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Liquid Geschäftsführer bestätigt – Wiedereinführung von Zcash weiterhin möglich

Nachdem die Kryptobörse Liquid jüngst die auf Anonymität und Datenschutz spezialisierte Kryptowährung Zcash (ZEC) aus ihrer Notierung genommen hat, um behördlichen Auflagen zu entsprechen, schließt die Handelsplattform jedoch nicht aus, den Coin später wieder aufzunehmen.

„Was unsere Entscheidung angeht, ZEC vorübergehend aus unserem Trading-Angebot zu entfernen, benötigen wir zunächst weitere Klarheit von der Börsenaufsicht von Singapur (MAS), ehe wir die Kryptowährung wieder auf Liquid führen können“, so Seth Melamed, Operativer Geschäftsführer der Kryptobörse am 25. Juli gegenüber Cointelegraph.

Hinsichtlich der Börsenaufsicht von Singapur (MAS) ergänzte er:

„In Gesprächen mit anderen Krypto-Handelsplattformen haben wir bemerkt, dass es keine Kryptobörse gibt, die in Singapur eine Genehmigung nach dem Zahlungsdienstleistungsgesetz beantragt hat und trotzdem weiterhin ZEC führt. Wenn es genauere Klarheit darüber gibt, ob und wie Liquid ZEC notieren darf, holen wir die Kryptowährung gerne zurück auf unsere Plattform.“

Nicht nur Zcash entfernt

Privacy Coins, also Kryptowährungen, die auf Anonymität spezialisiert sind, sind darauf programmiert, ihre Transaktionsdaten zu verschleiern. Dies macht die Nachverfolgung umso schwieriger, was zwar für den Datenschutz der Krypto-Nutzer gut ist, aber für die Arbeit von Aufsichtsbehörden schlecht. Zcash (ZEC) ist neben Monero (XMR) der wohl bekannteste Privacy Coin.

Allerdings hat Liquid nicht nur die angesprochenen Privacy Coins aus der Notierung genommen, sondern auch solche Kryptowährungen, die im Zusammenhang mit Glücksspiel und Pornografie stehen, da die Aufsichtsbehörden auch hier etwaige Vorbehalte haben, wie Melamed angibt. „Die MAS nennt uns keine bestimmten Coins“, wie er in diesem Kontext weiter erklärt, „allerdings machen sie uns generelle Vorgaben, denen wir folgen müssen“.

Der Liquid COO weist darauf hin, dass die entfernten Kryptowährungen allesamt geringe Handelsvolumen aufwiesen, was die Entscheidung etwas leichter machte. Dies betrifft auch ZEC.

Nichtsdestotrotz mahnt Melamed die fortschreitende Regulierung der Kryptobranche an, da er befürchtet, dass im Vergleich zu den traditionellen Finanzmärkten mit zweierlei Maß gemessen wird.

So meint er:

„Das eigentliche Problem ist, dass die Aufsichtsbehörden und der Arbeitskreis Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (FATF) Regeln für die Kryptobranche aufstellen, die sie nicht mal dem Bankenwesen abverlangen. Das ist der Grund, warum wir uns für die Entfernungen entschieden haben. Möchte ich ZEC entfernen? Natürlich nicht. Habe ich eine andere Wahl? Nein, habe ich nicht.“

Allerdings kann Zcash scheinbar auch in Einklang mit den Anforderungen der Aufsichtsbehörden gebracht werden, denn die amerikanische Kryptobörse Gemini, die über eine behördliche Genehmigung des Bundesstaates New York verfügt, führt ZEC bereits seit 2018.

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Für bessere Compliance – Liquid bestätigt Entfernung von 27 Kryptowährungen

Die japanische Kryptobörse Liquid hat bekanntgegeben, dass sie gleich mehrere Kryptowährungen aus ihrer Notierung nehmen musste, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, wie der Operative Geschäftsführer Seth Melamed bestätigt.

„Liquid arbeitet eng mit den Aufsichtsbehörden in Japan und Singapur zusammen“, wie Melamed am 25. Juli in diesem Kontext gegenüber Cointelegraph angibt.

Dabei führt er hauptsächlich die Einhaltung von Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung (AML) und Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung (CFT) an, so meint Melamed:

„Im Zuge unseres Risikomanagements müssen wir einen konservativen Ansatz wählen, was die Notierung von Kryptowährungen angeht, die potenziell im Konflikt mit den Vorschriften zu AML, CFT und die Funds Travel Rule angeht.“

Die Funds Travel Rule ist wiederum eine Vorschrift, die die Einsicht und Aufbewahrung von Finanztransaktionsdaten einfordert.

Liquid bestätigt Entfernungswelle

Zu den entfernten Kryptowährungen gehören deshalb in erster Linie auf Anonymität bzw. Datenschutz spezialisierte Tokens wie Zcash (ZEC). Die Electric Coin Company, die für die Verwaltung von Zcash verantwortlich ist, hatte bereits am 22. Juli darauf hingewiesen, dass Liquid die Kryptowährung aus der Notierung nehmen wird.

Kurze Zeit später bestätigte die Krypto-Handelsplattform diesen Schritt dann in einem eigenen Statement. Hier wird als Begründung genannt, dass die Kryptobörse eine Freigabe durch die Aufsichtsbehörden von Singapur erhalten möchte, weshalb folglich 27 Kryptowährungen entfernt wurden, darunter auch Zcash. Allerdings heißt es in der Mitteilung auch, dass eine Wiederaufnahme der jeweiligen Tokens zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen könnte.

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CoolBitX und Elliptic wollen Compliance mit FATF-Reiseregeln erleichtern

Das FinTech-Unternehmen CoolBitX hat möglicherweise eine Lösung für Länder, die noch nicht die „Reiseregel“ der Financial Action Task Force umgesetzt haben.

