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Eine Einführung in das Lightning Network

Das Lightning Network stellt einen Lösungsansatz für die Skalierungsprobleme der Bitcoin Blockchain dar. Doch wie funktionieren überhaupt Transaktionen im Netzwerk?

Der Beitrag ist der Academy von BTC-ECHO entnommen. Dort finden sich spannende Hintergrundinformationen sowie interessante Einstiegskurse zu Bitcoin, Blockchain und Co.

Lightning Network

Beim Lightning Network handelt es sich um einen Timelocked Off-Chain Payment Channel. Das heißt, Nutzer können BTC off-chain, also abseits der Bitcoin Blockchain, fixieren und an andere Nutzer senden. Das Versenden von Werten erfolgt nahezu instantan und bedarf, ähnlich wie bei On-Chain-Transaktionen, keiner vertrauenswürdigen Drittinstanz. Das Lightning Network gilt als vielversprechende Skalierungslösung für Bitcoin.

Die Sache mit der Skala 

Bitcoin soll ein elektronisches Geldsystem sein, bei dem sich die Teilnehmer direkt Geld zusenden können. Ein Geldsystem, das nicht von einer Zentrale kontrolliert wird, sondern auf einem Computerprotokoll basiert. Theoretisch sollte dieses Geldsystem allen Menschen auf der Welt zugänglich sein. Damit wäre ein universeller Währungsstandard gegeben; eine gemeinsame „Sprache“ für die ganze Menschheit.

Doch die Theorie lässt sich nicht so einfach in die Realität umsetzen. Auch wenn Bitcoin bereits ein elektronisches Geldsystem ohne kontrollierende Mittelsmänner ist, kann es nicht von allen Menschen genutzt werden. Der Grund dafür ist die Skala, die dafür erforderlich ist.

Das Problem verdeutlicht sich, wenn man sich vorstellt, wie viele Transaktionen täglich in der Weltwirtschaft stattfinden. Während die Bitcoin Technologie problemlos gigantische Summen transferieren kann, stößt sie an ihre Grenzen, wenn es um eine hohe Frequenz an Transaktionen geht. Der Grund dafür ist technischer Natur: Die Blockchain, auf der alle Transaktionen festgehalten werden, bietet nur limitierten Platz für Transaktionen.  

Alles einsteigen, bitte!

Das kann man sich ein bisschen wie ein Bus vorstellen. Dieser Bus hat eine begrenzte Anzahl an Sitzen. Wenn alle Sitze voll sind, können nicht mehr Leute mitfahren. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Blöcken in der Bitcoin-Blockchain. Auch diese haben nur eine bestimmte Anzahl an „Sitzplätzen“ für Transaktionen. Wenn alle Plätze belegt sind, können nicht mehr Transaktionen „mitfahren“ (also bestätigt werden).  

Ein Mechanismus in Bitcoin ist, dass sich Transaktionen durch ihre Transaktionsgebühr einen Sitzplatz im Bus sichern können. Das heißt, wenn Alice eine super wichtige Transaktion an Bob schicken möchte, die auf jeden Fall im nächsten Bus Platz finden soll, kann sie eine überdurchschnittlich hohe Gebühr bezahlen. Der „Busfahrer“ (der Miner) muss die Transaktion nicht mitfahren lassen, allerdings kann er sich einen schönen Pfennig dazu verdienen, wenn er es tut. Er hat also einen ökonomischen Anreiz, der Transaktion Platz in seinem Bus zu machen.  

Alles schön und gut, oder? Noch nicht, denn was passiert, wenn das jeder macht? Der Platz auf der Blockchain, der Platz im nächsten Block, im nächsten Bus, ist fest limitiert. Wenn mehr und mehr Menschen das Bitcoin-Geldsystem nutzen wollen, immer mehr Transaktionen sich in den Bus drängeln wollen, dann steigen die Transaktionsgebühren. Denn die Transaktionen stehen durch ihre Gebühren miteinander im Wettbewerb für einen Platz auf der Blockchain.

Wie viele Transaktionen kann Bitcoin pro Sekunde verarbeiten? 

Eine oft rezitierte Metrik, wenn es um die Funktionalität von Bitcoin geht, sind die Transaktionen pro Sekunde. Ein Block in Bitcoin darf maximal 1 Megabyte groß sein. Eine durchschnittliche Transaktion hat eine Größe von 400 Byte. Das heißt, im Schnitt passen 2.500 Transaktionen in einen Block. Ungefähr alle 10 Minuten wird ein neuer Block gefunden. Folglich kann das Bitcoin-System ungefähr 4 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten.  

Wie viel Transaktionen pro Sekunde kann die Bitcoin-Konkurrenz? 

Um etwas Perspektive auf die Kapazität von Bitcoin zu bekommen, vergleichen wir die Transaktionen pro Sekunde mit zwei attraktiven Alternativen: Visa und PayPal. Während die Bitcoin Blockchain bei mehr als vier Transaktionen pro Sekunde an ihre Grenze stößt, kann PayPal bis zu 115 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Marktführer Visa macht ohne Probleme sogar 2.000 Transaktionen pro Sekunde, zu Stichzeiten auch 4.000 Transaktionen. Nach eigenen Angaben kann Visa aber weit mehr: Bis zu 56.000 Transaktionen in der Sekunde sollen möglich sein. Wie kann Bitcoin da mithalten und zu einem globalen Zahlungssystem werden? 

Zwei Nuancen müssen bei dieser Diskussion allerdings auch Erwähnung finden: Die Transaktionsgröße und die Finalität einer Transaktion.  

In Bitcoin ist es für die Gebühren und das Netzwerk egal, ob ein Betrag von 0,001 BTC oder 10.000 BTC versendet wird. Was zählt, ist die Anzahl der Inputs und Outputs der Transaktion. Bei alternativen Zahlungssystemen wie Visa und PayPal zahlt man stattdessen meist eine prozentuale Gebühr am Transaktionsbetrag. Große Beträge zu versenden ist dementsprechend teuer. 

Die Vorteile der Konkurrenz

Die Finalität der Transaktion beschreibt die Möglichkeit, dass die Transkation zurückgenommen werden kann. Bei Bitcoin ist das sehr schwierig: Sobald eine Transaktion abgeschickt ist und in einen Block geschrieben wurde, kann sie kaum wieder rückgängig gemacht werden. Das ist ein Vorteil, denn Verkäufer können sich so sicher sein, dass der vermeintlich freundliche Kunde sie nicht nachträglich betrügt. Anders ist dies bei PayPal und Visa: hier gibt es einen Zeitraum (meistens 30 bis 120 Tage) in denen die Zahlung widerrufen werden kann. Möglich ist das, da PayPal oder Visa die zentrale Autorität im Geldsystem sind. Sie bestimmen die Geschichte der Transaktionen und können diese auch nachträglich verändern.  

Während Bitcoin in der Transaktionsfrequenz also das Nachsehen hat, kann die Technologie bereits jetzt massiv in Sachen Transaktionsgröße und finanzieller Finalität punkten.  

Lösungsansätze für die Skalierung: On-Chain vs. Off-Chain 

Die Frage nach der Transaktionskapazität wird auch oft die Skalierungsfrage genannt. Grundsätzlich lassen sich die Antworten in zwei Lager aufteilen: On-Chain-Skalierung und Off-Chain-Skalierung.  

