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Financial Times: Geldpolitik der Zentralbanken begünstigt Bitcoin

Henny Sender, die Chef-Korrespondentin für internationales Finanzwesen bei der Financial Times, vermutet, dass Zentralbanken ironischerweise für den jüngsten Kursanstieg von Bitcoin verantwortlich sind.

In einer Gastkolumne für die Nikkei Asian Review argumentiert Sender am 21. August, dass die lockere Geldpolitik der Zentralbanken dazu führt, dass Kryptowährungen zunehmend als Absicherungsinstrument angenommen werden.

Bitcoin wird zur Absicherung gegen weltwirtschaftliche Risiken

Einige Analysten vermuten, dass die US-Zentralbank die Quantitative Lockerung diese Woche sogar noch vorantreiben könnte, da in Wyoming ein Treffen der amerikanischen Zentralbanken bevorsteht.

Im Juli hatte Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Zentralbank, seit 10 Jahren erstmals wieder den Leitzins gesenkt, womit er der bisherigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank folgt, die sich zuvor ähnlich verhalten hatte.

In China ist der Wechselkurs der Landeswährung Yuan am 5. August derweil unter die wichtige 7 US-Dollar Marke abgerutscht, wobei einige Stimmen von einer absichtliche Manipulation Pekings ausgehen. Die Staatsanleihen mehrerer Länder sind unterdessen von starker Volatilität betroffen, was ebenfalls zur Misere beiträgt.

 All diese Entwicklungen sieht Sender als Begünstigung für Bitcoin an. Demnach würden die Zentralbanken geradezu dabei helfen, die marktführende Kryptowährung von einem Spekulationsobjekt in ein Wertaufbewahrungsmittel zu transformieren, das zur Absicherung gegen weltwirtschaftliches Risiko dienen kann.

In diesem Zusammenhang verweist die Financial Times Chef-Korrespondentin auf eine Studie von Grayscale Investments, die zuvor zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist:

„Bitcoin hat das Potenzial, sowohl in Zeiten weltwirtschaftlicher Ruhe als auch in Krisenzeiten gut zu performen, besonders wenn die Abwertung von Landeswährungen droht […]. Bitcoin hat eine ähnliche wertbewahrende Eigenschaft wie Gold und gleichsam einige der Kerneigenschaften von Geld.“

In der Tat scheint die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold zuletzt zuzunehmen, was die These vom „digitalen Gold“ weiter bekräftigt. Allein in den letzten drei Monaten hat sich die Korrelation fast verdoppelt.

Die „perfekte Welle“

Die chinesische Regierung befürchtet, dass Kryptowährungen, nicht zuletzt wegen der Krise in Hongkong, Kapitalflucht begünstigen könnten. Diese Angst ist einer der Hauptgründe, weshalb sich Peking schleunigst darum bemüht, eine eigene Zentralbank gesteuerte Digitalwährung auf den Markt zu bringen.

Laut einem Sprecher des inoffiziellen Bitcoin Verbandes in China sind die Krypto-Käufe in dem asiatischen Land jüngst um 50% nach oben geschossen. Sender sieht sich hierin bestätigt, räumt allerdings auch ein, dass diese Zahlen nicht endgültig verifiziert sind.

Die Marktforscher von Delphi Digital haben diesen Monat wiederum eine Studie veröffentlicht, in der sie ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass die Quantitative Lockerung der Zentralbanken und die drohende Abwertung einiger Landeswährungen die Preise von Bitcoin und Gold ankurbeln werden. Demnach würden makroökonomische Faktoren eine „perfekte Welle“ auslösen, die den Bitcoin-Kurs immer weiter nach oben spülen könnte.

Investmentexperte Anthony Pompliano hatte die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank kürzlich als „Treibstoff“ für Bitcoin bezeichnet, auch andere Experten haben bereits in diesen Tenor miteingestimmt.

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US-Außenminister warnt vor der Anonymität von Kryptowährungen

Der US-Außenminister Mike Pompeo hat davor gewarnt, dass Kryptowährungen indirekt Terrorismus und andere illegale Aktivitäten begünstigen könnten.

