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Listicle: 5 Fehler, die Bitcoin-Anfänger vermeiden sollten

1. Bitcoin-Verwahrung an Dritte abgeben

Das Wichtigste vorweg: Not your keys, not your coins. Denn Bitcoin zu halten, bedeutet monetäre Souveränität einzufordern. Wer aber Krypto-Guthaben auf Bitcoin-Börsen wie Binance oder bitcoin.de deponiert, überlässt Dritten die Kontrollen über die Private Keys, also die Schlüssel zum digitalen Vermögen. Ähnlich wie Banken können auch Exchanges die Auszahlung von BTC verweigern oder verzögern.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte seine Bitcoin daher immer auf einer eigenen Wallet, idealerweise im Cold Storage, halten. Einen Überblick über die verschiedenen Arten von Wallets findet ihr hier.

2. Auf Volatilität reagieren

Der Bitcoin-Markt ist hoch volatil. Das liegt vor allem daran, dass BTC eine völlig neue Art von Asset ist. Niemand weiß, wie hoch der Kurs noch steigen kann, geschweige denn, was aus der Kryptowährung Nr. 1 wird, wenn sie erwachsen ist. Diese Unsicherheiten über mögliche Risiken eines Investment sind es, die den Kurs unberechenbar machen.

Es empfiehlt sich daher nicht, allzu oft auf den Kurs zu schielen und Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen auf Basis der kurzfristigen Kursentwicklung zu treffen.

Marktbeobachter raten daher immer häufiger zu einer sogenannten Buy-and-Hold-Strategie; das schont auch die Nerven.

3. Vom nächsten großen Ding verunsichern lassen

Coinmarketcap, die größte Kursseite für Kryptowährungen und Token, listet dieser Tage über 2.000 verschiedene Coins. Darunter Schmankerl wie den Meme Coin Dogecoin (DOGE) und SpankChain (SPANK), ein Token, der ausschließlich für Bezahlvorgänge in der Erotik-Branche erschaffen worden ist. Über 800 Projekte kommen auf eine Marktkapitalisierung von über eine Million US-Dollar. Der Reiz, auf einen der schnellwachsenden Coins aufzuspringen und das „Geschäft seines Lebens“ zu machen, ist verführerisch. Kursgewinne von 50 Prozent und mehr sind in der wilden Welt der Kryptowährungen keine Seltenheit. Dass derlei Mondgewinne aber kein nachhaltiges Wachstum erzeugen, darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

In der langen Sicht war BTC bisher immer die „sicherste Wette“ in einem ohnehin schon riskanten und volatilen Marktumfeld. Also: Ruhe bewahren und Bitcoin hodln.

4. FUD – Angst, Unsicherheit und Zweifel

Bitcoin läuft seit zehn Jahren wie geschmiert. Von zwei kurzzeitigen Unterbrechungen des Clients in den Jahren 2010 und 2013 einmal abgesehen, funktioniert das Protokoll seit seiner Genese reibungslos. Bitcoinuptime.com beziffert die Uptime der Kryptowährung Nr. 1 auf sage und schreibe 99,9 Prozent.

Trotzdem verbreiten sich vermeintliche Risiken und Hiobsbotschaften wie chinesische Bestrebungen, Bitcoin zu verbieten, immer noch wie Lauffeuer. Damit Fear, Uncertainty, Doubt auch in Zukunft keinen Einfluss auf Trading-Entscheidungen haben, gilt: Ruhe bewahren und BTC-ECHO lesen.

5. Bitcoin ist kein typisches Investment

Etwas Skin the Game zu haben, also am BTC-Kurs zu partizipieren, ist hilfreich, für die Ausbildung einer gewissen Neugierde an Kryptowährungen. Denn mit der eigenen Partizipation kommt das Interesse an Kryptowährungen scheinbar von ganz allein. Fragen wie „Wie funktioniert unser Geldsystem“, „Wie arbeitet die EZB“ und „Was macht gutes Geld aus“ stellen sich im Alltag eher selten (zumindest in hiesigen Breiten). Bitcoin jedoch fördert ein gesundes Interesse an genau diesen Fragen.

Unser Tipp: Anfänger finden in unserer Academy Einsteigerkurse zum Thema Bitcoin.

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Number go up? : Bitcoin-Kursprognosen unter der Lupe

Fragt man zehn Bitcoin-Investoren über die zukünftige Kursentwicklungen wird man wohl 12 verschiedene Meinungen hören. Des Öfteren sind diese eher absurd und davon abhängig, wie viel BTC der Gefragte besitzt. Einem Nouriel Roubini mögen die Kirschen am Baum zu sauer sein, während manche wie McAfee schon bald Kurse in absurden Höhen sehen wollen beziehungsweise wollten.

Inmitten dieses Meinungs-Potpourris gibt es jedoch auch immer wieder Analysten, die ihre Prognose begründen. Das versuchen sie teilweise weniger über reine Charttechnik, sondern beispielsweise unter Berücksichtigung der Knappheit Bitcoins. Man kann also sagen, dass diese Modelle eine gewisse fundamentale Bewandtnis besitzen.

Das Stock-to-Flow-Modell hat jüngst von sich Reden gemacht. Neben diesem existieren noch andere Modelle wie das logarithmische Modell oder das Power-Law-Modell Allen diesen Modellen liegen unterschiedliche Ansätze zugrunde.

Dr. Harold Christoph Burger von BitcoinEconomics hat jüngst eine interessante Übersicht über die zeitliche Entwicklung dieser Modelle erstellt. Der Artikel wie auch die darin verlinkten Posts sind sehr lesenswert. Er unterscheidet in seiner Analyse drei Ansätze, die er mit Moon, Power und Classic bezeichnet.

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn wir auf die einzelnen Modelle im Detail eingehen, vielmehr möchte dieser Artikel eine kleine Einführung in die unterschiedlichen Modellansätze geben. Dabei liegt der Fokus auf einer Modellierung weiterer Kursanstiege auf Basis der bisherigen Entwicklung.

