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Börse Stuttgart gründet Beirat für Blockchain-Technologie und Tokenisierung

Die Börse Stuttgart hat zur Begleitung ihrer Digitalstrategie einen wissenschaftlichen Beirat für Blockchain-Technologie und Tokenisierung geschaffen. Dies teilte das Unternehmen am 3. Dezember per Pressemitteilung mit.

Know-How für die weitere Digitalisierung

Als Innovationsführer sei der Börse Stuttgart ein umfassender Blick auf digitale Assets wichtig, begründet Alexander Höptner, Vorsitzender der Geschäftsführung die Entscheidung. Man wolle deshalb profiliert Experten aus der Wissenschaft “in die Diskussion” mit einbeziehen.

Dem Beirat gehören zum Start folgende vier Wissenschaftler an: Prof. Dr. Christof Weinhardt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Prof. Dr. Gilbert Fridgen von der Universität Bayreuth, Dr. Ingo Fiedler von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Ralf Wandmacher von der accadis Hochschule Bad Homburg.

Krypto-Aktivitäten der Börse Stuttgart

Die Börse Stuttgart zeigt schon länger ein großes Interesse an Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. Über die von dem Unternehmen lancierte Trading-App können Kunden schon seit Anfang des Jahres gebührenfrei Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple handeln.

Im September dieses Jahres startete die Börse Stuttgart mit ihrerer Digital Exchange (BSDEX) den ersten regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte in Deutschland.

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Freistaat Bayern fördert Erforschung einer regionalen Blockchain-Strombörse

Ein durch den Freistaat Bayern gefördertes Forschungsprojekt mehrerer Projektpartner soll die Umsetzbarkeit einer regionalen Stromhandelsplattform (RegHEE) auf Basis von Blockchain-Technologie untersuchen. Dies gab die beteiligte Thüga-Gruppe am 8. Oktober per Pressemitteilung bekannt.

Breit aufgestelltes Forschungsprojekt

Neben der Thüga-Gruppe sind an dem Forschungsprojekt auch die Technische Universität München, die regionalen Energieversorger erdgas schwaben und Energie Südbayern sowie das Unternehmen Syneco beteiligt. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert das Projekt über das Zentrum Digitalisierung.Bayern.

Auf einer Veranstaltung zum Projektstart hob der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger die Bedeutung des Projekts hervor:

“Wichtig für die Akzeptanz erneuerbarer Energien ist die Bürgernähe. Wenn wir den Bürgerinnen und Bürgern ihren persönlichen Nutzen deutlich aufzeigen, gelingt es uns, mehr erneuerbare Energien in das System zu bringen. Ich sehe neue Technologien wie Blockchain als wichtiges Mittel, die Energiewirtschaft zu modernisieren. Die Kunden möchten, dass ‚ihr‘ Strom auch wirklich vor Ort erzeugt wird.”

Auf der von dem Forschungsprojekt geplanten Handelsplattform sollen alle Teilnehmer sowohl Erzeuger als auch Abnehmer sein können. Vom Ansatz her soll das System für alle Erzeuger offen sein, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft Dr. Matthias Cord:

“Neben Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) von Hausbesitzern könnten dies auch Blockheizkraftwerke oder sogar Windenergieanlagen von Bürgerenergiegenossenschaften sein.”

Erste Pilotversuche für dezentralen Stromhandel laufen bereits

Wie eine solche regionale Stromhandelsplattform funktionieren kann, zeigt bereits der von Stromdao entwickelte Grünstromindex. Dahinter steht ein Blockchain-Verfahren, mit dem Anbieter und Nachfrager von Ökostrom ihre Einspeisung und Entnahme auch zeitlich optimieren können. Erste Pilotversuche laufen bereits in den Gemeinden Tübingen und Eberbach in Baden-Württemberg.

