Französischer Zentralbankgouverneur kündigt Phase 2 von digitalem Euro-Projekt an

  • Gouverneur der französischen Zentralbank lobt Europäischen Union für Errungenschaften im Hinblick auf CBDCs.
  • Er kündigt weitere Experimente mit Wholesale-CBDCs und CBDCs für Privatleute an.
  • Interoperabilität zwischen neuen und traditionellen Systemen ist dem Gouverneur zufolge äußerst wichtig.

Die erste Experimentierphase mit einem digitalen Euro für den Großhandel ist abgeschlossen. Die Experimentierphase 2 soll noch in diesem Jahr beginnen, so der Gouverneur der französischen Zentralbank François Villeroy de Galhau am Dienstag. Es wird erwartet, dass vier oder fünf neue Experimente gestartet werden. 

In seiner Rede auf dem Europlace International Finance Forum in Paris fasste der französische Zentralbankgouverneur die Errungenschaften der Europäischen Union bei der Regulierung von Krypto-Vermögenswerten unter der französischen Ratspräsidentschaft zusammen. Dabei erwähnte er insbesondere die Verordnung über Transferfonds (Travel Rule) und die Verordnung über Märkte für Krypto-Vermögenswerte (MiCA).

Das Eurosystem prüft derzeit den Umfang und die Gestaltung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), die als digitaler Euro bezeichnet wird. Ein wichtiger Beweggrund für die Entwicklung eines digitalen Euro für Privatkunden ist, die Rolle des Zentralbankgeldes in der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Diese sei „durch die digitale Revolution bedroht“, so Villeroy de Galhau. Er befürwortet so viel Intermediation bei der Gestaltung wie möglich und erklärte, dass Intermediäre mehr Erfahrung als Zentralbanken mit Kundenbeziehungen und Maßnahmen im Hinblick auf Identitätsprüfungen und Geldwäschebekämpfung hätten. Er sagte dazu außerdem:

„Ich glaube, dass es nicht Aufgabe des Eurosystems sein sollte, digitale Euro-Bestände zu verwalten: Die Banque de France hat ihre letzten Privatkundenkonten vor über 20 Jahren geschlossen und hat nicht vor, wieder welche zu eröffnen.

Eine sogenannte Wholesale-CBDC, die für Überweisungen zwischen Banken und ähnliche Transaktionen verwendet wird, ist genauso wichtig, wie eine CBDC für Privatleute, so Villeroy de Galhau weiter. Wichtige Anwendungsfälle seien ihm zufolge die Abwicklung von Wertpapieren, die mit über DLT ausgegeben werden, sowie grenzüberschreitende und währungsübergreifende Zahlungen. Die Banque de France hat eine eigene Digital-Ledger-Technologie namens DL3S entwickelt, dass in Zukunft potenziell als System dienen soll. Außerdem wurde eine automatisierte Market-Maker-Plattform auf der Grundlage eines DeFi-Modells entwickelt, über die mehrere CBDCs abgewickelt werden können.

In diesem Zusammenhang: EZB fordert „Harmonisierung“ der Krypto-Regulierung

Im Rahmen neuer Experimente soll ein Prototyp eines digitalen Euro mit privaten Akteuren und anderen Zentralbanken getestet werden. Für das Jahr 2023 ist die Lancierung eines Pilotsystems vorgesehen. Villeroy de Galhau betonte, dass Interoperabilität zwischen DLT und dem traditionellen System wichtig sei. Die DLT werde die traditionelle Infrastruktur eher ergänzen als ersetzen, wie er noch hinzufügte.

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