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Trotz Marktcrash – Bitcoin-Mining in Argentinien weiterhin profitabel

Während der Kryptomarkt weiterhin schwächelt, haben immerhin die Bitcoin-Miner in Argentinien wieder Grund zur Freude, da ihnen die heimische Wirtschaftslage und Energiepolitik in die Karten spielt.

Wie ein in der Buenos Aires Times abgedruckter Artikel von Bloomberg berichtet, arbeiten argentinische Miner aktuell so profitabel wie selten, was auf einen Mix aus Devisenverkehrsbeschränkungen, Energiesubventionen und massive Inflation zurückzuführen ist.

Die vorteilhaften Voraussetzungen locken inzwischen sogar ausländische Investoren an, so plant das kanadische Mining-Unternehmen Bitfarms Ltd. nun angeblich das größte Mining-Rechenzentrum Südamerikas in Argentinien. Die Mining-Branche ist eine der wenigen Branchen des Landes, die in einer gebeutelten Wirtschaft aufblüht. Bitfams schätzt, dass in dem Rechenzentrum ein BTC für lediglich 4.000 US-Dollar gemint werden könnte.

„Obwohl der Bitcoin-Kurs auf dem niedrigstem Stand seit mehreren Monaten ist, ist das Mining in Argentinien durch die niedrigen Energiekosten in US-Dollar weiterhin profitabel“, wie Agustin Beltramo für Cointelegraph erklärt.

Allerdings warnt Beltramo davor, dass Privathaushalte sich Mining-Equipment anschaffen, denn die hohen Anschaffungskosten könnten schnellen Profiten einen Strich durch die Rechnung machen.

„Die Wahrheit ist, dass obwohl Mining in Argentinien aktuell billig ist, nicht jeder sofort davon profitieren kann. Die Mining-Power ist die wichtigste Variable, was die Rentabilität von Mining in Argentinien angeht“, so der Experte. Dem fügt er an:

„Diejenigen, die schon lange minen, werden die wahren Gewinner sein, denn sie haben ihr Equipment schon lange und haben es bereits abbezahlt. Diejenigen, die jetzt erst damit anfangen, können frühestens mittel- bis langfristig mit Profit rechnen.“

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Vitalik Buterin sieht Proof-of-Stake als „Lösung“ für Umweltproblematik der Kryptobranche

Im Rahmen einer Onlinekonferenz hat Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin das Proof-of-Stake (PoS) Konsensverfahren, auf das auch die Smart-Contract-Plattform bald umsteigt, als „Lösung“ für den rasant steigenden Stromverbrauch von Kryptowährungen bezeichnet.

Die entsprechenden Äußerungen machte Buterin in einem Interview der Onlinekonferenz StartmeupHK aus Hongkong. Dahingehend stellte der Entwickler, der als eine Art Galionsfigur von Ethereum gilt, fest, dass Proof-of-Stake „zwar noch in den Kinderschuhen steckt und weniger erprobt ist“ als das Proof-of-Work (PoW) Konsensverfahren, aber dass dadurch eine mehr als 10.000-fache Verringerung des Stromverbrauchs möglich ist.

Der Hinweis von Buterin kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kritik an Blockchain und Krypto wegen der massiven Umweltschädlichkeit des PoW-Verfahrens hoch ist wie selten zuvor. In den Fokus der Öffentlichkeit ist dieser Missstand allen voran dadurch geraten, dass Autobauer Tesla aus eben diesen Gründen zukünftig auf Bitcoin als Zahlungsmittel verzichten will. Tesla-Chef Elon Musk kritisierte dabei besonders die hohe Nutzung von fossilen Brennstoff beim Mining der marktführenden Kryptowährung.

Nachdem Musk den Dogecoin als bessere Alternative ins Gespräch gebracht hatte, unter der Voraussetzung, dass die Scherz-Kryptowährung über Änderungen an der Blockgröße eine beträchtliche Effizienzsteigerung schafft, entgegnete Buterin in seinem persönlichen Blog, dass damit jedoch eine höhere Zentralisierung einhergehen würde.

Allerdings hatte auch Buterin Anfang des Monats gewarnt, dass Bitcoin „abgehängt“ werden könnte, falls der Marktführer weiterhin auf Proof-of-Work setzt. Das zunehmende Umweltbewusstsein der Krypto-Nutzer könnte Ethereum wiederum „ermöglichen“, irgendwann am großen Konkurrenten vorbeizuziehen.

