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QuadrigaCX Krypto-Börse: CEO plünderte Wallets vor seinem Tod

Mit QuadrigaCX (QCX) hat der verstorbene Gründer des angeschlagenen kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX “den größten Teil des von Kunden anvertrauten Geldes genommen und einen Großteil davon für sich und seine Frau ausgegeben”, berichtete das Wall Street Journal und zitierte einen Bericht, der letzte Woche von gerichtlich angeordneten Personen veröffentlicht wurde.

QuadrigaCX Krypto-Börse Inhaber soll Gelder auf Geheimkonten transferiert haben

Im Frühjahr 2019 erklärte QCX, dass der CEO Gerald Cotten im Dezember 2018 “auf seiner Reise in Indien, wo er ein Waisenhaus eröffnete, um bedürftigen Kindern ein Zuhause und einen sicheren Zufluchtsort ermöglichen wollte”, an den Folgen des Morbus Crohn gestorben sei. Nach Angaben des Unternehmens war Cotten der einzige Mensch mit Passwörtern für den Zugang zum “Coldwallet” des Börsengeschäfts.

Es handelte sich hierbei um einen Großteil der Kundenbestände: die Firma Ernst & Young, die nach der Insolvenzerklärung im Januar mit der Prüfung von CQX betraut war, kam zu dem Schluss, dass viele der Kunden-Wallets, einen sehr geringen Anteil an Kryptowährungen hatten. Die Wallets wurden acht Monate vor dem mutmaßlichen Tod von Cotten geleert.

In einem Bericht von The Journal schrieb Ernst & Young letzte Woche, dass Cotten “Kundengelder aus Quadriga und auf Konten, die er unter angenommenen Namen kontrollierte, transferiert habe”. Zudem sollte die Börse Vermögenswerte im Wert von etwa 214 Millionen US-Dollar vorweisen. Die Wirtschaftsprüfer konnten lediglich 33 Millionen US-Dollar eintreiben:

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“Ernst & Young teilte mit, es wurden erhebliche Geldtransfers von Quadriga an Herrn Cotten und seine Frau Jennifer Robertson festgestellt, die kurzzeitig die Kontrolle über die Börse übernahmen, bevor sie Insolvenz anmeldeten.

In dem Bericht wurde festgestellt, dass weder Herr Cotten noch seine Frau wesentliche Einkünfte außerhalb von Quadriga hatten, sondern dass Herr Cotten in seinen Steuererklärungen keine Einkünfte von dem Unternehmen geltend machte. Das Ehepaar erwarb jedoch “bedeutende Vermögenswerte, einschließlich Immobilien und persönliches Eigentum und reiste häufig zu mehreren Urlaubszielen, die häufig Privatjets nutzten”, heißt es in dem Bericht.” 

Ernst & Young fand, wie CBC feststellte, Anzeichen einer erheblichen finanziellen Unangemessenheit, einschließlich der Übertragung großer Mengen an Kryptowährungen “aus den von QuadrigaCX kontrollierten Cold Wallets und auf Konten an von Cotten kontrollierten Wettbewerberbörsen”, ein riesiges Volumen an Einlagen, die keine Belege zu haben schienen.

Im Bericht stand auch, dass es “nicht möglich war, traditionelle Geschäftsbücher und Aufzeichnungen zu finden, einschließlich Buchhaltungsunterlagen, die die finanziellen Ergebnisse und Aktivitäten von Quadriga nach 2016 dokumentieren”.

Jedoch wird der Verdacht einiger nicht aufgeklärt, dass Cotten seinen eigenen Tod vorgetäuscht hat, damit er an einem unbekannten Ort davonlaufen kann. Ein indisches Krankenhaus veröffentlichte im Februar 2019 Dokumente, aus denen Informationen über den Tod aus einem Bestattungsinstitut und eine staatliche Sterbeurkunde hervorgehen. Cotton teilte laut CBC mit, dass er einen sogenannten “Totmannschalter” zur Übergabe kritischer QCX-Daten an Familienmitglieder im Notfall implementiert habe, aber dies geschah anscheinend nie.

