„Gut durchdachter Entwurf“: Indische Finanzministerin äußerst sich zu Bitcoin-Verbot – und löst Debatte aus

Außer Medienberichten, die aus einem angeblichen Leak des entsprechenden Gesetzentwurfs zitieren, war bisher wenig über die sogenannte „Banning of Cryptocurrency & Regulation of Official Digital Currency Bill 2019“ bekannt. Nun hat sich Indiens Finanzministerin Nirmala Sitharaman zu dem Vorstoß, an dem ihr Ministerium federführend beteiligt ist, geäußert.

Das Komitee hat beeindruckende Arbeit geleistet. […]. Wenn ich den Entwurf mit dem verschiedener anderer Länder vergleiche, stehen wir sehr gut dar. […]. [Der Entwurf] ist eine sehr zukunftsorientierte und gut durchdachte Arbeit.

Dies sagte sie im Interview mit The Economic Times India.

Gesetzentwurf mutmaßlich geleakt

Derweil ist wenig bekannt über den konkreten Inhalt des Entwurfs. Seit Ende letzten Jahres tagt ein ministerienübergreifendes Komitee zum Thema Kryptowährungen, wie wir an dieser Stelle berichtet haben.

Vorausgegangen waren Klagen vonseiten verschiedener Branchenvertreter aus dem Umfeld des indischen Krypto-Markts. Allen voran das Verbot, Bankkonten eröffnen zu dürfen, schlug der indischen Krypto-Community übel auf. Schließlich mussten im Zuge dessen zahlreiche Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten beenden. Zwar hatte der Oberste Gerichtshof des Landes im Zuge der Unklarheiten über gesetzmäßige Regulierungen im Hinblick auf Bitcoin & Co. einen Gerichtstermin für den 23. Juli angesetzt. Doch dieser wurde nach Medienberichten auf unbestimmte Zeit verschoben.

Fachkundige fragen sich an dieser Stelle zurecht, wie der Besitz von Bitcoin in der Praxis überhaupt nachgewiesen werden kann. Denn auf der technischen Ebene besitzen Bitcoiner das Recht, eine UTXO (Unspent Transaction Output) auf der Blockchain zu transferieren. Alles, was sie dafür benötigen, ist der Private Key – und den kann man sich theoretisch sogar merken. Gedanken zu verbieten scheint einerseits einem gesunden Menschenverstand zu widersprechen. Andererseits ist der Nachweis in der Praxis kaum zu führen.

Branchenverband Nasscom formuliert umfassende Kritik

In eine ähnliche Richtung geht auch die Kritik, die der Branchenverband „The Indian National Association of Software and Services Companies (Nasscom)“ an dem gestreuten Gesetzentwurf am vergangenen Dienstag, dem 30. Juli, geäußert hat.

Nasscom ist der Meinung, dass der aktuelle Vorschlag des Komitees, alle Kryptowährungen mit Ausnahme von regierungsgedeckten Kryptowährungen, zu verbieten, ist keine konstruktive Maßnahme.

Stattdessen solle die Regierung lieber Rahmenbedingungen erlassen, die „einen geregelten Umgang mit Kryptowährungen und Token möglich machen“. Die dezentrale Struktur von Bitcoin & Co. mache eine praktische Umsetzung derlei Verbote ohnehin unmöglich, so Sathvik Vishwanath, CEO und Gründer von Unocoin, der größten Krypto-Exchange auf dem Subkontinent.

Außerdem tendieren Verbote von Dingen, die sich nicht verbieten lassen, dazu, ehrliche Marktteilnehmer aus dem Markt zu treiben. Kriminelle Strukturen hingegen bleiben von Verboten meist unbeeindruckt, argumentiert Nasscom. Mit anderen Worten: Das Verbot von Bitcoin in Indien würde höchstens zu einem Aufblühen des Schwarzmarkts führen, nicht aber zu einer effektiven Unterbindung von Kryptowährungen.

