Beiträge

„Inflation ist Übel“ – wie die Humane Marktwirtschaft und Bitcoin zusammenpassen

Ob man Bitcoin gut findet oder nicht, kommt auf den Betrachtungswinkel an. Gerade für Anhänger:innen einer weniger bekannten Denkschule könnte BTC ein wichtiger Teil im Theoriegerüst sein: Die Rede ist von der Humanen Marktwirtschaft.

Wie wäre es, in einer Welt zu leben, die auf Bitcoin aufbaut? Für so manchen Anhänger der österreichischen Schule der Nationalökonomie wäre es die Vollendung einer wirtschaftlichen Utopie. Eine Befreiung aus dem aus ihrer Sicht totalitären Anspruch der Zentralbanken und des Fiat-Zwangs. Zugegeben, das klingt extrem.

Man muss diese Einstellung zum staatlichen Geldgefüge nicht teilen, um anzuerkennen, dass Fiatgeld nicht der Wahrheit letzter Schluss sein muss. Auch andere wirtschaftspolitische Denkschulen setzen an der Bitcoin-Idee an und sehen in dem digitalen Gold durchaus Potenzial für eine bessere und gerechtere Welt. Eine dieser Denkschulen ist die Humane Marktwirtschaft. Dabei handelt es sich um eine Tradition, die sowohl auf der Sozialen Marktwirtschaft als auch dem Humanismus aufbaut und für ein ganzheitliches und nachhaltiges Wirtschaftsmodell wirbt.

Vertreter:innen dieser Denkschule sind der Meinung, dass das Ideal der sozialen Marktwirtschaft nicht mehr der richtige Kompass ist, um Volkswirtschaften durch anstehende Krisen wie den Klimawandel und soziale Ungleichheit zu navigieren. Ein Update muss her, voilà: Die Humane Marktwirtschaft war geboren.

In ihrer Struktur ist sie vermutlich am ehesten mit dem Ordoliberalismus in der Tradition der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler um Walter Eucken zu vergleichen. Anstatt Umverteilung und einem starken Eingriff des Staates fordert der Ordoliberalismus weitestgehend Freiheit für wirtschaftliche Akteure – natürlich in einem dafür vorgesehenen und staatlicherseits festgelegten Regelwerk. Nur so könne fairer ökonomischer Wettbewerb geschaffen sowie die politische Freiheit der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet werden.

Die vier Säulen der Humanen Marktwirtschaft

Die Humane Marktwirtschaft baut auf diesem Konzept auf, bringt aber neben der politisch gesetzten Rahmenordnung einige zusätzliche Prinzipien in die Gleichung ein. So baut die Humane Marktwirtschaft konkret auf vier Säulen auf:

  1. Bildung
  2. Ordnungsrahmen
  3. Wertelandschaft
  4. Humanismus und Menschenbild

Dass das Individuum im Zentrum der Betrachtung steht, verrät bereits die erste Säule. Denn für Theoretiker:innen der Humanen Marktwirtschaft ist klar: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Der Staat sollte also weniger Ressourcen für den sozialen Ausgleich in die Hand nehmen, sondern mehr in Bildung investieren. So sei Selbstverwirklichung und wirtschaftliche Freiheit für alle möglich.

Beim Ordnungsrahmen bedient sich die Humane Marktwirtschaft klassischer Motiven des Ordoliberalismus nach Walter Eucken und Franz Böhm. Der Staat ermöglicht wirtschaftlichen Wettbewerb, greift darüber hinaus aber ein, wenn sich Mono- oder Oligopole bilden. In einer Humanen Marktwirtschaft genießen Menschen alle damit einhergehenden Chancen, müssen für ihre Handlungen aber auch haften.

Anders als im Ordoliberalismus steht der Humanen Marktwirtschaft indessen auf einem klaren ethischen Grundgerüst. So wirtschaften Akteure nicht im wertfreien Raum, sondern orientieren sich an Idealen wie Humanität, Eigenverantwortung und Solidarität. Auch die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens spielt in der Humanen Marktwirtschaft eine Schlüsselrolle. Anarcho-kapitalistische Vorstellungen, wie sie so mancher Bitcoiner vertritt, sind mit den Idealen der Humanen Marktwirtschaft also nicht deckungsgleich.

Die Namensgebung dieser theoretischen Wirtschaftsordnung ist der Humanismus. Für die Humane Marktwirtschaft steht der Mensch im Zentrum der Überlegung – mit all seiner Komplexität. Den Homo oeconomicus als Grundannahme der Volkswirtschaftslehre lehnt die Humane Marktwirtschaft ab; am Ende steht die Frage: Wie kann der modernen industrialisierten Wirtschaft eine funktionsfähige und menschenwürdige Ordnung gegeben werden?

Und was hat das mit Bitcoin zu tun?

Einer der Wortführer der Humanen Marktwirtschaft ist Maximilian Erlmeier, seines Zeichens unternehmerisch in der Brauwirtschaft tätig – und durchaus erfolgreich. Erlmeier hat mit dem Export der Biermarke Hofbräuhaus ein Vermögen gemacht. Für ihn ist klar: Die Soziale Marktwirtschaft ist gescheitert, es braucht ein Umdenken. 

Im Gespräch mit BTC-ECHO hebt Erlmeier auch die besondere Bedeutung von Bitcoin für eine faires und selbstbestimmtes Leben hervor. 

Bitcoin ist eine Möglichkeit, Wohlstand für viele zu schaffen. Ich glaube, dass Bitcoin dazu führt, dass viele Menschen ihre Finanzen künftig selbst in die Hand nehmen werden.

Maximilian Erlmeier gegenüber BTC-ECHO

Ohne Bitcoin keine echte Freiheit

Gerade der Freiheitsaspekt wiegt für Erlmeier schwer. Gerade am Aspekt der finanziellen Inklusion wird die Bedeutung eines dezentralen Geldes deutlich. Denn wer ein Bankkonto erhält und wer nicht, entscheiden privatwirtschaftlich getriebene Akteure wie Banken. Doch wie soll die Maxime der Sozialen Marktwirtschaft, “Wohlstand für alle”, möglich sein, wenn nicht einmal ein rudimentärer Zugang zum Finanzsystem besteht? Hier könne Bitcoin helfen, so Erleimer:

Heutzutage sind viele Lebensbereiche den Menschen aus der Hand genommen. Man ist abhängig, ob man ein Bankkonto oder einen Kredit bekommt.

Maximilian Erlmeier im Gespräch mit BTC-ECHO

“Inflation ist ein Übel”

Doch auch die Inflation ist den Theoretikerinnen und Theoretikern einer Humanen Marktwirtschaft ein Dorn im Auge. Wie soll Selbstbestimmung möglich sein, wenn die Menschen nicht einmal über das bestimmen können, was sie täglich nutzen, nämlich ihr Geld? Dass Bitcoiner keine Freundinnen und Freunde der Geldentwertung sind, dürfte aufmerksamen Leser:innen dieser Zeitung bereits aufgefallen sein. Erlmeier ist es auch nicht.

“Inflation ist ein Übel, das es immer gegeben hat und immer geben wird.” Bereits vor tausenden von Jahren war es gang und gäbe, den Goldgehalt von Münzen sukzessive zu verringern, sagt Erlmeier.

“Das zeigt eben, dass derjenige, der das Monopol über die Geldschöpfung hat, mit diesem Privileg Sauereien begeht und die Sparer enteignet,” so der Unternehmer. Diese Feststellung könnte aktueller nicht sein: Erst kürzlich hat die EZB ihr Inflationsziel von “nahe, aber unter 2 Prozent” auf zwei Prozent angehoben.

Und hier kommt Bitcoin ins Spiel. Nicht nur für Vertreter:innen der humanen Marktwirtschaft ist BTC ein Vehikel, das die Geldmenge erstmals kontrollierbar macht. Da die Kryptowährung ein dezentrales Projekt ist, können alle Netzwerkteilnehmerinnen und -Teilnehmer die Einhaltung dieser Obergrenze kontrollieren. Niemand hat das Monopol über die Geldschöpfung – in der Menschheitsgeschichte ist BTC damit ein absolutes Novum.

Am Ende ist BTC aus Sicht der Humanen Marktwirtschaft zwar nur ein Baustein im wirtschaftlichen Gesamtgefüge – wohl aber ein entscheidender.

auf btc-echo lesen

Daud Zulfacar: „Wir sind im Hinblick auf NFT in einer absoluten Blase“

Das Start-up license.rocks konnte bereits mehrere Wettbewerbe, wie unter anderem den Berliner Deep Tech Award 2020, für sich entscheiden. Das Blockchain-Start-up hat sich auf das Themenfeld der Lizenzierung konzentriert. Mit der Handelbarmachung von Software-Lizenzen sind sie gestartet, um sich nun seit einiger Zeit auf das Lizenzmanagement von Non-fungible Token (NFT) zu konzentrieren. Wie nachhaltig der NFT-Hype ist, warum insbesondere Musiker von NFT profitieren können und wieso die Ethereum Blockchain nicht die erste Wahl sein muss, wenn es um die Erstellung von NFT geht.

Dieses Interview erschien zunächst in der Juni-Ausgabe des Kryptokompass, dem Magazin für alles rund ums Thema Blockchain. Ihr wollt mehr darüber erfahren? Dann klickt auf diesen Button:

BTC-ECHO: Ihr seid mit dem Handel von Softwarelizenzen gestartet und bietet nun Whitelabel-Lösungen zur NFT-Erstellung an. Kannst du uns kurz erläutern, wie es dazu kam und worum es dabei konkret geht?

Daud Zulfacar: Unsere Vision war immer, Nutzungsrechte für jedwede digitalen Güter anzubieten. Im Zuge der Corona-Krise haben wir das Modell aber überdacht. Uns ist klar geworden, dass unsere erste Lösung nicht für jedes digitale Gut geeignet ist. Wir haben uns auf eine komplett neue ganze Produkt Suite rund um das Thema NFT konzentriert. Dabei haben wir ganz viele verschiedene Interviews gemacht und dabei festgestellt, dass die Bereiche Musik und Kunst am spannendsten sind im NFT-Bereich.

BTC-ECHO: Hand aufs Herz: Befinden wir uns nicht in einer NFT-Blase, bei der zahlreiche digitale Kunstwerke zu viel zu hohen Preisen gehandelt werden?

