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Looty: Koloniale Raubkunst wird zu NFTs

  • Zierliche Messingfiguren, schöne Götzenbilder auf Altären, große antike Bronzeköpfe, geschnitzte Elfenbeinstoßzähne schmückten einst das Herzstück von Benin-City im heutigen Nigeria. Die Benin-Bronzen gelten als das kulturelle Erbe Afrikas.
  • Doch während der grausamen Kolonialzeit stahlen Europäer über 90 Prozent der bedeutendsten afrikanischen Kunstwerke. Bis heute verweilt das meiste Diebesgut in westlichen Museen, Archiven oder Privatsammlungen.
  • Chidi Nwaubani, ein junger multidisziplinärer Künstler aus Nigeria, möchte die gestohlene Kunst Afrikas zurückholen.
  • Mit seinem Projekt Looty macht er sich auf die Suche nach gestohlenen Artefakten.
  • Wie er den digitalen Kunstraub genau macht und wie die Blockchain dabei hilft, erfahrt ihr in der neuen Ausgabe des BTC-ECHO Magazins.
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NFT-Lending: Gibt es Gläubigerschutz? Christian Solmecke gibt Antworten

  • Christian Solmecke hat sich als Rechtsanwalt auf die Beratung der Internet- und IT-Branche spezialisiert. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt ist er vielfacher Buchautor und Legal-Tech-Untenehmer.
  • Mit 898.000 Abonnenten ist Christian Solmecke darüber hinaus ein prominenter Youtuber – und steht dem BTC-ECHO Magazin jeden Monat Rede und Antwort zu den wichtigsten Fragen aus dem Krypto-Space.
  • Für die kommende Ausgabe haben wir uns gefragt, worin der Unterschied zwischen Krypto-Lending und dem traditionellen Kreditgeschäft besteht – rechtlich.
  • Außerdem interessierte uns, welche Rechte beim Lending bestehen und ob es beim NFT-Lending eine Art Gläubigerschutz gibt.
  • Alle ausführlichen Antworten von Christian Solmecke lest ihr im neuen BTC-ECHO Magazin.
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Bärenmarkt? „Na und!“ – Schachweltmeister Garry Kasparov glaubt weiter an Bitcoin (BTC)

Der russische Schachgroßmeister Garry Kasparov, der zugleich Vorsitzender der Menschenrechtsorganisation Human Rights Foundation (HRF) ist, zeigt sich vom derzeitigen Bärenmarkt gänzlich unbeeindruckt. Kasparov, der sich schon seit längerem als Supporter von Bitcoin geoutet hat, kommentiert die momentane Krise auf dem Kryptomarkt im exklusiven Cointelegraph-Interview auf der Consensus 2022 ganz lapidar mit den Worten „na und“. Ohnehin befindet der ehemalige Schachweltmeister, dass 99 % aller anderen Kryptowährungen „Schrott“ sind. Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) sieht er allerdings schon fest mit dem globalen Finanzsystem verankert:

„Sie werden vielleicht ein wenig mehr verlieren, aber sie werden auch wieder mehr hinzugewinnen, was ganz klar belegt, dass diese beiden bereits fest in das Finanzsystem integriert sind. Das ist die ganze Geschichte des Aktienmarktes. Erst verdienen viele Menschen eine Menge Geld, danach verlieren sie eine Menge Geld. Ohne, dass es jemals anerkannt wurde, ist jetzt klar, dass das Finanzsystem Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen verinnerlicht hat.“

NFT-Markt wird sich wieder erholen

Zudem ist Kasparov zuversichtlich, dass auch der Markt der Non-Fungible Tokens (NFTs) schon bald wieder ein Comeback hinlegen wird. Obwohl die gehypte Anlageklasse in den letzten Wochen und Monaten im Vergleich zu ihren Spitzenzeiten wieder massiv an Boden verloren hat, ist Kasparov der festen Überzeugung, dass die zunehmende Digitalisierung der Welt auch dieser einflussreichen Nische der Kryptobranche zukünftig wieder auf die Beine helfen wird.