Nischal Schetty, Gründer und CEO der Bitcoin-Börse WazirX, verdeutlicht die Bedrohung, die der Gesetzentwurf für die indische Szene bedeutet. Seit Dezember 2018 postet der Aktivist beinahe täglich Argumente, die gegen ein Krypto-Verbot sprechen, unter dem Hashtag #IndiaWantsCrypto. Dabei immer im Cc: Wirtschaftsminister Anurag Thakur.

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EU Bitcoin Bank Bitwala erhält Finanzspritze in Höhe von 13 Mio. Euro

Die deutsche Bitcoin-Bank Bitwala hat bei einer Finanzierungsrunde 13 Millionen Euro erhalten, wie das Unternehmen am 31. Juli per Pressemitteilung bekanntgab.

Brücke zwischen Banking und Bitcoin

Laut der Pressemitteilung hat sich ein internationales Investorenkonsortium unter Führung von Sony Financial Ventures, Global Brain und der britischen Investmentgesellschaft NKB Group an der deutschen Bank beteiligt. Die Hälfte der Mittel stellten die Investoren Earlybird Venture Capital und Coparion bereit. Jan Goslicki, Mitbegründer und Chief Compliance Officer von Bitwala sagte dazu:

„Wir haben Bitwala gegründet, um etwas zu tun, was niemand für möglich hielt: Bitcoin mit dem konventionellen Finanzsystem zu verbinden und gleichzeitig die Anforderungen der strengen deutschen Bankenregulierung zu erfüllen.“

Breiter Kundenstamm

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Kunden in allen 31 Mitgliedsländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und ist die einzige Bank, die ein kostenloses Konto mit integrierter Bitcoin-Wallet und Trading-Funktionalitäten anbietet. Bitwala weist auf eine Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 € hin und dass Bitcoin in Multi-Signatur-Wallets aufbewahrt werde. Damit werde verhindert, dass Hacker über einen einzigen Angriffspunkt zum Erfolg gelangen könnten.

Im Januar 2018 hatte Bitwala wie andere Konkurrenten einen Rückschlag erlitten, als durch die Einstellung der Zusammenarbeit von Visa mit dem Kreditkartenanbieter WaveCrest einstellte, womit auf einen Schlag praktisch alle Krypto-Kreditkarten unbrauchbar wurden.

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Mt.Gox: Sammelklage gegen Ex-Bitcoin-Börsen-Chef

Ein langwieriger und chaotischer Mt.Gox-Prozess vor dem Bezirksgericht Tokio

Der Franzose Mark Karpelès kaufte die Krypto-Börse Mt.Gox im Jahr 2012. Die Plattform meldete bereits 2014 Insolvenz an. Zwischenzeitlich gingen beim Börsen-Betrieb 850.000 Bitcoin verloren. Die Bitcoin hatten zum Zeitpunkt des Verschwindens einen Wert von 500 Millionen US-Dollar. Der „Baron des Bitcoins“ stand schon damals unter dem Verdacht, mit dem Verschwinden der digitalen Coins in Verbindung zu stehen. Bei dem Gerichtsverfahren in Tokio stellten die Ermittler Ungereimtheiten fest. Demzufolge soll Karpelès zwischen 2013 und 2015 Computerdaten zur Zahlung von Rechnungen verändert haben. Karpelès selbst beteuerte vor Gericht seine Unschuld. Er machte einen externen Hackerangriff für das Verschwinden der virtuellen Münzen verantwortlich. Im Verlauf des Gerichtsverfahrens tauchten rund 200.000 der vermissten Mt.Gox-Bitcoin wieder auf. Die Kläger werteten dies ferner als Beweis für die teilweise unüberschaubaren und unsicheren Maßnahmen der Geschäftsführung. Die Lage gilt nach wie vor als unsicher.

Erhalten die geprellten Opfer ihre Bitcoin zurück?

