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Game of Coins? – OneCoin Schneeballsystem wird als Serie verfilmt

Während sich die Gründer des betrügerischen Schneeballsystems OneCoin weiterhin auf der Flucht befindet, soll die „Krypto-Königin“ in ihrer Abwesenheit zum Gegenstand einer TV-Serie werden.

Wie das Hollywood-Nachrichtenportal Deadline am 4. Februar berichtet, hat eine amerikanische Produktionsfirma die Rechte an einem mehrteiligen Podcast des britischen Fernsehsenders BBC gewonnen, der die Geschichte von Ruja Ignatova nacherzählt hat.

OneCoin Serie soll für Aufmerksamkeit sorgen

Die Podcast-Serie namens „The Missing Cryptoqueen” beschäftigt sich mit dem Aufstieg, Fall und Verschwinden von Frau Ignatova und erfreute sich dabei großer Beliebtheit. So verzeichnet der Podcast bereits knapp 3,5 Mio. Downloads, obwohl dieser erst vor vier Monaten online gestellt wurde.

Das große Interesse an der Geschichte der „Cryptoqueen“ hat dafür gesorgt, dass sich die bekannte TV-Produktionsfirma New Regency Television die dazugehörigen Rechte gesichert hat, um daraus eine Fernsehserie im Stile eines mehrteiligen Dramas zu machen.

Georgia Catt, die Produzentin und Co-Autorin des Podcasts, hofft, dass „sich die Geschichte von OneCoin dadurch in der ganzen Welt verbreitet“.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, befindet sich Ignatova momentan auf der Flucht, da ihr und ihrem Bruder Konstantin Ignatov Geldwäsche und schwerer Betrug in mehreren Fällen vorgeworfen werden. Konstantin Ignatov hat sich zu den Vorwürfen bereits schuldig bekannt und muss nun mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 90 Jahren rechnen. 

Das Krypto-Projekt OneCoin hat Anleger mit einem Schneeballsystem um fast Mrd. US-Dollar betrogen. Wobei Cointelegraph schon 2015 Bedenken über das Projekt geäußert hatte.

Das Mahnmal der Kryptobranche

Der „Erfolg“ von OneCoin steht wie ein Mahnmal über der Kryptobranche. So geraten auch andere fragwürdige Krypto-Projekte immer schneller ins Fadenkreuz der Kritik. Der Krypto-Token Hex (HEX) ist ein solches Beispiel, da den Anlegern hier ebenfalls hohe Renditen versprochen wurden, während der Coin mittlerweile nahezu wertlos ist.

Im Januar hatte Cointelegraph darauf hingewiesen, dass ein HEX-Token inzwischen weniger Wert ist als ein Satoshi (die kleinste Währungseinheit von Bitcoin).

Richard Heart, der Erfinder von Hex, hält jedoch weiter daran fest, dass sein Projekt in keinster Weise betrügerisch sei.

Im Gegensatz zu Hex war OneCoin jedoch zu keinem Zeitpunkt eine wahrhafte Kryptowährung, da die Betreiber des Schneeballsystems den Coin zu jeder Zeit vollständig unter ihrer Kontrolle haben und es keinen freien Handel von diesem gab.

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Krypto-Schneeballsystem lockt US-Baseball-Profis in die Falle

In den USA sind zwei Männer wegen des mutmaßlichen Betriebs eines Krypto-Schneeballsystems angeklagt worden. Die Männer sollen Investoren, darunter professionelle Baseball-Spieler mit Social-Media-Beiträgen über ihren angeblich luxuriösen Lebensstil angelockt haben.

Am 30. Januar verhaftete der Geheimdienst die in Arizona ansässigen Gründer von Zima Digital Assets, John Michael Caruso (28 Jahre) und Zachary Salter (27 Jahre).

Caruso bezeichnet sich in Social-Media-Beiträgen gemeinhin als „Kryptokönig“ und behauptet, er sei bereits seit 2012 Krypto-Investor. Er ist vorbestraft und wurde zuletzt Ende 2017 aus dem Gefängnis entlassen.

Salter ist ein junger R&B-Sänger, der unter dem Namen „Sweet Talker“ Musik veröffentlicht.

Die extravaganten Social Media-Beiträge der beiden über ihre angeblichen Käufe von Luxusgütern lockten neue Investoren an,

Sie wurden wegen Verschwörung für Überweisungsbetrug und Geldwäsche angeklagt.