Daud Zulfacar: Wir sind im Hinblick auf NFT in einer absoluten Blase. Das Problem ist, NFT sind kein regulierter Markt und man kann relativ einfach Preise nach oben treiben. Solange es Käufer gibt, die in den Glauben sind, dass sie jemanden finden, der ihr NFT für einen höheren Preis kaufen wird, werden die Preise steigen.

Die Rechtslage von NFT

BTC-ECHO: Ihr seid Lizenz-Spezialisten: Wie ist es denn um die Rechtslage von NFT bestellt? Wie sicher kann ich mir als NFT-Besitzer oder Käufer sein, dass meine Eigentumsrechte gewahrt bleiben?

Daud Zulfacar: Urheberrechte beispielsweise können nicht übertragen werden. Einzig Nutzungsrechte, die auch genau festgelegt werden müssen, können erworben werden. Bei fast allen NFT steht diesbezüglich aber überhaupt nichts dabei. Da kann man davon ausgehen, dass es sich dabei nur um ein privates Nutzungsrecht handelt. Man muss aber dazusagen, dass ein Großteil der NFT im Musikbereich auch nur im privaten Bereich agieren. Schließlich sind die finalen legalen Rahmenbedingungen noch nicht abschließend geklärt. Wir bereiten aber alles immer so auf, sodass was legal möglich ist, umgesetzt wird und versuchen alles, um bestens auf die rechtliche Zukunft vorbereitet zu sein.

BTC-ECHO: Auf eurer Homepage sprecht ihr von “License as a Token”. Kannst du das bitte einmal erläutern?

Daud Zulfacar: Wir fahren dahingehend verschiedene Ansätze: So eine Lizenz besteht aus einer technischen, einer kommerziellen und einer rechtlichen Komponente. Im digitalen Zeitalter sollte das doch alles irgendwie zusammengefasst werden können und dafür ist ein NFT für uns das optimale Medium. Beim technischen Bereich kann man sich das als Access Token vorstellen. Beim legalen Bereich geht es darum, den ein oder anderen Vertrag an den Token anzuhängen. Im kommerziellen Bereich geht es um Payments – genauer gesagt um Micro Payments, die mit Kryptowährungen gut funktionieren.

Die Use Cases von NFT

BTC-ECHO: Was ist für dich der größte Use Case von NFT?

Daud Zulfacar: NFT sind Repräsentanzen von allen möglichen Produkten, die einmalig sind. Daher gibt es unzählige Use Cases. Selbst für besondere Bauteile, etwa für Maschinen, wo später eine Nachvollziehbarkeit des Produktionsweges gegeben sein muss, ist ein möglicher Anwendungsfall für NFT. Ansonsten liegen die Use Cases natürlich vor allem im Urheberrecht. Stichwort: Creator Economy. Hier wären NFT perfekt, um etwa Solo-Selbstständigen eine neue Möglichkeit der Einkommensgenerierung an die Hand zu geben.

BTC-ECHO: Zusammen mit der Musik-Agentur Roba habt ihr das neue Album von den Rappern Kay One und Stad Ova als NFT tokenisiert. Worum ging es da, welchen Nutzen bringt mir die NFT-Aktion?

Daud Zulfacar: Wer den NFT kauft, erwirbt mehr als das Musikstück. So erhält der Käufer eine Möglichkeit, mit dem Künstler selbst zu interagieren. Das heißt, Kay One hat unter anderem etwa ein Barbecue angeboten für einen der NFT-Käufer, der bis zum 30. Mai gekauft hat. Der Gewinner wird dann mittels Los bestimmt. NFTs sollten idealerweisen auch einen Mehrwert bieten, der sonst nicht frei verkäuflich auf dem Markt zu haben ist. Das kann ein Backstage-Pass sein oder die Teilnahme an einem Musikvideo.

Ethereum als Grundlage von NFT

BTC-ECHO: Wie beurteilst du die Ethereum Blockchain als Grundlage für NFT Token beziehungsweise was hältst du von Alternativen wie die Flow Blockchain von Dapper Labs?

Daud Zulfacar: Flow, Tezos und Algorand bieten auch NFT an. Das liegt aber vor allem daran, dass wir uns aktuell in einer Hype-Phase befinden. Allerdings haben NFT auf Ethereum die längste Tradition. Spätestens seit 2017 beobachten wir den Krypto-Art-Collectible-Bereich, die maßgeblich zum aktuellen NFT Hype beigetragen haben – diese Bewegung kam aus der Ethereum-Ecke. Zudem hat Ethereum die Community und das nötige Ökosystem, um seine Marktstellung in Sachen NFT auszubauen.

BTC-ECHO: Wo soll die Reise bei euch in nächster Zeit noch hingehen?

Daud Zulfacar: Mein Wunsch ist, dass wir immer mehr wachsen und Erfahrung mitnehmen. Am Ende sollte eine Art Nischen-Community für license.rocks entstehen. Zudem würde ich mir wünschen, dass wir unsere Software vollständig Open Source gestalten, sodass sich alle beteiligen können. Dazu braucht man allerdings ein wirklich gutes Token Engineering, soweit sind wir leider noch nicht.

auf btc-echo lesen

„Der Krypto-Entwurf vom BMF ist ein Schlag ins Gesicht für die Branche“

Der Steuerentwurf des Bundesfinanzministeriums sorgt im gesamten Krypto-Space für Empörung. Welche Eckpunkte der Szene schaden, erklärt Pekuna-Chef Werner Hoffmann.

Der kürzlich veröffentlichte Steuer-Entwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) sorgte in weiten Teilen des Krypto-Space für Empörung. Vor allem beim Staking und Lending führte die angesteuerte Anhebung der steuerlichen Haltefristen auf zehn Jahre für Unverständnis. Um zu erfahren, welche Vor- und Nachteile der Entwurf Anlegerinnen und Anlegern bringt, traf sich BTC-ECHO mit dem Geschäftsführer von Pekuna, Werner Hoffmann. Das Unternehmen bietet Gutachten mit Gewinn- und Verlustrechnungen für seine Kunden zur Vorlage beim Finanzamt an. Zu dem Entwurf veranstaltet Pekuna am 1. Juli 2021 um 18:00 Uhr eine kostenlose Infoveranstaltung, zu der jeder Interessierte herzlich eingeladen ist.

BTC-ECHO: Hallo Werner, es freut uns, dass du bei uns bist. Bevor wir in die Materie einsteigen, wäre es toll, wenn du dich unseren Lesern kurz und knapp vorstellen könntest.

Werner Hoffmann: “Bei meinem Informatikstudium bin ich erstmals über Kommilitonen mit dem Thema Kryptowährungen in Berührung gekommen. 2015 kaufte ich meine ersten Bitcoin und mit dem Bullrun 2017 begann ich dann, mich noch intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei merkte ich, wie kompliziert eigentlich das Thema Steuern im Krypto-Bereich ist.

In der Konsequenz gründete ich dann 2019 mit meinem Mitgründer Constantin Steininger Pekuna … Unsere Kunden sind Privatpersonen und Unternehmer. Wir schreiben Gutachten mit Gewinn- und Verlustrechnungen, sodass das Finanzamt das verstehen kann. Ein bisschen wie ein Übersetzer aus der Kryptowelt in eine verständliche Finanzamtsprache.

“Eine Frechheit”

BTC-ECHO: Wie ist dein allgemeiner Eindruck von dem Krypto-Entwurf des BMF ist?

Hoffmann: “Also wenn ich mir den Gesamttenor des Schreibens vor Augen führe, muss ich sagen, dass das für den Krypto-Space schon mehr ein Schlag ins Gesicht ist, als es ihn fördert. Man versucht hier schon fast zwanghaft, alles einer sehr negativen Besteuerung zu unterlegen. Insbesondere in dem Kontext der kommenden Bundestagswahl finde ich es schon eine Frechheit, dass eine Bundesregierung, die sich einen Blockchain-Fahrplan in den Koalitionsvertrag geschrieben hat, jetzt Wochen vor Ende der Koalition so etwas raushaut. Die Konsequenzen für den Krypto-Space sind dabei super negativ und werden wahrscheinlich maßgebend mindestens die nächsten fünf, wenn nicht sogar zehn Jahre prägen.

BTC-ECHO: Glaubst du, dass der Entwurf überhaupt umgesetzt werden kann? Vor allem mit Hinblick auf dezentrale Börsen?

Hoffmann: “Also es sind ein paar Punkte, die schwer umsetzbar sind. Einer ist zum Beispiel: der Fork. Zuvor ging man allgemein davon aus, dass die neuen durch den Fork entstandenen Coins keine Einkünfte darstellen. Hier fand keine Tätigkeit statt und war damit nicht steuerpflichtig, ebenso war der Verkauf steuerfrei, da es keine Anschaffung gab. Der ursprüngliche Coin wurde wie gewohnt mit einem Jahr Haltefrist versteuert.

Mit dem BMF-Entwurf würde sich das jedoch ändern. Der Fork wird laut diesem Schreiben aufgeteilt: die Anschaffungskosten des ursprünglichen Coins in zwei neue Assets. Und hier ist das Problem. Denn den genauen Preis zum Zeitpunkt des Forks kann man kaum nachvollziehen. Es ist einfach nicht Praxis-geeignet.”

BTC-ECHO: Ein anderer großer Streitpunkt findet sich in der Regelung zum Mining. Einige stören sich an dem gewerblichen Generalverdacht, den das neue Papier digitalen Schürfern unterstellt. Wie siehst du das?

Hoffmann: “Das wurde im Endeffekt aber nur nochmal klargestellt. Das war eigentlich schon immer relativ ähnlich. Auch hier hatten wir vorher schon den Grundtenor, dass Mining eine gewerbliche Tätigkeit ist und das eben nachgewiesen werden kann, dass der Umfang jetzt nicht einem Unternehmen entspricht. Das wurde uns mit dem BMF-Schreiben mehr oder weniger bestätigt.”

“Ein Antminer im Wohnzimmer ist OK”

BTC-ECHO: In einer Passage steht, dass eine gewerbliche Tätigkeit “widerlegbar vermutet” wird. Das bedeutet, dass die Beweislast bei der jeweiligen Person liegt. Gibt es in dem Kontext von dem Gesetzgeber eigentlich eine Obergrenze, ab wann Mining gewerblich wird?

Hoffmann:Keine fixen, dass man sagen könnte: “Ok, bis zu dieser Hashrate oder bis zu diesen Erträgen”. Die Aussage ist, dass es kein gewerblich eingerichteter Betrieb sein darf. Also ab dem Zeitpunkt, wo du anfängst das Ganze etwas zu professionalisieren.”