Anonymität birgt Risiken

In einem Interview mit CNBC verwies Pompeo am 20. August speziell auf die Risiken, die mit anonymen Transaktionen einhergehen, wobei er Kryptowährungen als Vehikel für die Anonymität sieht:

„Die Risiken, die mit anonymen Transaktionen einhergehen, sind uns wohlbekannt. Wir kennen das noch vom 11. September oder von den terroristischen Aktivitäten in den 15 Jahren zuvor, in denen wir noch keine guten Observierungsmöglichkeiten für Geldströme hatten.“

CNBC-Moderator Joe Kernen hatte in dem Gespräch einen möglichen Zusammenhang zwischen Bitcoin (BTC) und Terrorismus hergestellt, da zuvor die Spannungen im Mittleren Osten diskutiert wurden. In diesem Zusammenhang verwies Kernen auch auf ein vorheriges Interview mit US-Finanzminister Steve Mnuchin, der mit seiner Behauptung, dass Bitcoin mehr für illegale Aktivitäten genutzt wird als Bargeld, zuletzt für Verwunderung gesorgt hatte.

Pompeo wollte diese Behauptung zwar nicht bestätigen, teilte allerdings die Bedenken seines Regierungskollegen, dass Kryptowährungen und anonyme Transaktionen „die Sicherheitslage der Welt verschlechtern könnten“.

Gleiches Recht für alle

Aus dieser Angst zog Pompeo jedoch nicht die gleichen Schlussfolgerungen wie Mnuchin, der eine strenge Regulierung der Kryptobranche fordert. Stattdessen schlägt der Außenminister vor, dass für Kryptowährungen die selben Vorschriften wie für alle anderen elektronischen Transaktionen gelten sollten.

Ein ehemaliger Top-Manager der Deutschen Bank hatte kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem er die These aufstellt, dass Kryptowährungen ein wichtiger Indikator für weltpolitische Spannungen ist.

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Einspruch abgelehnt – Verfahren gegen Bitfinex und Tether wird fortgesetzt

Der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates New York hat entschieden, dass die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft (NYAG) Zuständigkeit für die Kryptobörse Bitfinex besitzt.

Laut Gerichtsdokumenten vom 19. August ist die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft somit in der Lage, ihre Untersuchungen gegen die Kryptobörse fortzusetzen, in der es um den vorsätzlichen Betrug an Anlegern geht.

So heißt es in den Dokumenten, dass Richter Joel Cohen den Einspruch von Bitfinex abgelehnt hat. Die Kryptobörse hatte behauptet, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft keinerlei Zuständigkeit besitzt, weshalb das laufende Verfahren einzustellen sei. Die NYAG wirft Bitfinex vor, gemeinsam mit deren Schwesterfirma Tether Verluste in Höhe von 850 Mio. US-Dollar verschleiert zu haben, wodurch auch Anleger aus dem Bundesstaat New York absichtlich getäuscht worden sein sollen.

Die Vorwürfe haben ein Gerichtsverfahren ausgelöst, dass sich nun schon eine ganze Weile zieht, wobei die Kryptobörse behauptet, dass sie bereits 500.000 US-Dollar ausgeben musste, allein um die bisherigen Prozesskosten zu decken.

Die Frage nach der Zuständigkeit war zuletzt in den Mittelpunkt gerückt, nachdem sowohl die Anwälte von Bitfinex als auch die Anwälte von Tether Dokumente eingereicht hatten, aus denen hervorgehen soll, dass keine der beiden Firmen jemals in New York operiert hat.

Des Weiteren hatten die Anwälte der beiden zusammengehörigen Unternehmen argumentiert, dass allein die Feststellung eines Geschäftsbetriebes im Staat New York nicht ausreichend sei, da vielmehr nachzuweisen sei, dass Anleger durch das Vorgehen der Firmen zu Schaden gekommen sind.

Mit der heutigen Entscheidung von Richter Cohen wird der Einwand, dass die New Yorker Staatsanwaltschaft keine Zuständigkeit besitzt, jedoch aufgehoben, weshalb die Strafverfolgungsbehörde ihre Untersuchungen nun fortsetzen kann.

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Bitcoin: Bloße Existenz beeinflusst Finanzwelt positiv

Die Existenz privater dezentraler Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) hat einen gesunden Einfluss auf die Steuer- und Regulierungspolitik der Regierungen, so eine neue Analyse.

Das Argument wurde in einem Papier am 16. August von Max Raskin (NYU School of Law), Fahad Saleh (McGill University) und David Yermack (NYU Stern) vorgestellt und hat den Titel „Wie beeinflussen digitale Währungen die Regierungspolitik?

