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Tim Draper: Pandemic könnte Bitcoin zum Durchbruch verhelfen

Die weltweite Verbreitung des Coronavirus hat maßgeblich zum dramatischen Börsencrash von Jahres 2020 beigetragen. Der Umfang von Rettungspaketen für die Rettung der Weltwirtschaft beläuft sich mittlerweile auf 7 Billionen US-Dollar und steigt schnell an. Bitcoin-Bulle Tim Draper glaubt, dass dieses Zusammentreffen verschiedener Faktoren der Wendepunkt für Innovationen wie Bitcoin und Smart Contracts werden könnte. Bitcoin-Bulle Tim Draper glaubt, dass dieses Zusammentreffen von Faktoren für Innovationen wie Bitcoin und Smart Contracts den Wendepunkt darstellen könnte.

Bei einem Interview am 6. April zeigte sich der Risikokapitalinvestor skeptisch gegenüber den Rettungsplänen der Regierungen durch unbeschränktes Gelddrucken und sagte, es werde Jahre dauern, bis dieses Geld die Weltwirtschaft durchdringen werde.

„Sie werden all dieses Geld drucken, um zu versuchen, die Wirtschaft zurück zu bekommen, nachdem sie sie im Grunde genommen schon ruiniert haben“, sagte er. „Sie werden sie mit einem Haufen Geld überschwemmen, und dieses Geld wird immer weniger wert sein, und immer weniger, und immer weniger.“

Draper glaubt, die Leute werden sich auf grund des beschränketen Angebots Bitcoin zuwenden und Fiat-Währungen, die von den Zentralbanken in Milliardenhöhe gedruckt werden kann, den Rücken kehren:

„Dies wird eine wirklich interessante Zeit sein, in der die Leute sagen: ‚Nun, warum benutze ich nicht einfach Bitcoin?‘ Ich weiß, dass es nur 21 Millionen davon gibt, und wir müssen uns keine Sorgen darüber machen, ob eine Regierung ihre Währung verwässert, indem sie tonnenweise davon druckt, wir können stattdessen einfach eine Währung benutzen, über die wir uns alle einig sind, und das ist alles ein Teil der Wirtschaft und sie ist bereits reibungslos und offen und transparent und global.   

Nicht das Ende der Globalisierung?

Obwohl es eine Debatte darüber gibt, ob Coronavirus den Trend zur Globalisierung der letzten 25 Jahre beenden könnte, glaubt Draper, dass digitale Finanzinnovationen wie Bitcoin, Smart Contracts und künstliche Intelligenz die Regierungen dazu zwingen werden, auf „virtueller Ebene“ miteinander zu konkurrieren, um bessere Dienstleistungen zu „niedrigeren Kosten“ anzubieten und so Talente anzuziehen. 

Dies wiederum werde den Menschen mehr Wahlmöglichkeiten geben, sich frei zu bewegen und in einer „liebevollen“ und „schöneren“ neuen globalen Welt zu leben. Er fügte hinzu:

„Es spielt keine Rolle, ob Sie aus den USA, China oder Russland oder Indien oder Europa oder was auch immer kommen, wir sind eine offene Welt, und dann werden die geografischen Grenzen immer weniger bedeuten“.

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EU-Studie sieht Blockchain als Baustein zur Digitalisierung des Sozialwesens

Die Europäische Union (EU) sieht die Blockchain-Technologie als einen wichtigen Baustein für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors.

„Genau wie in der Dienstleistungsbranche befindet sich die Blockchain-Technologie mittlerweile auch im Gesundheitswesen und im Sozialwesen in ihrer Einführungsphase. Hier wird die Technologie insbesondere dafür genutzt, um Sozialleistungen auszuzahlen und Rentenbeiträge nachzuverfolgen“, wie die EU-Agentur Eurofound, die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, in ihrer neuen Studie schreibt.

Blockchain birgt Potenzial für das Sozialwesen

In diesem Zusammenhang hebt die Studie die Vorteile der Blockchain-Technologie hervor, wobei sie anführt, dass die Blockchain Sicherheit bietet, ohne dabei von einem Drittanbieter abhängig zu sein.

„Weitere Vorteile dieser Technologie für den öffentlichen Sektor sind, dass Dienstleistungen besser auf die Bürger zugeschnitten werden können und dass sie mehr Transparenz und Vertrauen in die Regierung schaffen kann“, wie es ergänzend heißt. Und weiter: „Identitätsnachweise per Blockchain können zudem dabei helfen, die Auszahlung von Fördergeldern und Sozialleistungen schneller und kostengünstiger abzuwickeln.“

Zudem sieht die Studie auch noch andere Einsatzgebiete für die Blockchain-Technologie, allen voran was Renten und Zahlungen angeht.

Trotz des jungen Alters der Technologie, weist Eurofound der Blockchain deshalb eine große Wichtigkeit zu. „Obwohl die Blockchain-Technologie im öffentlichen Sektor noch in der Einführungsphase ist, hat sie langfristig das Potenzial, Mittelsmänner, Verträge und Verifizierungssysteme überflüssig zu machen“, so die Agentur.

