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Analysten: „Druck auf Libra könnte für Chinas Digitalwährung den Weg frei machen“

Analysten der Investmentbank RBC Capital Markets warnen, dass der politische Druck auf Facebook Libra dafür sorgen könnte, dass China freies Feld hat, um die eigene Zentralbank-Digitalwährung als Marktführer in Schwellenländern zu etablieren.

China intensiviert Entwicklung seiner Digitalwährung

Wie das Finanzmagazin Markets Insider am 15. Oktober berichtet, sind die RBC Analysten überzeugt davon, dass China die Entwicklung seiner Zentralbank-Digitalwährung nach der Ankündigung von Libra intensiviert hat. So mahnte die RBC zuletzt in einem Rundschreiben:

„Wenn die amerikanischen Aufsichtsbehörden Libra zum Scheitern bringen und gleichzeitig keine förderlichen Rahmenbedingungen für Krypto-Innovationen schaffen, dann könnte China dadurch in bester Position sein, um mit der eigenen Digitalwährung zum Marktführer in Schwellenländern zu werden.“

US-Finanzminister Steven Mnuchin sieht derweil kein Fehlverhalten der Politik und führt den jüngsten Exodus von potenziellen Libra Investoren darauf zurück, dass das Facebook Projekt schlicht nicht die hohen regulatorischen Auflagen hinsichtlich der Geldwäschebekämpfung erfüllen kann:

„Wenn Facebook unsere Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche oder die Standards der FinCEN nicht einhalten kann, dann müssen wir rechtliche Maßnahmen gegen das Projekt einleiten. Ich denke die etwaigen Partner haben gemerkt, dass das Projekt diesen Standards noch nicht gerecht wird, weshalb sie sich vorerst zurückgezogen haben.“

Nichtsdestotrotz gehen die RBC Analysten davon aus, dass viele Unternehmen weiterhin daran interessiert sind, an Libra mitzuwirken, auch die vermeintlichen Aussteiger könnten unter Umständen eine Rückkehr wagen:

„Wenn es klare gesetzliche Vorgaben gibt, die Libra einen erfolgreichen Start ermöglichen, dann wäre es nicht verwunderlich, wenn einige Unternehmen wieder in das Projekt zurückkehren.“

Bitcoin die bessere Alternative?

Der US-Politiker Warren Davidson hat derweil einen ganz anderen Vorschlag, indem er meint, dass Facebook viel lieber Bitcoin (BTC) in die eigene Plattform integrieren solle, als an einer firmeneigenen Kryptowährung zu arbeiten. Dementsprechend kann er dem Streit um den Stablecoin auch etwas Positives abgewinnen, da Facebook Libra, seiner Meinung nach, die Probleme hervorhebt, die ohnehin von dem sozialen Netzwerk ausgehen.

So würden sich dieselben gesellschaftspolitischen Fragen auftun, die sich zuletzt verstärkt im Bezug auf die sozialen Medien gestellt haben:

„Facebook filtert bereits Inhalte. Einige nennen das Zensur und andere finden wiederum gut, dass sie damit gegen Hass und Hetze vorgehen […] Das wirft jedoch die Frage auf, ob wir einen Meinungsfilter oder Meinungsfreiheit wollen. Genauso stellt sich die Frage, ob wir Zahlungsfreiheit oder einen Zahlungsfilter wollen.“

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Englischer Zentralbank-Chef verteidigt Facebook Libra

Mark Carney, der Gouverneur der englischen Zentralbank Bank of England, verteidigt die geplante Einführung der Facebook Kryptowährung Libra.

Wie das kanadische Nachrichtenportal TheStar am 15. Oktober berichtet, sieht Carney Unzulänglichkeiten im aktuellen Finanzsystem, weshalb er die Einführung einer solchen Kryptowährung für sinnvoll hält. Dabei bemängelt er allen voran Ineffizienzen bei der Abwicklung von internationalen Zahlungen, die durch Projekte wie Libra aufgelöst werden könnten.

