Beiträge

Nach dem Hype: Der Status quo von Cannabis-Währungen

Cannabis ist ein Betäubungsmittel, das aus der gleichnamigen Pflanze hergestellt wird. Es ist in einigen Ländern und in einigen Bundesstaaten der USA legalisiert. Bitcoin ist in der Cannabis-Industrie eine Möglichkeit, um sichere und anonyme Zahlungen zu leisten. Es gibt jedoch auch viele Cannabis-Kryptocoins, mit denen Cannabis mit dem Wert eines Coins gekauft werden kann. Solche Alt-Coins haben Cannabis als Reserve, so dass sie nicht nur als Bitcoin für Cannabis, sondern auch für andere Waren verwendet werden können. Ein Blick auf die Geschichte von fünf Cannabis-Token: Was ist aus dem Hype geworden?

Ein Gastbeitrag von Reiner Schmidt: Heute Rentner, Künstler und Hobby-Astrologe möchte der gelernte Bankkaufmann, Alt-Hippie, Globetrotter und langjährige Qualitätsmanager einen ganz anderen, ungewohnten Blick auf Krypto, Blockchain und die neue Zeit werfen.

Cannabis und Kryptowährungen

Die Bereiche Cannabis und Kryptowährung haben in den letzten Jahren beide sowohl einen enormen Aufschwung erlebt als auch massive Einbrüche hinnehmen müssen. Es ist kein Geheimnis, dass die Marihuana-Industrie im Laufe der Jahre behindert wurde. Ein wichtiges Problem dabei ist die relative mangelnde Bereitschaft der Finanzinstitute, mit Cannabishändlern Geschäfte zu machen.

Neue Kryptowährungen könnten es der Cannabisindustrie jedoch endlich ermöglichen, ihr wahres finanzielles Niveau zu erreichen. Und natürlich würde die Kryptowährung auch massiv von einer „Zusammenarbeit“ profitieren. Schließlich würde der Cannabismarkt einen unglaublich zuverlässigen und stetigen Kundenstrom bieten.

Versierte Unternehmen haben dies schon seit einiger Zeit gesehen und digitale Währungen speziell für den „Gras-Markt“ geschaffen.

Fünf Krypto-Cannabis-Coins erregten in der Vergangenheit bereits viel Aufsehen. Der Krypto-Raum ist jedoch unglaublich volatil, auch weil Hunderte von Coins und Token verfügbar sind. Wahrscheinlich werden 99 Prozent davon scheitern. Ob die oben erwähnten „Gras-Coins“ dazugehören?

PotCoin (POT)

Dieser im Januar 2014 eingeführte Cannabis-Coin ist eine der am längsten laufenden. Es sind derzeit 420 Millionen PotCoins im Umlauf. Die Währung begann jedoch relativ langsam. Nachdem im April 2014 eine Marktkapitalisierung von 1 Million US-Dollar erreicht worden war, fiel sie innerhalb eines Monats auf 244.000 US-Dollar.

Viele Experten glaubten damals, dass PotCoin bis Ende 2018 0,45 US-Dollar und bis Ende 2022 0,60 US-Dollar erreichen würde. Bis Dezember 2018 war er nur noch 0,012 US-Dollar wert. Während Bitcoin und andere wichtige digitale Währungen sich erholten, tat PotCoin dies nie. Er bleibt bei 0,0109 US-Dollar stecken, mit einem kurzen Ausreißer auf 0,027 US-Dollar im April 2019.

CannabisCoin (CANN)

CannabisCoin kam nur wenige Monate nach PotCoin. Er hatte ein ähnliches Ziel: Transaktionen für medizinische Marihuana-Apotheken zu vereinfachen. Es wurde vorgeschlagen, ein supereinfaches Umtauschverhältnis von Kryptowährung zu tatsächlichem Marihuana bereitzustellen. Für bestimmte Sorten von medizinischen Marihuana- und Cannabis-Präparaten man beispielsweise CANN mit einer Rate von 1 Token zu 1 Gramm umtauschen.

Wie andere Krypto-Cannabis-Coins zu dieser Zeit profitierte CANN von der Legalisierung von Marihuana in Kalifornien. Die meisten Experten sahen ihn bis Ende 2018 nicht weit über 0,30 US-Dollar hinaus handeln. Sie prognostizierten für 2022 einen Wert von rund 0,37 US-Dollar– und lagen damit völlig daneben.

CannabisCoin fiel im März 2018 um über 90 Prozent auf nur 0,03 US-Dollar. Innerhalb von 12 Monaten betrug sein Wert nur 0,005 USD. Er sah zum Scheitern verurteilt aus, hat sich aber in der Zwischenzeit leicht erholt. Heute ist eine CannabisCoin 0,011 US-Dollar wert, was praktisch dem Niveau von PotCoin entspricht. Es sind 106 Millionen Token im Umlauf.

Paragon Coin (PRG)

Paragon Coin war wohl der aufregendste Krypto-Cannabis-Coin des Jahres 2018, da ernsthafte Star-Power ihn unterstützte. Die Tech-Unternehmerin und ehemalige Miss Iowa, Jessica Versteeg, gründete die Währung. Sie engagierte dann die Hilfe von Rapper The Game. Zu dieser Zeit waren 100 Millionen PRG-Token im Umlauf. Außerdem wurde jede der 70 Millionen, die ursprünglich beim ICO verfügbar waren, sofort abgenommen.

Der Einführungspreis für PRG wurde ursprünglich auf 0,75 US-Dollar festgelegt. Die Währung verzeichnete jedoch einen fast sofortigen Anstieg. Nachzügler mussten 1,55 Dollar für einen einzelnen Token bezahlen. Versteeg erwartete, dass der ICO weit über 50 Millionen US-Dollar einbringen würde. Diejenigen, die früh investierten, dachten wahrscheinlich, sie setzten auf einen Gewinner.

