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Kryptoverband will chinesische Mininig-Unternehmen nach Russland holen

Ein einflussreicher russischer Kryptoverband bemüht sich darum, aus China fliehende Mining-Unternehmen nach Russland abzuwerben.

Die „Russian Association of Cryptoeconomics, Artificial Intelligence and Blockchain“ (RACIB) hat dementsprechend eine Initiative ins Leben gerufen, durch die Mining-Power in die Russische Föderation gelotst werden soll. Genauere Informationen zu den Bemühungen will der RACIB zu einem späteren Zeitpunkt offenlegen, wie ein Sprecher gegenüber Cointelegraph bestätigt.

Immerhin ist bekannt, dass das Projekt des RACIB in enger Zusammenarbeit mit den russischen Regierungsbehörden und staatlich geführten Unternehmen durchgeführt wird. So werden dafür unter anderem regionale und themenspezifische Arbeitsgruppen gegründet.

Eine dieser Arbeitsgruppen ist zum Beispiel auf „ökologisches Mining“ ausgerichtet, und soll sich allen voran um den Aufbau umweltfreundlicher Mining-Farmen kümmern, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Während Wasserkraft und Kernkraft in Russland reichlich vorhanden sind, soll hier auch ganz besonders die Nutzung von „grünen Energien“ wie Windkraft in den Vordergrund gerückt werden.

Das Projekt hat bereits namhafte Partner in China, darunter ein Konsortium der größten Mining-Unternehmen des Landes. Wie es in der Ankündigung der RACIB heißt, verfügen die Mitglieder des Konsortiums über „mehr als 25 % der weltweiten Hashrate aller großen Kryptowährungen“.

Laut den Daten von NS Energy ist Russland mit mehr als 1.100 Terawattstunden hinter China, den USA und Indien der viertgrößte Stromproduzent der Welt. Allein im Jahr 2021 soll Russland mehr als 1.100 Megawatt zusätzlich erschlossen haben, wofür unter anderem Windkraftanlagen in den Regionen Rostov, Kalmykia, Adygea und Stavropol zum Einsatz kommen.

Die Bemühungen aus Russland öffnen für chinesische Mining-Unternehmen eine weitere Tür für eine mögliche Abwanderung. Ausgelöst durch das verstärkte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen die heimische Miningbranche wollen immer mehr Firmen die Heimat verlassen. Eine große Gelegenheit für den Rest der Welt, denn China ist mit Abstand der Dreh- und Angelpunkt des globalen Krypto-Minings.

Wie das Cambridge Centre for Alternative Finance angibt, war die chinesische Bitcoin-Hashrate, also die aus China zur Verfügung gestellte Rechenleistung, jedoch schon vor den Schlägen durch die Regierung rückläufig. Während diese im September 2019 noch bei 75,5 % lag, wurden im April 2021 nur noch 46 % verzeichnet. In den USA ist die Hashrate im gleichen Zeitraum von 4 % auf fast 17 % angestiegen, während in Russland und Kasachstan eine Steigerung auf 8 % festgestellt wurde.

Russland ist nicht das einzige Land, das sich um die chinesischen Mining-Unternehmen bemüht. So wirbt zum Beispiel auch der Bürgermeister von Miami aktiv um eine Ansiedlung in seiner Stadt.

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Malaysia „zerquetscht“ Mining-Equipment für mehr als 1 Mio. US-Dollar

Die Polizeibehörden von Malaysia haben konfiszierte Bitcoin-Mining-Hardware im Wert von mehr als 1,2 Mio. US-Dollar zerstört.

Wie aus einem Video des Nachrichtenportals DayakDaily hervorgeht, hat die Polizei der Stadt Miri auf der Insel Borneo gemeinsam mit der Firma Sarawak Energy wiederholt eine Dampfwalze über die mehr als 1.069 Mininig-Rigs für den Abbau von Bitcoin (BTC) fahren lassen. Die betreffende Hardware soll von Bürgern konfisziert worden sein, die damit illegal die marktführende Kryptowährung abgebaut haben.

