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Online-Event: Wenn nicht physisch, dann virtuell: Der digitale Euro

Blockchain Summit in Tokio, Blockchain Week Summit 2020 in Paris, ANON Summit in Wien und Bitcoin 2020 in San Francisco: Über den Globus verteilt müssen sämtliche Veranstaltungen wegen des Versammlungsverbots auf Eis gelegt werden. Auch die Diskussionsrunde zum „Digital Euro for Smart Contracts in the Industry der Frankfurt School ist davon betroffen. Anstatt das Event jedoch abzusagen, schöpfen die Veranstalter die Möglichkeiten des virtuellen Raums aus.

Digitale Diskussion zum digitalen Euro

Via Zoom können sich Interessenten am Dienstag, dem 31. März um 09:00 Uhr zu den Vorträgen der Referenten kostenlos zuschalten. Die Diskussionsrunde setzt sich thematisch mit den ökonomischen Auswirkungen eines digitalen Euro auseinander. Prof. Philipp Sandner von der Frankfurt School Blockchain Center erklärt das breite Interesse an dem E-Euro:

Von verschiedenen Unternehmen und Verbänden wird der programmierbare Euro auf Blockchainbasis gefordert. Sobald der Euro auf der Blockchain läuft, kann er auch mittels Smart Contracts programmiert werden. Das betrifft dann perspektivisch die Logistik, den Maschinenbau, den Wertpapierhandel und zahlreiche weitere Use Cases. Denn inzwischen ist klar geworden: Unternehmen werden erst dann intensiv Blockchain-Technologie einsetzen, wenn der Euro gebucht werden kann.

Kryptowährungen seien bislang „für den Unternehmenseinsatz unpraktikabel“, führt Prof. Sandner weiter aus, ebenso wie „riskante“ Stable Coins. Aber als reguliertes Pendant sei ein programmierbarer Euro gerade für Unternehmen von wirtschaftlichem Interesse.

Den Fragestellungen, die sich rund um das Thema aufdrängen, widmen sich neben Prof. Sandner auch Dr. Martin Diehl von der Deutschen Bundesbank, Benjamin Duve von der Commerzbank, Maximilian Forster von Cash-on-Ledger und Thomas Nägele von NÄGELE Attorneys in jeweiligen Vorträgen.

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Neben der Veranstaltung ziehen auch das Event „On-Chain Analytics: How to Actually Make Sense of Blockchain Data“ von Anyblock und das bereits erfolgreich abgeschlossene Online-Event „Blockchain Case Studies in the Chemical Industry“ von AZHOS vorübergehend ins digitale Plenum.

Events: Von der Bühne auf die Couch

Obwohl das Virus die Menschen auseinandertreibt und in die Isolation zwingt, finden die Menschen über das Internet wieder zusammen – zumindest virtuell. So verlagert man gerade sämtliche Veranstaltungen in den Cyberspace, um die Illusion des öffentlichen Lebens aufrechtzuerhalten – von Konzerten und Lesungen bis hin zu Krypto-Szenetreffen.

Philipp Sandner sieht in der Entwicklung schließlich eine Chance, vor allem für kleine Start-ups, die nun ihr Renommee über den Internetauftritt ausbauen können:

Corona wird viel verändern und zwingt uns, keine physischen Kontakte mehr miteinander zu haben. Bis vor einigen Wochen gab es Meetups und Konferenzen – diese sind nicht nur wichtig wegen des vermittelten Wissens, sondern vor allem wegen dem Kennenlernen von anderen Experten aus der Blockchain-Szene. […] All das muss nun digital geschehen. Online-Talks und Online-Panel-Diskussionen gibt es schon jetzt. Für Start-ups bietet sich so die Chance, sich zu präsentieren. […] Die Welt wird nun binnen weniger Tage und Wochen digital.

Und auch der Lehrbetrieb könnte durch die Umstellung der Inhalte auf Online-Angebote eine digitale Renaissance erleben. Vielerorts stellen Universitäten bereits Vorlesungen und Seminare online, um den Anschluss der Studierenden zu gewährleisten, so auch das Frankfurt School Blockchain Center:

Die Frankfurt School ist eine kleine moderne Wirtschaftsuniversität. Natürlich haben wir versucht, Vorlesungen im Einzelnen oder das ganze Studium als Ganzes durch Online-Methoden zu unterstützen. […] Aber durch Corona ist unsere Hochschule nun binnen einer Woche 100 Prozent digital geworden. Alle Vorlesungen sind nun online, alle Dozenten können damit umgehen, Prüfungen wurden umgestellt. Das Ziel ist, dass keine Prüfung ausfällt, um den Studienfortschritt der Studierenden nicht zu gefährden. Und es scheint zu klappen,

ergänzt Prof. Philipp Sandner. Bei aller berechtigten Sorge über den ungewissen Verlauf der Pandemie sollte die Krise auch folglich als Chance begriffen werden, neue Infrastrukturen zur Kommunikation zu nutzen.