Unbenannte MLB-Spieler unter den Opfern

In der Klage heißt es, dass Salter und Caruso seit Juni 2018 mehr als 90 Investoren um mindestens 7,5 Millionen Dollar betrogen haben. Diese Zahl soll eine unbekannte Anzahl ehemaliger Baseball-Profispieler und Pensionäre einschließen. Zima nimmt immer noch aktiv Investments vor, so dass der Gesamtverlust noch nicht bekannt ist.

Auf der Zima-Website wird behauptet, die Firma betreibe verschiedene, auf Investitionen in Spitzentechnologien, einschließlich Kryptowährungen und andere Blockchain-basierte Anlagen, ausgerichtete private Fonds.

Caruso und Salter waren in den Magazinen Forbes, Entrepreneur und Cigar Aficionado als erfolgreiche Krypto-Investoren vorgestellt worden.

In einer Pressemitteilung wird Caruso als „Michael Jordan des algorithmischen Krypto-Währungshandels“ bezeichnet.

Kein Kauf von Kryptowährungen

Forensische Wirtschaftsprüfer glauben, dass keines der Gelder, die Zima seinen Möchtegern-Investoren abgenommen hat, tatsächlich in Krypto-Währung investiert wurde. Das Paar verwendete das Geld stattdessen für seinen Lebensunterhalt. Unter anderem gab es 350.000 US-Dollar für die Anmietung von Luxusautos aus und weitere 610.000 US-Dollar für Privatjets, die Anmietung einer Villa (das sogenannte Krypto-Schloss) sowie für Schmuck und Designerkleidung.

Caruso verfügte über eine Flotte von Luxuswagen inklusive eines Lamborghini. Die beiden verloren innerhalb von 134 Stunden Glücksspiel in Casinos von Las Vegas 830.000 US-Dollar.

Ihren ausschweifenden Lebensstil trugen die beiden auf Instagram und Facebook zur Schau. In einem Video wird darauf hingewiesen, Zima verwalte ein Vermögen von 1 Milliarde US-Dollar. Über Direktnachrichten auf den Plattformen nahmen sie Kontakt zu potenziellen Investoren auf.

Zu ihren Opfern gehören auch ehemalige Major-League-Baseballspieler und deren Familien sowie ein 76 Jahre alter Mann, der 200.000 US-Dollar durch die Betrüger verlor und ein 86 Jahre alter Mann, der 60.000 US-Dollar verlor.

Untersuchungen ergaben, dass 1,9 Millionen US-Dollar der Gelder in Form von „Renditen“ an Investoren ausgezahlt wurden.

„Das Muster von Investorenzahlungen gegen Auszahlungen von Anlegern ohne existierende Geldanlage entspricht … einem Ponzi-System“, heißt es in den Gerichtsakten.

Jeder, der Geld in das Betrugsschema investiert hat, wird dringend gebeten, sich mit der US-Geheimdienststelle Phoenix Field Office unter (602) 640-5580 in Verbindung zu setzen.

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Schneeballsystem OneCoin hat Image systematisch mit gefälschten Bewertungen aufpoliert

Ein neuer Forschungsbericht des Digital Forensic Research Lab (DFRLab), das wiederum der Denkfabrik Atlantic Council angehört, kommt zu dem Ergebnis, dass das berüchtigte Krypto-Betrugsprojekt OneCoin massenweise gefälschte Kundenbewertungen auf TrustPilot und Quora veröffentlicht hatte, um den eigenen Ruf zu schönen.

Laut dem Bericht vom 29. Januar hatte OneCoin plötzlich eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Fünf-Sterne Bewertungen auf TrustPilot erhalten, nachdem es im Oktober 2019 negative Berichterstattungen über das Krypto-Projekt gegeben hatte.

OneCoin’s TrustPilot reviews over time

Zeitlicher Verlauf der Bewertungen von OneCoin auf TrustPilot. Quelle: DFRLab

Wie der Forschungsbericht des Weiteren zeigt, sind auf TrustPilot von den 579 Kundenbewertungen über OneCoin insgesamt 90% positiv. Rund 400 der dort veröffentlichten Fünf-Sterne Bewertungen wurden zudem nur in einem einzigen Monat geschrieben. Das DFRLab weist darauf hin, dass OneCoin zwar auch ein paar Ein-Stern Bewertungen erhalten hat, allerdings wären diese ganz klar in der Minderheit.

