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US-Börsenaufsicht fordert Urteil gegen Kryptowährung des Kik-Messengers

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat das zuständige Gericht zu einer Urteilsfindung in ihrem Prozess gegen den Messenger-Dienst Kik aufgefordert. In dem betreffenden Verfahren geht es um den Verkauft der Kryptowährung KIN, durch den das Unternehmen 2017 100 Mio. US-Dollar Investitionskapital einsammeln konnte.

Die SEC hatte den Fall 2019 vor Gericht gebracht, wobei die Behörde argumentiert, dass es sich bei dem Verkauf der Kryptowährung um einen unerlaubten Verkauf von Wertpapieren handelt. Der Messenger-Dienst Kik entgegnet jedoch, dass es sich bei KIN um eine Währung handelt und nicht um ein Wertpapier. Dementsprechend könne die SEC „keine eindeutigen Beweise“ vorbringen, um dies zu belegen. In der Anklageschrift der SEC heißt es:

„Der Token-Verkauf der Kin im Jahr 2017 konstituiert den Verkauf von Investitionskontrakten an die Öffentlichkeit, ohne dass dieser von der SEC freigegeben wurde und ohne, dass eine entsprechende Ausnahmegenehmigung nach dem Wertpapiergesetz beantragt wurde.“

Kik hatte im Rahmen des Token-Verkaufs mehr als 500 Mrd. Einheiten der Kryptowährung veräußert und dadurch im September 2017 100 Mio. US-Dollar an Investitionskapital eingenommen.

Unerlaubter Verkauf von Wertpapieren?

Die Börsenaufsicht legt dem Unternehmen zur Last, dass es bei seinen Anlegern damit geworben hätte, dass der Kurs von KIN an Wert gewinnt, solange die Nachfrage steigt. Dies verstößt jedoch gegen das amerikanische Wertpapierrecht, da für Anleger damit „garantierte“ Gewinne in Aussicht gestellt wurden.

In diesem Zusammenhang soll der Messenger-Dienst vorgegeben haben, „hart daran zu arbeiten, dass diese Nachfrage angekurbelt wird“, was der SEC ebenfalls sauer aufstößt.

SEC fordert Verbot

Alles in allem kommt die SEC bezüglich des Token-Verkaufs von Kik zu dem Schluss, dass das Unternehmen „Tausenden Anlegern die ihnen zustehenden Rechte und Informationen vorenthalten hat“.

Deshalb fordert die Aufsichtsbehörde ein permanentes Verbot der Kryptowährung, die Rückzahlung der „illegal erhaltenen Gewinne“ und Strafzahlungen.

Als abschließendes Argument bring die SEC vor, dass Kik mit der Kryptowährung versucht hätte, die hohen Verluste aus dem Betrieb des firmeneigenen Messenger-Dienstes auszugleichen.

Prozess zwingt Kik in die Knie

Durch den Prozess hat sich die finanzielle Lage von Kik noch weiter verschlechtert, weshalb sie vergangenen September angekündigt hatte, ihren kostenlosen Messenger einstellen zu wollen.

Im Folgemonat wurde der Messenger-Service dann allerdings von der amerikanischen Firma MediaLab aufgekauft.

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Strafverfolgung: Bitcoin-Betrug: US-Behörden schlagen zu

Die Frage, was Bitcoin eigentlich ist, lässt sich derzeit nicht leicht beantworten. Um sich als Krisenwährung und Safe-Haven-Asset zu etablieren, muss das Ökosystem offenbar noch reifen. Als digitaler Wertspeicher, dessen Nachschub deflationär angelegt ist, ist Bitcoin jedoch nach wie vor im Rennen. Eins ist dabei sicher: Das Bitcoin-Narrativ ändert sich über die Zeit.

Ein Narrativ, so wird es nach und nach deutlich, hat jedoch langsam ausgedient: das der Schattenwährung. Den meisten Kriminellen dürfte es langsam dämmern, dass sich Bitcoin nicht eignet, um damit Geld zu waschen oder Handel mit illegalen Waren zu treiben. Die Behörden haben längst aufgeschlossen, Betrügereien mit Bitcoin lohnen sich längst nicht mehr.