Wenn dein Antminer im Wohnzimmer steht, dann ist es ok, dann ist es ein Hobby-Device.  Ab dem Zeitpunkt, wo du einen Mitarbeiter anstellst, ist es ein klares Zeichen, dass das eine unternehmerische Tätigkeit ist. Ab dem Zeitpunkt, wo du das in Vollzeit machst, ist das auch ein klares Anzeichen. Aber da gibt es ja immer noch einen großen Spielraum.

BTC-ECHO: Das heißt, man muss es eher individuell anwenden.

Hoffmann: “Ja genau, das muss individuell ausgelegt werden. Daher natürlich auch ein bisschen problematisch, da es keine klaren Grenzen gibt, auf die man sich verlassen kann.”

BTC-ECHO: Wären denn solche Obergrenzen wünschenswert, um verständlichere Regeln zu definieren?

Hoffmann: “Wenn in dem Schreiben eine solche klare Regelung wäre, würde ich sagen, dass das BMF hier ganz klar Kompetenzen überschritten hätte. Dann wären sie gesetzgeberisch tätig geworden und das dürfen die nicht. Gesetze müssen schließlich über den Bundestag beschlossen werden. Der Krypto-Entwurf ist eine reine Verwaltungsmeinung, um den Finanzämtern der Länder einheitliche Regeln geben zu können.”

Hier ist eher der Bundestag in der Pflicht. Und das sehe ich auch noch, weil es da noch Dinge gibt, die nicht vollends oder noch gar nicht geregelt sind. Beispielsweise NFT oder Sachen aus dem DeFi-Space wie Liquidity Mining.”

Krypto-Standort Deutschland in Gefahr?

BTC-ECHO: Also eher ein Thema, das die kommende Regierung beschäftigen dürfte. Kommen wir zum Staking und Lending. Könntest du da noch mal den Unterschied erklären?

Hoffmann: “Also beim Lending geht es um den Vorgang, dass ich meine bestehenden Assets an eine Plattform oder DeFi-Protokoll hingebe. Diese dann an andere Nutzer verleihe und dafür Zinsen bekomme. Man kann es sich wirklich so vorstellen, wie das Krypto-Pendant zum Zinssystem.”

Beim Staking geht es um Erträge, die aus dem Proof-of-Stake-Algorithmus generiert werden. Der PoS-Algorithmus ist eine Alternative zum Mining. Hierbei geht es darum, dass ich meinen “Stake” hinterlege, also eine Art Pfand im Netzwerk. Dadurch bin ich berechtigt, an diesem Algorithmus teilzunehmen und bekomme dafür neu erzeugte Coins ausgeschüttet und Transaktionsgebühren von anderen Nutzern zugewiesen.”

BTC-ECHO: Vor dem Entwurf war dieser Bereich ja eine Art steuerliche Grauzone. Da galt die Zehnjahresfrist auch schon als umstritten. Mit dem Entwurf definiert das BMF aber nun klare Regeln für Staking und Lending und will die Frist von zehn Jahren nun verbindlich einführen. Wie schätzt du diese Neuerung ein? Macht es den Standort Deutschland unattraktiv etwa für Krypto-Start-ups, die Proof-of-Stake-basiert sind?

Hoffmann: “Ja, absolut! Das sehe ich auch als größtes Problem, dass wir uns als Standort Deutschland von solchen interessanten Technologien über Steuerrecht fernhalten. Bei uns (Pekuna, Anm.d.Red.) muss man auch sagen, sind die Anfragen explodiert. Also zum Thema Auswanderung. Portugal ist ja jetzt ein Riesenthema in der Szene und viele sagen: Okay, wenn dieser Entwurf so durchgeht, dann steht für sie fest, dass sie demnächst nach Portugal gehen. Die fragen uns dann, ob wir sie auch da unterstützen können.

Zudem hielten auch viele Steuerexperten eine Anhebung für unrealistisch. Es gab beispielsweise mal ein Gerichtsurteil. Da hatte jemand mehrere Millionen Mark in US-Dollar investiert und hatte darauf Zinsen bekommen. Als er es wieder in Mark zurücktauschen wollte, ergab sich bei der Umrechnung die Frage, ob das Ganze nun der Zehnjahresfrist unterliegt oder nicht. Das Urteil lautete “nein”, weil die Zinsen überhaupt nichts mit dem ursprünglichen Asset zu tun haben, sondern sich nur auf die Kapitalforderung bezieht.

Auch beim Staking ist es ja so, dass die Gebühren nicht für den hinterlegten Stake bezahlt, sondern für die Netzwerkverifikation und davon hängt die Höhe der Vergütungen ab. Daher gingen eigentlich sehr viele davon aus, dass die Zehnjahresfrist nicht kommen wird.

Generell sieht man in dem Schreiben, dass versucht wird, möglichst viel in die Steuerpflicht reinzuargumentieren.”

“Krypto-Szene muss zusammenhalten”

BTC-ECHO: Nun gibt es ja viel Kritik aus dem Krypto-Space und damit einhergehend Aufrufe von verschiedenen Vertretern der Szene, eine gemeinsame Stellungnahme abzugeben. Plant ihr Ähnliches in die Richtung?

Hoffmann: “Also zunächst einmal ist das hier wirklich ein Thema, bei dem die Krypto-Szene zusammenhalten muss, wo mehr Feedback auch wirklich wertvoll ist und aus verschiedenen Ecken kommen kann.”

Wir werden dazu eine eigene Stellungnahme abgeben im Namen von Pekuna. Ich bin aber auch noch bei einer weiteren Stellungnahme vom Bundesverband Blockchain (Bundesblock) dabei, der wird auch noch eine Stellungnahme abgeben und eventuell schreibt die Bitkom auch noch eine eigene Stellungnahme. Also man merkt schon, dass sich die Krypto-Szene organisiert, engagiert.”

BTC-ECHO: Gibt es denn die Möglichkeit, dagegen auch juristisch vorzugehen?

Hoffmann: “Ja, da gibt es auch Möglichkeiten. Es ist ja jetzt erstmal ein Verwaltungsschreiben. Sprich, das kommt von der Exekutive, also dem BMF. Es ist also nur bindend für die Finanzämter. Das heißt, wir als Privatpersonen oder auch also Unternehmen müssen uns nicht an diese Vorgaben halten.”

Das Finanzamt kann uns natürlich dazu drängen, wieder dazu zurückzukehren zu der BMF-Meinung. Dazu sind wir aber nicht verpflichtet. Und wenn man sich hier nicht einigen kann, dann geht das Ganze vor ein Finanzgericht. Der Ablauf wäre da zunächst das Finanzgericht. Und wenn die pro Finanzamt entscheiden, dann eine Instanz weiter zum Bundesfinanzhof (BFH).”

BTC-ECHO: Gibt es denn auch positive Aspekte in dem Krypto-Entwurf?

Hoffmann: “Also zum einen, dass Mining auch privat sein kann. Das ist positiv, das einmal schriftlich zu haben. Es gibt noch so ein Damoklesschwert. Das ist der gewerbliche Krypto-Händler oder Trader. Also kann ich so viel traden, dass es eigentlich mehr ein Trading-Business ist, als ein privates Geschehen. Beim gewerblichen Krypto-Händler sind die Punkte jedoch sehr hoch angesetzt. Also du musst einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb haben und du musst bankentypisch arbeiten. Also könntest du tausend Trades pro Tag machen, solange du das aus deinem Wohnzimmer machst, ist das nicht bankentypisch.

BTC-ECHO: Wie sollte man seine Krypto-Trades denn am besten dokumentieren?

Hoffmann: “Also Dokumentation ist tatsächlich ein großer Punkt. Auch übrigens einer der in dem Entwurf gar nicht angesprochen wurde. Das ist der Randpunkt 51 und da steht einfach gar nichts, obwohl das eines der wichtigsten Themen ist.”

Für uns als Firma ist das natürlich auch ein Riesenthema, weil es unser Produkt ist. Ansonsten gilt: je mehr Dokumentation, desto besser. Jetzt kann man loslegen mit der einfachen Excel-Tabelle, die tatsächlich noch das Haupttool ist. Dann gibt’s ein paar Portfolio-Tracking-Tools wie CoinTracking oder Blockfolio. Und dann gibt’s noch andere Tools, die eben genau für diesen steuerlichen Bereich ausgelegt sind, wie Blockpit oder Accointing.”

Wem die ganze Thematik jedoch zu kompliziert ist, kann sich auch gerne an uns wenden.

Vielen Dank!

auf btc-echo lesen

Bitcoin, Blockchain, Bundestag: Die deutsche Politik im Interview

Unser Redakteur Daniel Hoppmann hat Vertreter von SPD, CDU, FDP, den Grünen und den Linken zum Thema Blockchain befragt.

Das sagen CDU, SPD, Grüne, FDP und die Linke zu Bitcoin und Co.

Wir leben aktuell wohl im Zeitalter der Krypto-Renaissance. Vor allem Bitcoin, als Flaggschiff der Kryptowährungen, sonnt sich in der Aufmerksamkeit, die ihm durch seine regelmäßigen Höchststände zuteilwird. Diesen Umstand verdankt der digitale Wertspeicher vor allem dem Einstieg institutioneller Anleger wie MicroStrategy, Square und Tesla. 

Auch die Krypto-Industrie als solche prosperiert. Im Dezember vergangenen Jahres veröffentlichte die EU-Beobachtungsstelle für Blockchain ihren ersten Bericht, in dem sie ein rasantes Wachstum der Branche feststellte. In Europa gilt Berlin neben dem Schweizer Krypto-Valley als eine echte Krypto- und FinTech-Hochburg. Zweifelsohne besitzt die Technologie Potenzial, ein neues digitales Zeitalter einzuläuten. Doch dafür müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Zeit also, bei den Bundestagsparteien nachzufragen, welche Positionen sie in Bezug auf Kryptowährungen und Blockchain-Technologien einnehmen. Im Interview mit BTC-ECHO geben Experten der Bundestagsfraktionen der CDU (Matthias Hauer), SPD (Jens Zimmermann), FDP (Frank Schäffler), der Grünen (Danyal Bayaz) und der Linken (Fabio de Masi) Aufschluss über die Positionen ihrer Parteien, die Bitcoin-Maximalisten durchaus enttäuschen dürften.