Der Ansatz der On-Chain-Vertreter, um auf das Busbeispiel zurückzugreifen, ist, den Bus zu vergrößern. Das heißt, anstatt die Blöcke auf 1 Megabyte zu limitieren, wird eine neue Obergrenze für den Block festgelegt. So passen mehr Transaktionen in der Bus, der nach wie vor alle 10 Minuten abfährt. Angenommen die Blockgröße erhöht sich auf 10 Megabyte, dann erhöht sich auch die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde um das 10-fache. Es wäre dann möglich, circa 40 Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten. Der Weg über die Erhöhung der Blockgröße, die Kapazität der Blockchain zu verbessern, findet seinen Ausdruck in der Bitcoin Hard Fork Bitcoin Cash (BCH).  

Die Alternative dazu ist das Off Chain Scaling. Hier möchte man nicht die Transaktionskapazität der Blockchain selbst verbessern, sondern eine zweite Ebene für Transaktionen schaffen, die an die erste Ebene, an die Blockchain, andockt. Diese zweite Ebene (auf Englisch: Second Layer) würde die Sicherheitsaspekte von Bitcoin erben und zudem eine Magnitude mehr Transaktionen erlauben. Also anstatt linear zu skalieren, wie beim On-Chain-Ansatz, könnte mit der zweiten Ebene Millionen von Transaktionen abgewickelt werden. Und das sofort, zu sehr geringen Beträgen und mit ähnlicher Sicherheit wie beim Bitcoin-System selbst. Diese Methode Bitcoin außerhalb der Blockchain zu skalieren hört auch auf den Namen Lightning Network. 

Das Lightning Network 

Das Lightning Network (kurz: LN) ist für viele Bitcoin-Vertreter die logische nächste Entwicklung des Bitcoin Zahlungssystems. Vorstellen kann man sich die Architektur wie eine Torte mit mehreren Schichten. Die Bitcoin Blockchain ist der Boden, oder die sogenannte Base Layer. Darauf aufbauen würde das Lightning Network. Gewisse Charakteristika der Base Layer könnten geerbt werden, wie beispielsweise Sicherheit, während andere Limitierungen nicht mehr gelten, eben die limitierte Anzahl an Transaktionen.  

Erreicht wird die Verknüpfung von Base Layer und Lightning Network durch eine Reihe von kryptografischen Mechanismen.  

Zahlungskanäle – Die Basis des Lightning Network 

Kern des Lightning Network sind Zahlungskanäle (Payment Channels). Ein Zahlungskanal kann man sich wie einen Tunnel zwischen zwei Parteien, Alice und Bob, vorstellen. Er verbindet Alice und Bob also direkt miteinander. Der Unterschied zwischen einem Zahlungskanal und einer Transaktion auf der Blockchain ist, dass Zahlungen innerhalb des Tunnels nicht auf der Blockchain festgehalten werden. Stattdessen können Alice und Bob den Stand des Zahlungskanals immer weiter aktualisieren und erst wenn sie „fertig“ sind, den letzten Zustand auf die Blockchain schreiben. Die Aktualisierung des Zahlungskanals passiert außerhalb der Blockchain und ist nicht an deren Limitierungen gebunden. Alice und Bob könnten mehrmals pro Sekunde den Stand ihres Kanals erneuern. Mit anderen Worten, Micro-Transaktionen werden so nicht nur möglich, sondern auch plausibel.  

Wer also das Lightning Network verstehen will, sollte im ersten Schritt Zahlungskanäle verstehen. 

Unidirektionale Zahlungskanäle 

Der klassische Kanal oder Payment Channel besteht zwischen zwei Teilnehmern (Peers), Alice und Bob. Für den Kanal wird die Multisignature-Technologie Bitcoins und eine sogenannte Locktime genutzt. Mithilfe von Multisignature-Transaktionen können Transaktionen generiert werden, die mehr als einen Private Key zum Signieren einer Transaktion benötigen. Im Fall von Zahlungskanälen generiert man sogenannte 2-2-Multisig-Transaktionen. Das heißt, dass die mit dieser Transaktion zusammenhängenden Bitcoin die Zustimmung beider Parteien für ein Senden benötigen. Die Locktime sorgt dafür, dass für eine bestimmte Dauer die Coins innerhalb der Multisig nicht transferierbar sind. 

Ein unidirektionaler Zahlungskanal schickt Geld immer nur in eine Richtung. Also von A nach B, nicht andersrum. 

Stellen wir uns das Ganze an einem Beispiel aus der echten Welt vor: Bob betreibt einen Kaffeeladen, bei dem Alice jeden Morgen einen Kaffee kauft. Damit Alice nicht jedes Mal eine Transaktion in die Blockchain schreiben muss, die relativ lange dauert und viel kostet, eröffnet sie einen Zahlungskanal mit Bob. Sie schickt dafür einen bestimmten Betrag, in unserem Beispiel 10.000 Satoshi an eine 2-2 Multi-Sig-Adresse. Dabei kontrolliert Alice einen private Key und Bob den anderen. Damit eine gültige Transaktion in die Blockchain geschrieben werden kann, müssen sowohl Alice wie auch Bob die Transaktion signieren.  

Funding-Transaktion

Die Transaktion, die den Zahlungskanal eröffnen, heißt auch Funding-Transaktion. Sie wird in die Blockchain geschrieben und geminded. Die Funding-Transaktion gibt an, wie viel Geld maximal ausgegeben werden kann.  

Zudem bringt Alice eine zweite Transaktion ein, die nach einem Monat die 10.000 Satoshi automatisch an ihre Adresse zurückschickt. Das ist ihre Absicherung. Sollte es also zu Problemen mit Bob kommen, erhält Alice nach einem Monat ihr Geld zurück. Bob könnte die 10.000 Satoshi also maximal für einen Monat als „Geisel halten“ – nicht für immer. 

Zum einen hat Alice nun einen Zahlungskanal zu Bob eröffnet, zum anderen hat sie eine Absicherung, dass sie spätestens in einem Monat an ihr Geld wiederkommt. Wie funktioniert dieser Zahlungskanal jetzt? 

Kaffee mit Bitcoin zahlen

Wenn Alice nun am Morgen bei Bob in den Kaffeeladen kommt, hat sie in dem Zahlungskanal 10.000 Satoshi und Bob hat Null Satoshi. Alice bezahlt ihren Kaffee indem sie den Stand des Kanal updated. Dafür kreiert sie innerhalb der Multi-Sig-Wallet eine Transaktion, die ihr nur noch 9.000 Satoshi schicken würde und Bob 1.000 Satoshi. Diese Transaktion signiert sie und schickt diese an Bob. Bob hat jetzt eine signierte Transaktion von Alice für die 2-2 Multi-Sig-Wallet. Das heißt er könnte sich entscheiden, ebenfalls seine Signatur hinzuzufügen und dann diese Transaktion (9.000 Satoshi an Alice, 1.000 an Bob) in die Blockchain zu schreiben. Das tut er allerdings nicht, da er weiß, dass Alice morgen wiederkommt. Ihm reicht die Gewissheit, dass er jetzt bereits einen signierten Scheck von Alice hat. Diesen kann er jederzeit vor Ende der Locktime selbst unterschreiben und dann wie eine normale Transaktion in die Bitcoin Blockchain schreiben.  