Digitalisierung an vielen Fronten

Neben der Blockchain nennt die Studie noch weitere Technologien, die die Digitalisierung des öffentlichen Dienstes maßgeblich beeinflussen werden, darunter Künstliche Intelligenz, Robotik und das Internet-of-Things.

„Das primäre Ziel der Digitalisierung im Sozialwesen ist Kosteneffizienz und älteren Menschen zu ermöglichen, so lange wie möglich unabhängig in ihren Eigenheimen leben zu können“, wie Eurofound die Motivation für digitalen Wandel im öffentlichen Sektor zusammenfasst.

Die EU-Agentur weist abschließend darauf hin, dass die Studie noch vor Ausbruch der Corona-Krise erstellt wurde, dass jedoch einige entsprechende Änderungen und Ergänzungen bereits eingepflegt wurden.

Seit dem Krypto-Hype von 2017 wagen sich immer mehr Organisationen in die Blockchain-Branche, da die Technologie eng mit Kryptowährungen verknüpft ist und so vom Interesse an der Anlageklasse profitiert. Selbst JPMorgan Chase ist inzwischen auf den Zug aufgesprungen und entwickelt einen Blockchain-basierten Stablecoin namens JPM Coin.

Cointelegraph hat Eurofound um Stellungnahme gebeten, bis Redaktionsschluss jedoch noch keine Antwort erhalten. Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald eine entsprechende Antwort vorliegt.

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Russland: Zentralbank will Ausgabe und Umlauf von Krypto verbieten

Nach Jahren der Ungewissheit in Sachen Kryptowährungsregulierung wird Russland mit seinem geplanten Krypto-Gesetz noch verwirrender. Die Zentralbank des Landes hat eine weitere Erklärung zu diesem Thema abgegeben.

Laut Angaben einer Führungskraft aus der Rechtsabteilung der Bank von Russland soll das große, aber noch nicht fertiggestellte Kryptowährungsgesetz des Landes mit dem Titel „Über digitale Finanzanlagen“ die Ausgabe und Verbreitung von Kryptowährungen verbieten.

Alexej Gusnow, der Leiter der Rechtsabteilung der russischen Zentralbank, gab das in einem Interview mit der lokalen Nachrichtenagentur Interfax am 16. März bekannt

Ausgabe und Verbreitung von Krypto im Land: „Ungerechtfertigtes Risiko“

Der ursprüngliche Gesetzentwurf „Über digitale Finanzanlagen“ sah vor, dass der Handel mit Kryptowährungen in Russland erlaubt ist. Das geänderte Dokument soll hingegen fast alles im Hinblick auf Krypto verbieten. Nur das Halten von solchen werde erlaubt bleiben, so Gusnow.

Der Zentralbankmitarbeiter sagte, dass das kommende Gesetz die Ausgabe und den Umlauf von Kryptowährungen ausdrücklich verbieten und Strafen für Verstöße gegen dieses Gesetz einführen werde. Gusnow argumentierte:

„Wenn das Finanzsystems und des Verbraucherschutzsystems weiter funktionieren soll, stellt die Legalisierung der Ausgabe und die Förderung des Umlaufs von Kryptowährungen ein ungerechtfertigtes Risiko dar. Daher verbietet der Gesetzentwurf ausdrücklich die Ausgabe und Organisation des Umlaufs von Kryptowährungen und führt Strafen für die Verletzung dieser Regeln ein.“ 

Bitcoin-Transaktionen für Russlands Zentralbank wohl nicht regulierbar

Gusnow hat abgesehen von dem Kommentar, dass das Kryptogesetz russischen Finanzinstituten die Ausgabe von digitalen Vermögenswerten verbieten würde, nur wenig Klarheit im Hinblick auf den Gesetzesentwurf geschaffen. Auf die Frage, ob die Bank von Russland den Einwohnern verbieten wolle, Krypto in lokale Fiatwährung, also in den russischen Rubel oder eine ausländische Währung, umzutauschen, antwortete Gusnow nicht direkt. 

Stattdessen wiederholte er, dass die Zentralbank dagegen sei, dass Institutionen Kryptowährungen ausgeben. Er fügte hinzu, dass die Bank keine bestimmten Grenzen für Transaktionen mit Bitcoin (BTC) festlegen könne:

„Wenn jemand, der etwa Bitcoins besitzt, eine Transaktion in einer Region abschließt, die das nicht verbietet, ist es unwahrscheinlich, dass wir das regulieren können.“

Russlands Kryptogesetz: Erstmals im Januar 2018 vorgestellt

Diesen Kommentare zu Russlands geplanter Kryptowährungsregulierung kommen gingen Jahre der Unsicherheit sowie mehrfache Verzögerungen hinsichtlich der regulatorischen Klarheit voraus. Der Vorschlag wurde erstmals im Januar 2018 vorgestellt. Damals hat Präsident Wladimir Putin die Verabschiedung des Gesetzes „Über digitale Finanzanlagen“ zweimal angeordnet. Doch das Gesetz ist nach wie vor nicht fertiggestellt.