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Experten vom Frankfurt School Blockchain Center: Euro muss auf die Blockchain

Laut Prof. Dr. Philipp Sandner und Jonas Groß vom Frankfurt School Blockchain Center sollte es in absehbarer Zeit auch in Euro notierte Smart Contracts auf einer Blockchain geben. Dies machten die Blockchain-Experten in einem am 13. September im Finanzmagazin Capital veröffentlichten Artikel deutlich.

Die beiden Wissenschaftler schreiben in ihrem Gastbeitrag, Europa und Deutschland müssten technologisch und regulatorisch ihre Bemühungen intensivieren, um im Vergleich zu den USA und China nicht den Anschluss zu verlieren.

Blockchain wird noch nicht richtig verstanden

Blockchain-Technologie werde von Entscheidungsträgern im staatlichen Bereich wie auch in Konzernen “auf breiter Ebene oftmals noch nicht richtig verstanden”.

In ihrer Analyse verweisen die Forscher auf Facebooks Libra Projekt sowie auf Bestrebungen der chinesischen Zentralbank für eine eigene Kryptowährung, die laut involvierten Experten bereits “fast fertig entwickelt” sei. Als weiteres Beispiel führen Sandner und Groß die von der Kryptobörse Binance inzwischen angekündigten Plattform für Stablecoins an, mit dem “Unternehmen und sogar ganze Länder ihre eigenen Währungen auf diesem System – quasi in abgeschotteten Segmenten – notieren lassen können” werden.

In Deutschland und Europa passiere “in Bezug auf Großprojekte mit Systemrelevanz” hingegen wenig. Es gebe zwar eine lebhafte Startup-Szene im Blockchain-Bereich mit Startups in Berlin, Zürich, London und Paris sowie Konzerne wie Bosch, Daimler, die Commerzbank und andere unterhielten bereits eigene Blockchain-Abteilungen.

Initiativen von Behörden wie die BaFin in Deutschland oder deren Äquivalente in der Schweiz und in Liechtenstein sowie der Europäischen Zentralbank seien zwar “gut und richtig”. Sie würden jedoch “nicht ausreichen, um international auf Augenhöhe mit weltweit führenden Projekten zu agieren.”

Investitionen durch große Organisationen nötig

Um dieses Ungleichgewicht aufzulösen, fordern die Blockchain-Experten Investitionen durch große Organisationen wie Staaten, Ministerien, Behörden, Industriekonzerne, Banken, Investoren und Universitäten. Diese müssten ihre Budgets jetzt in Richtung Blockchain lenken und damit wichtige Vorhaben finanzieren.

Dabei haben die Autoren vor allem den Euro und das Identitätsmanagement im Blick. Sie schreiben:

“Der Euro muss auf die Blockchain und das Thema Identitäten auf Blockchain-Basis muss umfassend behandelt werden. Bei diesen beiden Aspekten handelt es sich um breite Anwendungsfelder, welche das Fundament für die digitale Wirtschaft der Zukunft darstellen werden. Eine Wirtschaft ohne Euro und Identität auf Blockchain-Basis können sich Kenner der Technologie nicht vorstellen.”

Gerade für die deutsche Industrie sei ein Euro auf Blockchain-Basis besonders wichtig, da Unternehmen ihre Rechnungen in Euro schreiben und die gesamte Buchhaltung damit laufe. Der Einsatz alternativer Digitalwährungen wie etwa Bitcoin sei für Unternehmen wie etwa BMW “nicht vorstellbar”, da die Akzeptanz als Zahlungsmittel niedrig und regulatorische Hürden zu hoch seien.

Identitätsmanagement soll auf die Blockchain

Auch das Identitätsmanagement sollte aus Effizienzgründen, so Sandner und Groß, auf die Blockchain verlagert werden. Menschen, Firmen und sogar Maschinen könnten mit einem “digitalen Ausweis” ausgestattet werden, was eine schnelle und kostengünstige Abwicklung von Transaktionen ermöglichen würde.