Am nächsten Morgen kommt Alice wieder in den Laden, um Kaffee zu kaufen. Wieder zahlt sie über den Zahlungskanal. Sie kreiert eine neue Transaktion in der Multi-Sig-Wallet, die ihr jetzt nur noch 8.000 Satoshi schickt und dafür 2.000 Satoshi an Bob. Diese Transaktion signiert sie und händigt den metaphorischen Scheck Bob aus. Diese inkrementale Aktualisierung kann so lange fortgesetzt werden, bis die Locktime abgelaufen ist. Oder bis Alice kein Geld mehr in dem Kanal übrig hat, das sie ausgeben kann. 

In diesem Kontext erklärt sich auch der Begriff „Off Chain“. Alice bezahlt Bob mit Bitcoin, allerdings berühren diese Zahlungen nicht direkt die Blockchain. Sie passieren außerhalb der Blockchain (Off Chain).  

Der Vorteil ist also, dass Alice jeden Morgen ihren Kaffee kaufen kann. Das tut sie nicht mit einer Transaktion auf der Blockchain, sondern mit einem Scheck für Bob, den dieser jederzeit einlösen kann. Vorher muss Alice eine Art Pre-Paid-Konto aufladen, von dem sie dann die einzelnen Transaktionen abziehen kann. Wenn Bob den Scheck einlöst, oder wenn die Locktime ausläuft, wird der Zahlungskanal geschlossen. Eine Transaktion wird in die Blockchain geschrieben und verteilt das übrige Geld entsprechend an Alice und Bob. 

In der Blockchain stehen nur zwei Transaktionen. Einmal die Transaktion, die die Multi-Sig-Wallet finanzierte und einmal eine Transaktion, die den Zahlungskanal schließt. Aber zwischen diesen 2 Transaktionen auf der Blockchain hätten eine Million oder mehr kleine Transaktionen zwischen Alice und Bob stattfinden können.  

Settlement-Transaktion

Wird ein Zahlungskanal geschlossen, spricht man von einer Settlement-Transaktion. Die Settlement-Transaktion wird in die Blockchain geschrieben und geminded.

Bisher haben wir allerdings nur einen unidirektionalen Zahlungskanal betrachtet. Also wenn Alice ausschließlich Geld an Bob schickt (wie eben beim Kaffeekauf). Doch wenn das Ganze auch in die andere Richtung funktionieren soll, wird die Sache etwas komplizierter. 

Commitments – Wenn Kanäle in beide Richtungen gehen sollen 

Damit die Grundlage für das Lightning Network gelegt ist, bedarf es bidirektionaler Zahlungskanäle. 

Ein bidirektionaler Zahlungskanal ist ein Kanal, bei dem das Geld in beide Richtungen fließen kann.

Nur müssen diese Zahlungskanäle auch „vertrauenlos“ etabliert werden. Das heißt, beide Parteien können nichts durch Betrug gewinnen und es bedarf keiner schlichtenden dritten Partei.  

Ein Szenario wäre zum Beispiel, dass Bob einen alten Zustand des Zahlungskanals auf die Blockchain schreibt. Falls Alice die Zahlung im Zahlungskanal schon akzeptiert hätte und Bob eine Ware ausgehändigt oder eine Dienstleistung erbracht hätte, wäre sie so um ihr Geld betrogen. Dies darf natürlich nicht passieren. Deswegen bedürfen bidirektionale Zahlungskanäle eines extra Schritts. Es muss eine kryptographische Absicherung für beide Parteien eingerichtet werden, damit die Teilnehmer nicht ungestraft auf alte Zahlungskanalzustände zurückgreifen können.  

Warum ist dieses Szenario bei unidirektionalen Zahlungskanälen kein Problem? Beim unidirektionalen Zahlungskanal zahlt nur Alice an Bob Geld. Dafür händigt sie Bob immer wieder einen von ihr signierten Scheck mit dem aktualisieren Stand des Kanals. Zu keinem Zeitpunkt bekommt Alice von Bob einen signierten Scheck. Das bedeutet, dass sie keine Transaktion von der Multi-Sig-Wallet tätigen kann, denn für diese braucht sie zwei Signaturen. Bob auf der anderen Seite gewinnt mit neuen Transaktionen immer nur mehr Geld. Er würde aus ökonomischem Eigeninteresse keinen alten Zustand in die Blockchain schreiben, da dies bedeuten würde, er bekäme weniger Bitcoin als Alice ihm eigentlich überschrieben hat. In unidirektionalen Zahlungskanälen ist es für Bob also immer am besten, den neusten Stand zu veröffentlichen. 

Bidirektionale Zahlungskanäle  

Alice und Bob wollen einen bidirektionalen Zahlungskanal etablieren. Dafür müssen sich die beiden Parteien zuerst auf eine Eröffnungstransaktion (Funding-Transaktion) mit den jeweiligen Beträgen einigen. Also, wie viel jeder in den Kanal einbezahlt. In unserem Beispiel zahlt Alice 10.000 Satoshi ein und Bob bezahlt nichts ein. Alice schickt die 10.000 Satoshi an eine 2-2-Multi-Sig-Wallet. Für diese Wallet hat Alice einen Key und Bob hat den anderen. Beide müssen also für eine gültige Transaktion auf der Blockchain diese signieren. Sollte Bob verschwinden, kann Alice nach einer bestimmten Zeit das Geld zurückholen. 

Jetzt möchte Alice den Zahlungskanal benutzen und Bob 1.000 Satoshi schicken. Dafür kommt eine zweite Multi-Sig-Wallet ins Spiel. Nachdem die Funding-Transaktion stattgefunden hat, kreiert Alice eine neue Transaktion, bei der die 9.000 Satoshi an eine von ihr kontrollierte Adresse gehen und 1.000 Satoshi an die neue Multi-Sig-Wallet. Für diese neue Multi-Sig-Wallet werden wieder zwei Signaturen benötigt. Die eine gehört Alice, die andere ist eine temporäre, neue Adresse von Bob. Zudem hat diese Transaktion ein Zeitschloss, also sie kann erst nach einer verstrichenen Zeitperiode ausgegeben werden. Soweit so gut. Bob könnte sich jetzt entschließen mit seiner temporären Signatur zu unterschreiben und den Zahlungskanal damit zu schließen. Oder er wartet auf die nächste Aktualisierung des Zahlungskanals.  

Bob möchte jetzt über den gleichen Kanal 500 Satoshi an Alice schicken. Dafür muss er seine vorherige Signatur preisgeben, indem er den zugehörigen Private Key mit Alice teilt. Dann erstellt er eine neue Transaktion bei der Alice 500 Satoshi bekommt und 500 Satoshi nach wie vor an Bob gehen. Für diese Transaktion ist eine temporäre, neue Signatur von Alice notwendig und eine Signatur von Bob. Diese Transaktion ist wieder mit einem Zeitschloss versehen, sodass Bob seine vollen 1.000 Satoshi bekommt, sofern Alice nicht reagiert.  

Erstellen eines Pre Image

Da es sich um einen bidirektionalen Zahlungskanal handelt, muss jedoch ein Schritt vor der Commitment-Transaktion vorgenommen werden. Sie müssen sich das Geheimnis, das Pre Image, ausdenken und austauschen.  

In der Praxis übernimmt das die Wallet und der Nutzer bekommt von dem Prozess nicht viel mit. Generell kann man sich das allerdings so vorstellen. Die Wallet-Applikation generiert eine zufällige, große Zahl. Das ist das Pre Image. Dann hasht die Wallet-Applikation das Pre Image. Das ist der Hash. Bevor es mit dem Zahlungskanal richtig losgehen kann, erstellen beide Teilnehmer daher ein solches Pre Image und den dazugehörigen Hash. Diesen Hash tauschen sie untereinander aus. Jetzt ist alles bereit für den bidirektionalen Zahlungskanal. 

