Bitcoin Kurs verliert weiter, BitMEX-Chef warnt vor Crash bis auf 30.000 US-Dollar

Der Bitcoin Kurs (BTC) ist am heutigen 11. April zum Handelsbeginn an der Wall Street erwartungsgemäß in Richtung 40.000 US-Dollar eingebrochen.

Bitcoin-Kursdiagramm (Bitstamp). Quelle: TradingView

Bitcoin rutscht Richtung 40.000 US-Dollar

Wie die Daten von Cointelegraph Markets Pro und TradingView zeigen, nimmt der Abwärtstrend am Montag nach einem enttäuschenden Wochenabschluss weiter Fahrt auf.

Das eher ruhige Wochenende setzt sich mit neuer Volatilität fort, die allen voran wohl dadurch ausgelöst wird, dass die globalen Aktienmärkte zum Wochenbeginn ebenfalls in den Sturzflug gehen.

So schließt der asiatische Aktienindex Hang Seng in Hongkong mit einem Minus von 3 %, während der Shanghai Composite Index ebenfalls um 2,6 % verliert. Der DAX und der britische FTSE 100 verzeichnen ebenso leichte Rückgänge von jeweils ca. 0,77 %.

Zum Handelsstart an der Wall Street richteten sich die Blicke zunächst auf den starken US-Dollar, der am amerikanischen Montagmorgen durch einen erneuten Aufschwung im US-Dollar-Index (DXY) auf über 100 Punkte klettern konnte.

„Sieht aus, als ob der Dollar ein wenig überstrapaziert ist, was sich bei den risikoreichen Finanzprodukten allerdings noch nicht bemerkbar macht“, wie der Krypto-Analyst B C Richfield in diesem Zusammenhang meint. Daraus schlussfolgert er einen möglichen Rücklauf für die amerikanische Landeswährung:

„Ich erwarte einen Rücklauf auf 99,437 Punkte, den hier liegt das Hoch der vorherigen Preisspanne. Falls diese Marke gehalten werden kann, werden die risikoreichen Finanzprodukte wie Kryptowährungen weiter bluten, aber wenn nicht, dann…“

US-Dollar-Index. Quelle: B C Richfield/Twitter

Dementsprechend hängt die weitere Kursentwicklung von BTC/USD also wohl eng mit dem Aktienmarkt zusammen, der seinerseits von der strengeren Geldpolitik der Zentralbanken gebeutelt wird.

Immerhin wird es am morgigen Dienstag neue Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage, und damit über die geltenden Rahmenbedingungen, geben, denn der amerikanische Verbraucherpreisindex (VPI) für März dürfte offenlegen, wie stark die Inflation seit Beginn des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine tatsächlich gestiegen ist.

Der Ukraine-Konflikt und dessen Auswirkungen wurden bisher noch nicht umfassend eingepreist, doch auch ohne diesen lag der amerikanische VPI zuletzt fast auf einem 40-jährigen Rekordhoch.

Der Sturm zieht auf

Die erfahrenen Krypto-Experten sind derweil der Ansicht, dass die Zentralbanken ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation, indem der Leitzins erhöht und die Anleihenankäufe zurückgefahren wurden, früher oder später zurückdrehen müssen.

„Es zieht ein massive Sturm für die Wirtschaft auf, und schon sehr bald wird dieser die Zentralbanken auf der ganzen Welt dazu animieren, ihre geldpolitischen Maßnahmen wieder umzukehren“, wie Krypto-Pdocaster Preston Pysh stellvertretend meint. Dem fügt er an:

„Der 40-jährige Trend für Zinsanleihen bricht momentan, die Zinskurvenkontrolle lässt in den USA wohl nicht mehr lange auf sich warten.“

Damit stimmt Pysh in den Tenor des ehemaligen Chefs der großen Krypto-Derivatehandelsplattform BitMEX ein. So bezweifelt Arthur Hayes in seinem aktuellen Blog stark, dass die US-Zentralbank wirklich versucht, die Inflation zu bekämpfen.

„Wie ich schon oft gesagt habe, das Ziel ist nicht wirklich die Bekämpfung der Inflation, sondern der Anschein, die Inflation zu bekämpfen, damit die heimische Politik die wütende Bevölkerung beschwichtigen kann, die mehr arbeitet, obwohl sie sich weniger leisten kann“, wie der Finanzexperte dahingehend feststellt.

„Die Zentralbanken müssen die Daumenschrauben anziehen, anziehen und nochmal anziehen, aber nicht zu fest, denn positive effektive Zinsen würden die auf Schulden basierende Wirtschaft zum Einsturz bringen.“

Langfristig könnte dies zwar zum Vorteil für den Kryptomarkt sein, aber das aktuelle Timing ist eher schlecht. Vielmehr könnte der Druck auf den Aktienmarkt zunächst auch den Bitcoin Kurs weiter mit nach unten ziehen.

„Das tolle an einem Markt, der rund um die Uhr verfügbar ist, ist dass die Entwicklungen alle ganz schnell gehen“, wie Hayes zu bedenken gibt. Daraus folgt seine Warnung:

„Bis zum Ende des zweiten Quartals im Juni gehe ich davon aus, dass Bitcoin und Ethereum bis auf 30.000 US-Dollar bzw. 2.500 US-Dollar abgerutscht sind.“

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