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David Marcus: Facebook erwägt NFTs „definitiv“

Facebook bringt die Entwicklung seiner hauseigenen Kryptowährung-Wallet namens Novi allmählich zum Ende. Dabei könnte der Social-Media-Riese bald auch nicht-fungible Token (NFT) unterstützen.

David Marcus, der Leiter von Facebook Financial und Co-Schöpfer davon Facebook mitinitiierten Kryptowährung Diem, sagte am Mittwoch, dass die Firma „definitiv“ nach Wegen Ausschau halte, um in der NFT-Branche mitzuspielen.

Facebook erwägt mehrere Optionen, um NFT-Funktionen einzuführen. Das Unternehmen sei „in einer richtig guten Position, das zu tun“, so Marcus in einem Interview mit Bloomberg Television. „Wenn man eine gute Krypto-Wallet wie Novi hat, muss man auch darüber nachdenken, wie man den Nutzern NFTs anbietet“, wie er hinzufügte.

Marcus sagte, dass die Krypto-Wallet Novi nun auf den Markt kommen könnte, nachdem sie ein paar Jahre in Entwicklung war. Aber Facebook will mit der Markteinführung noch warten, bis das Unternehmen grünes Licht von den Regulierungsbehörden für Diem erhält. Facebook hat vor zwei Jahren begonnen, an der digitalen Währung zu arbeiten. Zunächst hieß diese Libra. Der Social-Media-Riese würde Novi auch ohne Diem herausbringen, wenn es sein müsste, so Markus. Aber damit Diem ein Erfolg wird seien beide nötig.

In diesem Zusammenhang: Financial-Leiter David Marcus will „faire Chance“ für Kryptozahlungen

Facebook hat im Juni 2019 ein Whitepaper für seine Kryptowährung, die damals noch Libra hieß, herausgebracht. Ursprünglich war geplant, die Digitalwährung an mehrere Fiat-Währungen zu koppeln, darunter an den US-Dollar, den Euro, den japanischen Yen, das britische Pfund und den Singapur Dollar. Aufgrund von heftiger Kritik seitens der Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt hatte die Libra Association Schwierigkeiten damit, ihren Stablecoin herauszubringen. Daraufhin hat sie sich in Diem Association umbenannt und die Digitalwährung soll nun ausschließlich an den US-Dollar gekoppelt sein und von der US-Regierung reguliert werden.

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Erklärt: Wie Stablecoins (wert-)stabil bleiben

Die „crypto-backed“ Stablecoins sind an Kryptowährungen angebunden und im Verhältnis übermäßig durch diese abgesichert, um deren Wertschwankungen auszugleichen.

Die „crypto-backed“ Stablecoins sind wiederum an einen Korb aus einer oder mehreren Kryptowähurngen angebunden. Diese schwanken jedoch oftmals sehr stark im Kurs, weshalb die Stablecoins übermäßig abgedeckt sind. Die Käufer müssen ihren Gegenwert wiederum in Smart Contracts festschreiben, die aufgelöst werden, falls die hinterlegten Krypto-Vermögen zu stark im Wert sinken. Durch den Ankauf weiterer Stablecoins können dieser Gelder dann wieder ausgelöst werden, um den Kurs zu stabilisieren.

Einer der bekanntesten crypto-backed Stablecoins ist der DAI von MakerDAO, der auf einen Kurswert von 1 US-Dollar beziffert ist. Als es im März 2020 allerdings zum plötzlichen großen Crash des Kryptomarkts kam, wurde der Kurswert von Ether (ETH), an den der Stablecoin angebunden ist, in weniger als 24 Stunden nahezu halbiert, nachdem die Krypto-Anlger zweifelhaft versuchten, ihre Gelder auszubuchen. Bei der Konzipierung eines an Kryptowährungen gekoppelten Stablecoins ist es also wichtig, Extremsituationen einzuplanen, und Mechanismen einzubauen, die als Fangnetz dienen. Der DAI konnte damals noch schnell genug reagieren, weshalb der Stablecoin aktuell wieder bei einer völlig gesunden Marktkapitalisierung von 4,8 Mrd. US-Dollar liegt.

Diesen Sommer geht mit Free TON allerdings ein ambitionierter Konkurrent an den Start. Das vollständig dezentralisierte Blockchain-Projekt ist aus dem ehemaligen Telegram Open Network hervorgegangen, das wiederum vom gleichnamigen Messengerdienst Telegram initiiert wurde, nach einem Rechtsstreit jedoch gekippt werden musste.

