Wird Ethereum jemals Bitcoin überholen können? Krypto-Community kommentiert

  • Cointelegraph hat die Community gefragt, ob ETH jemals BTC überholen könnte.
  • Die Antworten waren gemischt: Die einen glaube, es könnte schon in 10 Jahren soweit sein, andere sagen ganz klar „Nein“.
  • Eine weitere verbreitete Meinung ist, dass es „genug Platz für beide“ gibt.

Ethereum (ETH) hat einen Rückgang um fast 40 Prozent gegenüber Bitcoin (BTC) verzeichnet und macht einigen Tradern damit Sorgen. Einige Leute aus der Krypto-Community erklärten auf Twitter dennoch, sie glauben, dass die Smart-Contract-Plattform die älteste Kryptowährungen letztendlich übertreffen könnte. 

Das Social-Media-Team von Cointelegraph hat die Krypto-Community gefragt, ob Ethereum den Bitcoin irgendwann überholen kann. Die Antworten der Community waren durchaus gemischt und das Spektrum der Antworten sehr breit. Einige glauben, dass Ethereum Bitcoin bereits im Jahr 2030 überholen würde, während andere diese Frage ganz klar mit „Nein“ beantworten.

Laut Jesus Crypto besteht die Möglichkeit, dass ETH im Jahr 2030 BTC überholt. Der Twitter-Nutzer glaubt, dass das zwar schwierig sein werde, aber der geplante Übergang zum Proof-of-Stake (PoS) könnte dazu beitragen, dass ETH in zehn Jahren den Thron übernimmt.

Der Twitter-Nutzer WakeNBakeTrades bezeichnet Bitcoin als Dinosaurier und glaubt, dass Ethereum die Top-Kryptowährung mit Hilfe der Skalierung von Polygon (MATIC) überholen könnte. Er twitterte dazu:

Rahul Singh hingegen argumentierte, es werde nie dazu kommen. Er erklärte, BTC sei digitales Gold, während ETH die Weiterentwicklung des Internets sei. Singh sagte weiter, es gebe viele Unterschiede zwischen den Wert von digitalen Vermögenswerten und digitaler Software. Der Twitter-Nutzer CyberKingK ist ebenfalls dieser Meinung und sagt, dass BTC immer an der Spitze bleiben werde.

Bob Shiby äußerte sich ebenfalls zu dieser Frage und erklärte, „es gibt genug Platz für beide“. Der Twitter-Nutzer schrieb, er würde sich mit einer solchen Aussage zurückhalten und die weitere Entwicklung von Bitcoin abwarten. Er räumte allerdings ein, es gebe viele Token, die auf Ethereum angewiesen sind.

In diesem Zusammenhang: Ethereum-Gründer Vitalik Buterin verteidigt Proof-of-Stake (PoS) gegen Kritiker

Am Montag sagte ein DeFi-Forscher, der Übergang zum PoS-Konsens mit dem geplanten Merge würde eine Wirtschaftsstruktur schaffen, mit der ETH auch BTC überholen könnte. Der Forscher erklärte, mit dem Übergang würde die ETH-Inflation sinken, die Sicherheit steigen und der Vermögenswert würde sich so als digitale Anleihe festigen.

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Bitcoin keine Währung? Südafrika reguliert BTC als Finanzanlage

  • Die südafrikanische Zentralbank reguliert Kryptowährungen als Finanzanlage.
  • Dafür sollen den nächsten zwölf Monaten neue Gesetze herauskommen.
  • Damit soll die Verschmelzung zwischen dem Kryptomarkt und den traditionellen Finanzmarkt erleichtert werden.

Die südafrikanische Zentralbank wird im nächsten Jahr eine Regulierung einführen, laut der Kryptowährungen als Finanzanlagen eingestuft und wie solche behandelt werden, um Anlegerschutz zu bieten und der Innovation freien Raum zu geben.

Die Nutzung von Kryptowährungen in Südafrika liegt in einem gesunden Bereich. Schätzungsweise 13 Prozent der Bevölkerung besitzen eine Form von Kryptowährungen, wie aus einer Studie der globalen Börse Luno hervorgeht. Da mehr als sechs Millionen Menschen im Land mit Kryptowährungen zu tun haben, ist die Regulierung dieses Bereichs dort seit langem ein Gesprächsthema.

Unternehmen oder Einzelpersonen, die Beratungs- oder Vermittlungsdienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen anbieten wollen, müssen derzeit als Finanzdienstleister registriert sein. Dazu muss man eine Reihe von Kriterien erfüllen, um die globalen Richtlinien, die von der Financial Action Task Force festgelegt wurden, einzuhalten.