Verdächtiges Verhalten

Aufgrund des Designs von TrustPilot konnten die Forscher zwar nicht zweifelsfrei feststellen, ob die betroffenen Kundenbewertungen gefälscht sind, nichtsdestotrotz wären sie jedoch zumindest verdächtig:

„Die Spitze an Fünf-Sterne Bewertungen im Oktober 2019 zeigt einen unnormalen Anstieg an positiven Bewertungen genau in dem Zeitraum, als negative Berichterstattung und die rechtlichen Schwierigkeiten des Unternehmens ihren Höhepunkt erreichten. Es ist zwar möglich, dass der Anstieg an positiven Bewertungen und Kommentaren echt ist, aber der Zeitpunkt und die extreme positive Darstellung sind sehr verdächtig.“

Auch auf der Frage-Plattform OneCoin hat das DFRLab mehrere Profile gefunden, die OneCoin loben und dabei „einen unglaubwürdigen Eindruck erwecken“. So fehlten diesen Profilen oftmals Profilbilder und Nutzerinformationen, zudem passten die Veröffentlichungszeitpunkte der geschriebenen Beiträge nicht zusammen und obendrein beteiligten sich die betreffenden Profile ausschließlich an Diskussionen über OneCoin.

So führen die Forscher beispielhaft ein Profil an, das dessen Nutzer als „Krypto-Experten und Investoren“ beschreibt, allerdings nur Fragen zum Thema OneCoin beantwortet. Das Konto war lediglich von Januar bis März 2018 aktiv, als das betrügerische Krypto-Projekt seinen Höhepunkt erreicht hatte.

„Als OneCoin immer mehr in rechtliche Schwierigkeiten geraten ist, rückte allen voran das Schneeballsystem des Unternehmens in den Fokus. Die digitalen Marketingstrategien blieben derweil größtenteils unbeachtet.“

OneCoin ist einer der berüchtigsten Betrugsfälle der Kryptobranche. Die offizielle Webseite des Unternehmens wurde trotz erster rechtskräftiger Urteile gegen das Projekt allerdings erst im Dezember 2019 vom Netz genommen. Im gleichen Monat hatte ein amerikanisches Gericht das laufende Verfahren gegen David Pike, den Leiter eines zugehörigen Fonds, verlängert.

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Wissen: Bitcoin, ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)? Fehlschlüsse von Krypto-Gegnern

Alle Jahre wieder ploppen in den Meinungssparten der Nachrichtenmagazine die selben Meldungen auf: Bitcoin ist ein Pyramidensystem, eine Blase, Rattengift oder Ähnliches. Eine kurze Anleitung für Bitcoiner, um diese Behauptung zu entkräften.

Was ist ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)?

Pyamidensysteme sind, der Name lässt es vermuten, in der Form einer Pyramide aufgebaut. Als Geschäftsmodell benötigt ein solches (übrigens auch Schneeballsystem genannt) eine stetig wachsende Anzahl an Teilnehmern, um zu funktionieren. Bei klassischen Pyramidensystemen werden nicht vorhandene oder überteuerte Produkte an neue Teilnehmer verkauft.

Damit werden Teile des Erlöses an die jeweils vorangehende Stufe weitergetragen, neue Teilnehmer gehen leer aus. Die Urheber, also die Spitze des Pyramidensystems, bereichern sich auf Kosten der neuen Mitglieder. Diese neuen (verprellten) Bausteine der Pyramide müssen wiederum neue Teilnehmer anwerben, um nicht gänzlich leer auszugehen – das System schwillt zur Lawine an.

Bitcoin: Ohne Nutzen, ohne Wert?

Nun sagt Lending Tree Chief Economist Tendayi Kapfidze am 1. Januar in einem Interview mit Yahoo Finance über Bitcoin:

Ich weiß genau, was [Bitcoin] ist. Es ist ein Pyramidensystem. Du machst nur Geld aufgrund der Leute, die nach dir [in den Markt] eintreten. Er hat keinen wahren Nutzen. Sie haben nun für zehn Jahre versucht, einen Nutzen für ihn zu erschaffen. Es ist eine Lösung, die nach einem Problem sucht – aber bis jetzt kein Problem gefunden hat, dass man lösen muss.

Später fügt er hinzu:

[Bitcoin] ist ein Betrug. Das bedeutet nicht, dass jeder, der teilnimmt, auch ein Betrüger ist. Aber es ist Betrug. […] Man bedenke nur all die intellektuelle Kraft, die in den letzten zehn Jahren in Bitcoin gesteckt worden ist. Und was haben wir am Ende davon? Wir haben nichts. Vielleicht wird irgendwann irgendjemand mit einem Nutzen aufkommen. Aber bis jetzt, abgesehen davon, dass es tausende versuchen und tausende dafür einstehen, […] haben wir immer noch nichts. Das macht mich skeptisch.