Finanzsystem hat Unzulänglichkeiten

Laut Carney ist der Transfer von Geld weiterhin viel zu teuer, was besonders für kleine Unternehmen problematisch sein kann, da Transaktionen für einige Firmen bis zu 200 Basispunkte kosten können. Außerdem wäre die Abwicklung immer noch zu kompliziert und zeitaufwendig. Dahingehend zitiert ihn TheStar:  

„Das ist im heutigen Zeitalter inakzeptabel. Zahlungen sollten sofort abgewickelt werden können. Im Idealfall verhält es sich so, als ob man sich online direkt Geld übergibt. Dadurch sollten nahezu keine Kosten entstehen.“

Regulierung ist trotzdem ein Muss

Carney sieht besonders seine englische Heimat noch im Hintertreffen, was die Abwicklung von Zahlungen angeht, weshalb es zunächst gelte, zumindest auf den Standard einiger anderer Länder zu kommen. Obwohl er Projekten wie Facebook Libra bei der Lösung dieses Problems eine entscheidende Rolle zuspricht, warnt er jedoch zugleich, dass es im Vorfeld eine minutiöse behördliche Prüfung geben muss, da der Finanzbereich von besonderer Sensibilität ist:

„Hier wird es nicht so sein wie beim Aufkommen von Social-Media. Hier kann man den Dingen nicht einfach seinen Lauf lassen und dann nebenher herausfinden, wie man am besten gesetzlich damit umgeht. Entweder schafft man von Anfang an eine entsprechende gesetzliche Regelung oder solche Projekte bekommen erst gar kein grünes Licht.“

Wie Cointelegraph im August berichtet hatte, hatte sich Carney damals schon für Facebook Libra ausgesprochen, als er meinte, dass die Kryptowährung dafür sorgen könnte, dass der US-Dollar als globale Leitwährung abgelöst wird.

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Mit Booking Holdings verlässt der nächste große Investor Facebook Libra

Die Booking Holdings, der führende Betreiber von Online-Reiseportalen, verlässt als nächster namhafter Investor das Facebook Krypto-Projekt Libra.

Wie Bloomberg am 14. Oktober berichtet, hat sich die Booking Holdings nun ebenfalls entschieden, Facebook Libra den Rücken zu kehren, was den Investoren-Exodus des Krypto-Projekts weiter verschlimmert. Von ursprünglich 28 geplanten Investoren sind mittlerweile nur noch 21 an Bord.

Eine gute Idee?

Die Booking Holdings, die für Portale wie Kayak, momondo, booking.com, priceline.com und agoda.com verantwortlich ist, hatte sich im Juni als eines der Gründungsmitglieder von Facebook Libra angekündigt. Der Booking Holdings Geschäftsführer Glenn Fogel meinte daraufhin im August, dass Blockchain-basierte Währungen zunehmend an Wichtigkeit gewinnen würden, was ein Indiz für das damalige Interesse an dem Facebook Projekt sein könnte.

Fogel prognostizierte in diesem Zusammenhang, dass Bargeld in der Zukunft eine immer geringere Rolle spielen wird, weshalb sich womöglich Platz für eine neue, sichere Währung ergibt. So sagte Fogel im Wortlaut:

„Als Bitcoin erstmals ins Rampenlicht gerückt ist, haben viele daran gezweifelt. Obwohl die Zukunft von Bitcoin noch ungewiss ist, bin ich davon überzeugt, dass Währungen mit Blockchain-Basis [Kryptowährungen} weltweit an Beliebtheit gewinnen werden, besonders außerhalb der USA.“

Mark Zuckerberg soll Stellung nehmen

Der jüngste Schritt der Booking Holdings kommt nur wenige Tage bevor Facebook Geschäftsführer Mark Zuckerberg im parlamentarischen Ausschuss für Finanzdienstleistungen aussagen soll. Die Anhörung von Zuckerberg steht im Zusammenhang mit einem Gesetzentwurf, der Tech-Konzerne vom Eintritt ins Finanzwesen abhalten soll.

