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Wirtschaftsprofessor: „Facebook Libra wird niemals das Licht der Welt erblicken“

Barry Eichengreen, ein Wirtschaftsprofessor der renommierten amerikanischen Universität Berkeley, ist der Meinung, dass die geplante Facebook Kryptowährung Libra vor zu vielen „unlösbaren“ Problemen steht und zu viel Gegenwind von den Regierungen bekommt, um jemals auf den Markt zu kommen.

„Libra ist eine interessante Idee, die niemals das Licht der Welt erblicken wird“, wie er dementsprechend am 10. Juli im Rahmen der Unitize Online-Konferenz prognostizierte.

Eichengreen begründet seine Skepsis mit der Feststellung, dass die Herausgeber sogenannter Stablecoins, also von Kryptowährungen, die durch die Anbindung an eine Landeswährung die namensgebende (Wert-)Stabilität erhalten, nur begrenzte Kenntnisse im Bereich der Geldökonomie haben. Seine eigene Expertise habe deshalb „zu einer Reihe von Mittagessen in noblen Restaurants in San Francisco“ geführt, bei denen er mit den Gründern und Geldgebern geplanter Stablecoin-Projekte zusammensaß.

„Meine Schlussfolgerung war, dass meine Tischnachbarn zwar alles über Blockchain wussten, aber nicht viel über Geldwirtschaft“, so Eichengreen. Dabei betont er, dass ihnen deshalb unklar war, dass es in der Vergangenheit spekulative Attacken auf Währungen gab, die an fixe Wechselkurse angebunden sind.

So erklärt Eichengreen:

„Stablecoins sind entweder zerbrechlich und anfällig für Angriffe, wenn sie nur zum Teil an Währungen wie den US-Dollar angebunden bzw. von diesen gedeckt sind, oder sie sind viel zu teuer in der Skalierung, wenn sie tatsächlich vollumfänglich durch Vermögen in Form einer Währung gedeckt sind.“

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Regulierungs-ECHO: Libra Libra hält Gesetzgeber in seinem Bann

In diesem Jahr feiert Facebooks Libra Asocciation ihren ersten Geburtstag. Gestalt angenommen hat dessen umstrittenes Währungsprojekt bisweilen noch nicht. Und auch ob der Stable Coin jemals das Licht der Welt erblickt, ist aufgrund des öffentlichen Gegenwindes ungewiss. Dennoch bleibt ein unheimlicher Schatten, der die Gesetzgeber in seinem Bann hält. Ob bei der Regulierung globaler Stable Coins oder der möglichen EInführung eigener Zentralbankwährungen – Regierungen und Behörden richten ihren Blick dank Libra weiterhin aufs Digitale.

Willkommen zum Regulierungs-ECHO. Das Wichtigste der vergangenen Woche zum Thema Regulierung rund um das Bitcoin-Ökosystem.

Basta! – Italiens Banken fordern programmierbaren Euro

Nicht nur der deutsche Bankenverband hält einen eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC) für unabdingbar. Ein Jahr nach dem um den Globus hallenden Weckruf des Facebook-Projekts Libra erheben sich nun immer mehr Regierungen, Zentralbanken und Verbände aus dem lange andauernden Schlaf. Dabei lautet das Echo heute von vielerlei Seite: Eine CBDC muss her, und sei es nur, um dem Facebook-Coin Paroli zu bieten. Der italienische Bankenverband (ABI) hat nun ein eigenes Positionspapier zu Krypto-Assets und der Möglichkeit eines programmierbaren Euros veröffentlicht. Darin mahnen die Banken, im Umgang mit Kryptowährungen den geltenden europäischen Gesetzesrahmen einzuhalten. Gegenüber Digitalwährungen räumt die ABI dabei gleichzeitig ein „revolutionäres“ Potenzial ein. Damit mehren sich die Stimmen, die für einen digitalen Euro plädieren.

Schwedische Riksbank untersucht E-Krone

Einen Schritt weiter als die Eurozone scheint die schwedische Riksbank. Im vergangenen Jahr hatte die Behörde angekündigt, einen CBDC-Piloten auf den Weg bringen zu wollen. In einem umfassenden Bericht hat die Notenbank nun unterschiedliche Szenarien für die Einführung der E-Krone beleuchtet. Das abwägenden Ergebnis wird Krypto-Enthusiasten jedoch kaum hinter dem Ofen hervorholen. So schließt die Behörde, alle Modelle hätten Vor- und Nachteile. Eine tatsächliche Umsetzung und Einführung der E-Krone scheint das Land zudem vorerst nicht zu planen.