Welchen Nutzen hat Bitcoin?

Zu allererst könnte man Lending Tree Chief Economist Tendayi Kapfidze wohl bei allem Respekt vorwerfen, sich nicht ausreichend über das Thema Bitcoin informiert zu haben. Bitcoin ist in den Grundzügen – auch wenn es dahingehend häufig verwendet wird – kein Investment, um „Geld zu machen“.

Bitcoin ist als digitales Währungssystem konzipiert, das Mittelsmänner umgeht und dabei das Double-Spending-Problem löst. Es stellt damit ein alternatives Währungssystem dar, das ohne vermittelnde Institution auskommt und stellt Vertrauen technologisch her. Denn das Bitcoin-Protokoll, festgeschrieben im White Paper von Satoshi Nakamoto, basiert auf dem Proof-of-Work-Konsens-Verfahren. Das bedeutet, grob heruntergebrochen, dass die einzelnen Teilnehmer direkt miteinander in Kontakt treten: Die Blockchain als technologisches Grundgerüst ersetzt die Bank. Welchen Nutzen hat also Bitcoin?

Bitcoin stellt ein dezentrales Währungssystem bereit, das das Double-Spend-Problem löst und dabei ohne eine zentrale Institution auskommt. Als Kryptowährungssystem stellt es Vertrauen technologisch durch die Blockchain-Technologie her.

Darüber hinaus hat die Erfindung Satoshi Nakamotos eine technologische Revolution losgetreten, die ihre dezentralen Arme um den gesamten Globus streckt. Über die Blockchain-Technologie lassen sich letztlich zahlreiche Probleme lösen. Um einige Beispiele zu nennen: Philipp Morris setzt auf die Technologie, um illegalen Zigarettenhandel zu bekämpfen. Die EU fordert den Einsatz der Technologie für dezentrale digitale Identitäten und in Indien soll die Technologie dabei helfen, den Handel mit Kaffee fairer zu gestalten.

Doch auch Bitcoin selbst, als erster Anwendungsfall der Technologie, wird verwendet. Vor allem in Krisenländern, in denen Staatswährungen versagen – Musterbeispiel Venezuela lässt grüßen – greifen Menschen auf Bitcoin & Co. zurück, um ihr Vermögen zu sichern.

Hier etabliert sich vor allem die Wertspeicherfunktion von Bitcoin – trotz der nach wie vor vorhandenen Volatilität bietet die digitale Währung hier einen Vorteil gegenüber dem venezolanischen Bolivar. (Dort kommen freilich auch andere Kryptowährungen zum Einsatz – Dash etwa macht aktuell definitiv die Runde in Südamerika).

Ist Bitcoin ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)?

Ist Bitcoin also ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)? Die kurze Antwort: Nein.

Die lange Antwort: Es ist sicher nicht abzustreiten, dass der Wert von Bitcoin mit steigender Nutzung wächst – das Prinzip von Angebot und Nachfrage mag Tendayi Kapfidze bei seiner Behauptung in die Hände spielen. Dass Bitcoin jedoch als dezentrales Währungssystem konzipiert ist, das in seiner Verwendung als Zahlungsmittel und Wertspeicher seinen Nutzen unter Beweis stellt, entkräftet diese Behauptung. Darüber hinaus löst es das Double-Spending-Problem durch die Verwendung der Blockchain-Technologie und kann Vertrauen technologisch herstellen.

Dass es darüber hinaus eine technologische Revolution ausgelöst hat, ist nur die Kür.

Wer mehr über Bitcoin, Krptowährungen und die Blockchain-Technologie erfahren will, fühle sich herzlich auf unserer BTC-Academy willkommen.

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Prozess gegen Beteiligten des betrügerischen Krypto-Projekts OneCoin wird verlängert

Das Bezirksgericht von Süd-New York hat einer Verlängerung des Gerichtsprozesses um David Pike, einem vermeintlichen Mitwisser des betrügerischen Krypto-Projekts OneCoin, zugestimmt.

Wie das Nachrichtenportal FinanceFeeds am 21. Dezember berichtet, wurde die Verhandlung des Falles dementsprechend bis auf den 12. Januar 2020 verlängert. Dies geht aus offiziellen Gerichtsdokumenten vom 20. Dezember hervor.

