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Dank Bitcoin – Square schlägt Umsatzprognosen um mehr als das Doppelte

Der amerikanische Zahlungsdienstleister Square Inc, der aus Strategie und Überzeugung stark auf Bitcoin setzt, konnte seine prognostizierten Umsätze im vergangenen Quartal dank des Rekordlaufs der marktführenden Kryptowährung verdoppeln.

Der Finanzdienstleister Refinitiv hatte zuvor prognostiziert, dass das Wertpapier von Square im Q1 2021 auf einen Gewinn von 16 Cent pro Aktie kommen würde, allerdings konnte der Zahlungsdienstleister in diesem Zeitraum sogar auf 41 Cent Gewinn je Aktie (EPS) klettern. Der tatsächliche Quartalsumsatz von 5,06 Mrd. US-Dollar schlägt die Prognose von 3,36 Mrd. US-Dollar gleichsam deutlich.

Allein Bitcoin hat dem Unternehmen 3,5 Mrd. US-Dollar Umsatz eingespielt, was einer Steigerung von 1.000 % in den letzten 12 Monaten entspricht.

Der Nettogewinn für das Q1 von Square hat im Jahresvergleich ebenfalls um 79 % zugelegt, und beziffert sich auf 964 Mio. US-Dollar. Mehr als die Hälfte des Gewinns kann dabei auf die Cash App – die mobile Zahlungs-App des Unternehmens, in der auch Kryptowährungen gekauft werden können – zurückgeführt werden. So fuhr die Smartphone-App in den ersten drei Monaten von 2021 insgesamt 495 Mio. US-Dollar Nettogewinn ein, was eine Steigerung von 171 % gegenüber dem Q1 2020 bedeutet.

Obwohl der Finanzdienstleister mit Bitcoin zwar einen massiven Umsatz eingespielt hat, macht die marktführende Kryptowährung lediglich einen Anteil von 75 Mio. US-Dollar am Nettogewinn aus.

„Die Steigerung von Umsatz und Gewinn durch Bitcoin wurde durch den steigenden Bitcoin-Kurs, die zunehmenden Handelsaktivitäten und die steigende Nachfrage bedingt“, wie Square dahingehend erklärt.

In einer Telefonkonferenz zum neuen Quartalsbericht betonte CEO Jack Dorsey, dass sein Unternehmen weiterhin mit Nachdruck darauf hin arbeiten will, dass Bitcoin die Leitwährung des Internets wird:

„Unser Fokus liegt allen voran darauf, Bitcoin zur digitalen Leitwährung zu machen. Dies würde unser Kerngeschäft deutlich effizienter machen. Außerdem sind wir davon überzeugt, dass dies zugleich viele neue Geschäftsmöglichkeiten und eine größere wirtschaftliche Teilhabe auf der ganzen Welt schaffen wird.“

Obwohl Square-Finanzdirektorin Amrita Ahuja zuversichtlich ist, dass die Cash App im Vergleich zum Vorjahr auch weiterhin im dreistelligen Prozentbereich wachsen wird, räumt sie ein, dass allen voran die Corona-Hilfszahlungen an die amerikanische Bevölkerung einen großen Teil zur starken Performance im Q1 beigetragen haben.

„Wir denken, dass unsere Kunden durch die Einmalzahlungen der Regierung mehr Kaufkraft hatten als sonst, wodurch wir besonders im März einen verstärkten Kapitalzufluss festgestellt haben“, so Ahuja. Dem fügt sie an: „Seitdem hat sich der Kapitalzufluss wieder normalisiert, was im April einen Rückgang von 16 % gegenüber dem März bedeutet.“

Square ist eines der ersten Unternehmen – außerhalb der Investmentbranche – das massiv in Bitcoin investiert ist. So hatte der Zahlungsdienstleister im Oktober 4.709 BTC zum damaligen Wert von 50 Mio. US-Dollar angekauft.

Während dieses Bitcoin-Vermögen inzwischen 263,7 Mio. US-Dollar wert ist, liegt Square mit einer weiteren Investition von 20 Mio. US-Dollar für 3.318 BTC im Februar aktuell 170 Mio. US-Dollar im Minus. Die Bitcoin-Gelder der Firma belaufen sich beim momentanen Kursstand auf 472 Mio. US-Dollar.

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Finanzchef von Bridgewater Associates wechselt zu Krypto-Investmentfirma NYDIG

John Dalby legt sein Amt als Finanzdirektor (CFO) beim einflussreichen Hedgefonds Bridgewater Associates nieder und wechselt in gleich Position bei der Krypto-Investmentfirma NYDIG.