Laut einer am 21. Juli mit Cointelegraph geteilten Erklärung von CoolBitX kündigte das Blockchain-Sicherheitsunternehmen an, dass es sich mit der Kryptowährungs-Forensik-Firma Elliptic zusammenschließen werde, um die Anti-Geldwäsche-Bestimmungen (AML) für Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASPs) in Übereinstimmung mit den Reiseregeln der Financial Action Task Force (FATF) in Angriff zu nehmen.

VASPs werden sowohl auf Sygna Bridge – die von CoolBitX angebotene Lösung – als auch auf die Krypto-Transaktions- und Brieftaschen-Screening-Tools von Elliptic zugreifen können, um den AML-Richtlinien der Reiserichtlinie zu entsprechen.

„Während die Financial Action Task Force ihre Richtlinien für Kryptowährungen weiterhin weltweit durchsetzt, können die Einhaltung und Verhinderung krimineller Aktivitäten für VASPs äußerst entmutigend sein“, sagte Michael Ou, CEO von CoolBitX. „Wir freuen uns, dass wir mit der gesamten Palette der Tools von Sygna und Elliptic unseren Kunden die Möglichkeit bieten können, sich vor Verstößen gegen AML/CFT-Gesetze und -Vorschriften zu schützen, den Aufsichtsbehörden bei der Bekämpfung illegaler Geldwäscheaktivitäten zu helfen und die Einhaltung der sich ändernden Vorschriften zu gewährleisten“.

‚Reiseregel‘ seit einem Jahr in Kraft

Die FATF führte im Juni 2019 eine Reihe von Richtlinien für Kryptofirmen ein, um den kriminellen Missbrauch virtueller Vermögenswerte durch AML, Know Your Customer (KYC) und Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus (CFT) zu verhindern. Diese Anforderungen sind unter dem Namen „Reiseregel“ bekannt geworden.

Die Gruppe erklärte, sie werde „die Umsetzung der neuen Anforderungen durch die Länder und Dienstleistungsanbieter überwachen und im Juni 2020 eine 12-monatige Überprüfung durchführen“.

Singapur und Korea laut Ou führend

Auch ein Jahr nach der Bekanntgabe der FATF-Richtlinien arbeiten viele Länder noch immer an deren Umsetzung.

Ou sagte Cointelegraph im Mai, Singapur und Südkorea hätten seiner Meinung nach einige mit die beste behördliche Aufsicht für die Einhaltung der Reiseregel. Die beiden Staaten haben den VASPs bereits Fristen gesetzt, um die FATF-Richtlinien einzuhalten. Vorschriften wie Singapurs Zahlungsdienstleistungsgesetz und Südkoreas Änderungen des Gesetzes über die Meldung und Nutzung spezifizierter Finanztransaktionsinformationen haben beiden Ländern einen guten Start ermöglicht.

Laut einem am 7. Juli veröffentlichten FATF-Bericht hat die Gruppe für Juni 2021 eine weitere Überprüfung vorgesehen.

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Webseite listet alle Kryptobörsen ohne Verpflichtung zur Angabe von Nutzerinformationen

Eine neue Webseite hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Krypto-Handelsplattformen zusammenzutragen, auf denen keine sogenannte KYC-Verifizierung, also Angabe von Kundeninformationen, erforderlich ist.

Die Seite Kycnot.me befasst sich allerdings nur mit Kryptobörsen für die beiden Kryptowährungen Bitcoin (BTC) und Monero (XMR), da Bitcoin die marktführende Kryptowährung ist und Monero wiederum den größten Datenschutz bietet.

Alle Kryptobörsen ohne KYC

Zurzeit hat die Webseite 14 Krypto-Handelsplattformen gelistet, auf denen keine KYC-Prüfung stattfindet. Die meisten dieser Börsen operieren dabei nach der Peer-To-Peer (P2P) Methode, was eine Form des Direkthandels zwischen zwei Nutzern ist.

Allerdings spricht die Webseite Warnungen für mehr als die Hälfte der geführten Kryptobörsen aus, da diese die Nutzung ohne Eingabe von Kundeninformationen nur unter Einschränkungen ermöglichen. So gibt es zum Beispiel Beschränkungen bei Aus- und Einzahlungen oder es werden trotz Verzicht auf KYC einige grundlegende Informationen eingefordert.

Überraschenderweise fehlen auf der Liste die beliebten Handelsplattformen Binance, KuCoin und BitMEX.

Zur Erhaltung des Krypto-Grundprinzips?

Laut Projektbeschreibung der Webseite hat es sich die Kycnot.me zum Auftrag gemacht, „die dezentralisierte und autonome Natur von Kryptowährungen aufrecht zu erhalten“, indem sie Krypto-Nutzern ermöglicht, vertrauenswürdige Plattformen für den anonymen Krypto-Handel zu finden.

In diesem Zusammenhang heißt es, dass Kryptowährungen geschaffen wurden, um „die Menschen weniger abhängig von zentralen Organisationen zu machen, die unsere Wirtschaft kontrollieren“. Aufgrund der vielen geltenden Vorschriften in Sachen KYC (Informationseinhaltung) und AML (Geldwäschebekämpfung) würden sich die meisten Krypto-Handelsplattformen allerdings „genau wie Banken“ aufführen, was diesen Grundgedanken der Kryptowährungen ad absurdum führt.

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Flirt mit den Behörden: Libra holt sich Verstärkung

Eine Genehmigung von Libra ist bisher nicht in Sicht. Nun wirbt das Netzwerk hochrangige US-Behördenmitarbeiter ab.

