Twitter zieht vor Gericht: Musk soll zu Übernahme gezwungen werden

  • Twitter will Elon Musk per Gericht doch zur Übernahme zwingen.
  • Die Erfolgsaussichten dieser Klage sind ungewiss.
  • Musk macht sich über diesen Schritt lustig.

Die Social-Media-Plattform Twitter will noch in dieser Woche eine Klage gegen Telsa-CEO Elon Musk einreichen, nachdem dieser am Freitag angekündigt hatte, dass er den Social-Media-Riesen nun doch nicht übernehmen wolle.

Bloomberg berichtete am Sonntag, das Unternehmen habe die Anwaltskanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz beauftragt und werde den Fall vor ein Gericht in Delaware bringen. Dieses beschäftigt sich mit dem Gesellschaftsrecht im US-Bundesstaat Delaware und ist kein Geschworenengericht.

Es ist jedoch unklar, wie der potenzielle Rechtsstreit letztendlich ausgehen könnte.

Letzte Woche kündigte der Twitter-Vorsitzende Bret Taylor an, rechtliche Schritte gegen Musk einleiten zu wollen, weil er aus dem Geschäft aussteigen wollte. Er erklärte, der Vorstand sei „entschlossen, die Transaktion wie vereinbart abzuschließen“ und plane, rechtliche Schritte einzuleiten, „um die Übernahmevereinbarung durchzusetzen“.

Einige glauben jedoch, dass Musk mit diesem Schritt lediglich die Bedingungen neu verhandeln will, weil ihm die Vereinbarung zu teuer ist.

Der Gründer und CEO von Accelerate Financial Julian Klimotschko teilte auf Twitter am Freitag mit, man eine außergerichtliche Einigung, die neu ausgehandelt wird, das „wahrscheinlichste Ergebnis“ sei.

Angelo Zino, Analyst bei CFRA Research, gab am Sonntag eine ähnliche Prognose ab. Er glaubt, das Geschäft werde „auf keinen Fall“ wie zuvor vereinbart zu 54,20 US-Dollar pro Aktie abgeschlossen.

„Entweder wird der Angebotspreis um 15 bis 20 Prozent gesenkt, damit Elon Musk sich wieder für eine Übernahme bereit erklärt, oder er wird weiter die Bot-Karte ausspielen“, so Zino.

Der Milliardär hatte am 25. April vereinbart, Twitter für 54,20 US-Dollar pro Aktie zu übernehmen. Aber der Aktienkurs der Plattform ist seither um 32,1 Prozent auf 36,81 US-Dollar pro Aktie gefallen.

Musk könnte durchaus aus dem Geschäft aussteigen, muss aber dann eine „Kündigungsgebühr“ in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar an Twitter zahlen, wie aus den Unterlagen der US-Wertpapieraufsicht SEC vom 25. April hervorgeht.

Krypto-Twitter reagiert

Die Tatsache, dass Musk Twitter nun doch nicht übernehmen will, wurde vor allem von der Krypto-Community der Plattform als negativ empfunden. Diese hatte seine Pläne, Spam- und Scam-Bot-Konten von der Plattform zu entfernen, stark unterstützt.

Eine Umfrage der Krypto-Handelsplattform OKX vom Freitag ergab, dass 38,8 Prozent der Befragten der Meinung waren, dass die Rücknahme des Angebots von Musk aufgrund der Verbreitung von Spam-Bots schlecht für Krypto-Twitter wäre. Die Mehrheit, nämlich 40,4 Prozent, gab jedoch an, dass es ihnen egal sei.

Andere haben hoffen, dass Musk das Geld nutzt, um „die Krypto-Branche zu retten“, in der zurzeit ein Krypto-Winter herrscht.

Elon Musks Entscheidung, den 44-Milliarden-Dollar-Deal mit Twitter nun doch nicht zu machen, wurde am Freitag in einem Brief dem Twitter-Vorstand mitgeteilt.

In diesem Zusammenhang: Tesla-Chef Elon Musk lässt Deal mit Twitter für 44 Mrd. US-Dollar platzen

In dem Schreiben heißt es, Musk würde die Übernahme nun doch ablehnen, weil Twitter „offenbar falsche und irreführende Angaben gemacht“ habe. Er sagt, Twitter habe nicht deutlich genug erläutert, wie die Plattform Spam und gefälschte Konten prüft und solche Konten identifiziert und sperrt.

Musk machte sich am Montag über diese Nachricht lustig und teilte ein Meme von sich, in dem er andeutet, dass die Klage Twitter dazu zwingen werde, die Daten über die Bot-Aktivitäten öffentlich zu machen.

Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: Twitter und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.

auf cointelegraph lesen