In der Haushaltsübersicht des südafrikanischen Finanzministeriums vom Februar 2022 wurde offiziell angekündigt, dass Kryptowährungen als Finanzprodukte eingestuft werden sollen. Das Land plant auch, die Überwachung und Meldung von Kryptowährungstransaktionen zu verbessern, um die Börsenvorschriften des Landes einzuhalten.

Der stellvertretende Gouverneur der südafrikanischen Zentralbank Kuben Chetty hat nun bestätigt, dass in den nächsten 12 Monaten neue Gesetze eingeführt werden. Er sprach am Dienstag in einer Online-Veranstaltung, die von der lokalen Investmentfirma PSG organisiert wurde. Damit sollen Kryptowährungen unter das Gesetz „Financial Intelligence Centre Act“ (kurz: FICA) fallen.

Das ist deshalb bedeutend, weil damit die Überwachung des Sektors auf Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorismusfinanzierung möglich wird. Gerade diese drei Aspekte sind viel diskutierte Nebenprodukte von den ansonsten dezentralisierten Kryptowährungen und Blockchains.

Chetty erläuterte auch den Entwicklungsplan, den die SARB in den nächsten 12 Monaten angehen will, um ein solches neues regulatorisches Umfeld einzuführen. Zunächst wird sie Kryptowährungen zu einem Finanzprodukt erklären. Damit fallen diese unter das FICA-Gesetz.

Danach wird ein Rechtsrahmen für die Börsen entwickelt, der bestimmte Identitätsprüfungsmaßnahmen sowie die Einhaltung von Steuer- und Börsenkontrollgesetzen umfasst. Von den Börsen wird außerdem erwartet, dass sie eine „Gesundheitswarnung“ herausgeben, um auf das Risiko von Geldverlusten hinzuweisen.

Chetty stellte fest, die Haltung der SARB gegenüber dem Sektor habe sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Vor etwa fünf Jahren sei die Haltung der Institution gewesen, dass es keinen Bedarf für eine regulatorische Überwachung gebe, aber der allmähliche Wandel in der Wahrnehmung und die Definition von Kryptowährungen als finanzielle Vermögenswerte habe diese Haltung geändert:

„Nach allen Definitionen sind Kryptowährungen keine Währung, sondern ein Vermögenswert. Man kann mit ihnen handeln und sie werden erschaffen. Einige sind besichert, andere nicht. Einige haben vielleicht eine echte Grundlage, eine echte wirtschaftliche Aktivität.“

Der stellvertretende Gouverneur betonte, die SARB betrachte Kryptowährungen nicht als eine Form von Währung, da sie für den alltäglichen Gebrauch im Einzelhandel nicht geeignet seien und bekanntlich eine starke Volatilität aufweisen würden. 

Chetty glaubt aber, dass das anhaltende Interesse an diesem Bereich es nötig mache, den Sektor zu regulieren und seine Verschmelzung mit der traditionellen Finanzwelt zu erleichtern, und zwar „in einer Weise, die ein Gleichgewicht zwischen der Aufregung und dem Hype und dem erforderlichen Anlegerschutz schafft“.

Die SARB untersucht auch weiterhin die mögliche Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). Im April 2022 in diesem Zusammenhang einen technischen Konzeptnachweis erbracht. In der zweiten Phase des Projekts Khokha wurde ein Blockchain-basiertes System für das Clearing, den Handel und die Abrechnung mit einigen Banken eingesetzt, die Teil der Intergovernmental Fintech Working Group (IFWG) sind.

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Google: Ein Internetgigant sucht die Nähe zum Krypto-Space

Klotzige Bildschirme, eine zusammengeklappte Tischtennisplatte und Kartons, wohin das Auge reichte. So sah das erste Büro des heutigen Suchmaschinengiganten aus, der mittlerweile in Sachen Marktkapitalisierung mit rund 1,7 Billionen US-Dollar den fünften Platz der wertvollsten Assets der Welt eingenommen hat.

Als sich die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin auf dem Campus der kalifornischen Eliteuniversität Stanford trafen, konnten sie nicht ahnen, dass ihr Unternehmen fast 25 Jahre später der Alleskönner im Web 2.0 sein würde.

Bereits 1996 werkelten Page und Brin an der Suchmaschine, die den Verlinkungen zu Webseiten einen besonders hohen Stellenwert einräumte – das hat sich bis heute nicht geändert. Dabei arbeiteten die zwei Gründer vor allem an einem Bewertungssystem, nach dem die jeweiligen Suchergebnisse angezeigt werden sollten.