Leider war es eine katastrophale Investition. Bis Januar 2018 hatte PRG einen Wert von 0,778 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von 50,5 Millionen US-Dollar. Sein Zusammenbruch war nicht so dramatisch wie bei den ersten beiden auf der Liste, aber er geschah trotzdem. PRG fiel im April 2018 auf 0,21 US-Dollar, und bis Ende dieses Jahres war eine PRG nur noch 0,09 US-Dollar wert. Er hat sich nicht erholt und ein einzelner Coin ist jetzt 0,027 US-Dollar wert. Die Marktkapitalisierung beträgt nur noch magere 608.000 US-Dollar mit 22,27 Millionen im Umlauf befindlichen Token.

Die Prognose für PRG Ende 2018 lag bei 1,41 US-Dollar. Einige Experten prognostizierten, dass er langfristig gut abschneiden wird und legten bis Ende 2022 einen potenziellen Wert von 4,07 USD fest. Es war aber absehbar, dass dies nicht passieren wird: Paragon Coin hatte keine Substanz, der Kurs stieg allein aufgrund des Hypes. Nun ist das Projekt bankrott.

HempCoin (THC)

Insider glaubten, dass HempCoin 2018 die Nummer 1 unter den Krypto-Cannabis-Coins werden würde. Er hatte in dem damaligen traditionellen Canna-Coin-System ein faszinierendes neues Konzept. HempCoin konzentrierte sich nicht auf die allgemeine Bevölkerung und kaufte damit Marihuana. Stattdessen war er ausschließlich für die Landwirtschaft und medizinische Apotheken.

Die sogenannte Farm-Richtlinie von 2018 wurde ein Jahr später zum Gesetz. Es schien, dass HempCoin das bedeutendste langfristige Potenzial aller Krypto-Coins hatte. Bis Januar 2018 betrug die Marktkapitalisierung von HempCoin 122,8 Millionen US-Dollar und jeder THC-Token hatte einen Wert von 0,53 USD.

Einige Experten hatten einen Anstieg auf 2,73 USD bis Ende 2018 und 11,44 USD bis Ende 2022 prognostiziert. Doch es kam anders. Innerhalb von drei Monaten fiel der Kurs für HempCoin auf nur 0,04 US-Dollar. Er erholte sich kurzzeitig auf 0,10 US-Dollar, ist aber jetzt bei 0,003 USD praktisch wertlos. Es sind 253 Millionen THC-Token im Umlauf, obwohl zu bezweifeln ist, dass viele Leute welche kaufen werden.

CannaCoin (CCN)

CannaCoin wurde am 28. März 2014 gestartet. Ähnlich wie Bitcoin verwendete er die Peer-to-Peer-Technologie und lief auf einer dezentralen Blockchain-Plattform. Bis Januar 2018 gab es einen Umlaufvorrat von 4,7 Millionen Token. Der Coin schien schon früh gescheitert weil das Unternehmen keine innovativen Ideen bekannt gab.

Es gab jedoch eine Hoffnung, dass die Legalisierung von Marihuana in Kalifornien CCN mehr als jeder andere Token auf dieser Liste helfen würde. Warum? Eine große Anzahl von Apotheken im Bundesstaat hat CannaCoin bereits akzeptiert und war damit vertraut. Das Fehlen von Fiat-Bankensystemen für diese Geschäfte bedeutete, dass CCN eine Chance zu haben schien.

Im Januar 2018 betrug die Marktkapitalisierung von CCN nur 2,14 Millionen US-Dollar, wobei jeder Token 0,457 US-Dollar wert war. Im Januar 2017 betrug die Marktkapitalisierung rund 55.000 US-Dollar, und ein CCN war 0,011 US-Dollar wert. Die meisten Experten haben nicht gesehen, dass es über 0,50 US-Dollar hinausgeht. Komischerweise äußerten sich einige optimistischer und prognostizierten, dass der Coin in ein paar Jahren die Top 10 erreicht.

Heute ist er eine „tote“ Währung. Bis Ende 2018 war er mit 0,00003 USD bereits wertlos. In einigen Charts liegt der Wert bei 0,000001 USD, aber die meisten Börsen handeln nicht mehr damit.

Abschließende Gedanken zu Crypto Cannabis Coins

Die fünf oben genannten Token wurden vor zwei Jahren massiv gehypt. Unzählige Investoren hatten sich beim Krypto-Crash Anfang 2018 die Finger verbrannt.

Im Jahr 2020 glauben einige immer noch an PotCoin, HempCoin und CannabisCoin. Allerdings hat nur PotCoin eine Marktkapitalisierung von über 1 Million US-Dollar. Derzeit ist es schwierig, eine digitale Währung im Zusammenhang mit Cannabis zu empfehlen. Eine solche Investition birgt ein immenses großes Risiko. DYOR bleibt das oberste Gebot.

Anzeige

ArbiSmart Wallet bietet bis zu 45% Zinsen pro Jahr

Machen sie mit Ihrem Tag weiter, während Ihr Geld für Sie arbeitet

Hinterlegen sie Krypto oder Fiat in der EU-lizenzierten und regulierten verzinslichen Geldbörse von ArbiSmart. Verdienen Sie ein passives Einkommen. Abhängig von ihrer gewählten Währung, ihrem Einzahlungsbetrag und ihrem Kontotyp können sie bis zu 45% Zinsen pro Jahr verdienen.

Kostenloses Konto eröffnen

Anzeige

auf btc-echo lesen

Österreichische Firmen lancieren Blockchain-Lösung für Metallindustrie

Zwei österreichische Unternehmen wollen der europäischen Metallindustrie unter die Arme greifen. Denn anstelle von Papierbergen versprechen RIDDLE&CODE und S1Seven eine digitalisierte Zertifizierung per Blockchain.

Die beiden Tech-Firmen RIDDLE&CODE und S1Seven haben ihr Know-how in einer Blockchain-Lösung für die Weitergabe von Metallzertifikaten gebündelt. Nach eigenen Angaben wollen die Unternehmen aus Österreich damit auf das Papierchaos in der streng regulierten Metallverarbeitungsindustrie antworten. Die Kooperation verspricht derart, die Nachverfolgbarkeit von Metallerzeugnissen aus Europa zu verbessern.

