Marktupdate: Krypto-Adoptionswelle rollt über Lateinamerika

Nachdem El Salvador Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt hat, nimmt die Adoptionswelle in Lateinamerika an Fahrt auf. Uruguay und Kolumbien betten Kryptowährungen allmählich im Wirtschaftskreislauf ein. Das Marktupdate.

Am Krypto-Markt herrscht weiter die Ruhe vor dem Sturm. Die Gesamtmarktkapitalisierung legt im Tagesvergleich zwar 3,5 Prozentpunkte zu, kann die Marke von 1,7 Billionen USD aber nach wie vor nicht bezwingen. Der Bitcoin-Kurs nähert sich derweil mit einem Tagesplus von drei Prozent wieder der 40.000er Marke an und liegt zu Redaktionsschluss knapp 1.000 US-Dollar von der Schlüsselmarke entfernt.

Von den zehn größten Kryptowährungen legen Polkadot (DOT) und Uniswap (UNI) mit je rund 10 Prozent am deutlichsten zu. Auch der Ether-Kurs (ETH) verbucht ein beachtliches Plus von acht Prozent. Mit der Hard Fork “London” steht Ethereum zudem heute ein wichtiges Upgrade vor der Tür, das sich nicht nur auf die Gebührenpolitik der zweitgrößten Kryptowährung auswirkt. Mit drei Prozent setzt sich auch der Binance Coin (BNB) vom Vortagniveau ab, während Cardano (ADA), XRP und Dogecoin (DOGE) immerhin zwischen ein und zwei Prozent zulegen.

Krypto-Adoptionswelle in Lateinamerika

Als El Salvador im Juni Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannte, wurde ein Domino-Effekt in Lateinamerika prognostiziert. Mit dem radikalen Vorstoß bleibt El Salvador zwar bislang alleine, dennoch zeichnen sich derzeit in weiten Teilen Südamerikas Krypto-freundliche Regulierungstendenzen ab.

Der uruguayische Senator Juan Sartori hat am 3. August einen Gesetzentwurf zu Regulierung von Kryptowährungen vorgelegt. Der Entwurf zielt darauf ab, die Nutzung von Kryptowährungen in der Wirtschaft zu reglementieren, wie Sartori auf Twitter schrieb:

Kryptowährungen sind eine Chance, Investitionen und Arbeitsplätze zu schaffen. Heute stellen wir einen Gesetzesentwurf vor, der weltweit eine Vorreiterrolle einnimmt und der darauf abzielt, eine legitime, legale und sichere Nutzung in Unternehmen zu etablieren, die mit der Produktion und dem Vertrieb von virtuellen Währungen in Uruguay verbunden sind.

Konkret geht es in dem Entwurf um die Ausgestaltung eines rechtssicheren Rahmens für den Wirtschaftskreislauf von Ausgabe, Verwahrung und Handel von Kryptowährungen. Dafür schlägt der Entwurf drei Lizenzen vor. Die erste Lizenz beschränkt sich auf Zahlungsdienstleister und sieht eine Registrierungspflicht für Börsen vor. Die zweite Lizenz gilt für Krypto-Verwahrer, währende eine dritte Kategorie die Ausgabe von Krypto-Assets und Token reguliert.

Der Entwurf schließt somit wichtige Lücke in der uruguayischen Gesetzgebung und schafft Rechtssicherheit für die gesamte Krypto-Ökonomie. Der Entwurf muss noch eine Mehrheit im Senat finden, dürfte aber die Unterstützung der Regierungspartei Partido Nacional, der Juan Sartori angehört, finden.

Kolumbien reguliert Krypto-Branche

Als hätten sie sich abgesprochen, hat auch der kolumbianische Senator Mauricio Toro indes eine “umfassende Regulierung für den Handel mit Krypto-Assets” für sein Land angekündigt. Der Entwurf mit dem sperrigen Titel “Zur Regulierung der über Krypto-Asset-Tauschplattformen angebotenen Krypto-Asset-Dienstleistungen” ziele im Wesentlichen darauf ab, den Schwarzmarkt einzudämmen, Alternativen zum traditionellen Bankensystem zu fördern und sicherere Transaktionen zu gewährleisten. Auch der kolumbianische Entwurf sieht entsprechende Registrierungspflichten für entsprechende Unternehmen und Dienstleister bei den Aufsichtsbehörden vor.

Spanien will Blockchain-Einsatz fördern

Last but not least lässt sich auch Spanien von der Adoptionswelle mitreißen. Wie die spanische Zeitung 20 Minutos berichtet, will die Partido Popular (PP) “die Verwendung von Kryptowährungen zur Zahlung von Hypotheken erlauben”. Die Maßnahme ist Teil des Gesetzentwurfs zur digitalen Transformation Spaniens und soll schließlich auch Investmentfonds und Unternehmen im Immobiliensektor die Verwendungen eigener Kryptowährungen ermöglichen.

Darüber hinaus soll auch der Einsatz der Blockchain-Technologie ausgebaut werden. So sollen künftig “Banken die Blockchain-Technologie zur Verwaltung von Hypotheken und Versicherungen und zur Beschleunigung der Entschädigung nutzen”. Dafür soll auch der Einsatz von Smart Contracts “auf Versicherungspolicen ausgedehnt” werden. Darüber hinaus seien weitere Anwendungen der Blockchain-Technologie bei der Verfolgung von Lebensmittelketten und im Gesundheitswesen vorgesehen.

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