3 positive Auswirkungen der bloßen Existienz von Kryptos

In der Analyse heißt es, dass sich die Frage nach dem Einfluss von Kryptowährungen im Hinblick auf das globale Finanzsystem nicht darauf beschränke, ob sich die Mehrheit der Bevölkerung dafür entscheidet, sie zu nutzen. 

Die Autoren sagen, dass die bloße Existenz von Kryptowährungen selbst eine kontrafaktische Wirkung habe. Diese würde die Fiskal- und die Regulierungspolitik auf die Probe stellen. 

Während Kryptowährungen den Dollar vielleicht nicht ersetzt haben, haben sie drei wichtige positive Auswirkungen auf das bestehende Währungssystem, so die Autoren.

Erstens erhalten Bürger durch die Existenz von Kryptowährungen soziale Vorteile, weil sie eine Diversifizierung bieten; Außerdem fungieren private digitale Währungen als Konkurrenz für lokale Investitionen und behindern so die Geldpolitik, was zu einer niedrigeren Inflation führt.

Zweitens argumentieren die Autoren, dass Kryptowährungen lokale Investitionen fördern und als Ergänzung – nicht als Ersatz – zu dieser Investition dienen würden. Sie bieten eine Alternative zum lokalen Fiat an und disziplinieren damit die Geldpolitik. Auch die Inflation wird dadurch reduziert, was zu höheren Renditen bei Investitionen und damit insgesamt zu mehr Investitionen führt.

Drittens profitiert die Regierung selbst davon, wenn sie die Verwendung von Kryptowährungen innerhalb der lokalen Wirtschaft zulässt, da sie Einnahmen durch Steuern erzielt und somit von den höheren lokalen Investitionen profitiert.

Währungskrisen

Die Autoren untersuchen zwei große nationale Fiatwährungskrisen, die seit der Finanzkrise ausgebrochen sind – nämlich die bei der türkischen Lira und beim argentinischen Peso. Sie erklärten dazu:

„Eine private digitale Währung hat erhebliche Auswirkungen auf einen korrupten Schwellenmarkt. Wir definieren einen korrupten Schwellenmarkt als eine Wirtschaft mit hoher Volatilität und eine Regierung, die ihre Politik auf egoistische Interessen und nicht auf das Wohlergehen der Bürger ausrichtet“. 

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hieß es, dass 20 Prozent der türkischen Bevölkerung Kryptowährungen besitzen (Stand: Sommer 2019).

Letzte Woche – als der Peso um 30 Prozent fiel – wurde Bitcoin (BTC) in Argentinien mit einer Prämie von 4 Prozent gehandelt. 

Kryptowährungen beeinflussen nicht nur das etablierte System, sondern auch makroökonomische Faktoren, die in den Kryptosektor zurückfließen: Vor Kurzem hat der Leiter der globalen Fundamental-Kreditstrategie bei der Deutschen Bank angemerkt, dass sich die friedliche Politik der Zentralbanken positiv auf alternative Währungen wie Bitcoin auswirken. Diese Ansicht wird von vielen geteilt.

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Neuseeland regelt Krypto-Gehälter – wurden die Gebete erhört?

Die nationale Steuerbehörde Neuseelands, das Inland Revenue Department (IRD), hat kürzlich verbindliche Regelungen und Leitlinien für in Krypto gezahlte Gehälter und Boni veröffentlicht, die gemäß § 91D des Tax Administration Act von 1994 erlassen wurden. Diese Regelung gilt nur für Gehälter und Lohnempfänger und nicht Selbständige, und nur für Leistungen eines Arbeitnehmers gegen eine feste Vergütung und als regelmäßigen Teil seines Entgelts.

Während einige dies als Beweis dafür ansehen, dass Neuseeland offiziell erklärt hat, dass in Kryptowährungen gezahltes Einkommen als legal angesehen werden kann, ist die Zukunft der Krypto-Adoption nicht so rosig, wie man es sich vorstellen könnte. Diese Entscheidung legt lediglich eine professionelle Anleitung für Unternehmen und Mitarbeiter zur Besteuerung von kryptobasierten Gehältern fest, indem der Kryptowährungsstatus als Aktivposten und nicht als Währung beibehalten wird. 