Doch nun melden sich auch die ehemaligen Nutzer von Mt.Gox aus Pennsylvania. Erst kürzlich lehnte ein Gericht in Pennsylvania die Zurückweisung einer Sammelklage gegen Karpelès ab. Karpelès sah das Gericht in Pennsylvania als nicht zur Durchführung der Sammelklage befugt an. Der Unternehmenssitz von Mt.Gox liegt schließlich in Tokio. Was Karpelès bei seiner Argumentation dagegen übersah: Das Gericht in Pennsylvania hat die Befugnis, die in Pennsylvania geschädigten Opfer bei einer Sammelklage zu vertreten.

Nachdem sich im Jahr 2018 das japanische Insolvenzgericht auf die Seite der Gläubiger geschlagen hatte, wurde ein Antrag auf eine zivilrechtliche Rehabilitation gestellt. Dementsprechend können die ehemaligen Mt.Gox-Nutzer ihre ursprünglichen Bitcoin-Forderungen bei der Krypto-Börse einreichen. Der Rehabilitationstreuhänder der Börse gab kürzlich bekannt, dass sein Team an einem Entwurf zur Verteilung der restlichen Mittel der insolventen Börse arbeite. Folglich ist der Fall Mt.Gox für Karpelès noch lange nicht abgeschlossen.

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Bitfinex-Mutterfirma muss für Rechtsstreit tief in die Tasche greifen

Anwälte von Bitfinex, Tether und der Muttergesellschaft iFinex Inc. haben erklärt, dass die Beklagten bereits über 500.000 US-Dollar für die Beantwortung von Dokumentenanfragen für einen laufenden Rechtsstreit ausgegeben haben.

Das Schreiben der Anwälte – das am 30. Juli bei Richter Joel M. Cohen eingereicht und vom CIO des Altana Digital Currency Funds über Twitter am selben Tag geteilt wurde – zeigt, wie teuer und komplex die Einhaltung von Dokumentenanforderungen für die staatliche Untersuchung ist.

Wie zuvor berichtet, begann das Verfahren gegen die Befragten am 24. April, als das Büro des Generalstaatsanwalts von New York (NY OAG) Bitfinex beschuldigte, 850 Millionen US-Dollar an Geldern verloren zu haben. Diese wären für die Entschädigung von Nutzern benötigt worden und seien von der Tochtergesellschaft Tether abgezweigt worden, um den Fehlbetrag heimlich zu decken.

Sehr kostspieliger Rechtsstreit

Wie die Anwälte des Unternehmen hervorheben, habe das Gericht in einer früheren Entscheidung aufgrund des großen Aufwands einen Aufschub hinsichtlich der Bereitstellung von Dokumenten zu dem von Theter gegenüber Bitfinex gemachten Darlehen gewährt.

Laut den Anwälten habe sich das Gericht angesichts des noch unbeantworteten Antrags auf Verfahrenseinstellung für den Aufschub entschieden, weil es verhindern wollte, dass die Befragten ein kleines Vermögen für die Erstellung von Dokumenten ausgeben hätten müssen, die sich später möglicherweise als unnötig erweisen könnten.

Wie die Anwälte bestätigen, habe das Gericht mit seiner Erwartung hoher Kosten zur Dokumenteerstellung richtig gelegen. Die nur für einen kleinen Teil der angefragten Dokumente ausgegebenen Gelder beliefen sich bereits auf über 500.000 US-Dollar. In dem Schreiben der Anwälte heißt es:

„Die teilweise Beantwortung der Anfrage des Gerichts ist eine der größten und komplexesten Bemühungen zur Sammlung und Überprüfung von Dokumenten, an der der unterzeichnende Anwalt jemals teilgenommen hat, und an der insgesamt über 60 Anwälte beteiligt waren.“

Lediglich ein Aufschub

Die Anwälte weisen in ihrem Schreiben an Richter Cohen darauf hin, dass die durch den Aufschub für den Staatsanwalt entstehenden Unannehmlichkeiten durch den durch Kosten entstehenden irreparablen Schaden für die Beklagten bei weitem überwiegt.