Quellenangaben: gizmodo
Bildquelle: Pixabay

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Fisco: Japanische Finanzbehörde FSA straft Bitcoin-Börse ab

Die japanische Finanzaufsicht Financial Services Agency (FSA) hält Fiscos Compliance hinsichtlich Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und Investorenschutz für unzureichend. Infolgedessen hat die Behörde ein Maßnahmenpapier publiziert, in dem die FSA schwere Vorwürfe gegen die Börsenbetreiberin erhebt.

So ist die Rede von fehlenden Compliance-Mechanismen, weshalb sowohl Terrorismusfinanzierung als auch Geldwäsche kaum zu verhindern sei.

In dem Abschnitt, in dem Nutzer Identitätsinformationen eingeben müssen, können sie auch die Rubrik „andere“ auswählen. Dann müssen sie weder Beruf noch Identität preisgeben,

heißt es in dem Bericht.

Ferner legt man der Fisco GmbH nahe, ein Maßnahmenpaket bestehend aus zwölf Empfehlungen zu implementieren. Unter anderem ist die Rede von einem Audit-System.

Fisco im Fadenkreuz der Behörden

Dass Japans Behörden bei Bitcoin-Börsen etwas genauer hinschauen, ist indes kein Zufall. Erst im September 2018 wurde Zaif zum Ziel eines Angriffs. Hacker gelang es 5.966 Bitcoin im Gegenwert von damals 59 Millionen US-Dollar von den Wallets der Börse zu entwenden.

Um verlorene Kundengelder zu retten, sprang damals die Fisco Digital Assets Group als Hauptgesellschafterin ein und entschädigte kurzerhand alle Geschädigten. Nun muss sich eben jenes Unternehmen Vorwürfe zu mangelnder Professionalität von der FSA gefallen lassen.

Die Meldung kommt, nachdem die FSA bereits im April Durchsuchungen bei zwei japanischen Bitcoin-Börsen, darunter Fisco, durchgeführt hatte. Wir berichteten.

Zaif-Hack noch nicht aufgedeckt

Nachdem Hacker neben Bitcoin auch Bitcoin Cash und die Kleinstwährung MonaCoin entwendeten, gelangten die Ermittlerinnen und Ermittler im November auf eine heiße Spur. Indem sie MonaCoin Full Nodes betrieben hatten, identifizierten sie Transaktionen, die aufgrund ihrer Höhe auf die Diebe hindeuten.

Wie wir berichteten, führt die Spur nach Europa. Eine IP-Adresse soll sogar aus Deutschland stammen.

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Bitcoin-Regulierung: Die Forderungen der FATF

Bitcoin-Regulierung: Am 21. Juni hat die FATF die geplanten Richtlinien zur Regulierung von Virtual Assets (VAs) verabschiedet. Demnach sollen „Virtual Asset Service Provider“ (VASP), also zum Beispiel Bitcoin-Börsen, künftig ihre Kundendaten offenlegen und untereinander austauschen. Dies soll für Volumen ab 1.000 US-Dollar gelten und sowohl die Daten von Empfängern als auch von Absendern von Transaktionen betreffen.

Gegen Geldwäsche und Terrorismus

Hintergrund der Kontrollversuche sind die so oft bemühten Themen Geldwäsche (Money Laundering, ML) und Terrorismusfinanzierung (Terror Financing, TF). So heißt es in dem 59 Seiten umfassenden Papier:

In diesem Leitfaden wird die Notwendigkeit umrissen, dass Länder und VASPs sowie andere an VA-Aktivitäten beteiligte Stellen die mit ihren Aktivitäten verbundenen ML-/TF-Risiken verstehen und geeignete Maßnahmen zur Minderung dieser Risiken ergreifen.