„Das Team der NYDIG und ich freuen uns sehr, John bei uns willkommen heißen zu können“, wie CEO und Mitgründer Robert Gurtmann in der entsprechenden Pressemitteilung erklärt. Dahingehend führt er aus:

„Seine Art als Mensch, seine Neugierde und seine Bescheidenheit gepaart mit seiner weitreichenden Erfahrung in der Finanzbranche sind die perfekte Ergänzung für die NYDIG auf unserem Weg, Bitcoin-Investitionsprodukte für institutionelle Investoren zu entwickeln. Die Arbeit mit Bitcoin ist ein Feld, das die besten und schlausten Köpfe anzieht, darunter auch Branchenführer wie John. Die NYDIG hat dabei einzigartige Voraussetzungen, um ihnen die dafür benötigte Plattform, Ressourcen und Unternehmenskultur zu bieten, damit wir Bitcoin für alle als Investitionsprodukt zugänglich machen können.“

Der Hedgefonds Bridgewater Associates wurde bereits1975 von Investmentguru Ray Dalio gegründet und hat sich inzwischen zu einer der einflussreichsten Vermögensverwaltungen überhaupt gemausert. Die NYDIG ist hingegen eine weitaus jüngere Investmentfirma, die unter anderem auf Bitcoin spezialisiert ist und immerhin schon 100 Mio. US-Dollar Investitionskapital einsammeln konnte.

Dalby hatte zuvor auch in leitenden Positionen bei UBS und D.E. Shaw Renewables Investments „weitreichende Erfahrung“ als Führungskraft in der Finanzbranche gesammelt. „Die Entwicklung der NYDIG ist unglaublich“, wie der neu ernannte CFO seinen neuen Arbeitgeber lobt. Dem fügt er an: „Jeden Tag erkennen immer mehr Branchen das Potenzial von Bitcoin und immer mehr Kunden wollen auf sichere Art und Weise investieren.“

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Coinbase-Börsengang: Scaramucci verwundert über ausbleibende Reaktion der Banken

Anthony Scaramucci, ein ehemaliger Kommunikationsdirektor der Regierung Trump und zugleich der Gründer des Hedgefonds Skybridge Capital, zeigt sich verwundert, dass der Börsengang der amerikanischen Kryptobörse Coinbase in dieser Woche bisher keine deutliche Reaktion aus dem Bankenwesen nach sich gezogen hat.

„Ich bin ziemlich überrascht, dass dadurch bei den Banken nicht die Alarmglocken angegangen sind, wie es 1995 bei Microsoft nach dem Börsengang von Netscape geschehen ist“, wie Scaramucci am Freitag dahingehend im Interview mit CNBC erklärt. Allein schon die enge Verzweigung der Kryptobörse mit Bitcoin (BTC) müsste angesichts der aktuellen Stärke der Kryptowährung für Banken Grund zur Sorge sein.

Weiter führt er aus:

„Selbst Bill Gates dachte zunächst, dass das Internet nur eine Modeerscheinung ist. Als dann der Börsengang von Netscape kam, pumpte er plötzlich mehrere Milliarden Dollar in eine Internetstrategie, die den Internet Explorer hervorgebracht hat, und die Microsoft den Umstieg auf das Internet ermöglicht hat. Ich bin überrascht, dass Banken, dass Leute wie Jamie Dimon (CEO von JPMorgan Chase) nicht plötzlich massenweise Geld in einen Coinbase-Klon stecken.“

Damit spielt der Finanzexperte darauf an, dass der Börsengang von Coinbase eine ähnliche Tragweite für die Kryptobranche hat wie das Netscape-IPO damals für die Internetbranche. Auch Michael Novogratz, der CEO von Galaxy Digital, hatte diesen Vergleich jüngst bemüht, und als Meilenstein für Krypto ausgerufen.

„Ich glaube, dies ist ein sehr wichtiger Moment“, wie Scaramucci in dieselbe Kerbe schlägt. Dazu ergänzt er: „In den ersten paar Tagen bewegt sie sich wie Facebook und Google damals.“

„Die Leute sehen zunächst nur die schwache Kursentwicklung kurz nach dem Börsengang, aber schaut euch an, wie sich diese Aktien in den Folgejahren entwickelt haben.“

Dabei war der Einstieg der Coinbase zunächst relativ stark, denn am Eröffnungstag konnte ein zwischenzeitliches Hoch von 429 US-Dollar erzielt werden. Anschließend ging es zurück bis auf knapp 340 US-Dollar, wie die Daten von TradingView zeigen. Die Aktie der Krypto-Handelsplattform wird an der Börse unter dem Kürzel COIN gehandelt, während auf Kryptobörsen eine tokenisierte Version unter dem Ticker FTX im Umlauf ist.