Um derartige Innovationen zu ermöglichen, seien jetzt Entscheidungsträger in Unternehmen und der Politik gefragt. Was diese genau leisten sollten, fassen die Autoren wie folgt zusammen:

“Sie müssen Budgets schaffen, Blockchain-basierte Projekte initiieren, Entscheidungen treffen, Teams zusammenstellen, neue Kollegen einstellen und ihre Mitarbeiter technologisch weiterbilden.”

Kelch geht an Deutschland nicht vorüber

Der Artikel endet mit der Warnung, es sei “grob fahrlässig, die Entwicklungen um Libra, die chinesische digitale Währung und Binance, und auch Bitcoin, nicht sehen zu wollen.” Der Kelch gehe nicht vorüber.

Was Prof. Dr. Philipp Sandner von Facebook Libra und der für ab 2020 geplanten deutschen Krypto-Regulierung hält, hat der Finanzexperte bereits in einem Interview von Anfang September mit Cointelegraph auf Deutsch verraten. Dort argumentierte Sandner etwas positiver und bezeichnete Deutschland bzw. den deutschsprachigen Raum im internationalen Vergleich als “nicht schlecht aufgestellt”.

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ITIN, EIN, TTS – Mit der ITSA durch den Krypto-Dschungel

BTC-ECHO ist, wie vor einiger Zeit erwähnt, Gründungsmitglied bei der International Token Standardization Association oder kurz ITSA. Nach BTC-ECHO sind verschiedene illustre Partner wie die MakerDAO, Neufund oder Aeternity gewonnen worden. Insgesamt kann sich die Liste der Partner inzwischen sehen lassen:

Wozu finden sich die unterschiedlichen Gründungsmitglieder unter dem Banner der ITSA zusammen? Grob wurde die Arbeit der Association in einem Artikel vorgestellt:

Sobald […] neue Token ins Krypto-Ökosystem kommen, bekommen diese zunächst eine unverwechselbare neunteilige alphanumerische Identifikationsnummer. Nachgehend soll der frische Token dann in ein internationales Token-Klassifizierungssystem eingeordnet werden, das sämtliche Dimensionen (ökonomisch, technologisch, rechtlich etc.) miteinbezieht.

Dem schier undurchdringlichen Zoo an Token möchte die ITSA also durch drei Dinge Herr werden: das Zuteilen einer neunteiligen ID, die Zuordnung verschiedener Klassifizierungen und schließlich der Aufbau einer Datenbank mit Kennzahlen zu diesen Token. Dieser Artikel möchte die verschiedenen Bestreben der ITSA vorstellen. Außerdem blicken wir auf die Datenbank, die die ITSA den Mitgliedern für Forschungszwecke zur Verfügung stellt. Einen ersten Schritt dazu unternahm Prof. Dr. Philipp Sandner. Wie sein Artikel möchten auch wir am Ende zeigen, was man alles für Infos aus den Daten ziehen kann.

Die ITIN – die Wertpapierkennnummer der Krypto-Assets

Wieso sollte man neuen Token eine neunteilige alphanumerische Identifikationsnummer, die sich keiner merken kann, zuordnen? Haben unterschiedliche Kryptowährungen und Krypto-Assets nicht schon Namen?

Ein Screenshot spricht an der Stelle mehr als tausend Worte:

Auf anderen Coin-Ranking-Seiten ist die Situation nicht besser. Eine Analyse auf Coingecko ergab, dass unter den knapp 5.000 aufgeführten Krypto-Assets über 450 Duplikate auftauchten. Zugegebenermaßen handelt es sich dabei größtenteils um Coins weit jenseits der Top 10, aber ideal ist die Situation keineswegs. Wenn man schließlich noch Informationen von verschiedenen Coin-Ranking-Seiten nutzt, wird die Uneindeutigkeit der unterschiedlichen Assets wirklich fatal. Es fehlt einfach ein gemeinsamer Standard.

Dies ist ein Fokus der ITSA: eine gemeinsame, objektive Nomenklatur für die Klassifizierung von Krypto-Assets zu finden. Es erinnert an das, was die ISIN im klassischen Wertpapiergeschäft möchte. Angelehnt an die International Security Identification Number wird die ITIN ein eineindeutiges Kennzeichen für ein neues Asset sein (sie wird also in beiden Richtungen eindeutig sein). Sie hat nichts mit dem Namen des Assets zu tun, sondern wird per Zufall vergeben. Zum einen möchte man damit oben beschriebene Doppelungen vermeiden, zum anderem keinem Asset durch Verwenden echter Worte einen etwaigen Bias geben.

