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Libra-Konkurrenz: Es wird eng für Facebook

Libra hatte denkbar ungünstige Startbedingungen. Nachdem die zum Facebook-Konzern gehörende Libra Association im vergangenen Jahr verkündet hatte, den Stable Coin Libra herausgeben zu wollen, hat es von vielen Seiten Kritik gehagelt. Eine digitale internationale Währung in der Hand eines privaten Konzerns stieß bei Kryptonauten und Regulierungs-Behörden weltweit auf Stirnrunzeln. Auch vor dem deutschen Bundestag hatten Libra-Vertreter zur Verteidigung ihres Projekts angesetzt, waren dabei jedoch wenig erfolgreich.

Ehemalige Libra-Mitglieder laufen über

Mit Celo tritt nun ein weiteres Projekt an, dass die Facebook-Pläne durchkreuzen könnte. Die Celo Foundation besteht bereits seit 2017 und arbeitet seitdem an einer Smart-Contract-Plattform, die eine Reihe an Stable Coins auf ERC-20-Basis unterstützt. Das Celo-Netzwerk zielt auf Zahlungen und Micro-Lending-Services ab und unterstützt humanitäre Spenden.

Nun verkündete die Celo Foundation am 11. März die Gründung der 50 Mitglieder starken „Alliance for Prosperity“. Darunter sind mit Coinbase Ventures, Andreessen Horowitz, Anchorage Mercy Corps und Bison Trails auch Mitglieder, die zuvor an Bord des Konkurrenten Facebook waren.

Celo wartet mit eigenem Stable Coin auf

Celo hat den Celo Dollar (cUSD) lanciert, ein Stable Coin, der den Wert des US-Dollars abbildet. Die Herausgabe funktioniert dabei ähnlich wie bei anderen Stable Coins. Wenn Nutzer US-Dollar an Celo senden, bekommen sie den entsprechenden Betrag in cUSD gutgeschrieben. Wenn man seine US-Dollar zurückfordert, werden die cUSD wieder verbrannt.

Die darunter liegende Celo Blockchain verwendet den Proof-of-Stake-Mechanismus, um Konsens im Netzwerk herzustellen.

Facebooks Libra hat einen schweren Stand

Ende Januar war bekannt geworden, dass Facebooks Libra seinen Kurs ändern würde. Aufgrund des Drucks der Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit fühlte sich die Foundation offenbar dazu gezwungen, den Kurs zu ändern. Danach gingen Libra-Vertreter dazu über, verschiedene Versionen des geplanten Stable Coins zu entwickeln. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte das Projekt bereits mit schwerwiegenden Abgängen zu kämpfen. Ehemalige Mitglieder wie Visa, MasterCard, PayPal und eBay hatten das sinkende Schiff bereits verlassen. Den ursprünglichen Starttermin hatte Libra für 2020 angesetzt.

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Machtfaktor Blockchain: Warum China und Facebook die gleiche Blockchain-Strategie verfolgen

Zwar ist Facebook keine Nation und China kein Unternehmen, dennoch verfolgen beide Akteure die gleiche Blockchain-Strategie. Beide Akteure möchten mithilfe der Blockchain ihr eigenes Ökosystem stärken, ohne dabei nennenswert Kontrolle abzugeben. So möchten Konzerne und Staaten vom dezentralen Datenaustausch und der rein digitalen Abwicklung von Werte- und Vertragstransaktionen profitieren. Um Partizipation und Privatsphäreschutz der Bevölkerung oder der Nutzer geht es dabei nicht.

China hat sehr gut verstanden, dass sich die Zukunft des Landes an den digitalen Infrastrukturen entscheidet. So setzt sie jetzt mit der Blockchain-Strategie die Grundvoraussetzung für ein neues Maß an digitaler Wertschöpfung. Als bereits führende Big-Data-Nation fehlt es noch an einer passenden Infrastruktur, um die Verzahnung der heimischen Unternehmen und Bevölkerung auf ein neues Automatisierungs- und Interaktionslevel zu heben. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Internetgiganten Facebook. Zwar hat Facebook keine eigene Volkswirtschaft, aber dafür ein eigenes Ökosystem. Anstatt Bürger besitzt der Facebook-Konzern mehr als doppelt so viele Nutzer wie China Einwohner.

Kleine Zugeständnisse für große Gewinne

Wenn man ein System dezentralisiert, dann wird Macht und Kontrolle an andere Akteure oder die nächstliegende untere Stufe abgegeben. So gibt Facebook beispielsweise Einfluss an die Teilnehmer der Libra Association ab. Wenn sich der chinesische Staat dezentralisiert, indem er beispielsweise wie Deutschland auf stärker föderale, ergo dezentrale Strukturen setzt, dann verliert auch die dortige oberste Staatsführung an Einfluss. Nun funktioniert kein komplexes System vollständig dezentral oder vollständig zentral. Entsprechend stellt sich jeder Akteur, ganz gleich, ob Staat oder Unternehmen, die Frage, wie viel (dezentrale) Eingeständnisse er bereit ist zu machen, um das eigene System maximal stabil zu halten und gleichzeitig ausbauen zu können. Blockchain ist daher vor allem eines: Eine Kosten-Nutzenrechnung, die Kontrolle und Macht als Währung hat.