Stable-Coin-Experiment: Fed simuliert Libra – und gibt Entwarnung

Wer in die Schlagzeilen der Berichterstattung rund um Libra schaut, merkt schnell: Besonders zu Beginn schien das Projekt für Politik und Regulatoren ein regelrechtes Schreckgespenst zu sein. In Interviews und Gastbeiträgen feuerte man aus allen Rohren gegen Facebook, um das staatliche Geldmonopol zu schützen. Entgegen dieses kritischen Echos gibt die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) nun jedoch Entwarnung. Im Zuge eines Experimentes modellierte die Behörde die möglichen Auswirkungen von synthetischen Stable Coins wie Libra. Ihr Fazit könnte manchen Kritiker aufatmen lassen. So heißt es dort, die Furcht vor einem so genannten globalen Stable Coin, der an die Stelle der heimischen Staatswährungen tritt, sei „übertrieben“. Sowohl für Konsumenten als auch für Händler fehlten derzeit die Anreize, Libra oder eine ähnliche Privatwährung zu nutzen.

SEC – Gericht begrenzt Befugnisse der US-Börsenaufsicht

Die US-Wertpapierbehörde SEC, unter deren Aufsicht viele Anbieter von Bitcoin und Co. in den USA fallen, musste in der vergangenen Woche indes einen Rückschlag hinnehmen. Eigentlich ist die SEC für ihr hartes Vorgehen gegen Krypto- und Blockchainfirmen bekannt. Nun befand der oberste Gerichtshof der USA über eine Deckelung der Strafgelder. Künftig dürfen die Strafen der Behörde die Gewinne aus den illegalen Handlungen der Angeklagten nicht mehr übersteigen. Legitime Geschäftsausgaben mutmaßlicher Missetäter bleiben damit künftig von Strafen unangetastet. Die harte Hand der SEC bekommt zur Stunde vor allem Telegram zu spüren: Weil der Messenger die Meldepflichten seines ICO-Versuchs verletzt hatte, muss das Unternehmen 1,2 Milliarden US-Dollar zurückzahlen.

Geldwäsche-Vorschriften: Britische Finanzaufsicht mahnt Krypto-Firmen, sich vor Ende Juni zu registrieren

Um etwaige Betrugsversuche von Anfang an in die Schranken zu weisen, will die britische Finanzaufsicht FCA ab dem kommenden Jahr künftig strenge Anti-Geldwäschemaßnahmen und Know-Your-Customer-Auflagen durchsetzen. Nun mahnt die Behörde Krypto-Unternehmen mit einer letzten Warnfrist: Bis zum 30. Juni müssten diese die notwendigen Unterlagen bei der Aufsichtsbehörde eingereicht haben. Grund der plötzlichen Eile: Man brauche mehr als ein halbes Jahr, um die Anträge zu bearbeiten. Krypto-Unternehmen, die sich bis zum 10. Januar 2021 nicht erfolgreich bei der FCA registriert haben, müssen alsbald alle geschäftlichen Aktivitäten in Großbritannien einstellen.

Konjunkturprogramm – Eine Milliarde gegen Covid: Nanjing verteilt Blockchain-Gutscheine

Dass Blockchain von staatlicher Seite mehr sein kann als Bitcoin und CBDC, beweist die Volksrepublik China derweil um ein weiteres. Als Leuchtturmprojekt nutzt die chinesische Stadt Nanjing nun die Distributed-Ledger-Technologie bei der Ausgabe von Verbrauchergutscheinen. Diese sind Teil eines Konjunkturprogramms, um die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie abzufangen und den Konsum anzukurbeln. Nanjing ist die Hauptstadt der Provinz Jiangsu im Osten Chinas und damit eine der wirtschaftlich stärksten Provinzen des Landes. Insgesamt sollen hier mehr als eine MIlliarde US-Dollar über die Blockchain verteilt werden.

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Fed simuliert Libra-ähnlichen Stable Coin – und gibt Entwarnung

Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in einer Forschungsarbeit die möglichen Auswirkungen von synthetischen Stable Coins wie dem geplanten Facebook Coin Libra beleuchtet.