David Marcus, der Geschäftsführer von Facebook Libra, hatte zuvor jeweils in den parlamentarischen Ausschüssen für Finanzdienstleistungen und Bankenwesen zum firmeneigenen Krypto-Projekt ausgesagt. Dabei gab er an, dass sich der Social-Media Konzern dringlichst darum bemüht, die Bedenken von Politik und Aufsichtsbehörden auszuräumen.

Nichtsdestotrotz zeigen sich viele Politiker weiterhin skeptisch. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte heute gemutmaßt, dass der Investoren-Exodus von Libra auf die rechtlichen Bedenken der potenziellen Mitglieder zurückzuführen ist, da Facebook den hohen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche noch nicht gerecht wird. Allerdings vermuten einige Stimmen der Kryptobranche, dass der politische Druck auf die Investoren die tatsächliche Ursache für deren Ausstieg ist.

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US-Finanzminister sieht rechtliche Bedenken als Ursache für Investoren-Exodus bei Libra

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin ist überzeugt, dass der Exodus aus dem Facebook Krypto-Projekt Libra größtenteils auf rechtliche Bedenken der potenziellen Investoren zurückzuführen ist.

Wie Mnuchin am 14. Oktober gegenüber CNBC mutmaßte, verlassen die planmäßigen Investoren das Projekt, weil es insbesondere den amerikanischen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche „nicht gerecht wird“. So meint der Finanzminister:

„Wenn Facebook unsere Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche oder die Standards der FinCEN nicht einhalten kann, dann müssen wir rechtliche Maßnahmen gegen das Projekt einleiten. Ich denke die etwaigen Partner haben gemerkt, dass das Projekt diesen Standards noch nicht gerecht wird, weshalb sie sich vorerst zurückgezogen haben.“

Große Namen verlassen Libra

Die neuen Aussagen von Mnuchin kommen nur wenige Tage nachdem mit Visa, eBay, Stripe und Mastercard gleich mehrere große Namen von der Facebook Kryptowährung Abstand genommen haben.

Der große Zahlungsdienstleister PayPal hatte im Vorfeld bereits seinen Ausstieg von Libra bekanntgegeben, da dieser angesichts des starken politischen Gegenwindes von einer Zusammenarbeit absieht. Ein Sprecher bestätigte gegenüber Cointelegraph den Ausstieg des Unternehmens und ergänzte:

„Wir unterstützen weiterhin die Ambitionen von Libra und wollen weiterhin den Dialog suchen, um in Zukunft möglicherweise zusammenzuarbeiten. Facebook ist ein langjähriger und geschätzter Partner von PayPal, weshalb wir in verschiedenen Bereichen weiter mit Facebook kooperieren werden.“

Der Coinbase Geschäftsführer Brian Armstrong kritisiert die amerikanische Politik derweil scharf, da er deren Druck als maßgeblichen Grund für den Ausstieg der namhaften Libra Investoren sieht. Besonders die jüngsten Briefe zweier US-Senatoren empfindet er als „unamerikanisch“, da in diesen explizit auf den Ausstieg von Visa, Mastercard und Stripe hingewirkt wurde.

Das Facebook Krypto-Projekt Libra wurde offiziell im Sommer vorgestellt und soll als Zahlungsdienst in verschiedene Facebook-Services eingebunden werden, wie zum Beispiel Instagram. Seit der Ankündigung des Projektes hat sich der politische Gegenwind weltweit nach und nach intensiviert, da viele Stimmen befürchten, dass der potenzielle Umfang der Kryptowährung eine Bedrohung für die Stabilität des Finanzsystems werden könnte.

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Britische Zentralbank: Bestimmungen für Facebooks Libra

Die Zentralbank Großbritanniens hat Bestimmungen erlassen, die der geplante Stablecoin Libra von Facebook erfüllen muss, um im Land ausgegeben werden zu können.

Die Bank von England präsentierte am 9. Oktober ihre jüngste Zusammenfassung der Finanzpolitik auf einer Sitzung des Finanzpolitischen Ausschusses FPC.