So tritt Facebook für seine Kryptowährung Libra die Kontrolle an ein Konsortium ab. Es findet also eine Dezentralisierung, ergo Abnahme an direktem Einfluss, statt. Der chinesische Staat wiederum bindet unter anderem Konzerne wie Alibaba oder Tencent, anstatt wie bisher nur Banken, in die Herausgabe seiner Central Bank Digital Currency (CBDC) ein. Diese Form der Pseudodezentralisierung dient letztlich nur dazu, die eigene Macht weiter auszubauen und zu stärken. Eine Dezentralisierung in konsortialen Strukturen ist daher vor allem ein Ausbau von Allianzen.

Umgekehrt versucht Facebook, genügend Anerkennung für seine Kryptowährung, insbesondere von regulatorischer Seite und aus der Bevölkerung, zu erhalten. Letztlich ist Facebook also bereit, ein Eingeständnis einzugehen, um damit seinem Ziel, eine neue Wertschöpfungsstufe für sein eigenes Ökosystem zu erschaffen, näherzukommen. Diese Eingeständnisse finden aber nicht auf der Endnutzer-Ebene statt, sondern verbleiben bei Politik und Partner-Unternehmen.

Warum die Blockchain über den Status als Hegemon entscheidet

Auch bei China geht es bei der Blockchain-Strategie nicht darum, den Status quo zu verwalten, sondern die eigene Expansion und Behauptung gegenüber Wettbewerbern voranzutreiben. So wird der Staatenwettbewerb vor allem durch die technologische Innovationsgeschwindigkeit entschieden. Der Staat oder die Region, die bei den Zukunftstechnologien das Rennen macht, wird auch politisch in der Welt das Sagen haben. Künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge, Virtual Reality etc. sind die digitalen Schlachtfelder der noch jungen 20er-Jahre.

Wenn China den Hegemonialstatus der USA einnehmen will, ohne Krieg zu führen, dann wird das nur über wirtschaftliche Dominanz gelingen. Diese hängt wiederum von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Volkswirtschaft ab.

Der Schlüssel dazu liegt in einer effizienteren Allokation und Vernetzung von Informationen sowie Daten. Während eine zentrale Steuerung durch ihre Einfachheit besticht, gewinnen dezentrale Systeme ab einem gewissen Komplexitätslevel die Oberhand. Die Herausforderung besteht aber eben in deren Organisation und Steuerung. Bis dato, also ohne die Blockchain-Technologie, war es nicht möglich, Dezentralität technologisch effektiv abzubilden. Zentrale Steuerungssysteme waren so in der Regel überlegen.

Mit der Etablierung von dezentralen Infrastrukturen, ergo Blockchain, ändert sich dieser Umstand, sodass neue Organisationsprinzipien möglich werden. Dies hat zur Folge, dass die Karten neu gemischt werden. Was in den 60er-Jahren das Wettrennen zum Mond war, ist heute der Versuch, die eigene volkswirtschaftliche Produktivität schneller als die Konkurrenz durch die genannten Zukunftstechnologien auf ein neues Vernetzungs- und Effizienzlevel zu heben.

Facebook: Die Expansion im digitalen Raum

Während nun China seine Industrie mithilfe der Blockchain besser vernetzen und zu einem höheren Produktivitätslevel führen will, um zu mehr internationalem Einfluss zu gelangen, möchte auch Facebook seine Einflusssphäre vergrößern. Anstatt auf den digitalen Renminbi setzt Facebook auf Libra. Beide Digitalwährungen treten an, um Marktanteile zu gewinnen und effizienter zu sein als die bisherigen analogen Fiatwährungen. China möchte durch den digitalen Renminbi Vorteile für die eigene Industrie und Notenbankpolitik durch programmierbares Geld gewinnen. Diesen staatlich bestimmten Währungskrieg geht Libra noch nicht ein, da es ihm dazu als Unternehmen an politischer Macht fehlt.

Dies gilt allerdings nicht für die digitale und staatenlose Welt, die langfristig viel relevanter für Facebook ist als die analoge Welt. Bereits heute könnte Facebook Libra einsetzen, um die Zahlungsabwicklungen auf seinen Plattformen über Libra zu organisieren. Das mag ganz nett sein, hat mit dem langfristigen Potential durch Virtual Reality nur wenig zu tun.

Der lange Atem von Facebook

Langfristig möchte Facebook den virtuellen Raum genauso anführen wie es heute Social Media und Messengerdienste dominiert. Die zukünftige Wertschöpfung in Virtual-Reality-Welten ist zudem um ein Vielfaches attraktiver, als Entwicklungsländer von einem fiatgedeckten Libra Coin zu überzeugen.

Dies deutet sich bereits an den spielerischen Gehversuchen mit der Virtual Reality Horizon an. Mit dem aufgekauften VR-Brillenhersteller Oculus arbeitet Facebook an der Entstehung einer Social-Media-Virtual-Reality. In Zukunft kann man dann innerhalb des Facebook-Ökosystems ins virtuelle Kino gehen, Businessmeetings abhalten, eine Versicherung abschließen oder neue Turnschuhe im virtuellen Ladenlokal erwerben. Limitierungen wie in der analogen Welt werden schlichtweg aufgehoben.