In einer Pressemitteilung vom 13. Juli gibt das Unternehmen Einblick in den jetzigen Stand der Bürokratisierung innerhalb der Branche. Um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, tauschen 500 europäische Stahlproduktionsorte und 500.000 Metallverarbeiter demnach jährlich 100 Millionen Papierzertifikate aus. Da die Dokumente nicht maschinell gelesen werden können, stufen die Kooperationspartner das Betrugs- und Fälschungsrisiko in diesem Bereich als hoch ein. Eine Blockchain-Lösung scheint da wie gerufen.

RIDDLE&CODE und S1Seven bündeln Blockchain-Know-how

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen sieht die Einrichtung eines Blockchain-basierten Beglaubigungsdienstes vor. Metallprodukte sollen dadurch mit einer digitalen, fälschungssicheren Identität versehen werden. Das geplante System erlaubt, jeden Produktionsschritt nachzuverfolgen. Zertifikatsaustausch und Qualitätsprüfung können dadurch papierlos abgewickelt werden.

Beide Unternehmen sind indessen keine Neulinge im Blockchain-Sektor. Denn S1Seven arbeitet schon seit längerem an der Digitalisierung von Qualitätsdaten für Stahl. Das Projekt mit dem Namen Steel But Smart erhielt vor wenigen Monaten sogar den Austrian Blockchain Award. RIDDLE&CODE hat in Sachen Blockchain unterdessen Erfahrungen in der Schweizer Bankenbranche sowie Kooperationen mit Daimler und Deloitte vorzuweisen. Hierzu Alexander Koppel, CEO des Unternehmens:

Unsere Expertise rund um Blockchain-basierte Hardware, Software und digitale Identitäten ermöglicht es uns, eine unangreifbare Verbindung zwischen den Produkten der Metallindustrie und ihren Qualitätsdaten herzustellen.

Die Kooperation der beiden Unternehmen sieht folglich eine Integration der Blockchain-Technik von RIDDLE&CODE mit Steel But Smart vor.

Metall kommt auf die Kette

Die Kooperation aus Österreich ist indessen nicht das einzige Projekt, das die Blockchain für transparentere Lieferketten in der Metallindustrie nutzbar machen will. Mit der Mining and Metals Blockchain Initiative entstand zu diesem Zweck beispielsweise ein branchenübergreifendes Konsortium. Der Zusammenschluss steht unter der Schirmherrschaft des Weltwirtschaftsforums, die Nachverfolgung der Lieferketten soll dabei sowohl einen ökonomischen Nutzen erzielen, als auch eine bessere Nachverfolgung des C02-Austosses gewährleisten.

Mit MineHub hat sich zudem eine weitere Blockchain-Plattform etabliert, die ähnliche Zwecke verfolgt. Der Bergbaukonzern BHP Group nutzte die Plattform im Mai für eine millionenschwere Eisenerztransaktion.

auf btc-echo lesen

Lieferkettengesetz: Von wegen Innovation – Altmeier tritt auf die Bremse

Die Blockchain-Technologie kann nicht alle Probleme lösen. Doch dass mit ihr vor allem Lieferketten überwacht werden können, macht sie zu einem mächtigen Instrument im Kampf gegen umwelt- und menschenverachtende Wertschöpfungsketten. Eigentlich.

Der hohe Lebensstandard des globalen Nordens basiert in weiten Teilen auf der Ausbeutung wirtschaftlich benachteiligter Menschen und Regionen. Was Menschenrechtsaktivisten seit Jahrzehnten anprangern, scheint nun langsam auch nach Berlin durchgedrungen zu sein. Die 2016 im Rahmen des „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP) festgelegte Selbstverpflichtung von Unternehmen, bis 2020 eigenverantwortlich die Einhaltung von Sozial- und Umweltschutzstandards entlang der Wertschöpfungskette zu überwachen, hat sich jedoch – die freiwillige Frauenquote lässt grüßen – als Feigenblatt erwiesen.

Welchen Platz ethische Belange auf der Prioritätenliste deutscher Großunternehmen einnehmen, das hat die letzte Stichprobenkontrolle des Auswärtigen Amtes mittlerweile zum zweiten Mal zur Shit-Schau gestellt. Die Behörde befragte 2.200 der über 7.400 Unternehmen, die den NAP bis 2020 umsetzen wollten, nach ihren Fortschritten.

NAP-Kontrolle: Weniger als 50 Prozent der Unternehmen engagieren sich für ethische Arbeitsbedingungen

Das Ergebnis: Gerade einmal 455 Unternehmen lieferten verwertbare Antworten. Weniger als die Hälfte der Firmen erfüllten demnach ihre Verpflichtung, für eine ethisch vertretbare Lieferkette zu sorgen. „Enttäuschend“ nannte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) das Ergebnis – und drückt sich dabei noch diplomatisch aus.

Vor diesem Hintergrund scheint der Vorstoß der Bundesregierung sinnvoll, Unternehmen mit einem Sorgfaltspflichtengesetz, wie es am 14. Juli vorgeschlagen wurde, enger an die Kandare zu nehmen – und bei Verstößen auch haftbar zu machen.

Erwartungsgemäß heftig fällt die Reaktion der Arbeitgeberseite auf den Entwurf zum Lieferkettengesetz aus. Gegenüber dem Online-Magazin enorm macht die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber deutlich, was sie von dem Vorstoß hält:

Ein Gesetz, das Haftung von Personen und Firmen aus Deutschland für das Verhalten unabhängiger Dritter im Ausland begründet, ist absurd. Global tätige deutsche Großkonzerne haben allein in der allerersten Stufe ihrer Lieferkette weit über 100.000 Zulieferer, die sich in den weiteren Stufen zu Millionen aufaddieren.

Die mit dem Lieferkettengesetz verbundene Dokumentationspflicht- und Haftungspflicht sei deshalb, so die BDI gegenüber enorm weiter, eine unzumutbare Belastung für Unternehmen.