Doch nicht nur aus Eigennutz stimmt Vitalik in den Tenor mit ein, dass Blockchains in Zukunft umweltfreundlichere Verfahren zum Einsatz bringen müssen, denn vielmehr sieht er darin eine dringende Notwendigkeit mit zunehmender Adoption der Technologie:

„Das hier ist keine technische Spielerei mehr, sondern ein wichtiger Teil einer neuen Ära.“

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Cathie Wood: „Bitcoin kann nicht einfach wieder abgeschaltet werden“

Während Bitcoin (BTC) zunehmend ins Fadenkreuz der Aufsichtsbehörden und Regierungen auf der ganzen Welt gerät, bleibt Cathie Wood, die Chefin von Ark Investment, zuversichtlich, dass die marktführende Kryptowährung so schnell nicht aussterben wird.

Dahingehend meint Wood im Rahmen der Onlinekonferenz Consensus 2021, dass Bitcoin „bereits zu stark etabliert ist und unmöglich einfach wieder abgeschaltet werden kann“, wie Bloomberg am heutigen Donnerstag berichtet. Vielmehr prognostiziert sie, dass die Aufsichtsbehörden gegenüber Kryptowährungen „im Laufe der Zeit aufgeschlossener sein werden“, um selbst auch von den Chancen der Kryptobranche profitieren zu können.

Der aktuell erhöhte Widerstand der Regierungen und Behörden in Europa, China und den USA hat einen maßgeblichen Anteil zur momentanen Schwächephase von Bitcoin beigetragen, allerdings sind die vom einflussreichen Autobauer Tesla vorgebrachten Umweltbedenken hinsichtlich dem Mining der Kryptowährung wohl als treibende Kraft für den Crash anzusehen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte zunächst bekanntgegeben, dass seine Firma zukünftig von Bitcoin als Zahlungsmittel absehen wird, ehe er später dann andeutete, dass der Autohersteller seine massive Bitcoin-Investition in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar sogar gänzlich abverkaufen könnte. Als Hauptgrund für seine radikal veränderte Sichtweise nennt Musk, „den rasant zunehmenden Einsatz von fossilen Brennstoffen, allen voran Kohle, beim Mining von Bitcoin“.

„Das Lösen einer Problemstellung beginnt mit dem Verstehen einer Problemstellung“, wie Wood dem entgegnet, wobei sie darauf verweist, dass der Großteil der amerikanischen Mining-Unternehmen bereitwillig auf erneuerbare Energien setzen würde, was wiederum auch die allgemeine Nutzung dieser Energien maßgeblich vorantreiben könne. Eine jüngste Studie von Ark Investment war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass Bitcoin-Mining die Investition in Solarenergie und andere erneuerbare Energien fördert.

Der Bitcoin-Kurs kann die optimistischen Einschätzungen von Wood heute allerdings noch nicht untermauern, denn nach einem leichten Aufschwung vom Mittwoch, geht es für die marktführende Kryptowährung wieder zurück unter die 40.000 US-Dollar, wodurch bei Redaktionsschluss nur noch 36.000 US-Dollar zu Buche stehen.

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BitMEX verpflichtet sich zur Klimaneutralität

Die Krypto-Handelsplattform BitMEX, die im vergangenen Jahr in erster Linie für Negativschlagzeilen gesorgt hat, will nicht nur ihren Ruf, sondern scheinbar auch den Ruf der Kryptobranche insgesamt aufpolieren, indem sie die Umweltschädlichkeit von Proof-Of-Work (PoW) Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) durch Ausgleichszahlungen abfedern will.

In einer entsprechenden Mitteilung vom 21. Mai schreibt die BitMEX zwar, dass es „stark unterschiedliche Meinungen und Informationen“ bezüglich der tatsächlichen Umweltschädigung von PoW-Kryptowährungen gibt, nichtsdestotrotz sieht sich die Krypto-Handelsplattform in der Verantwortung, „einen positiven Beitrag zu leisten“.

Dieser „Beitrag“ ist finanzieller Natur, denn die BitMEX will ihren CO2-Fußabdruck damit ausgleichen, dass sie 0,0026 US-Dollar für jeden 1 US-Dollar an Transaktionsgebühr spendet, den sie von ihren Nutzern bezahlt bekommt. An welche Organisationen die Spendengelder gehen, ist bisher unbekannt, denn die Handelsplattform sieht sich derzeit noch nach Partnern um.