Free TON plant dementsprechend einen Stablecoin, der als „Geschwisterchen“ für die bestehende TON Crystal Kryptowährung dient. Die Abdeckung des Stablecoins besteht zu 100 % aus festgeschriebenen Ether, die den jeweiligen Anlegern eine Rendite einbringen können. Der Stablecoin wird „vielfältige Anwendungszwecke für verschiedene Dienstleistungen haben“, wie TON Labs, der Hauptentwickler hinter Free TON, in diesem Zusammenhang erklärt.

 

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Die Linke fordert Einführung des digitalen Euros

Die Linke-Fraktion im Deutschen Bundestag fordert in einem im April veröffentlichten Antrag die Einführung eines digitalen Euro sowie die Nichtzulassung von Facebooks geplanter Stablecoin Diem.

Digitaler Euro als zusätzliches gesetzliches Zahlungsmittel

Mit dem Antrag solle die Bundesregierung aufgefordert werden, “sich im europäischen Rat gemäß Artikel 133 AEUV und im Einklang mit der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank dafür zu engagieren, dass die Einführung eines digitalen Euros als zusätzliches gesetzliches Zahlungsmittel vorangetrieben wird”.

Der digitale Euro solle entweder “in Form eines Zentralbankkontos” oder als “digitaler 

Token der Zentralbank für Bürgerinnen und Bürgern” (CBDC) verwirklicht werden. Darin gehaltene Einlagen sollten zur Vermeidung eines “digitalen Bank Runs” und “negativer Verzinsung als geldpolitisches Instrument” unverzinst sein.

Als Begründung heißt es in dem Antrag, ein digitaler Euro würde die staatliche Geld- und Währungssouveränität im digitalen Zeitalter garantieren. Vom digitalen Zahlungsverkehr mangels eigenem Konto ausgeschlossene Personen könnten durch den digitalen Euro Zugang erhalten. Die Kreditvergabe der Banken sei durch einen digitalen Euro zudem “nicht gefährdet”.

Gleichzeitig setzt sich die Linke für ein Fortbestehen von Bargeld und der damit verbundene Annahmepflicht ein. Für die  Einführung des digitalen Euros solle ein experimenteller Ansatz verfolgt werden, “indem zuerst der Geschäftsverkehr und nach positiven Resultaten anschließend der Publikumsverkehr folgen solle.

In ihrem Antrag fordert die Fraktion ebenfalls, eine Zulassung von Facebooks geplanter Stablecoin “Diem” zu unterbinden, und verweist diesbezüglich auf Stellungnahmen der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), welche vor Risiken für die Finanzstabilität gewarnt hatten.

Facebooks Projekt Libra: Neuer Anlauf mit neuem Namen

Die von Facebook initiierte Libra Association hatte im Dezember 2020 eine Namensänderung in Diem Association angekündigt, mit welcher wohl die Hoffnung verbunden wird, das ramponierte Image des Projekts aufbessern zu können.

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Europäische Zentralbank will deutsche Zweifel über digitalen Euro zerstreuen

Die Europäische Zentralbank hat geprüft, ob sie innerhalb von fünf Jahren ein digitales Euro-Projekt startet, um das derzeitige Zentralbankgeld zu ergänzen. Hochkarätige Führungspersönlichkeiten wie die EZB-Präsidentin Christine Lagarde haben sich weitgehend positiv darüber geäußert. Die Führung der deutschen Bundesbank ist hingegen nicht überzeugt.

In einem neuen Meinungsartikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung versuchten das EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta und sein Kollege Ulrich Bindseil einige der Bedenken der Deutschen auszuräumen:

„Die EZB plant keineswegs, mit einem digitalen Euro deutlich negativere Zinsen zu erzwingen. Solange es Bargeld gibt, kann man es immer zu einem Zinssatz von null Prozent halten.“

Die Kommentare von Panetta und Bindseil griffen direkt die vorhergehenden Vorschläge der Bundesbank auf, dass ein digitaler Euro „katastrophal für Sparer“ sein könnte. Außerdem gingen sie damit auch auf die Bedenken des Ökonomen Richard Werner ein, dass das Interesse der EZB an einem digitalen Euro den Geschäftsbanken das wichtige Einlagengeschäft entreißen würde.