Mitwisser macht falsche Angaben

Wie Staatsanwalt Nicholas Folly erklärt, verhandeln beide Seiten derzeit noch über eine außergerichtliche Befragung von Pike, weshalb der Verlängerung des Verfahrens zugestimmt wurde.

David Pike soll der operative Geschäftsführer der sogenannten „Fenero Funds“ gewesen sein. Die privaten Fonds wurden dazu genutzt, um die illegalen Gelder des betrügerischen Schneeballsystems OneCoin zu waschen.

Was dies betrifft, soll Pike gegenüber Vertretern der amerikanischen Behörden Bundeskriminalamt (FBI), Finanzamt (IRS) und Staatsanwaltschaft von Süd-New York falsche Angaben gemacht haben.

OneCoin-Spuk neigt sich dem Ende zu

Demnach hatte Pike angegeben, nicht gewusst zu haben, dass die knapp 400 Mio. US-Dollar, die in die oben genannten Fonds geflossen waren, vom betrügerischen Krypto-Projekt OneCoin stammen bzw. deren Gründerin Ruja Ignatova gehörten.

Wie Cointelegraph Anfang des Monats berichtet hatte, ist die Webseite von OneCoin endlich offline genommen worden. Obwohl die amerikanischen Justizbehörden schon mehrere Monate gegen die Drahtzieher des Pyramidensystems prozessieren, bei dem Krypto-Anlegern ein Schaden von insgesamt 4 Mrd. US-Dollar entstanden ist, war die Webseite des Projekts lange Zeit weiterhin erreichbar.

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OneCoin: Bank of Ireland offenbar in Geldwäsche verwickelt

Wie die Irish Times berichtet, stützt sich die Anklage gegen Mark S. Scott auf Aussagen von Vertretern der Bank of Ireland. Der Vorwurf lautet, dass Scott Konten der irischen Bank nutzte, um Gelder in Höhe von 300 Millionen US-Dollar zu waschen. Das Geld stammte aus dem mutmaßlichen Schneeballsystem OneCoin.

Aus den Dokumenten, die einem New Yorker Gericht vorliegen, geht hervor, dass die Konten verwendet wurden, um Geld von den Caymaninseln und den Britischen Jungferninseln in die Vereinigten Arabischen Emirate zu leiten.

Neue Zusammenhänge von OneCoin und der Bank of Ireland enthüllt

Konkret lautet die Anschuldigung, dass Scott eine kriminelle Organisation zum Zwecke der Geldwäsche betrieben habe. Der Angeklagte soll bei der irischen Bank mehrere Konten betrieben haben, über die er Gelder in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar hat fließen lassen. Die illegalen Gelder stammen wiederum aus dem betrügerischen Krypto-Projekt OneCoin. Scott soll die illegalen Gelder in Aktienfonds auf den Caymaninseln geleitet haben, die auch als Fenero Funds bekannt sind.

Im Auftrag der Fenero Funds, einem Investmentvehikel mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, hat sich Scott 2016 an den irischen Kreditgeber gewandt, um mehrere Konten zu eröffnen. Die Dokumente belegen, dass Scott der Bank gegenüber angab, die Gelder würden für Investitionen im Finanz- und Telekommunikationssektor verwendet.

Da das Unternehmen beabsichtige, mit europäischem Geld in europäische Anlagen zu investieren, sei ein irisches Konto notwendig. Ein offizieller Vertreter der Bank teilte den US-Behörden mit, dass Fenero Funds scheinbar „beabsichtigt habe, einen Sitz in Irland einzurichten.“ Der Sitz sollte „innerhalb von fünf Jahren 100 Mitarbeiter beschäftigen.“

Scott wurde angewiesen, die Bank über jeden Eigentümerwechsel von Fenero Funds zu informieren. Entsprechend der Anti-Geldwäscherichtlinien (Anti Money Laundering, AML) und Know-Your-Customer-Vorschriften (KYC) hätte Scott diese Informationen an die Bank weitergeben müssen. Diese Auskünfte hat Scott, den Aussagen offizieller Vertreter der Bank zufolge, dennoch nie weitergereicht.

Erst nach jahrelangem Druck der Kläger sind die jüngsten Aussagen von Vertretern der irischen Bank entstanden:

Seit über zweieinhalb Jahren hat die Regierung Beweise von der Bank of Ireland eingeholt,

konstatierten die Staatsanwälte/Kläger.