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Volles Pfund – Britische Digitalwährung soll London zu alter Stärke verhelfen

Ein Thinktank fordert, dass Großbritannien ein Digitales Pfund (GBP), also eine eigene Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) entwickelt, um den Status von London als globales Finanzzentrum nach vollzogenem Brexit zu stärken. Die englische Hauptstadt gilt traditionell als Dreh- und Angelpunkt der europäischen Finanzwelt, doch diese Stellung wurde durch den Austritt aus der Europäischen Union (EU) zum Ablauf des Jahres 2020 massiv geschwächt.

Das britische Finanzministerium arbeitet deshalb bereits an Entwürfen, um die City of London wieder zum attraktiven Standort für Banken, Fintech-Unternehmen und Investmentfirmen zu machen, die nach dem Brexit mehrheitlich Amsterdam zur neuen europäischen Hauptschlagader auserkoren haben.

Eine Gruppe aus Europa-Skeptikern und Finanzexperten hat aus diesem Grund den Thinktank CityUnited ins Leben gerufen, der die Unabhängigkeit Großbritanniens stärken und für neue Wachstumschancen sorgen soll. Daniel Hodson, der Vorsitzende von CityUnited, lobt dementsprechend gegenüber Reuters zunächst die Bemühungen der Bank of England hinsichtlich einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung, doch zugleich fordert er, diesen Prozess noch zu beschleunigen.

„Die englische Zentralbank redet bereits von einer CBDC, aber diese muss viel höhere Priorität haben, denn sie ist die Technologie der Zukunft, die eine Vielzahl von Vorteilen mit sich bringen würde, wie zum Beispiel drastisch reduzierte Kosten durch Regulierung in Echtzeit“, wie Hodson dahingehend erklärt.

Der Vorsprung der Chinesen beim Thema CBDC sollte die britische Regierung beunruhigen und unter Zugzwang setzen, wie der CityUnited-Chef meint, denn das Vereinigte Königreich könnte schnell ins Hintertreffen geraten:

„Eine Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) sollte als grundlegendes Fundament gesehen werden, um London wettbewerbsfähig zu machen, ansonsten gräbt China uns das Wasser ab.“

Obwohl China nicht das erste Land wäre, das eine Zentralbank-Digitalwährung herausgibt, diese Ehre haben sich bereits die Bahamas gesichert, würde sich das „Reich der Mitte“ unter den großen Industrienationen wohl den sogenannten First-Mover-Vorteil ergattern, der zu einem uneinholbaren Vorsprung werden könnte, denn die erste marktführende CBDC könnte technische Standards festlegen und bei der Adoption vorauseilen.

Der Digitale Yuan würde in China wohl direkt eine wichtige Rolle spielen, und soll einige Großstädte sogar komplett bargeldlos machen. Die CBDC soll auch schon im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zum Einsatz kommen.

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Kanadas erster Bitcoin-Investmentfonds will nun auch einen Bitcoin-ETF lancieren

Die Investmentfirma 3iQ hat sich mit Coinshares zusammengetan, um gemeinsam einen Bitcoin-ETF in Kanada auf den Markt zu bringen.

Laut einer entsprechenden Ankündigung von 3iQ hat das Unternehmen bereits entsprechende Anträge für einen auf Bitcoin (BTC) basierenden Indexfonds (ETF) bei den kanadischen Aufsichtsbehörden aller 10 Provinzen und 3 Territorien des Landes eingereicht. Falls der Bitcoin-ETF zugelassen wird, soll dieser möglichst noch im April an der Börse von Toronto notiert werden und in den Handel gehen.

Der CoinShares-Geschäftsführer Jean-Marie Mognetti will mit diesem Schritt erreichen, dass „digitale Finanzprodukte für alle Arten von Investoren zugänglich sind“. Der Bitcoin-ETF soll sowohl in US-Dollar unter dem Ticker „BTCQ.U“ als auch in Kanadischen Dollar unter dem Kürzel „BTCQ“ gehandelt werden.

Kanadische Investmentfirmen mausern sich in Nordamerika mehr und mehr zu den Pionieren der Krypto-ETFs, was wohl darin begründet liegt, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC solche Indexfonds bisher nicht durchgewunken hat. Die in Toronto ansässige Purpose Investments hatte bereits im Februar einen Bitcoin-ETF lanciert, woraufhin nun auch die kanadische Ninepoint Partners ihren Bitcoin-Investmentfonds in einen Bitcoin-Indexfonds umwandeln will. Die Evolve Funds Group hatte im März wiederum angekündigt, dass sie bei den Finanzaufsichten von Kanada einen Ether-ETF beantragt hat.