Das veröffentlichte Dokument zitierte den neuseeländischen IRD-Kommissar, der sich sogar bemüht hat, zu erklären, dass Krypto keine Währung ist, nirgendwo als legal angesehen wird und sogar die Fähigkeit anzweifelt, als Wertespeicher zu fungieren. Kommissarin Naomi Ferguson sagte:

„Nach Ansicht des Kommissars sind Krypto-Assets Eigentum. Krypto-Assets sind nicht das übliche „Geld“ (zumindest derzeit nicht). Insbesondere weil Krypto-Assets von keiner Regierung ausgegeben werden, sind sie nirgendwo gesetzliches Zahlungsmittel. Obwohl die Akzeptanz bestimmter Krypto-Assets als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen zunimmt, werden sie nicht allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert. Angesichts der bislang extremen Volatilität gibt es auch Probleme mit der Fähigkeit einiger Krypto-Assets, ein Wertspeicher zu sein. “

Nicht gerade das Ergebnis, das wir von einem Regierungsbeschluss erhofft hatten.

Worum geht es in dieser Entscheidung genau?

Es gibt zwei Hauptprobleme: Gehalt, das in Krypto bezahlt wird, und Bonuszahlungen, die in Krypto bezahlt werden. Der Beauftragte der neuseeländischen Steuerbehörde wurde gebeten, Leitlinien vorzulegen und eine Entscheidung darüber zu treffen, wie die in Krypto gezahlten Vergütungen besteuert werden sollen, wenn sie im Rahmen ihrer regulären Zahlungen von den Mitarbeitern erhalten werden.

Gemäß dem Urteil unterliegen Krypto-Vermögenswerte, die Teil eines Gehalts oder einer Prämie eines Mitarbeiters sind, der Pay-as-you-earn-Steuer (allgemein als PAYE-Steuer bekannt) oder der Fringe Benefits Tax (FBT). Damit Krypto-Gehälter und -Boni unter PAYE berücksichtigt werden, können sie nicht gesperrt, an einer Börse in Fiat-Währung umgewandelt werden, sie sollte größtenteils als Währung fungieren oder ihr Wert ist an eine oder mehrere Fiat-Währungen gebunden. Andere Arten von Krypto-Assets, die an einen Mitarbeiter gezahlt werden, der nicht der PAYE unterliegt, unterliegen der FBT.

Wird diese Entscheidung als wegweisend angesehen, wenn es darum geht, dass die Steuerbehörden Zahlungen von Mitarbeitern in Krypto akzeptieren?

Nicht ganz. Der Internal Revenue Service der Vereinigten Staaten veröffentlichte 2014 Leitlinien, die Folgendes darlegten:

„Handelt es sich bei der von einem Arbeitgeber als Entgelt für Dienstleistungen gezahlten virtuellen Währung um einen Lohn für arbeitsrechtliche Zwecke? […] Ja. Im Allgemeinen spielt es keine Rolle, in welchem ​Umfang die Entlohnung für Dienstleistungen gezahlt wird, um festzustellen, ob es sich bei dem Entgelt um einen Lohn für Beschäftigung handelt.“

Die Tatsache, dass das IRD klare und detaillierte Leitlinien zu diesen speziellen Themen veröffentlicht hat, signalisiert jedoch, dass die Steuerbehörden Krypto ernst nehmen und wissen, dass sie nicht mehr ignoriert werden kann. Der Detaillierungsgrad dieses Urteils ist viel höher als in den IRS-Leitlinien von 2014 angegeben. 

Bereits im September 2018 reichte eine Gruppe von Fachleuten und Enthusiasten für Blockchain- und Kryptowährung ein Dokument bei dem neuseeländische IRD ein, in dem vorgeschlagen wurde, „Kryptowährung als Zahlung für Steuern zu akzeptieren“. In dem Dokument wurde anerkannt, dass der Umtausch von Krypto zu Fiat eine Hürde für die Steuerzahlung darstellen kann. Es wurde angeregt, dass Krypto-Steuerzahlungen die Einhaltung fördern. Die Empfehlungen umfassten auch die Steuerbefreiung für den Handel mit Krypto für andere Krypto.

Die Steuerbehörden verstehen heute viel mehr als die Grundlagen von „Krypto als Vermögenswert oder Währung“. Sie wissen genau, wie es in der Praxis gemacht werden soll. Jetzt sind alle Augen auf das IRS gerichtet, um seine detaillierten Erklärungen abzugeben, wie sie es versprochen hat.