In dem Dokument, das sich mit der Widerstandsfähigkeit des britischen Finanzsystems im Allgemeinen befasst, werden innovative Entwicklungen im Zahlungsverkehrsbereich angesprochen. Dabei hieß es, dass der Libra das Potenzial habe, ein „wichtiges Zahlungssystem“ zu werden.

Einführung neuer Zahlungssysteme

Der FPC wies darauf hin, dass Zahlungssysteme wie der Libra die höchsten Anforderungen im Bezug auf die Widerstandsfähigkeit erfüllen und unter die Aufsicht einer entsprechenden Behörde fallen müsse. Außerdem rief der Ausschuss die Regulierungsbehörden dazu auf, vor einer Einführung die Bedingungen für eine Beteiligung an innovativen Zahlungssystemen festzulegen. In dem Dokument heißt es weiter:

„Die Widerstandsfähigkeit des Libra-Systems würde sich auf die Stabilität der Kernelemente der Libra Association und der Libra Reserve, sowie auch der damit verbundenen kritischen Aktivitäten anderer Unternehmen im Libra-Ökosystem, wie etwa Validatoren, Börsen oder Wallet-Anbieter, stützen.“

Regulierungsbehörden weltweit skeptisch gegenüber Libra

Anfang Oktober behauptete Randall Quarles, der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrates, dass die potenzielle Größe von Stablecoins, wie etwa dem Libra von Facebook, dem Bereich möglicherweise eine neue Dimension und Reichweite verleihen könnte. Die Finanzaufsichtsbehörden müssten dies sorgfältig prüfen. Quarles sagte:

„Obwohl heute ein geringes Risiko für die Finanzstabilität besteht, kann man nicht ausschließen, dass das potenzielle Ausmaß von Stablecoins und anderen aufkommenden Krypto-Vermögenswerten regulatorische Herausforderungen darstellen könnte.“

Kürzlich äußerten sich auch die französischen und deutschen Finanzminister kritisch im Hinblick auf den Libra und argumentierten, dass das Projekt in Europa nicht genehmigt werden sollte, da es die Währungssouveränität der Länder gefährden würde.

Lucas Geiger, der Mitbegründer des Blockchain-Infrastruktur-Startups Wireline, kündigte indessen den OpenLibra an – einen nicht auf Genehmigungen basierenden Fork des geplanten Blockchain-Netzwerks von Facebook.

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OpenLibra – Eine frei zugängliche Version der Facebook Blockchain

Lucas Geiger, ein Mitgründer des Blockchain-Startups Wireline, hat OpenLibra angekündigt, eine frei zugängliche Version der von Facebook geplanten Blockchain.

Der Ethereum-Entwickler Lane Rettig berichtete am 8. Oktober, dass Geiger die entsprechende Ankündigung zu OpenLibra auf der Ethereum-Konferenz Devcon 5 gemacht hat. Dahingehend ergänzte er:

„Als #openlibra offiziell angekündigt wurde, hab‘ ich richtig Gänsehaut gekriegt. Kann‘ es kaum abwarten, bis dieses Projekt die Tür zur Libra-Tecnhnologie aufstößt.“

Eine freie Plattform für Libra-Apps

Die Entwickler von OpenLibra haben bereits eine erste Version ihrer „permissionless“ (also frei zugänglichen) Libra-Blockchain auf GitHub veröffentlicht. Diese trägt den Namen MoveMint und ist wiederum auf die Tendermint Blockchain übergestülpt.

Laut der offiziellen Webseite des Projekts zielt OpenLibra darauf ab, eine „Alternative zu Facebook Libra zu werden, die den Fokus auf freie Zugänglichkeit und Dezentralisierung legt“. Des Weiteren heißt es:

„Trotz der heftigen Kritik der weltweiten Regierungen sind wir überzeugt davon, dass Facebook mit seinem Projekt Erfolg haben wird. Die Regierungen der führenden Nationen werden sich auf ihre eigenen Vorteile besinnen und haben einer transnationalen Kraft wie Facebook Libra wenig entgegenzusetzen. Aus diesem Grund entwickeln wir OpenLibra.”