Bitcoin, das “ineffizienteste Zahlungsmittel überhaupt”

Jens Zimmermann (SPD), Foto: Susie Knoll

Übereinstimmend sehen die Bundestagsfraktionen Bitcoin eher nicht als Zahlungsmittel. Laut der Grünen sei die Infrastruktur der Kryptowährung aufgrund der niedrigen Transaktionsgeschwindigkeit nicht massentauglich. Die SPD schließt sich diesen Bedenken an. In Anbetracht dieser Feststellung sollten die beiden Parteien eventuell in Erwägung ziehen, den Begriff “Second-Layer” noch einmal nachzuschlagen.   

Für die CDU liefere vor allem die hohe Volatilität von Bitcoin das Hauptargument, um den Einsatz als Zahlungsmittel skeptisch zu betrachten. Die FDP glaubt, dass ein hohes Umtauschverhältnis zwischen Krypto- und Fiat-Geld die jeweilige Cyber-Währung als Valuta für den alltäglichen Gebrauch ungeeignet machen würde. 

Der Linken-Abgeordnete Fabio de Masi ist der Meinung, dass Bitcoin das “ineffizienteste Zahlungsmittel überhaupt” sei. Dabei kritisiert der Abgeordnete vor allem den hohen Stromverbrauch sowie die limitierte Menge der Kryptowährung. 

Bitcoin als digitales Gold?

Durch die wertspeichernden Eigenschaften von Bitcoin, bezeichnen einige die Kryptowährung als “digitales Gold”. Beispielsweise nutzte JPMorgan den Vergleich, als das Geldhaus einen zukünftigen BTC-Kurs von 146.000 US-Dollar prognostizierte. Bei den Bundestagsparteien scheiden sich hingegen die Meinungen. 

Die CDU und SPD widersprechen der Gold-Analogie mit dem Hauptargument der hohen Volatilität. Zudem meint die CDU gegenüber BTC-ECHO, dass man bei Bitcoin über keine historischen Erfahrungswerte verfüge. Die Koalitionspartner sehen die Kryptowährung deshalb eher als Spekulations-, denn als Investitionsobjekt.

Die Grünen und die Linken erheben ebenfalls Einspruch. Bitcoin besitze gar keinen materiellen Wert, den es vergleichbar mit dem Edelmetall machen könnte. Sinke das Vertrauen in das Asset, würden sich Investoren schnell zurückziehen, was sich im BTC-Kurs bemerkbar machen würde – die wertspeichernden Eigenschaften wären dann dahin.

Einzig die FDP hält dagegen. Auch, wenn die Liberalen die Bedenken bezüglich der historischen Erfahrungswerte anerkennen, sei BTC tatsächlich eine Art “digitales Gold”. Darüber hinaus biete der digitale Wertspeicher jedoch noch andere Vorteile. Bitcoin sei einfacher aufzubewahren und zu transportieren. Gold habe beispielsweise den Nachteil, “dass es schwer und nicht so einfach zu stückeln” sei. Dieses Problem habe die Kryptowährung nicht. In den Augen der FDP hätten jedoch beide Wertspeicher ihre Daseinsberechtigung. 

Warum dann Bitcoin-Investments von institutionellen Investoren?

Grünen-Abgeordneter Danyal Bayaz / Quelle: Florian Freundt

Wenn man Bitcoin als Wertanlage betrachtet, steht vor allem die hohe Volatilität des Assets im Mittelpunkt der Kritik. Einige Unternehmen, wie beispielsweise Tesla, scheinen dieses Risiko jedoch eingegangen zu sein, als sie in BTC eingestiegen sind. Dieses Engagement sei bei der CDU zur Kenntnis genommen worden. Ob die Kryptowährung dadurch ein langfristiges Zukunftsmodell wird, bleibe dennoch abzuwarten.

Grünen-Abgeordneter Bayaz meint, das Tesla und Bitcoin gut zueinander passen: 

“Da finden zwei schillernde Unternehmen, die in ihrer Branche jeweils sehr viel Beachtung finden, zueinander. Für den Kapitalmarkt ist das offenbar eine tolle Story. Was genau dahinter steckt, wird man sehen.” 

Der Vergleich hinkt jedoch, da es sich bei Bitcoin nicht um ein Unternehmen, sondern ein dezentralisiertes Open-Source-Projekt handelt. 

Frank Schäffler von der FDP geht sogar noch weiter. Elon Musk sei seiner Meinung nach jemand, auf den viele in der Finanz- und Wirtschaftswelt schauen würden. Deshalb habe sein Bitcoin-Investment Signalwirkung. 

Die Linke kann dem nicht zustimmen. Der Bundestagsabgeordnete Fabio de Masi bleibt auch nach dem Tesla-Investment skeptisch:

“Bitcoin ist kein effizientes Zahlungsmittel, nur weil Elon Musk Bitcoin akzeptiert.”

Die Adaption von Kryptowährungen und Blockchain-Technologien

Fabio de Masi (Die Linke) / Quelle: Linksfraktion

Neben institutionellen Investoren interessieren sich auch immer mehr private Anleger für die digitalen Assets. Ein Bericht von Binance-Research verdeutlicht die Entwicklung der Adaption von Krypto-Assets anhand der Nutzer. Waren es im zweiten Quartal 2017 noch knapp 6 Millionen User, stieg dieser Wert kontinuierlich bis zum dritten Quartal 2020 um 1.683 Prozent auf 101 Millionen “Hodler” an.

Es ist also davon auszugehen, dass sich diese Zahl in Zukunft weiter steigern dürfte. In Deutschland ist die Akzeptanz von Kryptowährungen im Vergleich zu anderen Ländern noch relativ gering. Laut einer Untersuchung des Datenportals Statista gaben lediglich fünf Prozent der Befragten an, Kryptowährungen zu halten oder schonmal besessen zu haben. Ein Grund dafür könnte die teils fehlende Regulierung durch den Gesetzgeber sein. 

Social Token – das nächste große Ding?

Investment Trend: Social Token

Erfahre mehr im führenden Magazin für Blockchain und digitale Währungen
(Print und Digital)
☑ 1. Ausgabe kostenlos
☑ Jeden Monat über 70 Seiten Krypto-Insights
☑ Keine Investmentchancen mehr verpassen
☑ Portofrei direkt nach Hause

Zum Kryptokompass Magazin

Um dieses Problem anzugehen, hat die Regierungskoalition aus CDU und SPD gemeinsam die Blockchain-Strategie erarbeitet. Darin erläutert die Bundesregierung, welche Maßnahmen sie ergreifen möchte, um den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver für die Blockchain-Industrie zu machen. Dabei setzt die Regierung unter anderem auf Innovationsförderungen und die Schaffung von einheitlichen Rahmenbedingungen. CDU-Abgeordneter Matthias Hauer meint, dass die Blockchain-Technologie auch im Öffentlichen Dienst Anwendung finden könnte. So könne man beispielsweise in Zukunft die Echtheit von Dokumente oder Lizenzen nachweisen. 

Darüber hinaus hat man mit dem Gesetz zur Einführung elektronischer Wertpapiere (eWpG) einen digitalen Registertypen eingeführt, der die herkömmliche Papierurkunde teilweise obsolet macht. 

Bei der Opposition herrscht Skepsis gegenüber dem Adaptionsengagement der Regierungsparteien. Grünen Abgeordneter Bayaz meint beispielsweise: 

“Die Bundesregierung hat mit der Blockchain-Strategie spät, aber immerhin etwas vorgelegt, um das Thema nach vorne zu bringen. […] Mit dem Gesetz über elektronische Wertpapiere bekommen wir eine erste Rahmengesetzgebung – trotzdem bleiben noch viele Fragen zur Besteuerung und Klassifizierung offen.”

Das fordert auch Frank Schäffler von der FDP. Es sei an der Zeit, regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus kritisierten die Liberalen Ende Januar das eWpG. Zum einen habe man digitale Aktien nicht berücksichtigt, zum anderen schließe die Registrierungspflicht den gesamten DeFi-Sektor aus. Deutschland verliere so seinen Standortvorteil, heißt es in dem Schreiben.

Die Kritik habe man zur Kenntnis genommen, sagt Jens Zimmermann im Interview mit BTC-ECHO: Man müsse in solchen Bereichen agiler werden. Man wolle mit dem jetzigen Gesetz zunächst Erfahrungen sammeln und gegebenenfalls nachjustieren. 

“In Märkten, die sich so schnell verändern, halte ich es für zwingend notwendig, dass man dann nicht verkrampft an etwas festhält.”

Kryptowährungen als Finanzmittel krimineller Handlungen

Matthias Hauer (CDU) / Quelle: Mike Henning

Eines der Hauptargumente, die Kritiker gegenüber Kryptowährungen äußern, ist die Verwendung der Assets, um Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu betreiben. Auch aus der Politik werden solche Vorwürfe hervorgebracht. Der Bericht des US-Analyseunternehmens Chainalysis entkräftete jedoch diese Vorwürfe. Lediglich 0,34 Prozent aller Krypto-Transaktionen seien kriminellen Ursprungs. Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn ebenso kursieren Studien, die den Anteil vielfach höher einschätzen.

Laut Zimmermann sei das Problem hierbei, dass es wahrscheinlich eine hohe Dunkelziffer gebe. Zwar würden ein Großteil der Unterstützungen nach wie vor in Fiat-Währungen abgewickelt, dennoch seien Kryptowährungen aufgrund ihrer Eigenschaften durchaus geeignet für die Verschleierung von Transaktionen. 

In diesem Punkt fordern die Grünen, dass digitale Zahlungen, Kryptowährungen und die Akteure hinter den Accounts analog zu Regelungen beim Bargeld ab einer gewissen Schwelle nachvollziehbar gemacht werden müssten.

Und tatsächlich hat die Bundesregierung erst Mitte Februar mit dem Beschluss des  “Trans­pa­renz-Fi­nanz­in­for­ma­ti­ons­ge­setzes Geld­wä­sche” (TraFin Gw) eine neue Obergrenze eingeführt (1.000 Euro), ab der Krypto-Transaktionen meldepflichtig werden. Matthias Hauer von der CDU meint in diesem Zusammenhang:

“Wir möchten die Vorteile der Blockchain-Technologie von der Schattenwirtschaft in legale und seriöse Geschäftsmodelle überführen.”

CBDC als Zahlungsmittel der Zukunft

Frank Schäffler (FDP) / Bildrechte: Studio Kohlmeier, Berlin

In der Frage, welches Zahlungsmittel in Zukunft dominieren wird, meint ein Großteil der Parteienvertreter, dass es wahrscheinlich auf digitale Zentralbankwährungen (CBDC) hinauslaufen dürfte. So unterstützt die Union beispielsweise die Einführung eines digitalen Euros. In Europa habe man den Wert eines eigenen, grenzüberschreitenden und digitalen Zahlungsabwicklungssystems nach eigenen Standards erkannt. Damit wolle man auch ein Gegengewicht zu privaten Währungsprojekten wie dem “Diem” von Facebook schaffen.