OneCoin gilt als einer der größten Betrugsfälle in der Welt der Kryptowährungen. Rund vier Milliarden US-Dollar soll das mutmaßliche betrügerische Schneeballsystem zwischen 2014 und 2016 erwirtschaftet haben. Aktuell laufen gegen die Betreiber der Plattform gerichtliche Verfahren.

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Krypto-Scams: Die Maschen der Bitcoin-Taschenspieler

Wenn das schnelle Geld winkt, sollten bereits die Alarmglocken läuten. Bitcoin-Investments mit täglichen Traumrenditen sind höchstens bei cleverem Trading möglich, sobald ein Unternehmen mit drin steckt, muss man bereits tierisch aufpassen. Drei der häufigsten Betrugsmaschen im Kryptoversum und wie man sich davor schützen kann.

Von Pyramiden, Schneebällen und MLMs – klassische Betrugssysteme

Pyramiden- oder Schneeballsysteme gibt es nicht erst seit Bitcoin. Die Masche ist dabei immer dieselbe. Versprochen wird das große Geld, übrig bleibt meistens nichts. Das Geschäftsmodell ist dabei pyramidenförmig aufgebaut. Wer einige Freunde wirbt, der bekommt Geld, sobald diese in das System investieren. Denen wird das selbe versprochen. Daraus entsteht eine Betrugslawine, die wie ein Schneeball, der den Hang herunter rollt, immer größer wird. Was man dabei oft verschwiegen bekommt: Die ursprünglichen Betreiber zwacken sich meistens den größten Teil der Rendite ab. Die leichtgläubigen Anleger erweitern das System dann ständig und ziehen aus Gier und Leichtgläubigkeit meistens noch Freunde und Familie mit in die Sache. Und das alles für einige schmale Gewinne. Die Verluste, seien sie sozialer oder auch wirtschaftlicher Natur, sind dabei meistens weitaus höher als die Gewinne. Wie man sich davor schützen kann? Finger weg. Wer super-einfache Investitionsmöglichkeiten und das ganz große Geld verspricht, führt meistens nichts Gutes im Schilde.

Weiterhin ist es auch immer hilfreich, das Impressum zu prüfen: Wo sitzt die Firma, mit der ich jetzt einen Deal eingehe? Kann ich sie im Zweifelsfall erreichen, wo ist sie juristisch registriert? Was steht in den AGB, welche Rechte gestehe ich dem Unternehmen zu, sobald ich mich registriere?

Kann man auch nur eine dieser Fragen mangelnd oder schlimmstenfalls gar nicht beantworten, sollte man sein Geld lieber unter die Matratze legen.

Expertentipp zu Krypto-Scams

Rechtsanwalt Benjamin Kirschbaum empfiehlt darüber hinaus, sich bei seiner zuständigen Aufsichtsbehörde schlau zu machen:

Anleger, die sich im Kryptowährungsbereich bewegen, sollten darauf achten, Geschäfte nur mit regulierten Anbietern abzuschließen. Gerade Börsenbetreiber und Anbieter, die versprechen, das Geld der Anleger gewinnbringend anzulegen, bedürfen in Deutschland eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Das gilt auch für ausländische Anbieter die sich zum Beispiel über eine deutschsprachige Webseite direkt an deutsche Bürger wenden. Ob ein Unternehmen über eine Erlaubnis verfügt, lässt sich ganz einfach auf der Webseite der BaFin nachschauen. Auch die Erlaubnis einer ausländischen Aufsichtsbehörde wie der schweizerischen FINMA ist ein Zeichen, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt.

Übrigens: Das so genannte MLM, also Multi Level Marketing, basiert auf einem ganz ähnlichen Prinzip, ist jedoch legal. Es setzt darauf, dass Kunden auch zu Vertrieblern werden. Sie unterscheiden sich von Schneeballsystemen jedoch insofern, als dass sie nicht den Eindruck vermitteln dürfen ausschließlich auf diesem Prinzip aufzubauen. Doch der Grat ist schmal.

Exit Scam: Und plötzlich war das Geld weg

Das tut weh. Während man bei Schneeballsystemen noch eine geringe Aussicht auf Gewinn hat, ist man beim Exit Scam erstmal hart vor den Kopf gestoßen, gerade im Krypto-Bereich. Insbesondere bei den Bitcoin-Handelsplätzen hat man es immer wieder mit diesen Betrugsmaschen zu tun: Handelsplätze für Kryptowährungen sind auf einmal nicht mehr erreichbar, Kunden können ihre Gelder nicht mehr abziehen. Ein Blick ins Impressum führt oft zu einem Briefkasten in einer Südseeinsel, wo die Betreiber tatsächlich sitzen, weiß keiner. Und plötzlich ist das Geld weg.