Sie stellen auch fest, dass der Aufschub in keiner Weise als Verzögerung ausgelegt ist, da die Befragten ihrem Antrag auf Ablehnung des Verfahrens und gegebenenfalls bei dessen Zurückweisung einer Beschwerde nachgehen würden. Darüber hinaus bringen sie ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass sie letztendlich eine erfolgreiche Anfechtung des Falles erreichen werden. 

Bei der Gerichtsverhandlung Anfang dieser Woche gewährte Richter Cohen eine 90-Tage-Verlängerung für den Fall, so dass die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen fortsetzen kann.

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Report: Frauenanteil unter Krypto-Investoren in Europa bei 20 Prozent

Neue Daten bestätigen, dass die Krypto-Community weiterhin von Männern dominiert wird. Das Geschlechterungleichgewicht ist jedoch möglicherweise weniger extrem als bisher angenommen.

Für einen am 31. Juli vom Fintech-Unternehmen Bitpanda und dem Marktforschungsunternehmen GlobalWebIndex veröffentlichten Bericht wurden zahlreiche Datenpunkte untersucht, um Einblicke zu europäischen Kryptoinvestoren zu gewinnen.

Einer von fünf europäischen Krypto-Investoren ist weiblich

Der Bericht weist darauf hin, dass frühere Untersuchungen bei Kryptoinvestoren einen Männeranteil von mehr als 90% ergeben hätten. Neue Analysen zeigten jedoch, dass die Geschlechterverteilung unter europäischen Kryptoinhabern 78% männlich und 22% weiblich ist.

Weiblichen Krypto-Investoren haben eine um 30% höhere Wahrscheinlichkeit, zu den Top-10%-Verdiendern zu gehören, gegenüber 16% bei ihren männlichen Kollegen, und eine um das 3,3-fache höhere Wahrscheinlichkeit als Frauen im Durchschnitt.

Sowohl weibliche als auch männliche Kryptoinvestoren weisen im Vergleich zu durchschnittlichen europäischen Frauen und Männern unterschiedliche Profile auf. Weibliche Krypto-Investoren sind 1,6x häufiger im Finanzbereich tätig als andere Frauen, im Vergleich zu männlichen Krypto-Investoren, die 2,6x häufiger als andere Männer in der Branche tätig sind. Sie arbeiten 2,3x häufiger im Marketing (im Vergleich zu 2,3x bei Männern) und 1,9x häufiger im Bankwesen (2,2x bei Männern). 

Was die Interessen betrifft, so behauptet der Bericht, dass weibliche Kryptoinhaber „sich von anderen Frauen stärker unterscheiden als männliche Krypto-Währungsinhaber von anderen Männern“. Sie zeigen größere Unterschiede zu anderen weiblichen Internetnutzern als Männer bei Themen wie Computer, Programmierung, Technologie, Glücksspiel und Finanzen.

Bedeutung von London

Die Schlussfolgerungen des Reports bestätigen frühere Untersuchungen – ebenso wie mehrere Stereotypen, die sich in der Branche herausgebildet haben. 

In Bezug auf die geografische Verteilung gibt es in Europa mit jüngeren, wohlhabenderen und einer online-affineren Bevölkerung tendenziell mehr Kryptoinhaber. Die Schweiz weist mit 7% der Internetnutzer und 14% der Vermögenseigentümer die höchste Quote an Kryptoeigentümern in Europa auf.

Das Vereinigte Königreich belegt bei den Ländern mit dem höchsten Anteil an Kryptoinhabern nur den 11. Platz. London selbst hat mit dem Dreifachen der Durchschnittsrate die höchste Konzentration an Kryptoinhabern in ganz Europa. 

Eine Anfang dieses Monats veröffentlichte US-weite Umfrage ergab, dass 9% der Millennials Krypto als wichtigste langfristige Anlageoption erachten, was etwa dem Dreifachen älterer Generationen entspricht.

