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Tokenisierung: Chancen für den Energiemarkt | BTC-ECHO

In seinem Gastbeitrag widmet sich Prof. Dr. Christof Weinhardt vom Karlsruher Institut für Technologie dem Themenspektrum der Tokenisierung und klärt die Frage, welche Chancen das Feld für den Energiemarkt biete.

Energienetze im Wandel

Um die durch Klimawandel verursachte Erderwärmung zu begrenzen, ist eine Dekarbonisierung unserer Energieversorgung unerlässlich. Die damit verbundenen weltweiten Anstrengungen zur Erzeugung erneuerbarer Energien führen zu einem Wandel der Energiesysteme. Große Kohle- und Atomkraftwerke werden zunehmend durch Wind- und Solarparks, aber auch in immer größerem Maße durch dezentrale Energieerzeugungsanlagen ersetzt. Mithilfe von Biomasse oder privaten Solaranlagen kann Strom lokal produziert und durch eine Elektrifizierung des Energiebedarfs insgesamt z.B. durch Elektrofahrzeuge auch lokal flexibel verbraucht werden. Setzt man beide Systeme richtig ein, können dezentrale Energiesysteme dabei helfen, Lastspitzen im Netz zu senken und Kosten für den Netzausbau zu verringern. Denn aktuell wird erneuerbarer Strom in Deutschland hauptsächlich von großen Windparks im Norden erzeugt, aber vor allem im industrieschweren Süden benötigt. Dies erfordert den Bau großer Nord-Süd-Stromtrassen, die zum einen viel Geld Kosten, zum anderen insbesondere bei der Bevölkerung unbeliebt sind. Hier besteht also ein großes Potenzial für den Einsatz dezentraler Flexibilitäten. Einsatzmöglichkeiten für Tokenisierung bestehen im Energienetz insbesondere in der Abwicklung solcher dezentralen Märkte und in der Koordination von Nachfrageflexibilitäten und Erzeugungsspitzen.

Tokenisierung ist die digitale Abbildung von Vermögenswerten

Tokenisierung ist ein Prozess, bei dem Vermögenswerte durch digitale Token abgebildet werden. Diese Token können auf einer Blockchain transferiert, gespeichert oder verändert werden und stellen die Eigentumsverhältnisse des Vermögenswerts dar. Damit ist der Begriff der Tokenisierung nicht auf einen einzelnen Markt, wie beispielsweise den Energiemarkt, beschränkt. Es können sowohl physische, als auch nicht-physische Vermögenswerte tokenisiert werden. Bekannte Anwendungsfälle für Tokenisierung sind die digitalen Abbildungen von Immobilien und Rohstoffen, Patent- und Lizenzrechten, Schuldverschreibungen, sowie Kunstgegenständen und anderen Luxusgütern.

Tokenisierung ermöglicht neue Märkte, erhöht Markteffizienz und schafft klare Eigentumsververhältnisse

Es gibt zahlreiche Vorteile von Tokenisierung. Sie erleichtert den Handel mit Vermögenswerten, die zuvor nur schwer oder gar nicht gehandelt werden konnten, wie z.B. digitaler Kunst oder von Echtzeitzertifikaten erneuerbarer Erzeugung. Tokenisierung schafft damit nicht nur neue Märkte, sondern erhöht auch die Liquidität in zuvor illiquiden Märkten. Investoren haben zudem die Möglichkeit, einen Teil eines unteilbaren Vermögenswertes unkompliziert zu erwerben. Durch den direkten Transfer auf der Blockchain fallen Intermediäre weg, was die Markteffizienz erhöht. Außerdem wird der Handel mit Vermögenswerten sicherer. Die Blockchain ist ein öffentliches und unveränderliches Register, in dem die Eigentumsverhältnisse von Vermögenswerten eindeutig geklärt sind und jederzeit eingesehen werden können.

Tokenisierung ermöglicht eine sichere Abwicklung dezentraler Energiemärkte

Auf lokalen Energiemärkten können Haushalte untereinander lokal generierten Strom handeln. Dadurch werden die Teilnehmenden stärker in ihre eigene Erzeugung involviert und lokale Wertschöpfung rückt in den Fokus. Mit der Tokenisierung solcher Energiesysteme durch die Blockchain-Technologie lässt sich zum einen der Energiehandel, zum anderen die Steuerung lokaler Energieressourcen dezentral nachvollziehen. Hier gilt dem Schutz der Privatsphäre im Hinblick auf Energieverbrauchsdaten höchste Priorität. Gerade die soziale Nähe in lokalen Energiegemeinschaften sorgt dafür, dass die meisten Teilnehmenden sich persönlich kennen. Aus technischer Sicht sind lokale Energieinitiativen in Deutschland, wie etwa das Landau Microgrid Project (LAMP) des KIT, in der Lage, Blockchain-Technologie bei sich umzusetzen.  Ein grundlegendes Verständnis über die Funktionalität und Architektur einer Blockchain-Anwendung existiert und wurde in Modellversuchen auch bereits umgesetzt. Auch aus der Perspektive des lokalen Marktes, in dem die Koordination von Energieangebot und Nachfrage vermittelt wird, ist eine Tokenisierung möglich. 