Die erforderlichen Informationen umfassen:

  • Name des Absenders
  • Kontonummer des Absenders, wenn ein solches Konto zur Abwicklung der Transaktion verwendet wird (z. B. die VA-Wallet)
  • die physische (geografische) Adresse des Urhebers oder die nationale Identifikationsnummer oder die Kundenidentifikationsnummer, die den Urheber gegenüber dem bestellenden Institut eindeutig identifiziert, oder das Geburtsdatum und den Geburtsort
  • Name des Empfängers
  • Kontonummer des Empfängers, wenn ein solches Konto zur Abwicklung der Transaktion verwendet wird (z. B. die VA-Wallet)

Bitcoin-Regulierung auf globaler Ebene

Die herausgegebenen Richtlinien stellen in der Praxis mehr dar als nur eine Empfehlung. Bereits auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires 2018 haben sich die Staaten darauf geeinigt, Krypto-Assets nach FATF-Standards zu regulieren. Entsprechend betrifft die aktuelle Empfehlung neben den 35 Mitgliedstaaten der FATF (Financial Action Task Force) auch die EU-Kommission und den Golf-Kooperationsrat. Die Rolle der Regierungen beschreibt das Gremium wie folgt:

Die Länder sollten sicherstellen, dass Ursprungs-VASPs die erforderlichen und genauen Informationen zum Urheber und zum Begünstigten der Übertragung virtueller Vermögenswerte erhalten und aufbewahren, diese Informationen unverzüglich und sicher an den begünstigten VASP oder an das Finanzinstitut (falls vorhanden) weiterleiten und auf Anfrage bei Bedarf den Behörden zur Verfügung stellen.

Über die FATF

Die Financial Action Task Force gilt als das wichtigste Gremium zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung (Verbreitung von Massenvernichtungswaffen). Sie hat ihren Sitz in Paris bei der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die FATF gibt Richtlinien zu diesen Bereichen heraus. Sie überprüft also deren Umsetzung in ihren Mitgliedstaaten.

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BIZ warnt: Big-Techs könnten Stabilität gefährden

Die vergangenen 20 Jahre sind eine wahre Erfolgsgeschichte für internationale Tech-Konzerne. Wie aus dem Nichts gelang es Alibaba, Amazon, Facebook und Google, sich an die Spitze der globalen Wirtschaft zu katapultieren. Ihr Rezept: Die Daten ihrer Nutzer zu Geld machen und immer mehr von ihnen direkt miteinander vernetzen. Längst machen die Big-Techs auf diesem Weg auch vor der Finanzbranche nicht mehr Halt – zum Grauen traditioneller Geschäftsbanken.

In ihrem jüngsten Bericht vom vergangenen Sonntag, dem 23. Juni, hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) diese Trends nun unter die Lupe genommen. Dabei kommt die Zentralbank der weltweiten Zentralbanken zu dem Schluss, dass Tech-Giganten und ihre Avancen im Bereich des Finanzsektors sehr wohl großes Potential besitzen.

Beispielsweise könnten sie die finanzielle Inklusion vorantreiben und die weltweit 1,7 Milliarden Menschen ohne Bank-Account mit dem Finanzsystem verbinden. Zudem würden die Echtzeittransaktionen von Facebooks Libra oder Alibabas Alipay der Branche vor allem Effizienzgewinne versprechen. Mithilfe deren Daten wiederum könnten Kreditrisiken künftig besser bewertet werden.

Entwarnung gibt die BIZ jedoch nicht. Denn allein aufgrund ihrer Größe könnten die Datenkraken zu „digitalen Monopolen“ und damit zur Gefahr für die finanzielle Stabilität, den internationalen Wettbewerb zwischen Banken und Verbraucherschutz werden. So gibt man im Bericht zu bedenken:

In einigen Bereichen wie dem [weltweiten] Zahlungssystem haben Big-Techs das Potenzial, sich sehr schnell zu systemrelevanten Finanzinstituten zu entwickeln. Angesichts der Bedeutung des Finanzsystems als wesentliche öffentliche Infrastruktur sind deren Aktivitäten eine Angelegenheit von höherem öffentlichem Interesse.