Das russische Finanzministerium hat versucht, Kryptowährungen im Land zu legalisieren. Die Zentralbank hat hingegen darum gekämpft, den legalen Gebrauch von Krypto insgesamt zu verbieten.

Im Februar 2020 hat die Bank von Russland ein ganzes Regelwerk für verdächtige Transaktionen herausgegeben. Darin wurde jegliche Krypto-Transaktion als potentielle Geldwäsche kategorisiert.

Die Zentralbank verbietet zwar lokalen Einrichtungen, ihre eigenen digitalen Vermögenswerte auszugeben, spielt aber mit dem Gedanken, eine eigene digitale Währung auszugeben. Im Dezember 2019 sagte die Bankchefin Elvira Nabiullina, die Institution prüfe die Ausgabe eines digitalen Rubels.

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Wilshire Phoenix CEO sieht in Finanzspritzen der „Fed“ indirekten Vorteil für Bitcoin

Die amerikanische Zentralbank hat vor wenigen Tagen weitere 168 Mrd. US-Dollar ins Finanzsystem gepumpt, um die durch das Coronavirus entstandene Panik auf den Märkten abzufedern. Ein Krypto-Experte sieht darin jedoch eine unzureichende Strategie, denn auch Bitcoin ist mittlerweile in diesen Abwärtssog geraten.

„Solange der breite Markt fällt, wird auch Bitcoin fallen“, wie Bill Herrmann, der Geschäftsführer des Investmentunternehmens Wilshire Phoenix, gegenüber Cointelegraph im Bezug auf das Vorgehen der US-Notenbank erklärt.

Zentralbank will Markt auffangen

Die traditionellen Märkte sind zuletzt durch die Panik um das Coronavirus und einen Preiskampf auf dem Ölmarkt in einen Negativstrudel geraten. So musste der wichtige amerikanische Aktienindex Dow Jones Industrial Average (DJI) gleich mehrere schlechte Tage verkraften, ehe es am 12. März dann sogar um 10 % nach unten ging. Für den gesamten amerikanischen Aktienmarkt war dies der schlimmste Tag seit dem „Black Monday“ von 1987, wie aus einem CNBC Bericht hervorgeht.

Bitcoin hat am gleichen Tag ein ähnliches Schicksal erlitten und ist innerhalb kürzester Zeit von 6.000 US-Dollar auf nur noch 3.850 US-Dollar abgestürzt.

Um die bröckelnde Wirtschaft aufzufangen, hatte die amerikanische Zentralbank bereits am 10. März 168 Mrd. US-Dollar in das Finanzsystem gepumpt. Diese Summe ist knapp 82 % höher als das gesamte Geld, das in Bitcoin investiert ist. Derzeit kommt die Kryptowährung nämlich „nur noch“ auf eine Marktkapitalisierung von 98 Mrd. US-Dollar.

Am Tag als die „Federal Reserve“ das neue Geld in Umlauf gebracht hatte, lag die Marktkapitalisierung von Bitcoin allerdings noch bei 145 Mrd. US-Dollar.

Welche Maßnahmen hat die Fed getroffen?

Dabei sind die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen der US-Zentralbank Teil eines größeren Plans, der schon im September 2019 seinen Anfang genommen hat, wie Herrmann erklärt. „Die Fed hat schon vergangenen September mit ihren Rückkaufvereinbarungen begonnen, da Probleme auf den Geldmärkten dazu geführt hatten, dass sie ihr geplantes Ziel für den Leitzins verfehlt“, so der Experte. Und weiter:

„Bei Rückkaufvereinbarungen kauft die Zentralbank Staatsanleihen, Hypotheken und staatliche Wertpapiere auf und gibt den jeweiligen Banken Bargeld im Austausch. Im Prinzip ist das eine Art Kredit von der Zentralbank an die Banken, wobei diese Kredite durch die genannten Anleihen besichert sind. Die Fed hatte gehofft, dass diese Maßnahmen nur kurzzeitig benötigt werden, aber das Prinzip Hoffnung ist keine wirklich gute Strategie.“

Herrmann sieht die jetzt getätigten Rückkaufvereinbarungen der US-Zentralbank nur als Tropfen auf den heißen Stein, da sie allein schon in ihrer Größe unzureichend wären. „Die jüngsten reingepumpten Gelder sind ungefähr so wirkungsvoll, als wenn man mit Papierkügelchen auf einen Schnellzug schmeißt. Es ist einfach nicht genug“, wie der Wilshire Phoenix Geschäftsführer warnt. „Ich gehe davon aus, dass die Zentralbank ein Zeichen setzen wollte, um neues Vertrauen in das System aufzubauen, aber sie muss jetzt aufhören wie Akademiker zu denken und wirkliche Maßnahmen ergreifen“.

