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„Meilenstein“ – PayPal führt Kryptowährungen in Großbritannien ein

Der große Zahlungsdienstleister PayPal hat am heutigen Freitag in Großbritannien den offiziellen Startschuss für den Handel mit Kryptowährungen auf der eigenen Plattform gegeben.

Ab sofort können britische PayPal-Kunden also die vier großen Kryptowährungen Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash (BCH) handeln. Wie zuvor angekündigt, können allerdings nur verifizierte Nutzer den neuen Service nutzen.

Die Krypto-Pläne von PayPal für Großbritannien waren Ende August konkret kommuniziert worden, woraufhin nun der offizielle Startschuss folgt. Damit weitet der Zahlungsdienstleister die Verfügbarkeit von Kryptowährungen erstmals auf ein Land außerhalb der USA aus.

Ein Sprecher bestätigt gegenüber Cointelegraph, dass „PayPal mit diesem Schritt Kryptowährungen für britische Kunden eingeführt hat“. Dem fügt er an:

„Wir sind gespannt, zu beobachten, wie unsere Kunden Kryptowährungen kaufen, halten und verkaufen, bis wir weitere Features und Funktionen einführen.“

Der Sprung von PayPal in den britischen Kryptomarkt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Banken immer mehr von der Zusammenarbeit mit Kryptobörsen Abstand nehmen. So hat die Großbank HSBC im August zum Beispiel Kreditkartenzahlungen zur Binance unterbunden, da sie darin „mögliche Risiken für Bankkunden“ sieht. Die Barclays und die NatWest hatten dies zuvor ebenfalls getan.

Gregory Klumov, der CEO von Stasis, sieht in dem Markteintritt von PayPal „frischen Wind“ für Großbritannien, denn das Vereinigte Königreich „beheimatet eine Top-10 Wirtschaft, weshalb ein solcher Meilenstein die Adoption von Kryptowährungen in Europa und darüber hinaus entscheidend vorantreiben wird“.

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Britischer Regulierer über Krypto: Regulierung könnte sie legitim aussehen lassen

Die Regulierungsbehörden müssen die Schutzmaßnahmen für Verbraucher, die in Krypto-Token investieren, stark verbessern. Aber sie sollten auch beachten, dass es nach hinten losgehen könnte, wenn man das übertreibt, wie der Vorsitzende der Finanzaufsicht in Großbritannien warnte.

Das Cambridge International Symposium on Economic Crime ist eine bekannte Veranstaltung, wo es um Maßnahmen gegen Wirtschaftsverbrechen geht. Dort erklärte Charles Randell, der Vorsitzende der Finanzaufsichtsbehörde, dass es mit Verbrauchern, die in den Krypto-Bereich einsteigen, ohne sich der Risiken wirklich bewusst zu sein, ein wahres Problem geben würde.

Dabei betonte er besonders Influencer und bezahlte Werbung. Er meinte, als Kim Kardashian kürzlich auf Instagram für EthereumMax (EMAX), einem neuen Token von „unbekannten Entwicklern“, geworben hatte, sei das „möglicherweise finanzielle Werbung mit der größten Publikumsreichweite in der Geschichte“ gewesen. 

Randell wollte nicht darüber urteilen, ob EthereumMax ein Betrug ist oder nicht. Aber die Reichweite einer solchen Werbung und die mögliche Irreführung schlecht informierter Verbraucher sollte Regulierungsbehörden zum Nachdenken anregen, wie er erklärte. 

Hierbei fließen auch andere Faktoren mit ein, wie etwa den Hype unter Privatanlegern, FOMO und ein Anstieg der Anzahl an Pump-and-Dump-Betrügereien im Zusammenhang mit Krypto. Randell behauptet, dass viele Verbraucher sich der finanziellen Risiken, die durch Vertrauen in Influencer und raffinierter Online-Token-Werbung entstehen, nicht bewusst seien. 

Um seine Behauptungen zu untermauern, betonte Randell , dass etwa 2,3 Millionen britische Bürger derzeit Krypto halten würden. Davon hätten „besorgniserregenderweise“ 14 Prozent Kredite aufgenommen, um diese zu kaufen. Außerdem glauben einer Umfrage der FCA zufolge 12 Prozent der Krypto-Besitzer, das sind etwa 250.000 Briten, fälschlicherweise, dass die Finanzaufsichtsbehörde oder eine britische Versicherung gegen derartige Verluste sie beschützen würde, wenn etwas schief läuft.