US-Behörden verurteilen Bitcoin-Betrüger

Das zeigte sich zuletzt am 17. März. Denn das Justizdepartement des US-Staates Oregon verkündete die Verurteilung zweier Bitcoin-Betrüger. Sie hatten sich laut den Behörden zu Internetbetrug und Geldwäsche verschworen, um dabei mit einem Betrugssystem Bitcoins zu ergaunern. Laut Anklageschrift haben sie ihren Twitter Account @HitBTCAssist verwendet, um Nutzern vorzutäuschen, sie hätten es mit Vertretern der Bitcoin-Börse HitBTC zu tun.

Als vermeintliche Kundenberater brachten sie ihr Opfer dazu, Zugangsdaten preiszugeben. Diese nutzten sie anschließend, um den Account ihres Opfers leerzuräumen und weiteten ihre Aktion auf die Krypto-Exchange Kraken aus. Insgesamt erbeuteten die beiden Kanadier damit 23,3 Bitcoins. Besonders schlau stellten sie sich dabei jedoch offenbar nicht an. So überwiesen sie sich die Beute auf ihre eigenen Kraken Accounts.

Anschließend verprassten sie ihre Beute, indem sich einer von beiden einen Mercedes Benz für 56.598 kanadische Dollar kaufte und indem sie gemeinsam Kasinos besuchten. Anschließend wurde einer der beiden am McCarran International Airport in Las Vegas verhaftet, der andere stellte sich freiwillig. Beide bekannten sich schuldig und begannen mit einer Entschädigungszahlung an ihr Opfer.

Strafverfolgung hat längst aufgeschlossen

Was die beiden Täter offenbar vollkommen falsch einschätzten, ist die vermeintliche Anonymität der Kryptowährung. Dass Transaktionen aufgrund der Transparenz der Blockchain für Behörden nachverfolgbar sind, schienen die beiden Bitcoin-Betrüger übersehen zu haben.

Ähnliches ist im vergangenen Jahr passiert. Im Oktober 2019 gelang es internationalen Ermittlern, den bis dato größten Kinderpornographie-Ring zu sprengen. Die Täter hatten Bitcoin verwendet, um ihre Machenschaften zu finanzieren, was ihnen schließlich zum Verhängnis wurde.

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US-Wahl 2020: Eine Kryptowährung soll den Amerikanischen Traum retten

Das Rennen ums Weiße Haus wird traditionell zwischen Demokraten und Republikanern entschieden. Dennoch finden sich im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf abseits der großen Parteien stets weitere Bewerber. Im Jahr 2020 ist Adam Kokesh einer dieser aussichtslosen Kandidaten. Der Libertäre lancierte jüngst Pläne für eine staatliche Kryptowährung.

Wie für Libertäre üblich, ist auch Kokesh kein Freund von Zentralregierungen. Schließlich würden diese nur persönliche Freiheiten einschränken und die wirtschaftliche Entwicklung bremsen. Sein Wahlkampf baut deshalb auf einer einzigen Forderung auf. Denn Kokesh will nicht weniger als „die geordnete Auflösung der Regierung.“ Der nun vorgestellten Kryptowährung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Kryptowährung soll American Dream retten

Nicht nur die US-amerikanische Bundesregierung ist Kokesh ein Dorn im Auge. Auch staatliche Fiatwährungen und die Federal Reserve Bank sollen nach dem Willen des ehemaligen US-Marines bald schon der Vergangenheit angehören. An ihre Stelle soll die auf den Namen AmeriCoin getaufte staatliche Kryptowährung treten.

Laut der zugehörigen Pressemeldung soll der AmeriCoin vom Prinzip her ähnlich dezentral aufgebaut sein wie Bitcoin. Der Plan sieht gleichzeitig allerdings eine Abdeckung der Kryptowährung durch verschiedene Assets der US-Regierung vor. Dazu zählen etwa Ländereien im Staatsbesitz sowie diverse Bodenschätze.

Kokesh verspricht, jedem US-Bürger am Tag seiner Amtseinführung dieselbe Menge an AmeriCoin auszuzahlen. Dadurch soll der Staatsbesitz unter den Bürgern aufgeteilt werden. Die Ausgabe der Kryptowährung versteht Kokesh zudem als Kompensation für all diejenigen, die den amerikanischen Traum von Wohlstand und Freiheit auf Grund von unfairen Steuern und Regulierungen nicht erreichen konnten. Der libertäre Kandidat äußerte sich dazu folgendermaßen:

Es gibt keinen besseren Weg, die Macht an das amerikanische Volk zurückzugeben, als die Demokratisierung des Eigentums an den Vermögenswerten der Bundesregierung durch Tokenisierung.