In diesem Zusammenhang heißt es:

„Der Emissionsausgleich ist nicht der einzige Weg, um die Umweltbelastung von Kryptowährungen zu verringern, aber er ist ein guter Anfang. […] Die Branche muss an einem Strang ziehen, um dieses Problem zu lösen, und damit unsere guten Ideen dadurch nicht zur Nebensache werden.“

BitMEX hat den Spendenwert von 0,0026 US-Dollar aus einer groben Berechnung von Sam Bankman-Fried abgeleitet, der wiederum Geschäftsführer der Krypto-Handelsplattform FTX und von Alameda Research ist. Demnach wären in dieser Berechnung „große Puffer“ eingebaut, sodass alle Krypto-Unternehmen mit Emissionsabgaben in dieser Größenordnung klimaneutral werden könnten.

Allerdings muss die Kryptobranche wahrscheinlich einen viel umfangreicheren Lösungsansatz wählen, wie die BitMEX bereits einräumt. Der Finanzstabilitätsrat der Europäischen Zentralbank hatte diesen Monat ausdrücklich den „exorbitanten CO2-Fußabdruck“ von Kryptowährungen angemahnt. Auch einflussreiche Firmen und Organisationen wie Tesla und Greenpeace sehen inzwischen wegen Umweltbedenken von Bitcoin als Zahlungsmittel ab.

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„Spielgeld von Nerds für Kinder“ – Comedian Bill Maher schießt gegen Krypto

Der amerikanische Komiker und Moderator Bill Maher kritisiert die Kryptobranche scharf, wobei dieser besonders an den populären Kryptowährungen Bitcoin und Dogecoin kein gutes Haar lässt, denn diese hätten keinen „echten“ Wert und wären hochgradig umweltschädlich.

Die entsprechende Kritik äußerte der Comedian, der in den USA für seinen provokanten Zynismus bekannt ist, am Freitag im Rahmen seiner Late-Night-Show „Real Time with Bill Maher“. In seinem achtminütigen Monolog bezeichnete Maher Kryptowährungen als „Spielgeld für Kinder“, das nicht in der Realität verortet ist, sondern vielmehr der verzweifelte Versuch von „Nerds“ ist, Wirtschaft und Finanzwelt in die virtuelle Welt zu verlagern.

Dabei hebt er besonders hervor, dass Kryptowährungen keinen „realen“ Wert hätten, was er mit einem Zitat von Investmentguru Warren Buffett untermauert, der in der Tat ein ausgewiesener Kritiker von Bitcoin & Co. ist. So würde deren Wert durch einen „völlig willkürlichen“ Prozess wie Mining bestimmt werden, der keinen Mehrwert schafft, aber Unmengen an Energie verbraucht.

Dahingehend führt der Comedian aus: „Es ist doch ein innerer Widerspruch, dass Milliarden Dollar virtuelles Vermögen geschöpft werden können, ohne dass jemals ein Mehrwert geschaffen wird, ohne dass ein Produkt hergestellt oder eine Dienstleistung verrichtet wird. […] Sehr real ist allerdings die unvorstellbare Menge an Strom, die diese massiven Supercomputer für ihr Mining verbrauchen.“

Dem fügt er an:

„Bitcoin verbraucht mehr Strom pro Transaktion als jede andere Methode in der Geschichte der Menschheit. Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht mehr Strom als über eine Million Visa-Transaktionen, und hat einen CO2-Fußabdruck wie 85.000 Stunden an YouTube-Videos. […] Bitcoin benötigt mehr Energie als Netflix, Apple, Facebook, Microsoft und Google zusammen.“

Dass seine kontroverse Meinung allerdings nicht ganz fundiert ist, räumt der Moderator ein, so benennt er den Erfinder von Bitcoin (BTC) falsch und gesteht ein, dass er Kryptowährungen schlichtweg „nicht kapiert“. Gemäß seiner Intonation ist dies jedoch wohl nur als Stilmittel zu verstehen, mit dem er seine Geringschätzung für die Anlageklasse zum Ausdruck bringt.

In der Krypto-Community stieß der komödiantische Vortrag von Maher erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe (siehe unten), so rät Krypto-Experte Anthony Pompliano zum Beispiel, keine Finanztipps von Komikern zu erbitten, während Binance-Chef Changpeng Zhao das Segment als „traurig“ empfindet.