Die Libra Association gibt sich noch nicht geschlagen. Nachdem Regierungen und Behörden weltweit gegen die den Stable Coin getrommelt hatten und Mark Zuckerberg bereits vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen musste, geht Libra neue Wege. Um den regulatorischen Anforderungen an eine Zulassung gerecht zu werden, holt sich das Konsortium nun neue Unterstützung. So stellt die Association mit Robert Werner den ehemaligen Chef des Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) ein. Beim FinCEN handelt es sich um eine US-Bundesbehörde, die sich der Anti-Geldwäsche- und -Terrorismus-Bekämpfung widmet.

Das Signal ist eindeutig: Libra will Bedenken über einen möglichen Missbrauch der Kryptowährung für kriminelle Zwecke ausräumen.

Aus 1.0 mach 2.0

Die Verpflichtung Werners steht ferner im direkten Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Facebook-Coins. Denn wie aus der deutlich überarbeiteten zweiten Version des White Papers hervorgeht, begibt sich Libra immer mehr auf Zentralbank-Linie. So will die Association anders als ursprünglich angekündigt, eine ganze Reihe verschiedener Stable Coins herausgeben. Gedeckt sind diese jeweils von nationalem Fiatgeld wie US-Dollar, Euro oder Yen. Ursprünglich plante man, nur einen einzigen Coin zu emittieren, der jedoch an einen Korb verschiedener Assets gebunden sein sollte.

Die Marschrichtung scheint klar: Libra arbeitet nicht wie anfangs gegen Behörden und Zentralbanken, sondern sucht die Kooperation. So könnte man Libra eigenen Angaben zufolge auch in ein mögliches System aus digitalem Zentralbankgeld integrieren. Im White Paper heißt es:

Unsere Hoffnung ist, dass CBDCs [Central Bank Digital Currencies, digitales Zentralbankgeld, Anm. d. Red.] direkt in das Libra-Netzwerk integriert werden könnten. Wir hoffen, dass das Libra-Zahlungssystem so nachgerüstet werden kann, um diese Innovationen [CBDCs] im öffentlichen Sektor zu unterstützen.

White Paper

Am Ende wird ein Zulassung allen voran von der Compliance mit KYC- und AML-Auflagen abhängen. Wie aus einem Tweetstorm des Libra-Gründers David Marcus hervorgeht, ist dieses Bewusstsein in der Chefetage angekommen.

[Libra wird] ein umfassendes System auf Netzwerkebene zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML), zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus (CFT) und zur Durchsetzung von Sanktionen [etablieren].

David Marcus

Bei Robert Werner handelt es sich freilich nicht um die einzige Neuverpflichtung. Anfang Mai gab die Association bereits bekannt, dass sie Stuart Levey, vormals Chefanwanlt bei der HSBC, zum CEO ernannt hatte.

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Schutz von Benutzerdaten: Kryptobörse Digitex stellt KYC-Maßnahmen ein

Einige globale Kryptowährungsbörsen weiten ihre Identitätsprüfungsmaßnahmen aus. Andere wiederum behaupten, dass Krypto-Plattformen überhaupt keine Identitätsprüfungen (KYC) benötigen würden.

Digitex, eine Börse für Krypto-Derivate auf den Seychellen, will diese Woche ihre KYC-Maßnahmen einstellen. Das ist eine Reaktion auf einen großen Benutzerdatenverlust, zu dem es letzten Monat kam.

Digitex: Ab April 2020 keine Identitätsprüfungen mehr

Adam Todd, der CEO von Digitex Futures Exchange, gab das in einer öffentlichen Videoerklärung am 4. März bekannt. In dieser erklärte er, dass Digitex ab April 2020 alle KYC-Identitätsprüfungsmaßnahmen auf seiner Plattform einstellen werde.

Der CEO von Digitex erläuterte, dass die Börse bereits diese Woche mit der Abschaffung von KYC-Maßnahmen beginnen werde:

„Ab Ende dieser Woche werden wir alle KYC-Identitätsprüfungen auf unserer Börse einstellen. Um Digitex-Token aus unserer Kasse zu kaufen, müssen Sie keine KYC-Maßnahmen durchführen. Und wenn wir im April das Mainnet lancieren, wird es keinerlei KYC-Anforderungen geben, um unsere Börse nutzen zu können.“

Digitex läuft derzeit in der Beta-Version, so dass Benutzer nur den firmeneigenen Token DGTX kaufen können. Am 27. April wird das Mainnet lanciert. Digitex will den Benutzern dann den freien Handel mit DGTX und Ether (ETH) sowie anderen Kryptowährungen ermöglichen, wie Todd gegenüber Cointelegraph erklärte. Er merkte an, dass die Börse Fiatwährungen nicht unterstützen werde.

Laut Todd sei die Einstellung der KYC-Maßnahmen die einzige Möglichkeit, um zu garantieren, dass Digitex keine persönlichen Dokumente mehr durchsickern lässt. Denn auf diese Weise habe die Plattform diese persönlichen Dokumente überhaupt nicht mehr.

Persönliche Daten von 8.000 Digitex-Benutzern gestohlen

Der Einstellung der KYC-Maßnahmen auf Digitex ging ein Diebstahl von Benutzerdaten bei der Börse voran. Dabei sickerten einige sensible Daten durch. Wie Cointelegraph am 29. Februar berichtete, wurde die undichte Stelle von einem Ex-Mitarbeiter von Digitex ausgenutzt. Dieser soll KYC-Dokumente, wie etwa Pass- und Führerschein-Scans von über 8.000 Digitex-Kunden gestohlen haben.

Es wurde berichtet, dass der sogenannte „Digileaker“ behauptete, er sei „kein Ex-Angestellter oder Auftragnehmer oder jemand aus der Vergangenheit von Adam oder Digitex“.

In einer öffentlichen Erklärung vom 2. März sagte Digitex, dass die Börse zunächst nur von einem Durchsickern von E-Mail-Daten gewusst habe. Es habe jedoch einen zweiten Angriff gegeben, bei dem schließlich sensible Daten durchgesickert seien, wie die Börse einräumte.