Die 3iQ hatte im April 2020 den ersten kanadischen Bitcoin-Investmentfonds an den Start gebracht. Woraufhin dieser inzwischen mehr als 1 Mrd. US-Dollar Investitionskapital eingenommen hat. Coinshares und 3iQ verwalten zusammengerechnet ein Vermögen in Höhe von 7 Mrd. US-Dollar.

„Wir haben 3iQ genau beobachtet seit sie in Kanada die Tür für Bitcoin-Investitionsprodukte aufgestoßen hat“, wie sich Mognetti zuversichtlich angesichts der Auswahl des Kooperationspartner gibt.

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Schiener-Exklusiv: Siegeszug der Smart-Contracts wird durch „Ghettoisierung“ verhindert

Der aktuelle Hype um die Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) mischt das Internet auf, und im Zuge dessen sind Smart-Contracts gefragter als je zuvor. „Hab ich da was verpasst“, werden sie sich jetzt fragen, doch keine Sorge, denn Smart-Contracts sind weiterhin nur eine Randerscheinung der Kryptobranche, eine Randerscheinung, die allerdings potenziell Milliarden von Dollar schwer ist. Die Krux an der Sache, das vielversprechende Konzept wird in der breiten Wirtschaft noch nicht wirklich genutzt.

Trotz all der Schlagzeilen um Bitcoin und Co. hält sich das Interesse an Smart-Contracts bisher in Grenzen. Das ist wenig verständlich, denn die Fähigkeit sichere und komplexe Geschäftstransaktionen abwickeln zu können, ist eine Zugangshürde, die viele Menschen von einem erfolgreichen Eintritt in die Geschäftswelt abhält. Besonders große Unternehmen sollten händeringend jede sich bietende Chance ergreifen, um die immensen Kosten zu reduzieren, die bei der Abwicklung von Transaktionen durch das rechtliche Prozedere entstehen. Wenn zwei Parteien einen Vertrag schließen, kostet es oftmals Zeit und Geld, damit gegenseitiges Vertrauen entsteht und die vereinbarte Arbeit bzw. Gegenleistung erfüllt wird. Smart-Contracts können diesen Vorgang auf vielen Ebenen vereinfachen und damit für alle Beteiligten drastisch Kosten senken.

Obwohl es sich dabei definitiv nicht um leere Versprechungen handelt, wird diese spannende Entwicklung bisher nur in der Welt der Kryptowährungen eingesetzt. Hier fließen bereits Milliarden an Dollar durch Smart-Contracts, allerdings bleiben diese bisher auf den Rahmen des spekulativen Krypto-Handels reduziert. Was sind Smart-Contracts, und was braucht es, damit diese transformative Kraft allgegenwärtig den digitalen Wandel antreiben kann?

Was macht einen Contract smart?

Zunächst gilt es festzustellen, dass die „schlauen Verträge“ nicht von sich aus smart sind. Dafür, dass sie so schlau sind, haben Smart-Contracts eigentlich sogar einen ziemlich dämlichen Namen, der sich mit SpaceX und Chumbawamba die Hand reichen kann. Der einfachste Weg, um Smart-Contracts zu verstehen, ist sie sich als eine Art Computerprogramme vorzustellen. Wie bei ganz normalen Verträgen, sorgen diese Computerprogramme dafür, dass zwei oder mehr Parteien eine bindende Vereinbarung eingehen. Während normale Verträge (selbst in digitaler Form) verdammt viel Papierarbeit machen, in schwer verständlichem Juristendeutsch formuliert sind und nur im Schneckentempo von den langsamen Mühlen der Bürokratie gemahlen werden, sind Smart-Contracts kurz und bündig, schnell und flexibel.

Smart-Contracts sind ein organisches Produkt der Blockchain-Technologie bzw. der verwandten Distributed-Ledger-Technologien (DLT). Weil DLTs von Natur aus transparent und unveränderlich sind, sind Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit inhärente Eigenschaften von Smart-Contracts. Während es vor der Blockchain-Technologie noch nahezu undenkbar war, einen digitalen Vertrag umzusetzen, da es fast unmöglich war, für beide Seiten Vertrauen und Sicherheit herzustellen, ist dies mit Smart-Contracts problemlos möglich.