Alice schickt Bob jetzt 10.000 Satoshi, indem sie wieder einen Scheck für die Multi-Sig-Wallet unterschreibt. Dieser Scheck zahlt ihr 49.990.000 Satoshi aus und Bob 50.010.000 Satoshi. Es handelt es sich also um eine Commitment-Transaktion. Doch diese Transaktion ist besonders, denn sie ist mit einem Hashed Timelock Contract versehen. Das heißt Alice benutzt zum einen den Hash, den Bob ihr gegeben hat und sagt: „Wer beweisen kann, dass er das Pre Image zu diesem Hash kennt, kann den HTLC auflösen.“ Die andere Möglichkeit, eine Transaktion zu tätigen, ist, dass eine bestimmte Zeitspanne vergeht. Bei einem HTLC wird diese Zeit in Blockanzahl angegeben (ein Block dauert ungefähr 10 Minuten).  

Auflösung der Settlement-Transaktion

Bob kann so jederzeit an sein Geld kommen. Dafür löst er den Zahlungskanal in einer Settlement-Transaktion auf, indem er sein Pre Image in der Transaktion präsentiert. Alice kann das nicht, denn sie kennt das Pre Image nicht. Sollte Bob nicht mit Alice kooperieren und versuchen, das Geld „Geisel zu halten“, kann er das nur bis das Zeitschloss abgelaufen ist. Wenn er bis dahin nicht den Kanal geschlossen und sein Geld für sich beansprucht hat, kann Alice wieder an ihr gesamtes Geld kommen.  

Wenn die Balance in einem Zahlungskanal geändert wird, das heißt eine Partei mehr Bitcoin aufgibt, spricht man auch von einer Commitment-Transaktion. Commitment-Transaktionen werden nicht in die Blockchain geschrieben. 

Lightning Network – Aus den Kanälen wird ein Netzwerk 

Jetzt haben wir die technischen Grundlagen für das Lightning Network verstanden. Doch wie kommt es nun von einem bidirektionale Zahlungskanal zwischen Alice und Bob zum Netzwerk zwischen allen Teilnehmern? 

Ein Hashed Timelock Contract (HTLC) ist eine Klasse an Transaktion, die eine bestimmte Bedingung erfüllen muss, um gültig zu sein. Genauer gesagt muss der Sender entweder einen kryptographischen Beweis vorlegen oder bis zu einem bestimmten Datum warten.  

Der HTLC besteht aus zwei Komponenten, auf der einen Seite dem Geheimnis (Secret) und auf der anderen Seite einem Zeitschloss. Das Geheimnis ist eine zufällige Zahl, die mit einer Hash-Funktion gehasht wird. Die ursprüngliche Zahl, die für die Erzeugung des Hashes benutzt wird, heißt auch Pre Image.  

Das Pre Image ist eine zufällige Zahl, die als Geheimnis für ein HTLC dient. Wer das Pre Image für ein HTLC kennt, besitzt den kryptographischen Beweis, um eine Transkation zu tätigen. 

Bisher müssten die Teilnehmer für jede neue Zahlungsaktivität einen neuen Channel errichten. Sollte also Alice mit Carol Geschäfte machen wollen, müssten beide Geschäftspartner einen Zahlungskanal errichten. Das Lightning Network setzt hier an – Zahlungen könnten über die einzelnen Teilnehmer geroutet werden. Anstatt, dass Alice einen neuen Kanal zu Carol aufbaut, nutzt sie existente Kanäle zwischen ihr und Bob und Bob und Carol. Bob agiert in diesem Fall als Zwischenschritt, als Hop, zwischen Alice und Carol. 

Lightning Network

Das Lightning Network ist ein geroutetes Netzwerk aus bidirektionalen, end-to-end Zahlungskanälen. Das heißt, die Teilnehmer können sich gegenseitig Zahlungen von Kanal zu Kanal senden, ohne dabei einen Intermediär benutzen zu müssen. 

Der kritische Leser wird hier stutzig: „Moment mal, das Geld geht von Alice über Bob an Carol – ist das nicht genau das Treuhänder-Model, das Bitcoin ersetzen will?“ 

Das Lightning Network ist kein vertrauensbasiertes Treuhänder-Model. Denn auch wenn die Zahlung über Bob ihren Weg zu Carol findet, hat Bob zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über das Geld von Alice. Das wird durch fortgeschrittene Kryptographie möglich gemacht. Eben dem Mechanismus von bidirektionalen, vertrauenlosen Zahlungskanälen, die Hashed Timelock Contracts (HTLC).  

Dieser Vorgang garantiert, dass niemand in der Kette von Zahlungskanälen betrügen kann, bzw. dass Betrug sich nicht lohnt. Das funktioniert so: Dabei denkt sich Carol ein Geheimnis aus, wieder eine zufällige Zahl. Den Hash davon gibt Carol an Alice weiter. Dieser Hash wird nun zum Unterpfand: Bob erhält eine Zahlung, wenn er das Geheimnis kennt. Dieses kann Alice mithilfe des Hashes überprüfen. Bob gibt den Hash weiter – wieder mit dem Versprechen, zu zahlen, falls der Empfänger das Geheimnis lüftet. Prinzipiell kann der Weg zwischen Alice und Carol weitere Teilnehmer enthalten, die allesamt den Hash als Unterpfand nutzen, in der Abbildung hat man lediglich ein einfaches Netzwerk aus drei Parteien gebildet. 

Mithilfe der HTLCs können Payment Channels zwischen verschiedenen Parteien miteinander verbunden werden. Man sieht: Teilnehmer am Netzwerk, die als Nodes eine Brücke zwischen Alice und Carol bilden, sind das Rückgrat des Lightning Networks. Ihre Wichtigkeit kann man mit der der Miner auf der regulären Blockchain vergleichen. 

Hop 

Die Blockchain spielt weiterhin eine zentrale Rolle zum abschließenden Settlement der Zahlungen und damit für den globalen Konsens. Dabei ist es sekundär, ob es tatsächlich die Bitcoin-Blockchain ist: Das Lightning Network kann auch mit anderen Kryptowährungen wie beispielsweise Litecoin interagieren. So kann man schließlich auch Atomic Swaps realisieren. Hier wird ein Channel eröffnet, dessen finales Settlement man auf verschiedenen Blockchains speichert – unabhängig davon, ob Carol und Bob schon Bitcoins miteinander ausgetauscht haben oder nicht.

Peer-to-Peer wäre in ein Extrem verzerrt und damit absolut nicht effizient. Ein Ansatz wäre, dass Teilnehmer an verschiedenen Zahlungskanälen Transaktionen weitergeben. Alice würde Geld an Carol über Bob schicken können. Die Frage ist, ob man Bob vertrauen kann. Zum einen könnte er das Geld für sich beanspruchen und einfach nicht weitergeben, zum anderen könnte die Lightning Node von Bob ausfallen. 