Dem schließen sich auch die SPD, die Grünen und die Linke an. Es herrscht Konsens darüber, dass das Geldmonopol weiterhin beim Staat liegen sollte.

Frank Schäffler von der FDP sieht das anders:

“Ich bin da skeptisch, da ich nicht glaube, dass die EZB das hinbekommt. Es stellen sich viele grundsätzliche Fragen der Geldpolitik durch die Einführung einer CBDC. Zentralbankgeld ist derzeit das Bargeld und das Buchgeld, das von Banken bei der Notenbank hinterlegt wird. Letzteres sind reine Buchungsposten und beruhen auf der Geldschöpfung der Banken durch Kreditvergabe. Ein digitales Zentralbankgeld für jedermann ist in einem solchen System ein Fremdkörper, der nicht so einfach zu implementieren ist. Die Finanzstabilität wird dadurch eher gefährdet, als verbessert.”

Die Bundesrepublik weiß in einigen Fragen hinsichtlich der Verwendung von Kryptowährungen und Blockchain-Technologien noch keine Antwort. Viele Anleger wünschen sich regulatorische Klarheit, vor allem im steuerlichen Bereich. Angesichts der aktuellen Corona-Situation dürften diese Punkte aktuell wahrscheinlich keinen besonders hohen Stellenwert auf der Agenda genießen. Dieses Jahr ist Superwahljahr. Nach der Bundestagswahl im September dürften die Weichen für die Zukunft des Blockchain-Sektors neu gestellt werden.

Disclaimer

Dieser Artikel erschien bereits in der April-Ausgabe unseres Monatsmagazins Kryptokompass. Hier entlang für mehr Informationen zu Abo und Co.

auf btc-echo lesen

miNo Art: Wie ein Polizist die deutsche Kunstszene erobert – Teil II

Bereits gestern haben wir über miNo berichtet. Der Künstler aus dem Ruhrgebiet gilt seit zwei Jahren als Shooting-Star in der deutschen Tape Art-Szene. Nun wagt miNo den Schritt in die digitale Welt.

Teil eins unseres Features findest du hier.

Der Hype um digitale Kunstwerke hält auch in Deutschland Einzug. Einer der Zugführer des neuen Hypetrains ist miNo. Der als Tape Art-Künstler bekannte Beamte will nun auch den Schritt in die Krypto-Kunst machen und setzt dabei ganz auf NFT.

ACAB umgedeutet.
ACAB umgedeutet.

“Ich bin auf den NFT-Markt gekommen, durch den digitalen Künstler Beeple. Mich hat das Thema sofort interessiert, ich glaube, digitale Kunst ist die Zukunft”, sagt Nolte im Gespräch mit BTC-ECHO und nimmt damit Bezug zur Rekordversteigerung von “Everydays: The First 5000 Days”, einem NFT-Bild des US-Künstlers Beeple, das für sage und schreibe 69 Millionen US-Dollar den Eigentümer gewechselt hat.

Doch die Sache mit den NFT ist verzwickt. Tokenisierte Kunstwerke wie .jpgs schießen dieser Tage wie Pilze aus dem Boden: Scooter, Beeple und sogar die Kings of Leon machen jetzt in kryptografisch gesicherter Kunst. Das Prinzip NFT ist schnell erklärt. Im Grunde handelt es sich um die digitale Verbriefung von Eigentumsrechten, zumeist auf der Ethereum-Blockchain. Non-fungible Token (NFT) sind einzigartige Krypto-Token, die – etwa im Gegensatz zu Utility Token – nicht beliebig oft vermehrt werden können. Der Käufer zahlt das digitale Kunstwerk mit Fiat oder Kryptowährung und erhält dann den Hash des Bildes, den er auf seinem eigenen Wallet speichern kann. Dadurch sind die Besitzansprüche an dem Bild – genau wie der Private Key – eindeutig zuweisbar.

miNo – das sind seine Werke

Kritiker mahnen jedoch zu Recht an, dass digitale Kunst niemals knapp sein kann. Während Originale wie ein Van Gogh nachweisbar knapp sind, lassen sich digitale Kunstwerke problemlos vervielfältigen. Mehr noch: eine Kopie eines Ölbildes kann niemals so viel Wert sein, wie das Original, da Charakteristika wie der Pinselstrich und das Alter des Gemäldes nicht kopierbar sind. Kopie und Original digitaler Kunstwerke sind, anders als bei physischen Werken, nicht auseinanderzuhalten; sie sind eins-zu-eins dasselbe. Ob der Versuch der NFT-Bewegung, den damit verbundenen Schwierigkeiten der Eigentumszuweisung etwas entgegensetzen kann, bleibt abzuwarten. 

BTC-ECHO Magazin (4/2021): Lohnt sich ein Investment in NFTs?

Das Branchenmagazin für Bitcoin und Blockchain Investoren.

Exklusive Top-Themen für ein erfolgreiches Investment:

• NFT: zwischen Hype und Substanz
• FLOW: Der neue NFT König?
• Mining richtig versteuern
• So bullish ist 2021
• Der Bundestag im Interview

Kostenfreie Ausgabe bestellen >>

miNo: “Ich mache immer noch Kunst zum Anfassen”

Nolte will daher nicht gänzlich in den digitalen Raum umsatteln. Vielmehr soll der NFT eher als Zusatz zum physischen Kunstwerk dienen.

“Ich möchte einen Teil der Berliner Mauer gestalten und diesen Schaffensprozess werde ich filmisch begleiten. Wir sind aber aktuell noch in einer Brückenphase. […] Ich mache immer noch Kunst zum Anfassen”, sagt der Künstler im Interview und ergänzt, dass es keinen Sinn ergebe, vollständig digital zu arbeiten, da die Betrachter nach wie vor physische Elemente schätzten.

“Berlin Wall” von miNo.

Die Filmrechte an den so entstehenden Videos wiederum werden im Nachgang als NFT an Höchstbietende versteigert. Am Ende soll auch ein hochauflösender NFT-Scan des Teilstücks Berliner Mauer unter den Hammer der Auktionshäuser kommen. 

An eine vollständige Verdrängung “echter” Handarbeit durch den Computer glaubt miNo indes nicht.

Die Menschen fasziniert immer Werke eines wahrhaftigen Künstlers mit seinen Pinselstrichen und kleinen Fehlern. Kunst wird von Menschen und für Menschen gemacht. Das ist der Kern und die menschliche Seele in der Kunst. “

miNo

Der Schritt in unbekanntes NFT-Gefilde ist mutig. Wir sind gespannt, ob er glückt.

auf btc-echo lesen

„Bitcoin ist wie Gold – nur schlechter“: Interview mit Bitcoin-Kritiker Maurice Höfgen

Wir haben mit MMT-YouTuber Maurice Höfgen über Inflation, die EZB-Politik und Bitcoin gesprochen. Denn wir finden es ist Zeit, den Diskurs auch für Bitcoin-Kritiker zu öffnen.

Maurice Höfgen ist Buchautor, YouTuber und einer der Newcomer in der deutschen MMT-Szene. MMT, kurz für Modern Monetary Theory, kennst du nicht? Dahinter verbirgt sich eine heterodoxe ökonomische Denkschule, die im reinen Gelddrucken keine Gefahr für Inflation sieht. Im Gegenteil: Kontrollieren Regierungen ihre Währung wäre es nach Ansicht der MMT fahrlässig, gesellschaftlich wünschenswerte Projekte wie Vollbeschäftigung oder Klimaziele mithilfe von expansiven fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen nicht zu realisieren. Schließlich könne der Staat als Monopolist über die Geldproduktion nicht pleitegehen.

Damit steht die MMT natürlich im diametralen Gegensatz zur Hartgeld-Schule von Bitcoin. Grund genug, Maurice zum Interview zu treffen.


BTC-ECHO: Viele Marktbeobachter sehen in Niedrigzinsen und expansiver Geldpolitik Inflationsgefahr. Teilst du als Verfechter der MMT diese Befürchtung?

Maurice Höfgen: Nein. Ich würde auch sagen, dass die EZB einen guten Job macht im Moment. Sie muss Gas geben mit Niedrigzinsen und großen Anleihekaufprogrammen, weil die Fiskalpolitik seit Jahren im Koma liegt. Da müsste eigentlich mehr Gas gegeben werden, damit die Wirtschaft läuft. Erst wenn die Wirtschaft brummt, steigen auch auf breiter Front die Verbraucherpreise in Richtung der Zielinflation von zwei Prozent.

“2,5 Prozent Inflation ist nichts Wildes”

BTC-ECHO: In den USA sehen wir bereits 2,6 Prozent Inflation, die Prognosen sehen bis Mai sogar drei Prozent Inflation – und das in einer Pandemie. Widerspricht das der These nicht?

Höfgen: Nein, das sind vor allem Aufholeffekte. Die Inflation war davor sehr niedrig. Außerdem sind 2,5 bis drei Prozent noch nichts Wildes, wenn man ein Inflationsziel von ungefähr zwei Prozent hat. Außerdem spielt hier der gestiegene Ölpreis rein und erhöht die Produktionskosten der Unternehmen. Dazu kommen pandemiebedingt noch höhere Kosten für Hygienekonzepte. Das versuchen die Unternehmen natürlich an die Verbraucher weiterzugeben.

BTC-ECHO: Inflation neigt auch dazu, Ungleichheit zu schaffen. Stichwort: Asset Price Inflation. Die EZB kauft also auf dem Kapitalmarkt Vermögenswerte und treibt so den Preis. Vermögenswerte besitzen aber eher besser betuchte Menschen. Löhne hingegen steigen nur schleppend. Leiden unter Inflation also nicht vor allem die Schwächeren?

Höfgen: Inflation ist immer und allen voran ein Verteilungsproblem. Eine Seite gewinnt, weil sie höhere Preise durchsetzen kann und eine Seite verliert, weil sie mit bestehendem Einkommen höhere Preise bezahlen muss. Typischerweise sind die Unternehmen diejenigen, die schneller ihre Preise anpassen können, als die Beschäftigten ihre Löhne erhöhen können. Das heißt, hier profitieren zunächst die Unternehmen. Dann gibt es noch eine zweite Achse und das ist die zwischen den Schuldnern und den Gläubigern. Bei einer Inflation gewinnen die Schuldner und die Gläubiger verlieren.