BIZ hält wenig von Kryptowährungen

Regulatoren und Gesetzgeber müssten daher Größeneffekte begrenzen und für Chancengleichheit zwischen Banken und Tech-Konzernen sorgen. Bei kommenden Gesetzesantworten gelte es daher, vor allem auch Bedenken mit Blick auf das Wettbewerbsrecht und den Datenschutz in den Blick zu nehmen. Besonders gegenüber Facebooks Währungsprojekt Libra türmen sich solche Sorgen zurzeit. Wie auch zahlreiche Politiker betonten sowohl die deutsche Bundesbank als auch ihr französisches Pendant in der vergangenen Woche ihre Zweifel an dem Stable Coin.

Die in Basel beheimatete BIZ ist eine Mutterorganisation weltweiter Zentralbanken. Als deren Bank verwaltet sie Teile der internationalen Währungsreserven. Ihr Ziel ist es, die Stabilität des globalen Finanzsystems zu gewährleisten.

Im März hatte die BIZ zuletzt gewarnt, Bitcoin, Ripple & Co. wären nicht wertstabil und würden so die Bezahlfunktion von Geld nur unzureichend erfüllen. Zudem würden diese ein Risiko für Banken darstellen.

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Bundesbank-Chef warnt vor Risiken für Finanzstabilität durch Stable Coins

Nachdem in den letzten Tagen Regierende und Finanzbeamte aus aller Welt Stellung zu Libra bezogen haben, meldet sich auch der Vorstand der deutschen Bundesbank zu Wort. In einer Pressemeldung auf der Bundesbank-Webseite zeigt sich der Banker kritisch gegenüber Stable Coins. Die Meldung vom 21. Juni trägt den Titel „Makroprudenzielle Policies durch die Linse von Sherlock Holmes.“ Sie erschien anlässlich der 5. jährlichen Macroprudential Conference.

Makroprudenzielle Maßnahmen richten sich auf die Stabilität eines Finanzsystems als Ganzes. Sogenannte Kapitalpuffer für systemrelevante Banken zählen beispielsweise dazu. Grundsätzlich sollte der Einsatz dieser finanzpolitischen Instrumente nur dann erfolgen, wenn das System nicht in der Lage ist, notwendige Korrekturen und Regulierungen selber durchzusetzen. Sie sind demnach als Ausgleichsmaßnahmen der Zentralbanken in finanzökonomisch instabilen Zeiten gedacht. In Deutschland ist es unter anderem die Bundesbank, die solche makroprudenziellen Maßnahmen beschließt.

Bundesbank bezieht Krypto in makroprudenzielle Politikplanung ein

Balz bemüht zunächst die Metapher von Sherlock Holmes’ forensischer Linse, mit der er deduktive Beobachtungsmethoden der Realität darstellt. Im Klartext heißt das: Der Bundesbank-Vorstand plädiert dafür, finanzpolitische Entscheidungen auf der Basis von Risikoanalysen und wissenschaftlichen Daten zu treffen.

Hinsichtlich Distributed-Ledger-Technologien und Kryptowährungen verweist Balz dementsprechend auf potenzielle Gefahren. Diese bestehen vor allem in der Frage, wie man die 1:1-Kopplung von Stable Coins garantieren kann. Auch diskutiert er mögliche makroprudenzielle Reaktionen auf die skizzierten Risiken. Eine Kopplung über Treuhandfonds bietet demnach nur begrenzte Lagerkapazitäten und erfordert globale Richtlinien zur Regulierung.