Blockchain CEO soll staatliche Kryptowährung entwickeln

Mit der Entwicklung der Pläne für den AmeriCoin betraute Kokesh indessen den Blockchain-Unternehmer Alastair Caithness, der auf dem Feld der Tokenisierung bereits einiges an Erfahrung vorzuweisen hat. Seine Firma Ziyen Energy entwickelte derart den ZiyenCoin, einen Security Token für Öl und Gas. Der zum obersten Berater in Blockchain-Angelegenheiten ernannte Caithness zeigte sich angesichts seiner Rolle im Wahlkampfteam von Kokesh geehrt:

Die Belastung durch die Bundessteuer ist einer der Hauptgründe dafür, dass junge Menschen eine so schwierige Zeit haben, einen soliden finanziellen Start ins Leben zu entwickeln. Ich bin zuversichtlich, dass Adams anfängliche Idee, eine amerikanische Kryptowährung zu schaffen, mit den schnellen Fortschritten in der Architektur der Asset-Backed-Tokenisierung kombiniert werden kann, um AmeriCoin als eine Kraft für finanzielle Freiheit zu entwickeln.

Bitcoin & Co. auch auf der Agenda anderer Kandidaten

Kryptowährungen sind unterdessen auch Thema bei anderen US-Präsidentschaftskandidaten. Während Andrew Yang als bekennender Blockchain-Enthusiast auftrat, forderte Michael Bloomberg eine klare Regulierung von Krypto-Assets. Beide Demokraten sind mittlerweile allerdings aus dem Rennen um die Nominierung ihrer Partei ausgeschieden.

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Streit um eine Million Bitcoin: Craig Wright gehen die Beweise aus

Der Prozess zwischen Craig Wright und dem Kleiman-Nachlass spitzt sich weiter zu. Das zuständige Gericht in Florida hat den jüngsten Coup des selbsternannten Bitcoin-Erfinders entzaubert und ein erneutes Ultimatum gestellt.

Craig Wright hat sein Pulver verschossen

Der Rechtsstreit zwischen Craig Wright und Ira Kleiman, dem Bruder seines ehemaligen Geschäftspartners Dave Kleiman, sollte eigentlich Klarheit über den Verbleib und rechtmäßigen Anspruch des Tulip Trust, in dem 1,1 Millionen Bitcoin eingelagert sind, schaffen. Bislang ist der Prozess aber durch Wrights Verzögerungstaktiken behindert worden. Nun scheint dem zuständigen Richter Bruce E. Reinhart die Geduld auszugehen.

Zwar ließ sich die Frage des Anspruchs längst klären, von den Bitcoin fehlt aber weiterhin jede Spur. Demnach steht Ira Kleiman die Hälfte des gesamten Bestands zu – 500.000 Bitcoin. Bisher scheiterte die Auszahlung jedoch an einem kleinen Detail: Niemand verfügt über die nötigen Keys, um sich Zugriff zu den verschlüsselten Dateien des Tulip Trust zu verschaffen. Und ohne Keys bleibt der digitale Schatz für immer begraben.

Doch Tausendsassa Craig Wright schüttelte ein Ass aus dem Ärmel und behauptete, ein Kurier würde die Keys im Januar überbringen. Dass es nicht zur Übergabe kam, war wenig überraschend. Doch Wright war nicht um eine interessante Erklärung verlegen.

So soll der Kurier als Anwalt tätig sein und zudem als Treuhänder den Tulip Trust verwaltet haben. Als solcher wäre der ominöse Bote von seiner Aussagepflicht entbunden und die Kommunikation zwischen ihm und Wright fiele unter Anwaltsprivilegien. Doch auch dieser Braten roch komisch und so hat Richter Reinhart das Argument im jüngsten Gerichtsdokument in Zweifel gezogen.

Das Eis wird dünn

In der entsprechenden eidesstattlichen Erklärung stellt sich der vermeintliche Anwalt Mayaka zunächst förmlich vor:

Ich bin Rechtsanwalt und habe meinen Bachelor of Law im Jahr 2007 an der Universität Moi in Kenia erworben.

Um den Anwaltstatus zu verbriefen, hat Craig Wright dem Gericht netterweise das dazugehörige LinkedIn-Profil von Herrn Mayaka eingereicht:

Dr. Wright stellte auch einen Ausdruck eines LinkedIn-Profils vor, das Herrn Mayaka mit einem Bachelor of Laws der Universität Moi zeigt. Dr. Wright stützt sich auch auf seine eidesstattlichen Aussagen, die behaupten, dass Herr Mayaka ein Berater des Trust ist.