„Ich liebe Bill Maher, denn er trifft oft den Nagel auf den Kopf, aber seine Meinung über Kryptowährungen ist mir viel zu einseitig“, wie Alex Iskold von 2048 Ventures derweil auf Twitter schreibt. Des Weiteren entgegnet er: „Na klar gibt es Spekulation, aber die Zukunft des Geldes ist digital, und die Blockchain-Technologie hat in diesem Zusammenhang viele, viele Verwendungszwecke.“

Obwohl besonders Mahers bissige Kritik im Stil von „Kryptowährungen sind nur ein Kinderspielzeug“ in der Community aneckt, halten einige Krypto-Anleger seinen Einwand bezüglich deren Umweltschädlichkeit für gerechtfertigt. Der massive Stromverbrauch von Marktführer Bitcoin wird nicht nur in den Medien zunehmend diskutiert, sondern schlägt auch innerhalb der Branche hohe Wellen.

So meinte Alex de Vries, Mitgründer von Digiconomist, im Streitgespräch mit einem weiteren Krypto-Experten jüngst, dass die negativen Auswirkungen auf die Umwelt „schnell völlig außer Kontrolle geraten könnten“. Twitter-Chef Jack Dorsey und Tesla-Chef Elon Musk, die mit ihren Firmen jeweils in Bitcoin investiert haben, stützen wiederum die These, dass die marktführende Kryptowährung dabei helfen kann, erneuerbare Energien optimaler zu nutzen und deren Produktion zu fördern.

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Keine „Blut-Coins“ für Kevin O’Leary mehr: Investor äußert sich zu Bitcoin-Stromverbrauch

Der Shark Tank– und Dragon’s Den-Star Kevin O’Leary äußert sich zu so genannten „Blut-Coins“. Das sind Bitcoins (BTC), die in China gemint werden. Der Investor erklärte, er würde von nun an nur noch mit „sauberen Coins“ handeln. Das sind Coins, die mit erneuerbarer Energie gemint werden. Er erklärte, dass auch andere Institutionen das allmählich tun.

O’Leary kritisierte die Bitcoin-Produktion. Er erklärte, dass die meisten anderen Produkte auf der Welt nach institutionellen und regulatorischen Standards hergestellt werden. O’Leary sagte in einem Interview mit CNBC:

„Wir haben Konformität für große Institutionen, wir haben Vereinbarungen, wie Anlagen hergestellt werden, ob Kohlenstoff verbrannt wird, ob Menschenrechte eine Rolle spielen, ob es in China hergestellt wird.“

Alle von O’Leary aufgeführten Beispiele trifft auf die weltweit größte Bitcoin-Mining-Region zu, nämlich China. Dort macht billiger, Kohle-Strom geschätzte 50 oder 65 Prozent der gesamten Bitcoin-Hashrate aus. Niemand will Bitcoin kaufen, die aus China stammen, so O’Leary. Er erklärte auch, dass Institutionen allmählich „jungfräuliche“ Coins wollen, die auf umweltfreundliche Weise gemint werden.

„All diese Themen sind jetzt bei Bitcoin in den Vordergrund gerückt. Institutionen werden keine in China geminten Coins kaufen. Keine Coins, die mit Kohleverbrennung zur Stromerzeugung gemint werden werden. Keine Coins, die in Ländern gemint werden, die mit Sanktionen belegt sind. Und auf einmal gibt es diese riesige Nachfrage nach jungfräulichen Coins, bei denen man weiß, woher sie kommen“, so O’Leary.

Letztendlich wird der Zeitgeist zwei verschiedene Arten von Bitcoin kennen: Blut-Coins und saubere Coins. O’Leary erklärte weiter:

„Das ist ein wirklich interessantes Problem, und ich sehe in den nächsten ein oder zwei Jahren zwei Arten von Coins: Blut-Coins aus China und saubere Coins, die nachhaltig in Ländern gemint werden, die Wasserkraft und nicht Kohle nutzen.“

O’Leary sagte, dass besorgte Anfänger-Investoren ihn regelmäßig nach der Herkunft von Bitcoin fragen und ob die Produktion modernen westlichen Standards entspricht. Der Investor sagte, dass er von nun an nur noch mit sauberen Bitcoins handeln würde.

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Rekordlauf gleich Rekordverbrauch – CO2-Ausstoß von Bitcoin spaltet die Gemüter

Der aktuelle Rekordlauf von Bitcoin (BTC) sorgt auch für einen verstärkten Wettbewerb der Krypto-Miner. Dadurch verbrauchen diese wiederum übermäßig viel Strom, was in der Krypto-Community nun eine Debatte um Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der marktführenden Kryptowährung ausgelöst hat.