To the Moon! Wachstum geht ungehindert weiter

Die große Dosis Hopium für jeden Bitcoin-Investor liefern die Modelle, die er unter Moon subsumiert. Bekannte Vertreter dieser Thesen sind der Zeitreisende, McAfee, aber auch Plan B mit seinem Stock-to-Flow-Modell. Allen diesen Modellen ist gemein, dass sie von einer konstanten Wachstumsrate ausgehen. Plump ausgedrückt steigt er nicht jeden Tag um eine feste US-Dollar-Größe, sondern um eine bestimmte Summe in Prozent. Das Modell von McAfee nahm beispielsweise an, dass der Bitcoin-Kurs rund einen halben Prozent pro Tag ansteigt. Noch gewagter prognostiziert der Zeitreisende eine Kursverzehnfachung alle zwei Jahre.

Das klingt absurd. Aber nicht alle Prognosen mit konstanter Wachstumsrate müssen derartig dramatisch sein. Man könnte, als einfaches Gedankenexperiment, zwischen dem Peak von 2017 und dem letzten Allzeithoch einen Abglanz für eine konstante Wachstumsrate sehen. Konstante Wachstumsraten sollten, wenn wir eine logaritmische Darstellung wählen, einer geraden Linie entsprechen. In einer derartigen Linearisierung entspricht das einem Wachstum von rund zwei Promille pro Tag. Und tatsächlich, die Sachlage wird etwas gesünder:

Bitcoin, Bitcoin-Kursprognosen unter der Lupe

Gemäß einer derartigen Modellierung soll sich der Bitcoin-Kurs Ende 2020 zwischen 12.000 US-Dollar und rund 160.000 US-Dollar bewegen. Das deckt sich grob mit Angaben, die durch das Stock-to-Flow-Modell zustandekommen – wobei hier natürlich gilt: Korrelation impliziert keine Kausalität.

So weit, so gut. Doch gemäß dieser Modelle soll Bitcoin ständig wachsen. Zum einen wäre das recht einmalig in der Geschichte der Menschheit. Irgendwann würde die in Bitcoin gelagerte Geldmenge höher werden als die, welche sich in klassischen Währungen wiederfindet. Man müsste eine dramatische Hyperinflation annehmen, um wirklich dramatische Prognosen zu rechtfertigen.

Ein weiteres Problem ist, dass der Bitcoin-Kurs eine derartige These nicht wirklich bestätigt. Wie man obiger Abbildung entnehmen kann, ist die Kursentwicklung vor Anfang 2014 komplett unterschlagen worden. Aus gutem Grund: Diese passt nicht in die postulierte lineare Entwicklung. Der Bitcoin-Kurs lag größtenteils unter unserem Modell.

Was lernen wir? Der Bitcoin-Kurs hatte früher größere Wachstumsraten als heute. Entsprechend kann man auch annehmen, dass diese Rate weiter fällt. Wie stark sie fällt? Darüber scheiden sich die Geister.

Give me Power! Wachstum ja, aber langsamer

Ein Ansatz ist, dass wenigstens die Rate selbst konstant abnimmt. Bildlich gesprochen: Wenn gestern die Wachstumsrate ein Prozent betrug und heute 0,9 Prozent, würde sie morgen 0,8 Prozent betragen.

Entsprechende Wachstumsmodelle sind bekannt. Logarithmisches Wachstum ist ein Beispiel für eine derartige Entwicklung. Das gute an einer derartigen Entwicklung: Auch diese lässt sich linearisieren. So kann man statt einer logarithmischen Darstellung eine doppelt logarithmische wählen. Diese sieht für die Entwicklung des Bitcoin-Kurses so aus:

Bitcoin, Bitcoin-Kursprognosen unter der LupeIn obiger Abbildung könnte man einen linearen Trend für die Bitcoin-Kursentwicklung vermuten. Wir könnten einen ähnlichen Ansatz wie oben wählen und einen entsprechendes lineares Modell wählen. Tun wir das, können wir die Kursentwicklung Bitcoins fast seit den Anfangstagen modellieren:

Bitcoin, Bitcoin-Kursprognosen unter der LupeIn obiger Abbildung ist unser neues Modell in Blau eingetragen. Zum Vergleich ist das alte, unter „Moon“ beschriebene Modell in Grau sichtbar. Gepunktet um das blaue Modell sind Support und Resistance der Entwicklung eingetragen.

Wir sehen: Die Entwicklung seit Anfang 2011 wird vom Modell gut beschrieben. Man könnte sogar Support und Resistance modellieren. Insgesamt lässt sich also sagen, dass ein Power-Modell den Bitcoin-Kurs gut beschreibt.

Was für einen Bitcoin-Kurs könnte man gemäß dieser Modelle Ende 2020 erwarten? Im Mittel sagt dieses Modell einen bescheidenen Kurs von 7.000 US-Dollar voraus. Der Support soll bei dramatisch tiefen 2.000 US-Dollar liegen, während die Resistance bei ungefähr 50.000 US-Dollar liegt. Das Potenzial für ein neues Allzeithoch ist immerhin noch vorhanden.

Keep it classic! Von immer langsameren Modellen

Die Frage ist jedoch auch hier: Kann eine konstante Wachstumsrate angenommen werden? Manche Analysten sind sich da nicht sicher. Ihrer Meinung nach wird diese mit der Zeit schneller abnehmen. Die Gründe hierfür sind verschiedener Natur. Manche Analysten wie Dave the Wave argumentieren, ähnlich wie oben beschrieben, über ein logarithmisches Wachstum. Andere beziehen sich auf das oben beschriebene Stock-to-Flow-Modell, aber nehmen eine Dämpfung an.

Diese Modelle unterscheiden sich aktuell und bezüglich ihrer kurzfristigen Prognose kaum von den unter „Power“ zusammengefassten Modellen. Entsprechend gilt für sie als Prognose für Ende 2020 dasselbe wie oben beschrieben.