Doch dem bestechenden Argument zum Trotz, zeigte sich Reinhart wenig überzeugt und stellte nüchtern fest:

Insbesondere angesichts meiner vorherigen Feststellung, dass Dr. Wright in diesem Rechtsstreit gefälschte Dokumente erstellt hat, lehne ich es ab, mich auf diese Art von Dokument zu verlassen, das von jedem leicht mit einer Textverarbeitungssoftware und einem Stift hätte erstellt werden kann.

Wright beißt sich an Richter Reinhart die Zähne aus und scheint in ihm seinen idealen Konterpart gefunden zu haben. Der Richter zeigt sich zusehends entnervt von Wrights Hinhaltetaktik und musste bereits feststellen,

dass Dr. Wright in meiner Gegenwart einen Meineid geleistet hat.

Bis zum 12. März hat Craig Wright nun Zeit, die nötigen Dokumente nachzureichen und die Angaben seiner Bitcoin-Adressen zu erklären.

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Corona zwingt zwei große amerikanische Krypto-Konferenzen zur Absage

Das Coronavirus dehnt sich immer weiter aus. Nun fallen auch zwei große Krypto-Konferenzen in den USA der Epidemie vorläufig zum Opfer.

Die Konferenz „Bitcoin 2020“, die ursprünglich für den 27. und 28. März in San Francisco angesetzt war, wurde ins dritte Quartal 2020 verschoben, während die Handelskammer für Digitalwirtschaft ihren „DC Blockchain Summit 2020“ ebenfalls verlegt. Aus den entsprechenden Pressemitteilungen vom 6. März gehen bisher jedoch noch keine konkreten Nachholtermine hervor.  

Die Bitcoin 2020 sichert allen Teilnehmern zu, dass ihre Tickets für die Konferenz für den Nachholtermin gültig bleiben werden. In diesem Zusammenhang bitten die Organisatoren alle Besucher, die Ankündigung des neuen Termins abzuwarten, ehe sie von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen.

Zwei wichtige amerikanische Krypto-Konferenzen

Die Bitcoin 2020 hatte ursprünglich geplant, im Vorfeld des anstehenden Bitcoin-Halvings im Mai, einige der wichtigsten Köpfe der Branche zu versammeln, um über die weitere Entwicklung der marktführenden Kryptowährung zu sprechen. Im Zuge dessen sollte zudem ausgelotet werden, was die nächsten wichtigen Meilensteine für die Blockchain-Technologie sind und wie diese ihr volles Potenzial ausschöpfen kann.

Der DC Blockchain Summit lädt wiederum sowohl Regierungsvertreter als auch Repräsentanten der Blockchain-Branche zum Gespräch ein. Dadurch will die amerikanische Handelskammer für Digitalwirtschaft breitere Akzeptanz für digitale Vermögenswerte und die Blockchain-Technologie schaffen.

Auch andere Länder müssen Krypto-Konferenzen absagen

Wie Cointelegraph diese Woche bereits berichtet hatte, musste die Pariser Blockchain-Konferenz, die für Ende März geplant war, auf Ende des Jahres verlegt werden. Auch in Asien wurden zuletzt ähnliche Krypto-Veranstaltungen abgesagt.

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Schutz von Benutzerdaten: Kryptobörse Digitex stellt KYC-Maßnahmen ein

Einige globale Kryptowährungsbörsen weiten ihre Identitätsprüfungsmaßnahmen aus. Andere wiederum behaupten, dass Krypto-Plattformen überhaupt keine Identitätsprüfungen (KYC) benötigen würden.

Digitex, eine Börse für Krypto-Derivate auf den Seychellen, will diese Woche ihre KYC-Maßnahmen einstellen. Das ist eine Reaktion auf einen großen Benutzerdatenverlust, zu dem es letzten Monat kam.

Digitex: Ab April 2020 keine Identitätsprüfungen mehr

Adam Todd, der CEO von Digitex Futures Exchange, gab das in einer öffentlichen Videoerklärung am 4. März bekannt. In dieser erklärte er, dass Digitex ab April 2020 alle KYC-Identitätsprüfungsmaßnahmen auf seiner Plattform einstellen werde.

