Solarisbank wird zum Unicorn und übernimmt Konkurrenten

Die Solarisbank erhält eine massive Finanzspritze aus einem Series D Funding. Mit dem neuen Kapital übernimmt man den Konkurrenten Contis und expandiert zeitgleich nach UK.

Die Solarisbank freut sich über einen Geldsegen. Im Zuge einer Finanzierungsrunde nahm das Berliner FinTech rund 190 Millionen Euro ein. An dem Series D Funding beteiligten sich sowohl bestehende Geldgeber wie Pathway Capital Management oder der Fonds Ilavska Vuillermoz als auch Decisive Capital als neuer Investor. Durch die Einnahmen mutiert die Solarisbank zum Unicorn mit einer Unternehmensbewertung von 1,4 Milliarden Euro.

Doch damit nicht genug. Denn der Großteil des eingenommenen Kapitals, etwa 140 Millionen Euro, fließt direkt in die Übernahme eines Konkurrenten. Bereits zuvor berichteten Medien übereinstimmend von etwaigen Plänen. Nun geht aus der Mitteilung der Solarisbank auch hervor, um welches Unternehmen es sich genau handelt. Die Wahl fällt auf das britische FinTech Contis. Der Zukauf markiert eine der größten Akquisitionen, die ein deutsches Finanz-Start-up getätigt hat. Gegenüber BTC-ECHO begründet Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank, die Entscheidung:

Um Zugang zu Großbritannien zu bekommen, das für uns und unsere Partner von größter strategischer Bedeutung ist, haben wir uns gegen die Beantragung einer eigenen Lizenz und für die Partnerschaft mit Contis entschieden. Es gab mehrere Gründe, die für Contis sprachen: Wir teilen dieselbe Vision über die Zukunft von Embedded Finance. Zudem verfügt Contis über eine E-Geld-Lizenz in UK und in der EU (über Litauen).

Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank

Weitere Gründe seien die komplementäre Produktplattform sowie der Kundenstamm, der sich mit der Klientel der Solarisbank “hervorragend ergänze”. Auch der Umsatz und die Profitabilität hätten eine Rolle gespielt, meint Jamous.

Solarisbank und Contis bleiben zunächst separat

Die Solarisbank gilt dabei als eines der ersten Fintechs mit Vollbanklizenz, über die Unternehmen eigene Finanzprodukte anbieten können. Auf Dienstleistungen im Bereich Payments, Kreditgeschäft und Digital Banking sowie integrierter Drittanbieter können Kunden durch eine API-Anbindung auf die Plattform zugreifen. „Banking as a Service“ nennt die Solarisbank das Modell, bei dem die Bank in der Regel im Hintergrund bleibt. Contis Geschäftsmodell fußt dabei auf ähnlichen Ansätzen. Auch hier gibt es eine API-Plattform mit dazugehöriger Bankkarte und Konto.

Das operative Geschäft wird von der Übernahme jedoch zunächst nicht betroffen sein, versichert Jamous.

Die API-Plattformen von Solarisbank und Contis folgen leicht unterschiedlichen Ansätzen, bei weitgehend überlappenden Fähigkeiten im Produktspektrum Digital Banking und Cards. Nach Abschluss der Transaktion werden die Plattformen vorerst separat voneinander stehen bleiben und wir werden dann gemeinsam prüfen, wo eine Verzahnung sinnvoll ist. Unser Ziel ist es, den Partnern beider Unternehmen eine einfache internationale Expansion zu ermöglichen.

Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank

Apropos Expansion, die treibt die Solarisbank mit der Übernahme natürlich selbst mächtig voran. Erst vor Kurzem expandierte man nach Frankreich, Spanien und Italien. Vor Jahren standen zudem auch Ausdehnungspläne in Richtung Asien an. Diese seien jedoch aktuell nicht weiter konkretisiert worden, meint Jamous.

Zum Jahreswechsel hatte BTC-ECHO der Solarisbank einen Besuch abgestattet. Wie das Berliner Fintech arbeitet, könnt ihr hier nachlesen.

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