„Number go up“ ist leicht gesagt. Was jedoch damit gemeint ist und wie das begründet wird, ist häufig komplizierter. Selbst niveauvolle Prognosen sind sich da nicht einig. Dennoch können sie eine gute Orientierung bieten und beispielsweise Unterstützungsbereiche nennen, die im Zweifelsfall einen Kritikpunkt für allzu optimistische Kursprognosen darstellen können.

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LinkedIn-Studie: Unternehmen suchen 2020 vor allem Blockchain-Experten

Egal ob Finanzwesen, Logistik oder Gaming: Immer mehr Unternehmen wollen das Potenzial der Blockchain-Technologie für das eigene Geschäft nutzbar machen. Dafür braucht es jedoch auch entsprechend ausgebildetes Personal – und Blockchain-Experten sind nach wie vor Mangelware. Zumindest, wenn man der Erhebung des Sozialen Netzwerks LinkedIn folgt. LinkedIn hat Nutzerprofile auf seiner Plattform nach den bei Arbeitgebern gefragtesten Qualifikationen ausgewertet. Dazu analysierte LinkedIn die Profile der Personen, die am häufigsten eingestellt wurden. Dabei wurden nur Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern berücksichtigt. Das Ergebnis: Wer „Blockchain“ kann, der hat die besten Jobaussichten. Insgesamt dominieren Informatik-Kenntnisse die Top 10 der begehrtesten „Hard Skills“:

  1. Blockchain
  2. Cloud Computing
  3. Analytisches Denken
  4. Künstliche Intelligenz
  5. UX [Anwendererlebnis] Design
  6. Wirtschafstanalyse
  7. Affiliate-Marketing
  8. Vertrieb
  9. Wissenschaftliches Rechnen
  10. Video-Produktion

Vor allem in den USA, dem Vereinigten Königreich, Australien, Frankreich und Deutschland stehen Blockchain-Kenntnisse laut LinkedIn hoch im Kurs. Damit hat Blockchain auf Anhieb den Sprung an die Spitze der Liste geschafft. Während die Liste vor einem Jahr bereits von Cloud Computing, analytischem Denken und Künstlicher Intelligenz angeführt wurde, spielten Blockchain-Kenntnisse keine Rolle. Bei der Erhebung vor einem Jahr vor einem Jahr spielte die Technologie noch keine Rolle in der LinkedIn-Liste der gefragtesten Fähigkeiten von Arbeitnehmern.

Wo werden Blockchain-Experten ausgebildet?

Die große Nachfrage nach Blockchain-Experten rührt teilweise auch aus dem Umstand, dass die Technologie nur schleppend Einzug in die Lehrpläne der Universitäten und Fachhochschulen hält. In Deutschland hat sich hier bislang vor allem die Frankfurt School mit ihrem Blockchain Center sowie die Universität Mittweida mit ihrem Masterstudiengang „Blockchain & Distributed Ledger Technologies“ hervorgetan. In Österreich nimmt sich unter anderem das Austrian Blockchain Center (ABC), ein Verband aus 21 wissenschaftlichen Einrichtungen, 54 Unternehmen sowie 16 internationalen Einrichtungen, der Blockchain-Forschung an. Auch in der Schweiz gibt es Anlaufstellen für Blockchain-Bildung. So verfügt etwa die Universität Basel seit September 2018 über eine Professur für den Bereich Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien.

In eigener Sache: Die BTC-ACADEMY

Dem geneigten Leser wird nicht entgangen sein, dass auch BTC-ECHO eine Plattform für Blockchain-Know-how ins Leben gerufen hat. Auf der BTC-ACADEMY finden sich unter anderem hochwertige Blockchain-Kurse der Frankfurt School – inklusive Teilnahmezertifikat. Wer indessen bereits über fortgeschrittene Blockchain-Kenntnisse verfügt, der sollte einen Blick auf unsere Jobbörse riskieren.

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Datenschutz: Bitcoin anonym kaufen – Ist das noch möglich?

Wer zu viel Wert auf Datenschutz legt, gilt schnell als paranoid. Noch immer gilt das weitläufige Mantra, wer nichts zu verbergen hat, muss sich um Datenschutz nicht sorgen. Dass dies ein Trugschluss ist, haben spätestens die Enthüllungen von Edward Snowden über die weitläufige Überwachung US-amerikanischer und ausländischer Staatsbürger seitens der NSA gezeigt.

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Bitcoin anonym kaufen – Ist das noch möglich?

Wieso Privatheit wichtig ist

Doch auch im kleineren Rahmen sollten sich Bitcoiner gegen die Kompromittierung ihrer Daten schützen. Schließlich lassen Blockchain-Analysetools wie etwa von Chainalysis Rückschlüsse auf Bitcoin-Nutzer zu, die möglicherweise folgenschwer sind. Denn wer früh genug in BTC investiert hat, dürfte zum jetzigen Zeitpunkt einen nennenswerten Anteil seines Gesamtvermögens im digitalen Gold gespeichert haben. Da Bitcoin-Adressen öffentlich einsehbar sind, sind auch die jeweiligen digitalen Kontostände kein Geheimnis. Wer also über ein gewisses BTC-Vermögen verfügt, wird zu einem potenziellen Ziel für Verbrecher.

Die Crux an der Sache ist, dass der Wunsch nach einer privateren Bitcoin-Nutzung meist erst aus der Notwendigkeit erwächst. In anderen Worten: Anfänger sorgen sich nur selten um Privacy-Maßnahmen; das Thema wird häufig erst dann interessant, wenn man tatsächlich ein gewisses Vermögen in BTC akkumuliert hat. Sprungartige Anstiege des Kurses stellen Bitcoiner so recht unvermittelt vor die schwere Aufgabe, sich selbst und das digitale Vermögen zu schützen.

Im Nachgang für mehr Bitcoin-Anonymität zu sorgen ist indes schwierig. So richtig privat ist nur unterwegs, wer von Anfang an auf Best Practices setzt.