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Alfred Taudes vom Austrian Blockchain Center: Facebook Libra betrifft primär Zahlungsdienstleister und Fintechs

Die Vorstellung des Whitepapers von Facebooks Krypto-Projekt Libra für eine globale digitale Kryptowährung hat nicht nur in der Krypto-Szene für viel Unruhe gesorgt. Während etwa die Kryptobörse Binance der geplanten Kryptowährung positiv gegenübersteht und sogar eine Teilnahme als Knotenpunkt plant, hagelt es vor allem seitens  Politik und von Aufsichtsbehörden Kritik und Warnungen Richtung Facebook. 

So hat in den USA der parlamentarische Ausschuss für Finanzdienstleistungen Facebook zu einem vorübergehenden Stopp von Libra aufgefordert, eine ähnliche Forderung hatten zuvor auch mehr als 30 US-Lobbyverbände formuliert. In anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Russland und Singapur stößt Libra bislang ebenfalls auf wenig Gegenliebe.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir acht renommierte Krypto-Experten aus dem deutschsprachigen Raum nach ihrer Einschätzung zu Facebook Libra befragt. Im sechsten Teil verrät der Koordinator des Austrian Blockchain Centers in Wien Prof. Alfred Taudes, was er von Facebook Libra hält.

Cointelegraph auf Deutsch: Was halten Sie von Facebooks Libra?

Alfred Taudes: Das ist ein interessanter neuer Ansatz,der zeigt, dass die Blockchain-Technologie auf dem Weg von einer Phase der Suche nach Mainstream-Anwendungen in die Phase des Echteinsatzes ist.

CT: Könnte das Projekt von Facebook langfristig möglicherweise mehr schaden als nützen?

AT: Ich denke nicht. Mit Libra geht Facebook in neue Geschäftsfelder, und wenn Facebook sein Versprechen der Pseudo-Anonymität hält, sollte ein Mißerfolg von Libra dem übrigen Geschäft von Facebook nicht schaden.

CT: Welche Vorteile hat das Projekt und welche Implikationen für das Finanzsystem ergeben sich aus der Einführung einer solchen Digitalwährung?

AT: Angesichts der großen Anzahl an Facebook-Nutzern kann das Projekt Netzwerkeffekte generieren und zu einem ernsthaften Konkurrenten für Zahlungsdienstleister, Fintechs und Kreditkartenunternehmen werden. Auch die Regulatoren sind gefordert.

Außerdem werden durch das Projekt Kryptowährungen „salonfähig“, auf der Seite der Nutzer sollten internationale Geldüberweisungen billiger und effizienter werden. 

CT: Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen wird Libra haben?

AT: Jedenfalls hat das Projekt jetzt schon die etablierte Finanzwelt aufgeschreckt, zum Vorteil der Kunden, die von mehr Konkurrenz profitieren werden. Problematisch wird das Ganze, falls Facebook zu einer dominanten Weltbank wird, und – entgegen den Beteuerungen im Whitepaper – die personenbezogenen Daten im sozialen Netzwerk mit Finanztransaktionsdaten kombiniert – das wäre ein Orwellscher Albtraum.

CT: Könnte Libra Bitcoin als wichtigste Kryptowährung ablösen?

AT: Nein, Bitcoin ist ein offenes System mit beschränkter Geldmenge, während Libra den Zugang reguliert, den Kurs an einen Warenkorb bindet und Preisstabilität anstrebt.

Weitere Experten über Facebook Libra

  1. Alexander Denzler von der Hochschule Luzern: “Wir werden zum gläsernen Kunden 2.0”
  2. Blockchain-Influencer CryptoRobby: “Facebook Libra ist ein Rückschritt im Vergleich zu Bitcoin”
  3. Daniel Diemers von PwC: Facebook Libra könnte weltweit größter Finanzdienstleister werden
  4. Fabian Schär von der Uni Basel: Facebook Libra kann für Zentralbanken zum Problem werden
  5. Julian Hosp: Facebook Libra könnte in Entwicklungsländern zu Revolutionen führen

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Fabian Schär von der Uni Basel: Facebook Libra kann für Zentralbanken zum Problem werden

Die Vorstellung des Whitepapers von Facebooks Krypto-Projekt Libra für eine globale digitale Kryptowährung hat nicht nur in der Krypto-Szene für viel Unruhe gesorgt. Während etwa die Kryptobörse Binance der geplanten Kryptowährung positiv gegenübersteht und sogar eine Teilnahme als Knotenpunkt plant, hagelt es vor allem seitens  Politik und von Aufsichtsbehörden Kritik und Warnungen Richtung Facebook. 