In diesem Zusammenhang kommt der Schachgroßmeister auch auf seine eigene NFT-Kollektion zu sprechen, die er im vergangenen Dezember auf dem Marktplatz 1Kind veröffentlicht hat. Demnach wollte er mit diesem Projekt zunächst verstehen lernen, wie der NFT-Markt funktioniert, außerdem wollte Kasparov gerne sein Leben in digitaler Form festhalten:

„Ich finde die Kollektion ziemlich einzigartig. Das ist wahrscheinlich der erste Versuch, mein ganzes Leben in vollem Umfang darzustellen, von meiner frühen Kindheit über meine Erfolge als professioneller Schachspieler bis hin zu meinem Engagement als Menschenrechtsaktivist.“

Wie Kasparov angibt, wurde zum Beispiel das Partieformular seines berühmt-berüchtigten Spiels gegen den sowjetischen Großmeister Anatoly Karpov bereits für satte 51 ETH versteigert: „Das wichtigste Item in meiner Kollektion war dieses Partieformular vom 9. November 1985 als ich Schachweltmeister geworden bin.“

Das ganze Interview mit Garry Kasparov könnt ihr auf dem YouTube-Kanal von Cointelegraph sehen. Like und Abo nicht vergessen!

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Nach Instagram: Meta testet NFT-Feature auf Facebook

  • Der Mutterkonzern Meta testet schon seit längerer Zeit die Implementierung von NFTs auf Instagram im Rahmen eines Pilotprogramms.
  • Erst jüngst kündigte der Social-Media-Gigant an, das Programm bald auf weitere Plattformen und Regionen ausweiten zu wollen.
  • In einem Tweet verriet nun Navedeep Singh, Produktverantwortlicher bei Meta, wie das NFT-Feature auf Facebook bald aussehen könnte.
  • Unter einem Reiter namens “Digital Collectibles” soll es möglich sein, seine NFTs auf Facebook zur Schau zu stellen.
  • Außerdem sieht es so aus, als könne man auch seine Wallet mit der Plattform verbinden.
  • Die NFT-Funktion wird derweil gemischt von der Twitter-Community aufgenommen: Während ein User zum Beispiel “kein Bedarf, danke” schreibt, kann es ein anderer Nutzer kaum erwarten, bis das NFT-Feature für alle freigegeben wird.
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Khaby Lame: TikTok-Star kooperiert mit Krypto-Börse Binance

  • Als Binance Brand Ambassador hat sich die weltweit größte Krypto-Börse TikTok-Star Khaby Lame an Bord geholt. Das gab das Unternehmen in einem offiziellen Blog-Post bekannt.
  • “Ein wichtiger Schritt für Binance ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades und der Akzeptanz von Web3, und die Zusammenarbeit mit einem Superstar wie Khaby Lame wird es uns ermöglichen, diese Mission einem ganz neuen Publikum näherzubringen”, schreibt die Krypto-Börse.
  • Der TikToker soll Binance nicht nur helfen, verschiedene Konzepte des Web 3.0 zugänglicher zu machen, sondern wird auch eine eigene NFT-Kollektion herausbringen, heißt es in dem Blog-Post.
  • “Ich war schon seit einiger Zeit neugierig auf Web3 und habe die Chance ergriffen, mit einem führenden Unternehmen wie Binance zusammenzuarbeiten, weil es perfekt zu dem passt, was ich normalerweise tue: komplexe Dinge einfach und unterhaltsam für alle zu machen”, erklärt der Social-Media-Promi.
  • Khaby Lame ist der erfolgreichste TikTok-Star überhaupt und zählt mittlerweile 145 Millionen Follower.
  • Er wurde durch seine kurzen Comedy-Videos berühmt, in denen er sich über vermeintliche “Lifehacks” lustig macht.
  • Erst jüngst schaffte es Binance in die Schlagzeilen mit einer hochkarätigen Partnerschaft: Vor einer Woche verkündete die Krypto-Börse, nun mit Fußball-Legende Cristiano Ronaldo zu kooperieren.
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eBay: Online-Riese will mit NFTs ins Metaverse