Laut einem Bericht der malaysischen Zeitung The Star fand die Zerstörung der Hardware im Wert von knapp 1,26 Mio. US-Dollar vor dem Hauptquartier der Polizei von Miri statt. Die Behörden geben an, dass durch das illegale Mining, bei dem vom Stromerzeuger Sarawak Energy unrechtmäßig Strom abgezapft worden war, drei Häuser in der Region zerstört wurden und dem Energieunternehmen ein Schaden von 2 Mio. US-Dollar entstanden ist.

Es ist unklar, ob die Polizei die Mining-Rigs als bloßen symbolischen Akt zerstört hat, oder ob aus den Bestandteilen Gewinn erzielt werden soll. Auch in Ländern wie dem Iran oder der Türkei werden immer wieder Razzien gegen illegales Mining durchgeführt, wobei Hardware beschlagnahmt wird.

Allerdings gab es bisher keinen Fall, bei dem eine Dampfwalze zum öffentlichkeitswirksamen und wortwörtlichen „Plattmachen“ der Geräte benutzt wurde. Die chinesischen Polizeibehörden hatten Anfang Februar 2.000 beschlagnahmte Mining-Rigs versteigert.

Das Cambridge Center for Alternative Finance schätzt, dass Malaysia knapp 3,44 % der weltweiten Bitcoin-Hashrate ausmacht. Der Stromverbrauch des Landes liegt insgesamt bei mehr als 147 Terawattstunden pro Jahr.

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Trotz Marktcrash – Bitcoin-Mining in Argentinien weiterhin profitabel

Während der Kryptomarkt weiterhin schwächelt, haben immerhin die Bitcoin-Miner in Argentinien wieder Grund zur Freude, da ihnen die heimische Wirtschaftslage und Energiepolitik in die Karten spielt.

Wie ein in der Buenos Aires Times abgedruckter Artikel von Bloomberg berichtet, arbeiten argentinische Miner aktuell so profitabel wie selten, was auf einen Mix aus Devisenverkehrsbeschränkungen, Energiesubventionen und massive Inflation zurückzuführen ist.

Die vorteilhaften Voraussetzungen locken inzwischen sogar ausländische Investoren an, so plant das kanadische Mining-Unternehmen Bitfarms Ltd. nun angeblich das größte Mining-Rechenzentrum Südamerikas in Argentinien. Die Mining-Branche ist eine der wenigen Branchen des Landes, die in einer gebeutelten Wirtschaft aufblüht. Bitfams schätzt, dass in dem Rechenzentrum ein BTC für lediglich 4.000 US-Dollar gemint werden könnte.

„Obwohl der Bitcoin-Kurs auf dem niedrigstem Stand seit mehreren Monaten ist, ist das Mining in Argentinien durch die niedrigen Energiekosten in US-Dollar weiterhin profitabel“, wie Agustin Beltramo für Cointelegraph erklärt.

Allerdings warnt Beltramo davor, dass Privathaushalte sich Mining-Equipment anschaffen, denn die hohen Anschaffungskosten könnten schnellen Profiten einen Strich durch die Rechnung machen.

„Die Wahrheit ist, dass obwohl Mining in Argentinien aktuell billig ist, nicht jeder sofort davon profitieren kann. Die Mining-Power ist die wichtigste Variable, was die Rentabilität von Mining in Argentinien angeht“, so der Experte. Dem fügt er an:

„Diejenigen, die schon lange minen, werden die wahren Gewinner sein, denn sie haben ihr Equipment schon lange und haben es bereits abbezahlt. Diejenigen, die jetzt erst damit anfangen, können frühestens mittel- bis langfristig mit Profit rechnen.“

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Cathie Wood: „Bitcoin kann nicht einfach wieder abgeschaltet werden“

Während Bitcoin (BTC) zunehmend ins Fadenkreuz der Aufsichtsbehörden und Regierungen auf der ganzen Welt gerät, bleibt Cathie Wood, die Chefin von Ark Investment, zuversichtlich, dass die marktführende Kryptowährung so schnell nicht aussterben wird.

Dahingehend meint Wood im Rahmen der Onlinekonferenz Consensus 2021, dass Bitcoin „bereits zu stark etabliert ist und unmöglich einfach wieder abgeschaltet werden kann“, wie Bloomberg am heutigen Donnerstag berichtet. Vielmehr prognostiziert sie, dass die Aufsichtsbehörden gegenüber Kryptowährungen „im Laufe der Zeit aufgeschlossener sein werden“, um selbst auch von den Chancen der Kryptobranche profitieren zu können.