Theoretisch wird das Facebook-Ökosystem damit in der Lage sein, einen signifikanten Teil des globalen Konsums im digitalen Raum über seine virtuellen Ländereien abzuwickeln. Die Perspektive, eine digitale Leitwährung als Pendant zum analogen US-Dollar zu schaffen, ist deutlich vielversprechender und einfacher als sich mit Staaten anzulegen, die im Zweifel über politische Sanktionsmechanismen verfügen. Auch sich durch eine eigene Blockchain-Abwicklungsstruktur von Banken lösen zu können verspricht ein neues Maß an Unabhängigkeit. Die vermeintliche Blockchain-Dezentralisierung führt damit zum genauen Gegenteil: Facebook wird noch mächtiger und in der Spitze noch zentralistischer.

Die nächsten Schritte

Es wäre naiv anzunehmen, dass sich diese Szenarien innerhalb der nächsten fünf Jahre durchsetzen werden. Sofern es nicht zu einer großen Krise kommt, wird der digitale Renminbi es nicht schaffen, den US-Dollar als Leitwährung zu verdrängen. Auch wird es Facebook in diesem Zeitraum nicht gelingen, ein digitales Ökosystem im Rahmen einer virtuellen Welt mit dem BIP von Deutschland zu erschaffen.

Sowohl Facebook als auch China werden in Zukunft einige Eingeständnisse gen Dezentralisierung eingehen müssen, um ihre langfristigen Ziele zu erreichen. Solange sie es aber schaffen, ihre Nutzer oder Bürger im eigenen Ökosystem zu halten, wird ihr Einfluss trotz Dezentralisierung eher zu- als abnehmen. Es sollte jedem bewusst sein, dass die Blockchain-Technologie in den Händen von autokratischen Staaten und Konzernen wenig mit den ursprünglich offenen und partizipativen, ergo wirklich dezentralen Blockchain-Systemen, zu tun hat.

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Neue Insiderberichte: Facebook knickt vor Regulierungsbehörden ein

Bereits seit Ende Januar kursieren Gerüchte über die angeblichen Pläne der Libra Association, den „Zuck Buck“ nicht mehr durch einen Währungskorb inklusive diverser Staatsanleihen decken zu wollen. Danach soll der Währungskorb einem währungsspezifischen Ansatz weichen, der unterschiedliche Varianten des Stable Coin vorsieht: einen Euro-Libra, einen US-Dollar-Libra und so weiter.

Informationen, die den US-amerikanischen Wirtschaftsmedien The Information und Bloomberg vorliegen, untermauern nun die Vermutung, dass Facebook mit seinem ambitionierten Stable-Coin-Projekt zurückgerudert ist; und zwar mit kräftiger Unterstützung des regulatorischen Gegenwinds, der dem Projekt seit seiner Bekanntmachung entgegenbläst.

So stützen die Berichte der beiden Medien die These, dass das Projekt sich von der Idee des Währungskorbs verabschiedet hat. Sowohl The Information als auch Bloomberg berufen sich dabei auf die Aussagen von drei Personen, die „mit der Sache vertraut“ seien. Demnach sei sogar fraglich, ob Libra mit seinem ursprünglichen Design überhaupt in den Facebook Apps zur Anwendung kommen werde.

Gegenüber BTC-ECHO bestreitet eine Sprecherin der Libra Association indes, dass das Projekt von seinem ursprünglichen Vorhaben abgerückt sei.

Die Libra Association hat ihr Ziel, ein regulierungskonformes globales Zahlungsnetzwerk aufzubauen, ebensowenig geändert wie die grundlegenden Designprinzipien, die dieses Ziel unterstützen.

Ferner habe sich nichts an dem Potenzial des Netzwerks geändert, zukünftige Innovationen zu befördern.

Freilich kann damit vieles gemeint sein. So könnte der bloße Umstand, dass Libra als Stable Coin angelegt ist, bereits als „Designprinzip“ gelten. Das schließt unterschiedliche Libra-Varianten nicht per se aus.

Libra, die Weltwährung?

Das Problem, vor das der Stable Coin die Regulierungsbehörden weltweit stellt, liegt in der enormen Reichweite von Facebook begründet.

Über 1,8 Milliarden Menschen tummelten sich 2019 täglich auf der Plattform. Das Netzwerk zielt mit seinem Stable Coin vor allem auf jene, die keinen oder begrenzten Zugang zu Bankdienstleistungen haben. Sollte Facebook Libra wider Erwarten in seinem ursprünglichen Design durchsetzen, könnte es in direkter Konkurrenz zu Fiatwährungen treten. Ein Umstand, der letztlich das Währungsmonopol der Zentralbanken infrage stellen könnte.

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Bundesfinanzminister Scholz fordert Kampf gegen Libra und andere digitale Parallelwährungen

Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat ein scharfes Vorgehen gegen “digitale Parallelwährungen” wie Facebooks geplante Libra-Stablecoin gefordert. Entsprechende Aussagen machte Scholz in Berlin laut eines Medienberichts vom 27. Februar bei einer Tagung der Initiative „Markets for Europe“.