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Bitfinex und Tether – Gericht vertagt Entscheidung

In New York ist der Gerichtsprozess um die Bitxoin-Börse Bitfinex und den Stable-Coin-Anbieter Tether durch den zuständigen Richter verlängert worden. Wie die Krypto-Journalistin Celia Wan per Twitter am 29. Juli meldet, gewährte Richter Joel M. Cohen dem Fall nämlich einen 90-tägigen Aufschub. Dies bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft weiterhin ermitteln kann.

Hintergrund der Klage gegen Bitfinex und Tether

Die Klage gegen Bitfinex und Tether, welche miteinander in enger Kooperation stehen, besteht seit dem 26. April 2019. Die Generalstaatsanwältin des US-Bundestaates New York, Letitia James, wirft den Unternehmen die Unterschlagung von 850 Millionen US-Dollar vor. Demnach sollen die Firmen durch unangemessene und unrechtmäßige Businessprozesse versucht haben, Liquiditätsprobleme auszugleichen.

Konkret geht es hierbei um eine Art Notfallkredit, welchen Tether Bitfinex im November 2018 gewährt haben soll. Dieser soll ungefähr 650 Millionen US-Dollar umfasst haben (BTC-ECHO berichtete). Ziel der Überweisung war es vor allem, sicherzustellen, dass Bitfinex weiterhin Auszahlungen an seine Kunden vornehmen konnte.

Das Heikle an der Kreditvergabe: Beide Firmen besitzen dieselbe Unternehmensstruktur. Zudem liefen die Transaktionen heimlich ab und wurden vermutlich in Panama abgewickelt. Weder Behörden noch Investoren erfuhren von den Ausgleichszahlungen.

Die Liquiditätsengpässe bei Bitfinex waren möglicherweise die Folge regulatorischer Maßnahmen polnischer, portugiesischer und US-amerikanischer Behörden, die Zahlungen zurückhielten. In jüngster Vergangenheit machte Tether anderweitig erneut Negativschlagzeilen. Am 15. Juli druckte das Unternehmen nämlich versehentlich fünf Milliarden USDT und verbrannte diese anschließend wieder.

Die Frage nach der Zuständigkeit

Hinsichtlich der Klage vor dem New Yorker Gerichtshof wehren sich Bitfinex und Tether gegen die Vorwürfe. Die Anwälte von Tether geben zu bedenken, dass weder Bitfinex noch Tether unter den Rechtsbereich New Yorks bzw. der USA fallen. Genauer gesagt schließen die Firmen US-Bürger vertraglich von ihren Dienstleistungen aus. Eine Kontrolle dieser Regelung erfolgt allerdings nicht. Weiterhin unterstellen die Anwälte der Staatsanwaltschaft ungenaue und falsche Angaben in der Klageschrift.

Der Versuch, die Klage vom Richter unmittelbar abweisen zu lassen, schlug offenbar fehl. Nun werden sich Bitfinex und Tether möglicherweise doch in einem Verfahren vor der New Yorker Staatsanwaltschaft verteidigen müssen.

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MasterCard will Blockchain-Zahlungen im Mittleren Osten ermöglichen

MasterCard hat eine Zusammenarbeit mit Bahrains elektronischem Netzwerk für Finanztransaktionen Benefit beschlossen. Im Zentrum der Kooperation steht die Erprobung eines blockchainbasierten Zahlungsnetzwerks, das der Abwicklung grenzüberschreitender Überweisungen zwischen Banken und Unternehmen im Mittleren Osten dienen soll. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die MasterCard am 30. Juli veröffentlicht hat.

Demnach soll das Pilotprogramm es den Banken ermöglichen, Geld in einem privaten Netzwerk über den B2B-Service von MasterCard zu senden:

Die [Blockchain-]Technologie löst mehrere Herausforderungen heutiger B2B-Zahlungen wie Geschwindigkeit und Transparenz. Unternehmen werden in der Lage sein, schnellere Zahlungen an ihre Empfänger zu leisten, da die Technologie es den Banken ermöglicht, die benötigten Zahlungsinformationen im Voraus direkt und ohne Zwischenhändler über das sichere private Blockchain-Netzwerk auszutauschen und so die Zahlungssicherheit zu gewährleistet.