Der CEO von Digitex erläuterte, dass die Börse bereits diese Woche mit der Abschaffung von KYC-Maßnahmen beginnen werde:

„Ab Ende dieser Woche werden wir alle KYC-Identitätsprüfungen auf unserer Börse einstellen. Um Digitex-Token aus unserer Kasse zu kaufen, müssen Sie keine KYC-Maßnahmen durchführen. Und wenn wir im April das Mainnet lancieren, wird es keinerlei KYC-Anforderungen geben, um unsere Börse nutzen zu können.“

Digitex läuft derzeit in der Beta-Version, so dass Benutzer nur den firmeneigenen Token DGTX kaufen können. Am 27. April wird das Mainnet lanciert. Digitex will den Benutzern dann den freien Handel mit DGTX und Ether (ETH) sowie anderen Kryptowährungen ermöglichen, wie Todd gegenüber Cointelegraph erklärte. Er merkte an, dass die Börse Fiatwährungen nicht unterstützen werde.

Laut Todd sei die Einstellung der KYC-Maßnahmen die einzige Möglichkeit, um zu garantieren, dass Digitex keine persönlichen Dokumente mehr durchsickern lässt. Denn auf diese Weise habe die Plattform diese persönlichen Dokumente überhaupt nicht mehr.

Persönliche Daten von 8.000 Digitex-Benutzern gestohlen

Der Einstellung der KYC-Maßnahmen auf Digitex ging ein Diebstahl von Benutzerdaten bei der Börse voran. Dabei sickerten einige sensible Daten durch. Wie Cointelegraph am 29. Februar berichtete, wurde die undichte Stelle von einem Ex-Mitarbeiter von Digitex ausgenutzt. Dieser soll KYC-Dokumente, wie etwa Pass- und Führerschein-Scans von über 8.000 Digitex-Kunden gestohlen haben.

Es wurde berichtet, dass der sogenannte „Digileaker“ behauptete, er sei „kein Ex-Angestellter oder Auftragnehmer oder jemand aus der Vergangenheit von Adam oder Digitex“.

In einer öffentlichen Erklärung vom 2. März sagte Digitex, dass die Börse zunächst nur von einem Durchsickern von E-Mail-Daten gewusst habe. Es habe jedoch einen zweiten Angriff gegeben, bei dem schließlich sensible Daten durchgesickert seien, wie die Börse einräumte.

Ein Digitex-Sprecher erläuterte gegenüber Cointelegraph, dass persönliche Dokumente, wie etwa Passfotos und Identitätskarten, von mindestens fünf Personen durchgesickert seien. Der Täter behauptet, 8.000 Dokumente zu haben. Das konnte Digitex allerdings noch nicht feststellen, untersucht dies aber derzeit.

CEO von Digitex: Überwachung der einzig wahre Grund für KYC

Digitex deutete zuvor bereits eine mögliche Abschaffung der KYC-Maßnahmen an. Der CEO der Firma kritisierte in seiner neuen Erklärung das Konzept von KYC im Allgemeinen.

Laut Todd seien die Hauptargumente für KYC-Regeln, wie etwa Geldwäsche, „dumm“ und „lächerlich“. Der einzig wahre Grund für KYC-Maßnahmen sei, der „Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut“. Er sagte:

„Wir alle kennen den wahren Grund für KYC. Der wahre Grund für KYC ist: Der Große Bruder will wissen, was jeder ständig tut. Er möchte wissen, wie viel Sie haben und was Sie damit machen. Ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, das mit jedem Menschen auf der Welt zu machen.“

Digitex hatte aus zwei Gründen versucht, KYC-Maßnahmen zu implementieren. Zum einen, um Geldwäsche zu bekämpfen und zum anderen um Kunden aus den USA auf der Plattform haben zu können, wie der Digitex-CEO erklärte. Laut Todd sei jedoch keiner dieser Gründe für Digitex es wert, wenn Benutzerdaten dadurch durchsickern.