Was heißt das konkret? Bitcoin hätte nach diesem Schema die ITIN TP3B-248N-Q und Bitcoin Cash die WKG3-T4X3-3. Man erkennt: Es gibt keine Präferenz oder einen Bezug zum Label Bitcoin.

Diese Art der objektiven Zuordnung mag für den privaten Investor nicht so wichtig sein – für ihn oder sie wird Bitcoin immer Bitcoin, Ethereum immer Ethereum etc. bleiben. Gerade in Zeiten der Forks kann eine derartig eindeutige, objektive Zuordnung jedoch auch für ihn wichtig sein. Spätestens für behördennahe Use Cases ist eine derartige Zuordnung schließlich notwendig. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen diese eindeutigen Bezeichnungen nutzen.

EIN, LLC, EIP… Wie die ITSA für Ordnung sorgen will

Mit der ITIN kann nun einer schier beliebig großen Menge an Token (um genau zu sein 853 Milliarden) eine jeweils eineindeutige Zuordnung gegeben werden. Soweit also zur alphanumerischen Identifikationsnummer. Im obigen Zitat steht jedoch auch, dass der Token in ein internationales Token-Klassifizierungssystem eingeordnet werden soll. Wie sieht das nun aus?

Ein Problem im Rahmen von Token-Klassifizierungen ist, dass es sich hier um ein multidimensionales Problem handelt. Schauen wir auf den Zweck, den zugrunde liegenden Mechanismus oder die rechtlichen Dimensionen?

Um die Frage zu beantworten, hat die ITSA das International Token Classification Frameworkoder, kurz ITC, entwickelt, welches von diesen verschiedenen Blickwinkeln Token einordnen möchte. Dabei unterscheidet die ITSA zwischen der ökonomischen, der technischen und der rechtlichen Einordnung. Das Bild soll mit der Zeit um die regulatorische Einordnung erweitert werden. Aktuell sind im Rahmen des ITC Token nach folgenden Gesichtspunkten eingeordnet:

Diese Einordnung kann noch weiter aufgeteilt werden, sodass beispielsweise bezüglich dem wirtschaftlichen Zweck insgesamt 13 Unterkategorien gefunden werden. Aufgrund der Internationalität der ITSA sind derartige Begriffe englisch. Beispielsweise wird zwischen diesen Use Cases wie Zahlungsdienstleister (Payment Services), Datenverarbeitung und -analyse (Data Processing and Analysis) und Entertainment unterschieden. 

Nach dieser Einordnung würde beispielsweise Bitcoin als Payment-Service wahrgenommen werden, während Ethereum (ITIN: T22F-QJGB-N) unter Data Processing and Analysis zu finden ist.

Ein Blick auf die Daten der ITSA: Was für Use Cases gibt es?

Die Daten, die die ITSA bisher aggregierte, machen es möglich, den Zoo der Kryptowährungen etwas genauer zu beleuchten. Neben den Klassifizierungen können über eine als Tokenbase bezeichnete Datenbank verschiedene Größen untersuchen. Für Datenanalysten und Zahlenbegeisterte bietet sich hier eine wachsende Spielwiese. So kann man sich als Erstes fragen, wie stark die unterschiedlichen Token-Arten verteilt sind:

Soweit die Daten in all ihrer Pracht. Während wir ziemlich eindeutige Bezeichnungen bei dem wirtschaftlichen Zweck, dem rechtlichen Anspruch und den technischen Details haben, ist der Use Case weniger eindeutig. Wir haben hier größtenteils Coins, welche unter die Rubrik „Sonstiges“ fallen. Weit dahinter folgen Kryptowährungen mit Fokus auf Datenverarbeitung, Zahlungsmittel und Börsen-Token. Die restlichen Use Cases sind bisher nicht der Rede wert.

Wer sind diese anderen Token? Man kann sich ansehen, was für einen wirtschaftlichen Charakter diese Token besitzen. Anscheinend handelt es sich in erster Linie um sogenannte Settlement Token:

Der Großteil dieser unter „Other“ fallenden Token gehört also zu den sogenannten Settlement Token. Es handelt sich dabei um Token, die einen ähnlichen Use Case wie normale Payment Token erfüllen, jedoch an ein bestimmtes Ökosystem gebunden sind. Ein Beispiel hierfür wäre ein Token, der primär im Rahmen eines Netzwerks genutzt wird, der also nicht den Anspruch hat, ein wirkliches elektronisches Geld zu sein.