Vor ziemlich genau einem Jahr schockierte Facebook Finanzregulatoren auf der ganzen Welt mit seiner Ankündigung von Libra. Namentlich die Vertreter von Zentralbanken sahen und sehen in Libra eine Bedrohung für die weltweite Finanzmarktstabilität. Von einem „Weckruf“ für die Zentralbanken war die Rede. Die US-amerikanische Notenbank Fed hat nun untersucht, ob Stable Coins wie Libra, die durch ihre Bindung an einen Währungskorb einen stabilen Wechselkurs behalten sollen, tatsächlich zu einem bösen Erwachen für die Zentralbanken führen können – und gibt Entwarnung.

Die Fed modelliert in ihrer Studie eine Art Libra light, die in einem stark vereinfachten ökonomischen Modell eingesetzt wird. In diesem gibt es nur zwei Länder, wobei der Währungskorb des hypothetischen Stable Coins sich aus den beiden Landeswährungen zusammensetzt. Die Fed hat untersucht, inwieweit ökonomische Schocks einen Einfluss auf die Nachfrage nach Stable Coins auf Basis eines Währungskorbs haben. Dabei geht es um die Folgen für die Stabilität der einzelnen Landeswährungen sowie die Frage, ob „Korbwährungen“ bei ökonomischen Schocks einen Mehrwert oder gar eine Gefahr für den weltweiten Wohlstand darstellen können.

Mehr Wohlstand durch Stable Coins – nur unter Idealbedingungen

Das Urteil der Fed fällt ambivalent aus. Einerseits attestiert die Notenbank Korbwährungen das Potenzial, martkbedingte Kursschwankungen der einzelnen Landeswährungen zu kompensieren. Allerdings verschwindet dieser stabilisierende Effekt, wenn die Korbwährung ihrerseits Kursschwankungen unterliegt. Dreh- und Angelpunkt bilde vielmehr die Akzeptanz der Währung auf der Händlerseite. Unter Idealbedingungen räumt die Fed Libra sogar einen Vorteil gegenüber einer US-Dollar-gekoppelten Wirtschaft ein:

Wir stellen fest, dass Wohlstandszuwächse in der Größenordnung von 2 Prozent des [Bruttoinlandprodukts] liegen können, wenn man von einer „dollarisierten“ globalen Wirtschaft zu einer Wirtschaft übergeht, in der der Korb weltweit akzeptiert wird, obwohl wir betonen, dass dies unter großzügigen Annahmen hinsichtlich der Akzeptanz des Korbes und seiner anderen Merkmale geschieht.


Die Fed kommt zu dem Schluss, dass globale Stable Coin Projekte prinzipiell einen positiven Effekt auf den globalen Wohlstand haben könnte. Allerdings fehlten sowohl für Konsumenten als auch für Händler Anreize, einen Libra-Verschnitt zu adaptieren.

Selbst bei optimaler Korbgewichtung macht die Nachfrage der Käufer nach der Korbwährung in allen von uns betrachteten Szenarien nur einen kleinen Bruchteil der weltweiten Währungsbestände aus. Da die Bestände [des Korbes] gering sind, sind auch die mit dem Währungskorb finanzierten Käufe gering. Dies wiederum bedeutet, dass die Gewinne der Verkäufer […] gering sind.

Libra wohl keine Gefahr für Landeswährungen

Das verleitet die Fed letztlich dazu, Entwarnung zu geben. Befürchtungen in Richtung einer möglichen Verdrängung von Landeswährungen durch einen Stable Coin halten die Verfasser der Analyse für „übertrieben“:

Trotz potenzieller Verbesserungen für den Wohlstand senkt der geringe Bedarf nach der Korbwährung seitens der Käufer die Anreize für die Verkäufer ein, in die Akzeptanz der Korbwährung zu investieren […] Das deutet darauf hin, dass die Furcht vor einem so genannten globalen Stable Coin, der an die Stelle der heimischen Staatswährungen tritt, übertrieben sein könnte,

konstatieren Autoren der Studie, deren letzte Aktualisierung Mitte Mai erfolgte.

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„Irreparable Schäden“: Brasilien blockiert WhatsApp Pay

WhatsApp Pay ist in Brasilien nicht länger verfügbar. Der Zahldienst der Facebook-Tochter wurde von der Zentralbank vorerst eingeschränkt.