Die Liste der Unterstützer und Entwickler von OpenLibra umfasst viele namhafte Organisationen aus der Kryptobranche und umzu, darunter Cosmos, Wireline, Radicle, Chainlink, Democracy Earth, BlockScience, Synestate, Vulcanize, MathShop, Web3, Universität Singapur, Ethereum Foundation, Spacemesh, George Mason University, Iclusion, Radicle, Hashed, das dänische Rote Kreuz und Kyokan.

Wie Coinelegraph gestern berichtet hat, erwartet Brad Garlinghouse, der Geschäftsführer des Blockchain-Zahlungsdienstleisters Ripple, dass Facebook Libra auf Grund des politischen Widerstandes frühestens 2023 an den Start gehen wird.

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Coinbase CEO: „Haltung der US-Regierung zu Facebook Libra ist lächerlich“

Brian Armstrong, Geschäftsführer und Mitgründer der großen Kryptobörse Coinbase, bezeichnete die Haltung der amerikanischen Regierung gegenüber der Facebook Kryptowährung Libra am 5. Oktober auf Twitter als „lächerlich“, angesichts Chinas Bemühungen um eine eigene Digitalwährung.

US-Regierung blockiert Innovation

Dahingehend schrieb Armstrong, dass es sich beinahe so anfühle, als ob die US-Regierung absichtlich abgehängt werden wolle. In diesem Kontext äußerte er dann auch die Befürchtung, dass die USA im internationalen Vergleich ins Hintertreffen geraten könnte, wenn Innovationen weiterhin aktiv unterdrückt würden:

„Wenn ein Land langfristig relevant bleiben und wirtschaftlich wachsen will, dann muss es in Forschung, Technologie und Innovation investieren. Wenn die Regierung dabei helfen kann, umso besser, aber zu aller erst sollte sie versuchen, keinen Schaden anzurichten.“

Abwehrhaltung könnte Folgen haben

Der Coinbase Geschäftsführer zeigt zwar Verständnis dafür, dass „Innovation oft nicht intuitiv erscheint“, meint aber dennoch, dass es für die Regierung sinnvoll ist, „aus dem Weg zu gehen“ und Neuerungen nicht zu blockieren. Stattdessen gäbe es jedoch oftmals bestimmte Interessenvertreter, die versuchen würden, „Ängste ausnutzen, um Innovationen aufzuhalten“.   

Die Befürchtung, dass Facebook Libra durch massive Überregulierung geschädigt wird, scheint sich derweil bereits zu bewahrheiten, so hat der große Zahlungsdienstleister PayPal das Projekt nun auf Grund des heftigen politischen Gegenwindes vorerst verlassen.

Ihre „blockierende Haltung“ wird den USA vermutlich aber noch nicht sofort zum Verhängnis, da die chinesische Regierung die Gerüchte um einen bevorstehenden Start der eigenen Digitalwährung zunächst dementiert hat.

Wie Cointelegraph jüngst berichtet hatte, schießt sich der chinesische Markt jedoch schon auf den „digitalen Yuan“ ein, so ist der Aktienindex für chinesische Fintech-Unternehmen im Jahr 2019 um mehr als 50% gestiegen und lässt damit alle anderen Branchen klar hinter sich.

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US-Komitee fordert Zuckerberg-Anhörung noch vor dem Start von Libra

Das Financial Services Committee des US-Senats hat Berichten zufolge Sheryl Sandberg, COO von Facebook, eingeladen, am 29. Oktober über die Pläne des Unternehmens bezüglich der Stablecoin Libra auszusagen.

Laut einem Bericht von The Information vom 3. Oktober ist die Einladung mit einer wichtigen Bedingung verbunden: dass CEO Mark Zuckerberg dem Einverständnis erteilt, noch vor Januar 2020 vor dem Ausschuss zu erscheinen.