Die hier geäußerten Ansichten, Gedanken und Meinungen sind die alleinigen Ansichten und Meinungen des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten und Meinungen von Cointelegraph wider.

Or Lokay Cohen ist Vizepräsidentin von Bittax, einer Plattform für die Berechnung von Kryptosteuern. Or verfügt über 10 Jahre Erfahrung in Sachen Regulierung, unter anderem als Leiterin einer führenden Steuerberatungsfirma. Sie hat einen LL.M. juristischer Abschluss, einen Bachelor of Arts in Kommunikationswissenschaften und einen Master of Arts in Management und Politik. In ihrer Zeit bei Bittax unterstützt Or das Ziel, die Kryptowährung mit der steuerlichen Realität in Einklang zu bringen, um Steuererklärungen unter einem klaren regulatorischen Rahmen und spezifischen Identifikationsmethoden zu ermöglichen.

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Britisches Amt für Renten- und Sozialleistungen plant den Einsatz von Blockchain

Das britische Amt für Renten- und Sozialleistungen sieht in der Blockchain-Technologie eine Möglichkeit, Zahlungssysteme völlig neu zu definieren.

Richard Laycock, der stellvertretende Direktor für Digitale Zahlungssysteme beim britischen Amt für Renten- und Sozialleistungen (DWP), hat am 9. August in einem Blogeintrag verraten, dass seine Behörde die Neugestaltung ihrer Zahlungssysteme prüft.

Erklärtes Ziel ist es, die Abwicklung von Zahlungen möglichst „effizient, modern, schnell, skalierbar, flexibel, innovativ und Rund-um-die-Uhr verfügbar“ zu gestalten. Um dies zu erreichen, hat die DWP bereits ein Auge auf die Blockchain geworfen. In diesem Zusammenhang erklärt Laycock, weshalb die Technologie in den Fokus der Behörde gerückt ist:

„Wir sehen mittlerweile schon die ersten Implementierungen in der Privatwirtschaft, wie zum Beispiel beim One Pay FX System der Santander Bank. Die Vorteile sind Ersparnisse von Zeit und Kosten sowie eine geringere Fehlerrate bei der Durchführung von Transaktionen.“

Anfang August hatte der Aufsichtsrat der US-Zentralbank seinerseits angekündigt, dass das Institut die Entwicklung eines Blockchain-basierten Zahlungssystems plant, dass die Infrastruktur für Zahlungsabwicklungen in den USA deutlich verbessern soll. Das System namens FedNow soll dabei hauptsächlich zwischen Banken genutzt werden und soll ab 2024 an den Start gehen.

Wie Cointelegraph zuvor berichtet hat, entwickelt sich im Bankenwesen ein Trend, der die alten zentralisierten Zahlungssysteme, wie zum Beispiel SWIFT, mit den neuen Blockchain-Systemen, wie zum Beispiel Ripple, verbindet.

So hatte SWIFT im Juni höchstselbst angekündigt, Blockchain-Unternehmen Zugang zur eigenen Zahlungsplattform zu gewähren.

Unterdessen hat VISA ebenfalls angekündigt, beim Aufbau eines neuen Zahlungsnetzwerkes für Firmenkunden in Teilen auch auf Blockchain zu setzen.

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US-Energieministerium vergibt Zuschüsse in Höhe von 1,05 Mio US-Dollar an Blockchain-Unternehmen

Das US-Energieministerium (DOE) hat Organisationen, die an der Kommerzialisierung einer Blockchain-basierten Energietransaktionsplattform arbeiten, einen Zuschuss in Höhe von 1,05 Mio. US-Dollar gewährt.

Vom Energiemanagement zum Energieaustausch

Die Nachricht stammt aus einer Pressemitteilung des Energieunternehmens ComEd, einer der vier gemeldeten Empfängerorganisationen des Zuschusses. Die anderen sind die University of Denver, Virginia Tech und BEM Controls, ein auf Energiemanagement-Software spezialisiertes Unternehmen. 

Das neue Projekt ist Berichten zufolge eine Fortsetzung der von BEM Controls bereits durch DOE finanzierten Arbeiten an Software zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Mit diesem neuen Zuschuss soll ein neuer Blockchain-basierter Energiemarkt erweitert und gefördert werden. ComEd nutzt das Grid of the Future Lab, um die Funktionalität des neuen Systems zu demonstrieren.