Weiterhin merkt der Bundesbank-Vorstand an, dass Stable Coins das Businessmodell von Banken angreifen können, wenn sie Anklang bei den Nutzern finden. Dann könne man eine wechselseitige Stützung zwischen Zentralbanken und Stable-Coin-Providern (wie etwa Facebook) in Erwägung ziehen. Diese Lösung kann allerdings in Krisenzeiten destabilisierende Effekte auf das Geldsystem haben. Der Bundesbank-Vorstand verweist auch auf die G7-Taskforce zum Thema Kryptowährungen. Diese legt im Juli beim Finanzminister- und Zentralbankchefmeeting in Chantilly einen Report zu Stable Coins vor.

Zum Schluss konstatiert Balz, dass Zentralbanken dem Ruf der Zeit nach „billigen, benutzerfreundlichen und unmittelbaren Cross-Border-Payments“ folgen müssen. „Zeitechte Zahlungen müssen mittelfristig zum Standard in Europa werden.“ Nachdem es in den letzten Tagen vor allem Rufe nach Kontrolle gab, will der Bundesbank-Chef Facebook nun so den Wind aus den Segeln nehmen.

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Das Regulierungs-ECHO: Die Politik macht Libra das Leben schwer

Libra im Fokus des Regulierungs-ECHOs.

Federal Reserve Bank (FED) nimmt sich Libra zur Brust

Kryptowährungen seien „noch weit davon entfernt, Zentralbankgeld zu ersetzen“. So äußerte sich US-Zentralbank-Chef Jerome Powell gegenüber Medienvertretern.

Powell: Facebook discussed new cryptocurrency, Libra, with Fed

Die Zentralbanken würden ihrer Aufgabe der geldpolitischen Gestaltung auch in Zukunft nachkommen können, so Powell.

In Bezug auf Facebooks Project Libra äußerte sich der Notenbank-Chef folgendermaßen:

Facebook hat von Anfang an seine Pläne mit Behörden auf der ganzen Welt diskutiert. Dazu gehören wir natürlich auch […]. [Libra] hat sicherlich ein großes Potenzial – mit dem Projekt sind bei einer breiten Anwendung aber auch Risiken verbunden.

Frankreichs Wirtschaftsminister: Libra darf keine Währung werden

Weniger passiv äußerte sich Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Der Politiker erteilte Facebook eine klare Absage:

Dass Facebook eine eigene Währung schafft, ein Transaktionsinstrument, warum nicht. Demgegenüber steht es jedoch außer Frage, dass [Libra] eine souveräne Währung wird. Das darf nicht passieren.

Zahlungssystem ja, Währung nein. Die Reaktion des Diplomaten, der Mitglied von Macrons La Républic en Marche ist, verdeutlicht das wachsende Bewusstsein für ernstzunehmende privatwirtschaftliche Alternativen zum staatlichen Geldmonopol.

Da es sich beim Calibra-Konsortium um einen Zusammenschluss großer Konzerne wie MasterCard, Ebay, Facebook und Uber handelt, dürften Behörden bei der Regulierung von Libra leichteres Spiel haben, als bei wirklich dezentralen Projekten. Denn Bitcoin beispielsweise unterliegt keiner juristischen Entität, sondern kann mehr als Idee begriffen werden.

Insofern lässt sich BTC deutlich schwieriger regulieren oder gar verbieten. In Staaten wie Iran hingegen dürfte Libra aufgrund der US-Wirtschaftssanktionen nicht verfügbar sein.

Russische Staatsduma will Libra verbieten

Die regulatorischen Hürden für Libra manifestieren sich indes abermals anhand von zwei Gesetzentwürfen, die das russische Parlament innerhalb der nächsten zwei Wochen verabschieden will. Dabei handelt es sich um ein ICO-Gesetz und eines zu digitalen Wertpapieren. Wenn die Parlamentarier dieses nach der zweiten Lesung verabschieden, ist der Weg frei für digitale Wertpapiere auf Krypto-Basis.

Libra hingegen wolle man in Russland nicht. Anatolij Aksakow, seines Zeichens Vorsitzender des Parlamentsausschusses zu Finanzmärkten, äußerte sich entsprechend in einem Radiointerview.