Weiteres Spielen mit Größen: Wie viel Geld steckt in verschiedenen Industriesektoren?

Soweit zu der Anzahl an Token. Wie sieht es mit dem darin gebundenen Geld und dem Nutzerverhalten aus? Eine rudimentäre Form dieses Nutzerverhaltens wäre das Handelsvolumen – auch wenn das nur das Spekulationsverhalten auf Börsen berücksichtigt. Das in den Use Cases gebundene Geld kann mit allen Abstrichen grob über die Marktkapitalisierung abgeschätzt werden.

Schauen wir erstmal auf die Marktkapitalisierung:

Wie zu erwarten war – Bitcoin sei Dank – ist die gesamte Marktkapitalisierung der Payment Token mit Abstand die größte. Der Use Case „Datenverarbeitung und -analyse“ rangiert auf Platz zwei und kann nur noch gute 30 Prozent der Marktkapitalisierung der Bezahl-Token für sich verbuchen. Alle weiteren Use Cases – auch die oben erwähnten „Sonstigen“ – sind weit abgeschlagen hinter diesen beiden.

Wie ist diese Situation aus Sicht des Handelsvolumens?

Insgesamt ändert sich über die Betrachtung der Use Cases wenig. Ein wenig mehr ändert sich bei den jeweils dominanten Währungen: Datenspeicherung (Data Storage and Server Hosting), Zahlungssysteme (Payment Services) und die schon zuvor angesprochenen sonstigen Kryptowährungen (Other) haben unterschiedliche Spitzenplätze bezüglich Handelsvolumen und Marktkapitalisierung. Im ersten Fall stehen sich hier Golem und Siacoin gegenüber, im zweiten Tether-USD und Bitcoin und im dritten BitCNY und Quarkcoin.

Die ITSA – Ein guter Start in die richtige Richtung

Natürlich ist hier zu betonen, dass die Datenbank derzeit noch wächst. Wie weiter oben gezeigt ist die Statistik für nicht wenige dieser Use Cases noch etwas gering. Die Mitglieder hinter der International Token Standartization Association arbeiten auch daran, weitere Token in ihr Framework zu integrieren. Außerdem soll auch die Tokenbase weiter ausgebaut werden. Besonders wünschenswert wäre es, wenn sich neben den Marktdaten noch Informationen zum On-Chain-Verhalten finden würden. So oder so ist die Arbeit der ITSA interessant und ermöglicht schon jetzt verschiedene Analysen. Für Daten-Nerds also zweifellos einen Blick wert. Man darf gespannt sein, was sich hier bezüglich Forschung im deutschsprachigen Bereich tut.

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Blockchers-Konsortium vergibt bis zu 50.000 Euro Startkapital an DLT-Startups

Das vom Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) mitgetragene Blockchers-Konsortium hat auf seiner Webseite einen Open Call für an Förderung interessierte DLT-Startups gestartet.

Bewerbungen sind bis einschließlich 27. Mai über die Webseite möglich. Dort finden sich auch umfangreiche Informationsmaterialien, wie ein 25-seitiger Leitfaden. Eine FAQ gibt einen schnellen Überblick, wie Blockchers genau arbeitet.

Wie dort zu lesen ist, wird Blockchers als sogenanntes Coordinated and Support Action (CSA)-Projekt mit EU-Fördergeldern kofinanziert. Sechs vom Konsortium ausgewählte Startups können sich über eine Anschubfinanzierung von 3.000-50.000 Euro je nach Entwicklungsstand freuen.

In der aktuell laufenden Open Call-Phase können beliebig viele Bewerber teilnehmen. Aus diesen wählt Blockchers dann 12 Projekte zur weiteren Förderung aus. Diese dürfen ihre Ideen auf einem internen Event vorstellen und auf einem im Oktober in Budapest stattfindenden Blockchain-Hackathon über mehrere Tage weiterentwickeln.

Acht dort ausgewählte Projekte bekommen 3.000 Euro Fördergeld und dürfen in die nächste Runde, in der sie über vier Monate ihre Idee, gestützt durch professionelles Coaching und 30.000 Euro, mit einem konkreten Anwendungsfall umsetzen müssen.

Unter diesen acht Teilnehmern wählt Blockchers dann zwei Gewinnerprojekte aus, die 17.000 Euro und 13.000 Euro an Preisgeld erhalten.

Interessierte finden alle zur Teilnahme nötigen Informationen auf der Blockchers-Webseite. In einer offenen Telegramm-Gruppe besteht zudem die Möglichkeit, sich mit den Blockchers-Verantwortlichen und anderen DLT-Enthusiasten direkt auszutauschen.