WhatsApp Pay wurde in Brasilien blockiert. Die Zentralbank hat Mastercard und Visa in Abstimmung mit dem wirtschaftlichen Verwaltungsrat des Landes (Conselho Administrativo de Defesa Econômica, CADE) dazu angewiesen, alle Überweisungen, die über WhatsApp laufen, zu blockieren.

CADE fürchtet irreparable Schäden

Wie es in der offiziellen Mitteilung von CADE heißt, wolle man mit dem vorläufigen Verbot von WhatsApp Pay in Brasilien „potentielle Wettbewerbsrisiken“ mindern. Dahingehend wurde die Partnerschaft zwischen Facebook und Cielo, dem größten Kredit- und Debitkartenbetreiber in Brasilien, ausgesetzt.

Wie die Behörde weiter mitteilt, habe es die Situation eingängig untersucht und sei zu dem Schluß gekommen, dass WhatsApp Pay den Wettbewerb im Zahlungsverkehr verzerren könnte. Schließlich handelt es sich bei Brasilien um das Land mit der weltweit zweitgrößten Nutzerbasis des Messaging-Dienstes. Die Integration von WhatsApp Pay würde dem Unternehmen direkt 120 Millionen potentielle Kunden bringen.

Trotz der anfänglichen Phase der Berechnung dieses Vorgangs bestehen potenziell erhebliche Wettbewerbsrisiken, die durch die Intervention dieses Verwaltungsrats gemindert oder vermieden werden sollten, da die Auswirkungen von dem betreffenden Vorgang herrühren und irreparable oder schwer rückgängig zu machende Schäden auf den betroffenen Märkten verursachen können. Obwohl es keine Gewissheit über die Auswirkungen gibt, sollten aufgrund der Sorgfaltspflicht Maßnahmen ergriffen werden, um die Gemeinschaft vor möglichen negativen Auswirkungen zu schützen,

schließt der Bericht.

Was ist WhatsApp Pay?

WhatsApp Pay verbindet den Messaging-Dienst des Unternehmens mit einer Bezahlfunktion. So soll es möglich sein, über die App direkt Zahlungen zu versenden. Diese Möglichkeit wurde am 15. Juni erstmals in Brasilien und Indien implementiert. Für die nötige Liquidität sorgt die Option, den Messaging-Dienst mit der eigenen Kreditkarte zu verbinden. Damit stellt WhatsApp Pay eine Art Smartphone-Mittelsmann dar, der die Verbindung zwischen Bankkonto und Händler bereitstellt.

WhatsApp Pay, Facebook und der internationale Zahlungsverkehr

Mit WhatsApp Pay handelt es sich um einen weiteren Versuch, mit dem sich der Facebook-Konzern in den internationalen Zahlungsverkehr einbringen will. So arbeitet die Libra Association bereits seit vergangenem Jahr daran, eine eigene Kryptowährung zu lancieren. Libra ist als Stable Coin konzipiert, der in verschiedenen Ausführungen daher kommt und die Gegenwerte von verschiedenen Fiatwährungen abbilden soll. Während sich Zuckerberg davon hohe Gewinne verspricht, hat die Verschmelzung eines privaten Unternehmens mit einer internationalen Währung bei Regulierungsbehörden weltweit Stirnrunzeln hervorgerufen. Trotz zahlreicher Kursänderungen, war es dem Konzern bis zuletzt nicht gelungen, die Bedenken auszuräumen.

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CBDC vs. Libra: Italiens Banken fordern programmierbaren Euro

Ein Jahr nach dem Weckruf Libra schrecken immer mehr Banken aus dem Schlaf: Eine CBDC muss her, und sei es nur, um dem Facebook Coin Paroli bieten zu können. Der italienische Bankenverband hat nun ein Positionspapier zu Krypto-Assets und einem programmierbaren Euro veröffentlicht.

Der italienische Bankenverband ABI (Associazione Bancaria Italiana) hat seine Haltung zu Krypto-Assets und digitalem Zentralbankengeld (Central Bank Digital Currency, kurz: CBDC) in einem Positionspapier zusammengefasst. Darin zeigen sich Italiens Banken aufgeschlossen gegenüber der Einführung eines digitalen Euro.

Die Finanzstabilität steht bei ABI buchstäblich an erster Stelle. Punkt Eins des am 18. Juni veröffentlichten Positionspapiers bezeichnet die Währungsstabilität und die Einhaltung des europäischen Rechtsrahmens als oberste Priorität im Umgang mit digitalen Währungen und Krypto-Assets.