Ein Digitex-Sprecher erläuterte gegenüber Cointelegraph, dass persönliche Dokumente, wie etwa Passfotos und Identitätskarten, von mindestens fünf Personen durchgesickert seien. Der Täter behauptet, 8.000 Dokumente zu haben. Das konnte Digitex allerdings noch nicht feststellen, untersucht dies aber derzeit.

CEO von Digitex: Überwachung der einzig wahre Grund für KYC

Digitex deutete zuvor bereits eine mögliche Abschaffung der KYC-Maßnahmen an. Der CEO der Firma kritisierte in seiner neuen Erklärung das Konzept von KYC im Allgemeinen.

Laut Todd seien die Hauptargumente für KYC-Regeln, wie etwa Geldwäsche, „dumm“ und „lächerlich“. Der einzig wahre Grund für KYC-Maßnahmen sei, der „Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut“. Er sagte:

„Wir alle kennen den wahren Grund für KYC. Der wahre Grund für KYC ist: Der Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut. Er möchte wissen, wie viel Sie haben und was Sie damit machen. Ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, das mit jedem Menschen auf der Welt zu machen.“

Digitex hatte aus zwei Gründen versucht, KYC-Maßnahmen zu implementieren. Zum einen, um Geldwäsche zu bekämpfen und zum anderen um Kunden aus den USA auf der Plattform haben zu können, wie der Digitex-CEO erklärte. Laut Todd sei jedoch keiner dieser Gründe für Digitex es wert, wenn Benutzerdaten dadurch durchsickern.

Todd argumentierte, dass Benutzer keine Kryptowährungen, wie den ETH auf Digitex waschen würden, um den internationalen Terrorismus zu finanzieren. Er erklärte, dass solche Behauptungen „offensichtlicher Schwachsinn“ seien. Im Gespräch mit Cointelegraph betonte Todd, dass die Geldwäsche mit Krypto einem „winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat“ entspreche. Er erläuterte dazu:

„Jedes Jahr werden Fiatwährungen im Wert von zwei Billionen US-Dollar gewaschen. Das entspricht dem 10-fachen der Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammen. Geldwäsche mit Krypto entspricht nur einem winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat. Nach dieser Logik würde jedes Unternehmen, das Geld annimmt, ohne die Identität seiner Kunden zu prüfen, Terrorismus finanzieren. Wenn diese Person ein Konto bei einer anderen Kryptobörse, wie etwa Binance, hätte, würde es 5 Tage dauern, um etwa 100.000 US-Dollar abzuheben. Das heißt, wenn ein Terrorist noch mehr waschen wollte, kann er einfach ein neues Konto eröffnen.

„Alle unsere Kunden auf der ganzen Welt zu zwingen, zu beweisen, dass sie keine Amerikaner sind, ist unsinnig.“

Da die US-Regierung nicht wolle, dass US-Bürger mit Krypto über Digitex handeln, blockiere die Plattform bereits US-amerikanische IPs. Sie fordere die Nutzer auf, zu bestätigen, dass sie gemäß den Nutzungsbedingungen von Digitex nicht in den USA wohnen, so der CEO.

Die US-amerikanische IP-Sperre in Verbindung mit den Nutzungsbedingungen würde ausreichen, um US-Benutzer fern zu halten. Strenge KYC-Regeln gingen weiter, als sie sollten, so der CEO von Digitex. Er sagte:

„Ich glaube, das ist ein vernünftiger Weg, um sie fern zu halten. Ich glaube nicht, dass die US-Behörden das Recht haben, mir zu sagen, dass ich eine Identitätsprüfung bei jeder einzelnen Person auf der Welt, die meine Plattform nutzen will, durchführen muss, nur damit wir keine US-Bürger darauf bekommen. Das ist unsinnig. Ich glaube nicht, dass sie einen rechtmäßigen Präsidenten haben, der mich dazu zwingen könnte. Und ich werde das nicht tun.“

Im Gespräch mit Cointelegraph sagte Todd, wenn ein US-Nutzer entdeckt werde, der gegen diese Bedingungen verstößt, sperre die Börse sofort dessen Zugang zur Plattform und gebe diesem sieben Tage Zeit, sein Geld abzuheben.

Die Frage, ob Digitex erwarte, dass die Börse nach der Entfernung der KYC-Maßnahmen mehr Nutzer haben werde, bejahte Todd. Er erklärte, dass KYC-Maßnahmen für viele Menschen ein massives Hindernis für die Registrierung auf Kryptobörsen seien. Viele Menschen auf der ganzen Welt hätten nämlich überhaupt keine von der Regierung ausgestellten Ausweise. Er fuhr fort:

„KYC-Maßnahmen sind für viele Menschen eine riesige Barriere. Wir erwarten, dass Digitex durch die Beseitigung dieser Barriere viel mehr Nutzer anziehen wird. Wir stehen auch dazu, dass wir an das Recht auf Privatsphäre glauben. Wir öffnen unsere Börse allen Leuten auf der Welt. Damit hoffen wir, ein Produkt zu schaffen, das das Leben von Menschen verändern kann.“

Dass Digitex gegen Überwachung kämpft, deckt sich mit der zunehmenden Besorgnis über die Privatsphäre der Benutzer weltweit. Viele wichtige Leute aus der Branche drängen auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer im Internet. Ein leitender Angestellter der großen Blockchain- und Kryptoanalysefirma Chainalysis, die mit großen Bundesbehörden, wie der US-Steuerbehörde und dem FBI zusammenarbeitet, ist überzeugt, dass volle Transparenz nicht ideal für Krypto sei.