Herausforderungen mit dem Lightning Network 

Eine der wohl größten Baustellen – und einer der meist genannten Kritikpunkte gegen das Lightning Network – ist das Routing. Wenn ein Netzwerk aus Zahlungskanälen besteht, muss die Zahlung ihren Weg durch das Netzwerk finden. Allerdings ist die Methode des Routing nicht im Lightning Network Whitepaper spezifiziert. Die Kritiker des Lightning Networks meinen, dass es sich hier um ein unlösbares Problem handelt. Schließlich würden ständig neue Knoten online kommen und andere würden offline gehen. Allein die Bedingung, dass man zum Empfang einer Transaktion online sein muss, schreckt viele vom Lightning Network ab. So sei es doch ein Schritt nach hinten, anstatt nach vorne, denn bei Bitcoin muss der Empfänger nicht online sein, um Zahlungen zu erhalten. 

Der technologische Status des Lightning Networks ist also noch unreif. Für eine breite Adaption muss die Technologie einfach und sicher zu benutzen sein. Bestenfalls merkt der Nutzer überhaupt nicht, dass er mit dem Lightning Network und Zahlungskanälen interagiert. Allerdings wird es voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis es soweit ist. Nicht zuletzt könnte das Experiment auch scheitern.  

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auf btc-echo lesen

Sicherheitslück im Lightning Network, Upgrade dringend empfohlen

Alle Nodebetreiber des Lightning Networks, die eine LND Version von vor dem 1. Oktober nutzen, werden gebeten, unverzüglich ein Upgrade auf Version 0.11 aufzuspielen. Grund dafür ist, dass eine Sicherheitslücke in LND Version 0.10 gefunden wurde, die auch alle Versionen davor betrifft.

Die entsprechende Sicherheitslücke wurde am 9. Oktober von Lightning Entwickler Conner Fromknecht kommuniziert. Dahingehend erklärt dieser:

„Obwohl wir keinen Grund zur Annahme haben, dass diese Sicherheitslücke bereits ausgenutzt wird, bitten wir die Community eindringlich darum, sofort auf LND Version 0.11 oder höher zu aktualisieren.“

Nähere Details zur Sicherheitslücke sind nicht bekannt, jedoch gibt Fromknecht an, dass am 20. Oktober genauere Informationen offengelegt werden.

auf cointelegraph lesen

Ade Lightning? Bitcoin kehrt der zweiten Schicht den Rücken

Während das DeFi-Ökosystem immer mehr Bitcoin frisst, könnte das Lightning Network bald mit leeren Händen dastehen.

Mit einem verkraftbaren Minus von 0,3 Prozent in den letzten 24 Stunden wird die Kryptowährung Nr. 1 zu Redaktionsschluss bei 10.283 US-Dollar gehandelt und tritt somit wie am Vortag auf der Stelle. Auch wenn das Asset auf Tagessicht nicht so recht vom Fleck kommt, legt Bitcoin im Wochenvergleich um 0,9 Prozent zu.

Mit einer 24-stündigen Schwankungsbreite von knapp 250 US-Dollar zeigte das Asset keine nennbaren Ausbruchsversuche, den Widerstand bei 10.396 anzugreifen. Unterstützung erhält der Kurs bei 10.054 US-Dollar. Diese gilt es zu verteidigen, andernfalls droht ein Kursabschlag unter de fünfstelligen Bereich. Nachdem Bitcoin noch vergangene Woche ein Auge auf die 12.000-Marke warf, deutet sich erneut ein zäher Grabenkampf zwischen Bären und Bullen um die symbolisch wichtige 10.000-Marke an.

Bitcoin und DeFi: Eine neue Liaison

Kaum ein Schlagwort sorgt derzeit für so viel Furore wie DeFi. Noch in den Kinderschuhen steckend, sind Dezentrale Finanzen schon nicht mehr aus dem Krypto-Ökosystem wegzudenken und deuten dabei erst ihr enormes Wachstumspotenzial an.

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Die Erfolgsstory fußt im Kern auf der Ethereum Blockchain. Doch auch Bitcoin hinterlässt einen immer größer werdenden Fußabdruck im DeFi-Sektor.

Über Wrapped Bitcoin (WBTC), einen 1 zu 1 durch Bitcoin gedeckten ERC20-Token, findet das Asset immer häufiger seinen Weg auf die Ethereum Blockchain. Mittlerweile sind laut Defipulse über 520 Millionen US-Dollar in Wrapped Bitcoin in DeFi-Anwendungen beheimatet. Damit platziert sich das Asset hinter yearn.finance auf Platz zwei der nach Volumen meist verwendesten Assets.

Goodbye Lightning Network?

Das Lightning Network ist als Second-Layer-Lösung mit seinen verzweigten Zahlungskanälen der Idee nach eine Art DeFi-Version des Bitcoin-Netzwerks. Angetreten die Bitcoin-Skalierungsprobleme zu lösen, blieb der Erfolg im Sinne von Nutzung und Handelsvolumen jedoch eher auf der Strecke liegen. Das Lightning Network sieht aktuell nur die Rücklichter des DeFi-Ökosystems, das auf der Überholspur vorbeizieht.

DeFi spielt mit über einer halben Milliarde US-Dollar an tokenisierten Bitcoin bereits in einer ganz anderen Liga als das Lighning Network mit seinen vergleichsweise „mickrigen“ 11 Millionen US-Dollar.

Ob der aktuelle Abzug an Bitcoin aus dem Lightning Network auf das DeFi-Konto fließt, lässt sich nicht genau feststellen. Aber auffällig ist, dass sich das Wachstum von WBTC im Gleichschritt mit sinkenden BTC-Beständen im Lightning Network vollzieht.

Handelsvolumen auf Jahreshoch

Das Gesamtvolumen von On-Chain-Transaktionen hat am 9. September einen diesjährigen Spitzenwert aufgestellt. Der Anstieg der On-Chain-Transaktionen seit Ende August gipfelte schließlich im Jahreshoch von rund 3,2 Millionen transferierten Bitcoin, bei aktuellem Wechselkurs über 32 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig sind die die On-Chain-Transaktionen von Bitcoin-Börsen auf ein Jahrestief geschrumpft, wie die Blockchain-Analysten von CryptoQuant zu Bedenken geben. Lediglich 115.000 Bitcoin beziehungsweise 3,6 Prozent des gesamten Handelsvolumens vom 9. September sind auf Handelsplattformen zurückzuleiten.

Laut CryptoQuant-CEO Ki Young Ju könnte das Wachstum des Transfervolumens auf OTC-Deals, also außerbörsiliche Direktverkäufe zurückzuführen sein:

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Irgendwas passiert. Möglicherweise OTC-Geschäfte.

auf btc-echo lesen

Studie zeigt: Neuer Lightning-Network-Angriff könnte zu Chaos führen

In einer Studie vom 29. Juni wurde eine Möglichkeit aufgezeigt, Wallets mit Bitcoins (BTC) auf dem Lightning Network leerzuräumen, indem man einen Engpass im System ausnutzt.

Laut der Studie mit dem Titel „Flood & Loot: A Systemic Attack On The Lightning Network“ betrachteten Jona Harris und Aviv Zohar von der Hebräischen Universität in Israel einen systemischen Angriff auf das Lightning Network, bei dem BTC, die in den Zahlungskanälen gesperrt sind, gestohlen werden können.

Überflutung der Blockchain mit gleichzeitigen Angriffen

Das Lighting Network wir dabei genutzt, um Zahlungen über Zwischenknoten zu senden, die zum Diebstahl von Bitcoin verwendet werden können. Das muss in der Regel schnell geschehen. Das effektive Zeitfenster könnte jedoch durch Hacker, die das Netzwerk überfluten, verlängert werden.