  • Das digitale Auktionshaus eBay hat verschiedene Markenanmeldungen für “Non-fungible Assets”, “Dienstleistungen von Online-Einzelhandelsgeschäften” und Exchange-Dienste von Non-fungible Token” beim United States Patent and Trademark Office, also dem US-amerikanischen Patent- und Markenamt, eingereicht.
  • Das hat Markenanwalt Mike Kondoudis via Twitter bekannt gegeben.
  • Eine weitere Anmeldung erfolgte zur “Bereitstellung einer interaktiven Website, die es den Nutzern ermöglicht, digitale Vermögenswerte durch Blockchain-basierte Transaktionen zu erstellen, anzuzeigen, zu kaufen und zu verkaufen”, heißt es in dem offiziellen Dokument.
  • Allem Anschein nach bereitet sich eBay darauf vor, weiter in die NFT-Welt einzutauchen und möglicherweise auch im Metaverse Fuß zu fassen.
  • Bereits in der Vergangenheit hat der E-Commerce-Riese Andeutungen gemacht, vielleicht zukünftig Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.
  • Zwar kann man auf der Plattform noch nichts mit Bitcoin und Co. ersteigern. Zuletzt machte eBay jedoch Schlagzeilen mit der Entscheidung, den NFT-Marktplatz KnownOrigin zu übernehmen.
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Traditionelles Geschäftsmodell nicht auf Metaversum anwendbar: Innovationsleiter von EY

Magnus Jones, Innovationsleiter bei der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY), glaubt, dass das Metaverse von der jüngeren Generation geführt werde und nicht auf denselben Grundsätzen des Unternehmensgeschäftsmodells aufgebaut werden könne.

Jones sprach in einem exklusiven Interview mit Cointelegraph-Chefredakteur Alex Cohen auf der European Blockchain Convention (EBC) 2022 über genau dieses Thema.

Der Innovationsleiter bei EY erläuterte die Investitionsstrategie des Unternehmens und erklärte, warum ein großer Teil davon in Unternehmen der jüngeren Generation und in Startups fließt. Jones zufolge hätten sich viele dieser jungen Unternehmen mit wertvollen Produkten und Umsätzen in Millionenhöhe bewiesen.

Er sagte, dass die jüngere Generation treibe die Branche derzeit voran. Außerdem hieß es von ihm:

„Wir konzentrieren uns ganz klar darauf, die jüngeren Generationen zu verstehen und haben auch gesehen, dass die jüngeren Generationen mehrere Schlüsselelemente dieses Bereichs aufbauen.“

Im Hinblick auf Innovation sagte Jones, das uralte Unternehmensgeschäftsmodell werde im Metaverse keinen Erfolg haben. Unternehmen und Tech-Riesen würden über den Tellerrand der bestehenden Denkweise hinaus schauen müssen.

„Es ist nicht unbedingt einfach, hier eine traditionelle Geschäftsmodellstruktur anzuwenden.“

Anschließend sprach er auch über den Hype um Non-fungible Token (NFT) und darüber, ob es für etablierte Marken notwendig ist, mit aufstrebenden Technologien zu experimentieren. Jones sagte, etablierte Marken würden sich nicht auf den Aufbau von Comunitys konzentrieren und einfach dem Trend folgen. Das sei in gewisser Weise nach hinten losgegangen. Er erklärte dazu:

„GAP zum Beispiel, das britische Bekleidungsunternehmen, hat plötzlich aus heiterem Himmel eine NFT-Kollektion mit goldenen Pullovern auf den Markt gebracht, aber keine Zeit in den Aufbau einer Community investiert. Soweit ich auf Twitter gesehen habe, haben sich die Leute gedacht, ob das nicht ein Betrug ist.“

Jones sagte auch, die jüngeren Generationen würden den Trend im Metaverse bestimmen und die älteren Generationen müssten zusehen und lernen.