“Bitcoin ist ein Spekulationsobjekt”

BTC-ECHO: Bitcoin steht als Hartgeld den Vorstellungen der MMT diametral gegenüber. Wie stehst du zu BTC?

Höfgen: Aus MMT-Sicht ist Bitcoin keine Währung, sondern ein digitales Spekulationsobjekt. Ich sage immer: Bitcoin ist die digitale Version von Gold – nur schlechter. Ein funktionierendes Geldsystem braucht Bitcoin nicht. Es gibt dazu noch eine ganze Reihe an Nebenwirkungen. Stichworte: Finanzstabilität und Energieverbrauch.

Das Krypto-Trading lernen

Der Einsteigerkurs für den Handel von Bitcoin und digitalen Währungen

4 Stunden Videokurs mit Profitrader Robert Rother

BTC-ECHO: Da würde ich gerne einhaken. Du sagst, dass Bitcoin schlechter ist als Gold. Als Bitcoiner würde ich sagen, BTC ist Gold 2.0 und auf alle Fälle besser als Gold.

Höfgen: Beides ist vergleichbar. Gold wird aus der Erde und Bitcoin aus einem Informatik-Nebel gebuddelt. Das Gold ist halt ein Unikum, das kann nicht ersetzt werden. Zudem hat Gold immerhin noch einen realen Nutzen, man kann etwa Schmuck daraus herstellen und es gilt als Statussymbol. Bitcoin hat diese Eigenschaft nicht. Das Problem ist, es gibt eine große Konkurrenz unter Kryptowährungen. Bitcoin könnte im Gegensatz zu Gold jederzeit ersetzt werden. Deshalb denke ich, dass Bitcoin die digitale, aber schlechtere Version von Gold ist.

“Ich kann mir schon vorstellen, dass Bitcoin eine Zukunft hat”

BTC-ECHO: Denkst du trotzdem, dass Bitcoin in der Finanzwelt als Anlageobjekt eine Zukunft hat?

Höfgen: Ich kann mir schon vorstellen, dass Bitcoin Zukunft hat. Wenn man sich den Bitcoin Chart anschaut, sieht man ja, dass das eine Geschichte von Hype und Aufschwung ist. Wenn die Marktteilnehmer Bitcoin als lohnenswertes Spekulationsobjekt sehen, kann das auch noch lange so weitergehen. Das passiert ja bei anderen Finanzprodukten auch. Nur, und das unterscheidet den Bitcoin auch von anderen Währungen, kann der Bitcoin auch ganz schnell wieder Richtung Null fallen. Schließlich gibt es keinerlei Mechanismus der einen solchen Preisverfall aufhalten könnte. Bei staatlichen Währungen ist es, wenn der Wechselkurs fällt, irgendwann immer für irgendwen profitabel, die fallende Währung zu dem dann günstigeren Zeitpunkt zu kaufen. Besonders für diejenigen, die in der fallenden Währung verschuldet sind und ihre Schulden dann günstig tilgen können. Das betrifft vor allem Investoren und Händler. Dieser Mechanismus stützt die Währung und verhindert ihr Abgleiten gen Null. Da aber niemand in Bitcoin verschuldet ist, gibt es diesen Mechanismus da so nicht.

BTC-ECHO: Wir als Mitteleuropäer haben eine stabile Währung und sind insofern auch privilegiert. In Ländern wie der Türkei oder Argentinien, die dysfunktionale Finanzsysteme haben, geht die Bitcoin-Nachfrage aber steil nach oben. Bitcoin hat durchaus einen Use Case um vor Enteignung, Kapitalkontrollen oder galoppierender Inflation zu schützen. Siehst du diesen Anwendungsfall auch?

“Wenn man instabilen Währungen entfliehen will, hat BTC einen Nutzen”

Höfgen: Da würde ich tatsächlich für den Bitcoin eine Lanze brechen. Aus individueller und aus liberaler Sicht hat Bitcoin durchaus einen Nutzen, wenn man repressiven Regierungen oder instabilen Währungen entfliehen will. Wenn ich aber die makroökonomische Brille aufsetze, würde ich sagen, für den Argentinischen Peso oder die dortige Regierung hat BTC keinen Nutzen. Da wäre es also nicht sinnvoll, den Peso durch Bitcoin zu ersetzen oder den Handel mit Bitcoin zu fördern. Für den Einzelnen ist es natürlich sinnvoll, eine instabile Währung durch ein besser performendes Asset zu ersetzen.

BTC-ECHO: Wenn du jetzt Regierungsberater wärst und eine steigende Nachfrage nach Bitcoin feststellst, die sogar die Landeswährung verdrängen könnte, würdest du Regierungen raten, Bitcoin zu verbieten?

Höfgen: Was natürlich keinen Sinn ergibt, ist, ein dezentrales System zu verbieten. Das ist technisch nicht möglich. Was aber sehr wohl möglich ist, ist den Handel sehr stark einzuschränken. Man könnte etwa den Exchanges untersagen, Bitcoin zu handeln. Das würde die Hürde erhöhen, mit Bitcoin Handel zu treiben und damit wiederum den Kurs drücken, weil die Nachfrage eingeschränkt wird. Ein anderer Faktor wäre eine starke Besteuerung der Kapitalgewinne aus dem Bitcoin-Handel. Denn Steuern sind ja auch der entscheidende Faktor, der die Nachfrage auf staatliche Währungen ausmacht. Irgendwann muss jeder Bitcoiner seine BTC loswerden, um seine Steuern in Fiatgeld zu bezahlen. Das stärkt das Fiatgeld und schwächt den Bitcoin.

Übrigens: Wenn du mehr zur MMT und ihre Sicht auf Bitcoin erfahren willst, findest du Maurice Höfgens YouTube-Kanal hier.

Anzeige

Deutsches Krypto-Startup startet Crowdinvest für Handelsplattform

Bisher zählt der Markt nur wenige deutsche Handelsplattformen für Bitcoin & Co. – eine Lücke, die das deutsche Krypto-Startup BinnoEx schließen will. Ein Investment ist bereits ab 100€ möglich und erlaubt eine Teilhabe an Gewinnen und der Unternehmensbewertung.

Mehr zum Investment >> >>

auf btc-echo lesen

miNo Art: Wie ein Polizist die deutsche Kunstszene erobert

Der Künstler miNo hat sich in der Tape-Art-Szene einen Namen gemacht. Jetzt will er auch in der Welt der NFT mitmischen. Wir haben mit miNo über seinen Werdegang, die Kunst und das digitale Zeitalter gesprochen.

“Sie kennen das vielleicht: Das Gefühl, mit der Kunst. Sie stehen vor einer Galerie und schauen hinein. Ihr Interesse ist geweckt, aber Sie trauen sich nicht hinein. Aber warum nicht? Man hat das Gefühl, dass Kunstgalerien nicht für Durchschnittsmenschen gemacht wurden. Nicht so bei meiner Kunst,”

beginnt das Imagevideo des deutschen Künstlers miNo, das BTC-ECHO vorab exklusiv vorliegt. 

Ein solcher Durchschnittsmensch könnte miNo, der bürgerlich Michael Nolte heißt und von Beruf Polizist ist, auch sein. Wäre da nicht die Sache mit der Kunst.

Doch seine künstlerische Berufung erhielt miNo ziemlich spät. Erst mit Ende 40 widmete sich Nolte seiner Passion, die schon immer in ihm schlummerte. Nach einem Fahrradunfall hat der Beamte viel Zeit, fängt an zu malen und am Ende startet er sogar ein Kunststudium an der Ikonenschmiede in Regensburg. Er beginnt mit Graffiti-Kunst und Pop Art, die sich an Größen wie Jean-Michel Basquiat orientiert. 

In meiner Familie bin ich von Anfang an künstlerisch geprägt worden. So weit ich zurückdenken kann, hat mir mein Vater die Kunst näher gebracht. Im Erwachsenenalter habe ich mich aber zunächst auf meinen Beruf konzentriert und die Kunst aus den Augen verloren. Mit meinem Rennradunfall hat sich das geändert,

sagt Nolte im Interview mit BTC-ECHO.

Eigentlich könnte man meinen, dass Kommissare der Kunst aus der Spraydose eher ablehnend gegenüberstünden. Bei Nolte ist das anders.

BTC-ECHO Magazin (4/2021): Lohnt sich ein Investment in NFTs?

Das Branchenmagazin für Bitcoin und Blockchain Investoren.

Exklusive Top-Themen für ein erfolgreiches Investment:

• NFT: zwischen Hype und Substanz
• FLOW: Der neue NFT König?
• Mining richtig versteuern
• So bullish ist 2021
• Der Bundestag im Interview

Kostenfreie Ausgabe bestellen >>

miNo – das sind seine Werke

miNo erfindet Tape Art neu

Bekannt ist der im Ruhrgebiet aufgewachsene Künstler vor allem durch eine Stilrichtung, die man Tape Art nennt. Man ahnt es, hier ist Klebeband im Spiel. Durch kreatives Aufbringen von verschiedenfarbigem Tape entstehen Kunstwerke, die in ihrer Art Graffiti ähneln – aber doch ganz anders sind.

Als ich nach meinem Unfall viel Zeit hatte, habe ich mich mit der Tape Art beschäftigt. Mein erstes Werk ging durch die sozialen Medien gleich viral. Seitdem hab ich wieder richtig Spaß an der Kunst.

So der Künstler im Interview.

2020 vollbrachte miNo das Kunststück, sein Werk Hannah Arendt bei einem Kunstwettbewerb des Deutschen Historischen Museums zu platzieren. Nolte gewann den Wettbewerb postwendend und vollzog so den Durchbruch in die deutsche Kunstszene.

“Hannah Arendt” von miNo.

Doch die analoge Welt ist miNo nicht genug. Nolte zieht es ins digitale Metier und damit auch in Richtung NFT. “Ich versuche ständig, neue Wege zu bestreiten. Ich bewege mich auch im digitalen Bereich,” kündigt miNo seine digitale Jungfernfahrt an.

Was der Künstler genau vorhat, verraten wir euch im zweiten Teil – ab morgen früh auf BTC-ECHO.

Anzeige

Börse Stuttgart Digital Exchange: Bitcoin handeln in weniger als 10 Minuten

1. Krypto-Handelsplatz made in Germany

Hohe Zuverlässigkeit und transparent bis ins Detail dank der langjährigen Expertise der Gruppe Börse Stuttgart. Kryptohandel mit einem Partner, dem sie vertrauen können. Jetzt in 3 Schritten bei der Börse Stuttgart Digital Exchange loslegen.

