin wieder im Gleichschritt mit Gold

Der Corona-Crash an den Aktienmärkten hat Prediger von BTC als unkorrelliertes Asset in Erklärungsnot gebracht. Die Einbrüche an den Krypto-Märkten waren so gravierend wie bei DAX, S&P500 und Co. Auch beim Narrativ von BTC als sicheren Hafen begann der Lack zu splittern. Ein Blick auf den Gold-Kurs offenbart indes, dass auch das vermeintliche Krisen–Asset kurzfristig Federn lassen musste.

Dass BTC und klassische Aktien praktisch im Gleichschritt gefallen sind, hat die Korrelation zwischen dem BTC-Kurs und dem S&P500 auf ein neues Hoch befördert. Die Analysten von Coin Metrics halten diese starke Korrelation zwischen Bitcoin-Kurs jedoch für eine vorübergehende Erscheinung, die maßgeblich der Corona-bedingte Liquiditäts-Krise geschuldet ist.

Auffallend stark korreliert BTC seit dem Corona-Crash mit Gold.

Bitcoin und Gold: seit Corona wieder verstärkt im Gleichschritt

Bitcoin: Nicht in jeder Krise ein sicherer Hafen

Gleichzeitig disqualifiziere das Ausbleiben eines Corona-Bullruns BTC nicht per se als sicheren Hafen in Zeiten der Krise. So könnte es durchaus sein, dass Bitcoin seine Qualitäten als Krisen–Asset erst noch unter Beweis stellen wird. Nämlich dann, wenn die Bedrohung einer Währungsinflation, die von den weltweit geschnürten Corona-Rettungspaketen ausgeht, zur Realität wird.

Auch wenn Bitcoin und Gold während einer globalen Liquiditätskrise nicht als sichere Häfen fungieren, so können sie doch während eines Anstiegs der Währungsinflation und einer quantitativen Lockerung als sicherer Hafen dienen. Angesichts der jüngsten Finanzspritze der US-Notenbank in Höhe von mehr als 2 Billionen US-Dollar und der beispiellosen Ungewissheit der globalen Gesundheits- und Wirtschaftsbedingungen ist es möglich, dass Bitcoin in Reaktion auf einige Ereignisse als sicherer Hafen fungiert, auf andere jedoch nicht, und sich das möglicherweise sogar von Tag zu Tag ändert

Coin Metrics State of the Network (44)

In diesem Zusammenhang haben die Coin-Metrics-Analysten eine interessante Beobachtung gemacht. Die Korrelation zwischen Bitcoin und der prognostizierten Fünfjahres-Inflationstsrate (T5YIFR) des US-Dollar ist am 12. März sprunghaft angestiegen. An diesem Tag hatte die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre billionenschweren Corona-Rettungsmaßnahmen verkündet.

Korrelation von Bitcoin und der prognostizierten Fünfjahres-Inflationstsrate | Quelle: Coin Metrics

Das könnte ein leiser Hinweis dafür sein, dass die deflationäre Angebotsstruktur von Bitcoin vor dem Hintergrund der aktuellen beispiellosen Vermehrung der Geldmenge durch die Notenbanken von Investoren verstärkt wahrgenommen wird.

Indessen macht das anstehende Halving den starken Kontrast zwischen Bitcoin und der Geldpolitik von Fed und Co. besonders anschaulich.

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