Panetta und Bindseil argumentierten jedoch, man könne mit einem digitalen Euros sicherstellen, dass er nicht mit Bankeinlagen konkurriere. Sie verwiesen dabei auf frühere Vorschläge für Obergrenzen im Hinblick auf digitale Euro-Bestände für Bürger. Vor allem betonten sie die Bedeutung des Projekts für die Sicherung der finanziellen Autonomie und Widerstandsfähigkeit der Eurozone gegenüber ausländischen Konzernen und anderen regionalen Akteuren:

„Wir müssen verhindern, dass der europäische Zahlungsverkehr von außereuropäischen Anbietern dominiert wird, etwa von globalen Technologieriesen, die in Zukunft Kunstwährungen anbieten. Wenn wir uns auf einen digitalen Euro vorbereiten, sichern wir auch die Autonomie Europas. Das ist eine Absicherung für den Fall, dass unerwünschte Szenarien eintreten.“

Panetta und Bindseil spielen eindeutig darauf an, dass Facebook schon seit Jahren versucht, einen an Fiat-Währung gekoppelten Stablecoin zu lancieren. Wirtschaftsmächte wie China sind derweil mit ihrer eigenen digitalen Zentralbankwährung bereits viel weiter.

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat kürzlich Facebooks Stablecoin-Vorschlag namens Diem, der seinen früheren Namen Libra abgelegt hat, als „Wolf im Schafspelz“ bezeichnet und ihn damit kritisiert. Er wiederholte, die deutsche Regierung würde den Markteintritt „nicht akzeptieren“, da die regulatorischen Risiken unzureichend berücksichtigt würden.

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Microsoft-Präsident: Fintech-Firmen sollten Währungen Zentralbanken überlassen

Der Präsident der Microsoft Corporation Brad Smith findet, dass Fintech-Firmen keine privaten digitalen Währungen ausgeben sollten.

Laut Bloomberg sagte Smith genau das auf einer Online-Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Smith erklärte, dass das Geldangebot ausschließlich von Regierungen und Zentralbanken gesteuert werden sollte.

Ihm zufolge sei es wichtig, dass nur Instanzen, die das Gemeinwohl schützen, die Kontrolle über den Umgang mit Währungen haben sollten. Er fügte hinzu: „Ich bin kein großer Fan davon, wenn man uns Tech-Firmen dazu ermutigt, bittet oder von uns will, dass wir an der Ausgabe von Währung beteiligt sind.“

Smith positioniert Microsoft damit wohl auf der Gegenseite im Vergleich zu Facebook. Der Social-Media-Riese ist nämlich am Projekt Diem beteiligt.

Der Start von Diem im Jahr 2019, als das Projekt noch Libra hieß, sorgte für Aufsehen bei den Finanzaufsichtsbehörden. Mehrere Behörden lehnten das digitale Währungsprojekt ab, weil ein privat herausgegebenes Stablecoin-Projekt unter der Führung von Facebook erhebliche Risiken für die staatliche Geldpolitik darstellen könnte.

Smith stellte sich auf die Seite der Finanzaufsichtsbehörden und erklärte dazu:

„Ich denke, der Welt ist besser gedient wenn wir das, was über Jahrhunderte bereits so läuft, auch weiter in den Händen der Regierungen liegt. Wir sind keine Bank und wir wollen keine Bank werden und wir wollen nicht mit unseren Kunden, die Banken sind, konkurrieren.“

Virtuelle Währungen werden vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie und der stärkeren Verbreitung digitaler Zahlungssysteme immer beliebter.

Um die Bedrohung durch private Stablecoin-Projekte wie Diem zu bekämpfen, entwickeln mehrere Zentralbanken ihre eigenen digitalen Währungen.

Smiths Aussage über Fintech-Firmen, die keine Währungen ausgeben sollen, decken sich mit der weniger positiven Haltung prominenter Microsoft-Mitarbeiter gegenüber Kryptowährungen.

Microsoft-Gründer Bill Gates sagte einmal, die Krypto-Technologie verursache auf „ziemlich direkte Weise“ Todesfälle. Gates ist inzwischen gegenüber Bitcoin (BTC) nicht mehr negativ sondern neutral eingestellt.

Im Februar lehnte das Unternehmen ab, es Tesla mit seinem Kauf von Bitcoin im Wert von 1,5-Milliarden-Dollar gleichzutun.

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Ripple: Höchste Ausgaben für Lobbyarbeit im Kryptobereich in 2020

Ripple Labs gab im Jahr 2020 690.000 US-Dollar für Lobbyarbeit in den USA aus. Das hat die Firma jedoch nicht vor einer Klage der US-Wertpapieraufsicht SEC bewahrt.