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Frankreich und Österreich entwickeln neues Blockchain-Forensik-Tool

Das französische Cybersicherheitsunternehmen Nigma Conseil und das Austrian Institute of Technology (AIT) haben bekannt gegeben, dass an der Entwicklung eines neuen Blockchain-Forensik-Tools zusammengearbeitet haben. Die Vereinbarung wurde am 25. Februar unterzeichnet. Dabei wurde vereinbart, dass die Organisationen gemeinsam an e-Nigma, einem geplanten Compliance-Tool, arbeiten sollen.

E-Nigma bietet seinen Anwendern die Möglichkeit, Sorgfaltsprüfungen durchzuführen und damit vorgeschriebene Identitätsprüfungs- (KYC)- und Anti-Geldwäsche-Maßnahmen (AML) einzuhalten. Wie andere Instrumente dieser Art, überwacht und verwaltet es Blockchain-Transaktionen.

Die Plattform bietet mehrere erweiterte Funktionen, wie etwa Risikobewertung und Wallet-Clustering. Es kann Adressen mit Identitäten aus dem wirklichen Leben identifizieren, indem es sowohl das gewöhnliche Internet als auch das Darknet durchkämmt. 

Es baut auf der Open-Source-Plattform für Kryptowährungsforensik von AIT namens GraphSense auf. Das AIT ist ein staatliches Forschungsinstitut aus Wien. 

Die Technologie wurde im Rahmen eines Programms von AIT namens TITANIUM entwickelt. Dieses soll Transaktionen in „Untergrundmärkten“ untersuchen. Das Programm erhielt von der Europäischen Union einen Zuschuss von 5 Mio. Euro, um Kryptowährungskriminalität einzudämmen.

Fabien Tabarly, der CEO von NIGMA Conseil, kommentierte die Zusammenarbeit: 

„Die Synergie zwischen einem führenden, europäischen, akademischen Forschungsinstitut und unserem Entwicklerteam hat maßgeblich dazu beigetragen, die innovativsten Instrumente zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im Bereich der virtuellen Währungen zu implementieren.

Blockchain-Forensik

E-Nigma ist in einem stark umkämpften Bereich tätig. Ähnliche Lösungen werden auch von Unternehmen, wie etwa Chainalysis, Elliptic und CipherTrace, angeboten. 

Da die Regulierungen zur Bekämpfung von Geldwäsche auf der ganzen Welt immer strenger werden, greifen viele Unternehmen im Bereich Kryptowährung und aus den traditionellen Finanzsektoren auf Blockchain-Forensik-Werkzeuge zurück. 

Chainalysis hat vor kurzem eine Zusammenarbeit mit Bitfinex und Tether angekündigt. Der Dienstleister will diesen bei der Einhaltung der Vorschriften unterstützen.

Elliptic hat sich auf Banken konzentriert. Ein Compliance-Tool soll diesen das wahre Risiko von Kryptowährungstransaktionen verständlich machen.

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DeFi-Protokolle: Diese Branchen setzen bereits 2020 auf dezentrale Finanzanwendungen

Im gerade angebrochenen neuen Jahrzent steht dem globalen Finanzsystem große Veränderungen bevor. An vorderster Front dürften dabei dezentralisierte Finanzprotokolle ein wichtige Rolle spielen.

Dezentralisierte Finanzen, oder DeFi, bezieht sich auf einer Blockchain basierende Finanzsoftware, die es für jedermann einfach macht, digitale Vermögenswerte und intelligente Finanzverträge zusammenzustellen. Man kann sich DeFi wie eine Art Lego-System für die Finanzindustrie vorstellen.

Laut Defi Pulse, einer Analyse-Website, die das Wachstum dieses Sektors verfolgt, erreichte das gesamte DeFi-Ökosystem im Juni 2019 mit einem Wert von über 600 Millionen US-Dollar. Der Wert aller im DeFi-Ökosystem enthaltenen Werte verdoppelte sich bis zu Beginn von 2020 auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Das Potenzial der DeFi-Protokolle

Vorfälle wie die globale Finanzkrise von 2008 zeigen schwerwiegende Schwächen des traditionellen globalen Finanzsystems auf. DeFi zeichnet sich als eine praktische Lösung ab, die dem traditionellen Finanzsektor in eine neue Zukunft führen könnte.

DeFi könnte sogar über den Finanzsektor hinaus die Innovationskraft und die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen auf vielfältige Art und Weise steigern. Mit der Ausweitung der DeFi-Anwendungen auf verschiedene Sektoren und Branchen fließen immer mehr Investitionen in das DeFi-Ökosystem.

Das DeFi-Ökosystem, welches Ende 2018 mit der Einführung von MakerDAO seinen Anfang nahm, wird primär von Protokollen auf der Basis von Ethereum dominiert. Mit zunehmender Reife und Liquidität des Sektors zeichnet sich jedoch eine größere Vielfalt ab.

Von dezentralisierten Kredit- und Darlehenssystemen über Prognosemärkte bis hin zur Vermögensverwaltung sorgen neue DeFi-Anwendungen im Mainstream-Bereich durch das Versprechen höherer Effizienz zunehmend für Aufsehen. Angesichts des zunehmenden Wachstums von DeFi-Lösungen, die gleichzeitig die finanzielle Integration und das Empowerment fördern, möchten wir hier einen Blick auf die Branchenwerfen, in denen DeFi bereits im Jahr 2020 floriert. 

Prognose-Märkte

Prognosemärkte entstehen zum Nutzen von Analysten, Spekulanten und Händlern, die auf zukünftige Ereignisse wetten wollen. Ihr Hauptzweck besteht darin, Marktteilnehmern Ereignisse vorhersagen, welche diese ausnutzen wollen. Diese Vorhersagen reichen von Kursdurchschnitten über vierteljährlich erscheinende Berichte eines bestimmten Unternehmens bis hin zu Wahlergebnissen und sogar Rohstoffpreisen.