Zugespitzte Wortwahl

Scholz habe auf der Tagung gefordert, man müsse „mit aller Schärfe“ gegen „digitale Parallelwährungen“ wie Libra vorgehen, da diese einen Angriff auf demokratische Strukturen darstellten.

„Wir dürfen eine digitale Parallelwährung nicht hinnehmen“, so der Appell von Scholz. Man müsse gegen solche Projekte vorgehen – „mit den vorhandenen Möglichkeiten, die wir haben, aber auch möglicherweise mit neuen“. Mit seiner ablehnenden Haltung sieht sich Scholz international nicht alleine. „Auch die USA haben wohl verstanden, dass man nicht Libra haben kann und den Dollar“, so der Finanzminister auf der Tagung weiter.

Klare Gegenposition zu Facebook-Libra

Olaf Scholz verschärft damit seine Position gegenüber Facebooks Währung Libra und ähnlichen, von ihm als “digitale Parallelwährungen” eingestuften Projekten. Dass der Finanzminister Stablecoins als als potentielle Gefahr für das Finanzsystem sieht, hatte dieser allerdings bereits im letzten Sommer deutlich gemacht.

Im September gab Scholz dann zu Protokoll, er lehne “Parallelwährungen wie Facebooks Libra ganz klar ab”. Eine anfängliche Zulassung von Libra per Erlaubnisvorbehalt hält die Bundesregierung laut einer am 17. Oktober veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke allerdings durchaus für möglich.

Eine EU-weite Entscheidung zu Libra lässt unterdessen weiter auf sich warten. Laut einem Exekutiv-Vizepräsident Dombrovskis im Namen der Europäischen Kommission veröffentlichten Vermerk vom 19. Februar, hat die Libra-Association auf Fragen der EU bislang immer noch nicht ausreichend geantwortet.

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Bank von England warnt: Krypto-Nutzung könnte Kreditwesen beeinträchtigen

Jon Cuncliffe, der stellvertretende Gouverneur für Finanzstabilität bei der britischen Zentralbank, also der Bank von England, warnt, dass eine Kryptowährungswirtschaft die Ausgabe von Bankkrediten schwächen könnte oder zu einer Einstellung von diesen führen könnte.

In einer Rede am 28. Februar vor der London School of Economics sagte Cunliffe voraus, dass die Integration von Stablecoins auf sozialen Netzwerken dazu führen könnte, dass Menschen einen Großteil ihres Geldes, den sie derzeit bei Banken halten, in Stablecoin-Wallets stecken. Cunliffe warnte in diesem Zusammenhang:

„In einer solchen Welt und je nachdem, wie und ob Stablecoins an andere Finanzanlagen gekoppelt sein werden, könnte die Kreditversorgung der Realwirtschaft durch das Bankensystem schwächer werden oder sogar eingestellt werden. Das wäre eine Veränderung mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen.“

Der britische Gesandte für die Europäische Union gab eine Definition der Rolle der Bank von England ab. Sie sorge dafür, dass das Geld in Großbritannien „sicher und zuverlässig funktioniert“. Er sagte, dass virtuelle Währungen „sehr wichtige Fragen“ für die britische Regierung, die Regulierungsbehörden und die Bank von England aufwerfen würden.

Cincliffe rief die Regulierungsbehörden und Zentralbanken dazu auf, sich auf die einzigartigen Herausforderungen vorzubereiten, die mit den aufkommenden Kryptowährungen im Zusammenhang stehen, bevor das „systemisch wichtig“ werde.

Stablecoin-Risiken gehen über bestehendes Zahlungssystem „hinaus“

Der Mitarbeiter der Bank von England räumte ein, das derzeitige Finanzsystem sei „das Äquivalent von Bankangestellten aus dem 18. Jahrhundert mit einer Feder, die in die Hauptbücher ihrer Banken Einträge machen, und dabei ein Konto belasten und einem anderen Guthaben gutschreiben“.

Stablecoins sollen eine Reihe von Vorteilen bieten. Darunter etwa „sehr viel niedrigere Kosten für Zahlungen, insbesondere grenzüberschreitende Zahlungen“. Außerdem eine „größere finanzielle Eingliederung durch leichteren und erschwinglicheren Zugang zu Zahlungsdiensten für diejenigen, ohne Zugang zu Bankdienstleistungen.“

Er versichert jedoch, dass die Regulierungsbehörden auf die Stablecoin-Risiken vorbereitet sein müssten, bevor sie „einen systemischen Fußabdruck“ hinterlassen. Cunliffe warnt, dass der geplante Stablecoin Libra aufgrund der Größe von Facebook potenziell so weit verbreitet genutzt werden könnte, dass er „sehr schnell systemische Bedeutung erlangen könnte“. 

Er erklärte, dass der Finanzstabilitätsrat in diesem Jahr einen Bericht herausgeben wird, in dem „regulatorische Empfehlungen in Bezug auf Stablecoins“ untersucht werden.

Anfang des Monats hat der FSB-Vorsitzende Randal K. Quarles erklärt, dass die Organisation ihren Rahmen zur Bewertung von Schwachstellen im Finanzsystem überarbeite. Damit wolle sie sicherstellen, dass sie „bei der Bewertung der Schwachstellen der Finanzstabilität auf dem neuesten Stand“ ist.