Es braucht auch keine rechtlichen Fachkenntnisse und schwurbeligen Formulierungen mehr um einen Vertrag aufzusetzen, denn all dies wird automatisch durch den Programmiercode der smarten Contracts ersetzt. Sobald zwei Parteien einen Smart-Contract eingehen, wird dieser automatisch unter den besten und sichersten Bedingungen für beide Seiten abgeschlossen. Dies spart besonders Unternehmen Zeit und Geld, während sich dadurch zugleich noch eine Fülle an weiteren Geschäftsmöglichkeiten ergibt. Also worauf wartet die Wirtschaftswelt noch? Wieso sind Smart-Contracts noch nicht im Mainstream angekommen?

Ohne Moos nix los

Da die meisten Smart-Contracts auf einem Blockchain-Netzwerk angesiedelt sind, wird für jede Transaktion eine Transaktionsgebühr fällig, um den zugehörigen Block validieren und in der Chain verewigen zu können. Der Grund, weshalb diese Gebühr zwangsläufig anfällt und nicht optional ist, ist dass sie zugleich als Anreiz für die Miner des Netzwerks dient, die Arbeit bzw. Rechenleistung verrichten, um einen neuen Block zu schöpfen. Ohne Gebühr kein monetärer Anreiz für Miner, ohne Miner keine neuen Transaktionen. Doch damit nicht genug, denn die Höhe dieser Gebühren ist zudem stark schwankend, da sie abhängig vom Traffic im jeweiligen Netzwerk und dem Kurswert der zugehörigen Kryptowährung ist.

Wenn man als Unternehmer also Teile seines Geschäfts über Blockchain-basierte Smart-Contracts abwickeln will, sorgen die Transaktionsgebühren wohl eher früher als später für Kopfschmerzen. Wenn man als Verbraucher die Macht der Blockchain nutzen will, um sich bei einer Vertragsschließung zu schützen, dann sind die Transaktionsgebühren von Smart-Contracts ggf. viel zu hoch, um eine tatsächliche Option darzustellen. Die Ideallösung wäre also ein Netzwerk, das keinerlei Gebühren erhebt, doch solange diese zumindest transparent und wertstabil sind, haben Unternehmer und Verbraucher immerhin schon mal Planungssicherheit für ihr Budget.

Das beliebteste Smart-Contract-Netzwerk ist zurzeit Ethereum. Doch der Marktführer befindet sich in einer selbst geschaffenen Zwickmühle, denn je beliebter er wird, desto teurer wird seine Nutzung. Dies ist das genaue Gegenteil eines erfolgreichen Geschäftsmodells, und vielmehr ein alarmierendes Zeichen dafür, dass das Design von Smart-Contracts einen grundlegenden Denkfehler hat.

Gefangen im Ghetto

Zum Vergleich: Die E-Mail hat die Geschäftswelt revolutioniert, doch stellen wir uns vor, lediglich die Nutzer ein und desselben Anbieters könnten untereinander E-Mails schreiben. Wenn das der Fall wäre, würden E-Mails wohl nur in vereinzelten Unternehmen genutzt, aber nicht im breiten Mainstream.

Analog diesem Beispiel verhält es sich derzeit bei Smart-Contracts, denn diese weisen aktuell auch keine solche Interoperabilität auf. Wenn ein Unternehmen also einen „smarten Contract“ mit einem anderen Unternehmen eingehen will, müssen beide Seiten die gleiche Kryptowährung dafür nutzen. Derartige Verträge werden zurzeit also überwiegend nur unter Unternehmen abgeschlossen, die ohnehin eng in einem ähnlichen Geschäftsfeld zusammenarbeiten, doch im Mainstream wird sich diese „Ghettoisierung“ niemals wirklich durchsetzen.

Dementsprechend kann von großen Unternehmen nicht erwartet werden, dass sie sich ausschließlich auf eine Kryptowährung und das dazugehörige Blockchain-Netzwerk spezialisieren, besonders weil die betreffende Kryptowährung massiven Kursschwankungen ausgesetzt sein kann. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass fast jedes Smart-Contract-Netzwerk fest mit seiner originären Blockchain verwoben ist. Eine Situation ohne Ausweg, denn die Schaffung von Kompatibilität zwischen den einzelnen Netzwerken ist eine regelrechte Mammutaufgabe.

Wer ist hier der Boss?

Die oben genannten Probleme können letztendlich nur von der Krypto-Community als Ganzes gelöst werden, indem deren Entwickler auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Allerdings gibt es noch weitere Stolpersteine, denn auch Umweltbelastung durch Mining, Verzögerungen bei der Abwicklung von Transaktionen, das Einrichten privater Netzwerke auf öffentlichen Blockchains und Oracles, die erst die Einbindung von externen Daten auf Blockchains möglich machen, sind allesamt Problemstellungen, die ebenfalls gelöst werden müssen.