Eines der Unternehmen, welches die Ethereum-Blockchain zur Dezentralisierung nutzt, ist Veil. Ihr System baut auf Augur (Ethereums führendes Prognosemarkt-Protokoll) auf und ermöglicht es jedem, eigene Prognosen zu erstellen, Berichte zu verfassen und mit diesen zu handeln.

Ob in der Politik, im Finanzwesen, im Sport oder bei weltweiten Ereignissen – der auf Augur basierende Vorhersagemarkt kann das Auftreten von Echtzeit-Ereignissen einschätzen und gleichzeitig eine vertrauenswürdige Kommunikation und Wettabwicklung in einem dezentralisierten Netzwerk gewährleisten.

Ein weiteres Unternehmen, das bei der Ermöglichung einer dezentralen Finanzierung auf dem Prognosemarkt an vorderster Front steht, ist Gnosis. Mit Gnosis kann jeder individuelle Prognoseanwendungen mit Hilfe von konditionalen Tokens erstellen, die es gestatten, das Ergebnis eines Ereignisses zu traden.

Digitale Wallets und Vermögensverwaltung

Wenn Blockchain das Internet wäre, wären digitale Wallets das Äquivalent zu Browsern. Einfach ausgedrückt: Digitale Wallets dienen als Tor zur Blockchain. Alle Interaktionen mit der Blockchain auf digitalen Wallets durchgeführt. Es ist eine Herausforderung, bei der Entwicklung digitaler Wallets ein Gleichgewicht zwischen Einfachheit und Sicherheit zu finden.

Die Verwaltung digitaler Wallets erfordert außerdem eine genaue Kenntnis der privaten und öffentlichen Schlüssel, da eine falsche Handhabung dieser Schlüssel zu irreversiblen Verlusten des Walletinhalts führen kann. Die dabei existierende steile Lernkurve – ganz zu schweigen von der technischen Diskussion über Hot- und Cold-Wallets – geht meist über die Köpfe der meisten Menschen hinweg.

Für die Massenadoption stellten diese Aspekte ein Hindernis dar. DeFi-Tools können hier zur Vereinfachung des Asset-Managements in digitalen Wallets eingesetzt werden.

MetaMask ist ein gutes Beispiel dafür, wie dies möglich ist. Das Unternehmen hat eine Plattform geschaffen, die Interaktionen mit verteilten Netzwerken über einen einfachen Browser ermöglicht. Das bedeutet, dass eine dezentrale Anwendung von Ethereum auf einem Browser ausgeführt werden kann, ohne dass der gesamte Ethereum-Knoten verwendet werden muss. Benutzer können in nur 30 Sekunden eine Wallet in ihrem Browser öffnen, ohne dabei persönliche Daten preiszugeben. 

Balance – ein Unternehmen, welches die Wallet von Ethereum entwickelte und an der Entwicklung einer einfachen, benutzerfreundlichen Schnittstelle für ein Open-Source-Finanzsystem arbeitet – leistet in diesem Sektor ebenfals Pionierarbeit. Argent hat Sicherheit und Bedienung dadurch verbessert, dass es Benutzern die volle Kontrolle über ihre Wallets ermöglicht. Diese können zudem leicht lesbare Walletadressen wählen, im Gegensatz zu den komplexen kryptographischen Texten, die in den meisten digitalen Wallets zu finden sind.

Eine weitere Anwendung, welche einer dezentralisierten Bank nahe kommt, ist Zerion. Das dahinterstehende Unternehmen hat eine einfache Benutzerschnittstelle mit Unterstützung für mehrere Brieftaschen geschaffen, mit einer einer detaillierten Transaktionsliste der DeFi-Investitionen der Benutzer.

Versicherungen

Die Verwaltung einer digitalen Wallet kann sich für die meisten Menschen als kompliziert erweisen. Ein Benutzer kann nicht nur seine Krypto-Gelder durch Hacks oder das Verlegen eines privaten Schlüssels verlieren. Auch das bloße Versenden von Kryptowährungen an eine falsche Adresse stellt eine Gefahr eines irreversiblen Verlustes von Krypto-Geldern dar.

Eine DeFi-Versicherung ist ein sicherer Weg, um den Benutzern eine dezentrale Erfahrung zu bieten, die gleichzeitig dem Angebot traditioneller Unternehmen in diesem Sektor ähnelt. DeFi-Versicherungsprotokolle wie Etherisc können verwendet werden, um gemeinsam Lösungen für den Risikotransfer aufzubauen.

Mit Etherisc wird immer dann, wenn bestimmte Bedingungen aufgrund von beispiellosen Wetterkatastrophen, Flugverspätungen oder Hackerangriffen erfüllt sind, ein Smart Contract ausgeführt, um unverzüglich Auszahlungen vorzunehmen. Nexus Mutual setzt auch eine DeFi-Versicherung ein, aber anstatt nur risikoreiche Ereignisse abzudecken, sichert sie die Nutzer gegen das Scheitern von Smart Contracts ab.

Durch Pooling der Gelder von mehreren Personen in einem Smart Contract können diese sich die Risiken teilen. Die Notwendigkeit einer zwischengeschalteten Versicherungsgesellschaft entfällt dabei. Auf diese Weise macht die DeFi auch die Auszahlungen der Versicherungen kosteneffizienter.

Identität und KYC

In einer digitalen Welt stellen persönliche Daten die wichtigsten Daten dar. In einer Zeit, in der diese Daten zunehmend als das neue Geld bezeichnet werden, gibt es jedoch immer weniger Privatsphäre.