Damit der Angriff erfolgreich ist, müssten Hacker nur 85 Kanäle gleichzeitig angreifen, um Geld aus dem Netzwerk zu stehlen.

Näheres zu diesem Angriff

Die Forscher gaben weitere Einzelheiten dazu an:

„Die Kernidee hinter Hash Time Locked Contracts (HTLC) ist, dass nach ihrer Einrichtung der Zielknoten Zahlungen vom vorhergehenden Knoten im Pfad ‚zieht‘. Dabei wird ein Geheimnis (ein Vorabbild eines Hashes) angegeben wird. Unser Angreifer leitet eine Zahlung zwischen seinen beiden eigenen Knoten weiter und zieht die Zahlung am Ende des Pfades ab. Er weigert sich, zu kooperieren, wenn die Zahlung dann vom Ursprungsknoten abgezogen wird. Damit zwingt er das Opfer, diese über eine Blockchain-Transaktion zu tätigen.“

In der Studies heißt es, dass die Ergebnisse vor der Veröffentlichung des Berichts den Entwicklern der drei wichtigsten Lightning-Implementierungen gezeigt wurden.

Cointelegraph berichtete, dass die vietnamesische Online-Ticketagentur Future.Travel nun Bitcoin-Zahlungen über das Lightning Network akzeptiert. Das Geld wird beim Verkauf in die Landeswährung umgewandelt.

auf cointelegraph lesen

1.000 wBTC auf Ethereum geprägt: Mehr wert als Lightning Network

Eintausend Wrapped Bitcoins (WBTC) wurden heute im Ethereum-Netzwerk (ETH) geprägt. Diese einzelne Transaktion ist dabei in US-Dollar mehr wert, als die Werte im gesamten Lightning Network.

Damit beläuft sich die Gesamtmenge an Bitcoin, die jetzt in WBTC-Token eingesperrt ist, auf 2.300 BTC. Im Vergleich dazu sind etwa 927 Bitcoin (BTC) im Lightning Network eingesperrt.

Laut dem dezentralisierten Finanzdatendienst DeFi Pulse beläuft sich der US-Dollar-Wert von wBTC auf 20,7 Mio. US-Dollar. Damit ist es das achtgrößte dezentralisierte Finanzprotokoll (DeFi-Protokoll).

wBTC wächst mit DeFi

Wrapped Bitcoin ist ein ERC-20-Token, mit dem Benutzer auf populäre ETH-basierte DeFi-Protokolle zugreifen können, indem sie den Wert verwenden, der durch ihren Bitcoin-Bestand dargestellt wird. 

Die Bitcoin der Benutzer werden vom Verwahrer BitGo verwaltet. Acht „Erst-Händler“ fungieren als Vermittler zwischen den Benutzern und der Depotbank. Diese acht sind Dharma, Kyber, Ren, DiversiFi, Set Protocol, Gopax, AirSwap und Prycto.

Das Wrapped-Bitcoin-Protokoll wird von einer dezentralisierten autonomen Organisation betrieben, die 16 Projekte umfasst, darunter die Erst-Händler, Compound und MakerDAO.

Durch das Verbrennen von wBTC-Tokens können diese gegen BTC eingelöst werden.

ETH-basierte synthetische BTC-Protokolle immer beliebter

DeFi ist in letzter Zeit immer beliebter geworden. Die Zahl der DeFi-Projekte, die Bitcoin-Tokenisierung im Ethereum-Netzwerk anbieten, ist dadurch stark gestiegen.

Anfang April lancierte PieDAO seinen ersten Fonds namens PieDAO BTC++. Der Fonds bietet Zugang zu einem diversifizierten Korb von synthetischen BTC-Protokollen an. Nutzer können so mit seinem Token auf DeFi zugreifen und sich gleichzeitig gegen ein Scheitern absichern oder auf ein einzelnes synthetischen BTC-Projekt ausrichten. PieDAO BTC++ besteht aus 25 Prozent Wrapped BTC, 25 Prozent Synthetix BTC, 25 Prozent Provable BTC und 25 Prozent imBTC.

Im November 2019 hat die dezentrale Börse Tokenlon das synthetische BTC-Protokoll imBTC auf den Markt gebracht. Die Token gerieten jedoch kürzlich in den Mittelpunkt einer Kontroverse, nachdem sie im vergangenen Monat bei Angriffen gegen Uniswap und DForce eingesetzt wurden.

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Bitcoin: Quadratur des Kreises oder doch in sich konsistent?

Der bekannte Bitcoiner Ragnar Lifthrasir von Guns n Bitcoin stellte jüngst vermeintliche Widersprüche im Mindset der Bitcoin-Enthusiasten dar. Auch wenn seine Punkte ein guter Denkanstoß sind, kann man dennoch nicht sagen, dass Bitcoiner sich widersprechen.

Ein Kommentar von Dr. Philipp Giese

Ragnar Lifthrasir hat unter Bitcoin-Enthusiasten oftmals eine Außenseiterposition. Zwar steht er voll und ganz hinter Bitcoin, kritisiert jedoch auch manche Positionen der Krypto-Maximalisten. Als Befürworter von Waffenbesitz kann man ihn sicherlich zu den Libertären zählen, er betont jedoch häufiger die soziale Komponente Bitcoins jenseits eines etwaigen Investment Cases. Alles in allem eine schillernde, durchaus zum Teil kontroverse Person – was ja für die Krypto-Szene nicht unüblich ist.

Jüngst wies er in einem Tweet auf einige Punkte hin, die seiner Meinung nach Widersprüche im Denken vieler Bitcoin-Maximalisten seien:

Derartige Tweets gefallen mir, fordern sie doch heraus, seine eigenen Ideen zu hinterfragen. Ebenso ist es immer wieder wichtig, einer eingeschworenen Community eine Art Spiegel vorzuhalten. Mit einfachen Aussagen wie „Number go up“ ist keinem geholfen.

Ebenso lesen sich die dargestellten Positionen, welche durchaus häufiger von denselben Bitcoinern vertreten werden, auf den ersten Blick wie Widersprüche.

Doch ich denke, dass hier, wie bei anderen derartigen Vorwürfen, oft ein Fehler gemacht wird: Man vermischt die Umstände von zwei Aussagen. Ähnlich wirft man zum Teil auch guten Analysten vor, sie würden nicht viel mehr als „es geht entweder hoch oder runter“ sagen. Wenn der Analyst es so explizit ausdrückt, ja, dann sagt er tatsächlich nicht mehr. Formuliert er jedoch, dass es kurzfristig runter, langfristig jedoch hoch geht, widerspricht er sich nicht selber. Er weist lediglich auf verschiedene Zeitskalen hin.

Dollar-Cost-Averaging vs. Unit of Account

Der erste Vorwurf, den Ragnar macht ist, dass Bitcoiner sowohl in Bitcoin einen Unit of Account sehen, als auch Dollar Cost Averaging betreiben. Den Vorwurf kann ich am wenigsten verstehen. Wenn ich Pfandflaschen abgebe, bleibt der Euro dennoch die Recheneinheit. Etwas weniger banal: Wenn ich arbeite und für diese aufgewendete Arbeitszeit und -Mühe Geld erhalte, bleibt dennoch die Währung, in der das Gehalt ausgezahlt wird, meine Recheneinheit.