Auch in anderen Peer-to-Peer-Energiemarktprojekten wird Tokenisierung mithilfe der Blockchain-Technologie genutzt, um ein hohes Maß an Prozesssicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Dazu gehören zum Beispiel das Projekt Pebbles der Allgäuer Überlandwerke oder das im Jahr 2020 abgeschlossene Quartierstrom-Projekt im schweizerischen Kanton St. Gallen.

Tokenisierung als Herkunftsnachweis für erneuerbaren Strom

Durch den Bezug von Ökostrom mit einem Ökostromtarif kann man in seinem Haushalt mit gutem Gewissen ein Elektrofahrzeug anschaffen, schließlich wird der benötigte Strom ja nachhaltig, also klimafreundlich produziert. Aber stimmt das überhaupt? Können Kund:innen nachvollziehen, woher ihr Strom stammt? Zwar lässt sich über den Herkunftsnachweis prinzipiell zeigen, dass ein Stromanbieter sein Angebot aus regenerativen Quellen bezieht, letztlich speisen aber alle Anlagen in dasselbe Netz ein, unabhängig davon, ob der produzierte Strom nachhaltig ist. Eine exakte Zuordnung der geflossenen Strommenge ist somit nicht möglich. Ein Herkunftsnachweis auf Blockchain-Basis könnte hier Abhilfe schaffen. In verschiedenen Pilotprojekten untersucht beispielsweise die EnBW, wie mit solchen Nachweisen der tatsächliche Stromfluss transparent und fälschungssicher nachverfolgt werden kann. Durch den Einsatz intelligenter Stromzähler können Kund:innen damit in Echtzeit sehen, aus welcher Anlage ihr Strom tatsächlich stammt.

Das Potenzial zur Tokenisierung im Energiemarkt ist noch nicht ausgeschöpft

Neben den bereits genannten Einsatzmöglichkeiten von Tokenisierung im Energiesektor sind noch weitere Anwendungsfelder denkbar. Eine Möglichkeit ist die Dokumentation von Bezugsrechten bei gemeinsamer Nutzung einer Solaranlage oder eines Batteriespeichers. Außerdem ermöglicht Tokenisierung eine flexiblere Aufteilung des Stromverbrauchs zwischen mehreren Parteien. Statt wie bisher nur einen Energieversorger zu haben, könnten Haushalte oder die Industrie so Verträge über anteilige Versorgung oder feste Bezugsmengen mit mehreren Energieversorgern schließen. Eine genauere Beschreibung dieser Möglichkeiten liefert ein Whitepaper der EnBW. Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Tokenisierung im Energiemarkt ist eine Erweiterung des Blockchain-Herkunftsnachweises über die Sektorengrenzen hinaus. Bei der Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse oder den Betrieb von Wärmepumpen ermöglicht Tokenisierung eine ganzheitliche Nachverfolgung des Weges von der Stromquelle bis hin zum Endverbrauch. 

Prof. Dr. Christof Weinhardt ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Boerse Stuttgart Digital Ventures GmbH.

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DeFi und Tokenisierung zusammen gestalten das Finanzsystem neu

DeFi, kurz für dezentrales Finanzwesen, ist momentan ohne Zweifel eines der heißesten Themen im Blockchain-Bereich. Dutzende von Projekten konkurrieren in verschiedenen Segmenten, darunter Kreditvergabe, Derivate, Zahlungslösungen, dezentraler Handel und Versicherungen. Ein Gastbeitrag von Nicolas Weber und Paul Zimmermann.

Das in DeFi gebundene Geldvolumen wuchs von unter 1 Milliarde Dollar Ende 2019 auf mehr als 80 Milliarden Dollar zum Zeitpunkt des Schreibens (April 2021). Diese Zahl deutet jedoch immer noch auf ein frühes Stadium hin, wenn man Vergleiche mit dem ICO-Wahn von 2017 anstellt. Während DeFi explodierende Renditen und Inklusion für alle verspricht, sind die größten Hürden bisher die Zugänglichkeit und die KYC-lose Struktur vor allem für die traditionelle Finanzbranche und ein Mangel an Liquidität, da reale Vermögenswerte selten integriert werden. Tokenisiertes Eigenkapital und Vermögenswerte können hier Abhilfe schaffen, indem sie die Lücke überbrücken und somit Liquidität bereitstellen. Nun kann die reale Welt durch einen rechtlichen Wrapper in Form von ERC-20-Token im Einklang mit dem Liechtensteiner Token-Gesetz effizient in DeFi integriert werden. Nichtsdestotrotz muss man zunächst verstehen, was DeFi ist, die potenziellen Herausforderungen analysieren und allgemein die Aufklärung über dieses Thema fördern. Dieser Artikel wird einige Einblicke geben und eine Lösung für die Kombination von Tokenisierung und DeFi vorstellen – die beiden potenziell wichtigsten “Killer Apps” der Blockchain.