Randell warnte dennoch davor, es mit der Regulierung dieser neuen Vermögensklasse zu übertreiben. Er betonte, dass es britischen Verbrauchern freistehe, sichern unregulierten Spekulationen, sei es Gold und Fremdwährungen oder Pokémon-Karten, zu versuchen. „In vielen dieser Märkte besteht ebenfalls ein Verbraucherrisiko“, wir dennoch betonte.

„Warum sollten wir also rein spekulative digitale Token regulieren? Und wenn wir diese Token regulieren, führt das dazu, dass die Leute denken dass sie ein sicheres Investment sind? Soll heißen: Wenn die FCA diese reguliert, wird das unrealistische Erwartungen im Hinblick auf den Verbraucherschutz aufbauen?“

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Die FCA reguliert derzeit Kryptowährungsbörsen und hat den Verkauf von Krypto-Derivaten an Privatverbraucher verboten. Randell hat vorgeschlagen, dass die Maßnahmen in begrenztem Maße mit Stablecoins und Wertpapier-Token beginnen sollten.

Beide könnten, seiner Meinung nach, „neue Ideen“ für grenzüberschreitende Zahlungen, Finanzinfrastrukturen und finanzielle Inklusion fördern und sollten nicht durch zu viel“ rotes Klebeband“ behindert werden. Er sprach sich stattdessen für ein moderaten Ansatz aus. Das würde sich mit den derzeitigen Regeln für andere Entitäten, die von der FCA reguliert werden decken, um sicherzustellen, dass Token-Emittenten und Blockchain-Firmen solvent und transparent bleiben. Er verwies auch auf den Erfolg des regulatorischen Sandkastens der FCA. Dieser habe Entwicklern die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen in einem fördernden und isolierten Umfeld zu testen.

Neben Stablecoins und Wertpapier-Token sollte die FCA Randell zufolge noch weiter gegen irreführende Krypto-Werbung vorgehen. Derartige Werbung wird bereits seit über einem Jahr beobachtet. Mitte Juli 2021 hat die FCA einen Fonds im Umfang von etwa 15 Millionen US-Dollar aufgelegt, um eine Online-Marketing-Kampagne zu starten, bei der Briten, insbesondere die Gruppe zwischen 18 und 30 Jahren, vor den Risiken im Zusammenhang mit vielen Krypto-Anlagen gewarnt werden.

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Britische FCA: „Binance kann nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt werden“

Die britische Finanzaufsicht FCA hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie keine ordnungsgemäße Beaufsichtigung der marktführenden Kryptobörse Binance durchführen kann. Einen ausreichenden Schutz der Anleger kann sie deshalb nicht gewährleisten.

Wie aus der entsprechenden Mitteilung der FCA vom 25. Juni hervorgeht, sind es allen voran die „komplexen und hochriskanten Finanzprodukte“ der Binance, die eine Bedrohung für die Anleger darstellen. Dies und die mangelnde Kooperationsbereitschaft haben nun zur Folge, dass die Behörde schreibt:

„Auf Grundlage der bisherigen Zusammenarbeit kommt die FCA zu dem Schluss, dass das Unternehmen nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt werden kann.“

Aus diesem Grund ordnet die FCA an, dass die Binance Markets Limited alle seit April 2018 genehmigten Geschäftstätigkeiten in Großbritannien wieder einstellen muss, darunter allen voran der Handel mit Kryptowährungen.

Zudem wird die Binance dazu verpflichtet, die Entscheidung der Behörde für die eigenen Nutzer klar offensichtlich zu machen. So muss sie auf ihrer Webseite und in den sozialen Medien anzeigen, dass die „Binance Markets Limited keine Erlaubnis hat, in Großbritannien Geschäftstätigkeiten nachzugehen, die reguliert werden müssen“.

Auch Werbung und Werbekampagnen darf die Kryptobörse nicht mehr schalten, die Einhaltung dieser Vorgaben muss zusätzlich schriftlich protokolliert und der FCA vorgelegt werden.