Ähnlich ist es beim Dollar Cost Averaging: Dies mag der Weg zu einem Bitcoin-Kapital sein, der Aufwand, den man betreibt. Dennoch kann Bitcoin die Recheneinheit sein. Oder, in einer schwächeren Interpretation: Es kann das Ziel sein, dass Bitcoin zu einer Recheneinheit wird. Als möglichst risikofreien Weg hierhin kann man Dollar Cost Averaging betreiben.

Bitcoins Store of Value vs. Lightning, Liquid und BTCPay Server

Sein zweiter Vorwurf zielt auf das Überbetonen des Wertspeichers. Indirekt wird die kontroverse Äußerung von Jimmy Song im Herbst 2018 hier zitiert. Laut dieser, so Jimmy Song, sollen Anleger lieber eine Kreditkarte nutzen, statt Bitcoin als Zahlungsmittel zu verwenden.

Mal ganz vom ursprünglichen Sinn hinter Bitcoin abgesehen: Widerspricht das nicht der Nutzung von BTC-Server, Liquid und Lightning? Alle drei Technologien zielen, jeweils auf ihre Weise, darauf ab, Bitcoin als Zahlungsmittel zu verwenden. Verrennen sich da also die Freunde Bitcoins in einem Widerspruch?

Auch hier gilt es auf den Kontext zu achten. Erstens ist es etwas amüsant, eine Äußerung von 2018 als Gegenposition zu den drei Technologien heute darzustellen. Jimmy Song ging es seinerzeit in erster Linie um die Forderungen, dass man das Base Layer Protocol doch so aufsetzen müsse, dass Kleinsttransaktionen damit nicht nur möglich, sondern auch preiswert wären. Dagegen wendet sich Jimmy Song im alten, weiter anhaltenden Streit zwischen einem Blocksize Limit wie bei Bitcoin und großen Blöcken wie bei Bitcoin Cash und später Bitcoin SV.

Die Welt hat sich jedoch seitdem weitergedreht. Auch wenn schon damals von Lightning die Rede war und auch wenn an BTCPay und Liquid schon damals gearbeitet wurde: Wirklich fahrt kam erst später auf diese Technologien auf. Berücksichtigt man dies, ist nicht von einem Widerspruch zu sprechen.

Bitcoin: Echtes Geld, was man nicht nutzen soll?

Dieser Punkt ist dem obigen recht ähnlich. Bitcoin, das „echte Geld des 21. Jahrhunderts“, soll, weil es ja so echt und so limitiert ist, nicht verwendet werden.

Und ja, zugegebenermaßen: Es existieren durchaus die Anleger, die zwar fröhlich #stackingsats vor sich her tragen und Bitcoin horten – aber doch niemals zu diesem Kurs Bitcoin nutzen würden. HODL ist die Devise, ein echter Store of Value kann doch nicht verkauft werden!

Auch hier denke ich, dass sich die Welt weiterbewegt hat. Inzwischen wird viel mehr über tatsächliche Nutzung von Bitcoin gesprochen. Auf verschiedenen Veranstaltungen wie der Lightning Conference konnte man leckeren Kaffee über Lightning zahlen, ebenso gab es zuvor schon Reckless-Tickets zu attraktiven Preisen. Sicher, der Kritikpunkt von Ragnar ist nur teilweise da. Aber man kann ihn nicht mehr auf alle Bitcoin-Maximalisten beziehen.

Bitcoin-Maximalisten: Toxisch, aber nichts dahinter?

Der vierte von ihm angesprochene Punkt hat durchaus seine Berechtigung. Jenen, die Krypto-Twitter verfolgen, kommen hier sicherlich Erinnerungen um einen plumpen Seitenhieb auf Samson Mow hoch. Ja, ein Meme um seine Freundin Linda Seiche zu machen war unter der Gürtellinie. Es ist jedoch nicht so, dass die Welt unter der Gürtellinie von Samson Mow und anderen aus seinem Umfeld komplett unbekannt ist. Er hat durchaus auch häufig andere beleidigt oder sich amüsiert gezeigt, wenn hart gegen Bitcoin Cash oder Ethereum geschossen wurde.

Dennoch ist es falsch, diesen Vorwurf auf Bitcoin zu beziehen. Erstens sind längst nicht alle Maximalisten so. Es gibt genügend, die vielleicht hart austeilen, aber ebenso einstecken können. Zweitens ist das doch eher ein generelles Problem mit Echokammern.

Ich kann mich noch 2018 an /r/btc erinnern. Die zwei trending topics waren ad-hominem-Angriffe auf Bitcoin Core und ein Beklagen über den toxischen Charakter der Bitcoin-Core-Jünger. Derartige Widersprüche finden sich in jeder Community. Viele können nicht so hart einstecken wie austeilen. Das ist auch gegen die einzelnen nicht sofort ein Vorwurf. Es ist normal, dass das, was man anderen antut, man nicht so sehr spürt wie das, was einen selbst betrifft. Hier muss jeder einzelne, egal ob Bitcoiner oder nicht, an sich arbeiten.

Wie in der realen Welt: Der Kontext machts

Der Physiker in mir erinnert sich bei derartigen Widersprüchen natürlich sofort an den Welle-Teilchen-Dualismus der Quantenmechanik. Licht, so fand man Anfang des 20. Jahrhunderts heraus, verhält sich manchmal wie eine Welle, manchmal wie ein Teilchen. An sich ist dies ein Widerspruch. Was jedoch im ersten Schritt als Anomalie des Lichtes wahrgenommen wurde, scheint deutlich größere Konsequenzen zu haben; Inzwischen konnte man einen derartigen Dualismus auch an riesigen Molekülen nachweisen. Man weiß also inzwischen: Zwischen einem Materie- und einem Wellencharakter besteht kein Widerspruch. Vielmehr ergänzen sich beide Blickwinkel.

Ähnlich ist es in unserem Fall: Bitcoin ist sowohl ein Wertspeicher, als auch ein Zahlungsmittel. Beides sind sich gegenseitig ergänzende Blickwinkel.

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BTC steigt auf 250.000 US.Dollar: Tim Draper bekräftigt seine Prognose

Auf der Virtual Blockchain Week bekräftigte der berühmte Risikokapitalunternehmer Tim Draper erneut, dass er einen Bitcoin (BTC)-Kurs im sechsstelligen Bereich prognostiziere.

Im Jahr 2018 hat Tim Draper eine ambitionierte Prognose gemacht und erklärt, der Bitcoin-Kurs soll bis Ende 2022 oder Anfang 2023 auf 250.000 US-Dollar steigen. Er glaubt nach wie vor daran:

„Das ist meine Prognose. Ich bleibe dabei. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das passiert. Es passiert jetzt gerade. Es ist irgendwie komisch.“

Er nennt einige wichtige Gründe, die zu einer solchen Kursentwicklung führen könnten. Draper glaubt, dass das massive Konjunkturpaket der US-Regierung den Wert des Dollars mindern und „Leute zu Krypto schicken“ werde. Er erwartet auch, dass Bitcoin in dieser Zeit weltweit massiver kommerziell genutzt werde.

„Plötzlich sagen Einzelhändler: ‚Ach, Sie meinen, ich muss nicht jedes Mal 2,5 bis 4 Prozent an die Banken zahlen, wenn jemand eine Kreditkarte benutzt?'“

Draper sagt, eine Firma namens OpenNode (in die er 1,25 Mio. US-Dollar investiert hat) könne helfen, das zur Realität werden zu lassen. OpenNode entwickelt ein Bitcoin-Zahlungsgateway auf dem Lightning Network. Dieses ist für extrem schnelle BTC-Transaktionsabwicklungen bekannt.

