Alchemy – Das „Amazon Web Services“ der NFT-Branche bekommt Finanzspritze

Das Blockchain-Unternehmen Alchemy hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde 80 Mio. US-Dollar Investitionskapital eingesammelt, wodurch der „Motor“ der NFT-Branche nun noch mehr Power bekommt.

Die Finanzierungsrunde vom 28. April wurde von den Investmentfirmen Coatue und Addition Capital angeführt, letztere ist ein Investmentfonds des amerikanischen Großinvestors Lee Fixel.

Zu den weiteren Teilnehmern der Finanzierungsrunde gehören die Familie Glazer, die als Eigentümer des Footballteams Tampa Bay Buccaneers und des Fußballklubs Manchester United bekannt ist, sowie der Risikokapitalgeber DFJ Growth, der bereits in innovative Projekte wie Coinbase, SpaceX und Stripe investiert hat.

Außerdem befinden sich unter den Investoren der Series B Funding Round noch klangvolle Namen wie die Band The Chainsmokers und Schauspieler/Musiker Jared Leto, die ebenfalls einen kleinen Teil dazu beigetragen haben, dass der Unternehmenswert von Alchemy nun auf 500 Mio. US-Dollar gestiegen ist. Zu den bestehenden Investoren des Blockchain-Unternehmens gehören wiederum Firmen und Organisationen wie Pantera Capital, Coinbase, Samsung und die Universität, während auch wohlhabende Privatpersonen wie Charles Schwab und Yahoo-Mitgründer Jerry Yang beteiligt sind.

Die Liste der Geldgeber ist also lang und beeindruckend, doch dieses Vertrauen scheint das Projekt zu rechtfertigen, denn wie CNBC berichtet, ist Alchemy einer der größten Profiteure des aktuellen Hypes um sogenannte Non-Fungible Tokens (NFT), denn das firmeneigene Blockchain-Netzwerk dient als Grundgerüst für einen Großteil der „Krypto-Sammelgegenstände“. Obwohl Alchemy erst im Dezember 2019 gegründet wurde, verzeichnet die Plattform ein rasantes Wachstum, das allein in den letzten acht Monaten nahezu eine 100-fache Steigerung hingelegt hat. Die Anzahl der Blockchain-Projekte, die auf dem Alchemy-Netzwerk fußen, hat sich im ersten Quartal gleichsam verdoppelt.

Einer der bekanntesten Partner von Alchemy ist Dapper Labs, das Entwicklerteam hinter den erfolgreichen NFT-Projekten CryptoKitties und NBA Top Shot. Während ersteres Pionierarbeit in der NFT-Branche geleistet hat, ist letzteres die wohl populärste NFT-Plattform, die für den aktuellen Hype um „Krypto-Sammelkarten“ maßgeblich mitverantwortlich ist. Auch an der NFT-Rekordauktion des Künstlers Beeple, die im März 69 Mio. US-Dollar eingespielt hat, war Alchemy beteiligt.

Das Blockchain-Unternehmen spielt in der Branche also eine gewichtige Rolle, die auf grundlegender Ebene anzusiedeln ist, denn das Alchemy-Netzwerk ist quasi das „Amazon Web Services“ (AWS) der NFT-Welt. Dahingehend erklärt CTO Joe Lau:

„Jedes Mal, wenn sie Netflix öffnen, greifen sie im Hintergrund auf die Infrastruktur von AWS zurück. Jedes Mal, wenn sie mit einem NFT interagieren, greifen sie auf Alchemy zurück. Alchemy ist sozusagen der Motor unter Haube.“

Erklärung: Die „Amazon Web Services“ sind der Cloud-Computing-Dienst des Onlinehändlers Amazon, der sich allerdings längst nicht nur auf die eigene Infrastruktur beschränkt, sondern für viele Internetdienste als Grundgerüst dient, darunter Twitter, Twitch und Facebook. Laut Spiegel ist Amazon mit einem Marktanteil von 30 % sogar der Marktführer unter den Cloud-Diensten.

Der Vergleich mit den AWS scheint dementsprechend hoch gegriffen, jedoch kommt dieser nicht nur aus der eigenen Führungsetage, sondern auch Paul Veradittakit von Geldgeber Pantera Capital sieht Alchemy als „das Amazon Web Services (AWS) der Blockchainbranche“.

Und in der Tat steckt das Blockchain-Netzwerk inzwischen bei vielen wichtigen NFT-Plattformen „unter der Haube“, darunter OpenSea, Nifty Gateway, CryptoKitties und Gods Unchained. Auch auf der Webseite des Projekts wird deshalb explizit der Vergleich mit dem Cloud-Dienst von Amazon gezogen:

„Genauso wie die AWS die Plattform für Internetdienste wie Uber, Netflix und viele andere sind, ist Alchemy der Motor hinter vielen großen Playern in der Blockchainbranche.“

Das Unternehmen will die neuen Investitionsgelder nutzen, um weitere Blockchains in ihr Netzwerk einzubinden und die Belegschaft, die sich derzeit erst auf 22 Mitarbeiter beläuft, zu erweitern.

Ende März hatte sich Alchemy mit der Flow-Blockchain zusammengetan, um die Reichweite in der NFT-Branche zu vergrößern.

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