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BaFin warnt vor angeblich österreichischem Krypto-Fonds-Anbieter Aduno Capital

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 19. Juni eine Warnung vor dem scheinbar aus Österreich mit Finanzmarktlizenzen operierenden Krypto-Fonds-Anbieter Aduno Capital veröffentlicht.

Auf seiner Webseite wirbt Aduno Capital mit eigenen Kryptofonds für Investments in 15 Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Monero und Ripple.

Das Unternehmen, welches unter der anonym registrierten Domain adunocapital.com in deutscher Sprache angebliche Handelskonten anbietet, behauptet laut der BaFin wahrheitswidrig “über verschiedene ‘europäische Lizenzen’ zu verfügen.” Die BaFin wirft dem Unternehmen in ihrer Warnung gezielte Irreführung seiner Kunden vor:

“Die von der Aduno Capital Group ltd. genannten Lizenzen wurden nicht ihr, sondern dem zugelassenen Finanzdienstleistungsinstitut XNT LTD., St. Julians, Republik Malta, erteilt. Nach Auskunft der XNT LTD. ist die Aduno Capital Group ltd. nie ein Kooperationspartner der XNT LTD. gewesen und steht auch sonst in keinem Verhältnis zur XNT LTD.”

Die BaFin hat in letzter Zeit bereits zahlreiche Warnungen und Verbote zu Krypto-Unternehmen herausgestellt. Zuvor waren die Regulierer bereits gegen die Unternehmen Moneeda AG und 69 Brokers, Kleinwort Consulting und loyalcoins.de, Bitcoin TradeRobot und Crypto Code sowie StellaMarkets und XtraderFX tätig geworden.

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Russland: Staatsduma entscheidet über Krypto-Gesetze

In Russland tut sich endlich etwas in punto Regulierung. Tass.ru, eine russische Online-News-Page, berichtet am 18. Juni 2019 von einer bevorstehenden Entscheidung des Parlaments zu zwei Gesetzen.  Es handelt sich dabei um ein ICO-Gesetz und einem Gesetz zu digitalen Wertpapieren. Wenn die Parlamentarier dieses nach der zweiten Lesung verabschieden, ist der Weg frei für digitale Wertpapiere auf Krypto-Basis.

Stellvertretender Finanzminister Russlands optimistisch

Alexey Moiseev, der stellvertretende Finanzminister Russlands, sieht derweil gute Chancen für eine zügige Entscheidung der Staatsduma. „Aktuell sichten wir den Text des Gesetzes zu digitalen Finanzanlagen und werden es, so hoffe ich, innerhalb der nächsten zwei Wochen bei der zweiten Lesung verabschieden“, so der Politiker. Weiterhin bestätigt er, dass das Gesetz auch ungefähr in der aktuellen Form vom das Parlament passiert.

Das ICO-Gesetz ist scheinbar bereits akzeptiert worden. Laut Moiseev ist es Teil einer Regulierung zu Crowdfunding.

Im Vorfeld äußerte sich der Vorsitzende des Parlamentsausschusses zu Finanzmärkten, Anatolij Aksakow, zu den Verzögerungen bei der Regulierung von Kryptowährungen in Russland. Demnach sei die Forderung der FATF nach einer Regulierung von Bitcoin und Co. in den nationalen Regulierungsprozess geraten.

Libra-Kritik auch in Russland

Trotz eines nahenden legislativen Durchbruches bleiben Russische Autoritäten ihrer skeptischen Linie gegenüber bestimmten Krypto-Produkten treu. So hat Russland beispielsweise nicht vor, den aktiven Verkehr von digitalen Währungen im Land zu legalisieren. Zwar können User Bitcoin und Co. weiterhin online erwerben, Krypto-Börsen aus Russland will man aber verhindern.

Auch der frisch vorgestellte „Facebook Coin“ Libra wird in Russland wohl keine Zukunft haben. Aksakov sprach sich nämlich in einem Radiointerview gegen die legale Adaption der Coins auf russischem Territorium aus.