Der aktuell erhöhte Widerstand der Regierungen und Behörden in Europa, China und den USA hat einen maßgeblichen Anteil zur momentanen Schwächephase von Bitcoin beigetragen, allerdings sind die vom einflussreichen Autobauer Tesla vorgebrachten Umweltbedenken hinsichtlich dem Mining der Kryptowährung wohl als treibende Kraft für den Crash anzusehen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte zunächst bekanntgegeben, dass seine Firma zukünftig von Bitcoin als Zahlungsmittel absehen wird, ehe er später dann andeutete, dass der Autohersteller seine massive Bitcoin-Investition in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar sogar gänzlich abverkaufen könnte. Als Hauptgrund für seine radikal veränderte Sichtweise nennt Musk, „den rasant zunehmenden Einsatz von fossilen Brennstoffen, allen voran Kohle, beim Mining von Bitcoin“.

„Das Lösen einer Problemstellung beginnt mit dem Verstehen einer Problemstellung“, wie Wood dem entgegnet, wobei sie darauf verweist, dass der Großteil der amerikanischen Mining-Unternehmen bereitwillig auf erneuerbare Energien setzen würde, was wiederum auch die allgemeine Nutzung dieser Energien maßgeblich vorantreiben könne. Eine jüngste Studie von Ark Investment war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass Bitcoin-Mining die Investition in Solarenergie und andere erneuerbare Energien fördert.

Der Bitcoin-Kurs kann die optimistischen Einschätzungen von Wood heute allerdings noch nicht untermauern, denn nach einem leichten Aufschwung vom Mittwoch, geht es für die marktführende Kryptowährung wieder zurück unter die 40.000 US-Dollar, wodurch bei Redaktionsschluss nur noch 36.000 US-Dollar zu Buche stehen.

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Nic Carter: Elon Musk kann Debatte um „grünen“ Bitcoin nicht anführen

Nic Carter von Castle Ventures ist nicht davon überzeugt, dass Elon Musk die richtige Person ist, um für einen „sauberen Bitcoin“ einzutreten, zumindest „nicht in den Augen der Bitcoin-Community“.

Dementsprechend gibt Carter gegenüber Bloomberg zu Protokoll, dass „die Bitcoin-Anleger Musk sehr kritisch sehen, weil sie ihn in einem Interessenkonflikt sehen, da sein Unternehmen stark am Emissionshandel verdient“.

Nichtsdestotrotz halten sie die Forderung des Tesla-Chefs nach mehr Transparenz bei der Energienutzung im Bitcoin-Mining für gerechtfertigt, wie Carter in Anspielung auf den jüngst gegründeten Bitcoin-Mining-Rat, in dem auch Musk eine prominente Rolle einnimmt, meint.

Der Krypto-Experte gibt zu bedenken, dass Bitcoin (BTC) eine dezentralisierte Digitalwährung ist, die sich nicht so einfach regulieren lässt. Sobald Bitcoin in einem Land verboten ist, kommt die benötigte Hashpower bzw. Rechenleistung aus einem anderen Land. Die Anzahl der möglichen Ansiedlungspunkt ist dabei nahezu unbegrenzt.

Anstatt Bitcoin also wegen des hohen Stromverbrauchs zu verbieten, hält Carter es für sinnvoll, dass die Politik eine „grüne“ Infrastruktur für Bitcoin-Mining fördert.

So wären die amerikanischen Mining-Unternehmen größtenteils bereits umweltfreundlicher als viele andere Großverbraucher. Aus diesem Grund sieht der Experte eine erhöhte Transparenz als wichtiges Werkzeug für die Branche, um ihren Ruf zu verbessern.

Des Weiteren lehnt Carter auch die Lesart ab, dass „Bitcoin für Geldwäsche genutzt wird“. Vielmehr würde jede Form von Geld für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden, demnach würde der US-Dollar viel stärker von Verbrechern genutzt als Bitcoin.

Bitcoin wegen der Verbindung zur Kriminalität verbieten zu wollen, wäre dementsprechend sinnlos, denn schließlich „wurde der US-Dollar auch nicht verboten, weil Drogenbaron Pablo Escobar ihn haufenweise im Keller hatte“.