Die Finanzaufsicht gibt zwei hauptsächliche Beweggründe für diese massiven Einschnitte an. So hat sich die Handelsplattform einerseits nicht stark genug um die Einhaltung der behördlichen Auflagen bemüht und andererseits keinen ausreichenden Anlegerschutz betrieben. Außerdem hat die Binance laut FCA keine konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eingerichtet.

Die Krypto-Handelsplattform gibt gegenüber Cointelegraph jedoch an:

„Wir bemühen uns um die Kooperation mit den Aufsichtsbehörden, und befürworten Regulierungsvorschriften, die die Anleger schützen und zugleich Innovation fördern.“

Die marktführende Kryptobörse ist inzwischen in mehreren Ländern ins Fadenkreuz der Aufsichtsbehörden geraten. Um dem entgegenzuwirken, hat das Unternehmen bereits den finanziellen Hebel für Anleger reduziert und eine strengere Einholung von Nutzerdaten forciert.

Die Vorwürfe der Marktmanipulation streitet die Handelsplattform weiterhin vehement ab, nichtsdestotrotz haben auch die Behörden in Deutschland, Malaysia und Südkorea die Binance im Visier.

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PayPal bietet Kryptodienstleistungen in Großbritannien an

Ab dieser Woche können britische Bürger zum ersten Mal Kryptowährungen über PayPal kaufen, halten und verkaufen. Das ist ein bedeutender Meilenstein für ein Unternehmen, das vor weniger als einem Jahr erstmals Dienstleistungen im Bereich digitale Vermögenswerte angeboten hat.

Der globale Zahlungsriese kündigte am Sonntag an, dass britische Kunden bald über die Webseite und die mobile App von PayPal Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash (BCH) kaufen werden können. Das ist die erste Expansion der Kryptowährungsdienste von PayPal über die Vereinigten Staaten hinaus. Diese Funktion wurde erstmals im November letzten Jahres dort eingeführt.

Jose Fernandez da Ponte, ein leitender Angestellter der Kryptoabteilung von PayPal, sagte, die „Digitalisierung des Geldes“ im Zuge der Pandemie sei einer der Hauptgründe gewesen, warum das Unternehmen in den Kryptobereich einsteige. Er erklärte weiter:

„Unsere globale Reichweite, unser Fachwissen über digitale Zahlungen und unser Wissen über Verbraucher und Unternehmen, sowie die strengen Sicherheits- und Compliance-Kontrollen, geben uns die Möglichkeit und sogar die Verantwortung, den Leuten in Großbritannien dabei zu helfen, Kryptowährungen zu entdecken.“

PayPal könnte dazu beitragen, dass mehr Leute in diesem Land Kryptowährungen verwenden, jetzt, wo die Firma ihre Kryptowährungsdienstleistungen dort anbietet. PayPal wird in Großbritannien mit über 2 Millionen aktiven Nutzern pro Monat in Europa am stärksten genutzt.

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Bereits seit letztem Monat gehen Gerüchte um, laut denen PayPal seine Kryptowährungsdienstleistungen ausweiten wolle Der CEO Dan Schulman teilte die Investoren mit, dass der Dienst wahrscheinlich bald auch in Großbritannien angeboten werde. Wie Cointelegraph berichtete, beobachtet das Unternehmen auch die Entwicklungen im Bereich der dezentralen Finanzierung (DeFi). Das könnte darauf hindeuten, dass die Firma in Zukunft plant, eine solche Funktion zu integrieren.

In Sachen Regulierung geht die britische Finanzdienstleistungsaufsicht FCA immer stärker gegen Kryptowährung Börsen vor, die nicht ordnungsgemäß registriert sind. Binance musste im Sommer dieses Jahres seinen Betrieb in Großbritannien einstellen, weil die Aufsichtsbehörde meinte, die Börse dürfe keine regulierten Handelsaktivitäten in dem Land anbieten. Da Ponte, ein leitender Angestellter bei Binance sagte, sein Unternehmen werde bei der Einführung seiner Krypto-Angebote „weiterhin eng mit den Regulierungsbehörden in Großbritannien und auf der ganzen Welt zusammenarbeiten“.

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Wegen Hackerangriff: Gericht ordert Hilfe für Fetch.ai durch Binance an

Das Blockchain-Projekt Fetch.ai, das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisiert ist, hat vor Gericht erreicht, dass die große Kryptobörse Binance ihr dabei helfen muss, die Personen hinter dem 2.6 Mio. US-Dollar schweren Hackerangriff ausfindig zu machen.