Die neue Initiative wird voraussichtlich noch drei Jahre in der Entwicklung sein.

Blockchain für ein neues Energienetz

Dr. Amin Khodaei, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik an der Universität von Denver sagte:

„Die zunehmende Verbreitung verteilter Energieressourcen erfordert fortschrittliche Management-Frameworks, die Peer-to-Peer-Kommunikation unterstützen und gleichzeitig schnell, skalierbar und sicher sind.“ Jetzt ist es an der Zeit, die Technologien zu entwickeln und zu demonstrieren, die eine nachhaltigere und belastbarere Zukunft ermöglichen.“

In der Pressemitteilung nannte BEM Controls die Sicherheit einer Vielzahl von Transaktionen als Hauptgrund für die Implementierung von Blockchain auf ihren Plattformen.

Das DOE hat wachsendes Interesse an der Verwendung von Blockchain in Energienetzanwendungen gezeigt. Wie bereits berichtet, kündigte die Abteilung im Januar eine Finanzierung von 4,8 Mio. USD für Technologieforschung einschließlich Blockchain an, um beispielsweise Daten von fossilen Stromerzeugungssensoren zu sichern.

Im April kündigte das DOE eine Partnerschaft mit dem in Colorado ansässigen Sicherheitsunternehmen Taekion an, um Blockchain für die Sicherheit von Kraftwerken einzusetzen.

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Südkorea: Staatliche IT-Firma entwickelt Blockchain-Handelsplattform

Die von der südkoreanischen Regierung unterstützte IT-Firma Koscom will eine Blockchain-Plattform für den Handel von unnotierten Wertpapieren entwickeln.

Kostcom entwickelt Blockchain-Plattform für unnotierte Aktien

Die Koscom wurde vom südkoreanischen Finanzministerium ins Leben gerufen und wird hauptsächlich von der Korea Exchange, der wichtigsten Aktienbörse des Landes unterstützt. Nun will das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019 eine Blockchain-basierte Handelsplattform auf den Markt bringen, auf der unnotierte Aktien angeboten werden. Dies berichtet das südkoreanische Nachrichtenportal The Chosun Ilbo am 6. August.

Laut Bericht sind sechs verschiedene Organisationen in das Projekt verwickelt, darunter die Koscom, die KEB Hana Bank, Hana Financial Investment, Daejeon Technopark, Amicus Lex und ein südkoreanischer Förderverband. Die KEB Hana Bank und die Hana Financial Investment sind Töchter der Hana Financial Group, die wiederum eine der größten Bankengruppen des Landes ist.

Wie in der dazugehörigen Pressemitteilung erklärt wird, zielt die Plattform darauf ab, kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) einen sicheren und kostengünstigen Zugang zum Handel von nicht börsennotierten Wertpapieren zu ermöglichen.

Koscom hatte schon im Mai in Aussicht gestellt, entsprechende Finanzdienstleistungen entwickeln zu wollen.

Erst kürzlich hatte Koscom bekanntgegeben, gemeinsam mit der KEB Hana Bank bereits an einem weiteren Blockchain-Projekt zu arbeiten. An dem entsprechenden Projekt sind auch Samsung, die Woori Bank, SK Telecom, KT und LG UPlus beteiligt.

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Südkorea: Seoul plant stadtinterne Digitalwährung als Anreiz für die Bevölkerung

Um die Transformation zu einer sogenannten „Smart City“ voranzutreiben, will die südkoreanische Hauptstadt Seoul ab November 2019 eine stadteigene Digitalwährung auf der Basis von Blockchain einführen.

Anreizsystem für die Bevölkerung

Wie das australische Nachrichtenportal Finder am 7. August berichtet, will Seoul eine Digitalwährung namens „S-coin“ einführen, die für die Bürger der Stadt als Anreiz dienen soll, um das Zusammenleben zu fördern, die Kooperation mit den Behörden zu stärken und Daten zu erheben.

Dementsprechend bekommen die Bürger S-coin gutgeschrieben, wenn sie zum Beispiel ihre Steuern rechtzeitig bezahlen oder an Umfragen teilnehmen. Da die Digitalwährung von der Stadtverwaltung entwickelt wird, kann diese darüber entscheiden, wann und wo der Coin jeweils genutzt werden kann.