Tokenisierte Assets und Entitäten verwandeln DeFi in eine reale Anwendung

“Wenn Bitcoin bewiesen hat, dass ein globales digitales Wertaufbewahrungsmittel möglich ist, dann hat Ethereum in diesem Jahr bewiesen, dass ein ganzes dezentrales Finanzökosystem (DeFi) unvermeidlich ist.” Mit diesen Worten beginnt der Q4 2020 DeFi-Report von Consensys über das DeFi-Ökosystem auf Basis von Ethereum. Der Sommer 2020 stand, abgesehen von einem globalen Pandämonium, ganz im Zeichen des DeFi-Hypes. Zumindest in der noch vergleichsweise überschaubaren Blockchain-Szene.

DeFi hat die Erwartungen vieler Beobachter und Analysten deutlich übertroffen und kann auf Wachstumszahlen von überwältigendem Ausmaß verweisen. Aber auch nach einer kurzen Pause im 4. Quartal 2020 haben die letzten Wochen wieder einmal gezeigt, dass diese Entwicklung erst am Anfang steht. Der Gesamtwert der in DeFi-Protokollen gebundenen US-Dollar ist in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Gesamtwert, der im Defi gebunden ist (USD), (Quelle: defipulse.com)

In der Krypto-Szene gelten bekannte Phrasen wie “wir sind noch früh dran” besonders für den DeFi-Sektor. Vergleicht man die Zahlen der traditionellen Finanzwelt, kommt man selbst bei konservativen Hochrechnungen zu dem Schluss, dass DeFi noch viel größer werden kann. Allerdings können Begriffe wie dezentrales Lending, Staking, Flash Loans und Yield Farming den Leser recht schnell verwirren. Hier hat sich eine ganz eigene Welt entwickelt, die zumindest eine gewisse Lektüre einschlägiger Krypto-Magazine erfordert, um sie zu verstehen. Ziel dieses Artikels ist es nicht, den Leser zu einem ausgewiesenen DeFi-Spezialisten zu machen, sondern vielmehr zu versuchen, die Vorteile einer dezentralen Finanzwelt zu erläutern und insbesondere zu untersuchen, wie sich DeFi und Tokenisierung kombinieren lassen.

Letztes Jahr kündigte Metamask an, dass das Metamask Krypto-Wallet Token-Swaps direkt innerhalb der Browser-Erweiterung ermöglichen wird. Daher wird Metamask einen Fuß in die Tür der DEX Aggregation Geschäft Sourcing Liquidität über alle dezentralen Börsen und Aggregatoren bekommen. Diese und viele weitere Schlagzeilen beweisen, dass DeFi eine Kraft ist, mit der in der Zukunft zu rechnen ist. Durch die Integration von tokenisierten Vermögenswerten und Aktien in DeFi-Protokolle können die Funktionen von zum Beispiel bestehenden Liquiditätspools und Zins-basierten Protokollen effektiv auf reale Vermögenswerte angewendet werden. So wird die Mainstream-Akzeptanz für DeFi gefördert. Mit der Tokenisierung werden aber auch Funktionen wie Atomic Swaps oder Flash Loans für Real-World-Assets möglich. Dies wird die derzeitige Illiquidität im DeFi-Sektor deutlich verjüngen und auch aus Sicht der CeFi (Centralized Finance) weitaus vielfältigere Möglichkeiten für Investitionen ermöglichen. Tokenization überbrückt effizient die Lücke zwischen diesen beiden Welten.

Halbautomatische Kredit- und Handelssysteme auf Blockchain-Netzwerken sind die Zukunft des Finanzwesens. Das Ausschalten von Zwischenhändlern und die Demokratisierung des Zugangs durch Blockchain-basierte Governance-Modelle schaffen hier Raum für neue Lösungen. Theoretisch kann jeder, der eine Verbindung zum Internet hat, DeFi-Protokolle nutzen. Einzelpersonen auf der ganzen Welt können nun Finanztransaktionen effizienter und kostengünstiger abwickeln, insbesondere im Vergleich zum globalen Überweisungsmarkt. Derzeit erfordert dies noch, dass die Nutzer Krypto-Assets besitzen. In naher Zukunft wird jeder Zugang zu Blockchain-basierten Finanzsystemen haben, sobald FIAT-pegged Stablecoins eine legitime Quelle für den Austausch von Geld in und aus beiden Welten, den klassischen Finanzsystemen (off-chain) und den Blockchain-basierten Systemen (on-chain), geworden sind. Besonders in Schwellenländern wie Asien oder Afrika könnte DeFi enorme Auswirkungen haben. Einige Volkswirtschaften von Entwicklungsländern könnten alte Innovationen in Europa wie das aktuelle Bankensystem überholen. 

