Krypto kehrt Russland den Rücken: Exmo verkauft Teil seines Geschäfts

Die Londoner Kryptowährungsbörse Exmo ist nun auch unter den Kryptohandelsplattformen, die ihre Geschäftstätigkeit in Russland und Weißrussland aufgrund des russischen Einmarsches in die Ukraine offiziell einstellt.

Exmo verkauft sein Geschäft mit digitalen Vermögenswerten in Russland und Weißrussland an ein russisches Softwareentwicklungsunternehmen. Exmo hat das Montag offiziell bekanntgegeben. Bis Redaktionsschluss wurde der neue Eigentümer und die gezahlte Summe für die Übernahme nicht bekannt gegeben.

„Leider können wir den risikoreichen Teil des Geschäfts nicht mehr halten, weil ein globaler Konzern seine globalen Expansionspläne nicht gefährden will, indem er solche hochriskanten Märkte in seiner Struktur behält“, so der CEO von Exmo Serhii Schdanow gegenüber Cointelegraph.

Das Geschäft umfasst die Kundenkonten von Exmo in Russland und Weißrussland sowie die lokalen Fiat-Onramp-Systeme, so Schdanow. Der technische Code der Plattform wird nicht verkauft und bleibt vollständig bei der Exmo-Gruppe.

Im Rahmen der Übernahme verlässt auch der eigentliche wirtschaftliche Eigentümer von Exmo Eduard Bark das Unternehmen und überträgt seine Anteile an Schdanow.

Neben Russland und Weißrussland geht es bei der Übernahme auch um das Geschäft von Exmo in Kasachstan, da das Team des neuen Eigentümers seine Geschäftstätigkeit von Kasachstan aus leitet. Der noch unbekannte Käufer besitzt ein russisches Softwareentwicklungsunternehmen und eine juristische Person für eine Kryptowährungsbörse in Kasachstan, so der CEO.

„Wir haben viel Arbeit in den russischen Teil des Geschäfts gesteckt und dafür gesorgt, dass er jetzt in guten Händen ist. Der neue Eigentümer hält sich nicht nur an den Entwicklungsplan, den wir zuvor erarbeitet haben, sondern wird auch viel leichter zu neuen Höhen gelangen. Wir haben diese Entscheidung zum Nutzen für beide Seiten getroffen“, so Schdanow. Die Firma erklärte Mitte März, keine Sanktionen gegen gewöhnliche Leute verhängen oder Konten sperren zu wollen.

Im Zuge des Rückzugs von Exmo aus Russland und Weißrussland hat Exmo seine Nutzungsvereinbarung angepasst und darin erklärt, dass russische, weißrussische und kasachische Einwohner nicht mehr auf der Plattform aufgenommen werden. Die Börse deaktivierte am Freitag den Handel mit russischen Rubelpaaren.

Exmo ist eine große Kryptobörse, die im Jahr 2013 von den russischen Unternehmern Iwan Petuhowski und Pawel Lerner gegründet wurde. Der Rückzug des Unternehmens aus Russland werde erhebliche Auswirkungen auf die Börse haben, da Russland einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens gewesen sei, wie Schdanow einräumte:

„Ein bedeutender Teil unseres Geschäfts stammte aus Russland. Die Einnahmen werden um fast 30 Prozent zurückgehen. Langfristig sind wir jedoch sicher, dass das unser exponentielles Wachstum beschleunigen und das Unternehmen in den nächsten drei Jahren zu einem Einhorn werden kann.“

„Wenn Russland nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft wird, würden wir auch eine Rückkehr erwägen“, wie Schdanow erklärte.

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Kurz zuvor hatte auch die Kryptobörse Currency.com, die mit Weißrussland in Verbindung gebracht wird, erklärt, ihren Betrieb in Russland einstellen zu wollen.

Einige große Kryptobörsen wie Binance sind immer noch in Russland tätig und haben sich dafür entschieden, die Sanktionen nur gegen bestimmte sanktionierte Personen und nicht gegen ein ganzes Land anzuwenden.

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