Todd argumentierte, dass Benutzer keine Kryptowährungen, wie den ETH auf Digitex waschen würden, um den internationalen Terrorismus zu finanzieren. Er erklärte, dass solche Behauptungen „offensichtlicher Schwachsinn“ seien. Im Gespräch mit Cointelegraph betonte Todd, dass die Geldwäsche mit Krypto einem „winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat“ entspreche. Er erläuterte dazu:

„Jedes Jahr werden Fiatwährungen im Wert von zwei Billionen US-Dollar gewaschen. Das entspricht dem 10-fachen der Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen zusammen. Geldwäsche mit Krypto entspricht nur einem winzigen Bruchteil eines Prozents im Vergleich zu Fiat. Nach dieser Logik würde jedes Unternehmen, das Geld annimmt, ohne die Identität seiner Kunden zu prüfen, Terrorismus finanzieren. Wenn diese Person ein Konto bei einer anderen Kryptobörse, wie etwa Binance, hätte, würde es 5 Tage dauern, um etwa 100.000 US-Dollar abzuheben. Das heißt, wenn ein Terrorist noch mehr waschen wollte, kann er einfach ein neues Konto eröffnen.

„Alle unsere Kunden auf der ganzen Welt zu zwingen, zu beweisen, dass sie keine Amerikaner sind, ist unsinnig.“

Da die US-Regierung nicht wolle, dass US-Bürger mit Krypto über Digitex handeln, blockiere die Plattform bereits US-amerikanische IPs. Sie fordere die Nutzer auf, zu bestätigen, dass sie gemäß den Nutzungsbedingungen von Digitex nicht in den USA wohnen, so der CEO.

Die US-amerikanische IP-Sperre in Verbindung mit den Nutzungsbedingungen würde ausreichen, um US-Benutzer fern zu halten. Strenge KYC-Regeln gingen weiter, als sie sollten, so der CEO von Digitex. Er sagte:

„Ich glaube, das ist ein vernünftiger Weg, um sie fern zu halten. Ich glaube nicht, dass die US-Behörden das Recht haben, mir zu sagen, dass ich eine Identitätsprüfung bei jeder einzelnen Person auf der Welt, die meine Plattform nutzen will, durchführen muss, nur damit wir keine US-Bürger darauf bekommen. Das ist unsinnig. Ich glaube nicht, dass sie einen rechtmäßigen Präsidenten haben, der mich dazu zwingen könnte. Und ich werde das nicht tun.“

Im Gespräch mit Cointelegraph sagte Todd, wenn ein US-Nutzer entdeckt werde, der gegen diese Bedingungen verstößt, sperre die Börse sofort dessen Zugang zur Plattform und gebe diesem sieben Tage Zeit, sein Geld abzuheben.

Die Frage, ob Digitex erwarte, dass die Börse nach der Entfernung der KYC-Maßnahmen mehr Nutzer haben werde, bejahte Todd. Er erklärte, dass KYC-Maßnahmen für viele Menschen ein massives Hindernis für die Registrierung auf Kryptobörsen seien. Viele Menschen auf der ganzen Welt hätten nämlich überhaupt keine von der Regierung ausgestellten Ausweise. Er fuhr fort:

„KYC-Maßnahmen sind für viele Menschen eine riesige Barriere. Wir erwarten, dass Digitex durch die Beseitigung dieser Barriere viel mehr Nutzer anziehen wird. Wir stehen auch dazu, dass wir an das Recht auf Privatsphäre glauben. Wir öffnen unsere Börse allen Leuten auf der Welt. Damit hoffen wir, ein Produkt zu schaffen, das das Leben von Menschen verändern kann.“

Dass Digitex gegen Überwachung kämpft, deckt sich mit der zunehmenden Besorgnis über die Privatsphäre der Benutzer weltweit. Viele wichtige Leute aus der Branche drängen auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer im Internet. Ein leitender Angestellter der großen Blockchain- und Kryptoanalysefirma Chainalysis, die mit großen Bundesbehörden, wie der US-Steuerbehörde und dem FBI zusammenarbeitet, ist überzeugt, dass volle Transparenz nicht ideal für Krypto sei.

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Schweizer Krypto-Spionageskandal: Büro des Nationalrates lehnt Untersuchungskommission ab

Das Büro des Schweizer Nationalrats will zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Parlamentarische Untersuchungskommission (Puk) zum Spionageskandals um die Schweizer Crypto AG einsetzen, so die Nachrichtenseite Watson am 2. März.

Vorerst keine Untersuchungskommission 

Mitglieder des Nationalrat-Büros hätten dies am gestrigen Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt. In der zuvor abgehaltenen Sitzung sei die Möglichkeit zu einem Puk diskutiert und anschließend mit 8 zu 5 Stimmen abgelehnt worden.

Nach Aussagen der 2. Vizepräsidentin des Nationalrats Irène Kälin (Grüne/AG) sei diese Entscheidung allerdings vorläufig. Nach den im Juni erwarteten Ergebnissen einer Untersuchung der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) könnte “das Büro auf seinen Entscheid zurückkommen” und diesen ändern.