Jetzt anmelden >>

auf btc-echo lesen

Ersgutercoin: Wie Bushido zum Bitcoiner wurde

Bitcoin ist im Mainstream angekommen. Immer mehr bekannte Persönlichkeiten halten der Kryptowährung Nr. 1 die Stange. So auch Bushido. Wir haben den Rapper interviewt.

Bushido ist Tausendsassa: Rapper, Produzent, Träger des Bambis für Integration und seit neuestem auch noch Bitcoiner. Für sein im Herbst erscheinendes Album “Sonny Black 2” will der Rapper Premium-Boxen herrichten, in denen unter anderem Bitcoin hinterlegt sind. Insgesamt 2.000 dieser Boxen will Bushido mit jeweils 50 Euro in BTC ausstatten. Diejenigen, die zu den glücklichen Gewinnern gehören, haben den Kaufpreis des Albums damit also wieder in digitalem Gold eingespielt.

BTC-ECHO Magazin (4/2021): Lohnt sich ein Investment in NFTs?

Das Branchenmagazin für Bitcoin und Blockchain Investoren.

Exklusive Top-Themen für ein erfolgreiches Investment:

• NFT: zwischen Hype und Substanz
• FLOW: Der neue NFT König?
• Mining richtig versteuern
• So bullish ist 2021
• Der Bundestag im Interview

Kostenfreie Ausgabe bestellen >>

Bushido, ein Bitcoiner? Wir wollten mehr wissen und haben den Berliner zu der Aktion befragt.

Wann er denn erstmals von Bitcoin gehört habe?

Das muss so 2012/13 rum gewesen sein, da hatte ich zum ersten Mal von Bitcoin gehört. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es nicht verstanden habe. Hat mich auch nicht interessiert.

Damit dürfte der Inhaber des Plattenlabels Ersguterjunge nicht alleine sein. Damals war Bitcoin noch eine radikale Idee, bekannt vor allem für seine Verwendung als Darknet-Währung auf Plattformen wie der Silk Road. Dass 2013 kaum jemand das volle Potenzial von einem weltumspannenden soliden Geldsystem erkannt hatte, verwundert nicht.

Anzeige

Bitcoin, Aktien, Gold und ETFs in einer App handeln!

Zuverlässig, Einfach, Innovativ – Deutschlands beliebteste Finanzinstrumente einfach und sicher handeln.

Die Vorteile:
☑ Kostenloses 40.0000 EUR Demokonto
☑ Registrierung in nur wenigen Minuten
☑ PayPal Ein-/Auszahlung möglich
☑ 24/7 verfügbar + mobiler Handel
Zum Anbieter

76,4% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter [Anzeige].

Bushido

Bitcoin war damals das Synonym für – ich sag mal – “komische Transaktionen”,

sagt Bushido mit Verweis auf den Use Case der Schwarzmarktwährung. Doch die gesellschaftliche Akzeptanz von BTC hat sich das jedoch radikal geändert. Dass Bitcoin sich in einem historischen Aufwärtstrend befindet, lässt sich nicht mehr leugnen. Diese Erkenntnis ist auch in der Rap-Szene angekommen.

Das beste Investment aller Zeiten

Mittlerweile ist Bitcoin eines seiner besten Investments überhaupt, verrät Bushido gegenüber BTC-ECHO.

Ich bin schon länger dabei, mit Aktien zu spekulieren. Irgendwann hat sich dann meine Meinung zu Bitcoin verändert. Ich glaube, mittlerweile hat Bitcoin die psychologische Hürde geknackt, die Akzeptanz ist da. Wir haben einen kritischen Punkt überschritten.

Das Thema Altcoins sieht Bushido indes kritischer und lässt durchblicken, dass er fast “All in” in BTC ist.

Bitcoin ist das größte Thema für mich. Ich bin 99 Prozent in Bitcoin. Relativ früh hatte ich in ADA investiert – das ist gut gelaufen bisher. Auch mit Binance Coin (BNB) habe ich ganz schöne Gewinne gemacht. Aktuell ist es aber so: Alles, was ich mir leisten kann, aus meinem Cash Flow herauszuziehen, fließt in Bitcoin. Und da bin ich ehrlich: Ich bin immer mal für nen Schnapp zu haben und freue mich, wenn das gut läuft.

Doch Bushido geht es nicht nur um seine persönliche Bereicherung. Bitcoin habe auch große gesellschaftliche Implikationen. Am eigenen Leib hat er erfahren, wie ausgrenzend das zentralisierte Finanzsystem sein kann.

“Ich weiß, wofür Bitcoin steht. Das Geldsystem ist zu zentralisiert; wenn es ums Thema Finanzierung geht, haben Banken die Tür aufgemacht und mich mit einem Arschritt auf die Straße gesetzt.”

Die Dezentralisierung des Finanzsystems komme letztlich also denjenigen zugute, die vormals unterprivilegiert waren. “Keine Institution sollte über so viel Macht verfügen, dass sie über Schicksale entscheiden kann”, fügt der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, an.

Trotz aller Überzeugung mahnt Bushido zur Vorsicht: Man solle nur so viel investieren, wie man bereit sei, zu verlieren.

“Ich glaube an Bitcoin”

Dass mittlerweile nicht nur die Investment-Community im dezentralen Bitcoin-Marketingteam vertreten ist, sondern auch berühmte Persönlichkeiten aus der Gesellschaft, kann für die Kryptowährung nur positiv sein. Schließlich lebt BTC von der Mund-zu-Mund-Propaganda seiner Befürworter. Es gibt keinen “CEO of Bitcoin” der die Verbreitung durch geschickte Werbemaßnahmen beschleunigen könnte. Zwar dürfte eine weltweite Adoption an diesem Punkt bereits ausgemachte Sache sein. Bekannte Werbegesichter wie Bushido erweisen der Popularität trotzdem einen wertvollen Dienst. In diesem Sinne eifert der mit mehreren Echos ausgezeichnete Musiker Elon Musk und Jack Dorsey nach. Seine Twitter-Bio ziert ein einziges Wort: #Bitcoin.

Als Bitcoin-Prediger sieht sich der Rapper allerdings nicht. Die Entscheidung, in Bitcoin zu investieren, müsse am Ende jeder selber tragen.

Ich will auf keinen Fall promoten, dass die Leute anfangen zu zocken. Ich will den Leuten einfach nur mitteilen, dass ich an etwas glaube – und ich glaube an Bitcoin. Dadurch, dass ich auch einigen Tausend Leuten in meiner Sonny Black 2 Box Bitcoin schenken werde, möchte ich einfach nur signalisieren, dass ich daran glaube und denke, dass man damit auch noch viel Geld machen kann.

Daher rät Bushido den glücklichen Gewinnern, die BTC aus den Sonny-Black-2-Boxen nicht gleich auszucashen, sondern einige Jahre liegenzulassen. Diese Strategie des Buy and Hold hat sich zumindest in der Vergangenheit als die beste herausgestellt.

Man muss kein Bushido-Fan sein, um anzuerkennen, dass prominente Persönlichkeiten ihren Einfluss durchaus positiv nutzen können. Im Gespräch wirkte der Rapper wirklich überzeugt von Bitcoin und will – neben berechtigter Promo für sein Album – so manchem Fan das digitale Gold etwas näher bringen.

Für alle Interessierten: In unserem Ratgeber erklären wir euch, wo ihr sicher und seriös in Bitcoin investieren könnt und wie ihr euren digitalen Goldschatz sicher aufbewahrt.

auf btc-echo lesen

Bitcoin als größte Chance aller Zeiten? Marc Friedrich im Interview

Marc Friedrich hat ein neues Buch geschrieben. Darin geht es (mal wieder) um Inflation, Notenbankpolitik und den größten anzunehmenden Finanzunfall. Doch es gibt auch einen (digitalen) Silberstreif am Horizont. Wir haben den Bestsellerautor zur “größten Chance aller Zeiten” befragt.

Krisen als wichtige Katalysatoren für den Fortschritt der Menschheit? Das zumindest schreibt Bestsellerautor Marc Friedrich in seinem neuen Buch “Die größte Chance aller Zeiten“. Der in seinem Vorgängerwerk kolportierte “größte Crash aller Zeiten” muss also nicht zwangsläufig zum Nachteil findiger Investoren sein, meint Friedrich und erklärt gegenüber BTC-ECHO, was Anleger tun müssen, um als Krisengewinner zu brillieren. Aber der Reihe nach.

Inflation, Niedrigzinsen und obendrein eine nicht enden wollende Corona-Krise haben die (Finanz-)Welt fest im Griff. Was droht, ist ein Schuldenberg, aus dem es langfristig keinen Ausweg gibt, so schreibt es Marc Friedrich in seinem am 20. April erscheinenden Buch, das BTC-ECHO vorab exklusiv vorliegt. Zentralbanken sind im aktuellen Marktumfeld absolut die Hände gebunden: Zinsen erhöhen geht nicht. Das würde die Vielzahl der sogenannten Zombie-Firmen an den Rand des Kollaps bringen. Denn laut Friedrich kann sich so manches deutsche Unternehmen nur mittels ultra- günstiger Kredite refinanzieren – bei höheren Zinsen durch die Notenbanken droht sodann der Bankrott. Man spricht auch von der Zombifizierung der Wirtschaft. Doch die “kreative Zerstörung” sei politisch nicht gewollt. Schließlich ist die Folge von Unternehmenspleiten Arbeitslosigkeit. Man schiebe das Problem also immer weiter vor sich her – und potenziere es in der langen Frist dadurch. So sagt Friedrich im Interview mit BTC-ECHO:

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob wir weiterhin Wohlstand haben werden oder ob wir eine Verschlimmerung sehen werden und dann wie Phönix aus der Asche aufsteigen. Ich befürchte, dass die Wirtschaft erst heruntergeht, bevor es wieder aufwärts geht.

Marc Friedrich

Aber Marc Friedrich wäre nicht Marc Friedrich, wenn er für pfiffige Leser aus dem drohenden Kollaps nicht eine einmalige Chance ableiten würde. “Den größten Vermögenstransfer in der Geschichte der Menschheit”, nennt der Autor, der auch Honorarberater ist, das aktuelle Marktumfeld. Man müsse es nur geschickt anstellen.