So hat in den USA der parlamentarische Ausschuss für Finanzdienstleistungen Facebook zu einem vorübergehenden Stopp von Libra aufgefordert, eine ähnliche Forderung hatten zuvor auch mehr als 30 US-Lobbyverbände formuliert. In anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Russland und Singapur stößt Libra bislang ebenfalls auf wenig Gegenliebe.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir acht renommierte Krypto-Experten aus dem deutschsprachigen Raum nach ihrer Einschätzung zu Facebook Libra befragt. Nach Prof. Alexander Denzler von der Hochschule Luzern, Blockchain-Influencer Robert Schwertner (CryptoRobby) und Dr. Daniel Diemers von PwC/Strategy&, verrät in Teil vier Prof. Dr. Fabian Schär, Leiter des Center for Innovative Finance der Uni Basel, was er von Facebook Libra hält.

Cointelegraph auf Deutsch: Was halten Sie von Facebooks Libra?

Fabian Schär: Das Konzept ist durchaus interessant, sollte aber nicht in einem Kontext mit offenen und zensur-resistenten Blockchains, wie der BitcoinBlockchain, genannt werden. Libra liegt näher bei PayPal als bei Bitcoin.

CT: Könnte das Projekt von Facebook langfristig möglicherweise mehr schaden als nützen?

FS: Dies hängt meiner Meinung nach sehr stark von den regulatorischen Entscheidungen ab. Sollte das Projekt abgenickt werden, dürfte die Wahrscheinlichkeit gross sein, dass Facebook stark davon profitiert. Die öffentliche Diskussion und der politische Diskurs könnten aber die Angst vor einem dominanten Tech-Riesen weiter anfeuern und insofern negative Konsequenzen für Facebook haben. Spannend werden insbesondere die Reaktionen von Amazon, Google und Apple sowie jene der Banken sein.

CT: Wie schätzen sie die Erfolgsaussichten des Libra-Projektes ein?

FS: Der Erfolg dürfte stark durch die Integration in WhatsApp und andere Plattformen beflügelt werden. Diese Vorgehensweise könnte es Facebook ermöglichen, die erfolgreichen Super-App-Modelle aus China für den westlichen Markt zu replizieren.

CT: Welche Vorteile hat das Projekt und welche Implikationen für das Finanzsystem ergeben sich aus der Einführung einer solchen Digitalwährung?

FS: Eine digitale Währung birgt viele Effizienzvorteile. Fraglich ist hingegen, ob es sinnvoll ist, wenn diese durch private Unternehmen ausgegeben werden.

CT: Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen wird Libra haben? 

FS: Ich gehe davon aus, dass durch das Projekt die Diskussion um Anonymität und Datenschutz in Zahlungssystemen neu lanciert wird. Man wird sich gesellschaftlich unweigerlich die Frage stellen müssen, wie viel Macht auf Unternehmen bzw. Konsortien übertragen werden soll. 

Zudem sehe ich Libra als eine unmittelbare Bedrohung für kleinere Zentralbanken. Langfristig könnten solche Projekte aber auch für große Zentralbanken zum Problem werden. Es wäre zum Beispiel durchaus denkbar, dass sich Libra irgendwann von der Anbindung an einen Währungskorb verabschiedet und selbst zu einer Organisation mit Zentralbank-Charakter wird.

CT: Könnte Libra Bitcoin als wichtigste Kryptowährung ablösen?

FS: Libra ist keine Kryptowährung im Sinne von Bitcoin. Das System ist weder offen noch zensur-resistent. In der Calibra-Wallet wird der User noch nicht mal seinen privaten Schlüssel sehen – insofern tue ich mich schwer Libra als Kryptowährung zu bezeichnen.