Wie der Bitcoin Energy Consumption Index von Digiconomist ausweist, ist der Stromverbrauch von Bitcoin seit Ende 2020 ebenfalls auf einem Rekordhoch. So liegt der geschätzte Jahresverbrauch seitdem bei mehr als 77 Terawattstunden (TWh). Obwohl in der Vergangenheit ähnlich hohe Spitzen erreicht wurden, ist dies das erste Mal, dass ein solcher Wert über einen längeren Zeitraum verzeichnet wird.

Die fast 77,8 TWh pro Jahr, die Bitcoin zurzeit „frisst“, sind vergleichbar mit dem gesamten Verbrauch des südamerikanischen Landes Chile innerhalb eines Jahres. Der daraus entstehende CO2-Fußabdruck des Krypto-Marktführers ist dementsprechend erschreckend, und beläuft sich auf fast 37 Megatonnen (Mt), was dem CO2-Ausstoß von Neuseeland gleichkommt.

Stromverbrauch von Bitcoin. Quelle: Digiconomist’s Bitcoin Energy Consumption Index

Diese übermäßige Emission löst in der Krypto-Community erneut Diskussionen darüber aus, wie umweltverträglich die marktführende Kryptowährung wirklich ist.

Charles Hoskinson, der Gründer des Krypto-Projekts Cardano und ein ehemaliger Mitgründer von Ethereum, attestiert Bitcoin „einen unfassbar hohen Stromverbrauch“. Erschwerend kommt aus seiner Sicht hinzu, dass „dieses Problem auf Grund der Konzeptionierung nie gelöst werden wird“. Wie Hoskinson gegenüber CNBC erklärt, ist das Proof-Of-Work (PoW) Konsensverfahren hierfür verantwortlich. Da dieser Mechanismus grundlegend mit der Bitcoin-Blockchain verankert ist, bestünde keine Aussicht auf Besserung, ganz im Gegenteil würde sich das Problem mit zunehmender Annahme des Krypto-Marktführers nur noch verschlimmern:

„Je erfolgreicher Bitcoin wird, desto höher steigt der Kurs. Je höher der Kurs steigt, desto mehr Wettbewerb gibt es unter den Bitcoin-Minern. Je mehr Wettbewerb besteht, desto mehr Energie wird für das Mining verbraucht.“

Dem hält Hoskinson entgegen, dass die Cardano-Blockchain lediglich 6 Gigawattstunden (GWh) für ihren Betrieb benötigt, da sie auf dem sogenannten Proof-Of-Stake (PoS) Konsensverfahren basiert, das weit weniger ressourcenintensiv ist.

Andere Stimmen der Krypto-Community argumentieren allerdings, dass das Phänomen mit all seinem revolutionären Potenzial einen außergewöhnlich hohen Stromverbrauch durchaus rechtfertigt. In diese Kerbe schlägt auch Meltem Demirors, die Chefstrategin von CoinShares, die in der Debatte vielmehr einen Kampf um die Deutungshoheit sieht:

„Einige Leute wollen bestimmen, was guter und was schlechter Stromverbrauch ist. Bitcoin ist dabei weitaus transparenter, was den Stromverbrauch angeht, als die meisten anderen Branchen.“

Dahingehend fügt sie an, dass eine Debatte über den Stromverbrauch auch unweigerlich eine Debatte über den Verwendungszweck bedeutet, womit Kritiker also die Legitimität von Bitcoin als Ganzes anzweifeln: „Wenn wir E-Mails schreiben und speichern, verbraucht das auch Strom, aber keiner würde auf die Idee kommen, dass das eine schlechte Form von Stromverbrauch ist.“

Obwohl der benötigte Energieaufwand von Bitcoin also so schnell nicht sinken wird, benötigt der Krypto-Marktführer weniger Strom als ungenutzte, jedoch angeschlossene, Haushaltsgeräte in den USA. Wie eine Studie von Michel Rauchs, einem Forscher des Cambridge Centre for Alternative Finance, zeigt, könnte die Bitcoin-Blockchain allein durch den Strom, den diese Geräte ziehen, zwei Jahre lang betrieben werden.

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„Moon bis Ende des Jahres“ – lab10 collective (ARTIS) im Interview

Mit ARTIS wollt ihr ein Netzwerk schaffen, das eine positive Energiebilanz fördert. Wie passen Blockchain und Energieeffizienz zusammen?

Bernhard Wladkowski: Seit drei Jahren beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie dezentrale Internet-Technologien zu mehr Nachhaltigkeit und Fairness in der Wirtschaft beitragen können. Den Klimawandel und die damit einhergehende Notwendigkeit der Entkarbonisierung sehen wir als dringliche Herausforderung, der wir uns nun radikal zuwenden.