Das Frankfurt School Blockchain Center beteiligt sich bereits an zahlreichen anderen Projekten und unterstützt die Weiterentwicklung der Digital-Ledger-Technologie auf vielfältige Weise. Anfang Mai publizierte das FSBC eine Vergleichsanalyse zu vier der führenden DLT-Frameworks. Ein Gründungsmitglied der International Token Association (ITSA) ist das FSBC seit neuestem ebenfalls.

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Frankfurt School Blockchain Center gibt Entscheidungshilfe für DLT-Frameworks

Das Blockchain Center der Frankfurt School of Finance & Management (FSBC) hat im April eine Vergleichsanalyse zu vier der führenden Frameworks für Digital-Ledger-Technologie (DLT)- und Blockchain-Entwicklung veröffentlicht.

Mit dem Working Paper bieten die Autoren Daniel Höfelmann und Philipp Sandner Entscheidern eine Art Starthilfe bei der Auswahl einer passenden Umgebung für ihre Projekte an. Verglichen werden darin Ethereum, Hyperledger Fabric, R3 Corda und Quasar/Stellar für den Einsatz “in einem Umfeld, in dem der Zugang zu dem System für einige oder fast alle Akteure beschränkt bzw. beschränkbar ist.”

Bei solchen “permissioned Systemen”, wie die Autoren sie nennen, sei je nach Konfiguration des Systems zu prüfen, welche der Attribute ggf. entfallen oder gefährdet sein können und ob möglicherweise der Einsatz einer Architektur wie eine herkömmliche Server-Client-Beziehung wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Nach einer kurzen Einführung zu den einzelnen Frameworks werden diese hinsichtlich der sechs Kategorien “Benutzerfreundlichkeit der Installation”, “Effizienz und Performance”, “Kosteneffizienz”, “Release-Fähigkeit und Aktualität”, “Sicherheit” und “Verwaltung”  miteinander verglichen. Insgesamt legen die FSBC-Experten dabei 38 Kriterien zugrunde, mit denen die einzelnen Frameworks auf einer 5-stufigen Skala von “negativ” über “neutral” bis “positiv” bewertet wurden.

Anhand von Tabellen zu allen sechs Bewertungskategorien lassen sich die vier untersuchten Frameworks auf einen Blick miteinander vergleichen, eine jeweilige Gesamtnote gibt es allerdings nicht.

Tabelle: DLT im Vergleich: Installation — Benutzerfreundlichkeit (Quelle: FSBC)

Was die Benutzerfreundlichkeit betrifft, sehen Höfelmann und Sandner R3 Corda vorne. Nur Ethereum erreicht etwa bei Installation hier ebenfalls die Bestnote, wobei R3 Corda ganz im Gegensatz zu Ethereum hinsichtlich Modularität überzeugen kann. Die anderen beiden Framework liefern hier ein gemischtes Bild ab.

Unklarer ist das Bild bei Effizienz und Performance, da hier sieben Einzelkriterien miteinander verglichen werden. Wenn Datenspeicherung, das Kürzen von Blocks und ein hohes Datenvolumen pro Sekunde besonders wichtig ist, schneiden Hyperledger Fabric und R3 Corda besonders gut ab.

Bei der Kosteneffizienz kann wiederum Ethereum punkten und liegt hier mit Hyperledger Fabric gleichauf, wobei der Abstand zu den anderen beiden Testkandidaten nur gering ausfalle.

Auch was die Release-Fähigkeit und Aktualität betrifft, liegt Ethereum deutlich vorne, gefolgt von R3 Corda.

Bei Sicherheit liegt Ethereum ebenfalls klar vorne, die anderen drei Frameworks unterscheiden sich laut der FSBC-Studie bei einem genauen Blick auf die Einzelkriterien fast nicht.

Genau andersherum sieht es hinsichtlich der Verwaltungsmöglichkeiten aus. Hier schwächelt Ethereum deutlich, während sich die anderen drei Plattformen sehr ähnlich sind.

Im Fazit geben die Autoren eine vorsichtige Empfehlung für Ethereum ab, das “kurz- und mittelfristig die höchste Investitionssicherheit zu bieten” scheine und eine große Community sowie gleichzeitig eine hohe globale Verteilung habe. Die Abwägung des am besten geeigneten Zielssystems sei allerdings nur bei Kenntnis aller relevanten Aspekte möglich.

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