Für mehr Bitcoin Privacy

Eine anonyme Bitcoin-Nutzung startet am Anfang. Genauer gesagt beim Kauf von BTC. Wer in Deutschland Bitcoin auf einer Exchange handelt, kommt um die Preisgabe persönlicher Informationen – man spricht von KYC-Auflagen – nicht herum. Je höher das gehandelte Volumen, desto strenger die Anforderungen der Börsen.

Für Bitcoiner entsteht dadurch ein Single Point of Failure. Schließlich entsteht durch die Registrierung eine Verbindung der Bitcoin-Adressen zum Klarnamen des Käufers – diese Verbindung lässt sich sodann problemlos auf alle folgenden Adressen anwenden. Fälle wie die Weitergabe von Kunden-Adressen durch bitcoin.de zeigen, dass Drittparteien wie Exchanges eine enorme Bedrohung für den Datenschutz von Bitcoinern sind.

Privater Bitcoin-Erwerb

Schützen kann sich nur, wer BTC mit dem einzigen wirklich privaten Zahlungsmittel erwirbt, das es gibt: Bargeld. Allerdings sind die Möglichkeiten (auch aufgrund der gesetzlichen Auflagen) in Deutschland begrenzt. Selbst auf Peer-to-Peer-Exchanges wie Hodl hodl finden sich kaum noch Angebote für Bargeld-Trades. Die einzige wirklich anonyme Methode, um an BTC zu gelangen, ist daher das Mining – und dies verbietet sich in hiesigen Breiten aufgrund der hohen Strompreise.

Was nun?

Wir halten also fest, dass der anonyme Erwerb von Bitcoin zwar wünschenswert, aber schwer durchführbar ist. Die Anonymität muss also in den darauffolgenden Schritten wiederhergestellt werden.

Full Node aufsetzen

Zunächst ist der Betrieb eines eigenen Full Nodes ratsam. Schließlich können Bitcoiner dadurch eine eigene Wallet aufsetzen, die ohne die Zuhilfenahme etwa von Hardware Wallet Providern wie Ledger oder Trezor auskommt. Bitcoiner können so sichergehen, dass sensible Daten über Adressen und Transaktionen nicht mit dem Besitzer der Wallet verknüpft werden können.

CoinJoins

Um die Historie der UTOX im Nachgang zum Erwerb zu verschleiern, gibt es mit sogenannten CoinJoins ein probates Mittel. Dabei handelt es sich um spezielle Transaktionen, bei denen einen Vielzahl an Inputs in eine einzige Transaktion gebündelt werden. Für Blockchain-Beobachter ist es nahezu unmöglich, einen solchen CoinJoin zu erkennen und Rückschlüsse auf die Teilnehmer zu ziehen.

Je mehr Bitcoiner ihre BTC mixen, desto besser. Schließlich fördern CoinJoins – neben der persönlichen Anonymität – auch die Fungibilität der einzelnen UTXOs. Chain-Analysetools können nämlich im Nachgang kaum noch zwischen sogenannten Tainted Bitcoin, also solchen die bereits für illegale Aktivitäten genutzt wurden, und „sauberen“ UTXOs unterscheiden. Allerdings sind Bitcoin Mixer den Strafverfolgungsbehörden ein Dorn im Auge – wie etwa die Mixing-Plattform Bestmixer.io bereits erfahren musste. Europol hat im Mai 2019 deren Server beschlagnahmt.

Nutzerfreundliche CoinJoin Wallets gibt es beispielsweise von Wasabi und Samourai.

Privatheit zu Ende gedacht

Doch die Sicherheitsvorkehrungen für eine anonymere Bitcoin-Nutzung enden hier nicht. So gelten unter Privacy-Experten auch Internetbrowser als enormes Sicherheitsrisiko. Ein plakatives Beispiel ist etwa die Suche nach bestimmten BTC-Adressen auf öffentlichen Blockchain-Explorern wie blockstream.info oder blockchair.com. Die jeweilige Website sowie der Internet Service Provider (ISP) können mithilfe der IP-Adresse Suchanfragen zurückverfolgen und so im schlimmsten Fall Klarnamen mit Bitcoin-Adressen verknüpfen.

Abhilfe verschafft hierfür das Aufsetzen eines VPN – dieser verschleiert die IP-Adresse. Noch besser ist der Betrieb eines eigenen Full Nodes. Schließlich müssen Bitcoiner dann nicht auf Explorer von Dritten zurückgreifen, sondern können mithilfe der eigenen Node Adressen und Transaktionen überprüfen.

Einen geeigneten Guide zum Thema VPN findet man hier.

Fazit

Perfekte Anonymität ist – genau wie im echten Leben – mit Bitcoin kaum zu erreichen. Letztlich ist Privatheit eine graduelle Frage, an die sich Bitcoiner mit persönlichen Zielvorstellungen annähern sollten. Grundsätzlich gilt jedoch, je früher man damit beginnt, bestimmte Maßnahmen zu implementieren, desto einfach ist es, ein gewisses Level an Anonymität herzustellen.

Nicht nur schützt man dadurch sich selbst, sondern trägt überdies auch zur Resilienz des Netzwerks sowie der Fungibilität von Bitcoin im Allgemeinen bei.

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Bitcoin-Report: Zwischen DeFi und Lightning – Der Krypto-Rückblick auf 2019

Jeder etwas datenaffine Krypto-Nerd schätzt Reports wie jene von Delphi Digital, Grayscale Investments oder Coingecko. Wir von BTC-ECHO haben deshalb schon vor einem knappen halben Jahr damit begonnen, ähnliche Reports zu schreiben.

Derartige Reports folgen dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ und versuchen, über verschiedene Charts Entwicklungen im Bitcoin-Ökosystem zu illustrieren. So können sie in geraffter Form eine Fundgrube an Insights und eine Inspiration für DYOR (do your own research) sein.