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Krypto-Primebroker Tagomi steigt bei der Libra Association ein

Der in New York ansässige Krypto-Primebroker Tagomi hat sich der Libra Association angeschlossen, die für die Führung der gleichnamigen Facebook Kryptowährung Libra verantwortlich ist. Tagomi wurde 2018 von Jennifer Campbell gegründet, die zuvor Teilhaberin von Union Square Ventures war.

Damit ist Tagomi ab sofort das 22. Mitglied der Libra Association. Jedes Mitglied muss mindestens 10 Mio. US-Dollar Investitionskapital für die Reserve von Libra beisteuern, um den Stablecoin damit abzusichern und diesem die namensgebende (Wert-)Stabilität zu verleihen.

Tagomi konnte seit seiner Gründung selbst 28 Mio. Investitionskapital einsammeln, weshalb eine eigene Investition von 10 Mio. US-Dollar eine beträchtliche Summe für das noch junge Startup darstellt. Allerdings gilt es festzuhalten, dass einige der größten Namen der Kryptobranche zu den Kunden von Tagomi gehören, darunter Galaxy Digital, Pantera, Electric Capital und einige andere. Das Geschäftsmodell des Primebrokers ist dabei denkbar einfach. So wickelt Tagomi lediglich große Krypto-Trades für seine institutionellen Kunden ab.

Zudem verfügt Tagomi über eine der in den USA heiß begehrte „BitLicense“, also eine Zulassung durch die New Yorker Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen.

Die Libra Association war zuletzt immer wieder aus den falschen Gründen in den Schlagzeilen. So haben viele der ehemaligen Gründungsmitglieder das Facebook Krypto-Projekt mittlerweile verlassen, darunter namhafte Investoren wie Vodafone, Visa, Mastercard, Stripe, PayPal und eBay.

Tagomi hat durchaus ein Eigeninteresse am Erfolg des Facebook Stablecoins, da sie ihren Kunden dann nicht mehr ermöglichen müsste, große Mengen an Fiatgeld einzuzahlen.

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Die Zukunft des Geldes: Libra – die letzte Chance für den Euro?

Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag – BTC-ECHO übernimmt keine Haftung für den Inhalt. Trotz gewissenhafter Prüfung kann keine Garantie für die dargestellten Ausführungen gegeben werden.

Im ersten Teil dieser Artikelserie wurde beschrieben, wie die Kappung des Goldankers und der darauf losgetretene Entwertungskampf zwischen nationalen Währungen die Suche nach neuen Geldalternativen incentiviert hat. Zum ersten Teil der Artikelreihe.

Finanz- und Geldgeschäfte erleben daher derzeit „The Great Unbundling“ – flächendeckendes Aufbrechen der Wertschöpfungskette. Der Kunde bezieht seine Dienstleistungen nicht mehr länger unisono bei einer Universalbank, sondern folgt einem Best-In-Class-Ansatz, bei dem er sich die für ihn besten Angebote zusammenträgt. Kreditkarte bei Revolut, die Vorsorge über Descartes Finance und den Wertpapierhandel vielleicht schon bald via Robinhood. Neben FinTechs drängen auch die BigTechs wie Amazon, Apple, Google und Facebook in den Finanzbereich vor. So bietet Amazon in einigen Ländern bereits Kredite und weitere Finanzdienstleistungen an. Apple und Google Pay gehören bei einigen iOS- und Android-Nutzer bereits zum Alltag. Auch Facebook lancierte jüngst sein Zahlungssystem Facebook Pay.

Braucht es einen Libra?

Was das größte soziale Netzwerk der Welt betrifft, so wurden die Ziele noch höher gesteckt. Mitte 2019 verkündete der Tech-Riese, die auf einem Konsortium basierende Digitalwährung Libra ins Leben rufen zu wollen. Während Facebook Pay als Zahlungsnetzwerk konzipiert ist, wäre Libra eine eigene Währung, die in Form eines Coins (manchmal auch Token genannt) daherkommt. Wie das Beispiel von WeChat in China zeigt, ist eine solche Ausgestaltung nicht notwendig, um auf breiter Front Erfolg zu haben. Ein eigener Libra-Coin dürfte die Massentauglichkeit und damit die Massenadaption eher einschränken, wäre der Libra-Token doch vor allem über Krypto-Börsen zugänglich, die für viele Menschen noch immer ein rotes Tuch sind.

Als kursstabile Digitalwährung (auch Stable Coin genannt) repräsentiert diese eine Art Reservefonds. Dieser gleicht einem Anlagefonds basierend auf einem Währungskorb und ähnelt damit den Sonderziehungsrechten des Internationale  Währungsfonds. wird sie vor allem von Politikern und sonstigen Funktionären als Bedrohung für das weltweite Finanzsystem wahrgenommen. Bedenken der Geldwäsche, Terrorfinanzierung sowie Steuerhinterziehung werden in diesem Zusammenhang in Spiel gebracht.