Digitalen, programmierbaren Währungen räumt die ABI dabei ein großes transformatives Potenzial ein:

Eine programmierbare digitale Währung stellt eine Innovation im Finanzbereich dar, die in der Lage ist, Geld und Austausch tiefgreifend zu revolutionieren. Dies ist eine Transformation, die in der Lage ist, einen bedeutenden potentiellen Mehrwert zu bringen, insbesondere im Hinblick auf die Effizienz der Betriebs- und Managementprozesse.

Die Effizienzgewinne sollen dabei nicht der Privatwirtschaft vorbehalten bleiben. So sieht der italienische Bankenverband eine CBDC als den Königsweg, um die Innovationen aus dem Bereich der Finanztechnologie mit dem bestehenden Regelwerk der Finanzregulierung in Einklang zu bringen.

CBDC als Antwort auf den „Weckruf“ Libra

Dabei geht es den Bankern nicht zuletzt auch darum, privatwirtschaftliche Währungsprojekte wie dem geplanten „Facebook Coin“ Libra etwas entgegen zu setzen.

Die Existenz eines solchen Instruments [CBDC] könnte gleichzeitig die Attraktivität von Instrumenten mit vergleichbarem Nutzen mindern, die zwar von Privatpersonen ausgegeben werden oder (im Falle einer vollständigen Dezentralisierung) nicht identifiziert werden können und sich durch ein inhärent höheres Risikoprofil auszeichnen.

Als Facebook im vergangenen Jahr den ambitionierten ersten Entwurf für Libra präsentierte, war das Geschrei aufseiten der Zentralbanken groß. Die Befürchtung, dass Facebook mit seinen Milliarden von Nutzern eine eigene Währung erschaffen möchte, die vor allem auf Nutzer ohne geregelten Bankzugang abzielt, hat die Zentralbanker sichtlich aufgerüttelt. So bezeichnete die EZB Libra seinerzeit bereits als „Weckruf“ für die Zentralbanken.

Corda bereits bei 55 Banken im Einsatz

Die Einführung einer CBDC könnte laut dem Positionspapier eine Reihe von neuen Anwendungsfällen ermöglichen. Die Abwicklung von (grenzüberschreitenden) Peer-to-Peer-Transaktionen, der Austausch von Werten zwischen Maschinen sowie die Verwendung von Smart Contracts sind nur einige der Use Cases, die sich der ABI von einem programmierbaren Euro erhoffen und die verdächtig an das Wertversprechen von Kryptowährungen erinnern. Mit ihrer Forderung steht die IBA unter den Bankenverbänden indes nicht alleine da. Auch der deutsche Bankenverband hat einem programmierbaren Euro vergangene Woche den Marsch geblasen.

Zahlreiche italienische Banken sammeln bereits Erfahrungen mit der Distributed-Ledger-Technologie. Im Rahmen von Spunta Banca DLT setzen Banken die Technologie für das Interbankengeschäft ein. Dabei setzen sie auf Corda, eine DLT-Umgebung des Bankenkonsortiums R3. Seit Ende Mai setzen 55 italienische Finanzinstitute auf die häufig als „Blockchain“ fehletikettierte Corda-Plattform.

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Bankenschreck: Bankenverband sucht europäische Antwort auf Libra 2.0

Am 11. Juni erhielten nun die Miner von Bitfly die 2.6 Millionen-Dollar-Gebühr der mysteriösen Ether-Transaktion.

Nachdem ein unbekannter Ethereum-User Ether im Wert von 130 US-Dollar mit Transaktionsgebühren von umgerechet 2,6 Millionen US-Dollar überwies, brodelte es in der Gerüchteküche der Community. Wer war der Absender hinter dieser verdächtigen Überweisung?

Ethereums Pool für Mining Ethermine.org fror die Zahlung einige Tage ein und forderte den Besitzer des Kontos auf, sich bei dem Support zu melden. Dies geschah scheinbar nicht. Somit werden nun die 2.6 Millionen US-Dollar als Reward unter den unterschiedlichen Minern aufgeteilt.