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Alexander Denzler von der Hochschule Luzern zu Facebook Libra: “Wir werden zum gläsernen Kunden 2.0”

Die Vorstellung des Whitepapers von Facebooks Libra-Projekt für eine globale digitale Kryptowährung hat nicht nur in der Krypto-Szene für viel Unruhe gesorgt. Während etwa die Kryptobörse Binance der geplanten Kryptowährung positiv gegenübersteht und sogar eine Teilnahme als Knotenpunkt plant, hagelt es vor allem aus der Politik und von Regulierungsbehörden Kritik und Warnungen gegenüber Facebook

Der parlamentarische Ausschuss für Finanzdienstleistungen in den USA und mehr als 30 US-Lobbyverbände  haben Facebook zu einem Stopp der Arbeit an Libra aufgefordert und auch in anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Russland und Singapur stößt Libra bislang auf wenig Gegenliebe.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir acht renommierte Krypto-Experten aus dem deutschsprachigen Raum nach ihrer Einschätzung zu Facebook Libra befragt. Im ersten Teil verrät Prof. Dr. Alexander Denzler, Leiter des Blockchain Labs der Hochschule Luzern, welche Chancen und Risiken er bezüglich Libra sieht.

Cointelegraph auf Deutsch: Was halten Sie von Facebooks Libra?

Alexander Denzler: Libra birgt Chancen und Risiken. Unumstritten ist der Einfluss auf den Bekanntheitsgrad von Kryptowährungen, zumal knapp 2,38 Milliarden aktive Facebook-Nutzer Zugang zu einer digitalen Währung erhalten werden. Libra als Bezahlmedium entspricht grundsätzlich einem digitalen Euro (Fiat-Coin) und weniger einer “traditionellen” Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether, bedingt durch die Verschlossenheit des Systems.

Facebook bzw. das Konsortium aus namhaften Betreibern des Netzwerks wird dabei die Rolle einer global agierenden Zentralbank einnehmen, quasi einer “EZB on Steroids”. Damit einher gehen viel Macht und Verantwortung. Klare “Spielregeln” und eine uneingeschränkte Transparenz im Umgang mit den Daten sind kritisch. 

Mit Libra knackt Facebook die letzte Meile der Datenerhebung und erhält direkten Einblick in das digitale Konto der Kunden. Die Effizienzmessung von Werbekampagnen kann dadurch massiv erhöht werden, zumal unser Nutzerverhalten noch besser ausgewertet werden kann. Wir werden zum gläsernen Kunden 2.0.   

CT: Könnte das Projekt von Facebook langfristig möglicherweise mehr schaden als nützen?

AD: Definitiv. Facebook ist sich des Risikos bewusst und sucht deshalb proaktiv das Gespräch mit relevanten Parteien wie etwa Regierungen, Finanzbehörden und Zentralbanken. Klar ist, eine Inbetriebnahme von Libra ohne Absprache und Zustimmung hätte verheerende Folgen für das Projekt und somit Facebook. Einige Regierungen haben den Einsatz von Libra bereits verboten.  

CT: Wie schätzen Sie Erfolgsaussichten des Libra-Projektes ein?

AD: Die technische Umsetzung des Projekts ist nicht der kritische Faktor, auch wenn die Transaktionsgeschwindigkeit sicherlich noch gesteigert werden muss. Viel mehr hängt alles von den regulatorischen Massnahmen ab, die global ergriffen werden, sowie der Akzeptanz der Nutzer. Der Sensibilisierung im Umgang mit Daten bzw. der Abwägung, ob man bereit ist, diese Facebook bereitzustellen, werden wir uns alle stellen müssen. 

CT: Welche Vorteile hat das Projekt und welche Implikationen für das Finanzsystem ergeben sich aus der Einführung einer solchen Digitalwährung?