Ganz anders sieht das dagegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Gegenüber dem Deutschlandfunk bricht die SPD-Politikerin eine Lanze für das geplante Lieferkettengesetz:

 Bestimmte Sorgfaltspflichten muss man doch auch von Unternehmen verlangen können. Die wissen doch, wo ihre Produkte herkommen. Sie haben ein Management-System in ihrem ganzen Bereich, was die Qualität der Produkte überwacht, und zur Qualität der Produkte gehört auch, dass sie unter fairen Bedingungen hergestellt werden und dass nicht die Umwelt dafür leidet. Das macht die Qualität eines Produktes aus. Wenn man die restliche Qualität überprüfen kann, dann muss es doch auch möglich sein, das mit zu überprüfen.

Altmeier drückt auf die Bremse

Die Wahrheit liegt, wie sooft, zwischen den Extremen. Denn so einfach, wie es Ministerin Schulze suggeriert, ist die Gewährleistung einer sozial- und umweltverträglichen Wertschöpfungskette für die Unternehmen nicht. Die Überwachung von global kaskadierenden Lieferketten bedeutet zweifelsfrei eine enorme Herausforderung für Unternehmen. Nicht zuletzt wegen Corona, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handelsverband Deutschland (HDE) in einer gemeinsamen Pressemitteilung zum geplanten Lieferkettengesetz monieren:

Der im Zusammenhang mit dem NAP-Prozess diskutierten Idee der Einführung eines nationalen deutschen Sorgfaltspflichtengesetzes erteilen wir eine Absage. Der internationale Handel und die Lieferkettenbeziehungen durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus sind bereits größtenteils erschwert, wenn nicht sogar zum Erliegen gekommen. […] Es müssen nationale Sonderwege mit nationalen Belastungen vermieden werden, um die ohnehin schwierige Wirtschafts-Erholung nicht noch mehr zu verzögern

Dabei ist es nicht so, als stünde die Technologie zur Bewältigung dieser Herausforderung nicht schon längst in den Startlöchern. Die Blockchain mag kein Allheilmittel sein – doch für logistische Anwendungsfälle und die Überwachung von Lieferketten scheint die Technologie geradezu prädestiniert. So gehört die Logistik-Branche nicht umsonst zu den Bereichen, in denen besonders intensiv an Blockchain- und anderen Distributed-Ledger-Technologien geforscht wird. Zwar lassen sich Containerinhalte besser verfolgen als die Wahrung von Menschenrechten; doch auch in diesem Belang gibt es bereits Vorstöße – auch aus Deutschland.

Lieferkette mit menschlichem Antlitz – Dank Blockchain

So gab der deutsche Autobauer Daimler kürzlich seine Kooperation mit dem britischen Blockchain-Start-up Circulor bekannt. Die Zusammenarbeit dreht sich um die Förderung von fair produziertem Kobalt. Die seltene Erde kommt unter anderen in Autobatterien zum Einsatz und wird oft unter menschenunwürdigen Bedingungen geschürft. BMW hat bereits im Juli 2019 angekündigt, für seine Produktionslinie 2020/21 ausschließlich Kobalt aus ethisch vertretbaren Quellen zu verwenden.

Auch in der Textil– und Lebensmittelindustrie – beide nicht gerade für Skandalfreiheit bekannt – haben sich bereits diverse Pilotpartnerschaften formiert, um Wertschöpfungsketten mit menschlichem Antlitz zu erschaffen.

Wer aus diesen Vorstößen jedoch die Hoffnung destilliert, dass sich der Gesetzgeber nun unter Hochdruck an die Förderung von Blockchain- beziehungsweise DLT-Konzepten setzt, hat die Rechnung ohne Wirtschaftsminister Altmaier gemacht. Dieser warnt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vor Aktionismus:

Schnellschüsse verbieten sich bei so wichtigen Themen wie diesem. [Menschrechte auch im Ausland beachten] die allermeisten, Deutschland ist hier bereits Vorreiter in Sozial-, Arbeits- und Umweltstandards,

lässt der Bundeswirtschaftsminister über eine Sprecherin verlauten. Die desaströsen Ergebnisse der NAP-Kontrolle scheinen den CDUler dabei kaum zu beeindrucken. Bei Altmaier scheint das Credo „Don’t trust, verify“ bestenfalls in seiner Umkehrung Anwendung zu finden.

auf btc-echo lesen

Blockchain-Netzwerk in Singapur: JP Morgan greift um sich

Die Währungsbehörde in Singapur ist bereit, mit ihrem Blockchain-Zahlungsnetzwerk live zu gehen. Und hat dabei Unterstützung von JP Morgan.

Dass Großbanken wie JP Morgan nicht gerade zu den Befürwortern von Bitcoin und anderen Kryptowährungen gehören, hindert sie nicht daran, mit der Blockchain-Technologie zu experimentieren. Schließlich haben sie es hier mit einer Technologie zu tun, die Verwaltungsprozesse – gerade im Finanzbereich – effizienter werden lassen kann. Bereits im vergangenen Jahr wurde in diesem Zusammenhang bekannt, dass JP Morgan den JPM Coin herausbringt. Gemeinsam mit dem Londoner Start-up Aztec entwickelten sie eine eigene Blockchain auf Ethereum-Basis: Quorum. Diese dürfte ihren Wirkungsbereich bald um einiges vergrößern.

Singapur schließt Testlauf erfolgreich ab

Denn die Währungsbehörde von Singapur (Monetary Authority of Singapur) hat den letzten Testlauf für ihr Blockchain-basiertes Zahlungsnetzwerk abgeschlossen. Dieses baut auf der Technologie auf, die JP Morgan bereitstellt.

Wie die Währungsbehörde am 13. Juli in einer Pressemitteilung verlauten lässt, hat sie ihr Projekt mit dem Namen Ubin bereits 2016 gestartet. Zunächst sei es darum gegangen, die Nutzungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie im Clearing und Settlement von Zahlungen und Wertpapieren zu testen.

Nun sei das Projekt für eine kommerziele Nutzung bereit, so Sopnendu Mohanty, Chief Fintech Officer der Zentralbank. Die Testphase sei weiter in insgesamt fünf Phasen verlaufen. In den ersten beiden Phasen habe man zunächst die technologische Infrastruktur aufgebaut. In den nächsten beiden Phasen habe man dann daran gearbeitet, die Interoperabilität von Blockchain-basierten Netzwerken auszubauen.