Das letzte Jahr war ein Wechselbad der Gefühle: Es fing ruhig an, wurde jedoch im zweiten Quartal von einer fulminanten Rallye bestimmt, die den Bitcoin-Kurs um rund 300 Prozent ansteigen ließ. Der späte Sommer war von einem Kampf um die erwirtschafteten Gewinne geprägt. Ab Ende September schließlich kannten die Kurse primär eine Richtung: Es ging erstmal stark abwärts, jedoch konnte sich der Bitcoin-Kurs zum Jahresende wieder fangen.

Wir wollen im aktuellen Report einen Blick zurück auf diese Achterbahn werfen. Dabei möchten wir weder nur bei Bitcoin noch bei den Kursen stehen bleiben. Zum einen möchten wir den Blick weiten und auf den gesamten Krypto-Markt schauen. Darüber hinaus schauen wir auf das DeFi-Ökosystem und die aktuelle Lage um Stable Coins – und damit auf zwei das Jahr 2019 prägende Krypto-Narrative.

Leider können auch wir nicht in die Zukunft schauen. Wir möchten aber sowohl den bearishen als auch den bullishen Case um Bitcoin genauer betrachten. In dem Kontext werden wir analysieren, welche Punkte positiv und welche negativ stimmen.

Im Report könnt ihr euch unter anderem mit kurzen Betrachtungen zu diesen Punkten informieren:

  • Aktivität in Bitcoins Lightning-Netzwerk
  • Performance der bestehenden Kryptowährungen auf Basis verschiedener Metriken
  • Untersuchung der Entwicklung vom DeFi-Sektor mit Fokus auf MakerDAO

Den vollständigen Bitcoin-Report gibt es hier: 

Wie immer sind wir offen für Feedback. Wenn ihr also Kritik, Anregungen oder Wünsche habt, könnt ihr euch gerne an uns, beispielsweise auf unserem Discord-Server, wenden.

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Krypto-Anarchie: Was ist ein Cypherpunk?

Für Wissbegierige schafft das Cryptoanarchy-Wiki Abhilfe. Ein Cypherpunk ist demnach

jeder Aktivist, der die verbreitete Nutzung von starker Kryptographie und Privatsphäre schützenden Technologien als Mittel für sozialen und politischen Wandel befürwortet.

Alles begann mit ein bisschen Mathematik

Seit den späten 1980er-Jahren existiert eine informelle Gruppe von Individuen, die sich eben über eine E-Mail-Liste koordinieren, um dem oben genannten Zweck nachzukommen. Begünstigt wurde diese Bewegung durch die Entdeckung der asymmetrischen Kryptographie von Whitfield Diffie und Martin Hellman. Die Asymmetrie bedeutet, dass man nicht mehr dasselbe Passwort für das Ver- und Entschlüsseln von Daten nutzt, sondern zwei Passwörter hat. Eines wird nur zum Verschlüsseln genutzt, dieses Passwort nennt man auch oft „Public Key“. Das andere wird nur zum Entschlüsseln verwendet, auch „Private Key“ genannt. Diese Entdeckung machte es möglich, Nachrichten auch über unsichere Kommunikationskanäle auszutauschen und sich sicher sein zu können, dass kein Mittelsmann den Kommunikationsverkehr mithören kann. Die Private/Public-Key-Kryptographie kürzt man auch mit den Buchstaben PGP ab. Diese stehen für Pretty Good Privacy. Eine solche Nachricht zu entschlüsseln ist beinahe unmöglich.

Die Entwicklung einer technologischen Revolution

In den frühen 1990er-Jahren erhielt die Cypherpunk-Bewegung formelle Ideologie. Drei Individuen, Eric Hughes, Timothy C. May und John Gilmore veranstalten regelmäßige Treffen in einer kleinen Gruppe in der Region um San Francisco. Dabei entstand der Name „Cypherpunk“ in Anlehnung an die Cyberpunk-Bewegung, eine dystopische Richtung der Science-Fiction-Literatur. 1992 schrieb Timothy C. May ein Manifest, indem er eine Welt vorhersagte, die maßgeblich durch die technologischen Fortschritte geprägt sein würde. Motiviert war May vor allem durch libertäres Gedankengut wie von Ayn Rand.

Die Cypherpunk-Mailing-Liste zog viele begabte und berühmte Persönlichkeiten an. Etwa den australischen Hacker und Journalisten Julian Assange, der 2006 die Enthüllungsplattform WikiLeaks gründete und zwischen 2012 und 2019 in der Botschaft Ecuadors in London lebte, bis er im April letzten Jahres festgenommen wurde. Oder Nick Szabo, der eine bekannte Persönlichkeit der Bitcoin Community ist. Nicht zuletzt fand sich auch Satoshi Nakamoto selbst unter den Cypherpunks wieder und veröffentlichte 2008 sein legendäres White Paper zu einem „Peer-to-Peer Electronic Cash Network“. Damit realisierte Satoshi Nakamoto einen Traum, den die Cypherpunks bereit seit frühen Tagen gehegt hatten: ein elektronisches, von Staaten unabhängiges Zahlungsmittel für die digitale Welt.

Auswirkungen der Cypherpunks

Die Existenz der Cypherpunks, der kleinen Bewegung aus San Francisco, hat sich bemerkbar gemacht. Weltweit ist das Gedankengut propagiert worden und hat Anhänger gefunden. Koordiniert über die Mailing-Liste und mit starker Kryptographie im Arsenal haben die Cypherpunks es geschafft, nicht nur relevant zu bleiben, sondern weitere Schritte zu gehen. Mit der Erfindung Bitcoins ist ein weiterer Meilenstein gelegt, der auch in der etablierten Welt für Aufsehen sorgt. Es ist anzunehmen, dass die Cypherpunks auch weiterhin aktiv ihren Traum von einer privaten Welt verfolgen und neue technische Innovationen dafür bereitstellen. Abschließend lässt sich feststellen, dass es sich nicht um eine boshafte oder gar terroristische Organisation handelt. Der Wunsch nach Privatsphäre ist kein Verbrechen.