Wie aus der gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegung für 2020 hervorgeht, stellte Ripples Lobbying-Programm das anderer Firmen aus der Kryptobranche in den Schatten. Coinbase will die erste amerikanische Kryptobörse werden, die öffentliche Aktien ausgibt und gab im selben Jahr 230.000 US-Dollar für Lobbyarbeit aus. Andere Börsen wie Binance.US, Gemini und Kraken meldeten keine Ausgaben für Lobbyarbeit.

Die Ausgaben von Ripple für Lobbyarbeit sind jedoch im Vergleich zu den Riesen aus der Tech-Industrie relativ gering. Facebook etwa hat allein im vierten Quartal 2020 weit über 5 Mio. US-Dollar ausgegeben.

Die Diem Association, früher bekannt als Libra Association, meldete keine Lobbying-Aktivitäten im Jahr 2020, obwohl der zukünftige Stablecoin-Emittent mit den Regulierungsbehörden sehr zu kämpfen hat. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen mit dem Washingtoner Büro der Anwaltskanzlei Skadden zusammengearbeitet. Die Diem Association hat ihre Beziehung zu Facebook zwar immer wieder heruntergespielt, aber Facebook hat im Jahr 2020 einen Vertrag über 200.000 US-Dollar mit Lobbyisten bei FS Vector abgeschlossen, in dem es um Blockchain-Themen geht.

Ripple war im Übrigen ebenfalls ein FS Vector-Kunde. In der ersten Hälfte des Jahres 2020 hat Ripple außerdem sein internes Lobby-Team aufgelöst. Das Unternehmen verlässt sich jetzt ausschließlich auf professionellen Firmen.

Die von Ripple finanzierte Lobbyarbeit zielt in erster Linie auf die Gesetzgebung im Zusammenhang mit dem Kongress ab, wie etwa dem Token Taxonomy Act und dem Digital Commodity Exchange Act. Diese Gesetze legen neue Regeln dafür fest, welche digitalen Vermögenswerte Wertpapiere sind und welche nicht.

Fragen im Zusammenhang mit dem Wertpapierrecht und Kryptowährungen sind wichtig für das Geschäftsmodell von Ripple. Die Firma muss sich schon lange mit der Frage auseinandersetzen, ob XRP tatsächlich ein Wertpapier ist oder nicht. Diese Fragen gipfelte in einer Klage der SEC gegen Ende Dezember 2020, die diese gegen Ripple Labs einreichte. In der Klage behauptet die SEC, dass der Großteil der Einnahmen von Ripple aus dem Verkauf von XRP stammte und Ripple so seine Geschäfte finanzierte.

Weder Ripple noch FS Vector reagierten auf die Anfrage von Cointelegraph nach einem Kommentar. Diem-Vertreter lehnten eine Stellungnahme ab.

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Staatliche chinesische Bank bringt Geldautomaten für digitalen Yuan heraus

China arbeitet weiter an einer digitalen Zentralbankwährung und machte am Sonntag einen großen Fortschritt. Die staatliche Agricultural Bank of China hat die ersten digitalen Yuan-Geldautomaten herausgebracht.

Kunden ausgewählter Filialen in der Region Shenzen sollen bereits ihre digitalen Yuan ausgeben und umtauschen, die sie im Rahmen der chinesischen „Roter Umschlag“-Lotterie erhalten haben. Dabei haben 100.000 Bürger die neue Währung geschenkt bekommen. Insgesamt wurden dabei umgerechnet 3 Mio. US-Dollar verlost.

An den Geldautomaten sind Ein- und Auszahlung von digitalen Yuan über eine Smartphone-App möglich und Nutzern können auch ihr Bargeld und ihre Ersparnisse in die digitale Zentralbankwährung umwandeln.

Die Agricultural Bank of China ist eine der vier großen staatlichen Banken des Landes. Zusammen sind diese gleichzeitig die vier größten Bankinstitute der Welt. Der Manager des Digital Yuan Innovation Lab der Bank Zou Hua sagte, die Einführung der Geldautomaten solle dazu beitragen, die Bürger in Richtung der letztendlichen Digitalisierung des Bargelds zu führen.