Die Tage des staatlichen Geldmonopols sind gezählt

Was Politikern letztlich missfällt: Die mögliche Lancierung eines privaten Geldes durch einen privaten Großkonzern, der sich in der Vergangenheit nicht immer als vertrauenserweckend erwiesen hat. Letztlich handelt es sich um einen Angriff auf die heilige Kuh der Gegenwart: das staatliche Geldmonopol. Ob das Libra-Projekt daher wirklich eine reale Chance hat, wird erst die Zeit zeigen. Zurzeit scheinen die US-Verantwortlichen dem Unterfangen wenig abgewinnen zu können. Das könnte sich in naher Zukunft allerdings ändern. Immerhin erwägt man bereits, Libras Reservefonds nur mit US-Staatspapieren zu decken. Das käme den USA natürlich gelegen und würde Libra zu einem geeigneten Werkzeug im Tech-Wettlauf mit den Chinesen machen. Ein Facebook-Projekt mit Blockchain-Assoziation als geopolitische Geheimwaffe also. Vielleicht ist Libra gar “Fiats letzte Chance”, relevant zu bleiben?

Wenngleich es Politiker nicht wahrhaben wollen, so zeigt die Libra-Geschichte deutlich: Die Tage des exklusiven staatlichen Geldmonopols sind gezählt. Es bläst ein neuer Wind und zwar jener des privaten Geldwettbewerbs. Allen Widerständen gegen Libra zum Trotz, die Idee nichtstaatlichen Geldes ist gekommen, um zu bleiben. Der Geist ist aus der Flasche entwichen!

Bitcoin vs. Gottspieler

Das Libra-Projekt ist dabei nur eine Iteration dieser Idee privaten Geldwettbewerbs. In absehbarer Zukunft dürften noch weitere Manifestationen folgen. Initiiert hat diese neue Geld-Ära Bitcoin. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise geboren, stellt Bitcoin die Antithese zur bestehenden Finanzordnung dar. Das Krypto-Asset ist der Versuch, Geld als eine auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einwirkende Kraft aus den Händen zentralplanerischer Gottspieler zu entreißen. Geld soll knapp und dezentral sein, um so den unendlichen Appetit von Politikern, Funktionären und Wirtschaftsgrößen zu bändigen. In den Augen seiner Befürworter ist Bitcoin eine Gegenreaktion auf das mit Fiatgeld betriebene Schindluder.

Aus Sicht von Bitcoin-Enthusiasten sind die Bestrebungen von Fin- und Bigtech eben nicht Lösung, sondern Teil des Problems. Ob ein Geld durch das staatliche Geldmonopol gestützt oder ob es durch private Banken oder gar Konzerne emittiert wird, die Problematik bleibt dieselbe: Es verbleibt in zentralistischer Hand und kann nicht selbstsouverän gehalten werden.

Digitale Zahlungslösungen, die aus gegenwärtigem Geld Fiatgeld 2.0 machen wollen, sind bloß „Lipstick on a pig“, so das Argument der Bitcoin-Aficionados. Das fundamentale Problem des Geldsozialismus unseres heutigen Geldsystems würden dadurch nicht gelöst. Geld sei weiterhin an Intermediäre gebunden und jede getätigte Zahlung werde in zentralen Buchungsregistern erfasst, die von einigen Drittparteien kontrolliert sind. Transaktionen können bei Bedarf jederzeit untersagt werden.

Bitcoin: Echte Alternative zum bestehenden Finanzsystem

Aus diesem Grund ist zwischen Digitalwährungen und Kryptowährungen zu unterscheiden. Letztere können exklusiv mittels kryptografischer Methoden durch Einzelpersonen beherrscht werden. Sogenannte Kryptowerte können also ähnlich wie materielle Sachen direkt durch Inhaber und ohne Intermediäre gehalten und verwendet werden. Anstatt durch einen Intermediär verwaltet, basieren Kryptowerte auf einer Blockchain. Dabei handelt es sich um eine dezentral verteilte Datenbank, bei der niemand die alleinige Kontrolle innehat. Die Blockchain ist letztlich ein Computerprotokoll beruhend auf Programmiercode. Das macht Kryptowerte technisch betrachtet zu purer Information und Mathematik.

Folglich steht Bitcoin für eine alternative Art und Weise, ein Finanzsystem zu denken. Schon heute ist unsere Finanzordnung ein Konglomerat abstrakter Konstrukte wie Verträge, Versprechungen und Bilanzen. Das legt Zeugnis davon ab, dass unsere Wirtschaft seit jeher abstrakter geworden ist. Diese Tendenz zu immer stärkerer Abstrahierung hat schon der große Philosoph und Soziologe George Simmel in seinem Werk „Philosophie des Geldes“ festgestellt. Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch in Zukunft weitergehen wird. Geld im engeren Sinne, auch Base Money genannt, dürfte immer mehr in den Hintergrund treten. Geld im weiteren Sinne, also Geldsurrogate wie Bankeinlagen, Kreditkarten und andere Kreditvereinbarungen, dürften hingegen noch prominenter werden.