Der Besitz von realen Vermögenswerten und Aktien gewährt Ihnen keinen Zugang zu DeFi. Aber wenn sie unter voller Einhaltung des Gesetzes tokenisiert werden, können diese Vermögenswerte tatsächlich effektiv integriert werden. Mit Amazing Blocks hat man die Flexibilität, jeden Vermögenswert in Übereinstimmung mit dem Liechtensteiner Token-Gesetz zu tokenisieren und daher könnten sogar illiquide Vermögenswerte in DeFi-Protokolle gesperrt werden. Dies wird DeFi dringend benötigte Liquidität verschaffen, da der gesamte Finanzsektor mehr als 26 Billionen Dollar wert ist. Nun haben auch Personen, die sich nicht mit Krypto auskennen, die Möglichkeit, daran teilzunehmen, da ERC-20-Token, die über das Tokenpad generiert werden, nahtlos integriert werden können. Das jeweilige Token-Container-Modell in Liechtenstein garantiert, dass jeder Token eine digitale Repräsentation des realen Vermögens ist.

Ein interessanter Anwendungsfall sind zum Beispiel Kollateral. Das Kollateral hat eine wichtige Funktion in einigen der etabliertesten Protokolle wie Aave, Compound oder MakerDAO und ist auch in der traditionellen Finanzwelt ziemlich relevant. Hier muss man sich an eine Institution wie z.B. eine Bank wenden, die eine bestimmte Sicherheit wie z.B. eine Immobilie verlangt. Im Vergleich zu DeFi-Kreditpools sind Banken durch eine hohe Regulierungslast, ein begrenztes Kreditangebot und niedrige Zinssätze eingeschränkt. Im Gegensatz dazu werden bei DeFi-Protokollen die Regeln konsequent von der Gemeinschaft bestimmt und es ist kein Mittelsmann für die Kreditaufnahme notwendig. Auch ist der Gesamtprozess wesentlich dynamischer, da Fragmente der jeweiligen Assets (z.B. Immobilien) 24/7 handelbar sind. Eine garantierte Fungibilität wird folgen. Dies wird nicht nur Billionen von Dollar freisetzen, sondern auch Liquidität und einen entscheidenden Anwendungsfall für die Verschmelzung dieser beiden Welten bieten. Nun wird der Kreditmarkt, der schändlicherweise durch Subprime-Kredite für den Crash von 2008 verantwortlich ist, transparent durch Code und Community gesteuert.

Eine weitere Möglichkeit für tokenisierte Assets, reale Anwendungsfälle zu ermöglichen, ist die Nutzung von DEXs (dezentralen Börsen) und Tauschprotokollen wie Uniswap. Während das tägliche Handelsvolumen hier floriert, stammen viele Trades aus Spekulationen über neu gegründete Projekte und zukünftige Gewinne. Dies wird jedoch allmählich nachlassen und Liquidität gepaart mit realen Anwendungsfällen – und nicht nur ein GitHub-Code zu Zeiten – wird erforderlich sein, um ein nachhaltiges Wachstum zu erreichen. Darüber hinaus ist das Fehlen von KYC und AML ein erheblicher Problempunkt, insbesondere für die Aufsichtsbehörden. Durch die Ermöglichung von KYC- und AML-Verfahren für tokenisiertes Eigenkapital, Vermögenswerte und Entitäten in DeFi-Protokollen kann dieser Punkt für die Aufsichtsbehörden in der Zukunft entschärft werden. Auf der einen Seite wird Liquidität für DEXs und Swaps bereitgestellt, indem der traditionelle Finanzsektor Zugang zu diesem Markt erhält. Auf der anderen Seite werden regulatorische Aspekte durch die Nutzung der Dienste von Amazing Blocks und damit die rechtliche Konformität mit dem disruptiven Liechtensteiner Token-Gesetz berücksichtigt. Liechtenstein als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) gewährt zudem ein EU-Passporting.

Das Einbinden von Krypto-Token in DeFi-Protokolle hat sich in letzter Zeit zu einem wichtigen Trend entwickelt, wie in Abbildung 2 unten dargestellt. Folglich reift der Markt in dieser Hinsicht und schafft die Voraussetzungen dafür, dass tokenisierte Assets nachziehen. Akteure in diesem Bereich, die dieses Modell bereits nutzen, z.B. mit ETH, werden in der Lage sein, beim Onboarding neuer Akteure einschließlich Tokenisierung zu helfen.