„Die Agricultural Bank hat in Sachen Bargeldein- und -auszahlungen an Geldautomaten in der Branche den ersten Schritt gemacht, um die Einwohner von Shenzhen bei der Anpassung an die Digitalisierung des Bargelds zu unterstützen und die Transformation der Dienstleistungen zu erkunden“, sagte er

Die Shenzen Daily berichtete, dass der Fortschritt beim digitalen Yuan-Pilotprojekt auf eine groß angelegte Einführung im Laufe des Jahres hindeuten könnte. Im Dezember erklärte der ehemalige Gouverneur der chinesischen Zentralbank jedoch, die Vorstellung, dass der digitale Yuan internationale Fiatwährungen ersetzen würde, sei übertrieben. Er fügte hinzu, dass China nach dem weltweiten Widerstand gegen Facebooks Krypto-Projekt Libra vorsichtiger sein wolle.

China gilt als Pionier in Sachen digitale Zentralbankwährungen. Es wird erwartet, dass der digitale Yuan in den kommenden Jahren als bargeldloses Zahlungsmittel in Chinas „Smart Cities“ fungieren werde.

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Ehemaliger PBoC-Gouverneur: China will USD nicht mit digitalem Yuan ersetzen

Die chinesische Regierung will bestehende Fiat-Währungen nicht durch eine eigene digitale Währung ersetzen, so ein ehemaliger Gouverneur der chinesischen Zentralbank (PBoC).

Zhou Xiaochuan, der Präsident der chinesischen Finanzvereinigung und ehemalige Gouverneur der PBoC, behauptete, dass Chinas digitaler Yuan nicht dazu gedacht sei, globale Fiat-Währungen wie den US-Dollar und den Euro zu ersetzen, wie die South China Morning Post am 14. Dezember berichtete.

Der Digital Currency Electronic Payment, oder DCEP, wie Chinas digitaler Yuan auch genannt wird, ist rein darauf ausgelegt, den grenzüberschreitenden Handel und Investitionen zu erleichtern, so Zhou. Zhou verglich Chinas digitale Währung mit dem Facebook-Kryptowährungsprojekt:

„Wenn man bereit ist, ihn zu nutzen, kann der Yuan für Handel und Investitionen verwendet werden. Aber wir sind nicht wie Libra und wollen bestehende Währungen nicht ersetzen.“

Zhou erklärte weiter, dass China eine Lehre aus dem regulatorischen Widerstand gegen das Libra-Projekt gezogen habe. Die Regulierungsbehörden befürchteten, dass das Projekt dem Finanzsystem und der monetären Souveränität schaden würde. Zhou sagte, China verfolge einen vorsichtigeren Ansatz:

„Einige Länder sind besorgt über die Internationalisierung des Yuan. Wir können sie bei sensiblen Angelegenheiten nicht drängen und wir können ihnen nicht unseren Willen aufzwingen. Wir müssen den Eindruck eines Großmacht-Chauvinismus vermeiden.“

Zhou merkte an, einer der Hauptvorteile beim DCEP sei, dass er sowohl Zahlungen als auch Währungsumrechnungen in Echtzeit ermögliche. „Wenn der Währungsumtausch im Moment einer Einzelhandelstransaktion realisiert wird und es eine Aufsicht über diesen Umtausch gibt, bringt das neue Möglichkeiten für den Umgang miteinander mit sich“, wie er weiter erklärte.

Zhou betonte auch, dass die meisten grenzüberschreitenden Zahlungen im Einzelhandel, an denen chinesische Verbraucher beteiligt sind, bereits bargeldlos und über Kreditkarten oder Zahlungsdienste wie Alipay und WeChat Pay abgewickelt werden. Aber ein digitaler Yuan habe zusätzliche Vorteile, wie etwa Echtzeitverarbeitung und Transparenz.

China macht aktiv Fortschritte bei der Arbeit an seinem digitalen Währungsprojekt. Einige Finanzexperten in anderen Ländern haben allerdings Bedenken geäußert, dass sie bei der Entwicklung eigener digitaler Zentralbankwährungen hinterherhinken würden. Im Oktober 2020 warnte Japans Vize-Finanzminister für internationale Angelegenheiten die Weltgemeinschaft vor den potenziellen Risiken von Chinas digitalem Yuan. Er sagte auch, es bestehe die Gefahr, dass China einen Vorteil erlangen könnte, wenn es als erstes Land eine solche Währung herausbringe.

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Bundesregierung sieht Währungssouveränität durch Kryptogeld gefährdet

Die Bundesregierung sieht ein wichtiges Ziel regulatorischer Vorgaben für Kryptogeld und andere private Zahlungsmittel im Schutz der Währungssouveränität und offizieller Zahlungsmittel wie dem Euro. Dies geht aus der Antwort der Regierung vom 2. Dezember auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor.