Das Thema Bitcoin und Energiebilanz ist ja in aller Munde. Uns geht es aber nicht darum, Bitcoin zu bashen – Bitcoin verbraucht relativ viel Strom – Punkt. Das liegt vor allem an Nakamotos Proof-of-Work-Konsensmechanismus. Das war von Anfang an ärgerlich: Da gibt es diese neue Technologien, die aber nicht energieeffizient sind. Der hohe Energieverbrauch der Bitcoin Blockchain ist auch ein Grund, warum wir unser Projekt gestartet haben.

ARTIS ist die einzige Blockchain, die sich speziell auf Anwendungen der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien konzentriert. Durch die Kompatibilität zu Ethereum (bei einem Bruchteil der Kosten) kann ARTIS Mikrotransaktionen, wie sie bei „Energie-Anwendungen“ nötig sind, sinnvoll auf der Blockchain abbilden.

Artis, „Moon bis Ende des Jahres“ – lab10 collective (ARTIS) im Interview
Das lab10 collective bei der Arbeit

Grundsätzlich geht es uns aber um Co2-neutrales nachhaltiges Wirtschaften. Momentan wird wahnsinnig viel Geld und Energie darauf verwendet, über das Thema zu diskutieren. Es ist klar, dass hier etwas getan werden muss. Was das aber genau ist, ist oft noch unklar. Hier brauchen wir Blockchain-Lösungen, die sicher und transparent sind. Geschäftsmodelle – Beispiel Micro Grids – gibt es auch schon. Allerdings gibt es hier noch Hürden: Die Stromerzeugung und der Verkauf an die Nachbarn ist technisch und rechtlich noch nicht möglich. Wir sehen für viele Anwendungen, die CO2 neutral sein sollen, die Blockchain-Technologie als ideale Lösung. ARTIS soll also zu einer Blockchain-Grundstruktur werden, um CO2-neutrales Wirtschaften möglich zu machen. Auf der ARTIS Blockchain können E-Charging-Anwendungen oder E-Auto-Sharing abgewickelt werden. Bestehende Lösungen gibt es zwar bereits. Aber hier fehlt es noch an einem Vehikel. Wir sehen uns hier als Game Changer.

Dazu nutzt ihr dann wahrscheinlich nicht Satoshi Nakamotos Proof-of-Work-Mechanismus?

Bernhard Wladkowski: Richtig. Aktuell nutzen wir eine Mischung aus Proof of Stake (PoS) und Proof of Authority (PoA). Momentan ist es also nur mit einer Permission möglich, auf der ARTIS Blockchain eigene Nodes zu betreiben; man muss dafür Coins staken. In Zukunft kann man sich aber auch über Staking beziehungsweise Smart Contracts zusammenschließen – das ist gerade für Teilnehmer interessant, die nicht genügend Coins haben, um eine eigene Node beziehungsweise eigene Nodes zu betreiben. Das Ganze passiert dann mit unserem „Moon“-Upgrade. Wir haben also eine klare Nachricht an die Bitcoin Community: Bei uns gibt es „Moon“ bis Ende des Jahres.

Artis, „Moon bis Ende des Jahres“ – lab10 collective (ARTIS) im Interview
„Bestehende Lösungen gibt es zwar bereits. Aber hier fehlt es noch an einem Vehikel.

Welche Rolle spielt hier der ARTIS Coin?

Bernhard Wladkowski: Zunächst braucht man ihn für Netzwerkgebühren. Aktuell gibt es lediglich 10 Netzwerkknoten. Jetzt geht es aber darum, das ARTIS-Netzwerk in die Selbstständigkeit zu entlassen. Daher wollen wir Menschen und Organisationen finden, die das Netzwerk langfristig betreiben.

Aber führt der Proof-of-Stake-Mechanismus nicht zu einer Konzentration von Macht im Netzwerk? Seht ihr hier eine Gefahr?

Bernhard Wladkowski: Es kommt immer darauf an, wer den Stake besitzt. Wir haben jetzt über 10 namhafte Partner aus dem Ethereum-Ökosystem, die sich dafür interessieren, Knoten zu betreiben. Wir versuchen nun, 50 Instanzen zu finden, die Knoten betreiben, um das Netzwerk dezentraler zu gestalten. Es ist also keine Zentralisierung zu befürchten – wir suchen Partner, die das Netzwerk langfristig betreiben wollen. Das sind solche Partner, die nicht nur am wirtschaftlichen Erfolg von ARTIS im nächsten Jahr interessiert sind. Uns geht es viel eher darum, auf Basis von ARTIS neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ihr hattet ursprünglich geplant, ein Initial Coin Offering (ICO) für den ARTIS Token durchzuführen, den Token Sale dann aber abgesagt. Wie kam es dazu?