Eine weitere große Aufgabe, aus einer völlig anderen Kategorie, ist die rechtliche Zuständigkeit. Dies kann die Krypto-Community nicht allein lösen. Das Vertragsrecht sieht in all seinen Ausführungen immer vor, dass in einem Vertrag die rechtliche Zuständigkeit geklärt sein muss. Dementsprechend gibt es ganze Branchen, die sich damit befassen, wer in welchem Fall haftet und welche Konsequenzen gezogen werden.

Smart-Contracts sind auch in dieser Hinsicht eine völlig neue Evolutionsstufe für das Konzept der rechtlichen Zuständigkeit. Juristisch gesehen bewegen sich Kryptowährungen in einem völlig neuen, unbekannten Hoheitsgebiet. Eine Vereinbarung, die auf eine dezentralisierten, globalen Netzwerk aus Computern besteht, die auf einer Währung basiert, die keiner zentralen Regierung unterliegt und die von einem Open-Source Programmiercode ausgeführt wird, ist juristisch schwer zu fassen, geschweige denn einem festen „Ort“ zuzuordnen. Es hat schließlich einen Grund, weshalb Kryptowährungen bisher noch kaum reguliert sind. Nicht umsonst wird die Kryptobranche oftmals als „Wilder Westen“ tituliert. Wenn man einen Smart-Contract eingeht und die andere Seite ihre Vereinbarung bricht, an welches Gericht wendet man sich dann?

Die Lösungen für all diese Probleme werden sich mit voranschreitender Entwicklung der Distributed-Ledger-Technologien ergeben. Dabei obliegt es Regierungen und Aufsichtsbehörden der Welt, einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der Smart-Contracts und Blockchain-Transaktionen ordnungsgemäß regulieren kann. Zugleich werden diese neuen Technologien jedoch nie die nötige Akzeptanz bekommen, solange sich die Entwicklerteams der Kryptobranche wie die gierigen Goldgräber im Kalifornien des 19. Jahrhunderts verhalten. Es ist jetzt wichtiger denn je, dass die Community wahrhaft gemeinschaftlich denkt und auf die Massentauglichkeit hinarbeitet, anstatt in einer Ellenbogengesellschaft zu verharren, in der jeder sich selbst der Nächste ist.

Der vorliegende Artikel ist eine redaktionelle Übersetzung des englischen Originaltextes, den der deutsche IOTA-Chef Dominik Schiener exklusiv für Cointelegraph verfasst hat. Obwohl sich Wortlaut und Intention nah an das Original halten, handelt es sich nicht um die eigenen Worte von Schiener.

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Dominik Schiener ist einer der Mitgründer und Geschäftsführer der IOTA Foundation, der federführenden Organisation hinter IOTA, die in Berlin ihren Sitz hat. In seiner Funktion ist Schiener allen voran für die Bildung neuer Partnerschaften und für die strategische Gesamtumsetzung des Projekts verantwortlich. IOTA ist ein DLT-Netzwerk, das Kryptowährungen mit dem Internet of Things verbindet. Das ambitionierte Ziel des deutschen Projekts ist nichts Geringeres als der Aufbau der „Machine Economy“.

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Datendienst Chainalysis profitiert vom „erhöhten Interesse“ an der Kryptobranche

Der Krypto-Datendienst Chainalysis konnte sein Firmenkapital durch mehrere Investitionen um 100 Mio. US-Dollar steigern, darunter auch eine Finanzspritze des Salesforce-Geschäftsführers Marc Benioff.

Wie am Freitag aus einem CNBC-Bericht hervorgeht, führt Chainalysis-CEO Michael Gronager den Erfolg der entsprechenden Finanzierungsrunde auf ein „erhöhtes Momentum“ in der Kryptobranche zurück.