Mit der Zeit, so Draper, werden solche Dienstleistungen im Wettbewerb einen Vorteil gegenüber konventionellen Kreditkartenanbietern haben und sich größere Marktanteile sichern. So, wie sich auch MasterCard und Visa gegenüber der damals dominierenden Firma American Express größere Marktanteile gesichert haben. 

Draper versprach auch scherzhaft, ein „rohes Ei“ zu essen, wenn seine Prognose nicht eintreffen sollte. Das ist eine Anspielung auf einen noch radikaleren Wetteinsatz von John McAfee

Die Halbierung rückt immer näher und die Kursentwicklung von Bitcoin immer weiter in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

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#807 UEFA tokenisiert EM Tickets, Lightning Labs 10 Mio Investoren & Exchange Einzahlungen

Hey Krypto Fans,

willkommen zur Bitcoin-Informant Show Nr. 807. Heute sprechen wir über folgende Themen: UEFA tokenisiert Tickets für die EM 2020, Lightning Labs erhält 10 Millionen US-Dollar von Investoren & Exchange Einzahlungen auf Tiefpunkt.

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1.) UEFA tokenisiert Tickets für die EM 2020
https://www.btc-echo.de/uefa-tokenisiert-tickets-fuer-die-em-2020/

2.) Lightning Labs erhält 10 Millionen US-Dollar von Investoren
https://bitcoin-kurier.de/lightning-labs-erhaelt-10-millionen-us-dollar-von-investoren/

3.) Exchange Deposits in Bitcoin Slide to Lowest Level in 3 Years
https://www.coindesk.com/exchange-deposits-in-bitcoin-slide-to-lowest-level-in-3-years

Telegram Kanal: https://t.me/bitcoininformant
Steemit: https://steemit.com/@denniskoray
Instagram: https://www.instagram.com/denniskoray/
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Top 10 Kryptowährungen am 06.02.20 um 09:00Uhr

Sonnige Grüsse

Dennis “Bitcoin-Informant” Koray

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Square erhält Patent für Echtzeit-Krypto-Fiat-Swaps

Das Unternehmen für Finanzdienstleistungen und mobile Zahlungen Square hat nach eigener Aussage einen Weg gefunden, Fiat- und Kryptowährung in Echtzeit untereinander zu tauschen.

Patent für neues Tauschsystem

Das US-Patentamt erteilte Square am 21. Januar ein Patent für eine Technologie, die eine bestehende Hürde im Handelsverkehr überwinden soll. Square schreibt dazu:

„Alle Kryptowährungen teilen den gleichen Nachteil, da sie nicht allgemein akzeptiert werden. Gegenwärtig werden Kryptowährungen wie Bitcoin, von den meisten Einzelhändlern oder sogar von den meisten Online-Händlern nicht akzeptiert.“

Das Team führte eine Reihe von gegenwärtigen Nachteilen bei Einkäufen mit Kryptowährungen an. So benötigen Transaktionen eine gewisse Zeit zur Bearbeitung. Trotz kleiner Fortschritte ist der nötige Zeitrahmen immer noch nicht für den Alltag geeignet. Beim Kauf einer hypothetischen Tasse Kaffee können bis zum Abschluss durch einen Eintrag in die Blockchain Stunden vergehen. Die Anonymität von Kryptowährungen setzt Händler möglichen kriminellen Aktivitäten, wie z.B. Geldwäsche, aus. Hinzu kommt der rein monetäre Aspekt – Schwankungen von Kryptowährungen stellen ein finanzielles Risiko für Geschäftsinhaber dar. 

Mit Squares neuer Technologie könnten Käufer Beträge in beliebigen Kryptowährungen in Echtzeit an Händler übertragen.

Cointelegraph hat bei Square über die mögliche Nutzung der Technologie für Kassensysteme nachgefragt. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte es jedoch ab, eine bestimmte noch zu entwickelnde  Anwendungsmöglichkeit für das vor kurzem patentierte System zu bestätigen.

Lightning mit eigenem Development Kit

Am 21. Januar gab Square in seinem Blog den Start des Lightning Development Kits (LDK) bekannt. Mit dem LDK lassen sich Wallets und andere Anwendungen anpassen. Es bringt einer API mit, Sprachtools und Demo-Anwendungen. Weitere Verbesserungen beim Lightning-Network könnten laut Square zu sehr kostengünstigen Bitcoin-Zahlungen führen, die gleichzeitig so einfach nutzbar sein werden wie bislang Bargeld.

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Bitcoin Lightning: Blitzschnell Richtung Mainstream

Entwickler von Bitcoin Wallets und Apps sollen es künftig leichter haben, das Lightning-Netzwerk in ihre Arbeit zu integrieren. Wie Square Crypto per Blogeintrag mitteilt, will der Zahlungsdienstleister BTC einen Schub in Richtung Mainstream-Adaption geben.

Mit Blitzgeschwindigkeit Richtung Mainstream

Das zugehörige Kit, das Square Crypto entwickelt, enthält unter anderem eine Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, API), Sprach-Tools und Demo Apps, die die Integration der Second-Layer-Lösung vereinfachen sollen. Square verspricht weiterhin, dass man damit auch bereits bestehende Bitcoin Wallets zur Lightning-Fähigkeit verhelfen kann, anstatt eine neue Lightning-fähige Wallet einrichten zu müssen.

Nach eigenen Angaben will das Entwicklerteam mit diesem Kit Bitcoin zur Massentauglichkeit verhelfen. Im Vorfeld haben die Entwickler dafür mit anderen Entwicklern aus dem Krypto-Bereich gesprochen, um Hemmschuhe bei der Adaption zu identifizieren. Die erhöhte Schwierigkeit der Integration des Lightning-Netzwerks sei dabei ein Punkt gewesen, der immer wieder diskutiert worden sei.

Mit dem geplanten Kit soll es dahingehend auch einfacher beziehungsweise überhaupt erst möglich werden, von verschiedenen Endgeräten auf eine Wallet zuzugreifen. In der Entwicklung des Lightning Development Kit sieht das Entwicklerteam demnach einen wichtigen Schritt Richtung Massentauglichkeit:

Die heutige Lightning-Infrastruktur ist ohne solche Anwendung unvollständig. Auch wenn das [Lightning Development Kit] zu einem großen Projekt wird, ist es für Square Crypto wichtig. Und mit der Unterstützung von Entwicklern wie Acinq, Blockstream, Lightning Labs und Open-Source-Entwicklern auf der ganzen Welt ist es nur eine Frage der Zeit, bis sofortige, gebührenarme Bitcoin-Zahlungen so alltäglich sind wie früher.

Aktuell befindet sich das Produkt allerdings noch in der Entwicklungsphase. Ein Starttermin ist bisher nicht bekannt.

Was ist das Bitcoin-Lightning-Netzwerk?

Das Bitcoin-Lightning-Netzwerk ist eine sogenannte Second-Layer-Lösung. Indem Transaktionen in Zahlungskanälen stattfinden, die von der Blockchain ausgelagert sind, soll das Problem der Skalierbarkeit der Bitcoin Blockchain angegangen werden. Wenn zwei Parteien Transaktionen ausführen, können sie den Zahlungskanal so lange aktualisieren, bis die Geschäfte beendet sind. Erst danach synchronisiert sich die Blockchain. Mehr dazu auf unserer Academy.

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