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Am NFT-Puls: Gelebte Token-Kultur auf der NFTBerlin

Wie anfangen? Weitermachen, wo man vor der Pandemie stehen geblieben ist? Neustart? Auch wenn es sich so anfühlte, die Zeit ist nicht stehen geblieben. Die Welt dreht sich weiter, die digitale in gewohntem High-Speed. Vieles musste im Covid-gelähmten Lebenskapitel zurückgedrängt werden, hat sich angestaut und wartet ungeduldig auf den Moment, wie eine kräftig geschüttelte Flasche Wasser überzusprudeln. Nach Quarantäne-Endlosschleifen öffneten sich im Mai zum ersten Mal die Türen zur NFTBerlin, einer Konferenz, die sich dem breiten Spektrum NFTs widmete. Nach zwei Tagen Kunst, Party und Austausch wurde deutlich: Es gärt im Space.

Im NFT-Maschinenraum

125 Speaker, 1.000 Besucher:innen so bunt wie der NFT-Sektor. Kunst, Games, Live-Mintings, Web3, Finance, Infrastruktur. Kaum ein Thema, das zwischen dem 25. und 27. Mai ausblieb. In der alten Münze in Berlin kam auf drei Ebenen – und einigen versteckten Gängen – zusammen, was im Tab-Zwang meist lose nebeneinander hängt. BTC-ECHO war als Medienpartner live vor Ort.

Einer der Vortragssäle der NFTBerlin, Bild: Axl Jansen

NFTs sind vieles und vieles kann NFT sein, das wurde anhand der über 4.000 in fluoreszierenden Flatscreen-Arrangements ausgestellten digitalen Kunstwerke der angeschlossenen Ausstellung “The new Gestalt” deutlich. Darunter Werke von Metawalls, Cro, Jesse Draxler oder Kim Asendorf, Leihgaben von KanoseiMetaGallery, FlamingoDAO und zahlreiche CryptoPunks. In der Größenordnung und Vielfalt wohl einmalig.

Ditt is Berlin

Und über allem immer die Fragen: Wo stehen wir, wo wollen wir hin? NFTs leben vom Austausch, von Kollaborationen, Vernetzungen und Visionen. Vom Aufbruch ins Ungewisse. Diesen Geist hat die Konferenz gelebt, hemdsärmelig, mit Witz, Charme, aber straff und fokussiert.

Dafür haben illustre Speaker wie Aave-Gründer Stani Kulechov, Tron-Kopf Justin Sun oder Timeless-CEO Jan Karnath gesorgt. Wer sich aus dem dicht gepackten Programm ausklingen wollte, ließ sich bei kühlen Getränken im Hof die Sonne auf den Pelz scheinen. Oder einfach treiben.

Der Auftakt: gelungen. Berlin wurde auf die NFT-Landkarte gesetzt. Nächstes Jahr geht es in die nächste Runde, bis dahin dürfte sich viel Neues angestaut haben.

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Sind NFTs purer Hype oder steckt mehr dahinter?

Container sind ein denkbar einfaches Konzept und haben doch den physischen Welthandel revolutioniert. Durch die Standardisierung von Größe und die Möglichkeit, fast alle Waren hineinzulegen, wurden die weltumspannenden Logistikketten stark optimiert. Blockchainbasierte Token sind ähnlich: Sie erlauben die digitale Abbildung von physischen und digitalen Gütern sowie eine standardisierte Form des digitalen Versands – sowohl mit als auch ohne Intermediär.

Die Versprechungen sind also groß, doch wirklich revolutioniert wurde der digitale Handel durch Blockchain-Technologie und Token jedoch noch nicht. Fehlte es bislang nur an dem richtigen Anwendungsfall? Und könnten Non-fungible Token (NFT) dieser Anwendungsfall sein, oder handelt es sich nur um einen bald wieder verblassenden Hype?

Was sind NFTs?

Die meisten blockchainbasierten Token sind bislang fungibel, das heißt untereinander austauschbar. Zum Beispiel ist ein Bitcoin oder ein Stablecoin mit einem anderen 1:1 austauschbar. Nicht fungible Token repräsentieren hingegen nicht austauschbare physische oder digitale Objekte, wie zum Beispiel ein Gemälde oder auch nur ein bestimmtes Pixel eines digitalen Kunstwerkes. Diese Token besitzen einen Wert aufgrund ihrer Einzigartigkeit, der über den reinen Materialwert hinausgeht. Bezogen auf die analoge Welt, würde es sich hierbei beispielsweise um Werke mit künstlerischer oder historischer Bedeutung oder Sammelkarten handeln. 