South Park – „…and it’s gone“

Das ist zuletzt etwa im Fall der kanadischen Krypto-Börse Quadriga geschehen, auch das Plus Token Team steht aktuell unter dem (nicht bestätigten) Verdacht, sich mit den Kundengeldern aus dem Staub zu machen.

Sich davor zu schützen ist im Prinzip relativ einfach: Lasst eure Kryptowährungen nie länger auf einem Handelsplatz, als es nötig ist. Habt ihr dort Bitcoin, Ether & Co. eingekauft, sendet sie am besten an euer Hardware Wallet. Hier zählt die Maxime: Wer nicht auf seine Private Keys acht gibt, hat kein Recht auf seine Bitcoins. Eine weitere Möglichkeit ist es, eine DEX (dezentraler Handelsplatz) zu verwenden. Dort tritt man direkt mit anderen Nutzern in Kontakt, ohne einem Mittelsmann seine Coins anvertrauen zu müssen.

Pump-and-Dump-Systeme oder die Kunst, Shitcoins aufzupumpen

Pump-and-Dump-Systeme sind so etwas wie der kleine, verdorbene Stiefbruder der Schneeballsysteme. Auch hier zählt es, andere auszustechen und unwissende in die Falle zu locken. In Online-Chat-Gruppen treffen sich Gleichgesinnte und vereinbaren es, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Kryptowährung zu kaufen. Dadurch wird der Kurs künstlich in die Höhe getrieben. Davon erhofft man sich wiederum, die Aufmerksamkeit von Außenstehenden zu erhaschen. Wenn von diesen dann genügend investieren, weil sie stark steigende Kurse riechen, steigen die Pump-and-Dump-Leute wieder aus. Dabei gewinnen meistens einige wenige Urheber, der Rest schaut in die Krypto-Röhre. (Mehr dazu in aller Ausführlichkeit hier).

Wie man sich vor Bitcoin-Betrügern und Krypto-Gangstern schützt

Man kann es nicht oft genug betonen: Finger weg. Wer in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren will, sollte sich gründlich informieren. Es gilt wie immer: Grundlagen des Bitcoin Tradings beherzigen und nie mehr investieren als man bereit ist zu verlieren. Außerdem sollte man sein Kapital nur in Projekte stehen, die vertrauenswürdig sind. Einige Tipps verraten wir hier und hier.

Übrigens: In unserem Kryptokompass liefern wir regelmäßig fundierte Marktanalysen, den gibt es momentan kostenlos – wie man ihn bekommt und darüber hinaus an einem Gewinnspiel (versprochen, kein Scam!) teilnehmen kann? Hier entlang.

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Indien: Kriminalpolizei nimmt 4 Personen wegen Krypto-Schneeballsystem fest

Die indische Kriminalpolizei (CID) hat vier Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, das Krypto-Schneeballsystem KBC Coin betrieben zu haben. Dies geht am 4. Julia aus einem Bericht der Times of India hervor.

Laut Bericht stuft die CID den KBC Coin offiziell als Schneeballsystem ein. 

Der KBC wurde vor 6 Monaten von den nun festgenommen Personen – Vijay Prajapati, Dhiraj Patel, Kamruddin Syed und Ashiq Shaikh – gegründet, allerdings hat dessen Kurs bisher keinerlei Wertsteigerung erfahren. Der Einstandskurs lag damals wie heute bei 0,1 Indischen Rupien, wobei Anlegern versprochen wurde, dass der Wert auf 10 Rupien pro Coin steigen würde. Dies hätte einer 100-fachen Wertsteigerung entsprochen.  

Wie die indische Kriminalpolizei angibt, hat eine Person namens Baljeetsingh Lashkariya den KBC über ein Pyramidensystem vertrieben, in dem Anleger damit geködert wurden, dass sie jeweils einen Anteil der neu hinzugewonnen Investoren ausgezahlt bekommen. Dieses Vorgehen entspricht einem klassischen Schneeballsystem.

Lashkariya und eine weitere verdächtige Person sind allerdings „abgetaucht“, wie das CID angibt.

Cointelegraph hatte zuletzt berichtet, dass die indische Politik einen Gesetzentwurf eingegeben hat, der bis zu 10 Jahre Haftstrafe für Krypto-Unternehmer vorsieht, die gegen die Krypto-Gesetze des Landes verstoßen.