Finanzalchemie

Getrieben ist diese Entwicklung von der Finanzialisierung der vergangenen Jahrzehnte, die Wirtschaft- und Finanzwelt stärker hat verschmelzen lassen. Dieses Amalgam bedingt eine Finanzalchemie, die heute auf drei Grundbausteinen basiert: Institutionen, Anreize und menschliche Beteiligung. Im bestehenden Finanzsystem überwiegt das menschliche Element. Verträgen und Versprechen ist zwar durch Institutionen ein Rahmen gesetzt, durchgesetzt werden sie jedoch von Menschenhand.

Dagegen reduziert Bitcoin auf Protokollebene das menschliche Element in einem noch nie dagewesenen Ausmaß und gewichtet die beiden anderen Komponenten stärker. Einerseits sollen Anreize, das menschliche Element in Schach halten, andererseits kommt der Technologie aufgrund von Mathematik, Kryptographie und Informatik eine größere Bedeutung zu. Eine Finanzalchemie wie wir sie heute kennen, der jedoch Bitcoin zugrunde liegt, dürfte weniger vom menschlichen Element abhängen, sondern durch Computer, Formeln und Code gesteuert und umgesetzt werden. Welche Art von finanzieller Alchemie in einem objektiven Sinne besser ist, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht ausmachen. Die neue Ära des Geldwettbewerbes hat gerade erst begonnen. 

Im dritten Teil dieser Artikelserie wird es um die verschiedenen Basisgelder der Zukunft gehen, die miteinander im Wettbewerb stehen werden. Dabei sollen die Vor- und Nachteile der einzelnen Geldkonzeptionen diskutiert werden.

 Pascal Hügli ist Chief Research Officer bei Schlossberg&Co, einem einem Schweizer Asset Manager mit Fokus auf digitale Assets.

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Bank of England Mitglied fordert Zentralbanken zur Herausgabe eigener Kryptowährungen auf

Sarah John, ein Vorstandsmitglied der englischen Zentralbank (Bank of England), hat sich befürwortend zu einer staatlichen Kryptowährung geäußert, wie The Telegraph am 22. Februar berichtet. In diesem Zusammenhang fordert sie auch andere Zentralbanken auf, ihre eigenen Kryptowährungen zu entwickeln, um damit auf die Krypto-Ambitionen privatwirtschaftlicher Unternehmen zu reagieren.

Laut John ist es „sehr wichtig“, dass sich Zentralbanken über sogenannte Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) Gedanken machen als eine mögliche Antwort auf die Krypto-Projekte großer Technologiekonzerne.

Das Vorstandsmitglied der Bank of England warnt, dass die aktuelle Lethargie der Zentralbanken dazu führen könnte, dass diese im Bereich der digitalen Zahlungen gegenüber der Wirtschaft ins Hintertreffen geraten, weshalb es „unabdingbar“ sei, sich nun mit dem Thema Digitalwährungen auseinanderzusetzen.

„Es ist absolut richtig, dass Zentralbanken jetzt darüber nachdenken, ob es sinnvoller ist, dass die Privatwirtschaft oder die Regierung eine Digitalwährung herausgibt.“

Finanzstabilitätsrat drückt aufs Gas

Die mahnenden Worte von Sarah John kommen nur wenige Tage nachdem Randal Quarles, der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrates (FSB), die Länder der G-20 dazu aufgefordert hat, die Entwicklung von gesetzlichen Bestimmungen für virtuelle Währungen zu beschleunigen.

In einem Brief an die Zentralbank-Chefs und Finanzminister der G-20 hat Quarles auf die rasante Innovationsgeschwindigkeit im Bereich der digitalen Zahlungen und Stablecoins hingewiesen, weshalb „die Ausarbeitung entsprechender Regulierungs- und Überwachungsmaßnahmen beschleunigt werden muss“. So schreibt er:

„Da sich dieser Bereich ständig weiterentwickeln wird, wird es immer neue Ansatzpunkte geben, auf die reagiert werden muss. Der Finanzstabilitätsrat ruft deshalb eine Arbeitsgruppe ins Leben, die erörtern soll, was getan werden muss und wie bestehende Maßnahmen angepasst werden müssen.“

Am 23. Februar hat die G-20 ihrerseits eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der es heißt, dass „globale Stablecoins […] geprüft und entsprechend behandelt werden müssen, ehe sie in Betrieb gehen“. Dahingehend unterstützt sie auch die Bemühungen des Finanzstabilitätsrates, „eine Empfehlung für gesetzliche Richtlinien zu entwickeln“.

In diesem Kontext soll der FSB bis Oktober 2020 einen Fahrplan für die Verbesserung internationaler Zahlungen vorlegen.

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Shopify tritt Libra bei: Libra-Netzwerk bekommt prominenten Zuwachs

Nachdem die Libra Association in jüngster Zeit einige Rückschläge verkraften musste, kann sich das Netzwerk nun über prominenten Zuwachs freuen. Das börsennotierte Unternehmen Shopify hat den Eintritt in die Association bekannt gegeben und könnte dem Projekt neuen Aufschwung verleihen.