EU-Bankensystem ist wettbewerbsfähig

Über die Auswirkungen von Kryptowährungen auf das Bankensystem sagt die Bundesregierung: 

“Die Auswirkungen auf das Bankensystem hängen maßgeblich von seiner Wettbewerbsfähigkeit ab. […] Die deutsche Bankenindustrie ist grundsätzlich wettbewerbsfähig aufgestellt. Schon heute wird mit den SEPA-Verfahren der Zahlungsverkehr im Euroraum auch grenzüberschreitend hocheffizient abgewickelt.”

Private Zahlungsmittel wie die von Facebook geplante Digitalwährung Libra könnten allerdings bestehende Geldeinheiten eines oder mehrerer Währungsgebiete verdrängen, was eine Regulierung zum Schutz der “währungspolitischen Souveränität” erforderlich mache.

Für eine detaillierte Risikoanalyse sogenannter Stablecoins verweist die Regierung auf den FSB-Bericht “Regulation, Supervision and Oversight of ‚Global Stablecoin‘ Arrangements”, an dem auch das Bundesministerium der Finanzen mitgewirkt habe.

Eher problematisch sieht die Bundesregierung eine mögliche Nutzung von Kryptogeld für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Diese sei im konkreten Fall von Libra allerdings nicht zu erwarten, da Libra nach eigenen Angaben nicht anonym betrieben werden soll. 

Risikobewertung steht noch aus

Eine abschließende Risikobewertung durch die Bundesregierung und die Europäische Union steht unterdessen noch aus, da auch das zweite Libra-Whitepaper dafür keine ausreichende Grundlage liefere. Die inzwischen in Diem umbenannte Libra Association plant ungeachtet dessen offenbar eine Einführung einer nur an den US-Dollar gebundenen Variante von Libra bereits im Januar 2021.

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Bundesregierung: Zweites Libra-Whitepaper keine hinreichende Grundlage zur Risikobewertung

Die deutsche Bundesregierung sieht im zweiten Whitepaper zur von Facebook geplanten Digitalwährung Libra keine hinreichende Grundlage zur Risikobewertung und setzt bei der Regulierung auf die Europäische Union. Dies geht aus einer Antwort vom 2. Dezember auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.

Bislang keine umfassende Bewertung möglich

Gefragt nach einer Einschätzung zu den möglichen Risiken einer Einführung von Libra gemäß dem aktualisierten Whitepaper, schreibt die Bundesregierung, dieses böte “keine hinreichende Grundlage, um eine belastbare Bewertung der spezifischen Risiken in den vorstehenden Bereichen vorzunehmen.”

In Bezug auf eine mögliche Regulierung verweist die Regierung auf die EU-Kommission und deren aktuell zur Diskussion stehenden Legislativvorschlag für eine Verordnung über Märkte für Kryptowerte und zur Änderung der als “MiCA-Verordnung” bekannten Richtlinie zu Stablecoins. Dieser Legislativvorschlag werde derzeit im Rat der Europäischen Union verhandelt.

Zu möglichen Auswirkungen einer Zulassung von Libra in der Schweiz durch die dortige Finanzmarktaufsicht (FINMA) ergänzt die Regierung, diese “hätte nur Auswirkungen auf den Zahlungsraum in der EU, wenn die von der Libra Association emittierten “Stablecoins” auch in der EU angeboten werden würden”.

Um sich darüber mit anderen ausländischen Aufsichtsbehörden abzustimmen, habe die FINMA das sogenannte “Libra College” eingerichtet, in dem auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vertreten sei.  

Gegenstand des Austauschs seien bislang die möglichen Anforderungen an Libra als Zahlungssystem, Anforderungen an das Management der Währungsreserven durch die Libra Association, sowie Fragen rund um die Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, des kollektiven Verbraucherschutzes sowie der Sanierungs- und Abwicklungsplanung gewesen.

Libra-Namenswechsel soll Image verbessern

Am 1. Dezember hatte die Libra Association ihre Umbenennung in “Diem” bekanntgegeben. Die Vorbereitungen für eine Markteinführung laufen trotz regulatorischer Unklarheiten auf Hochdruck weiter. In einer nur an den US-Dollar gebundenen Variante könnte Libra bereits im Januar 2021 an den Start gehen.

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