Für Abdulwahed Al-Janahi, CEO des bahrainischen Bankennetzwerks Benefit, fügt sich die Kooperation nahtlos in das Vorhaben Bahrains ein, sich als internationales Zentrum für Finanztechnologie zu positionieren:

Wir freuen uns sehr, diese Vereinbarung zu unterzeichnen, die einen qualitativen Sprung für internationale Überweisungssysteme darstellt und den Namen Bahrains als führende internationale Drehscheibe für FinTech stärken wird. Das Projekt steht im Einklang mit der nationalen Agenda zur Einführung innovativer Produkte auf der Grundlage neuer Technologien wie Blockchain,

kommentiert Al-Janahi die Kooperation in der Pressemitteilung.

MasterCard und Visa auf Blockchain-Kurs

Der Zahlungsdienstleister bleibt damit weiter auf Blockchain-Kurs. Einen wichtigen Meilenstein markierte dafür der 20. Oktober 2017. Seitdem ermöglicht MasterCard seinen Geschäftskunden den Zugriff auf die Blockchain-Plattform „MasterCard Blockchain“. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mittlerweile über 100 Blockchain-Patente eingereicht. So soll die Technologie MasterCard beispielsweise dabei helfen, Kundendaten besser zu schützen. Ein anderes Patent beschreibt indes eine Technologie, die verdächtig an einen Bitcoin-Mixer erinnert.

Auch MasterCard-Konkurrent Visa setzt zunehmend auf „dezentralisierte“ Ansätze für die Bewältigung von B2B-Transaktionen. Erst im Juni lancierte Visa dafür das Bezahlnetzwerk B2B Connect.

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Report: Chinsisches Bitcoin-Miningunternehmen plant US-Börsendebüt

Der chinesische Bitcoin-Miningriese Canaan Creative hat offenbar einen Antrag für einen Börsengang (IPO) in Höhe von 200 Millionen US-Dollar bei den US-Regulierungsbehörden eingereicht.

Report: Canaan will noch vor Bitmain an die Börse

Das geht aus einem am 31. Juli auf der lokalen Social-Media-Plattform WeChat veröffentlichten Bericht hervor, welcher behauptet, der Antrag liege bereits bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) vor.

Auch wenn Canaan im Westen weniger bekannt ist als Konkurrenten wie etwa Bitmain, handelt es sich um einen der drei wichtigsten chinesischen Betreiber von Bitcoin-Mining. Bitmain hatte Berichten zufolge geplant, Ende Juni einen Börsengang bei der US SEC einzureichen. Dieser Bericht würde – wenn er korrekt ist – bedeuten, dass Canaan Creative dem Konkurrenten zuvorgekommen ist.

Im März nahm Canaan Creative in seiner jüngsten Finanzierungsrunde zusätzliches Kapital auf. Der genaue Betrag blieb allerdings unbekannt. Dabei kamen keine neuen Investoren an Bord, alle neuen Barmittel sollen von bestehenden Geldgebern stammen.

Mit der IPO-Anmeldung sei Canaan der erste chinesische Marktteilnehmer, der sein Projekt erfolgreich auf den US-amerikanischen Markt gebracht habe, so der Bericht.

Industrie für Bitcoin-Mining konsolidiert weiter

Wie Cointelegraph berichtete, waren frühere IPO-Anträge auf Ablehnung gestoßen. Kanaan, Bitmain und Yibang hatten alle erfolglos versucht, in Hongkong einen Börsengang durchzuführen.

Als Bitmain im Dezember 2018 scheiterte wurde der damals sehr volatile Bitcoin-Markt als potenzieller Grund angeführt, warum die Behörden das IPO ablehnten. Der Mining-Sektor hatte im Vormonat durch nachgebende Bitcoin-Preise einen Rückschlag erlitten.