Wie Reuters am Freitag berichtet, hat der Oberste Gerichtshof von England entschieden, dass die Binance offenlegen muss, wer die Angreifer waren. Fetch.ai wurden am 6. Juni Krypto-Gelder im Wert von 2,6 Mio. US-Dollar aus den firmeneigenen Binance-Konten gestohlen, die für eine weitaus niedrigere Summe weiterverkauft wurden.

„Wir wollen den Mythos widerlegen, dass Krypto-Gelder anonym sind“, wie Fetch.ai-Anwalt Syedur Rahman kommentiert. Dem fügt er an: „Die Wahrheit ist, dass wir die entsprechenden Gesetze und Rechtsmittel haben, um sie nachzuverfolgen und zurückzuholen.“

Laut Rahman kümmert sich die Binance bereits um die Nachverfolgung und hat einige der betreffenden Gelder eingefroren. Allerdings könnte die Kryptobörse von Fetch.ai klare Beweise für den Hack fordern, ehe diese zurückgegeben werden.

„Wir können bestätigen, dass wir Fetch.ai bei der Rückholung der Gelder helfen“, wie ein Binance-Sprecher gegenüber Cointelegraph angibt. Und weiter: „Binance friert ohnehin Konten ein, die verdächtige Aktivitäten tätigen, um die Nutzer unserer Plattform zu schützen.“

Binance ist in diesem Jahr wiederum selbst ins Fadenkreuz der britischen Behörden geraten, weshalb die britische Finanzaufsicht angeordnet hat, dass die Kryptobörse ihren Geschäftsbetrieb einstellen muss. Die HSBC hat daraufhin alle Kreditkartenzahlungen an das Krypto-Unternehmen gestoppt, während Barclays ebenfalls alle Zahlungen blockiert hat.

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Solarisbank wird “Einhorn” und übernimmt Wettbewerber Contis

Die im Krypto-Bereich sehr aktive Solarisbank aus Berlin ist zu einem sogenannten „Einhorn“ aufgestiegen und will mit der Übernahme des britischen Wettbewerbers Contis weiter wachsen. Dies gab das Unternehmen am 26. Juli in einer Pressemitteilung bekannt.

Bewertungssprung und weitere Expansion

Als „Einhorn“ werden Startups mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar bezeichnet. Nach einer 190 Millionen Euro schweren Finanzierungsrunde wird die Solarisbank jetzt mit 1,4 Milliarden Euro (1,66 Milliarden US-Dollar) bewertet und übertrifft die Schwelle bei weitem.

Die Finanzierungsrunde wurde laut Solarisbank von Decisive Capital Management angeführt und von weiteren Growth-Investoren begleitet, darunter Pathway Capital Management, CNP (Groupe Frère) und Ilavska Vuillermoz Capital. Bestehende Investoren unter der Leitung von Yabeo Capital sowie BBVA, Vulcan Capital und HV Capital beteiligten sich ebenfalls mit erheblichen zusätzlichen Investitionen an der Runde.

Der Zusammenschluss mit Contis soll der Solarisbank nach eigener Aussage den Aufstieg zum “unangefochtenen paneuropäischen Marktführer” im Banking-as-a-Service ermöglichen.

Die 2008 gegründete Contis hat sich mittlerweile zu einer der umfassendsten Banking-as-a-Service-Plattformen für Zahlungen in Europa entwickelt. 

Wie das Handelsblatt berichtet, hatte die Solarisbank ursprünglich mit dem Gedanken gespielt, eine britische Banklizenz zu beantragen und organisch zu wachsen. Durch die Contis-Übernahme sichere man sich dort jetzt den sofortigen Markteintritt, sowie in  Litauen und Indien, wo Contis ebenfalls Niederlassungen habe.

Aktivitäten im Krypto-Bereich

Die Solarisbank bietet zusammen mit der Krypto-Bank Bitwala seit Dezember 2018 ein Online-Girokonto mit eingebauter Handelsfunktion für Kryptowährungen an. Mit ihrer Tochtergesellschaft Solaris Digital Assets agiert das Unternehmen in Deutschland seit 2020 zudem als Krypto-Verwahrer

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PayPal will schon bald Kryptowährungen in Großbritannien anbieten

Der marktführende Zahlungsdienstleister PayPal will sein Dienstleistungsangebot um Kryptowährungen als nächstes in Großbritannien einführen.