Die Bitcoin Mining Council wurde jüngst durch ein Treffen von Elon Musk und mehreren Vertretern der amerikanischen Mining-Branche gegründet, das MicroStrategy-CEO Michael Saylor vermittelt hatte. Ziel des neu geschaffenen Rats ist es, für mehr Transparenz zu sorgen und die Nutzung von erneuerbaren Energien in der Branche zu fördern.

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Michael Saylor: Bitcoin-Mining-Rat soll „feindliches“ Narrativ bekämpfen

Michael Saylor, der CEO von MicroStrategy, nennt seine Beweggründe für die Gründung der „Bitcoin Mining Council“.

Der „Bitcoin-Mining-Rat“ wurde am 25. Mai gegründet, nachdem sich Saylor zuvor mit Elon Musk und Führungskräften von mehreren großen amerikanischen Mining-Firmen getroffen hatte. Die beteiligten Miner haben im Rahmen des Treffens zugesagt, für erhöhte Transparenz über den Einsatz erneuerbarer Energien zu sorgen, zudem wollen sie auch andere Mining-Unternehmen im Rest der Welt dazu animieren, es ihnen gleich zu tun.

Im Rahmen der Onlinekonferenz Consensus 2021 erklärte Saylor, dass der Rat ins Leben gerufen wurde, weil es dringend einer erhöhten Transparenz in der Mining-Branche bedarf, und der Einsatz von erneuerbaren Energien verstärkt gefördert werden müsse:

„Der einzige Grund, warum wir das Treffen organisiert haben, ist dass wir den Erfolg dieser dezentralisierten Kryptowährung sicherstellen wollten, und die Quelle dieser Dezentralisierung entspringt dem Verbrauch von Energie“, so Saylor. Dem fügt er an:

„Dabei haben wir gemerkt, dass die Bitcoin-Miner überhaupt nicht gut kommunizieren, welche Energien sie einsetzen. Zudem gibt es kein einheitliches Standardmodell bei der Energienutzung und es gibt auch noch kein einheitliches Modell für die Zukunft.“

Die „Bitcoin Mining Council“ ist allerdings auch umstritten, wobei Kritiker Parallelen zum Ölkartell OPEC ziehen. So gibt Marty Bent, einer der Mitgründer von Great American Mining, der mit seiner Mining-Firma selbst auf überschüssiges Erdgas setzt, zu bedenken, dass es 2017 mit dem „New York Agreement“ bereits einen ähnlichen Versuch der Konsensbildung in der Mining-Branche gab.

„Kann sich keiner mehr daran erinnern, als das letzte Mal ein Treffen hinter verschlossenen Türen stattfand, und die Beteiligten dann meinten, dass sie im Namen der gesamten Branche sprechen?“

Saylor entgegnet dieser Kritik jedoch, dass es sich keinesfalls um eine Art „Geheimtreffen“ handelt: „Wenn das hier wirklich ein geheimes Treffen wäre, würde ich am nächsten Tag dann Millionen von Leuten davon erzählen, dass es ein Geheimtreffen war? Ihr könnt mir ruhig glauben, dass wir jedem erzählt haben, dass wir ein solches Treffen planen.“

Zudem betont der MicroStrategy-Chef, dass das „feindliche“ Narrativ bekämpft werden muss, mit dem einige Medien die Kryptobranche zum Abschuss freigeben:

„Wir müssen sicherstellen, dass wir den Menschen, die der Kryptobranche feindlich gegenüberstehen, nicht die Deutungshoheit über das Narrativ um Bitcoin überlassen, und sie die Maßstäbe und Kennzahlen dafür festlegen können. Wenn wir keine guten Daten und Fakten vorlegen können, dann werden sie die Lesart in ihre Richtung biegen.

Der Mining-Rat besteht aus mehreren amerikanischen Mining-Unternehmen, darunter Argos Blockchain, Blockcap, Galaxy Digital, Hive Blockchain, Hut 8 Mining, Marathon Digital und Riot Blockchain.

Ratgeber Musk?