So schlussfolgert Herrmann:

„Das klingt vielleicht verrückt, aber ich denke, es braucht mindestens 700 Mrd. bis über 1 Bio. US-Dollar, um den Markt wirklich zu stabilisieren. Die letzten Wochen haben perfekt illustriert, wieso es digitale Vermögenswerte, wie allen voran Bitcoin, braucht.“

Mit letzterer Aussage spielt der Krypto-Experte auf die These an, dass das traditionelle Finanzsystem einen Denkfehler hat, durch den immer neues Geld „gedruckt“ werden muss, um es am Leben zu erhalten. Damit geht allerdings unweigerlich eine Entwertung des bestehenden Geldes einher, was zu einer Art Teufelskreis wird. Bitcoin wird besonders dank seiner begrenzten Umlaufmenge als alternativer Gegenentwurf gesehen, der den Wert von Vermögen erhöht und nicht verringert.

Wenn man darüber hinaus der Einschätzung von Herrmann folgt, dass eine Finanzspritze von 168 Mrd. US-Dollar klein ist, dann ist Bitcoin allerdings noch ein sehr kleines Anlageprodukt, obwohl die Kryptowährung klar der Platzhirsch in der eigenen Anlageklasse ist.

Die Europäische Zentralbank hatte zuletzt ebenfalls 135 Mrd. US-Dollar in Umlauf gebracht, um die heimische Wirtschaft zu stabilisieren.

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Argentinische Gesetzgeberin schlägt staatlichen Krypto vor

Josefina Canale, eine argentinische Gesetzgeberin, hat über ihren persönlichen Twitter-Account erklärt, sie unterstütze die Entwicklung einer exklusiven Kryptowährung für die Stadt Mendoza. Diese soll von der lokalen Regierung unterstützt und überwacht werden.

Die Gesetzgeberin fügt hinzu, dass sie sich über das Thema genau informiert habe, um es in Diskussionen über Gesetze vorzuschlagen. Sie erklärte auch, dass ein digitaler Token für die Zahlung von Steuern nützlich sein könnte.

Diese Währung könne dazu beitragen, Mendoza von der aktuellen nationalen makroökonomischen Situation zu isolieren. Argentiniens Peso befindet sich in einer extrem starken Inflation.

Gemischte Reaktionen

Diese Ankündigung wurde von Bürgern auf sozialen Netzwerken unterschiedlich aufgenommen. Gegner des Vorschlags kritisieren die Tatsache, dass diese bisher hypothetische Kryptowährung von der Regierung ausgegeben und kontrolliert und damit stark zentralisiert sein würde.

Sie riefen die Gesetzgeberin auch dazu auf, sich das Konzept des Petro genau anzusehen, um nicht die gleichen Fehler zu machen wie Venezuela.

Außerdem riefen die Bürger, die das Konzept einer digitalen Währung in Mendoza unterstützen, Canale dazu auf, bei der Ausarbeitung ihres Vorschlags eine bestehende Währung zu übernehmen.

Den Reaktionen auf den Tweet der Gesetzgeberin nach, heißt es von den Befürwortern, dass das zur Modernisierung der Provinzregierung beitragen würde. Das sei auch ein guter Ausgangspunkt, um die wirtschaftliche und steuerliche Situation des Landes zu lösen.

Canale stellte klar, dass es sich noch nicht um einen konkreten Gesetzentwurf handele, da das bisher noch nur eine Idee ist, die noch eingehender untersucht werden müsse.

Kryptopeso für Argentinien?

Der Vorschlag von Canale ist nicht neu. Vor Wochen hatte auch der ehemalige Präsident der Argentinischen Zentralbank Martin Redrado einen „nationalen Kryptopeso“ vorgeschlagen. Damit solle man dem Beispiel Chinas folgen.

Er wurde aber auch dafür kritisiert, weil er sich für eine Zentralisierung einer solchen Kryptowährung und die Aufsicht durch die nationale Zentralbank ausgesprochen hatte.

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Schutz von Benutzerdaten: Kryptobörse Digitex stellt KYC-Maßnahmen ein

Einige globale Kryptowährungsbörsen weiten ihre Identitätsprüfungsmaßnahmen aus. Andere wiederum behaupten, dass Krypto-Plattformen überhaupt keine Identitätsprüfungen (KYC) benötigen würden.

Digitex, eine Börse für Krypto-Derivate auf den Seychellen, will diese Woche ihre KYC-Maßnahmen einstellen. Das ist eine Reaktion auf einen großen Benutzerdatenverlust, zu dem es letzten Monat kam.

Digitex: Ab April 2020 keine Identitätsprüfungen mehr

Adam Todd, der CEO von Digitex Futures Exchange, gab das in einer öffentlichen Videoerklärung am 4. März bekannt. In dieser erklärte er, dass Digitex ab April 2020 alle KYC-Identitätsprüfungsmaßnahmen auf seiner Plattform einstellen werde.