Wie aus einer Pressekonferenz zum neuen Quartalsbericht für das Q2 hervorgeht, hat PayPal im zweiten Quartal großen Erfolg mit dem Krypto-Geschäft erzielt. PayPal-Chef Dan Schulman gab im Zuge dessen bekannt, dass Großbritannien das nächste Land sein wird, in dem Kryptowährungen zukünftig über den Zahlungsdienst genutzt werden können:

„Wir sind sehr froh, was die bisherige Entwicklung im Krypto-Geschäft angeht. […] Hoffentlich können wir schon im nächsten Monat den Handel in Großbritannien eröffnen.“

Zudem betont der PayPal-Chef, dass auch der Funktionsumfang der Krypto-Handelsplattform „schrittweise ausgebaut“ werden soll. So wurde jüngst erst das wöchentliche Limit für den Handel mit Kryptowährungen auf 100.000 US-Dollar erhöht.

Auch das Bankensystem soll demnächst angebunden werden, indem „das ACH vollständig integriert und die Zahlungsabwicklung schneller gemacht wird“. Das ACH ist das Automatische Clearinghouse von PayPal, das es Onlinehändlern ermöglicht, auf direktem Weg Zahlungen und Rückerstattungen auf Kundenkonten zu verbuchen.

Darüber hinaus legt Schulman offen, dass der Umsatz des firmeneigenen Zahlungsdienstes Venmo im Q2 im Vergleich zum Vorjahr um 183 % gewachsen ist. Auch hier wurde der Krypto-Handel bisher sehr stark angenommen. Mitte April hatte Venmo Kryptowährungen für knapp 70 Mio. Nutzer zugänglich gemacht.

DeFi auch bald bei PayPal?

Auch die Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) könnten bei PayPal demnächst eine Rolle spielen, denn Schulman gibt an, dass der Zahlungskonzern bereits daran forscht, wie „das Finanzsystem der nächsten Generation aussehen könnte“. Die Einbindung von Smart Contracts und Dezentralisierten Apps (DApps) steht dabei ganz oben auf der Tagesordnung:

„Wie können wir Smart Contracts effizienter machen? Wie können wir Vermögenswerte digitalisieren und für Anleger interessant machen, die bisher noch keine Berührungspunkte mit diesen hatten? Auch für die DeFi gibt es interessante Anwendungsmöglichkeiten. Daran arbeiten wir bereits sehr hart.“

Die transparenten Äußerungen des PayPal-Chefs kommen kurz nach dem in der vergangenen Woche auf der EthCC-Konferenz in Paris geleakt wurde, dass die Uniswap, die weltgrößte dezentralisierte Kryptobörse, mit dem Zahlungsdienst bereits über eine mögliche Integration in Gesprächen ist.

Wie kürzlich berichtet, plant PayPal zudem eine eigene „Super App“, die unter anderem einen Messenger, ein Sparkonto und eine Krypto-Handelsplattform verbinden soll.

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Solarisbank wird zum Unicorn und übernimmt Konkurrenten

Die Solarisbank erhält eine massive Finanzspritze aus einem Series D Funding. Mit dem neuen Kapital übernimmt man den Konkurrenten Contis und expandiert zeitgleich nach UK.

Die Solarisbank freut sich über einen Geldsegen. Im Zuge einer Finanzierungsrunde nahm das Berliner FinTech rund 190 Millionen Euro ein. An dem Series D Funding beteiligten sich sowohl bestehende Geldgeber wie Pathway Capital Management oder der Fonds Ilavska Vuillermoz als auch Decisive Capital als neuer Investor. Durch die Einnahmen mutiert die Solarisbank zum Unicorn mit einer Unternehmensbewertung von 1,4 Milliarden Euro.