Der etwaige Entwurf sieht sogar ein gänzliches Verbot von Kryptowährungen vor, wie aus dem Titel „Verbot von Kryptowährung und Regulierungsvorschriften für Digitalwährungen“ ersichtlich wird.

Schon im April wurde erstmals bekannt, dass ein entsprechender Entwurf in Planung ist, der die Kryptobranche in Indien vollständig verbieten würde.

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Österreichs Verbraucherschützer warnen vor Pyramidenspiel auf Future-Net

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat am 11. Juni auf der Onlineseite des Testmagazins Konsument eine Warnung vor der Social-Media-Plattform Future-Net wegen Verdachts auf ein Pyramidenspiel herausgegeben.

Der aus Dubai operierende Anbieter, welcher auch eine Kryptowährung namens Futuro-Coin herausgegeben hat, betreibe offenbar ein Schneeballsystem.

Neukunden sollten für jeweils 10 US-Dollar Beteiligungspakete kaufen, Werbung anklicken und neue Nutzer werben. Futuro-Net verspreche den Teilnehmern eine Gewinnbeteiligung. Wie der VKI schreibt, häuften sich inzwischen Meldungen zu ausbleibenden Zahlungen.

Die Verbraucherschützer verweisen auf eine ähnliche, bereits vom polnischen Amt für Wettbewerb und Verbraucherschutz (UOKIK) ausgesprochenen Warnung. Auch dort geht man von einem Pyramidensystem bei Future-Net aus. Der VKI zitiert den UOKIK-Präsidenten Marek Niechciał:

„Beide Unternehmen machen die Vorteile davon abhängig, dass jemand mehr Teilnehmer anwirbt. Das System funktioniert nicht mehr, wenn keine anderen Personen beitreten. In der Regel geht das Geld bei solchen Projekten hauptsächlich an die Urheber der Pyramide.“

Zur Gefahr für die Teilnehmer schreibt der VKI:

“Pyramiden- und Schneeballsysteme bauen auf Wachstum und brechen in aller Regel wieder zusammen. Gewinne erwirtschaften üblicherweise nur die Betreiber und einige wenige andere. Wer später einsteigt, erleidet in der Regel Verluste.”

Gerade im Zusammenhang mit Kryptowährungen gab es in der Vergangenheit bereits einige Fälle sogenannter Pyramidenspiele. In Österreich hatte Anfang 2018 etwa der Fall von Optioment für Schlagzeilen gesorgt. Auch bei Futuro-Net deutet aktuell vieles auf einen Betrug hin. Die von dem Unternehmen ausgegebene Futuro-Coin handelt aktuell nahe ihres Allzeitiefs und hat seit ihrem Höchststand kurz nach der Ausgabe rund 93 Prozent an Wert eingebüßt.

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Russland: Polizei verhaftet gesuchten Urheber eines Krypto-Schneeballsystems

Die russische Polizei hat den vermutlichen Urheber eines Krypto-Schneeballsystems aus Kasachstan festgenommen, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorlag. Das russische Ministerium hat dies am 28. Mai offiziell bestätigt.

Der festgenommenen Person, deren Name nicht offengelegt wurde, wird vorgeworfen, Anleger mit einem Krypto-Projekt betrogen zu haben, das hohe Renditen für etwaige Investitionen versprochen hatte.  

Laut Innenministerium soll das Schneeballsystem mit mehr als 300 Betrugsfällen in Verbindung, wodurch ein Anleger sogar 14 Mio. kasachische Tenge (36.700 US-Dollar) verloren haben soll.

Wie es des Weiteren in der Mitteilung heißt, was die beschuldigte Person Anfang 2019 aus Kasachstan geflohen und wurde seitdem von Interpol gesucht. Nach seiner Festnahme gestand der Angeklagte zumindest, dass er die russische Grenze illegal überschritten habe.

Zunächst prüfen die russischen Behörden nun eine etwaige Auslieferung nach Kasachstan, wie das Innenministerium angibt.

Large Scale Crypto Scams

Aktuelle große Krypto-Betrugsfälle im Mai (siehe unten). Quelle: Eigene

Cointelegraph hatte kürzlich darüber berichtet, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC Anklage gegen einen Kalifornier erhoben hat, der ebenfalls ein großangelegtes Krypto-Schneeballsystem betrieben haben soll.

Anfang Mai hatten die brasilianischen Strafverfolgungsbehörden wiederum 10 Personen festgenommen, die durch ein ähnliches betrügerisches Pyramidensystem 210 Mio. US-Dollar einnehmen konnten.

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