Des Weiteren legte Saylor offen, dass er ein „sehr langes Gespräch“ mit Elon Musk hatte, woraufhin der MicroStrategy-Chef wiederum die teilnehmenden Firmen der Mining-Branche fragte, ob sie einen Austausch mit dem berühmt-berüchtigten Unternehmer wünschten. Im Rahmen des „konstruktiven“ Treffens baten die Miner Musk dann um Ratschläge, wie sie mit der zunehmenden Angst um die Umweltschädlichkeit von Bitcoin umgehen könnten:

„Wir haben Elon um Rat gebeten, wie wir mit den Bedenken der breiten Öffentlichkeit umgehen können. Wir haben darüber ein sehr ausführliches Gespräch geführt. Wir haben unter anderem darüber gesprochen, wie wir Daten besser präsentieren können.“

Eine der allerersten Fragen von Musk soll dabei gewesen sein, wie „wir die Energienutzung beim Bitcoin-Mining transparent machen können“. Ein Bedürfnis, das auch Saylor unterstreicht:

„Der erste Schritt muss sein, dass wir ein standardmäßiges Protokoll für die Veröffentlichung von Informationen zur Energienutzung festlegen, damit wir diese Daten mit der Welt teilen können und dann einen Weg erarbeiten, wie wir Klimaschutzziele erreichen können.“

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BitMEX verpflichtet sich zur Klimaneutralität

Die Krypto-Handelsplattform BitMEX, die im vergangenen Jahr in erster Linie für Negativschlagzeilen gesorgt hat, will nicht nur ihren Ruf, sondern scheinbar auch den Ruf der Kryptobranche insgesamt aufpolieren, indem sie die Umweltschädlichkeit von Proof-Of-Work (PoW) Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) durch Ausgleichszahlungen abfedern will.

In einer entsprechenden Mitteilung vom 21. Mai schreibt die BitMEX zwar, dass es „stark unterschiedliche Meinungen und Informationen“ bezüglich der tatsächlichen Umweltschädigung von PoW-Kryptowährungen gibt, nichtsdestotrotz sieht sich die Krypto-Handelsplattform in der Verantwortung, „einen positiven Beitrag zu leisten“.

Dieser „Beitrag“ ist finanzieller Natur, denn die BitMEX will ihren CO2-Fußabdruck damit ausgleichen, dass sie 0,0026 US-Dollar für jeden 1 US-Dollar an Transaktionsgebühr spendet, den sie von ihren Nutzern bezahlt bekommt. An welche Organisationen die Spendengelder gehen, ist bisher unbekannt, denn die Handelsplattform sieht sich derzeit noch nach Partnern um.

In diesem Zusammenhang heißt es:

„Der Emissionsausgleich ist nicht der einzige Weg, um die Umweltbelastung von Kryptowährungen zu verringern, aber er ist ein guter Anfang. […] Die Branche muss an einem Strang ziehen, um dieses Problem zu lösen, und damit unsere guten Ideen dadurch nicht zur Nebensache werden.“

BitMEX hat den Spendenwert von 0,0026 US-Dollar aus einer groben Berechnung von Sam Bankman-Fried abgeleitet, der wiederum Geschäftsführer der Krypto-Handelsplattform FTX und von Alameda Research ist. Demnach wären in dieser Berechnung „große Puffer“ eingebaut, sodass alle Krypto-Unternehmen mit Emissionsabgaben in dieser Größenordnung klimaneutral werden könnten.

Allerdings muss die Kryptobranche wahrscheinlich einen viel umfangreicheren Lösungsansatz wählen, wie die BitMEX bereits einräumt. Der Finanzstabilitätsrat der Europäischen Zentralbank hatte diesen Monat ausdrücklich den „exorbitanten CO2-Fußabdruck“ von Kryptowährungen angemahnt. Auch einflussreiche Firmen und Organisationen wie Tesla und Greenpeace sehen inzwischen wegen Umweltbedenken von Bitcoin als Zahlungsmittel ab.

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Krypto-Experte behauptet: Bitcoin-Mining wird zu 75 % mit erneuerbaren Energien betrieben

Der Stromverbrauch für das Mining von Bitcoin, also dem Vorgang, der für das Fortlaufen der zugehörigen Blockchain sorgt, ist in den letzten Wochen und Tagen wieder zum heiß diskutierten Thema geworden.