Der CEO von Digitex erläuterte, dass die Börse bereits diese Woche mit der Abschaffung von KYC-Maßnahmen beginnen werde:

„Ab Ende dieser Woche werden wir alle KYC-Identitätsprüfungen auf unserer Börse einstellen. Um Digitex-Token aus unserer Kasse zu kaufen, müssen Sie keine KYC-Maßnahmen durchführen. Und wenn wir im April das Mainnet lancieren, wird es keinerlei KYC-Anforderungen geben, um unsere Börse nutzen zu können.“

Digitex läuft derzeit in der Beta-Version, so dass Benutzer nur den firmeneigenen Token DGTX kaufen können. Am 27. April wird das Mainnet lanciert. Digitex will den Benutzern dann den freien Handel mit DGTX und Ether (ETH) sowie anderen Kryptowährungen ermöglichen, wie Todd gegenüber Cointelegraph erklärte. Er merkte an, dass die Börse Fiatwährungen nicht unterstützen werde.

Laut Todd sei die Einstellung der KYC-Maßnahmen die einzige Möglichkeit, um zu garantieren, dass Digitex keine persönlichen Dokumente mehr durchsickern lässt. Denn auf diese Weise habe die Plattform diese persönlichen Dokumente überhaupt nicht mehr.

Persönliche Daten von 8.000 Digitex-Benutzern gestohlen

Der Einstellung der KYC-Maßnahmen auf Digitex ging ein Diebstahl von Benutzerdaten bei der Börse voran. Dabei sickerten einige sensible Daten durch. Wie Cointelegraph am 29. Februar berichtete, wurde die undichte Stelle von einem Ex-Mitarbeiter von Digitex ausgenutzt. Dieser soll KYC-Dokumente, wie etwa Pass- und Führerschein-Scans von über 8.000 Digitex-Kunden gestohlen haben.

Es wurde berichtet, dass der sogenannte „Digileaker“ behauptete, er sei „kein Ex-Angestellter oder Auftragnehmer oder jemand aus der Vergangenheit von Adam oder Digitex“.

In einer öffentlichen Erklärung vom 2. März sagte Digitex, dass die Börse zunächst nur von einem Durchsickern von E-Mail-Daten gewusst habe. Es habe jedoch einen zweiten Angriff gegeben, bei dem schließlich sensible Daten durchgesickert seien, wie die Börse einräumte.

Ein Digitex-Sprecher erläuterte gegenüber Cointelegraph, dass persönliche Dokumente, wie etwa Passfotos und Identitätskarten, von mindestens fünf Personen durchgesickert seien. Der Täter behauptet, 8.000 Dokumente zu haben. Das konnte Digitex allerdings noch nicht feststellen, untersucht dies aber derzeit.

CEO von Digitex: Überwachung der einzig wahre Grund für KYC

Digitex deutete zuvor bereits eine mögliche Abschaffung der KYC-Maßnahmen an. Der CEO der Firma kritisierte in seiner neuen Erklärung das Konzept von KYC im Allgemeinen.

Laut Todd seien die Hauptargumente für KYC-Regeln, wie etwa Geldwäsche, „dumm“ und „lächerlich“. Der einzig wahre Grund für KYC-Maßnahmen sei, der „Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut“. Er sagte:

„Wir alle kennen den wahren Grund für KYC. Der wahre Grund für KYC ist: Der Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut. Er möchte wissen, wie viel Sie haben und was Sie damit machen. Ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, das mit jedem Menschen auf der Welt zu machen.“

Digitex hatte aus zwei Gründen versucht, KYC-Maßnahmen zu implementieren. Zum einen, um Geldwäsche zu bekämpfen und zum anderen um Kunden aus den USA auf der Plattform haben zu können, wie der Digitex-CEO erklärte. Laut Todd sei jedoch keiner dieser Gründe für Digitex es wert, wenn Benutzerdaten dadurch durchsickern.

Todd argumentierte, dass Benutzer keine Kryptowährungen, wie den ETH auf Digitex waschen würden, um den internationalen Terrorismus zu finanzieren. Er erklärte, dass solche Behauptungen „offensichtlicher Schwachsinn“ seien. Im Gespräch mit Cointelegraph betonte Todd, dass die Geldwäsche mit Krypto einem „winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat“ entspreche. Er erläuterte dazu:

„Jedes Jahr werden Fiatwährungen im Wert von zwei Billionen US-Dollar gewaschen. Das entspricht dem 10-fachen der Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammen. Geldwäsche mit Krypto entspricht nur einem winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat. Nach dieser Logik würde jedes Unternehmen, das Geld annimmt, ohne die Identität seiner Kunden zu prüfen, Terrorismus finanzieren. Wenn diese Person ein Konto bei einer anderen Kryptobörse, wie etwa Binance, hätte, würde es 5 Tage dauern, um etwa 100.000 US-Dollar abzuheben. Das heißt, wenn ein Terrorist noch mehr waschen wollte, kann er einfach ein neues Konto eröffnen.