Erst zwei Jahre später wurde mit einem Scheck über 100.000 US-Dollar das Unternehmen Google Inc. offiziell gegründet. Das damalige Motto: „Sei nicht böse“. Bevor das Unterfangen in Google umgetauft wurde, nannte sich das bahnbrechende Projekt jedoch vorerst BackRub.

Die Motivation zur Namensänderung schöpften die Informatiker aus dem Begriff Googol, der in der Mathematik die Zahl 10 mit einhundert Nullen beschreibt. Ein Hinweis auf die ambitionierte Vision, Abermillionen Internetseiten zu ordnen?

Wenn wir bis ins Jahr 2022 vorspulen, hat der Suchmaschinengigant dieses Ziel mehr als erfüllt. Google ist nun nicht mehr nur die Marke der größten Suchmaschine weltweit, sondern zählt eine Vielzahl von weiteren Dienstleistungen zu seinem Produktportfolio. Gmail, Alternativen zu Microsoft Office, iOS-Konkurrent Android und die Video-Streaming-Plattform YouTube gehören unter anderem zur Google-Familie. Apropos: Die Garage, in der das billionenschwere Unternehmen geboren wurde, gehörte damals Susan Wojcicki, der aktuellen YouTube-Chefin.

Durch eine Umstrukturierung im Jahr 2015 gehört das Unternehmen Google inzwischen zu der Muttergesellschaft Alphabet. Während das bisherige Unternehmensmotto nicht gänzlich verabschiedet wurde, schmückte sich Alphabet mit einer abgeänderten Version, die “Tu das Richtige” verlauten ließ.

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Page und Brin zierten für einige Jahre die Chefetage des Konzerns, bevor sich das Gründerduo 2019 aus der leitenden Position zurücknahm.

Bis heute ist der legendäre Google-Algorithmus – jedenfalls zum Großteil – ein Buch mit sieben Siegeln. Eines ist jedoch klar: Wer im Netz gesehen werden will, der muss sich mit dem Suchmaschinenriesen auseinandersetzen.

Laut Statista zählte die Web-Adresse google.com knapp 90 Milliarden Aufrufe im Dezember 2021. Dabei beansprucht die Google-Web-Suche etwa 85 Prozent des Marktanteils der Suchmaschinen-Anbieter weltweit. Mit rund acht Prozent beziehungsweise knapp drei Prozent reihen sich Unternehmen wie Bing und Yahoo auf dem jeweils zweiten und dritten Platz ein – mit einem unübersehbaren Abstand zum Spitzenreiter.

Auch die Quartalsergebnisse des Mutterkonzerns Alphabet enttäuschen nicht. Das Unternehmen erzielte abermals eine saftige Umsatzsteigerung im vierten Quartal 2021 von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit liegt der Umsatz bei etwa 75 Milliarden US-Dollar. Das Werbesegment von Google steuerte dafür rund 80 Prozent des Umsatzes bei.

Alphabet ändert seinen Krypto-Kurs

Wenn wir uns im Krypto-Space an das Jahr 2017 erinnern, schwebt uns vor allem der Begriff ICO vor dem inneren Auge: Die Token Sales schossen wie Pilze aus dem Boden und läuteten die Ära einer bunten Vielfalt an Krypto-Projekten ein. Heute wissen wir, dass der ICO-Boom zweierlei Szenarien mit sich gebracht hat. Während es nämlich Projekte gab, die mit der Kapitalbeschaffung durch Token ihre Blockchain-Vorhaben finanzierten und weiter ausbauten, befanden sich unter den ICOs auch viele schwarze Schafe, die sich als unseriös und in manchen Fällen sogar als Betrug entpuppten.

Als Organisator im Netz wollte ­Google in 2018 solchen Fällen einen Riegel vorschieben und sprach dafür ein Verbot für Krypto-bezogene Werbung aus.

Wir haben keine Kristallkugel, um zu wissen, wohin sich die Zukunft mit Kryptowährungen entwickeln wird, baer wir haben genug Schaden oder potenziellen Schaden für die Verbraucher gesehen, dass wir uns diesem Bereich mit äußester Vorsicht nähern wollen

Scott Spencer, ehemaliger Google-Direktor im Bereich Sustainable Ads

Und so sollte Googles Krypto-Kurs für einige Zeit weiterhin verlaufen: vorsichtig beziehungsweise kaum vorhanden. Der Lichtblick kam dann jedoch letztes Jahr im Sommer. Mit einer speziellen Registrierung kann man inzwischen wieder Krypto-Anzeigen schalten, wobei DeFi-Protokolle und ICOs weiterhin davon ausgeschlossen sind.