Mehrere Online-Geschäfte wie Austauschplattformen und sogar Social-Media-Unternehmen fragen ihre Nutzer nach ihrem Reisepass und nationalen Ausweisdokumenten, um die Nationalität oder Adresse zur Überprüfung zu nutzen. Den meisten Menschen ist nicht bekannt, dass persönliche Daten, die von den meisten zentralisierten Institutionen gespeichert werden, leicht gestohlen und an Dritte verkauft werden können, insbesondere wenn die Benutzer schwache Passwörter einsetzen.

Dezentralisierte Identifikatoren lösen dieses Problem, indem sie es den Benutzern ermöglichen, ihre Daten selbst zu bearbeiten und zu verwalten. Die durch eine zentrale Speicherung von persönlichen Daten entstehenden Risiken werden dadurch reduziert. Selfkey bietet beispielsweise dezentralisierte Identifikatoren, die nicht nur die Notwendigkeit zentraler Behörden beseitigen, sondern Benutzern auch die Selbstverwaltung über ihre Daten ermöglichen. Anstatt bei der Interaktion mit Online-Plattformen zu viele persönliche Daten preiszugeben, können Selfkey-Benutzer selektiv auswählen, welche Daten während der Authentifizierungsprozesse offengelegt werden sollen.

Andere Unternehmen, die Tools für den Online-Datenschutz entwickeln, sind Civic, ein Anbieter von Brieftaschen für die sichere Verwaltung von Krypto- und persönlichen Daten, Telegram Passport, das eine einheitliche Autorisierung für die Online-Identitätsprüfung durch die Entwickler des Telegram Messenger und des Telegram Open Network bietet, und uPort, ein Unternehmen, das sich auf die Schaffung eines skalierbaren und sicheren Datenaustauschs konzentriert.

Märkte für Freiberufler und Zahlungen

Freiberufliche Arbeit und die sogenannte Gig-Economy wird von vielen als die Zukunft der Arbeit angesehen. Auch wenn die Zahl der Freiberufler in der modernen Arbeitswelt weiter zunimmt, bleibt das Thema Bezahlung eine der größten Herausforderungen.

Von verspäteten Zahlungen bis hin zu hohen Gebühren von Drittanbietern sind freiberufliche Mitarbeiter aufgrund einer schlechten Zahlungsstruktur meist gezwungen, von einer Plattform zur anderen zu wechseln. Mittels dezentraler Finanzierung können intelligente Verträge dazu genutzt werden, die Zahlung für geleistete Arbeit zu gewährleisten.

Da Krypto-Zahlungen sofort und global erfolgen, kann die Gig-Wirtschaft damit Drittanbieter loswerden, welche meist hohe Gebühren verlangen. Gitcoin ist eines der Unternehmen, die als Pioniere der DeFi im Bereich der freien Mitarbeiter und des Zahlungsverkehrs einen Marktplatz für die Open-Source-Entwicklung bieten. Sobald ein Open-Source-Projekt abgeschlossen ist, werden Gelder von den Nutzern des Produkts an Entwickler weitergeleitet, die zum Open-Source-Projekt beigetragen haben.

Ethlance erleichtert mit kostnelosem Zugang und Gratis-Nutzung seiner autonomen Plattform, welche Freelancer mit Arbeitgebern verbindet deren Alltag. Freiberufler können auch Dienstleistungen wie das Ink-Protokoll nutzen, um Zugang zu einem dezentralisierten Zahlungssystem zu erhalten, welches in jeden Marktplatz integriert werden kann. Die Plattform ermöglicht Peer-to-Peer-Transaktionen mit einem Reputationssystem, das zur Nutzung auf mehreren Marktplätzen importiert oder exportiert werden kann.

DeFi entwickelt sich vielversprechend

Aktuell im globalen Finanzsystem existierende Ineffizienzen, können durch DeFi-Tools elegant gelöst werden. Man kann damit Cyberkriminalität bekämpfen, die Liquidität erhöhen und gleichzeitig die Kosten senken. Darüber hinaus sind die DeFi-Protokolle in der Lage, allen Menschen unabhängig von ihrem Status oder Standort Zugang zu hochwertigen Finanzdienstleistungen zu verschaffen.

Der Anteil von für DeFi-Anwendungeng genutzte Teil von Ethereum nimmt laut Marktanalysen zu, auch wenn sich der ETH-Kurs seit dem letzten Höchststand im Juni 2019 deutlich reduziert hat. Crypto Wolf, ein auf Twitter basierender Analyst, glaubt, dass der Preis von Ethereum dem wachsenden Trend der DeFi-Anwendung in einer parabolischen Kurve folgen wird.

Trotz des raschen Wachstums von DeFi-Anwendungen bleibt jedoch abzuwarten ob die Blockchain selbst – bislang der Baustein für DeFi-Anwendungen – in der Lage sein wird, den transaktionalen Anforderungen der Mainstream-Öffentlichkeit gerecht zu werden.

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Australien: Börse bekommt Konkurrenz um Blockchain-Aktien

NSX Limited, der Betreiber der australischen Börse National Stock Exchange of Australia (NSXA), arbeitet an einem gemeinsamen Blockchain-Projekt, das eine Abwicklung noch am selben Tag ermöglichen soll.

Laut einer Ankündigung vom 20. Februar hat NSX eine Partnerschaft mit iSignthis (ISX) geschlossen. Das ist eine börsennotierte Firma, die sich auf die Zahlungsauthentifizierung spezialisiert hat. Im Rahmen von dieser Partnerschaft soll ein neues Unternehmen gegründet werden, das „Echtzeit- und taggleiches Clearing von Aktiengeschäften über mehrere Börsen hinweg und in mehreren Währungen“ anbieten soll.

CHESS bekommt mit DESS neuen Konkurrenten

Das neue Unternehmen namens ClearPay soll eine Plattform für die Lieferung gegen Zahlung (DvP) entwickeln. Diese soll das bestehende Clearing- und Abwicklungssystem ersetzen, das derzeit von traditionellen in- und ausländischen Börsen angeboten wird.