In der digitalen Welt hingegen waren und sind der Handel sowie die Versteigerung solcher Güter nur eingeschränkt möglich, da Kopien von digitalen Objekten nicht wirksam ausgeschlossen werden konnten. Hier wirkt die Blockchain-Technologie als eine Art Kopierschutz: Zwar können Kopien von NFTs entstehen, jedoch sind diese dann – ähnlich einem Nachdruck von der Mona Lisa – von dem Original unterscheidbar. NFTs sind also Token, die ein einzigartiges digitales oder auch physisches Objekt repräsentieren bzw., um im Bild des Containers zu bleiben, beinhalten und digital versendet werden können.

Neue Märkte rund um NFTs

Märkte für NFTs haben ein exponentielles Wachstum erfahren. Dabei handelt es sich vor allem um digitale Kunst, Sammelobjekten, Musikrechte, In-Game-Items und Metaversen. Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangten der Künstler Beeple, der im Rahmen einer Versteigerung beim Auktionshaus Christies ein digitales Kunstwerk für umgerechnet 69,3 Millionen Dollar verkaufte (Christie’s 2021) sowie Twitter CEO Jack Dorsey, der den NFT des ersten Tweets aller Zeiten (“just setting up my twttr”) für 2,9 Millionen Dollar versteigerte (Valuables 2021). Auch Sportgrößen wie NFL Quarterback Patrick Mahomes oder UFC Champion Khabib Nurmagomedov verkaufen NFT-Kollektionen und Fußballvereine wie der FC Bayern München oder Paris Saint-Germain beteiligen sich an digitalen “NFT-Sammelkarten”. In einer neueren Entwicklung spielen NFTs als digitales Eigentum in einem Metaverse eine besondere Rolle. Hier sind vor allem die Projekte Decentraland und Sandbox zu nennen.

Gegenwärtig liegen digitale Eigentumsrechte (noch) bei Plattformen und deren Betreibern. Perspektivisch können NFTs diese Eigentumsrechte von der Plattform zu den Urhebern verlagern, was einen entsprechenden Paradigmenwechsel zur Folge haben kann. Infolge der Ermöglichung des Handels nachgefragter Güter und deren anschließender Monetarisierung, kann der Markt für die Schöpfung digitaler Güter transformiert werden. Damit werden Märkte zum Vertrieb digitaler Güter geschaffen, welche neue Vertriebswege für Künstlern und Kreativen darstellen und damit neue Möglichkeit in der von der Coronapandemie stark betroffenen Branche eröffnen. 

Neben Primärmärkten werden auch Sekundärmärkte möglich, die es den Erwerbern von NFTs ermöglicht, die (digitalen) Objekte wieder zu veräußern. Dies ist insbesondere für Investoren, aber auch Spekulanten interessant. Die Bedeutung von Spekulation für den Markt für NFTs lässt sich erahnen, wenn man das tägliche Verkaufsvolumen näher betrachtet (siehe Grafik). Dieses wird aufgrund des stark exponentiellen Wachstums logarithmisch dargestellt. Der klein wirkende Anstieg am Ende der Zeitreihe stellt ein Wachstum von 86,7 Mio. USD zu 780,4 Mio. USD dar – dies war der Verkauf von digitalem Land im Metaverse des Bored Apes Yacht Clubs (BAYC). 

Vergleicht man hiermit die Anzahl aktiver NFT Wallets, so zeigt sich auch hier ein stark exponentielles Wachstum, allerdings mit zwei Unterschieden zum Verkaufsvolumen: (1) Die täglichen Werte sind weniger volatil und 2) zeigte sich in den vergangenen Monaten eine deutliche Abflachung der aktiven Wallets, die selbst von dem Landsale von BAYC nicht kompensiert werden konnte.