Am Freitag äußerte sich nun auch Yonathan Lapchik, CEO von SUKU, bei CNBC zum Thema Bitcoin-Mining und Umweltschutz. Der Interviewer erinnerte Lapchik in diesem Zusammenhang daran, dass der SUKU-Chef zuvor behauptet hatte, dass 75 % des Stromverbrauchs beim Mining aus erneuerbaren Energien stammen.

„Wir sind davon überzeugt, dass es wirklich 75 % sind“, wie Lapchik erneut gegenüber CNBC bekräftigt. Dahingehend führt er aus: „Es bestehen echte Anreize, damit die Miner verstärkt auf erneuerbare Energien setzen.“

Bezüglich dem innovativen Autobauer Tesla, der jüngst angekündigt hat, wegen Umweltbedenken Bitcoin zukünftig nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren zu wollen, unkt der Krypto-Experte: „Schon irgendwie komisch, dass sich Elon Musk nicht darüber Gedanken gemacht hat, bevor er in die Kryptobranche einsteigt und Bitcoin als Zahlungsmittel für Tesla einrichtet.“

Tesla hatte die marktführende Kryptowährung erst im März als Zahlungsweg eingeführt. Ein Schritt der für viel Aufsehen sorgte. Im Februar hatte der Automobilhersteller zuvor eine massive Investition im Wert von 1,5 Mrd. US-Dollar in Bitcoin getätigt.

„Die Daten bestätigen es“, wie Lapchik seine Behauptung abschließend untermauert. „Wir haben wieder und wieder gezeigt, dass sich das für Miner im Bitcoin-Netzwerk lohnt.“

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„Spielgeld von Nerds für Kinder“ – Comedian Bill Maher schießt gegen Krypto

Der amerikanische Komiker und Moderator Bill Maher kritisiert die Kryptobranche scharf, wobei dieser besonders an den populären Kryptowährungen Bitcoin und Dogecoin kein gutes Haar lässt, denn diese hätten keinen „echten“ Wert und wären hochgradig umweltschädlich.

Die entsprechende Kritik äußerte der Comedian, der in den USA für seinen provokanten Zynismus bekannt ist, am Freitag im Rahmen seiner Late-Night-Show „Real Time with Bill Maher“. In seinem achtminütigen Monolog bezeichnete Maher Kryptowährungen als „Spielgeld für Kinder“, das nicht in der Realität verortet ist, sondern vielmehr der verzweifelte Versuch von „Nerds“ ist, Wirtschaft und Finanzwelt in die virtuelle Welt zu verlagern.

Dabei hebt er besonders hervor, dass Kryptowährungen keinen „realen“ Wert hätten, was er mit einem Zitat von Investmentguru Warren Buffett untermauert, der in der Tat ein ausgewiesener Kritiker von Bitcoin & Co. ist. So würde deren Wert durch einen „völlig willkürlichen“ Prozess wie Mining bestimmt werden, der keinen Mehrwert schafft, aber Unmengen an Energie verbraucht.

Dahingehend führt der Comedian aus: „Es ist doch ein innerer Widerspruch, dass Milliarden Dollar virtuelles Vermögen geschöpft werden können, ohne dass jemals ein Mehrwert geschaffen wird, ohne dass ein Produkt hergestellt oder eine Dienstleistung verrichtet wird. […] Sehr real ist allerdings die unvorstellbare Menge an Strom, die diese massiven Supercomputer für ihr Mining verbrauchen.“

Dem fügt er an:

„Bitcoin verbraucht mehr Strom pro Transaktion als jede andere Methode in der Geschichte der Menschheit. Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht mehr Strom als über eine Million Visa-Transaktionen, und hat einen CO2-Fußabdruck wie 85.000 Stunden an YouTube-Videos. […] Bitcoin benötigt mehr Energie als Netflix, Apple, Facebook, Microsoft und Google zusammen.“

Dass seine kontroverse Meinung allerdings nicht ganz fundiert ist, räumt der Moderator ein, so benennt er den Erfinder von Bitcoin (BTC) falsch und gesteht ein, dass er Kryptowährungen schlichtweg „nicht kapiert“. Gemäß seiner Intonation ist dies jedoch wohl nur als Stilmittel zu verstehen, mit dem er seine Geringschätzung für die Anlageklasse zum Ausdruck bringt.