Letztendlich öffnete sich Google wieder etwas mehr in Bezug auf Werbung im Krypto-Space und befand sich seitdem mit einigen Neuigkeiten aus dem eigenen Hause in den Schlagzeilen.

Hat der Suchmaschinenriese seine Bedenken abgeschüttelt und sich in das Krypto-Rabbit-Hole begeben?

Eine der ersten Vorstöße in Googles Krypto-Werdegang machte eine Partnerschaft mit der Krypto-Börse Coinbase, eine Kooperation mit dem Zahlungsdienstleister BitPay und jüngst auch mit dem börsennotierten Unternehmen Bakkt folgten.

Durch die Zusammenarbeit soll es Usern von Google Pay möglich sein, Krypto-Assets auf ihren digitalen Karten zu halten. Mit Bakkt-Debit-Karten könne man sogar mit Kryptowährungen Zahlungen tätigen. Diese werden bei der Transaktion jedoch noch weiterhin in Fiat-Geld umgewandelt.

So ganz scheint der Internetgigant mit seinem hauseigenen Zahlungssystem Google Pay noch nicht auf den Krypto-Geschmack gekommen zu sein. Nicht zuletzt durch eine neue Personalie sendete Google erst vor Kurzem jedoch noch stärkere Zeichen, tiefer in den Krypto-Space vordringen zu wollen. Mit dem ehemaligen PayPal-Vorstand Arnold Goldberg ergatterte Google einen Experten für die Abteilung Payments.

Wie Bloomberg berichtete, möchte sich das Unternehmen in Sachen Finanzdienstleistungen neu aufstellen. Dazu sollen auch Kryptowährungen im Fokus stehen, erklärte Bill Ready, ­Googles President of Commerce, gegenüber Bloomberg. Dabei vollzieht der Suchmaschinenbetreiber eine regelrechte Strategieänderung. Demnach möchte Google “Verbindungen schaffen”, erklärte Ready weiterhin. Das Ziel sei eine “umfangreiche, digitale Wallet”, die neben Transporttickets beispielsweise auch Impfzertifikate speichern können soll.

“Krypto ist etwas, dem wir viel Aufmerksamkeit schenken”, sagte Ready zu Bloomberg weiterhin. “Wenn sich die Nachfrage von Nutzern und Händlern weiterentwickelt, werden wir uns mit ihr weiterentwickeln.” Damit klingt es jedenfalls so, als wäre der Internetgigant zum aktuellen Zeitpunkt etwas positiver gegenüber dem Krypto-Space gestimmt als noch vor ein paar Jahren.

Das eindeutigste Signal kam jedoch vor Kurzem von Googles Tochterunternehmen YouTube. Während der Suchmaschinenriese noch etwas im Bereich Krypto-Zahlun­gen herumdruckst, verkündete die Video-Streaming-Plattform prompt, die Potenziale von NFTs zu erforschen.

Zuerst die Vemieterin der legendären Garage, in der Google gegründet wurde und jetzt die CEO der Viddeo-Streaming-Plattform Youtube: Susan Wojcicki erklärte in ihrem jährlichen Brief an die Youtube-Community, dass das Unternehmen den Contenterschaffer:innen helfen wolle, “aus neuen Technologien wie NFTs Kapital zu schlagen”. Quelle: picture alliance / abaca | Lafargue Raphael

In ihrem jährlichen Brief an die Content Creators schrieb Susan Wojcicki, CEO der Videoplattform, dass das Unternehmen alles, “was im Web 3.0 passiert, als Inspirationsquelle für weitere Innovationen auf YouTube verfolgt [hat]”. Zudem hätten NFTs und dezentrale autonome Organisationen (DAOs) “eine zuvor unvorstellbare Möglichkeit aufgezeigt, die Verbindung zwischen den Urhebern und ihren Fans zu erweitern.”

Weiterhin erklärte YouTubes Chief Product Officer Neal Mohan in einem Blog Post, dass das Unternehmen auch das Metaverse auf dem Schirm habe. Demnach mache sich die Plattform darüber Gedanken, das Anschauen von Videos “noch intensiver” zu gestalten.

Den Anfang soll dabei der Gaming-Bereich machen, indem YouTube “mehr Interaktionen in die Spiele bringen und sie lebendiger wirken lassen” möchte. “Wir stehen noch am Anfang, aber wir sind gespannt darauf, wie wir diese virtuellen Welten für die Zuschauer zur Realität machen können”, so der Chief Product Officer.