Herausforderungen: Spekulation, Geldwäsche, Betrug

Trotz des hohen Innovationspotentials von NFTs verwundert das rasante Marktwachstum und es liegt schnell die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um eine Spekulationsblase handeln könnte. Ein anderer Grund für das exorbitante Wachstum könnte aber auch Geldwäsche sein. Beispielsweise könnte die organisierte Kriminalität durch illegale Geschäfte erworbenen Kryptowerte dadurch “reinwaschen”, dass sie als anonymer Erwerber auftreten, um einen von ihnen selbst erstellten NFT zu kaufen. Damit fließen die Einnahmen aus dem Verkauf in den legalen Wirtschaftskreislauf – und als Nebeneffekt werden die Märkte für NFTs künstlich aufgebläht. 

Eine andere Herausforderung rund um NFTs ist Betrug bei dem Nachweis der Einzigartigkeit des Objektes oder der Eigentumsrechte an exakt diesem Objekt. Zwar können Token auf der Blockchain lückenlos nachverfolgt werden und ein Missbrauch innerhalb des Blockchainsystems ausgeschlossen werden, doch gilt dies nicht für die Ersteller von NFTs oder bei Repräsentationen von physischen Objekten von jenen, die die Gegenstände verwahren. Diese müssen glaubhaft versichern, dass der entsprechende Gegenstand tatsächlich in der angegebenen Form existiert. Hier besteht also die Notwendigkeit von Vertrauen und damit potenziell auch die Möglichkeit von Betrug an diesem Vertrauen.

Ausblick

Obgleich das schnelle Wachstum des NFT-Marktes eine Blase vermuten lässt, bieten NFTs ein hohes Innovationspotenzial. Zum einen können sie dabei unterstützen, bestehende Märkte, zum Beispiel für Kunst, zu digitalisieren. Das noch größere Potenzial steckt allerdings in der Schaffung neuer Märkte für digitale Objekte, die bislang aufgrund der fehlenden Möglichkeit zur Sicherstellung von Einzigartigkeit oder zumindest Rarität sich nur begrenzt entwickeln konnten. 

Neben einem Echtheitszertifikat können NFTs SchöpferInnen anteilig an zukünftigen Verkaufserlösen beteiligen, Stimmrechte enthalten oder in Bruchstücke unterteilt werden, die wiederum für sich gehandelt werden können. So wäre es beispielsweise denkbar, dass AnlegerInnen Kleinstmengen eines (digitalen) Kunstwerks erwerben und Museen, Ausstellungen oder Vereine sich hierüber finanzieren. 

Die gegenwärtigen Herausforderungen von NFTs werden voraussichtlich Schritt für Schritt mit der Marktreife gelöst werden. So ließe sich zum Beispiel das Betrugspotential dadurch verringern, dass neben dem Objekt selbst auch der Entstehungsprozess als Nachweis tokenisiert wird. 

Aktuell hängt der Markt für NFTs jedoch noch stark am Rockzipfel der Kryptomärkte. So konnte das Blockchain Research Lab zeigen, dass NFT-Verkäufe positiv mit der Entwicklung des Bitcoinpreises zusammenhängen, während ein steigender Preis von Ethereum sich negativ auf die Anzahl an aktiven NFT-Wallets auswirkt (Ante, 2021). Letzteres liegt vermutlich in den zum Teil exorbitanten Transaktionskosten des Ethereumnetzwerkes begründet. 

In Summe lässt sich jedoch festhalten, dass sich NFTs zu einer neuen Assetklasse herausbilden. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass diese enorm heterogen sein wird und es sinnvoll ist, zwischen NFT-Arten zu unterscheiden.

Über den Author

Prof. Dr. Ingo Fiedler hat an der Universität Hamburg BWL und VWL studiert und promoviert. Er ist Affiliate Professor an der Concordia University, Montréal, und Mitbegründer des gemeinnützigen außeruniversitären Forschungsinstituts Blockchain Research Lab in Hamburg. Dort erforscht er mit seinen KollegInnen die gesamtgesellschaftlichen Potenziale und Risiken der Blockchain-Technologie, mit einem Fokus auf Kryptowährungen. Prof. Fiedler ist Autor von neun Büchern und über 50 wissenschaftlichen Fachartikeln. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Börse Stuttgart und seine Expertise wird regelmäßig von nationalen und internationalen Medien und politischen Institutionen angefragt.

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