Die Begründung twitterte die Bitfly, das Unternehmen hinter dem Ethermine-Pool, am 15. Juni:

Da der Absender der Transaktion … sich nach vier Tagen nicht bei uns meldete, haben [wir] die finale Entscheidung getroffen, die tx-Gebühr an die Miner unseres Pools zu verteilen. Angesichts der Höhe des Betrags glauben wir, dass vier Tage für den Absender ausgereicht hätten, um sich mit uns in Verbindung zu setzen

Zuvor hatten einige Personen angeblich vorgetäuscht, das Recht an der Transaktion zu beanspruchen. Keiner konnte allerdings die richtigen Beweise liefern. Das Unternehmen betonte, dass keiner der Anwärter „eine gültige Signatur für das Konto vorzulegen”, sagte das Bitflyer.

Etherminer: „sind keine Schiedsrichter über ETH-Netzwerk“

Es hagelte einige Kritik von Twitter-Nutzern, die darauf bestanden, dass vier Tage zu kurz waren, um auf eine Rückmeldung zu warten. So solle man dem Eigentümer mindestens einen Monat Zeit zu geben, seinen Anspruch geltend zu machen.

Darauf entgegnete Bitfly, sie seien „ein Mining-Pool” und „keine Schiedsrichter des ETH-Netzwerks”. So wolle das Unternehmen in Zukunft jeden Block-Reward, unabhängig der Größe, sofort verabreiten. Hintergrund dafür sei die viral entfachte Diskussion des Vorfalls.

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Wirtschaftsexperte Steve Forbes: „Bitcoin ist ein High-Tech-Hilferuf“

In einem Interview mit dem Zentrum für Natürliche und Künstliche Intelligenz äußerte sich Steve Forbes, Chef des erfolgreichen, gleichnamigen Wirtschaftsmagazins, zu Kryptowährungen und der Zukunft des Geldes.

Im Gespräch bezeichnete Forbes Kryptowährungen als „High-Tech-Hilferuf“, der durch „die Instabilität des von der Regierung gedruckten Geldes“ ausgelöst worden sei.

Kein Lob, ohne Kritik

Zunächst kritisierte Forbes allerdings die Volatilität, also Wertschwankung, von Kryptowährungen, die Bitcoin (BTC) an einem Tag wie „Filetsteak“ wirken lassen und am nächsten wie „Hundefutter“.

Im Zuge seiner Kritik bemängelte Forbes zudem die Begrenzung der Umlaufmenge von Bitcoin, eine Eigenschaft, die von vielen Fürsprechern oftmals als großer Vorteil angepriesen wird. Forbes meint jedoch, dass in der Kryptobranche ein Trugschluss vorherrscht, nach dem begrenzte Umlaufmengen automatisch wert schaffen würden.

Der Wirtschaftsexperte entgegnet, dass funktionierende Währungen vielmehr „die Wirtschaft begünstigen“ und nicht als Bremse für diese agieren. Durch begrenzte Umlaufmengen würde wirtschaftliches Treiben künstlich erschwert, wie Forbes meint.

Obwohl er eingesteht, dass Kryptowährungen in einigen Ländern, die von heftigen Wirtschaftskrisen gebeutelt sind, bereits als Wertaufbewahrungsmittel angenommen werden, sieht Forbes darin eher ein Versagen der Geld- und Wirtschaftspolitik und keine Bestätigung für Bitcoin als Anlageprodukt.

Regierungen werden Widerstand leisten

Als Grundvoraussetzungen, dass Kryptowährungen sich zukünftig doch noch durchsetzen können, sieht Forbes eine höhere Benutzerfreundlichkeit, höhere Reibungslosigkeit bei der Abwicklung von Transaktionen und eine deutlich verringerte Volatilität.

Dahingehend gibt er sich optimistisch, denn „mit all dem Hirnschmalz, der zurzeit dafür aufgewendet wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es jemand schafft“. Hier sieht er zum Beispiel das Facebook Krypto-Projekt Libra oder Amazon als mögliche treibende Kräfte für die Krypto-Revolution.

Allerdings wird diese „Revolution“ nicht ohne politischen Machtkampf stattfinden, denn Kryptowährungen „werden nicht einfach so von der Regierung durchgewunken“, um die bestehende Wirtschaftsordnung zu zerstören. Dementsprechend rät er abschließend:

„Jemand muss es einfach machen und dann hinterher mit den Konsequenzen umgehen.“

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Libra Association verpflichtet Geldwäschejäger der Credit Suisse

Die für Facebooks LibraStablecoin verantwortliche Libra Association in der Schweiz hat den Leiter der Abteilung für Finanzkriminalität der Großbank Credit Suisse abgeworben. Laut einem Medienbericht vom 10. Juni wechselt Sterling Daines zu dem Projekt und wird bei der in Genf ansässigen Libra Association die Compliance-Abteilung leiten.