„Alle unsere Kunden auf der ganzen Welt zu zwingen, zu beweisen, dass sie keine Amerikaner sind, ist unsinnig.“

Da die US-Regierung nicht wolle, dass US-Bürger mit Krypto über Digitex handeln, blockiere die Plattform bereits US-amerikanische IPs. Sie fordere die Nutzer auf, zu bestätigen, dass sie gemäß den Nutzungsbedingungen von Digitex nicht in den USA wohnen, so der CEO.

Die US-amerikanische IP-Sperre in Verbindung mit den Nutzungsbedingungen würde ausreichen, um US-Benutzer fern zu halten. Strenge KYC-Regeln gingen weiter, als sie sollten, so der CEO von Digitex. Er sagte:

„Ich glaube, das ist ein vernünftiger Weg, um sie fern zu halten. Ich glaube nicht, dass die US-Behörden das Recht haben, mir zu sagen, dass ich eine Identitätsprüfung bei jeder einzelnen Person auf der Welt, die meine Plattform nutzen will, durchführen muss, nur damit wir keine US-Bürger darauf bekommen. Das ist unsinnig. Ich glaube nicht, dass sie einen rechtmäßigen Präsidenten haben, der mich dazu zwingen könnte. Und ich werde das nicht tun.“

Im Gespräch mit Cointelegraph sagte Todd, wenn ein US-Nutzer entdeckt werde, der gegen diese Bedingungen verstößt, sperre die Börse sofort dessen Zugang zur Plattform und gebe diesem sieben Tage Zeit, sein Geld abzuheben.

Die Frage, ob Digitex erwarte, dass die Börse nach der Entfernung der KYC-Maßnahmen mehr Nutzer haben werde, bejahte Todd. Er erklärte, dass KYC-Maßnahmen für viele Menschen ein massives Hindernis für die Registrierung auf Kryptobörsen seien. Viele Menschen auf der ganzen Welt hätten nämlich überhaupt keine von der Regierung ausgestellten Ausweise. Er fuhr fort:

„KYC-Maßnahmen sind für viele Menschen eine riesige Barriere. Wir erwarten, dass Digitex durch die Beseitigung dieser Barriere viel mehr Nutzer anziehen wird. Wir stehen auch dazu, dass wir an das Recht auf Privatsphäre glauben. Wir öffnen unsere Börse allen Leuten auf der Welt. Damit hoffen wir, ein Produkt zu schaffen, das das Leben von Menschen verändern kann.“

Dass Digitex gegen Überwachung kämpft, deckt sich mit der zunehmenden Besorgnis über die Privatsphäre der Benutzer weltweit. Viele wichtige Leute aus der Branche drängen auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer im Internet. Ein leitender Angestellter der großen Blockchain- und Kryptoanalysefirma Chainalysis, die mit großen Bundesbehörden, wie der US-Steuerbehörde und dem FBI zusammenarbeitet, ist überzeugt, dass volle Transparenz nicht ideal für Krypto sei.

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Gespräch über Herausforderungen: US-Finanzministerium trifft Krypto-Prominente

Das US-Finanzministerium traf sich mit prominenten Persönlichkeiten aus dem Kryptowährungsbereich, um über regulatorische Herausforderungen zu sprechen.

Das Finanzministerium gab am 2. März bekannt, dass es zusammen mit Vordenkern aus der Branche und Compliance-Experten über die Aufsicht über Krypto-Vermögenswerte spreche.

Der US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, dass die USA eine verantwortungsvolle Innovation begrüße, die die Effizienz des Finanzsystems potenziell verbessern könnten. Dennoch hob er auch hervor, es sei wichtig, sicherzustellen, die nationale Sicherheit durch solche Innovationen nicht zu gefährden:

„Wir müssen sicherstellen, dass wir Innovation und den Schutz unserer nationalen Sicherheit und der Integrität unseres Finanzsystems miteinander in Einklang bringen.“

Der Ankündigung zufolge konzentriere sich das US-Finanzministerium darauf, den Einsatz von Krypto-Vermögenswerten für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere illegale Zwecke zu verhindern. Die Regulierungsbehörde fügte hinzu, die USA wolle bei der Regulierung von Kryptowährungen eine Führungsrolle einnehmen und werde „die Verwendung von Kryptowährungen zur Unterstützung illegaler Aktivitäten nicht tolerieren“.

USA und Kryptowährungen

Mehrere Mitarbeiter der US-Finanzaufsicht zeigten sich vorsichtig oder sogar feindselig gegenüber Kryptowährungen. Letzten Sommer hat Mnuchin fest behauptet, dass Bargeld nicht so häufig gewaschen werde, wie Bitcoin (BTC). 

Im Dezember 2019 erklärte ein Mitglied des Gouverneursrates der US-Notenbank, dass ein Viertel der Bitcoin-Benutzer kriminell sei und die Hälfte aller Bitcoin-Transaktionen mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen.

Die Überzeugung, dass Kryptowährungen mit solchen Aktivitäten in Zusammenhang stehen, führt dazu, dass das gesamte Finanzsystem mit Krypto-Unternehmen nicht zusammenarbeiten will.