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My two Sats: Mit Schwung ins neue Jahr: Bitcoin Mining Hash Rate auf Allzeithoch

Die Bitcoin Hash Rate setzt ihre Mondreise fort. Nach Daten von blockchain.com bringen es die Bitcoin Mining Pools zu Redaktionsschluss auf sage und schreibe 119,4 Millionen Terahashes pro Sekunde (TH/s). Damit starten die Miner mit einem bullishen Sentiment ins neue Jahrzehnt.

Mit Schwung ins neue Jahr: Bitcoin Mining Hash Rate auf Allzeithoch

Der Anstieg der Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk dürfte mit dem anstehenden Halving in Zusammenhang stehen. Schließlich werden am Mai dieses Jahres 50 Prozent weniger BTC je Block emittiert; die Erträge der Miner schrumpfen damit erheblich. Eine logische Erklärung für den Anstieg der Hash Rate im Vorfeld des Coinbase Reward Halvings ist der Versuch seitens der Miner, vorab einen gewissen Grundstock an BTC zu akkumulieren, um diesen nach der Halbierung gewinnbringend liquidieren zu können. Denn typischerweise werfen Mining Farmen ihre BTC nicht unverzüglich auf den Markt, sondern veräußern jeweils nur einen kleinen Teil der geschürften Bitcoin um laufende Kosten zu decken.

Das Gros der Erlöse aus dem Mining landet zunächst im Cold Storage und wird nach Kurssprüngen mit Gewinn verkauft.

Bitcoin beginnt 2020 mit einem Knall. Die Hash Rate am 01. Januar 2020 beträgt 119 Millionen TH/s. Das Allzeithoch vom Oktober ist damit geschlagen. Bitcoin ist stärker als jemals zuvor. Frohes neues Jahr.

Mining-Kapitulation abgesagt

Zuletzt hatte Mining FUD (FUD steht für Fear, Uncertainty, Doubt – also Furcht, Unsicherheit und Zweifel) wieder die Runde gemacht. Die Rede war vom sogenannten Hash Ribbon, das sich ins Negative gekehrt hatte. Marktbeobachter sprachen gar von einer möglichen Kapitulation der Miner. Davon kann dieser Tage indes kein Rede mehr sein. Zwar bleibt der Kurs des digitalen Goldes derzeit noch hinter den Erwartungen zurück. Der Umstand, dass die Miner immer mehr Geräte ans Netz anschließen, lässt auf eine bullishe Haltung der Pools schließen. Schließlich müssen sich die Investments eines Tages rechnen.

Eine höhere Hash Rate ist aus vor allem aus Sicherheitsgesichtspunkten begrüßenswert. Denn je mehr Rechenleistung ins Mining fließt, desto schwieriger wird es für Angreifer, das Netzwerk zu kompromittieren.

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Wissen: Bitcoin, ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)? Fehlschlüsse von Krypto-Gegnern

Alle Jahre wieder ploppen in den Meinungssparten der Nachrichtenmagazine die selben Meldungen auf: Bitcoin ist ein Pyramidensystem, eine Blase, Rattengift oder Ähnliches. Eine kurze Anleitung für Bitcoiner, um diese Behauptung zu entkräften.

Was ist ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)?

Pyamidensysteme sind, der Name lässt es vermuten, in der Form einer Pyramide aufgebaut. Als Geschäftsmodell benötigt ein solches (übrigens auch Schneeballsystem genannt) eine stetig wachsende Anzahl an Teilnehmern, um zu funktionieren. Bei klassischen Pyramidensystemen werden nicht vorhandene oder überteuerte Produkte an neue Teilnehmer verkauft.

Damit werden Teile des Erlöses an die jeweils vorangehende Stufe weitergetragen, neue Teilnehmer gehen leer aus. Die Urheber, also die Spitze des Pyramidensystems, bereichern sich auf Kosten der neuen Mitglieder. Diese neuen (verprellten) Bausteine der Pyramide müssen wiederum neue Teilnehmer anwerben, um nicht gänzlich leer auszugehen – das System schwillt zur Lawine an.

Bitcoin: Ohne Nutzen, ohne Wert?

Nun sagt Lending Tree Chief Economist Tendayi Kapfidze am 1. Januar in einem Interview mit Yahoo Finance über Bitcoin:

Ich weiß genau, was [Bitcoin] ist. Es ist ein Pyramidensystem. Du machst nur Geld aufgrund der Leute, die nach dir [in den Markt] eintreten. Er hat keinen wahren Nutzen. Sie haben nun für zehn Jahre versucht, einen Nutzen für ihn zu erschaffen. Es ist eine Lösung, die nach einem Problem sucht – aber bis jetzt kein Problem gefunden hat, dass man lösen muss.

Später fügt er hinzu:

[Bitcoin] ist ein Betrug. Das bedeutet nicht, dass jeder, der teilnimmt, auch ein Betrüger ist. Aber es ist Betrug. […] Man bedenke nur all die intellektuelle Kraft, die in den letzten zehn Jahren in Bitcoin gesteckt worden ist. Und was haben wir am Ende davon? Wir haben nichts. Vielleicht wird irgendwann irgendjemand mit einem Nutzen aufkommen. Aber bis jetzt, abgesehen davon, dass es tausende versuchen und tausende dafür einstehen, […] haben wir immer noch nichts. Das macht mich skeptisch.

Welchen Nutzen hat Bitcoin?

Zu allererst könnte man Lending Tree Chief Economist Tendayi Kapfidze wohl bei allem Respekt vorwerfen, sich nicht ausreichend über das Thema Bitcoin informiert zu haben. Bitcoin ist in den Grundzügen – auch wenn es dahingehend häufig verwendet wird – kein Investment, um „Geld zu machen“.