Abbildung 2: ETH gespeichert in DeFi-Protokollen (Quelle: defipulse.com).

Die Adressierung des Sekundärmarktes ist ein wesentliches Thema der Tokenisierung. DeFi und generell der Kryptomarkt könnten die Lösung sein. Aber was sie nicht bieten, sind greifbare Vermögenswerte mit garantiertem zukünftigem Wachstum und realem Nutzen. Die meisten DeFi-Token, wie die des innovativen YearnFinance, sollen komplexe Protokolle regeln, müssen aber in der realen Welt verfügbar sein. Darüber hinaus haben Token ein begrenztes Angebot, bei dem Probleme mit fallenden Token-Preisen durch inflationäre Maßnahmen den Wohlstand in der Zukunft beeinträchtigen können. Das Problem dabei ist, dass die Stiftung immer wieder nur einen kleinen Teil des Gesamtangebots freigegeben hat und die restlichen Token nach und nach freigeben wird. Infolgedessen kann es zu deutlich fallenden Preisen kommen, die große Teile des Ökosystems vergraulen. Dies liegt daran, dass diese Token oft nur als Investition betrachtet werden, aber nicht zum tatsächlichen Regieren verwendet werden. Ein großartiges Beispiel hierfür ist die jüngste “Black Thursday Vote” von MakerDAO. Hier waren nur 8,74 % der Inhaber an der Entscheidung über die Entschädigung der vom Hack betroffenen Inhaber beteiligt. Durch das Sperren von tokenisierten realen Vermögenswerten innerhalb dieser Protokolle werden jedoch weit mehr Menschen langfristige Nutzer dieser Ökosysteme sein. 

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Ethereum: Neue Chainalysis-Studie zeigt massives Wachstum

Das Blockchain-Analyse-Unternehmen Chainalysis hat mit Bitcoin, Ethereum und Stablecoins drei wichtige Säulen der Krypto-Wirtschaft auf den Seziertisch gelegt.

Chainalysis hat im jüngsten Report die Ökosysteme von Bitcoin, Ethereum und Stablecoins miteinander verglichen. Untersucht wurden unter anderem das Transaktionsvolumen, die Entwicklungs-Aktiviäten und das Investitionsverhalten der Holderinnen und Holder. Die Ergebnisse des Krypto-Vergleichs bestätigen einige gängige Narrative um Bitcoin und Co. und zeigen ein massives Wachstum bei Ethereum auf.

Bitcoin: Das am meisten “gehodlete” Asset

So spiegelt sich die allgemeine Auffassung von Bitcoin als digitalem Gold auch in der Datenerhebung von Chainalysis wider. Die Analyst:innen haben festgestellt, dass BTC für die langfristige Geldanlage Verwendung findet. Dafür haben sie (non-custodial) Wallets für Bitcoin, Ethereum und USDT nach dem Verhältnis aus aktuell gehaltenen Kryptowährungen und dem Gesamtbetrag, der auf einer Adresse gelegen hat, abgeklopft. Dabei wurden Wallets Investor:innen, Trader:innen und Dienstleistern zugeteilt.

Verteilung nach Holder:innen-Typ. Quelle: Chainalysis

Bei den Wallets von Investor:innen macht der aktuelle “Kontostand” mindestens 75 Prozent des Höchstwerts aus. Beträgt der Anteil weniger als 75 Prozent, klassifiziert Chainalysis die Wallet als Trading-Wallet. Die Kategorie Dienstleistungen umfasst dagegen Wallets, die beispielsweise Bitcoin-Börsen zugeordnet werden können.

Die Daten legen nahe, dass Bitcoin seinem Ruf als digitaler Wertspeicher alle Ehre macht. Satte 73 Prozent aller im Umlauf befindlichen BTC lagern auf Wallets von Langzeitanleger:innen. Bei Ether beträgt der Wert 58 Prozent, während lediglich 43 Prozent aller (ERC-20)-Tether auf Wallets von Investor:innen liegen. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass Chainalysis nur Einheiten berücksichtigt hat, die innerhalb der letzten fünf Jahre bewegt wurden. Das heißt, dass verlorene Coins oder Hodler der ersten Stunde nicht von der Statistik erfasst wurden.

Dass mit Bitcoin vergleichsweise ungern getradet wird, offenbart der Blick auf den Anteil von Trader:innen-Wallets. Lediglich 7 Prozent aller Bitcoin-Einheiten liegen auf Wallets dieser Kategorie. Bei ETH und USDT ist dieser Anteil hingegen doppelt so groß.