Nächste Phase: Kommerzielle Anwendbarkeit

An der Entwicklung des Prototypen war die Investment-Firma Temasek sowie JP Morgan beteiligt. Es basiert auf Quorum und ist damit sowohl an das Interbank Information Network als auch an den JPM Coin angeschlossen. Das Ubin-Netzwerk nutze die Technologie des JPM Coins dazu, Funktionen zu unterstützten, die den Austausch mehrer Währungen möglich mache, so heißt es im zugehörigen Bericht.

Die Blockchain-Technologie hat ein großes Potenzial für die Umgestaltung von Unternehmen und die Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Phase 5 von Projekt Ubin hat die kommerzielle Anwendbarkeit, die Durchführbarkeit und die Vorteile der Blockchain-Technologie über die Kapitalmärkte und die Handelsfinanzierung hinaus branchenübergreifend demonstriert. Dies bestätigt Temaseks Bemühungen bei der Erforschung und dem Aufbau von Blockchain-Lösungen mit den Schwerpunkten digitale Identität, digitale Währungen und Tokenisierung von Finanzanlagen. Wir freuen uns darauf, die Kommerzialisierungsbemühungen zu unterstützen, die vom Projekt Ubin und anderen Anwendungsbereichen ausgehen, um eine größere Verbreitung der Blockchain-Technologie voranzutreiben.

Mr Chia Song Hwee, Deputy Chief Executive Officer, Temasek

In der letzten, nun abgeschlossenen Phase, habe man mit dem Prototypen bereits erste Testzahlungen mit verschiedenen Währungen durchgeführt. Ein entsprechendes Netzwerk, wie es sich derzeit im Entstehen befinde, sei dazu in der Lage, schnellere und günstigere Transaktionen als gewöhnliche grenzüberschreitende Zahlungen durchzuführen.

JP Morgan und das Bitcoin-Ökosytem

JP Morgan scheint immer mehr auf Tuchfühlung mit dem Bitcoin-Ökosystem zu gehen. Hatte Geschäftsführer Jamie Dimon Bitcoin einst noch als „Fraud“, einen Betrug, bezeichnet, war in diesem Jahr bereits das zuvor Undenkbare geschehen: JP Morgan hat zwei Bitcoin-Börsen als Kunden akzeptiert. Sowohl Coinbase als auch Gemini zählen seitdem zu den Konteninhabern bei der US-Bank.

auf btc-echo lesen

Hafen von Rotterdam testet Containerabfertigung per Blockchain-App

Seit Tag Eins gehören Automatisierung und Beschleunigung zu den wesentlichen Wertversprechen der Blockchain-Technologie. Der Hafen von Rotterdam macht diese nun bei der Abfertigung von Containern geltend.

Der Rotterdamer Hafenbetrieb hat am 9. Juli ein Pilotprojekt gestartet, dass die Abfertigung von ankommenden Gütercontainern enorm beschleunigen soll. Europas größter Hafen greift dafür auf eine Blockchain-App zurück. Diese stammt aus der Feder des Antwerpener Blockchain-Start-ups T-Mining.

Laut der zugehörigen Pressemeldung beteiligen sich diverse Größen aus Schifferei und Logistik an dem Pilotprojekt. Dazu zählen beispielsweise Hapag-Lloyd, MSC, ONE-Line und MA-CGM. Die Länge dieser Testphase ist zunächst auf drei Monate angesetzt. Laut Emile Hoogsteden, Geschäftsführer für Wirtschaft und Handel beim Hafenbetrieb Rotterdam, soll der Einsatz der Secure Container Release-App den Hafen „intelligenter, schneller, effizienter und sicherer“ machen.

Token statt Geheimzahl

Das Hafenpersonal in Rotterdam bringt täglich hunderte Container an Land. Diese müssen in einem System erfasst und verarbeitet werden. Erst danach können Spediteure Transportunternehmen beauftragen, die die Güter weiter ins Europäische Inland transportieren. Bei der Cointainerabfertigung handelt es sich also um einen Prozess, der eine Vielzahl an Kooperationspartnern und zahlreiche Verarbeitungsschritte umfasst. Der Hafen ließ die dabei anfallenden Kommunikationsschritte bis lang über die manuelle Weitergabe einer Geheimzahl regeln. Dieses Vorgehen war jedoch anfällig für Fehler und Betrug. Dank der Blockchain könnte hier folglich einiges anders werden.

Denn die App von T-Mining ersetzt die Geheimzahl durch einen kryptographischen Token, auf dem die Freigaberechte für einen Container abgebildet sind. Beim Abfertigungsprozesses lässt sich dieser Token über eine Blockchain-Plattform von einer Partei zur nächsten weiterreichen. Dank der Krypto-Technologie ist dabei weder das Kopieren noch der Diebstahl des Token möglich. Der Einsatz der Blockchain beschleunigt den Hafenbetrieb somit nicht nur, gleichzeitig macht er ihn auch sicherer.

Die Blockchain-App zeichnet sich ferner dadurch aus, dass niemand Einblick darin hat, welche Parteien zuvor im Besitz des Token waren. So bleibt die die Vertraulichkeit von Handelsbeziehungen gewahrt.

TradeLens-Netzwerk verbindet Blockchain und Schifffahrt

Die neue App für die Containerabfertigung ist indessen nicht das einzige Blockchain-Projekt an dem der Hafen von Rotterdam beteiligt ist. Denn die Niederländer riefen bereits im September 2017 ein eigenes Blockchain Research Lab ins Leben. Darüber hinaus beteiligt sich der Hafen ebenfalls am TradeLens-Netzwerk, das von IBM und dem Logistikriesen Maersk ins Leben gerufen wurde.