Bernhard Wladkowski: Die Idee zu ARTIS ist im Jahr 2017 entstanden. Anfang 2018 fingen wir dann an zu programmieren. Damals war das Mittel der Wahl, ein ICO durchzuführen. Im Laufe des Jahres hat sich die Stimmung aber geändert – es gab viele Scams und Pump and Dumps. Wir fragten uns: Wie machen wir das mit der Finanzierung? Schließlich sind wir komplett selbstfinanziert. Sollten wir also den Rest unseres Geldes in ein ICO stecken, um dann eventuell mehr Geld einzusammeln? Wir entschlossen uns dagegen – gegen PR, gegen Werbung, zogen das Geld zurück und konzentrierten uns auf das, was wir am besten können: programmieren. Das ist auch die Basis von ARTIS. In der Zwischenzeit haben wir auch Forschungsförderungen, größtenteils von Förderungsstätten der Regierung, bekommen.

Wir sind als einen anderen Weg gegangen. Anstatt das White Paper zu verkaufen, haben wir daraus ein Netzwerk mit erstem Proof of Concept (PoC) gemacht. Erst heute fangen wir an, andere Knotenbetreiber mit ins Boot zu holen. Nun, wo alles funktioniert, geben wir auch erste Coins heraus.

Wie läuft der Token Sale?

Bernhard Wladkowski: Es ist kein Token Sale im eigentlichen Sinne, viel eher ein Private Sale. Es gibt kein öffentliches Angebot – wir richten uns wie gesagt nur an Entitäten, die bereit sind, das Netzwerk auf lange Sicht zu betreiben.

Plant ihr aber auch, das Netzwerk für eine größere Öffentlichkeit zu öffnen?

Bernhard Wladkowski: Absolut. Mit unserer NFC-basierten Hardware Wallet, die wir mit Infineon entwickeln, wollen wir Menschen im kommenden Jahr eine Möglichkeit bieten, mit der Blockchain zu interagieren. Wenn wir Menschen den Umgang mit Kryptowährungen nicht ermöglichen, dann werden sie sie auch nicht verwenden.

In Deutschland laufen neue Token-Projekte unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Blockchain-Unternehmen beklagen hier jedoch immer wieder die strengen Auflagen. Wie läuft das in Österreich?

Bernhard Wladkowski: Ich muss ehrlich sagen: Wir sind froh, dass wird die BaFin nicht in Österreich haben. Ich will mich jetzt auch nicht negativ darüber äußern. Nur so viel: Die ersten deutschen Blockchain-Unternehmen gehen schon nach Liechtenstein. Doch bleiben wir bei Österreich: Wir als lab10 collective sind ein Zusammenschluss aus über 40 Spezialisten. Wir sind eine Gemeinwohl-orientierte Genossenschaft. Neben Software-Entwicklern, Designern und Leuten aus den Bereichen Business & Kommunikation haben wir auch eine Steuerberaterin und zwei Anwälte, die eng mit der Finanzaufsicht zusammenarbeiten. Als Kollektiv sind wir gut vernetzt, was FMA-Geschichten und Regulierung betrifft. Wir wollen eine positive Regulierung mitentwickeln. Wir schauen oft nach Deutschland. Wenn die das gut machen, übernehmen wir es – wenn nicht, machen wir es anders. Gerade im Bereich Regulierung passiert Letzteres. Wir sind aktuell noch sehr zufrieden.

Zur Homepage von ARTIS geht es hier.

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Usbekistan: Bitcoin Minern droht drastische Strompreiserhöhung

Die Regierung in Usbekistan sagt Bitcoin Minern den Kampf an. Dies geht aus einem Dokument hervor, welches das usbekische Energieministerium am 27. September veröffentlichte. In der Verordnung  kündigt das Ministerkabinett im Nachgang an eine Stellungnahme des Präsidenten vom 22. August eine neue Steuer an. Diese bezieht sich auf Personen, die einen besonders hohen Energieverbrauch (durch Mining) haben. Die neue Steuer wird den bisherigen Strompreis demnach verdreifachen. Die Maßnahmen sollen bereits am 12. Oktober überarbeitet und kommentiert werden. Nach ihrer Umsetzung sollen sie indes direkte Konsequenzen für die Betroffenen mit sich bringen.