Doch damit nicht genug. Denn der Großteil des eingenommenen Kapitals, etwa 140 Millionen Euro, fließt direkt in die Übernahme eines Konkurrenten. Bereits zuvor berichteten Medien übereinstimmend von etwaigen Plänen. Nun geht aus der Mitteilung der Solarisbank auch hervor, um welches Unternehmen es sich genau handelt. Die Wahl fällt auf das britische FinTech Contis. Der Zukauf markiert eine der größten Akquisitionen, die ein deutsches Finanz-Start-up getätigt hat. Gegenüber BTC-ECHO begründet Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank, die Entscheidung:

Um Zugang zu Großbritannien zu bekommen, das für uns und unsere Partner von größter strategischer Bedeutung ist, haben wir uns gegen die Beantragung einer eigenen Lizenz und für die Partnerschaft mit Contis entschieden. Es gab mehrere Gründe, die für Contis sprachen: Wir teilen dieselbe Vision über die Zukunft von Embedded Finance. Zudem verfügt Contis über eine E-Geld-Lizenz in UK und in der EU (über Litauen).

Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank

Weitere Gründe seien die komplementäre Produktplattform sowie der Kundenstamm, der sich mit der Klientel der Solarisbank “hervorragend ergänze”. Auch der Umsatz und die Profitabilität hätten eine Rolle gespielt, meint Jamous.

Solarisbank und Contis bleiben zunächst separat

Die Solarisbank gilt dabei als eines der ersten Fintechs mit Vollbanklizenz, über die Unternehmen eigene Finanzprodukte anbieten können. Auf Dienstleistungen im Bereich Payments, Kreditgeschäft und Digital Banking sowie integrierter Drittanbieter können Kunden durch eine API-Anbindung auf die Plattform zugreifen. „Banking as a Service“ nennt die Solarisbank das Modell, bei dem die Bank in der Regel im Hintergrund bleibt. Contis Geschäftsmodell fußt dabei auf ähnlichen Ansätzen. Auch hier gibt es eine API-Plattform mit dazugehöriger Bankkarte und Konto.

Das operative Geschäft wird von der Übernahme jedoch zunächst nicht betroffen sein, versichert Jamous.

Die API-Plattformen von Solarisbank und Contis folgen leicht unterschiedlichen Ansätzen, bei weitgehend überlappenden Fähigkeiten im Produktspektrum Digital Banking und Cards. Nach Abschluss der Transaktion werden die Plattformen vorerst separat voneinander stehen bleiben und wir werden dann gemeinsam prüfen, wo eine Verzahnung sinnvoll ist. Unser Ziel ist es, den Partnern beider Unternehmen eine einfache internationale Expansion zu ermöglichen.

Baha Jamous, Vice President für Marketing und Communications bei der Solarisbank

Apropos Expansion, die treibt die Solarisbank mit der Übernahme natürlich selbst mächtig voran. Erst vor Kurzem expandierte man nach Frankreich, Spanien und Italien. Vor Jahren standen zudem auch Ausdehnungspläne in Richtung Asien an. Diese seien jedoch aktuell nicht weiter konkretisiert worden, meint Jamous.

Zum Jahreswechsel hatte BTC-ECHO der Solarisbank einen Besuch abgestattet. Wie das Berliner Fintech arbeitet, könnt ihr hier nachlesen.

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Binance denotiert Margenhandel mit EUR, GBP und AUD

Die globale Kryptowährungsbörse Binance schränkt einige weitere Handelsdienstleistungen aufgrund von regulatorischen Durchgriffen ein.

Binance hat am Montag offiziell angekündigt, dass die Börse Margen-Handelspaare für drei Fiat-Währungen vom Markt nehmen werde: den Euro, den australischen Dollar und das britische Pfund.

Laut der Ankündigung wird Binance die erwähnten Fiat-Handelspaare am 10. August aussetzen und dann auf automatische Abwicklung umstellen und alle noch ausstehenden Orders stornieren. Die genannten Margen-Handelspaare werden bis zum 12. August komplett von der Börse genommen.

Zu dieser Einschränkung kam es im Rahmen der aggressiven Eindämmung der Handelsrisiken von Binance. Kurz zuvor hatte die Börse den gehebelten Handel deutlich eingeschränkt. Dabei wurde der maximale Hebel bei Binance Futures von 125x auf 20x reduziert.

„Der Margenhandel birgt ein erhebliches Risiko und kann sowohl beträchtliche Gewinne als auch Verluste nach sich ziehen. Gewinne in der Vergangenheit sagen nichts über zukünftige Erträge aus. Ihr gesamtes Margen-Guthaben kann im Falle einer extremen Kursbewegung verloren gehen“, wie es in der Ankündigung heißt.