AD: Preise können weltweit leichter verglichen werden, Wechselkursschwankungen können abgefedert werden, da Libra an mehrere Währungen gekoppelt wird und auch Wechselgebühren sowie Transaktionskosten werden voraussichtlich auf ein Minimum reduziert.

Der effektive Gebührenkatalog wurde allerdings noch nicht kommuniziert. Besonders in Ländern mit instabilen Regierungen und hoher Inflation könnte Libra als “Parallelwährung” viele Vorteile bieten, sofern die Regierungen Libra nicht direkt verbieten. Um die Implikationen für das Finanzsystem abschätzen zu können, genügt ein Blick nach China. WeChat hat das Bezahlverhalten der Bürger stark verändert. Eine ähnliche Digitalisierung der Bezahlung wird sich längerfristig auch bei uns einstellen. 

CT: Welche gesellschaftlichen und politischen Folgen wird Libra haben? 

AD: Der Fokus bei Libra liegt momentan primär auf der Währung selbst und den finanziellen Implikationen. Was im Whitepaper nur kurz erwähnt ist, aber viel mehr Zündstoff für hitzige Diskussionen bietet, ist die Verwaltung des digitalen Bankkontos (Wallet) und der Identität der Nutzer.

Dem Internet fehlt eine Authentifizierungsschicht, sprich überall, wo eine klare Identifikation benötigt wird. Beispielsweise müssen die Nutzer beim Kauf auf Amazon einen Nachweis erbringen. Das digitale Bankkonto von Facebook wird sicherlich einen Know Your Customer (KYC)-Prozess beinhalten.

Damit einher geht die Erstellung einer authentifizierten, digitalen Identität und somit dem essentiellen Bestandteil einer Authentifizierungsschicht für das Internet. Wohlbemerkt mit Facebook als Herrin über die jeweiligen Identitäten – und somit diese kritische Schicht. Dieser Ansatz steht in einem direkten Kontrast zu Self-Sovereign Identity Management, bei dem die Verwaltung von Identitäten und Daten in der Hoheit der Benutzer liegt. 

CT: Könnte Libra Bitcoin als wichtigste Kryptowährung ablösen?

AD: Nein. Bitcoin ist primär zu einem spekulativen Instrument, einer Art digitalem Gold, mutiert. Eine Studie hat erst kürzlich belegt, dass weniger als 5% der Bitcoins effektiv für Zahlungen genutzt werden. Libra als Stablecoin unterliegt keinen Kursschwankungen, da es keine künstliche Verknappung gibt und kann somit auch nicht als digitales Gold genutzt werden. Dieser kleine aber wichtige Unterschied wird sicherstellen, dass beide ohne Weiteres koexistieren können. 

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Wissenschaftliches Interesse an IOTA wächst rapide: Immer mehr Publikationen

Die Gesamtzahl von zu IOTA veröffentlichter wissenschaftlicher Publikationen hat in 2019 stark zugenommen. Dies geht aus öffentlichen Statistiken des IOTA Archives hervor, welches Daten zu Publikationen über IOTA erhebt.

Seitdem im Jahr 2017 die erste wissenschaftliche Publikation erschienen ist, hat das wissenschaftliche Interesse zu der Blockchain-Alternative rapide zugenommen. Gab es April 2018 lediglich neun Publikationen zu IOTA, liegt die Gesamtzahl inzwischen bei mehr als 95.

Eine besondere Dynamik ist dabei seit der zweiten Jahreshälfte von 2018 zu verzeichnen, die sich von März bis Juni 2019 deutlich verstärkt hat. So erschienen alleine im Mai dieses Jahres rund 20 Studien und im darauffolgenden Juni mehr als 15. Der Großteil aller zu IOTA publizierten Arbeiten kam innerhalb von 2019 heraus.

Anzahl wissenschaftlicher Publikationen zu IOTA (Quelle: IOTA-Archiv)

Mit welchen Themen sich die Forscher bei IOTA beschäftigen, lässt sich leicht über Google Scholar einsehen. Die Nutzbarkeit des Tangles im Internet der Dinge (IoT) macht einen großen Anteil aus. Es gibt aber auch mehrere jüngere Forschungsarbeiten zur Datensicherheit, wie etwa “IOTA Vulnerability: Large Weight Attack Performed in a Network” oder “A Parasite Chain Attack in IOTA”.