Das Ziel des Netzwerks besteht darin, Prozesse im weltweiten Handelsverkehr mit Hilfe der Blockchain zu automatisieren. Das Netzwerk konnte dabei bereits eine beachtliche Mitgliederzahl versammeln.  Denn neben Hapag-Loyd sind auch fünf der sechs größten Container-Reedereien an dem Projekt beteiligt. Im Jahr 2020 stieß nicht nur der Hafen von Salala zum Blockchain-Netzwerk, sondern mit Adanis Ports ebenfalls der größte private Hafenbetreiber Indiens.

auf btc-echo lesen

KfW verteilt 200 Millionen Euro über Blockchain-Plattform TruBudget

Die Deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) setzt auf die Blockchain-Technologie, um Entwicklungsprojekte in Georgien zu finanzieren.

Eine der größten Stärken der Blockchain-Technologie ist die Möglichkeit, Daten- und Geldströme transparent zu machen. Transparenz zählt wiederum zu den großen Herausforderungen, wenn es um die Verteilung von Fördergeldern geht. Das gilt besonders für Staaten, die unter Korruption leiden. Die Deutsche Förderbank KfW hat deshalb bereits 2017 damit begonnen, eine Blockchain-basierte Lösung für die Verteilung von Entwicklungshilfen zu schaffen. Herausgekommen ist dabei die Software TruBudget („Trusted Budget Expenditure“).

200 Millionen Euro, verwaltet über TruBudget Blockchain

TruBudget verbindet die Geber- und die Nehmerseite auf transparente und manipulationsresistente Weise. Dabei soll der ganze Prozess eines Entwicklungsprojekts – von Ausschreibung bis zur Verteilung der Gelder – für alle Beteiligten nachvollziehbar in einer Blockchain abgebildet werden.

Nun soll TruBudget auch in Georgien zum Einsatz kommen. Dort betreut die KfW Entwicklungsprojekte im Energiesektor, bei der kommunalen Infrastruktur, in der Berufsbildung sowie im Umweltschutz. Die Blockchain-Lösung, die bereits erfolgreich in Burkina Faso pilotierte, soll nun bei zwei Entwicklungsprojekten dafür sorgen, dass Fördergelder in Höhe von 200 Millionen Euro an ihren Bestimmungsort gelangen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Technologie-Beratungsunternehmens BearingPoint hervor, das an TruBudget mitwirkt. Darin erklärt Piet Kleffmann, Leiter der TruBudget Taskforce bei der KfW:

Der Einsatz von TruBudget erlaubt eine schnelle und sichere Umsetzung von Fördergeldern in den Partnerländern. Wir können auf der Plattform jeden Schritt mit dem Partner abstimmen. Dank der Blockchain ist dabei jede Entscheidung verbindlich und nachvollziehbar. So können wir auf einen Großteil der aufwändigen Maßnahmen der Risikovorsorge verzichten

Alexander Schmid, Executive Advisor bei Bearing Point sieht den Zeitpunkt gekommen, die Blockchain-Technologie aus der Hypephase in die Praxis zu überführen:

BearingPoint begleitet die Entwicklung und Einführung von praxisorientierten Anwendungen der Distributed-Ledger-Technologie mit unserer Expertise und unseren Teams. Innovation bedeutet gerade hier, die gehypten Technikutopien mit einem ganzheitlichen Verständnis des „Wie“ für die Kunden in wirtschaftlichen Nutzen zu übersetzen.

Georgien: Hidden Champion beim Bitcoin Mining

Während TruBudget in Georgien Anfang Juli sein Debut gegeben hat, wird in der Region bereits seit Jahren eifrig Bitcoin „geschürft“. Zeitweise sogar etwas zu eifrig, zumindest gemessen an den Energieressourcen des Landes. Vor allem im pseudo-autonomen Landesteil Abchasien wuchs der Energieverbruach durch das Bitcoin Mining auf ein solches Ausmaß, dass sich die Lokalregierung dazu genötigt sah, 15 Mining Farmen buchstäblich den Stecker zu ziehen.

auf btc-echo lesen

New York Times zieht Zwischenbilanz zum Blockchain-Pilotprojekt

Die New York Times hat in einem Pilotprojekt die Blockchain-Technologie für die Überprüfung von journalistischen Bildern eingesetzt – und für brauchbar befunden.

Nach knapp einem Jahr seit seiner Vorstellung ist „The News Provenance Project“ seiner Fertigstellung einen Schritt näher gekommen. Die von der US-amerikanischen Tageszeitung New York Times (NYT) in Zusammenarbeit mit IBM entwickelte Plattform soll die Verbreitung von Fake News unterbinden. Nun hat die NYT einen Prototypen präsentiert, der die Herkunft von journalistischen Fotos auf einer Blockchain nachvollziehbar möchte. Die Technologie soll den Missbrauch der Bilder in Fake-News-Artikeln verhindern und der Verbreitung von Falschinformationen über die Sozialen Medien entgegen wirken.

Konkret geht es dabei um die Speicherung der Metadaten eines Bildes. Dazu zählt neben der Urheberschaft auch der Zusammenhang, in dem ein Bild erstmals publiziert wurde. Welche Daten für die Leser besonders wichtig sind, versuchte die NYT in einem Pilotversuch zu ermitteln. Dabei kam ein stark vereinfachtes Modell des Netzwerks mit lediglich drei fiktiven Teilnehmern zum Einsatz: Eine Lokalzeitung, eine nationale Nachrichtenagentur und ein Soziales Netzwerk.

Für unseren Prototyp haben wir es sehr einfach gehalten. Alle möglichen Interaktionen zwischen den Netzwerkmitgliedern wurden in einem einzigen Smart Contract zusammengefasst. Nur eine andere Organisation musste die Interaktionen genehmigen, und jede Interaktion wurde automatisch genehmigt. Wenn beispielsweise die Local Gazette einen neuen Fotodatensatz auf der Blockchain erstellen wollte, musste sie die Genehmigung von National News einholen. Aber National News genehmigte die Transaktion automatisch, ohne den Wahrheitsgehalt oder die Genauigkeit zu überprüfen.