Kürzlich sagte der Gründer des Blockchain-Kommunikationsshops ChangeOutput Justin O’Connell, dass viele Banken keine Krypto-Geschäfte tätigen würden, weil sie glauben, Kryptowährungen werden hauptsächlich für illegale Aktivitäten verwendet.

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Bundesfinanzminister Scholz fordert Kampf gegen Libra und andere digitale Parallelwährungen

Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat ein scharfes Vorgehen gegen “digitale Parallelwährungen” wie Facebooks geplante Libra-Stablecoin gefordert. Entsprechende Aussagen machte Scholz in Berlin laut eines Medienberichts vom 27. Februar bei einer Tagung der Initiative „Markets for Europe“.

Zugespitzte Wortwahl

Scholz habe auf der Tagung gefordert, man müsse „mit aller Schärfe“ gegen „digitale Parallelwährungen“ wie Libra vorgehen, da diese einen Angriff auf demokratische Strukturen darstellten.

„Wir dürfen eine digitale Parallelwährung nicht hinnehmen“, so der Appell von Scholz. Man müsse gegen solche Projekte vorgehen – „mit den vorhandenen Möglichkeiten, die wir haben, aber auch möglicherweise mit neuen“. Mit seiner ablehnenden Haltung sieht sich Scholz international nicht alleine. „Auch die USA haben wohl verstanden, dass man nicht Libra haben kann und den Dollar“, so der Finanzminister auf der Tagung weiter.

Klare Gegenposition zu Facebook-Libra

Olaf Scholz verschärft damit seine Position gegenüber Facebooks Währung Libra und ähnlichen, von ihm als “digitale Parallelwährungen” eingestuften Projekten. Dass der Finanzminister Stablecoins als als potentielle Gefahr für das Finanzsystem sieht, hatte dieser allerdings bereits im letzten Sommer deutlich gemacht.

Im September gab Scholz dann zu Protokoll, er lehne “Parallelwährungen wie Facebooks Libra ganz klar ab”. Eine anfängliche Zulassung von Libra per Erlaubnisvorbehalt hält die Bundesregierung laut einer am 17. Oktober veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke allerdings durchaus für möglich.

Eine EU-weite Entscheidung zu Libra lässt unterdessen weiter auf sich warten. Laut einem Exekutiv-Vizepräsident Dombrovskis im Namen der Europäischen Kommission veröffentlichten Vermerk vom 19. Februar, hat die Libra-Association auf Fragen der EU bislang immer noch nicht ausreichend geantwortet.

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Malta: Finanzaufsicht legt Feedback der Kryptobranche zu Wertpapier-Tokens offen

Die Finanzaufsichtsbehörde von Malta (MFSA) hat ihr bisher erhaltenes öffentliche Feedback für die gesetzliche Behandlung sogenannter Wertpapier-Tokens (Security Tokens) erhalten.

In dem entsprechenden Dokument, das am 25. Februar veröffentlicht wurde, legt die Behörde das Feedback offen, das sie von 18 verschiedenen Marktteilnehmern der Kryptobranche zum Thema der „Security Token Offerings“ (STO), also dem Verkauf von Wertpapier-Tokens, eingeholt hat. Darunter befinden sich Behörden, Krypto-Unternehmen, Technologie-Dienstleister, Rechtsanwälte, Beratungsunternehmen und einige andere.

Die MFSA hatte Marktteilnehmer bereits vergangenen Juli dazu aufgefordert, ihr Feedback zur rechtlichen Behandlung von Wertpapier-Tokens abzugeben. Bei Wertpapier-Tokens handelt es sich um Wertpapiere, die in Form von Krypto-Tokens verpackt sind. Zudem sollten die betreffenden Marktteilnehmer ihre Meinung zu den Herausforderungen, die sich durch die bestehende Rechtslage für die STOs ergeben, kundtun. In diesem Zusammenhang wies die MFSA darauf hin, dass weder sie noch die Europäische Union zu dem Thema bisher klare gesetzliche Vorgaben gemacht hätte.

Das Feedback

Laut dem jüngsten Dokument lehnt die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer die von der MFSA vorgeschlagenen Kategorisierungen für verschiedene Arten von STOs ab. Außerdem dürfe es keine Rolle spielen, ob ein Finanzprodukt tokenisiert ist oder nicht, da das Wertpapierrecht der EU eine Gleichbehandlung vorsieht. Eine solcher Unterscheidung könnte unbeabsichtigte Folgen für den Wertpapierhandel haben.

Ein alternativer Vorschlag wäre es, einen gänzlich neuen gesetzlichen Rahmen für Wertpapiere zu erstellen, die auf einer Blockchain angesiedelt sind.

Andere Teilnehmer regten wiederum dazu an, dass Malta bei der Klassifizierung von Wertpapier-Tokens dem Blockchain Research Institut folgen sollte, das seinerseits zuvor entsprechende Einteilungen vorgenommen hat. Eine solche Einteilung könnte generell auch davon abhängig gemacht werden, welchen Zweck die Blockchain-Technologie bei einem jeweiligen Token erfüllt bzw. wie das jeweilige Krypto-Projekt aufgebaut ist.