Bitcoin ist als digitales Währungssystem konzipiert, das Mittelsmänner umgeht und dabei das Double-Spending-Problem löst. Es stellt damit ein alternatives Währungssystem dar, das ohne vermittelnde Institution auskommt und stellt Vertrauen technologisch her. Denn das Bitcoin-Protokoll, festgeschrieben im White Paper von Satoshi Nakamoto, basiert auf dem Proof-of-Work-Konsens-Verfahren. Das bedeutet, grob heruntergebrochen, dass die einzelnen Teilnehmer direkt miteinander in Kontakt treten: Die Blockchain als technologisches Grundgerüst ersetzt die Bank. Welchen Nutzen hat also Bitcoin?

Bitcoin stellt ein dezentrales Währungssystem bereit, das das Double-Spend-Problem löst und dabei ohne eine zentrale Institution auskommt. Als Kryptowährungssystem stellt es Vertrauen technologisch durch die Blockchain-Technologie her.

Darüber hinaus hat die Erfindung Satoshi Nakamotos eine technologische Revolution losgetreten, die ihre dezentralen Arme um den gesamten Globus streckt. Über die Blockchain-Technologie lassen sich letztlich zahlreiche Probleme lösen. Um einige Beispiele zu nennen: Philipp Morris setzt auf die Technologie, um illegalen Zigarettenhandel zu bekämpfen. Die EU fordert den Einsatz der Technologie für dezentrale digitale Identitäten und in Indien soll die Technologie dabei helfen, den Handel mit Kaffee fairer zu gestalten.

Doch auch Bitcoin selbst, als erster Anwendungsfall der Technologie, wird verwendet. Vor allem in Krisenländern, in denen Staatswährungen versagen – Musterbeispiel Venezuela lässt grüßen – greifen Menschen auf Bitcoin & Co. zurück, um ihr Vermögen zu sichern.

Hier etabliert sich vor allem die Wertspeicherfunktion von Bitcoin – trotz der nach wie vor vorhandenen Volatilität bietet die digitale Währung hier einen Vorteil gegenüber dem venezolanischen Bolivar. (Dort kommen freilich auch andere Kryptowährungen zum Einsatz – Dash etwa macht aktuell definitiv die Runde in Südamerika).

Ist Bitcoin ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)?

Ist Bitcoin also ein Pyramidensystem (Schneeballsystem)? Die kurze Antwort: Nein.

Die lange Antwort: Es ist sicher nicht abzustreiten, dass der Wert von Bitcoin mit steigender Nutzung wächst – das Prinzip von Angebot und Nachfrage mag Tendayi Kapfidze bei seiner Behauptung in die Hände spielen. Dass Bitcoin jedoch als dezentrales Währungssystem konzipiert ist, das in seiner Verwendung als Zahlungsmittel und Wertspeicher seinen Nutzen unter Beweis stellt, entkräftet diese Behauptung. Darüber hinaus löst es das Double-Spending-Problem durch die Verwendung der Blockchain-Technologie und kann Vertrauen technologisch herstellen.

Dass es darüber hinaus eine technologische Revolution ausgelöst hat, ist nur die Kür.

Wer mehr über Bitcoin, Krptowährungen und die Blockchain-Technologie erfahren will, fühle sich herzlich auf unserer BTC-Academy willkommen.

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Jahresvorschau: Diese 5 Ereignisse werden Bitcoin 2020 beherrschen

1. 2020 – das Jahr des Bitcoin ETF?

Der Launch eines börsengehandelten Bitcoin-Indexfonds, kurz ETF (Exchange Traded Fund) gestaltet sich schwieriger als anfangs gedacht. Nachdem VanEck/SolidX seinen Antrag auf Genehmigung des Krypto-Finanzprodukts bereits am 13. September 2019 zurückgezogen hatte, scheiterte der verbleibende Hoffnungsträger Bitwise an der US-Börsenaufsicht SEC. Schließlich erteilte diese dem Bitwise Bitcoin ETF am 9. Oktober eine Absage.

Am 20. November wurde indes bekannt, dass Bitwise eine zweite Chance erhält. Die SEC erlaubt dem kalifornischen Unternehmen abermals, Zweifel an der Manipulationssicherheit des Bitcoin-Markts zu zerstreuen und gewährt Bitwise einen weiteren Versuch. Bis zum 18. Dezember konnten Marktbeobachter Argumente für oder gegen den Bitwise Bitcoin ETF bei der Behörde einreichen. 2020 dürfte sodann eine endgültige Entscheidung für oder wider BTC ETF fallen.

2. Das Bitcoin Halving

Alle vier Jahre halbiert sich die Bitcoin-Inflationsrate. Anstatt von 12,5 BTC werden voraussichtlich ab Mai 2020 nur noch 6,25 Bitcoin je Block emittiert.

Bereits im Vorfeld hatte die Community über mögliche Auswirkungen auf den Kurs der Kryptowährung Nr. 1 diskutiert. Befürworter eines Kursanstiegs führen eine damit verbundene zusätzliche Verknappung des Angebots ins Feld, die – eine mindestens gleichbleibende Nachfrage vorausgesetzt – mikroökonomischen Gesetzmäßigkeiten zufolge einen Kursanstieg zur Folge haben muss. PlanBs Stock-to-Flow-Modell liefert den Bullen zusätzliches Futter.

Gegner der Theorie argumentieren, dass sich die Bitcoin-Emissionsrate bereits zum dritten Mal halbiert. Marktteilnehmer wissen um die damit verbunden Effekte – und preisen das Halving bereits vorab ein. Welchen Einfluss die Angebotsverknappung auf das Marktumfeld haben wird, dürfte sich 2020 bereits deutlich abzeichnen.

3. Deutsche Banken werden Bitcoin-Verwahrer

Dem Gesetz zur Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie sei Dank: Ab 2020 dürfen deutsche Banken Kryptowährungen wie Bitcoin für ihre Kunden verwahren. Mit dem Gesetzentwurf hat der Bundestag den Weg für Innovationen am Krypto-Markt freigemacht – die Zustimmung des Bundesrats gilt als sicher. Wie Sven Wagenknecht im Kommentar bereits beschrieben hatte, können sich Kreditinstitute ab sofort bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, der BaFin, für eine entsprechende Lizenz melden.