Die Sozialdemokraten (SP) und die Grünen wollen unabhängig davon mit parlamentarischen Initiativen eine Entscheidung des Nationalrats herbeiführen.

Geheimdienste manipulierten Chiffriergeräte

Die sogenannte “Crypto Affäre” war durch im Februar bekannt gewordene Medienberichte ausgelöst worden. Recherchen verschiedener Medien hatten ergeben, dass der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und der US-Auslandsgeheimdienst (CIA) in den 1970er-Jahren verdeckt die Zuger Firma Crypto AG gekauft hatten. Durch die Manipulation von durch die Crypto AG vertriebenen Chiffriergeräten konnten CIA und BND damit durchgeführte Kommunikation trotz Verschlüsselung mitlesen. 

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Frankfurter Blockchain-Startup Blocksize Capital kooperiert mit Handelsplattform Trading Technologies

Der Frankfurter Anbieter von Kursdaten für Krypto-Token Blocksize Capital ist eine Kooperation mit der US-Handelsplattform Trading Technologies eingegangen, so eine Pressemitteilung von Trading Technologies vom 26. Februar.

Kooperation für Handelsdaten und Trading-Tools

Kunden von Blocksize Capital können künftig auch die von Trading Technologies bereitgestellten Daten einsehen und für ihre Handelsentscheidungen nutzen. Die automatisierten Trading-Tools von Trading Technologies sollen ebenfalls in das Angebot von Blocksize Capital integriert werden.

Der neue Partner aus den USA wird seinen Kunden ab Ende des Jahres im Gegenzug die von Blocksize Capital bereitgestellten Marktdaten anbieten.

Kopie eines bewährten Geschäftsmodells

Für Blocksize Capital ist die Expansion auf den US-Markt ein wichtiger Schritt. Das Unternehmen will für Krypto-Anlagen das bereits im klassischen Finanzbereich erfolgreiche Geschäftsmodell als Anbieter von Marktdaten und Handels-Tools umsetzen. Blocksize Capital-Geschäftsführer beschreibt die Vision seines Unternehmens wie folgt:

“Blocksize Capital hat ein ehrgeiziges Ziel: professionelle Werkzeuge für Händler und Vermögensverwalter bereitzustellen, damit diese und ihre Kunden digitale Vermögenswerte auf die gleiche Weise wie traditionelle Anlageklassen verwalten können.”

In Deutschland versorgt Blocksize Capital bereits den Anbieter von webbasierten Finanzmarkt-Infodiensten financial.com mit seinen Live-Daten. Trading Technologies ist durch Partnerschaften mit Krypto-Größen wie BitMEX bereits gut aufgestellt.

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MoneyGram hat Ripple Investitionen nach SEC-Beratung umdeklariert

Laut neuen Dokumenten der amerikanischen Börsenaufsicht SEC hat das Blockchain-Unternehmen Ripple seit seiner ersten Investition aus dem Juni 2019 weitere beträchtliche Summen an den Zahlungsdienstleister MoneyGram getätigt.

Wie aus einem Bericht der Financial Times vom 28. Februar hervorgeht, hatte MoneyGram diese Gelder zunächst als Einnahme deklariert, ehe eine Beratung durch die SEC erfolgt ist.

Investitionsgelder wurden umdeklariert

Aus den jüngsten Dokumenten wird ersichtlich, dass Ripple im dritten und vierten Quartal 2019 insgesamt 11,9 Mio. US-Dollar in MoneyGram investiert hat, wobei diese Gelder als „Gebühr für die Marktentwicklung von Ripple“ gekennzeichnet sind.

Dementsprechend wurden die Gelder in den Umsatz des Zahlungsdienstleister eingerechnet, aber nachdem eine Beratung durch die SEC erfolgt ist, hat MoneyGram die 2,4 Mio. US-Dollar aus dem Q3 2019 und die 8,9 Mio. US-Dollar aus dem Q4 2019 umdeklariert. So heißt es:  

„Als das Unternehmen seinen vorläufigen Geschäftsbericht für das vierte Quartal eingereicht hatte, waren die von Ripple gezahlten Gelder als Umsatz gekennzeichnet, was schon im dritten Quartal so gehandhabt wurde. Durch die anschließende Änderung wurden die Begünstigungen von Ripple mit den Betriebskosten gegengerechnet und sind damit nicht länger als Einnahme erfasst.“