Bitcoin: Gekommen, um (in der Wallet) zu bleiben

Wie sehr Bitcoin-Hodler:innen an ihrem digitalen Gold hängen, zeigt sich zudem am durchschnittlichen Alter der Coins, also dem Zeitraum seit ihrer letzten Transaktion. Auch hier stellt Bitcoin sowohl Ethereum als auch USDT deutlich in den Schatten. So waren die untersuchten BTC-Einheiten durchschnittlich doppelt so alt wie die ETH. Die Stablecoins USDT und USDC geben auf den Wallets dagegen nur relativ kurze Intermezzi.

Durchschnittliches Alter der untersuchten BTC-, ETH, USDT und USDC-Einheiten. Quelle: Chainalysis

Chainalysis erklärt diesen Umstand durch den zentralen Use Case von Stablecoins als “Zwischenwertspeicher” für Trading-Gewinne.

[Stablecoins emöglichen Trader:innen], den Wert ihrer Kryptowährung in US-Dollar zu fixieren und sich so vor der Volatilität von Kryptowährungen zu schützen, ohne Gelder von [Krypto-]Börsen verschieben zu müssen.

Die wachsende Bedeutung von Stablecoins und Ethereum im Krypto-Ökosystem lässt sich auch am jeweiligen Transaktionsvolumen festmachen. So ermittelte Chainalysis für BTC in Q1 zwar ein Transaktionsvolumen von stattlichen 623 Milliarden USD – doch Ether (840 Milliarden) und Stablecoins (869 Milliarden USD) legten noch eine Schippe obenauf. Das besonders im DeFi-Space weit verbreitete Wrapped Ether (ETH im ERC-20-Format) verbuchte in diesem Zeitraum mit 635 Milliarden USD ebenfalls ein höheres Transaktionsvolumen als BTC.

“Institutionelle” dominieren den Markt

Auch dem Narrativ vom wachsenden Einfluss institutioneller und Investor:innen auf den Krypto-Markt liefert die Chainlaysis-Studie weitere Argumente. Danach machten institutionelle Transaktionen (mit einem Gegenwert von über einer Million USD) schätzungsweise 69 Prozent des Gesamtvolumens aller Bitcoin-Transaktionen aus. Kleinere Überweisungen sind dagegen im niedrigen einstelligen Prozentbereich angesiedelt.

DeFi sei Dank: Ethereum bleibt Innovationstreiber

Während die Diamanthände Bitcoin die Treue halten, stellt Ether BTC in Sachen Transaktionsvolumen deutlich in den Schatten. Hier ist es besonders der Bereich der dezentralen Finanzdienstleistungen (DeFi) für das massive Wachstum der ETH-Transaktionen verantwortlich. In Q2 2020 hat der DeFi-Sektor seinen Siegeszug angetreten – seit dem wächst das DeFi-bezogene Transaktionsvolumen rasant.

Ethereum: Wöchentliche Transaktionen auf DeFi-Plattformen. Quelle: Chainalysis

Das starke Wachstum des DeFi-Sektors sollte Unkenrufer:innen, die Ethereum angesichts der aufkommenden Konkurrenz durch Solana oder Cardano bereits zum alten Eisen legen wollen, ein Menetekel sein. Denn der alternde Smart-Contract-Primus profitiert durch seinen First-Mover-Vorteil wie keine zweite dApp-Plattform von den Netzwerkeffekten, die im DeFi-Sektor besonders stark zum Tragen kommen.

Bitcoin, Ethereum, Stablecoins: Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Die Chainalysis-Studie untermauert gängige Krypto-Narrative. Bitcoin dient dem Langzeit-Investment, Stablecoins finden vor allem im Trading Verwendung und Ethereum ist der wichtigste Nährboden für DeFi-Anwendungen. Gleichzeitig zeugen die Ergebnisse vom massiven Wachstum der dezentralisierten Finanzwirtschaft, das im Frühjahr 2020 mit der Kursexplosion von Compound (COMP) seinen Anfang genommen hat und bis heute keine Anstalten macht, sich zu verlangsamen – im Gegenteil.

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In den 1980er noch nur eine Idee,…

In den 1980er noch nur eine Idee, hat die Entwicklung der Blockchain-Technologie nun den Punkt erreicht, an dem sie als ernsthafte Lösung für spezifische Herausforderungen anerkannt wird. Was als Hype begann, zeigt nun sein volles Potenzial, wobei intelligente und zukunftsgerichtete Anwendungen vorgestellt wurden, die über das Standardbeispiel Kryptowährungen weit hinausgehen. Dieses gesteigerte Bewusstsein für die Vorteile von Blockchain zeigt sich auch im Markt.

In seinem Bericht “Global Forecast to 2025” prognostiziert beispielsweise das Marktforschungsunternehmen MarketsandMarkets, dass der Blockchain-Markt von 3,0 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 39,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 wachsen wird. Der Bericht nennt verschiedene Gründe für diesen Trend. Dazu gehören laut Report die zunehmende Beliebtheit der Technologie im Supply-Chain-Management und ein wachsender Fokus der Unternehmen auf die Reduzierung der Betriebskosten. Angesichts ständig neuer Konzepte und Anwendungsfälle von Blockchain ist es höchste Zeit für Unternehmen, sich genauer mit den Möglichkeiten der Blockchain-Technologie auseinanderzusetzen.