Das Portfolio der Krisengewinner

“Krisengewinner” ist ein vorbelasteter Begriff. Zwar impliziert er keine Krisenschuld, aber immerhin eine gewisse Genugtuung am Leid anderer, nach dem Motto “I told you so”. Klar ist aber, und so argumentiert auch Friedrich, dass Bürger im aktuellen Marktumfeld Eigenverantwortung zeigen müssen. Weder das klassische 40/60-Portfolio aus 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen noch konservative Vermögensanlagen wie Riester-Renten oder Festgeld könne den Privatanleger vor dem Abfluss von Vermögen schützen. Da müsse man schon schwerere Geschütze auffahren. Doch “in jeder Krise ist auch eine Chance”, so Friedrich.

Tools & Tipps für deine Bitcoin-Steuererklärung

Wir erklären dir, worauf du bei deiner Krypto-Steuererklärung achten solltest und stellen dir nützliche Tools zur Optimierung vor.

Zum Ratgeber >>

Dass der Bestsellerautor großer Fan von Sachwerten ist, ist kein Geheimnis: Gold, Silber, Platin oder sogar Whisky gehören demnach ins Portfolio der Gewinner. Doch mehr denn je sticht eine neue Anlageklasse hervor: Die Rede ist natürlich von Bitcoin.

Wir sehen den größten Vermögenstransfer in der Geschichte. Wir beobachten, dass unlimitiert Geld gedruckt wird. Daher braucht man in den nächsten Jahren eine Art Lebensversicherung aus natürlich limitierten Assets, um seine Kaufkraft zu schützen. Da eignen sich typischerweise Gold und Silber – aber neuerdings eben auch Bitcoin. Wer hier die Weichen richtig stellt, hat die Chance, Vermögen auf Generationen zu schaffen.

Marc Friedrich

Bitcoin: Das schnellste Pferd im Stall

Finanzielle Unabhängigkeit durch BTC? Klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch Friedrich hat das Potenzial der Kryptowährung verstanden. Wenn BTC allen anderen Vermögenswerten ohnehin überlegen ist, wieso nicht “all-in”? Gegenüber BTC-ECHO mahnt Friedrich zur Vorsicht:

Ich bin immer gegen Klumpenrisiko und ein Freund eines gut strukturierten, diversifizierten Portfolio. Im neuen Buch habe ich Bitcoin aber übergewichtet, weil ich glaube, dass Bitcoin das schnellste Pferd im Stall ist und alles outperformen wird. Trotzdem ist es eine schlechte Idee, alles auf eine Karte zu setzen – genau wie im Casino ergibt Streuung Sinn. Am Ende gibt es immer Risiken.

Diese Risiken benennt Friedrich auch genauer. So sei eine mögliche Regulierung zum Nachteil von Bitcoin nicht auszuschließen. Auch die Besteuerung könne BTC in Zukunft das Leben schwerer machen.

Trotzdem ist der Autor bullish: Wer jetzt mutig ist, so Friedrich, ist in Zukunft “der große Gewinner”.

“Der Euro ist im Hyperinflationsmodus”

Grund für den Fokus auf mathematisch (digitales Gold) und physikalisch (Edelmetalle) begrenzte Vermögenswerte ist eine ansteigende Inflationserwartung. Zwar liege diese offiziell nur bei 0,5 – 1 Prozent. Doch Marc Friedrich schenkt den offiziellen Zahlen nur wenig Glauben. Im Interview sagte er:

Wenn man die Inflation wirklich ausrechnet, muss man feststellen, dass die sie im letzten Jahren bei 13,7 Prozent gelegen hat. Und gegenüber Bitcoin ist der Euro schon längst in der Hyperinflation und hat über 99 Prozent an Kaufkraft verloren.

Richtig ist, dass im Verbraucherpreisindex, der der Inflationsberechnung des Statistischen Bundesamtes als Grundlage dient, Asset Price Inflation keine Berücksichtigung findet. In anderen Worten: Allzeithochs an den Aktienmärkten sprechen weniger für eine boomende Wirtschaft, sondern eher für eine Blase, die von überschüssiger Liquidität am Markt ausgelöst ist, sprich Inflation.

All das ist bullish für Bitcoin. Ordnungsgemäß sieht der Autor, der die Hyperinflation Anfang der Nullerjahre in Argentinien hautnah miterlebte, BTC noch in diesem Jahr die Marke der Sechsstelligkeit übersteigen.

Den Bitcoin-Kurs sieht Friedrich im Dezember dieses Jahres aber dennoch “nur” bei 40.000 US-Dollar.

Ich bin Schwabe und versuche lieber nach oben hin zu überraschen, anstatt nach unten hin zu enttäuschen. Ich glaube aber, dass wir davor deutlich über die 100.000-USD-Marke steigen werden. Gegen Ende des Jahres sollten wir aber schon eine größere aber gesunde Korrektur sehen. Bitcoin ist der Safe Haven und ein Stinkefinger an das System.

Marc Friedrich

Die größte Chance aller Zeiten” erscheint am 20. April 2021 im Finanzbuchverlag.

Krypto-Trading lernen

Der Einsteigerkurs für den Handel von Bitcoin und digitalen Währungen

3 Stunden Videokurs mit Profitrader Robert Rother
Jetzt traden lernen

auf btc-echo lesen

fulmo-Gründer Jeff Gallas im Interview: Das sind die 7 Days of Bitcoin

Sieben Tage Bitcoin: Wie die Community die BTC-Fahne schwenkt und wie jeder Bitcoiner Teil des größten dezentralen Projektes der Menschheitsgeschichte werden kann.

Als dezentrale Kryptowährung hat Bitcoin kein Marketing-Team. BTC lebt vom Glauben und dem Geist seiner Nutzer – und die wollen das digitale Gold freilich wachsen sehen. In diesem Geiste startete Jeff Gallas, besser bekannt als Gründer von fulmo, einem Berliner Start-up, das sich ganz und gar dem Lightning-Netzwerk verschrieben hat, den Hashtag “7DaysOfBitcoin”. Wir haben mit Gallas über die Idee dahinter sowie die Macht von Bitcoins dezentralem Marketing-Team gesprochen.

Die Idee ist im Vorfeld zum Lightning Hacksprint am Wochenende entstanden. Wir wollten mit dem Hashtag einen Rahmen schaffen, bei dem alle, nicht nur Coder, zum dezentralen Projekt Bitcoin beitragen können. Denn für Leute, die keinen technischen Hintergrund haben, sind solche Hacksprints auch abschreckend

Jeff Gallas

Krypto & Aktien: Warum ihr euer Portfolio splitten solltet

Um den Unwägbarkeiten der Märkte ein Schnippchen zu schlagen, sollte ein Portfolio möglichst breit aufgestellt werden. Mit Wertpapieren und Krypto-Assets in einem Depot begrenzen Investoren nicht nur ihre Risiken, sondern erhöhen auch ihre Gewinnchancen. Wie einfach das funktioniert, erklärt der deutsche Online-Broker justTRADE.

Zum Artikel >>

Unter anderen hat Gallas die Bitcoin-Community mit seinem Aufruf dazu bewegt, Blog-Artikel und Anleitungen etwa für BTC Software zu schreiben. So hat etwa Software-Entwickler Dennis Reimann einen Guide geschrieben, in dem erklärt, wie Bitcoiner ihren Full Node mit dem Specter Desktop Wallet verbinden können.

Andere halten es da lieber simpel und stapeln einfach ein paar Sats – ja, auch das hilft dem digitalen Gold.

Den Vogel abgeschossen hat aber Elon Musk. Der reichste Mensch der Welt gilt ja bereits seit geraumer Zeit als Befürworter von Bitcoin – spätestens aber seit Tesla BTC im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar auf den Tesla-Balance-Sheet gepackt hat ist klar: Musk ist BTC-Bulle. Wie wir bereits berichtet hatten, akzeptiert der Autobauer ab sofort Bitcoin. Wir finden, damit darf man einen inoffiziellen Sieger der Siebentages-Challenge küren.

Bitcoin-Boom: Jetzt wird es ERNST!

Das Smart Money kommt!

Erfahre mehr im führenden Magazin für Blockchain und digitale Währungen
(Print und Digital)
☑ 1. Ausgabe kostenlos
☑ Jeden Monat über 70 Seiten Krypto-Insights
☑ Keine Investmentchancen mehr verpassen
☑ Portofrei direkt nach Hause

Zum Kryptokompass Magazin

“Beliebt sind auch Übersetzungen; das kann eigentlich jeder machen, der mehr als eine Sprache spricht. Viele Texte, die ursprünglich in englischer Sprache waren, übersetzt die Community ins Deutsche”, ruft Jeff Gallas die Bitcoin-Gemeinde indirekt zum Mitmachen auf.

Hacksprint für die Profis

Mit der Aktion will der fulmo-Gründer auf den anstehenden Lightning Hacksprint aufmerksam machen. Unter dem Motto “Was kannst du fürs Lightning-Netzwerk tun” veranstaltet fulmo am kommenden Wochenende (26. und 27. März) einen Hackathon zum Thema Lightning. Dort können Programmierer, als auch interessierte Bitcoiner ihre Lightning Experience ausbauen und natürlich zu Verbesserungen am Netzwerk selbst beitragen.

Der Lightning Hacksprint ist die Online-Fortführung des Lightning Hackday und es geht darum, mit verschiedenen Challenges Open-Source-Software fürs Lightning-Netzwerk voranzubringen. Dort arbeiten wir gemeinsam an bestehenden Projekten und versuchen, diese zu fördern.

Jeff Gallas

Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Dezentrales Marketing

Was auch immer geht, ist die BTC-Street-Art-Aktion. Sticker kleben als dezentralisierte Marketing-Abteilung von Bitcoin.

Jeff Gallas

Worauf Gallas hier anspielt, ist das Projekt “Ideas are like flames“. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Münchner Bitcoinern, die den Twitter Bot @BTCSTREETART ins Leben gerufen haben. Dieser postet mithilfe einer Telegram-Anbindung Fotos von Bitcoin-Stickern, die überall auf der Welt von Bitcoins dezentraler Marketing-Abteilung gepostet werden.

Weil Bitcoin als einzige wirklich dezentralisierte Kryptowährung keinen CEO oder ähnliches hat, der Aktionen wie #7daysofbitcoin koordiniert, kommt es eben auf jeden Bitcoiner an, die Fahne hochzuhalten. Jeff Gallas und die gesamte Bitcoin Community haben dem digitalen Gold mit dem Hashtag also wieder etwas mehr Leben eingehaucht.

auf btc-echo lesen