Mit YouTube hat sich Google also eine Art Versuchskaninchen geschnappt, um im Krypto-Space mit Use Cases zu experimentieren, die über den Finanzbereich hinausgehen. So ganz im Krypto-Fieber ist der Internetgigant selbst jedenfalls noch nicht.

Der Gott des Web 2.0?

Mit dem Ziel, die Informationen in unserer Welt zu organisieren, gibt es letztendlich jedoch ein Problem: Google hat als zentrale Entität die Machthoheit über alle Daten. Durch das ursprüngliche Google-Mantra “Tu nichts Böses” schrieb sich das Unternehmen auf die Fahne, zu wissen, was richtig und was falsch ist.

Auch das farbenfrohe Firmenlogo des Suchmaschinengiganten schafft es da nicht, gänzlich über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass sich das Unternehmen auch selbst in einem Kampf mit der Frage auseinandersetzt und auseinandersetzen muss, was gut ist und was schlecht: Wie viele Daten darf man über einen Menschen sammeln, um damit Werbegelder zu verdienen? Wie viel künstliche Intelligenz ist zu viel des Guten?

Das Web 3.0 hat diesbezüglich einiges vor. Dezentralität durch die Blockchain, Privatsphäre und ein Netz, welches allen gehört – so lautet die These. Datenkrake Google hin oder her: Immerhin scheint das Unternehmen aktuell noch nicht den gleichen Weg wie einst Meta – ehemals Facebook – einzuschlagen, einen eigenen, zentralisierten Token wie Diem, der allerdings gescheitert ist, auf den Markt zu bringen.

Die Krypto-Gelüste des Internetriesen begrenzen sich zurzeit wohl auf die Infrastrukturebene des Web 3.0. In dem Investoren-Call der Quartalsergebnisse in QIV 2021 erklärte Google-CEO Sundar Pichai, dass das Cloud-Team prüfe, wie es Services für Kunden “auf Blockchain-basierten Plattformen” unterstützen könne. Nach einer Krypto-Explosion in der Strategie des Unternehmens sieht das aber nicht gerade aus.

Im Web 2.0 hat Google sicherlich eine Vorreiterrolle, wenn nicht sogar den Status als Eintrittskarte für das Netz erreicht. Die Produktpalette des Unternehmens liest regelrecht alle Wünsche von den Lippen ab oder spricht diese sogar mittels Sprachassistenten für dich aus. Aktuell scheint es jedoch so, als würde sich der Suchmaschinenbetreiber auf seinen Lorbeeren etwas zu sehr ausruhen.

Der Krypto-Space ist schnell und verändert sich täglich. Während Google durchaus für viele Menschen die Pforte ins Web 2.0 darstellte, haben diesen Platz schon andere Player für die nächste Evolutionsstufe des Internets eingenommen.

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MetaMask gilt als Web-3.0-Browser und verschafft Usern Zugang zu dezentralen Apps (dApps), die auf der Blockchain-Technologie basieren. Wir mögen uns momentan mit einem Fuß im Web 2.0 und mit dem anderen im Web 3.0 befinden. Während jedoch beide Stufen des Netzes aktuell koexistieren, geht der Trend immer weiter in Richtung Dezentralität.

Die Hoheit über alle Informationen zu haben und den Menschen zu einer gläsernen Gestalt zu machen, das war auf dem Big-Tech-Schulhof vielleicht früher einmal cool. Mittlerweile sind jedoch Kontrolle über seine Daten und Privatsphäre in einem Space, in dem die Macht auf alle Teilnehmer verteilt ist, viel mehr angesagt.

Demnach bleibt es abzuwarten, ob der Internetgigant bei den Krypto-Use-Cases im Finanzbereich bleibt oder ob die Experimentierfreude YouTubes auch in die Muttergesellschaft überschwappt.

Wir haben Google nach einem Statement in Bezug auf seine Krypto-Vorhaben gefragt. Unser Ersuchen blieb von dem Internetriesen jedoch zu Redaktionsschluss unbeantwortet.
Auch wenn das Unternehmen aktuell noch einen eher zurückhaltenden Krypto-Kurs fährt, wird sich Google vermutlich irgendwann an einer Weggabelung auffinden. Ob sich der Internetriese für die Richtung Dezentralität entscheiden oder lediglich die existierenden Machtstrukturen im Web 3.0 reproduzieren wird, bleibt abzuwarten. Dem Google-Mantra zufolge dürfte das Unternehmen aber bereits wissen, was das „Richtige“ ist – oder?

Disclaimer: Dieser Artikel erschien bereits in der März-Ausgabe des BTC-ECHO Magazins.

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