Aktuell dreht sich bei IOTA alles um das Thema Dezentralität, bislang im Vergleich zu Blockchains ein Schwachpunkt des über einen zentralen Koordinators gesteuerten Tangles. Laut IOTA-Co-Mitgründer Serguei Popov gibt es bereits einen Aktionsplan, um IOTA davon unabhängig und damit dezentral zu machen.

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Blockchain-Genomik-Firma und EMD Serono: Anonymisierte gemeinsame Datennutzung

Das Blockchain-Unternehmen Nebula Genomics hat eine Zusammenarbeit mit EMD Serono angekündigt, dem nordamerikanischen Biopharmazie-Geschäftszweig der Merck KGaA – dem weltweit ältesten Pharmaunternehmen. Das wurde in einer Pressemitteilung am 11. Juni bekanntgegeben, die Cointelegraph vorliegt.

Wie bereits berichtet, ist Nebula eine Blockchain-betriebene Plattform für Genomsequenzierungsdaten, die 2017 vom renommierten Genetiker Professor George Church und seinen Harvard-Kollegen Dennis Grishin und Kamal Obbad gemeinsam gegründet wurde.

Die Plattform nutzt die Blockchain-Technologie, um die Generierung und gemeinsame Nutzung genomischer Daten zu fördern sowie die Kosten für die Genomsequenzierung zu senken. Der Datenschutz und die Kontrolle über die einzigartigen und empfindlichen Daten eines Einzelnen werden dabei bewahrt.

In Zusammenarbeit mit EMD Serono wird Nebula dem Unternehmen Zugang zu seinem Netzwerk von anonymisierten genomischen Daten geben, um die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente zu unterstützen.

In einem begleitenden Blogbeitrag, der Cointelegraph vorlag, erläuterte Nebula, dass seine Vereinbarung mit EMD Serono ein erster Versuch sei, ein Modell zu realisieren, bei dem Genomsequenzierung gesponsert wird.

Der Blogbeitrag enthält auch einen Link zu einer Umfrage für Lungenkrebspatienten, die eingeladen werden, sich für eine kostenlose, hochdeckende Keimbahn- und Tumorganzgenom-Sequenzierung anzumelden. Diese könne ihnen helfen, bessere Behandlungsoptionen zu finden und zur Forschung in der Onkologie beizutragen.

In der Pressemitteilung heißt es auch, dass die Erstellung und Analyse großer genomischer Datensätze ein für das Gesundheitswesen und die biomedizinische Forschung eine starke Veränderung mit sich bringen könnte. Aber die langsame Datengenerierung, die Datenfragmentierung und die ineffiziente Zustimmungsverwaltung sind derzeit noch Hürden, die dieses Potenzial an der Entfaltung hindern.

Wie letzte Woche berichtet wurde, hat das große Pharmaunternehmen Böhringer Ingelheim kürzlich eine Partnerschaft mit der Blockchain-Gesundheitsplattform Solve.Care geschlossen. Ziel ist es, ein Netzwerkfür den vertrauenswürdigen Austausch von Daten über Patienten mit Diabetes aufzubauen, das mit Blockchain- und digitalen Vermögenswerten arbeitet.

Im Januar dieses Jahres hat Merck sich in den USA ein Patent für ein System gesichert, das eine Kombination aus künstlicher Intelligenz und Blockchain-Technologie verwendet, um die Authentizität einzigartiger physischer Objekte zu ermitteln.

Ein tiefgehender Cointelegraph-Artikel vom letzten Herbst berichtete über Nebula Genomics und andere Projekte, die an Blockchain-Lösungen arbeiten, die die Eigentums- und Umlaufmodelle für hochsensible und wissenschaftlich wertvolle genomische Daten innovieren wollen.

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