Ein möglicher Verwendungszweck könnte demnach sein, dass Eltern die verdienten S-coins als Belohnung an ihre Kinder weiterreichen, die diese dann wiederum in bestimmten Läden und für bestimmte Produkte einlösen könnten, die nur für Kinder zugänglich sind. Damit will die Stadt ein Anreizsystem schaffen, das das Verhalten der Bevölkerung positiv beeinflusst. Außerdem soll damit ein weiterer Schritt in Richtung „Smart City“ getan werden.

Busan, die zweitgrößte Stadt Südkoreas, hat kürzlich angekündigt, eine eigene Kryptowährung entwickeln zu wollen, die einerseits die regionale Wirtschaft ankurbeln soll und andererseits die Stadt als Blockchain-Standort stärken soll.

Südkorea erkennt Wichtigkeit der Blockchain

Das Thema Blockchain gewinnt in Südkorea zunehmend an Bedeutung, so hatte Präsident Moon Jae-In zuletzt sogar davon gesprochen, dass eine angemessene Regulierung der Branche „überlebenswichtig“ sei:

„Während regulatorische Innovation im Zeitalter der Industrialisierung noch freiwillig geschah, ist sie jetzt überlebenswichtig geworden, da uns die vierte industrielle Revolution bevorsteht, die die Verschmelzung vieler Branchen mit sich bringen wird.“

Dahingehend hofft der Präsident, dass Südkorea eine Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb einnehmen kann. Dazu soll das Land am Einsatz von Blockchain zum Datenschutz forschen, während die Technologie im heimischen Finanzwesen dazu beitragen soll, die südkoreanische Wirtschaft zu stärken.

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Südkorea plant direkte Regulierung von Kryptobörsen

Die Financial Intelligence Unit (FIU) der südkoreanischen Financial Services Commission hat Pläne bekannt gegeben, den Kryptobörsen  unter ihre direkte Regulierung zu stellen.

Am 7. August berichtete Business Korea über die Entscheidung der FIU, sich von ihrer derzeitigen Praxis der indirekten Regulierung von Kryptobörsen zu lösen, indem sie den inländischen Banken administrative Leitlinien zur Verfügung stellt.

Keine indirekte Regulierung mehr

Um Kryptobörsen in das Regulierungssystem des Landes einzubringen, wird die südkoreanische Regierung wie von der Financial Action Task Force (FATF) empfohlen, ein Lizenzsystem für Kryptobörsen einführen, so ein FIU-Beamter am 6. August. Die Maßnahme soll die Transparenz von Kryptowährungstransaktionen erhöhen.

Bei einer öffentlichen Anhörung im Abgeordnetenbüro der Nationalversammlung in Seoul erklärte der als Leiter der Verwaltung und Planung bei der FIU tätige Lee Tae-hoon:

„Wenn die Nationalversammlung eine Änderung des Gesetzes über die Meldung und Verwendung bestimmter Finanztransaktionsinformationen, die die internationalen Standards der GAFI für Kryptowährungen widerspiegelt, verabschiedet, wird es möglich sein, Geldwäsche durch Kryptowährungen zu verhindern.“

Lee geht davon aus, dass die Aufsicht über den Sektor effektiver wäre, wenn der Gesetzgeber die Entscheidung billigen sollte, von der „indirekten Regulierung durch Geschäftsbanken zu einer direkten Regulierung“ überzugehen.

Wie einige Marktbeobachter feststellten, müssten regulatorische Änderungen bestehende Bestimmungen integrieren, laut denen die Banken Kryptobörsen Namenskonten zuweisen sollen. Dadurch würde sichergestellt, dass die Kryptobörsen den gleichen Standards zur Identitätsprüfung und gegen Geldwäsche entsprechen wie traditionelle Finanzinstitute.

Empfehlungen der Financial Action Task Force

Die Nachrichten dieser Woche passen zu Berichten über vier südkoreanische Kryptobörsen, die bei ihrem Versuch, ihre Bankkonten zu verlängern, mit strengeren Vorschriften konfrontiert waren.

Die verschärften Anforderungen waren Berichten zufolge im Zuge der neuen Leitlinien der FATF vom Juni 2019 zur Stärkung der Kontrolle über Kryptobörsen im Hinblick auf eine bessere Bekämpfung von Geldwäsche eingeführt worden.

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