Andererseits spielt die Vorsitzende der russischen Zentralbank öffentlich mit der Idee einer hauseigenen Kryptowährung. Elvira Nabiullina diskutierte bei einer Studentenkonferenz mögliche Vorteile eines solchen Projektes in der Zukunft. Zwar müsste die Technologie weiter reifen, um verlässlich zu sein. Insgesamt bietet eine elektronische Währung der Bevölkerung Russlands aber viele Möglichkeiten.

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Französischer Wirtschaftsminister Le Maire erteilt Facebook-Coin Absage: „Keine souveräne Währung“

Monatelang rankten sich Gerüchte und Spekulationen um Facebooks Währungsprojekt. Nun hat der Konzern den Libra-Coin der Weltöffentlichkeit vorgestellt und lässt damit die Finanzwelt beben. Denn ab 2020 könnten mit dem Stable Coin rund 2,3 Milliarden Facebook-Nutzer eine digitale Alternative zu ihren nationalen Währungen an der Hand haben. Nicht nur Banken graut es vor dieser Vorstellung. Auch die Politik fürchtet um Kontrolle. Das Echo vonseiten europäischer Spitzenpolitiker ließ nicht lange auf sich warten.

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire etwa gibt sich gegenüber Libra skeptisch. Im Interview mit dem französischen Radiosender Europe 1 erteilte er dem Zuckerberg-Unternehmen am Dienstag, dem 18. Juni, eine Absage:

Dass Facebook eine eigene Währung schafft, ein Transaktionsinstrument, warum nicht. Demgegenüber steht es jedoch außer Frage, dass [Libra] eine souveräne Währung wird. Das darf nicht passieren.

Dabei betonte der Minister, dass es sich bei Facebook um ein privates Unternehmen handele. Die Herausgabe von Währungen jedoch müsse „in den Händen der Staaten bleiben und nicht denen privater Unternehmen, die auf private Interessen reagieren“.

Wirtschaftsminister Le Maire fordert Garantien von Facebook

Nun gelte es von Seiten Facebook, Garantien zu liefern und den Coin in bestehende Regularien einzubetten. Als solche nannte Le Maire entsprechende Nachweise im Bereich der Anti-Geldwäsche und Terrorismusvorschriften. Er habe die Zentralbankgouverneure der G7 gebeten, bis zum Ministertreffen im Juli einen entsprechenden Bericht vorzulegen. Dann treffen sich die Finanzminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Kanadas, Großbritanniens sowie der USA, um über aktuelle Entwicklungen im weltweiten Finanzsystem zu beraten. Bereits im Vorfeld des Treffens appellierte Le Maire mit Blick auf Libra:

Wir müssen dafür sorgen, dass keine Risiken für den Verbraucher entstehen. Es ist unsere Aufgabe als Staat, die Verbraucher zu schützen.

Dabei führte der 50-Jährige darüber hinaus Facebooks Macht als Datenmonopol ins Feld. Im französischen Parlament betonte er in diesem Zuge zudem, der Konzern könnte mit dem Coin noch weitere Informationen über seine Nutzer sammeln. Hier gelte es, Vorsicht zu wahren.

Ähnlich wie Le Maire warnte auch Markus Ferber, CSU-Abgeordneter im Europaparlament, vor den Folgen von Facebooks Währungsprojekt. Er gibt zu bedenken, dass sich der Konzern zu einer sogenannten „Schattenbank“ entwickeln könnte. Als solche bezeichnen Finanzexperten private Geldhäuser und Kreditgeber, die durch das Raster der herkömmlichen Finanzgesetze fallen.

Der Chef der britischen Notenbank Mark Carney wiederum versuchte, die Wellen zunächst zu glätten. Bei einem Treffen der EZB in Portugal unterstrich er, es gelte Libra zunächst unvoreingenommen zu behandeln. Er beschwichtigte, man werde sich den Coin von Seiten der zuständigen Finanzaufsicht in Ruhe ansehen. Sollte Libra den Segen der Behörden erhalten wollen, müsse der Coin ohnehin „höchste regulatorische Standards“ erfüllen.