Regulierungs-Knowhow für Libra

Daines war seit 2017 bei der Credit Suisse für die FCC-Abteilung (Financial Crime Compliance) verantwortlich und zuvor bei der Investmentbank Goldman Sachs und dem Beratungsunternehmen Deloitte tätig gewesen.

Als Compliance-Chef ist Daines bereits die dritte neue und hochkarätige Personalie in kurzer Zeit für das Projekt. Am 6. Mai ernannte die Libra Association bereits Stuart Levey zum neuen Geschäftsführer, welcher in der vorherigen US-Administration von Barack Obama im Bereich Terrorismusbekämpfung tätig war.

Am 19. Mai wurde dann Robert Werner als neuer Justiziar vorgestellt, der zuvor das “Financial Crimes Enforcement Network” (FinCEN) geleitet hatte, eine im Bereich der Abwehr von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche tätige US-Behörde des Finanzministeriums.

Kommt die Stablecoin?

Libra unternimmt damit offenbar verstärkte Anstrengungen, letztlich doch noch den Segen der bislang kritischen Regulierungsbehörden weltweit zu erhalten. Bereits im April reichte Libra einen Antrag auf Anerkennung als Zahlungssystem durch die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA ein und stellte eine überarbeitete Version des Whitepapers vor, um Forderungen der Aufsichtsbehörden zu entsprechen.

Ob dies alles am Ende ausreichen wird, bleibt trotzdem weiterhin ungewiss. Facebook-Chef Mark Zuckerberg setzt indes weiter auf das Projekt und erhofft sich von Libra für seinen Konzern höhere Werbeeinnahmen.

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Libra Association bekommt strategisch wichtigen Neuzugang

Ein englisches Dealerpärchen handelte mit Kryptos in Millionenöhe, um Drogen zu verkaufen. Der Spaß ist aus: Die Polizei erlässt einen Einziehungsbescheid und steckt sie ins Gefängnis.

Laut einer Polizeimeldungder Leicestershire Police, England, vom 9. Juni, bekennt sich der Täter schuldig Cannabis, Heroin, Kokain, Ecstasy, Amphetamine und andere Drogen in das Vereinigte Königreich geschmuggelt und mit dem verdienten Geld in fünf Fällen Geldwäsche betrieben zu haben.

Das Leicester Crown-Gericht verurteilte den 32-Jährigen zu acht Jahren Gefängnis, vier davon auf Bewährung. Die Frau des Täters sprach das Gericht ebenfalls in vier Fällen von Geldwäsche für schuldig. Die 28-jährige wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Nachdem die Polizeibeamten mit einem Haftbefehl in die Wohnung der Täter eindrangen, konfiszierten sie Johnsons Laptop. Darunter befanden sich digitale Wallets. Der Inhalt: 22,7 BTC. Das bedeutet Bitcoin im Wert von über 300.000 Pfund, also 337.000 Euro. Zudem beschlagnahmte die Gebietspolizei noch Drogen im Wert von knapp 8.000 Euro.

Aus einer früheren Polizeimeldung vom 5. Juni geht weiter hervor, dass Johnson mit seinen kriminellen Aktivitäten bis zu 2.25 Millionen Euro erwirtschaftet haben soll. Davon muss er nun 2.1 Millionen Euro zurückzahlen. Seine Frau Lia Johnson, die knapp 160.000 Euro verdiente, muss knapp 150.000 Euro locker machen.

Doppelte Gefängnisstrafe bei Verstoß gegen Einziehungsbescheid

Der Leiter der Abteilung Wirtschaftsstrafsachen der Polizei, Paul Wenlock, gab bekannt, dass ein Verstoß gegen den Einziehungsbescheid für den Angeklagten bedeute, „möglicherweise weitere zehn Jahre” und seine Frau für „weitere zwei Jahre” abzusitzen.

Er erklärt weiter, dass „Geld und Vermögenswerte, die nach der Verabschiedung eines Einziehungsbescheid vom Gericht eingezogen werden „normalerweise als ein gewisser Prozentsatz an die Polizei und das Strafrechtssystem zurückgegeben und zur Entschädigung der Opfer von Straftaten verwendet” werden.