„Der Blockchain-Datendienst Chainalysis hat in einer Series D Finanzierungsrunde, die von Paradigm angeführt wurde, 100 Mio. US-Dollar eingenommen, wodurch die Unternehmensbewertung auf mehr als 2 Mrd. US-Dollar steigt“, wie es in der zugehörigen Pressemitteilung vom Freitag heißt. Und weiter: „Vorherige Investoren wie Addition und Ribbit haben ihre Investitionen ausgebaut, während nun auch neue Investoren wie TIME Ventures, der Investmentfonds von Marc Benioff, eingestiegen sind.“

Auf Nachfrage von Cointelegraph, wofür das Investitionskapital genutzt werden soll, erklärt Chainalysis-Kommunikationschefin Maddie Kennedy, dass „das Dienstleistungsangebot in der Datenverarbeitung ausgebaut werden soll“. Dem fügt sie an:

„Wir werden allen voran in Software für Compliance und Ermittlung investieren, aber wir werden auch neue Datenprodukte entwickeln, die sowohl unsere bestehenden Kunden als auch neue Kunden ansprechen sollen.“

Chainalysis will sich dabei verstärkt auf Krypto-Unternehmen, Vermögensverwaltungen, Finanzdienstleister, Regierungsbehörden und ähnliche Kunden fokussieren.

Regierungsbehörden bemühen sich immer mehr um rechtliche Klarheit und die Durchsetzung von Strafverfolgung in der Kryptobranche. Kennedy sieht diese verstärkten Regulierungsbemühungen, bei der ihr Datendienst eine wichtige Hilfe sein kann, als wichtigen Schritt für die Adoption der Anlageklasse:

„Durch die Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden, besonders indem wir die Transparenz von Kryptowährungen verdeutlichen, konnten sich Kryptowährungen im Mainstream etablieren. Sobald Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden keine Bedenken mehr haben, trauen sich Finanzinstitute und Großunternehmen in den Markt. Wir freuen uns, dass wir durch die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern aus Privatwirtschaft und Regierung dazu beitragen können, Kryptowährungen zu einem legitimen Teil des globalen Finanzsystems zu machen.“

Im September 2020 hatte Chainalysis einen Auftrag in Höhe von 625.000 US-Dollar vom amerikanischen Finanzamt IRS zugesprochen bekommen, um Transaktionen der Anonymitäts-Kryptowährung Monero (XMR) nachzuverfolgen.

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Polkadot ist als nächste Kryptowährung bei „Zufahrtsrampe“ Simplex verfügbar

Die Kryptowährung des Blockchain-Projekts Polkadot wird in den Service der „On-Ramp“ von Simplex aufgenommen.

Zur Erinnerung: Eine „On-Ramp“ ist eine wortwörtliche „Zufahrtsrampe“ in den Kryptomarkt. Hierüber können Nutzer mit ihrer jeweiligen Landeswährung Kryptowährungen ankaufen, was den Einstieg in den Markt überhaupt erst ermöglicht.

Wie aus einer entsprechenden Ankündigung hervorgeht, bindet Simplex ab sofort Polkadot und die zugehörige Kryptowährung DOT ein, wodurch diese per Kreditkarte, Debitkarte, Banküberweisung oder Apple Pay direkt über den Service erworben werden kann. Erklärtes Ziel von Simplex ist es, „die Massentauglichkeit und breite Adoption von Kryptowährungen“ zu erreichen. Die Integration von DOT wäre demnach ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Simplex ist ein wichtiger Bestandteil der Branche, der unter anderem als Dienstleister für die großen Kryptobörsen Binance und OKCoin fungiert. Das Unternehmen kooperiert inzwischen schon mit mehr als 350 Krypto-Firmen, und ermöglicht den direkten Kauf von mehr als 50 Kryptowährungen. Der letzte große Coup war die Einbindung des eigenen Services in den bekannten Browser Opera.

Krypto-Projekte, die sich dem beitretenden Polkadot-Netzwerk angeschlossen haben, konnten den Wert ihrer Kryptowährungen in den letzten Monaten merkbar erhöhen. So haben Ren (REN), das Ocean Protocol (OCEAN) und das Celer Network (CELR) allesamt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Interoperabilität von Blockchain-Netzwerken geleistet, die Polkadot anstrebt. Dadurch hat sich wiederum das Handelsvolumen und die Nutzeranzahl der betreffenden Projekte gesteigert, was auch deren Kurse in die Höhe getrieben hat. Allein der Kurs von CELR hat im Zeitraum von Januar bis März um mehr als 240 % hinzugewonnen.

Bei Redaktionsschluss beläuft sich der Kurs von DOT auf 35,85 US-Dollar, was seit dem 1. Januar ein Plus von über 300 % bedeutet.

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Chinas MicroStrategy? – Meitu investiert weitere 50 Mio. US-Dollar in BTC und ETH

Der chinesische Technologiekonzern Meitu hat bekanntgegeben, weitere 50 Mio. US-Dollar in Ether und Bitcoin investiert zu haben, wodurch dessen Ausgaben für Kryptowährungen in diesem Monat insgesamt auf knapp 90 Mio. US-Dollar ansteigen.