So heißt es in der Verordnung 8512: „Die Verbraucher, […], die Aktivitäten mit Krypto-Anlagen, einschließlich des Mining durchführen, zahlen für Strom [das Dreifache] des etablierten Tarifs der entsprechenden Tarifgruppe.“ Die Überwachung der durchgeführten Maßnahmen obliegt dem Ministerkabinett Usbekistans sowie dem Energieminister Sultanov.

Usbekistan: Energieautarkes Paradies für Krypto-Fans?

Shavkat Mirziyoyev, Präsident von Usbekistan, publizierte im August ein Statement „mit beschleunigten Maßnahmen für die Erhöhung der Energieeffizienz in wirtschaftlichen Sektoren und der gesellschaftlichen Sphäre, Implementierung von Energiespartechnologien sowie Entwicklung erneuerbarer Energiequellen.“

Im September 2018 erließ Präsident Mirziyoyev außerdem einen Entwicklungsfonds auf Blockchain-Basis. Dieser Digitaltrust integrierte verschiedene staatliche Projekte, wie beispielsweise Maßnahmen zu Finanzierung von Bildung, Gesundheitsvorsorge und Kultur. Weiterhin sollte er als Anreiz für internationale Investoren dienen, in Usbekistans digitale Entwicklung zu investieren.

Zuvor begannen viele Bitcoin-Fans in Usbekistan mit dem Mining von Kryptowährungen. Trading und Mining waren zudem legalisiert und blieben unversteuert. Diese Privilegien blieben allerdings weitestgehend usbekischen Bürgern vorbehalten. Usbekistan ist aufgrund großer Öl- und Gasvorkommen nicht auf Energieimporte angewiesen. Entsprechend ist der Strom billig und das Mining profitabel. Der Strompreis beläuft sich auf etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

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Bitcoin-Stromverbrauch: Uni Cambridge bringt neuen Index

Die Cambridge University entwickelte ein Programm, welches in Echtzeit den Energieverbrauch im Bitcoin-Netzwerk anzeigt. Der Bitcoin Electricity Consumption Index (CBECI) ist seit dem 3. Juli online und unterscheidet sich in der Verbrauchsschätzung signifikant von vergleichbaren Plattformen. Herausgebracht hat das Tool das Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF), ein Forschungszentrum der Cambridge Judge Business School.

Als Ziel der Veröffentlichung nannten die Forscher die wachsenden Sorgen hinsichtlich eines vermeintlich überhöhten Energieverbrauchs des BTC-Netzwerks. Dieser basiert auf kryptographischen Operationen im Zuge des Minings der Kryptowährung. Beim Schürfprozess neuer Bitcoin kommt nämlich der Proof-of-Work-Mechanismus zur Bestätigung von Transaktionen zum Einsatz. Dieser steigert mit der Zeit seinen Verbrauch.

CBECI aktualisiert sich alle 30 Sekunden

Obwohl die Debatte um Bitcoins Energieverbrauch und damit den CO2-Fußabdruck hitzig geführt wird, bleiben konkrete Daten vage. Einerseits empören sich manche Stimmen lautstark darüber, BTC würde mehr Strom verbrauchen als beispielsweise Österreich. Andererseits sind die Messmethoden für den tatsächlichen Verbrauch nicht einheitlich und liefern in der Regel nur Momentaufnahmen. Diese Zahlen sind deshalb nur schwer vergleichbar.

Das Bitcoin Electricity Consumption Index bietet Experten, Politikern und Journalisten ein neutrales und verbraucherfreundliches Werkzeug, um den Energieverbrauch von Bitcoin zu erfassen und die eigenen Positionen argumentativ zu unterlegen. Die Zahlen aktualisieren sich zunächst alle 30 Sekunden selbst. Das Modell, welches die Cambridge-Wissenschaftler verwenden, besteht weiterhin aus einer Vielzahl kombinierter Methoden, unter anderem aus 60 verschiedenen Mining-Hardware-Geräten. Zudem ist das System in einem ständigen Optimierungsprozess begriffen.

In einer zweiten Phase wollen die Entwickler des CBECI eine interaktive geografische Karte in die Analyse integrieren. Mithilfe dieser können die User dann Vergleiche zwischen einzelnen Regionen ziehen und eine global differenzierte Untersuchung vom Energieverbrauch des Bitcoin-Minings durchführen.

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