Mittels der Distributed-Ledger-Technologie will ClearPay die Abwicklungszeit von drei Tagen auf den gleichen oder früh am nächsten Tag reduzieren. Außerdem soll dabei auch ein offenes, Blockchain-Subregistrierungssystem entwickelt werden.

Laut der offiziellen Ankündigung wird das Digital Exchange Subregister System (DESS) von ClearPay im Wesentlichen mit Australiens erster Blockchain-Subregistrierungsplattform namens Clearing House Electronic Subregister System (CHESS) konkurrieren. CHESS wurde im Jahr 2017 von der australischen Wertpapierbörse eingeführt und ist aufgrund seines Monopols auf dem Markt offenbar zu einem Grund für Besorgnis geworden.

iSignthis stellt ClearPay KYC-Fachwissen zur Verfügung

NSX wird zunächst 3,2 Mio. US-Dollar für eine 41-Prozent-Beteiligung an ClearPay investieren. iSignthis wird zunächst eine 59-Prozent-Beteiligung halten. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird iSignthis geistiges Eigentum beisteuern. Die Tochtergesellschaft Probanx Solutions entwirft gegen eine Gebühr die DvP-Plattform und wird diese in die Plattformen Paydentity und ISXPay integrieren.

John Karantzis, der Geschäftsführer und CEO bei ISX, der auch als CEO von ClearPay tätig sein wird, erläuterte, dass iSignthis seine Zahlungs- und Identitätsprüfungsdienste einbringen werde, da diese die Fachgebiete des Unternehmens seien. Karantzis betonte auch, dass das neue Unternehmen einen Wettbewerb in den australischen Markt bringen werde:

„Es ist sehr aufregend für uns, dass das Joint Venture ClearPay einen echten Wettbewerb in das australische Ökosystem für Bargeldaktien bringen wird. iSignthis bietet der NSXA eine inhärente Hochtechnologie, einschließlich seiner umfangreichen Zahlungs- und Identitätsprüfungsdienste ISXPay und Paydentity.“

Regulierungsbedingungen für ClearPay

Außerdem wird die Plattform DvP zunächst nach dem DvP-Modell 1 arbeiten. Das ist ein Wertpapierabwicklungsmechanismus, der von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich angeboten wird. ClearPay will sich nicht um eine Lizenz als Clearing- und Abrechnungseinrichtung bewerben, da die Produkte, die die NSXA für ClearPay anbietet, der Identifizierung und Überprüfung durch die Gegenpartei über Paydentity unterliegen. Ein öffentliches Order- und Abrechnungsbuch bildet dabei die so genannte „Lit Exchange“.

Wie Cointelegraph im Oktober 2019 berichtete, hat die australische Tochtergesellschaft des Marktbetreibers Chi-X die Wettbewerbsbehörde des Landes gebeten, die Auswirkungen des CHESS-Systems der australischen Wertpapierbörse auf die Handelsaktivitäten zu untersuchen.

Kurz zuvor hat die australische Regierung am 7. Februar begonnen, ihre nationale Blockchain-Strategie umzusetzen, die sie etwa ein Jahr lang vorbereitet hatte.

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Wells Fargo: Beteiligung an Serie-B-Finanzierungsrunde von Elliptic

Wells Fargo Strategic Capital, der Risikokapitalzweig der viertgrößten Bank der USA, steuert 5 Mio. US-Dollar zur Finanzierungsrunde der Serie B von Elliptic bei. Laut einer Pressemitteilung vom 13. Februar soll die Investition dem Unternehmen dabei helfen, Produkte für große Finanzinstitute zu entwickeln.

Mit der jüngsten Investition konnte Elliptic bei seiner Serie B mehr als 28 Mio. US-Dollar aufbringen. Unter den Investoren sind etwa die SBI Group aus Japan und Santander InnoVentures, eine Investment-Filiale der spanischen Bank. 

Das zusätzlichen Kapital dient dem Zweck, die Expansion von Elliptic in Asien voranzutreiben. Darüber hinaus hofft das Unternehmen, die Entwicklung seiner Compliance-Lösung für Banken namens Elliptic Discovery zu beschleunigen.

Das System ermöglicht Banken risikoreiche Kunden, die mit Kryptowährungsbörsen handeln, korrekt zu identifizieren. Es enthält detaillierte Profile für mehr als 200 Börsen, die nähere Daten über den Grad der Einhaltung von Vorschriften für jede einzelne Börse liefern. Das könnte dazu beitragen, wahllose Gegenmaßnahmen zu verhindern, die sogar gegen legitime Börsen unternommen werden.

Globaler Fokus auf Geldwäsche

Im vergangenen Jahr haben viele Regierungen rund um den Globus wichtige Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche ergriffen.

Im Juni gab die Regulierungsbehörde FATF einen globalen Regulierungsrahmen heraus, der Richtlinien für Krypto-Vermögenswerte enthält. Die Behörde konzentrierte sich auf Geldwäscherisiken und ordnete unter anderem verstärkte Identitätskontrollen an.

Die Europäische Union hat im Jahr 2019 die fünfte Version ihrer Anti-Geldwäscherichtlinie (5AMLD) vorgelegt und im Jahr 2020 in Kraft gesetzt. Die Vorschriften sehen vor, dass alle Mitgliedsländer die Verfahren zur Bekämpfung von Geldwäsche umsetzen. Diese umfassen eine klare Identifizierung und einen Aktivitätsfragebogen. Die Richtlinie sprach explizit die Anbieter von Kryptowährungsdienstleistungen an.

In den USA erklärte der FinCEN-Leiter, dass Börsen und Anbieter von Stablecoins sich an die AML-Regelung halten müssen.

Cointelegraph fragte Elliptic nach einem Kommentar, erhielt aber keine unmittelbare Antwort.

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