Im Dokument werden noch weitere Problemstellungen besprochen, darunter das Management von Rechten und Pflichten der Wertpapier-Tokens oder auch die doppelte Verifizierung von Transaktionen.

Blockchain-Insel?

Obwohl Malta aufgrund seiner Krypto-freundlichen Politik schon den Spitznamen „Blockchain-Insel“ trägt, haben die Startups der Branche weiterhin Probleme, eine Lizenz für Finanzdienstleistungen zu erhalten. Diese ist für Krypto-Unternehmen umso wichtiger, da viele Banken eine Zusammenarbeit mit ihnen ablehnen, solange keine entsprechende Genehmigung der MFSA vorliegt.   

Kürzlich wurde bekannt, dass selbst die große Kryptobörse Binance keine Zulassung hat, um ihre Dienstleistungen in Malta anzubieten. So entgegnete die MFSA:

„Nach einem Medienbericht in dem Binance als ein ‚Krypto-Unternehmen aus Malta‘ bezeichnet wurde, stellt die Malta Financial Services Authority (MFSA) hiermit klar, dass Binance von der MFSA keine Autorisierung erhalten hat, um auf dem Kryptomarkt tätig zu sein. Daher unterliegt sie auch nicht der Beaufsichtigung durch die MFSA.“

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Neuseeland will Kryptowährungen von der Mehrwertsteuer befreien

Das neuseeländische Finanzamt hat einen neuen Vorschlag zur Erhebung von Mehrwertsteuer auf Kryptowährungen vorgestellt, der nun zunächst für öffentliches Feedback offensteht.

Das sogenannte Inland Revenue Department (IRD) hat am 24. Februar ein entsprechendes Papier veröffentlicht, durch das die Erhebung von Mehrwertsteuer auf Kryptowährungen entfallen soll. Lediglich für Krypto-Finanzdienstleistungen würde diese dann noch gelten.

Ungleichbehandlung soll beseitigt werden

 Als Begründung heißt es in dem Entwurf, dass der neuseeländische Kryptomarkt rasant wächst und dass die vorgeschlagenen Änderungen für die meisten Teilnehmer dieses Marktes von Vorteil wären. Sinn und Zweck dieser Änderungen ist es demnach, dass das geltende Steuerrecht nicht ungewollt das Wachstum der Kryptobranche behindert. So heißt es:

„Die rechtliche Norm, nach der Geld und Finanzdienstleistungen einer Ausnahmeregelung von der Mehrwertsteuer unterliegen können, kannte Kryptowährungen noch nicht, was bedeutet, dass derzeit auf einige Kryptowährungen Mehrwertsteuer erhoben wird und auf andere nicht, je nachdem, wie diese konzipiert sind. Diese Ungleichbehandlung bei der Erhebung von Mehrwertsteuer bevorteilt unbeabsichtigt bestimmte Kryptowährungen gegenüber anderen, was zu einer Verzerrung des Kryptomarktes führen könnte.“

Krypto-Dienstleistungen werden nicht befreit

Um dies aufzulösen, schlägt das neuseeländische Finanzamt vor, Kryptowährungen gänzlich von der Mehrwertsteuer zu befreien, wohingegen Krypto-Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Dienstleistungen von Kryptobörsen, weiterhin unter die Mehrwertsteuer fallen.  

Die Befreiung von der Mehrwertsteuer betrifft lediglich den direkten Kauf von Kryptowährungen, aber nicht weitere Dienstleistungen, die damit in Verbindung stehen, so heißt es in dem Vorschlag:

„Die vorgeschlagene Befreiung von der Mehrwertsteuer bezieht sich ausschließlich auf den Kauf von Kryptowährungen. Andere Krypto-Dienstleistungen, bei denen es sich nicht um den direkten Kauf handelt, wie zum Beispiel Krypto-Mining, Beratungsdienstleistungen oder die Dienstleistungen von Kryptobörsen, sind weiterhin steuerpflichtig.“

Das neuseeländische Finanzamt ist der Überzeugung, dass einfache und klare Steuergesetze das Wachstum der Kryptobranche fördern können, da sie sicherstellen, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen keinen Nachteil dadurch erhalten, dass sie mit Kryptowährungen handeln.

Die Behörde fordert die Öffentlichkeit nun zur Abgabe von Feedback für die vorgeschlagenen Änderungen auf und wird anschließend über weitere Schritte beraten.

Kryptowährungen sind kein Geld

Obwohl Neuseeland sich mehr und mehr als krypto-freundliches Land etablieren will, betont die Finanzamt-Kommissarin Naomi Ferguson, dass die Regierung Kryptowährungen trotzdem nicht als Währungen anerkennt:

„Nach Ansicht der Kommissarin handelt es sich bei Kryptowährungen um Eigentum. Kryptowährungen sind kein Geld im eigentlichen Sinne (zumindest noch nicht), allen voran, weil Kryptowährungen nicht von Regierungen herausgegeben werden und nirgends als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert sind.“

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