Sandberg wäre die zweite Anhörung nach der von David Marcus

Das Komitee unter dem Vorsitz von Rep. Maxine Waters hat kürzlich angekündigt, Facebooks Pläne für Libra und die entsprechende digitale Geldbörse Calibra im Rahmen seiner Herbst-2019-Agenda vorrangig zu prüfen.

Laut den Quellen von The Information wird Sandberg sowohl über Libra als auch über die Werberichtlinien von Facebook befragt. Der Social-Media-Titan ist im März eine Einigung über 5 Millionen US-Dollar mit Bürgerrechtsgruppen eingegangen. Die Gruppen behaupteten, die von Facebook geschalteten Annoncen haben diskriminierende Praktiken auf dem Wohnungsmarkt erleichtert.

Sollte die Anhörung stattfinden, wäre Sandberg der zweite Facebook-Managerin, der vor dem Komitee in Bezug auf Libra aussagt. Mitte Juli sagte der CEO von Calibra, David Marcus, zu Themen wie der Bekämpfung von Geldwäsche und anderen Compliance-Maßnahmen sowie zur Frage des Vertrauens der Öffentlichkeit und der Regierung in die Überwachungs- und Datenerfassungsmaßnahmen des Unternehmens aus.

Eine feindliche Haltung des Gesetzgebers

Wie Cointelegraph berichtete, hat sich Rep. Maxine Waters als eine der skeptischeren Gesetzgeberinnen in den USA erwiesen. Sie brachte ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck, dass der Technologiegigant „versäumt hat, Verbraucherdaten in einer ähnlichen Größenordnung wie Equifax geheim zu halten“. Darüber hinaus unterstellte sie dem Unternehmen, böswilligen russischen staatlichen Akteuren erlaubt zu haben, Anzeigen zu kaufen und gezielt zu schalten“. Dadurch sollen die US-Präsidentschaftswahlen 2016 beeinflusst worden sein.

Mitte Juni forderte sie Facebook auf, die Arbeit an Libra einzustellen, und verwies auf die „unruhige Vergangenheit“ des Unternehmens.

Diese Woche haben Ausschnitte zweier interner Q&A Sitzungen zwischen Zuckerberg und Facebook-Mitarbeitern im Juli 2019 die anfängliche Strategie des CEO für den Start von Libra enthüllt.

Während der Sitzungen erkannte der CEO an, dass das Projekt mit „echten Problemen“ konfrontiert war. Finanzen sind ein sehr stark regulierter Raum […] der Geldwäsche und die Finanzierung von Terroristen und Menschen verhindert, mit denen nach Regierungsmeinungen keine Geschäfte gemacht werden sollen.“

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Facebooks Libra: Erste Nodes des ‘Pre-Mainnets’ gehen online

Die Entwickler von Facebooks digitaler Währung Libra treiben trotz zunehmender Probleme mit Regulierungsbehörden ihre Arbeit voran.

Ein am 2. Oktober von der Libra Foundation veröffentlichtes Update beleuchtet wichtige Punkte für Entwickler und für Nodes-Betreiber.

Mainnet im Fokus der Entwickler

Derzeit läuft Libra als Testnetz. Ziel ist es, technische Herausforderungen vor einem Mainnet-Start zu lösen. Einen offiziellen Starttermin gibt es bislang jedoch nicht. In der Roadmap heißt es dazu:

„Die Einführung des Testnet hat es dem Team ermöglicht, Libra Core schnell zu verbessern, indem es die Fehlersuche, Diagnose und Lösung von Software-Edge-Fällen erleichtert. Das Testnet demonstriert die Libra-Netzwerkfunktionalität und bietet Entwicklern einen frühen Zugang. Nach dem Testnet hoffen wir auf eine erfolgreiche Einführung des Libra Mainnets.“

Pre-Mainnet bekommt Nodes

Die Entwickler von Libra haben zudem eine Stagingumgebung namens „Pre-Mainnet“ entwickelt. Es ist derzeit nur für Partner-Nodes zugänglich, damit sie sich miteinander verbinden können. Mehrere Partner „haben ihre Nodes bereits bereitgestellt und kommunizieren lassen“, heißt es in der Roadmap:

„Wir erwarten, dass in Kürze weitere Partner online gehen werden. Wir wollen sicherstellen, dass das Libra-Netzwerk vor der Öffnung des Zugangs strenge Leistungsmaßstäbe und die Stabilität des Gesamtsystems erfüllen kann.“

Libras Ringen mit Regulierungsbehörden

Wie Cointelegraph berichtete, sieht sich Libra nach der ersten Ankündigung vor einigen Monaten weiterhin mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert.