Das in Hongkong und China börsennotierte Unternehmen hat am gestrigen 17. März dementsprechend für 21,6 Mio. US-Dollar 386,08 BTC gekauft und für 28,4 Mio. US-Dollar 16.000 ETH erworben. Der jüngste Ankauf folgt auf eine ähnliche Investition vom 5. März, bei der für 22,1 Mio. US-Dollar 15.000 ETH und für 17,9 Mio. US-Dollar 379 BTC akquiriert wurden.

In seiner aktuellen Bekanntmachung begründet das Unternehmen diese Investitionsentscheidung damit, dass sich Kryptowährungen noch in einer Frühphase befindet, weshalb der Zeitpunkt jetzige günstig sei. Zudem ist der Konzern überzeugt, dass die Blockchain-Technologie geradezu revolutionäres Potenzial für die Finanzbranche und Technologiebranche besitzt:

„Der Vorstand ist der Ansicht, dass sich die Blockchain-Branche noch in einer frühen Phase befindet ähnlich wie Internet für Mobilgeräte im Jahr 2005. Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand überzeugt davon, dass Kryptowährungen noch viel Raum für eine beträchtliche Wertsteigerung haben.“

Darüber hinaus verweist der Konzern darauf, dass Tesla und MicroStrategy einen Trend unter den institutionellen Investoren losgetreten haben, der die Adoption von Bitcoin im Mainstream zunehmend etabliert.

Die Meitu ist 2016 in China und Hongkong an die Börse gegangen. Der Konzern hat unter anderem die App MeituPic entwickelt, die es Nutzern ähnlich wie Photoshop ermöglicht, Bilder zu bearbeiten. Allen voran in China, Hongkong und Taiwan erfreut sich die App großer Beliebtheit.

Nach der ersten Investition vom 5. März stellte ein chinesischer Journalist fest, dass es sich bei Meitu um „das erste börsennotierte Unternehmen aus China handelt, das eine große Menge Bitcoin gekauft hat“.

Nichtsdestotrotz bleibt es unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft viele weitere chinesische Großkonzerne ebenfalls massiv in Kryptowährungen investieren werden, denn die Gesetzeslage um diese ist im „Reich der Mitte“ weiterhin ziemlich uneindeutig. So erkennt China Bitcoin zwar als virtuelle Commodity an, verbietet jedoch den Ankauf über Handelsplattformen im Austausch gegen Fiatwährungen.

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Marktkapitalisierung von Bitcoin überholt Südkoreanischen Won

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin hat erneut die psychologisch wichtige 1 Bio. US-Dollar Marke geknackt. Im Zuge dessen hat die marktführende Kryptowährung nun sogar die südkoreanische Landeswährung überholt.

Wie aus den Daten von AssetDash hervorgeht, kommt Bitcoin (BTC) bei Redaktionsschluss auf eine Marktkapitalisierung von 1,057 Bio. US-Dollar. Damit ist der Krypto-Marktführer größer als Südkoreas Won (KRW), der Stand Ende Dezember 2020 auf eine geschätzte Umlaufmenge von 1.178.748.600.000.000 KRW kommt, was wiederum einem Gegenwert von knapp 1,04 Bio. US-Dollar entspricht.

Bitcoin konnte erstmals im Februar die 1 Billion knacken, was maßgeblich durch die massive 1,5 Mrd. US-Dollar Investition des innovativen Autobauers Tesla begünstigt wurde. Durch die Investition des einflussreichen Unternehmens war der Kurswert der Kryptowährung am 20. Februar auf ein neues Rekordhoch von über 57.000 US-Dollar geschossen.

Aktuell ist der Kurs wieder in Schlagweite einer neuen Bestmarke, nachdem in dieser Woche die 57.000 US-Dollar nochmals übersprungen wurden. Damit kann Bitcoin langsam sogar Alphabet, den Mutterkonzern von Google, ins Fadenkreuz nehmen, der zurzeit eine Marktkapitalisierung von 1,4 Bio. US-Dollar aufweist. An Großinvestor Tesla und dem chinesischen Technologiekonzern Tencent konnte der Krypto-Marktführer bereits ebenfalls vorbeiziehen.

Apple liegt derweil noch deutlich von Bitcoin entfernt. Allerdings brauchte das Unternehmen selbst 40 Jahre, um die Hürde von 1 Bio. US-Dollar zu knacken. Die marktführende Kryptowährung hat dieses Ziel schon in nur 12 Jahren erreicht. Google musst auf diesen Moment immerhin 22 Jahre warten.

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