Vertrauen ist gut, Blockchain ist besser

Welche Metadaten der Leserschaft besonders wichtig sind, versuchte die NYT zuvor mittels einer Befragung in Erfahrung zu bringen:

Die Personen, die wir befragten, gaben an, dass sie nicht nur etwas über die Herkunft eines Fotos erfahren wollten, sondern auch die Veröffentlichungsgeschichte eines Fotos verstehen wollten, z.B. wo das Foto veröffentlicht wurde und welche Bildunterschriften für das Foto geschrieben wurden.

Aus dem Feedback der der insgesamt 34 Versuchsteilnehmer leitete die NYT einen Entwurf dafür ab, wie eine solche Metadaten-Bank für journalistische Fotos aussehen könnte:

Vorschlag zur Organisierung von Bild-Metadaten auf der Blockchain-Lösung der New York Times | Quelle: NYT

Darauf aufbauend unterbreitete die NYT dem Testteilnehmern Bilder aus einem konstruierten Social-Media-Feed. Die Fotos waren mit einem Hinweis versehen, der die Betrachter zur Kontrolle der Herkunft der jeweiligen Fotographie einlud:

In ihrem Fazit zu dem Blockchain-Experiment zeigt sich die NYT vorsichtig optimistisch. Die Metadaten hätten den Lesern effektiv dabei geholfen, die Authentizität eines Bildes zu überprüfen. Allerdings räumt die NYT ein, dass dem Projekt noch eine Reihe von großen Herausforderungen ins Haus steht. Zu den größten zähle demnach der Aufbau eines Netzwerks mit möglichst vielen teilnehmenden Organisationen.

Damit eine Blockchain-Lösung Wirklichkeit werden kann, müssen sich Nachrichtenorganisationen mit unterschiedlichen finanziellen und technischen Ressourcen beteiligen können. Wege zu finden, um die Eintrittsbarrieren zu senken, ist ein wesentlicher Bestandteil jeder zukünftigen Untersuchung.

heißtes dazu im aktuellen Blog-Post der New York Times zum Pilotprojekt.

Use Case Journalismus

Das der Aufbau eines solchen Netzwerks alles andere als trivial ist, hat beispielsweise das Krypto-Projekt Civil erfahren müssen. Trotz prominenter Partner wie dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes scheiterte Civil Ende 2018 mit seinem Initial Coin Offering (ICO).

Die New York Times und Forbes sind derweil nicht die einzige Nachrichtenorganisationen, die Leser mit der Blockchain-Technologie gegen die virulente Verbreitung von Fake News immunisieren möchte. Einen ähnlichen Vorstoß vermeldete zuletzt auch die größte Nachrichtenagentur Italiens, Agenzia Nazinale Stampa Associata (ANSA). Der ANSA geht es dabei auch um den Schutz der eigenen journalistischen Arbeit. So will die ANSA mittels einer Ethereum-basierten Blockchain-Lösung von Ernst & Young ihre journalistischen Inhalte deren Weg durchs Web nachverfolgen.

auf btc-echo lesen

Blockchain und KI: LG-Tochter testet Bezahlen mit Gesichtserkennung

LG CNS, die IT-Tochter des südkoreanischen Unternehmens LG führt eine neue Dimension des bargeldlosen Zahlens ein. Mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz (AI), Cloud-Servern und Blockchain-Technologie sollen Face-to-Face Zahlungen völlig kontaktlos möglich sein.

Wie die Korea IT Times am 23. April berichtete, testet LG CNS das neue Bezahlsystem bereits seit März in einem betriebsinternen Restaurant. Die Mitarbeiter bezahlen nach erfolgreicher Identifizierung über eine Gesichtserkennung automatisch und ganz ohne physischen Kontakt. Dafür führte das Unternehmen eine Blockchain-basierte Community-Währung ein.

Die berührungslose Bezahlmethode ist laut LG CNS nicht nur komfortabel. Überdies  könnte sie wertvolle Vorteile während der Corona-Pandemie bieten. Denn gegenüber anderen bargeldlosen Zahlungen etwa per Kreditkarte oder Mobiltelefon entfällt der physische Kontakt hier komplett.

Blockchain und künstliche Intelligenz

Dafür nutzt das neue Zahlungssystem ein mit künstlicher Intelligenz (AI) ausgestattetes Terminal. Mitarbeiter, die sich im Vorfeld bereit erklären, Kontoinformationen und Gesichtsdaten zu registrieren, können via Blick in die Kamera bezahlen. Sobald das System die Person via AI-Gesichtserkennungstechnologie identifiziert, erfolgt die Bezahlung. Dafür hat das Unternehmen eine Blockchain-basierte Community-Währung eingeführt. Bereits seit August 2019 verwendet LG CNS die eigene Blockchain-Plattform in Restaurants und Cafés in der Firmenzentrale in Magok.

Während vor allem Datenschützer die Nutzung biometrischer Daten immer wieder kritisch betrachten, sind in Zeiten von Corona sinnvolle Einsatzmöglichkeiten durchaus denkbar. Nach den bisherigen Erfahrungen der Testphase klappt die Identifizierung auch, wenn ein Mund-Nasenschutz das Gesicht verdeckt. LG CNS plant bereits, die Bezahl-Terminals mit Gesichtserkennung auch in anderen Geschäften in der Nähe des Firmensitzes zu installieren.

Lee Joon-won, Solution Business Development Manager bei LG CNS sieht die Zukunft für das neue Bezahl-System positiv:

„Es ist zu erwarten, dass die Blockchain-basierte Community-Währung von viel mehr Menschen verwendet wird, da sie komfortabler wird, wenn sie auf KI trifft. Wir haben auch andere als Face-to-Face Anwendungen hinzugefügt und werden die Blockchain-Technolgie, die die Transaktionszuverlässigkeit erhöht, in größerem Umfang einsetzen.“

auf btc-echo lesen

Minespider erhält EU-Funding für Lieferketten-Blockchain

Das Blockchain-Start-up Minespider hat 2,8 Millionen Euro für die Weiterentwicklung seiner Lieferketten-Blockchain erhalten. Das Geld stammt in Teilen aus dem EU-Förderprogramm Horizon 2020 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Minespider hat ein auf Ethereum aufbauendes Protokoll entwickelt, das der Überwachung von industriellen Lieferketten dient. Mittels eines digitalen „Passport“ können die Mitglieder einer Lieferkette die Herkunft und Produktionsweise der verwendeten Rohstoffe und Materialien kontrollieren. Dabei unterscheidet der Blockchain-basierte Rohstoff-Ausweis zwischen drei Daten-Ebenen, je nachdem, für wessen Augen die Informationen bestimmt sind. Neben öffentlich einsehbaren Daten unterstützt der Passport von Minespider auch die private Datenübermittlung: Manche Informationen können für alle Mitglieder der Lieferkette einsehbar sein, während andere nur für die Augen der direkten Handelspartner bestimmt sein können.