Shopify ergänzt Libra Association

Der Pressemitteilung zufolge will Shopfiy mit dem Eintritt in das Libra-Netzwerk Teil einer globalen Finanzinfrastruktur werden, die den grenzübergreifenden Zahlungsverkehr ausbaut. Als Mitglied der Libra Association setzt sich das kanadische Unternehmen künftig für den „Aufbau eines Zahlungsnetzwerks ein, das den Zugang zu Geld erleichtert und Händler und Verbraucher überall unterstützt“. Entsprechend hochgesteckt sind die mit dem Libra-Projekt verbundenen Ziele:

Unsere Mission ist es, den Handel für alle besser zu machen, und um das zu erreichen, verbringen wir viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie wir den Handel in den Teilen der Welt verbessern können, in denen Geld und Bankwesen besser sein könnten. Deshalb haben wir beschlossen, Mitglied der Libra Association zu werden.

Mit der Shopify-Software können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen eigenständig und ohne vertiefte IT-Kenntnisse Webshops aufbauen und verwalten. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über eine Million Anbieter und Händler diese E-Commerce-Lösung. Als Teil des Libra-Projekts will sich Shopify folglich insbesondere „für transparente Gebühren und einfachen Zugang zu Kapital einsetzen“.

Eine neue Hoffnung?

Nachdem Visa, MasterCard, eBay und jüngst Vodafone die Association bereits verlassen haben, schließt der Eintritt von Shopify zumindest eine kleine Lücke in den Reihen des Konsortiums. Ob die Bekanntgabe Shopifys jedoch dem Libra-Projekt neuen Aufwind verleiht, bleibt abzuwarten. Derzeit ist schwer abzuschätzen, in welche Richtung sich Libra entwickelt.

Ursprünglich noch als Global Coin konzipierte Kryptowährung hat die Association aufgrund des Drucks internationaler Regulierungsbehörden bereits zurückgerudert und plant derzeit offenbar die Einführung mehrerer Stable Coins. Das regulatorische Vakuum, das Libra aufgedeckt hat, ließ sich bislang nicht mit entsprechenden Gesetzen und Richtlinien füllen.

Erst kürzlich hat EU-Kommissar Dombrovskis die Informationsauskunft der Association bemängelt und wiederholte seine Forderung nach regulatorischer Klarheit. Somit scheint ein baldiger Start des Facebook Coins, der zunächst für Anfang dieses Jahres angesetzt war, aktuell in unbestimmte Ferne gerückt.

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Regulierungs-ECHO: Bloomberg packt Bitcoin-Regulierung an und Libra gerät ins Straucheln

Bitcoin-Regulierung: Bloomberg will Fakten schaffen

Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten Mike Bloomberg hat einen Reformplan vorgelegt, in dem er klare Regularien für den Handel und Besitz von Kryptowährungen wie Bitcoin verspricht. Danach will der ehemalige Bürgermeister New Yorks die Zusammenarbeit mit den Behörden bei Amtsantritt intensivieren. Zudem sollen neue Rechtssprechungen Anlegern mehr Schutz und Absicherung bieten.

Südkoreanische Zentralbank arbeitet an Blockchain-System für Anleihen

Die Zentralbank Südkoreas will ein blockchainbasiertes System zur Abwicklung von Anleihen einführen. Das geplante System soll den gesamten Prozess von der Ausgabe bis zur Begleichung von Anleihen verwalten. Ein Starttermin hat die Bank zwar noch nicht bekannt gegeben, jedoch bereits mehrere Tests angekündigt.

Vom Erdinneren zum Anlageinstrument

Die russische Zentralbank hat die Tokenisierungsplattform des Metall-Riesen Nornickel genehmigt. Die Zulassung erfolgt unter Vorbehalt des noch nicht beschlossenen Gesetzes „Über digitale Finanzanlagen“, das einen gesetzlichen Rahmen zum Handel und Besitz von Kryptowährungen wie Bitcoin schaffen soll. Auf der Tokenisierungsplattform sollen sich folglich sämtliche Rohstoffe als digitale Vermögenswerte abbilden lassen.

Erneute Klatsche für Libra

EU-Kommissar Dombrovskis hat abermals Kritik an der Libra Association geäußert. Bislang seien noch regulatorische Fragen zur Umsetzung der Facebook-Währung durch die Association unbeantwortet geblieben. Vor allem im Bezug auf Datenschutz, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erkennt die EU nach wie vor ein unkalkulierbares Risiko in Kryptowährungen à la Bitcoin. Solange keine Klarheit herrscht und die EU kein geeignetes Regelwerk aufgesetzt hat, dürfte mit keiner baldigen Einführung des Facebook Coins zu rechnen sein.

BigTechs mischen den Finanzsektor auf

Die großen Technologie-Unternehmen der Welt drängen mit Zahlungsdienstleistungen verstärkt in den Finanzsektor. Einem Bericht der Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zufolge hat diese Entwicklung sowohl positive als auch negative Konsequenzen für Verbraucher. Zudem geraten die Behörden zusehends unter Zugzwang, entsprechende Regularien für Dienstleistungen der BigTechs einzuführen.

Schwedische Zentralbank testet E-Krona

Zusammen mit Accenture entwickelt die Riksbank ein Pilotprojekt für die technische Lösung einer digitalen Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, kurz: CBDC). In einer Testumgebung soll die E-Krona demzufolge ein Jahr lang getestet werden. Dabei werden Benutzer simuliert, die eine E-Krona in einer Wallet halten und über eine mobile App Ein- und Auszahlungen vornehmen.

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