Diese Woche wurden die Bedenken mehrerer wichtiger potentieller Knotenbetreiber bekannt, die sich aufgrund ihrer Beteiligung an dem Projekt um ihr Ansehen bei den Regulierungsbehörden sorgen. Facebook-CEO Mark Zuckerberg will den zuvor ins Gespräch gebrachten Libra-Start Ende 2020 angesichts dieser Unsicherheiten nicht bestätigen.

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EU-Kommissarin für Wettbewerb sieht bei Facebook Libra noch viele offene Fragen

Margrethe Vestager, die EU-Kommissarin für Wettbewerb, äußert sich skeptisch zu den Motiven hinter der bevorstehenden Herausgabe der Facebook Kryptowährung Libra.

In einem Interview mit dem dänischen Verband für Finanzdienstleistungen, das am 1. Oktober veröffentlicht wurde, geht Vestager unter anderem auf die möglichen Auswirkungen von Facebook Libra ein. Dabei betrachtet sie die Kryptowährung besonders unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten, da der Social-Media Konzern dank seiner großen Nutzerschaft von jetzt auf gleich ein bedeutender Player in der Finanzdienstleistungsbranche werden könnte. Allerdings ist für die EU-Kommissarin noch nicht ganz greifbar, wo die Reise schlussendlich hingehen wird:

„Es ist irgendwie völlig neu, dass wir uns über eine Sache Gedanken machen, die noch gar nicht auf dem Markt ist. Das Ganze liegt noch so weit in der Zukunft, dass man noch gar nicht genau abschätzen kann, ob es zum Problem werden wird. Das Problem könnte möglicherweise sein, dass sich ein völlig eigenständiges Ökosystem daraus entwickelt, das vom Rest der Wirtschaft abgekoppelt ist.“

Viele offene Fragen

Um die Motivation hinter Facebook Libra zu verstehen, stellt sich die EU-Kommission deshalb viele grundlegende Fragen, wie Vestager erklärt:

„Was bedeutet es, wenn Facebook eine eigene Währung hat, die in der Zahlungsbranche und womöglich nur in der Zahlungsbranche nutzbar ist? Was passiert mit dem Geld, das in dem geschlossenen System verbleibt? Haben diejenigen, die Verkäufe über Libra abwickeln einen Vorteil gegenüber denjenigen, die mit völlig anderen Zahlungsmethoden zahlen wollen?“

Vestager betont aber auch, dass die wettbewerbsrechtlichen Bedenken bezüglich Libra nicht an oberster Stelle stehen, sondern dass zum Beispiel die Risiken für die finanzielle Stabilität von größerer Bedeutung sind.

Libra gerät immer mehr in die Kritik

Verschiedenste Aufsichtsbehörden und Politiker haben sich jüngst kritisch gegenüber der Facebook Kryptowährung geäußert. So hat nun auch das amerikanische Bankenwesen in die gleiche Kerbe geschlagen, da es befürchtet, dass Libra zur Bedrohung für das eigene Geschäftsmodell und sogar auch für die Geldpolitik der USA werden könnte.

Ende September hatte ein Top-Manager des Krypto-Zahlungsdienstleisters wiederum auf die problematische Konzeptionierung von Libra als geschlossenes System hingewiesen.

Wie vor wenigen Tagen berichtet, will Sheryl Sandberg, die operative Geschäftsführerin von Facebook, gegenüber dem parlamentarischen Ausschuss für Finanzdienstleistungen aussagen, um die zunehmende Kritik aus der US-Politik ein wenig abzufedern.

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