„Gebühr“ für die Marktentwicklung von Ripple

Cointelegraph hatte vergangene Woche erstmals von den Ripple Investitionen in MoneyGram berichtet. In einem anderen SEC-Dokument hatte MoneyGram in diesem Zusammenhang genauer erklärt, welche Absicht hinter der Investition steckt:

„MoneyGram wird von Ripple finanziell dabei unterstützt, Liquidität für den Fremdwährungshandel über die Ripple Blockchain zu schaffen. Wir gehen davon aus, dass diese Partnerschaft unsere Kapitalanforderungen deutlich verringern wird und dadurch für zusätzlichen Umsatz und Cash Flow sorgt.“

Brad Garlinghouse, der Geschäftsführer von Ripple, hatte zuvor in einem Interview eingestanden, dass Unternehmen durchaus mit Investitionsgeldern „geködert“ werden, um die Blockchain-Plattform für ihre Zahlungsabwicklungen zu nutzen.

Dahingehend bestätigte er auch, dass der Verkauf der firmeneigenen Kryptowährung XRP eine wichtige Voraussetzung für Ripple ist, um Profit machen zu können.

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Von Peter Thiel gestütztes Startup will Texas zum Hotspot für Krypto-Mining machen

Alex Liegl, der CEO des Mining-Unternehmens Layer1 Technologies, ist der Überzeugung, dass der amerikanische Bundesstaat Texas, „für große Unternehmen, die günstigsten Strompreise der Welt“ anbieten kann.

Layer1 hat vor knapp zwei Wochen im westlichen ihren Mining-Betrieb aufgenommen, wobei mehrere 2,5-Megawatt starke Rechner online gegangen sind. Bis 2022 will Layer1 für 30% der gesamten Hashrate von Bitcoin (BTC) verantwortlich sein.

Der Bundesstaat Texas ist in den USA der größte Produzent von Windenergie, der mehr Windkraft produziert als der zweit-, dritt- und viertgrößte Staat zusammengenommen. Wäre Texas ein eigenes Land, dann wäre es weltweit der fünftgrößte Produzent von Windkraft.

Obwohl durch diesen Umstand auch viel günstiger Strom für Krypto-Mining bereitsteht, hat die Branche bisher größtenteils einen Bogen um den US-Staat gemacht, da hier im Sommer besonders hohe Temperaturen erzielt werden. Um dieser Hitze entgegenzuwirken, sind die Mining-Rechner von Layer1 in große Container eingelassen, die mit einer nicht leitenden Flüssigkeit befüllt sind.

„Wenn wir unsere Prozessoren mit Luft kühlen würden, würden sie verglühen“, wie Liegl diese Überlegung gegenüber Forbes erklärt.

Layer1 will Mining im Sommer aussetzen

Im Oktober 2019 konnte Layer1 50 Mio. US-Dollar Investitionskapital einsammeln, wobei der Deutsche Peter Thiel nebst der Digital Currency Group und Shasta Ventures zu den Hauptinvestoren gehört.  

Durch die Finanzspritze war Layer1 in der Lage, ein Umspannwerk aufzukaufen, das im westlichen Texas beheimatet ist und bis zu 100 Megawatt umsetzen kann. Im Zuge dieser Übernahme ist der Firmenwert auf 200 Mio. US-Dollar gestiegen.

Die steigenden Strompreise im Sommer will sich Layer1 ebenfalls zu Nutze machen, da der eigene Strom bei Bedarf in das Hauptnetz eingespeist werden kann, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Auch Northern Bitcoin AG will in Texas minen

Im Januar hatte die Whinstone, eine Tochter der in Frankfurt (a.M.) ansässigen Northern Bitcoin AG, angekündigt, dass sie eine Partnerschaft mit dem japanischen Internetanbieter GMO und dem Finanzdienstleister SBI eigegangen ist, um Transaktionen über ihr in Texas gelegenes Rechenzentrum abzuwickeln.  

Das Rechenzentrum von Whinstone soll eine Kapazität von 300 Megawatt haben und bis 2021 auf 1 Gigawatt ausgebaut werden.

Damit hätte die Mining-Anlage von Whinstone die 3-fache Leistungsfähigkeit des Bitmain-Rechenzentrums im gleichen Ort. Bitmain ist der weltweit größte Mining-Anbieter.

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