In der Krypto-Community stieß der komödiantische Vortrag von Maher erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe (siehe unten), so rät Krypto-Experte Anthony Pompliano zum Beispiel, keine Finanztipps von Komikern zu erbitten, während Binance-Chef Changpeng Zhao das Segment als „traurig“ empfindet.

„Ich liebe Bill Maher, denn er trifft oft den Nagel auf den Kopf, aber seine Meinung über Kryptowährungen ist mir viel zu einseitig“, wie Alex Iskold von 2048 Ventures derweil auf Twitter schreibt. Des Weiteren entgegnet er: „Na klar gibt es Spekulation, aber die Zukunft des Geldes ist digital, und die Blockchain-Technologie hat in diesem Zusammenhang viele, viele Verwendungszwecke.“

Obwohl besonders Mahers bissige Kritik im Stil von „Kryptowährungen sind nur ein Kinderspielzeug“ in der Community aneckt, halten einige Krypto-Anleger seinen Einwand bezüglich deren Umweltschädlichkeit für gerechtfertigt. Der massive Stromverbrauch von Marktführer Bitcoin wird nicht nur in den Medien zunehmend diskutiert, sondern schlägt auch innerhalb der Branche hohe Wellen.

So meinte Alex de Vries, Mitgründer von Digiconomist, im Streitgespräch mit einem weiteren Krypto-Experten jüngst, dass die negativen Auswirkungen auf die Umwelt „schnell völlig außer Kontrolle geraten könnten“. Twitter-Chef Jack Dorsey und Tesla-Chef Elon Musk, die mit ihren Firmen jeweils in Bitcoin investiert haben, stützen wiederum die These, dass die marktführende Kryptowährung dabei helfen kann, erneuerbare Energien optimaler zu nutzen und deren Produktion zu fördern.

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Peking untersucht Auswirkungen von Krypto-Mining auf Stromverbrauch

Die chinesischen Behörden haben Untersuchungen eingeleitet, die ergründen sollen, wie sich das Mining von Kryptowährungen auf den regionalen Stromverbrauch auswirken.

Wie Reuters dementsprechend berichtet, hat die Stadtverwaltung von Peking in dieser Woche eine „Notfallerhebung“ veranlasst, die an alle Betreiber von Rechenzentren in der Hauptstadt ausgestellt wurde. Dadurch will die Behörde in Erfahrung bringen, welche Firmen in Peking am Mining von Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) beteiligt sind und wie hoch ihr Stromverbrauch für diesen Zweck ist.

Ein Sprecher der Behörde bestätigt, dass auch die drei größten Telekommunikationsunternehmen des Landes die Aufforderung zur Informationsangabe erhalten haben. Der genaue Grund für die Erhebung ist allerdings auch der Stadtverwaltung unbekannt, ebenso unklar ist, ob es sich dabei um eine rein städtische oder eine nationale Angelegenheit handelt.

Der Zeitpunkt der Untersuchung ist interessant, denn die Hashrate von Bitcoin, also die für das Mining benötigte Rechenleistung, war Mitte April regelrecht zusammengebrochen, nachdem die chinesische Provinz Xinjiang, die eine der wichtigsten Mining-Regionen ist, massive Stromausfälle zu verzeichnen hatte. Die Hashrate crashte dadurch bis auf ein zwischenzeitliches Tief von 106 Mio. Terahashes pro Sekunde (TH/s), konnte sich jedoch schnell wieder von dem Schock erholen.

Bitcoin-Hashrate in den letzten drei Monaten. Quelle: Ycharts

Dabei ist dies nicht nur für die Miningbranche ein Schreckensszenario, sondern vielmehr für die betroffenen Regionen. Die Behörden aller Länder bemühen sich deshalb umso mehr, wie jetzt in Peking, die Auswirkungen des Minings auf den Stromverbrauch zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So hatte Kirgisistan zum Beispiel jüngst festgestellt, dass das Krypto-Mining einer der Hauptgründe für die Energiekrise des Landes ist. Im Februar hatten die chinesischen Behörden der Inneren Mongolei wiederum gefordert, dass bis Ende April alle Mining-Rechenzentren geschlossen werden müssten.

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