VW überwacht Blei-Lieferkette mit Minespider

Vor fast genau einem Jahr lancierte Minespider gemeinsam mit dem Autobauer Volkswagen ein Pilotprojekt für eine transparente Lieferkette von Blei. Offenbar mit Erfolg: Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, die BTC-ECHO vorliegt, erfasst das Projekt mittlerweile zwei Drittel der weltweiten Bleilieferungen an den Wolfsburger Autobauer.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele führende Unternehmen zusammenzubringen, um an der Nachverfolgbarkeit von Lieferketten zu arbeiten,

Minespider CEO Nathan Williams

freut sich Gründer und CEO Nathan Williams. Das frische Kapital soll nun dem Ausbau des Ökosystems dienen.

Jetzt, mit der Unterstützung der Europäischen Kommission und unserer Investoren, können wir die Plattform weiter skalieren und noch mehr Teilnehmer, die an unsere Vision transparenter und nachhaltiger Produkte glauben, integrieren.

Nathan Williams, CEO Minespider

Die Europäische Kommission scheint in Minespider ein im besten Sinne disruptives Potenzial zu erkennen. Im Rahmen des KMU-Förderprogramms Horizon 2020 hielt das Projekt durchweg Bestnoten.

Blockchain ist die neue Lieferkette

Die Lieferkettenüberwachung, neudeutsch Supply Chain Management, gehört zu den Bereichen, in denen die Blockchain-Technologie bereits ausgiebig erprobt wird. Die Corona-Krise könnte die Entwicklung dezentraler Lösungen zur Überwachung der Warenströme noch weiter antreiben.

Durch den erschwerten physischen Kontakt werden unter anderem die Schwachstellen der noch immer in Teilen auf Papier (z.B in Form von Zertifikaten) basierenden Lieferkettenüberwachung offenbar. Aus den Reihen des Weltwirtschaftsforums wurden deshalb Anfang April Forderungen laut, Versorgungsketten verstärkt mittels Blockchain-Technologie zu kontrollieren.

auf btc-echo lesen

Mit Ethereum das Lieblingsrestaurant retten

Krypto-Enthusiasten aus aller Welt suchen nach Wegen, ihre geliebte Technologie für den Kampf gegen das Coronavirus und seine gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen fruchtbar zu machen. Einen interessanten Vorschlag unterbreitete vor wenigen Wochen der DeFi-Nutzer Travis Blane. Damit soll angeschlagenen Gastronomiebetrieben geholfen werden.

Während die meisten Wirtschaftszweige mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen haben, stehen insbesondere gastronomische Einrichtungen vor dem finanziellen Ruin. Der DeFi-Enthusiast Travis Blane hat indessen per Tweet eine Möglichkeit vorgestellt, wie Restaurants und Co. sich dringend benötigte Liquidität verschaffen können. Der Lösungsansatz des als „DeFi Dad“ bekannten Twitterati: Gutscheine auf Ethereum-Basis.

Die Inspiration für seinen Vorschlag erhielt Blane dabei vom New Yorker Restaurant 232 Bleecker. Als Reaktion auf die Corona-bedingten Ladenschließungen begann das Speiseetablissement, so genannte Dinner Bonds heraus zu geben. Kunden erhalten dabei die Gelegenheit, 75 US-Dollar in das Restaurant zu investieren. Als Gegenleistung verspricht 232 Bleecker seinen Geldgebern einen 100 US-Dollar Gutschein, sobald das Schlimmste überstanden ist. Der potenzielle Gewinn in Höhe von 25 Prozent ergibt sich aus dem Risiko, dass das Restauraunt vielleicht nicht mehr aufmacht. Der ConsenSys-Mitarbeiter Blane übernahm diese Idee, kombinierte sie jedoch mit einer DeFi-Anwendung und der Ethereum Blockchain.

Geschenkkarten auf Ethereum-Basis

In seinem Tweet schlägt Blane den Gastronomen folglich vor, digitale Gutscheine mit Hilfe die Ethereum-App Mintbase herauszugeben. Mintbase macht es möglich, einzigartige Token (NFTs) zu generieren. Die Restaurants könnten somit Gutscheine in Token-Form erstellen, sie mit einem Preis versehen und dann über das Internet zum Verkauf anbieten.

Der gesamte Prozess der Erstellung von Gutscheinen wäre damit laut Blane deutlich vereinfacht. Derartige Gutschein nutzen zudem die inhärenten Vorteile von Ethereum-basierten NFTs. Schließlich sind sie fälschungssicher und können einfach weitergegeben werden. Um Mintbase nutzen zu können, ist allerdings eine Wallet bei Coinbase, Argent, Fortmatic oder Metamask erforderlich.

Gegenüber der Krypto-Nachrichtenplattform Coindesk gab Blane an, dass er Kleinunternehmen in diesen schwierigen Zeiten gerne helfen würde. Der Spross einer Familie von Ladenbesitzern kündigte deshalb spezielle Webinare für Gastronomen an, die in Kooperation mit Mintbase statt finden sollen. Auf die Frage, ob kleine Restaurants und ihre oftmals nicht-Krypto-affinen Betreiber überhaupt in der Lage sind, von DeFi-Anwendungen Gebrauch zu machen, sagte er: „Jeder sollte sie benutzen können. Ich denke nur, dass den Menschen an den Händen geführt werden sollten.“

auf btc-echo lesen