Sechs Monate später hat sich die Lage gewandelt. Der Bullenlauf von Bitcoin lässt den Mining-Sektor wiederauferstehen.

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Indien: Führender Softwarehersteller spricht sich gegen Bitcoin-Verbot aus

Da die indische Regierung erwägt, das Trading und den Besitz von Bitcoin und Kryptowährungen zu verbieten, hat sich Nasscom, die führende Software- und Informationstechnologieorganisation des Landes, gegen den Vorschlag ausgesprochen.

Indien will Bitcoin verbieten

In letzter Zeit war die Presse voll mit Berichten darüber, dass Indien das Trading mit Bitcoin und Kryptowährungen verbieten und kriminalisieren wird. Anfang letzter Woche schlug ein Krypto-Ausschuss der Regierung vor, ein pauschales Verbot einzuführen. Das bedeutet, dass jeder, der gegen das Gesetz verstoßen hat, für ein Jahrzehnt inhaftiert wird.

Wie vom Business Standard berichtet, lehnt die National Association of Software and Service Companies (Nasscom) den jüngsten Vorschlag der Regierung zum Verbot aller Kryptowährungen entschieden ab. Am Dienstag sagte Nasscom:

Stattdessen sollte die Regierung hinarbeiten auf die Entwicklung eines risikobasierten Rahmens zur Regulierung und Überwachung von Kryptowährungen und Token. Ein Verbot würde die Einführung neuer Anwendungen und Lösungen verhindern und Technologie-Startups abschrecken. Es würde Indien daran hindern, neue Anwendungsfälle zu gebrauchen, die Kryptowährungen und Token bieten.

Der indische Informationstechnologiesektor ist generell gegen das Verbot des Krypto-Sektors. Nasscom sagte, dass ein Verbot wahrscheinlich nach hinten losgehen werde, da es die Einhaltung der Vorschriften durch legitime Dienstanbieter im Blockchain- und Kryptosektor verhindert.

Anstelle eines pauschalen Verbots schlug Nasscom vor, kryptowährungsbasierte Unternehmen in „regulatorischen Sandkästen“ zu testen. Zusätzlich teilte man mit:

Wir sollten darauf hinarbeiten, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der illegale Aktivitäten ständig überwacht und verhindert. Die Verordnung würde es den Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, besser für das Verständnis dieser neuen Technologien gerüstet zu sein, Informationen über wichtige Entwicklungen zu sammeln und Durchsetzungsmaßnahmen zu ergreifen.

Blockchain gut, Bitcoin schlecht

Trotz einer harten Haltung gegen Kryptowährung legte der Regierungsausschuss nahe, dass die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) einer Reihe von Finanz- und Nicht-Finanzsektoren in Indien zugute kommen könnte. Als Beispiel wurde die Kostensenkung bei der Identitätsprüfung für Kredit- und Finanzierungsgeschäfte genannt.

Nasscom stimmte dem Vorschlag zu und versprach, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um zu prüfen, wie DLT in ganz Indien eingesetzt werden kann.

Als er von dem vorgeschlagenen Bitcoin- und Kryptoverbot hörte, sagte der amerikanische Milliardär und Risikokapitalgeber Tim Draper, dass das Bitcoin-Verbot „Indien 40 Jahre zurückwerfen wird“.

Draper erinnerte die vorgeschlagene Gesetzgebung an „ähnlich wie bei den Ludditen. Sie sagen tatsächlich: ‚Wir werden den Fortschritt nicht tolerieren’. Stell dir vor, sie hätten das mit dem Internet gemacht?“

Drapers Kommentar schlug hohe Wellen und ging einigen Indern wohl auch zu nahe. Draper:

Die Menschen werden Indien verlassen wollen, um in ein Land zu gelangen, das weniger rückständig ist. Ich vermute, sie werden rauskommen, damit sie ein besseres Leben führen können.

Textnachweis: bitcoinist

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