Die Hintergründe: Libra soll Milliarden Facebook-Nutzer finanziell vernetzen

Facebook hatte sein Währungsprojekt Libra zuvor am Dienstag der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Ziel des von einer Vielzahl nationaler Währungen gedeckten Stable Coins soll es sein, ein weltweites Ökosystem zu schaffen, das künftig Milliarden von Menschen finanziell vernetzt und befähigt. Hierfür entwickelt die Facebook-Tochter Calibra derzeit eine digitale Wallet, die den Nutzern der Facebook-Dienste WhatsApp, Messenger und Instagram zur Verfügung stehen soll.

Derzeit sind rund 1,7 Milliarden Menschen weltweit ohne Zugang zu Bankaccounts oder sonstigen Finanzdienstleistungen – viele davon Facebook-Nutzer. Gelingt es Facebook, Libra in seinem Netzwerk zu etablieren, könnte der Coin damit zu einem wichtigen Entwicklungsmotor werden.

Eine detaillierte Übersicht rund um die Hintergründe zu Libra findet ihr hier.

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Financial Services Committee fordert Facebook auf, die Entwicklungen von Libra Coin vorübergehend einzustellen

Ein Vorsitzender des Financial Services Committees fordert Facebook auf, die Entwicklungsarbeiten an Libra vorübergehend einzustellen, bis man sich das gesamte Projekt in Ruhe angesehen hat und darüber urteilen kann.

Financial Services Committee fordert Einstellung der Entwicklungsarbeiten an Libra

Der Vorsitzende des United States Houses fo Representatives Financel Services Commitee, Rep. Max Waters weist Facebook an, die Entwicklungen an Libra vorübergehend einzustellen. Dies geht aus einer Reihe von Beiträgen hervor, die der Tech Reporter von CNN, Brian Fung am 18. Juni auf Twitter gepostet hat.

In seinem Statement erklärte Waters:

“Angesichts der schwierigen Vergangenheit des Unternehmens fordere ich Facebook auf, die weiteren Entwicklungen der Kryptowährung einzustellen, bis der Kongress und die Regulatoren die Möglichkeit haben, sich das Vorhaben anzusehen und dementsprechende Maßnahmen zu ergreifen.”

Auf Antwort darauf sagte Rep. Patrick McHenry, auch Abgeordneter des Financial Services Committee:

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“Wir als politische Entscheidungsträger müssen Projekt Libra verstehen. Wir müssen über die Gerüchte und Spekulationen hinausgehen und ein Forum bieten, um dieses Projekt und seine möglichen beispiellosen Auswirkungen auf das globale Finanzsystem bewerten.”

Die Auswirkungen dieser Aussagen bleiben ebenso unklar wie ihre Bedeutung für Facebook und dem Projekt Libra.

Diese Nachricht erschien am selben Tag, an dem auch Facebook das Whitepaper für das hauseigene Kryptoprojekt veröffentlichte.

Vor kurzem hat Facebook Investoren in seiner Libra Association zusammengerufen, bei dem alle großen und bekannten Unternehmen vertreten sind, darunter Zahlungs- und Technologieunternehmen. Jedes davon hat jeweils 10 Millionen US-Dollar in das Projekt Libra investiert. Unter den Unternehmen befinden sich eBay, PayPal, Uber und viele mehr.

Erst im letzten Monat hat das Financial Services Committee einen Beschluss zur Bildung einer Taskforce für Finanztechnologie gefasst. Deren Mission ist es, die aktuell rechtlichen Rahmen für Fintech zu beleuchten, wie Fintech für Kreditvergaben nutzt und wie Verbraucher mit Fintech umgehen.

Quellenangaben: Cointelegraph
Bildquelle: Pixabay

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