Krypto-Margenhandel ist eine Art des Handels mit Kryptowährungen, die über die Aufnahme von Geldmitteln funktioniert und Händlern den Zugriff auf größeres Kapital bietet, um ihre Positionen zu hebeln. Ähnlich wie bei Binance Futures wurde im Juli 2019 der Margenhandel auf Binance eingeführt. 

Über die Börse können Benutzer eine Position mit ihrem Kapital und der Anzahl der Vermögenswerte, die sie kaufen möchten, eröffnen, indem sie ihnen automatisch die Mittel leihen, die sie brauchen, um eine Position mit dem maximalen Hebel zu eröffnen. Die Börse zieht auch automatisch den Rückzahlungsbetrag und andere Gebühren beim Schließen einer Position ab.

In diesem Zusammenhang: Binance Futures reduziert Hebel für bestehende Nutzer auf 20x

Binance wurde in letzter Zeit stärker von Regulierungsbehörden weltweit ins Fadenkreuz genommen. Mehrere Länder warnten vor der Börse, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Italien. Eine Reihe britischer Finanzinstitute, wie Barclays und NatWest, hat ebenfalls Zahlungen an Binance gesperrt.

Einem Bericht der Financial Times vom Sonntag zufolge haben auch einige Krypto-Fonds sich angesichts der zunehmenden regulatorischen Probleme der Kryptobörse dafür entschieden, keine Trades auf Binance mehr zu machen. Die auf Krypto fokussierte Investmentfirma Tyr Capital und der Hedgefonds ARK36 haben ihr Engagement auf Binance reduziert. Die regulatorischen Probleme weltweit und die Unsicherheit „sollten bei jedem, der großes Kapital an der Börse hält, Vorsicht wecken“, so der Geschäftsführer von ARK36 Ulrik Lykke.

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Britische Finanzaufsicht will junge Menschen vor Krypto-Investitionen warnen

Die britische Finanzaufsicht FCA will 11 Mio. Pfund Sterling (15,2 Mio. US-Dollar) für eine Marketingkampagne ausgeben, durch die die Bevölkerung vor den Risiken von Investitionen in Kryptowährungen gewarnt werden soll.

Die entsprechende Ankündigung machte FCA-Chef Nikhil Rathi in einer Rede für das Webinar „Our Role and Business Plan“ der Behörde, das am heutigen Donnerstag abgehalten wurde.

Dabei erklärte Rathi, dass die Kampagne allen voran ins Leben gerufen wird, weil sich die Behörde um die zunehmende Beliebtheit von Krypto-Investitionen bei jüngeren Menschen sorgt.

In diesem Zusammenhang führt der FCA-Chef aus, dass „immer mehr Menschen Investitionen als eine Art Entertainment sehen“, was oft zu irrationalem Verhalten und großen Verlusten führt:

„Dies betrifft besonders Anleger im Alter zwischen 18 bis 30 Jahren, die sich in den sozialen Netzwerken tummeln, und mit denen wir sonst nicht so viele Berührungspunkte haben. Deshalb starten wir eine Marketingkampagne im Wert von 11 Mio. £ um sie vor den Risiken zu warnen.“

Laut Rathi sind die Risiken bei Investitionen in Kryptowährungen „beträchtlich“, dementsprechend müssten Anleger darauf gefasst sein, „all ihr Geld zu verlieren“. Eine Warnung, die die FCA schon zuvor ausgesprochen hatte.

Während die Finanzaufsicht nun Marketingmaßnahmen ergreifen will, um junge Menschen von Krypto-Investitionen abzuhalten, ging die Werbeaufsicht zuletzt gegen das Marketing von einigen Krypto-Unternehmen vor, das nach ihrem empfinden „irreführend und sozial unverantwortlich“ war.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, hatte die Werbeaufsicht unter anderem eine Werbung mit dem Slogan „Zeit Bitcoin zu kaufen“ verboten, den die Kryptobörse Luno geschaltet hatte. Anfang Juli hatte die Behörde für Krypto-Werbungen dann sogar gänzlich „Alarmstufe Rot“ ausgerufen.

Die FCA will derweil nicht nur um die Aufmerksamkeit junger Krypto-Anleger buhlen, sondern einen genaueren Blick auf die „Geschäftsmodelle“ von Unternehmen im Kryptomarkt werfen, was deren Einhaltung von Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung angeht.

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