Zuvor müssen Unternehmen jedoch die verschiedenen Arten und Nuancen von Blockchain verstehen, beginnend mit dem derzeit beliebtesten Typ: Public Blockchains. Public Blockchains sind in erster Linie dafür bekannt, dass sie unter anderem für das Mining und den Austausch von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether verwendet werden. Sie sind dezentralisiert und erlauben es jedem, Nodes zu betreiben und die Daten einzusehen, die von der Blockchain im Konsens gehalten werden. Dies bringt Transparenz und Offenheit in das Ökosystem. Sogenannte Permissionless Public Blockchains, bei der alle Teilnehmer freien Zugriff haben, ermächtigen ihre Nutzer, beseitigen regulatorische Grenzen und ermöglichen es ihnen, mögliche Anwendungen zu testen und zu erforschen. Das macht sie zur perfekten Plattform zum Testen neuer Innovationen und Protokolle. 

Mehr als nur Kryptowährungen

Über die letzten Jahre hinweg sind immer mehr Anwendungen vorgestellt worden, die auf Public Blockchains basieren und das Potenzial der Technologie demonstrierten. Während Kryptowährungen das wohl bekannteste Beispiel sind, finden sich auch zunehmend Public Blockchain-Anwendungen, die digitale Darstellungen von Vermögenswerten ermöglichen. Dazu gehören fungible Assets wie Aktien, Anleihen, Tantieme oder sogar tokenisierte Kunstwerke, aber auch nicht vertretbare Vermögenswerte wie In-Game-Assets, Sammelkarten oder Häuser. Eine weitere, bereits etablierte Anwendung sind Supply-Chain-Lösungen. Diese dienen der Verfolgung der Herkunft von Komponenten, der Rückverfolgung von Lieferungen oder auch der Gewährleistung einer fairen Beschaffung, indem sie Lieferkette vollständig transparent und nachvollziehbar machen. Ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Implementierung hierfür ist De Beers. Der Diamantenproduzent verfolgt die Lieferkette seiner Diamanten – vom Minenarbeiter bis zum Einzelhändler – mithilfe einer Blockchain-Plattform. 

Darüber hinaus lassen sich Herausforderungen im öffentlichen Sektor, beispielsweise bei der Verwaltung von Projekten, mithilfe der Blockchain-Technologie überwinden. So kann etwa bei der Vergabe von Projekt-Budgets und Kapital, insbesondere in den Kommunen, durchgehende Transparenz gewährleistet werden. Flexible Datenschutzmodelle, bei denen Nutzer mittels Verschlüsselungsprotokolle, wie zum Beispiel Zero Knowledge Proofs, die Kontrolle über ihre Daten behalten, machen diese Technologie zu einer attraktiven Lösung für diese Art von sensiblen Daten.

Unternehmensstrategie für Public Blockchain: Was zu beachten ist

Angesichts dieser Beispiele wird deutlich, dass der Einsatz von Public Blockchain Unternehmen und Institutionen einige Vorteile bieten kann. Bei der Planung einer Public-Blockchain-Strategie sollten jedoch vier wichtige Aspekte beachtet werden. 

Skalierbarkeit

Bevor Organisationen mit der Planung überhaupt beginnen können, müssen sie sich darüber im Klaren sein, ob die Anwendung skalierbar sein muss, und wenn ja, in welchem Umfang und mit welcher Geschwindigkeit. Dies ist wichtig, denn die Skalierung von Public Blockchains gestaltet sich im Vergleich zu der von Private Blockchains deutlich schwieriger. Dennoch gibt es hier Lösungsansätze, die gegebenenfalls Abhilfe schaffen gibt. 

Eine Private Blockchain verfügt im Durchschnitt über deutlich weniger Nodes, was einen viel höheren Durchsatz ermöglicht, da nur eine kleine Anzahl von Nodes einen Konsens erreichen muss. Je höher die Anzahl der Nodes ist, desto höher ist auch die Komplexität. Im Allgemeinen skalieren Kommunikationsprotokolle durch das Quadrat der Anzahl der Nodes. Zum Beispiel haben 5 Nodes eine Komplexität proportional zu 25, während 100 Nodes eine Komplexität proportional zu 10.000 haben.

Damit, in einer Public Blockchains mit einer großen Anzahl von Nodes, alle effektiv miteinander kommunizieren können, muss die Blockgröße kleiner sein, um so den Durchsatz zu verringern. Doch gibt es Mittel und Wege diesem Effekt entgegenzuwirken. So können Organisationen beispielsweise die Anzahl von zugelassenen Konsens-Nodes beschränken, die am Konsens-Mechanismus teilnehmen dürfen. 