Auf Nachfrage von BTC-ECHO fiel die Zwischenbilanz indes eher nüchtern aus: Traditionelle Großbanken wie die Commerzbank, die Deutschen Bank, ING, Santander und die DZ Bank äußern sich zu dem neuen Geschäftszweig eher zurückhaltend. Man beobachte den Markt, plane derzeit aber keine Aktivitäten im Verwahren von Token und Kryptowährungen.

Einzig aus dem Start-up-Sektor ist dieser Tage mit Innovation zu rechnen. So bietet etwa das FinTech Finoa eine Krypto-Custody-Lösung auf Bankenniveau an.

Ob der angeschlagene Bankensektor Kryptowährungen als Chance begreifen wird, dürfte eine der spannenden Fragen des kommenden Jahres werden.

4. John McAfee prophezeit Bull Run

Ob John McAfee, seines Zeichens libertärer Präsidentschaftskandidat und Cyber-Security-Experte, sein Fortpflanzungsorgan behalten darf, wird sich 2020 endgültig zeigen. Schließlich wettete das Enfant terrible der Bitcoin-Szene am 17. Juni 2017, dass BTC spätestens am 31.12.2020 die Mondlandung schafft: Eine Million US-Dollar soll Bitcoin bis dahin wert sein. Andernfalls verspeise er sein Gemächt, so McAfee. Jüngst verdoppelte der Multimillionär sein Kursziel abermals. Im Interview mit AIBC Summit rief McAfee einen Kurs von zwei Millionen US-Dollar bis Ende 2020 aus.

Wenn BTC weniger als zwei Millionen US-Dollar bis Ende 2020 wert ist, ist die Mathematik selbst eine fehlerhafte Disziplin,

so McAfee im Video.

5. Proof of Keys 2020

Am 3. Januar 2019 rief Bitcoin OG Trace Mayer erstmals den sogenannten Proof of Keys aus. Dabei handelt es sich um ein Bitcoin Event, in dem die Community dazu aufgerufen wird, alle BTC von Verwahrstellen wie Exchanges abzuziehen. Denn nur durch die Kontrolle der Private Keys könne man die monetäre Souveränität, die Bitcoin bietet, in Anspruch nehmen.

Das Vorhaben wurzelt indes in regelmäßigen Berichten über Börsen-Hacks und dem damit verbundenen Verlust von hinterlegten Kundenvermögen. Welche Auswirkungen der digitale Bankrun am 3. Januar 2020 auf das Börsengefüge haben wird, bleibt abzuwarten. So manche Börse könnte allerdings in Liquiditätsschwierigkeiten geraten.

Mayer etwa deutete verschiedentlich an, dass der zurückliegende Proof of Keys am Niedergang der Bitcoin-Börse QuadrigaCX nicht ganz unschuldig ist.

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Insights: Was ist Dash (DASH)?

Was ist Dash?

Dash ist – ähnlich wie Bitcoin – eine Kryptowährung, die auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk basiert. Das bedeutet zunächst, dass die Teilnehmer direkt miteinander in Verbindung treten. Das Projekt legt dabei den Fokus auf Privatsphäre und Datenschutz der Nutzer. Über die bei Dash integrierte Option „Private Send“ kann man Transaktionen dabei anonym senden.

Wie funktioniert Private Send?

Die Beschreibung der Funktion „Private Send“ in Dash ähnelt dem von Bitcoin Mixern. Aktiviert man die Option Private Send in seiner Dash Core Wallet, werden eine Reihe an Transaktionen versendet, deren Ursprung man nicht weiter nachverfolgen kann. Die Transaktion wird dabei mit der von anderen vermischt, sodass man später nicht mehr zuordnen kann, welche Person welche Transaktion getätigt hat. Dash verspricht hierbei dieselbe Anonymität, die man hat, wenn man Bargeld vom Automaten abhebt, bloß digital. Nutzer der Kryptowährung müssen dabei allerdings nichts weiter tun, als die Funktion zu aktivieren, den Rest erledigt das Netzwerk selbst.

Was ist Instant Send?

Das Mischen der Transaktionen durch die Private-Send-Funktion dauert naturgemäß etwas länger – schließlich mischt das System die Transaktionen hier mit denen von anderen Nutzern. Wenn es etwas schneller gehen soll und Anonymität nicht gerade die höchste Priorität hat, kann man die „Instant Send“-Option wählen. Die Überweisungen funktionieren hierbei direkt, das Geld wird sofort übertragen.

Bei Instant Send kommt Dash ohne Mittelsmann aus, sorgt aber dennoch dafür, dass die Transaktion bei der Empfangsstelle ankommt. Die Transaktion wird hierbei so lange blockiert, bis sie in der Blockchain bestätigt ist. Etwaige Betrugsversuche wie das Double Spend, die doppelte Ausgabe desselben Coins, werden dadurch verhindert. Da die Masternodes hier einen Mehraufwand an Arbeit haben, fällt eine höhere Gebühr als bei Standard-Überweisungen in Dash an. Die Organisation selbst verspricht hier Transaktionen, die in durchschnittlich einer Sekunde ausgeführt werden.

Dash 101 Folge 6: Wie funktioniert InstantSend ?

Wo kommt Dash zum Einsatz?

Dash wird mitunter im südamerikanischen Venezuela verwendet. Während dort die Staatswährung, der venezolanische Bolivar, mit starker Entwertung aufgrund von Hyperinflation sorgt, suchen die Menschen Alternativen für das Bezahlen im Alltag. So akzeptiert etwa eine Apothekenkette aus Caracas bereits die Kryptowährung, auch Einzelhändler akzeptieren verschiedene Kryptowährungen, darunter Dash, aber auch Bitcoin in ihren Geschäften.

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