Die Proceeds of Crime Act (POCA) sei dafür ein wichtiges Gesetz. Denn sie erlaubt der der Polizei erlaubt Vermögenswerte von Kriminellen zurückzufordern und „das Geld aus der Straftat zu ziehen”. Das verhindert, dass Kriminelle nach der Verbüßung ihrer Strafe einen finanziellen Nutzen aus dem erwirtschafteten Gewinn ziehen.

Ob für Drogen, Terror oder Betrug. Wie Kriminelle generell Bitcoin & Co. nutzen, könnt ihr hier nachlesen.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Wie man mit Geld mehr Geld macht

Libra, die geplante Kryptowährung aus dem Hause Facebook, ist als Stable Coin konzipiert. Neue Informationen zeigen, wie der Zuckerberg-Konzern daraus Profit schlagen will.

Libra oder der „Facebook-Coin“ ist ein umstrittenes Projekt. Die geplante Kryptowährung, die als Stable Coin Verwendung im internationalen Zahlungswesen finden soll, stieß bei Behörden wie bei Datenschützern auf Stirnrunzeln. Zwei Fragen, die sich unweigerlich aufdrängen, sind: Ein privates Milliardenunternehmen, das für seinen freizügigen Umgang mit Kundendaten bekannt ist, soll eine allgemein verwendbare Währung herausgeben – kann das gut gehen? Und: Warum hat Facebook ein so großes Interesse daran, das zu tun? Auf letztere Frage gibt es nun eine (wenig überraschende) Antwort.

Facebook will mit Libra abkassieren

Wie aus einer Abschrift einer Facebook-Shareholder-Versammlung hervorgeht, wurde Mark Zuckerberg am Mittwoch gefragt, welchen finanziellen Vorteil das Libra-Projekt für Facebook haben solle.

Zuckerberg antwortete darauf, dass er davon ausgehe, dass die Kryptowährung Werbung auf Facebook effektiver machen könne. Dabei zielt er vor allem auf Unternehmen ab, die auf Facebook Werbung schalten – sie sollen durch Libra mehr Kunden erreichen können, wodurch wiederum der Anteil, den Facebook davon bekommt, größer werden soll.

Hier sei vor allem die Möglichkeit vielversprechend, dass Nutzer, die Werbung auf Facebook bekommen, die Produkte auch direkt mit der integrierten Kryptowährung Libra bezahlen können. Das wiederum steigere den Wert der Werbeplätze, für die bei Facebook keine Preise festgesetzt sind. Vielmehr können sich Unternehmen diese ersteigern.

Das bedeutet letztlich auch, [….], dass, wenn wir den Handel für Unternehmen effektiver gestalten [….] und jemand auf Werbung klickt, auch viel eher etwas kauft, weil er tatsächlich auch eine Zahlungsmöglichkeit hat, die funktioniert. Dann wird es prinzipiell auch für Unternehmen interessanter, mehr dafür zu bieten und wir sehen für die Werbung insgesamt steigende Preise.

Mark Zuckerberg

Insgesamt betonte der Facebook-Chef darüber hinaus, dass er davon ausgehe, dass Libra „eine großartige Sache für Menschen auf der ganzen Welt“ sei.

Ich glaube es wird alles in allem der Wirtschaft helfen. Wir werden dazu in der Lage sein, am Wertschöpfungsprozess teilzunehmen, indem wir höhere Preise auf Werbung setzen, wenn Unternehmen [unsere] Tools nutzen.

Mark Zuckerberg

Mehr zum „Zuck-Buck“

Libra war ursprünglich als Stable Coin konzipiert, der seinen Wert aus verschiedenen Währungen wie Euro, japanischer Yen, US-Dollar und ähnlichen beziehen sollte. Nachdem es dann jedoch internationale Kritik gehagelt hatte, ruderte der Facebook-Schwesterkonzern zurück. Zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen dann den Kurs gewechselt und verkündet, dass es stattdessen mehrere gesonderte Stable Coins herausgeben will. Doch auch hier stieß das in der Schweiz gemeldete Unternehmen auf Gegenwehr – vor allem die US-Börsenaufsicht meldete Zweifel ob der regulatorischen Klarheit des Projektes an.

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