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von “Layer 2”-Ansätze, wie Plasma, State Channels oder Roll-ups. Hierdurch werden Zustand und Berechnung von der zentralen Blockchain auf eine separate Ebene verlagert. Die zentrale Blockchain wird verwendet, um die zweite Ebene zu sichern, muss aber nicht jedes Detail der Transaktionen kennen, die auf ihr stattfinden. So könnte man beispielsweise eine Layer-2-Lösung haben, die Transaktionen in Batches an die erste Ebene überträgt und einen Zero-Knowledge-Proof verwendet, um zu beweisen, dass alle Transaktionen in Layer 2 gültig waren.

Dezentrales Eigentum

Eine Public Blockchain wird als “öffentliches Gut” betrachtet, was bedeutet, dass es kein zentralisiertes Eigentum gibt. Jeder Node hat eine Kopie der Blockchain, anstatt dass sich das System auf eine zentralisierte Kopie verlässt. Die Datenqualität wird durch Replikation der Datenbank und rechnerisches Vertrauen aufrechterhalten, wobei allen Benutzern dasselbe Maß an Vertrauen entgegengebracht wird.

Unternehmen, die eine Public Blockchain-basierte Anwendung oder Dienst planen, sollten bedenken, dass die Daten, die auf dieser Chain abgelegt werden, öffentlich sichtbar sein werden. Das bedeutet zwar, dass sie von anderen auf der Blockchain abgelegte Informationen sehen können, doch sind die eigenen Daten ebenfalls für alle Nutzer sichtbar. Entsprechend müssen sich Organisationen wichtige Überlegungen zu Sicherheit und zum Datenschutz anstellen, die im Folgenden erläutert werden.

Sicherheit 

Ein entscheidender Faktor bei Anwendungen auf der Public Blockchain ist, dass jeder den aktuellen Zustand der Blockchain verifizieren und überprüfen kann, ob die gesetzten Regeln befolgt wurden, um zu diesem Zustand zu gelangen. Mit anderen Worten: Jeder kann die Integrität der Blockchain-Daten verifizieren. Dadurch sind alle Nutzer in der Lage, die Unveränderlichkeit der Daten zu gewährleisten.

Einerseits gibt dies der Blockchain eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Manipulationsversuchen, bei denen eine kleine Anzahl von Teilnehmern genötigt wird. Alle wesentlichen Änderungen in der Blockchain erfordern die Zustimmung der Mehrheit der Nodes – mindestens 51 Prozent. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Blockchain umso sicherer, je größer das Netzwerk ist. Je größer das Netzwerk ist, desto schwieriger wird es für Angreifer, das gesamte Netzwerk zu hacken, während Daten, die einmal auf der Blockchain validiert wurden, nicht mehr modifiziert oder verändert werden können. Auf diese Weise sind Public Blockchains im Großen und Ganzen sicher – vorausgesetzt, dass alle Nutzer die gleichen Sicherheitsregeln und -methoden befolgen. 

Datenschutz

Auf der anderen Seite hat die Tatsache, dass jeder die Daten verifizieren kann, zur Folge, dass jeder die Daten lesen kann – einschließlich private oder sogar sensible Informationen. Der offensichtlichste Weg, um Reibungen mit oder gar Verletzungen von Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO zu vermeiden, wäre, überhaupt keine sensiblen Daten zu teilen. Doch gibt es Fälle, wie beispielsweise die digitale Patientenakte, in denen die gemeinsame Nutzung privater Daten das Hauptziel der Verwendung Public Blockchain-Anwendungen ist. 

Hier können Sicherheitsmaßnahmen wie die Überprüfung der Datenintegrität und öffentliche und private Hash-Schlüssel helfen. In der Tat gibt es mehrere Möglichkeiten, das Datenschutzproblem zu bewältigen. Hierzu gehören unter anderem die Verschlüsselung von Daten, bevor sie auf der Public Blockchain gespeichert werden. Ein weiteres Beispiel sind Datenschutz-orientierte Protokolle, die sich auf Ringsignaturen oder Zero-Knowledge-Beweise stützen, um Privatsphäre zu gewährleisten und gleichzeitig die Datenintegrität sicherzustellen. Um im Einklang mit Datenschutzbestimmungen zu bleiben, sollten Unternehmen in Erwägung ziehen, noch vor der Implementierung eine Datenschutzfolgenabschätzung (PIA) oder eine Datenschutzfolgenabschätzung (DPIA) durchzuführen.

Bleiben Sie dran für den nächsten Artikel in dieser Blockchain-Reihe! Hier werden wir einen genaueren Blick auf Private Blockchains, ihre Anwendungsfälle und die wichtigsten Überlegungen für den Einsatz werfen. 

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Crypto Crime: Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung mit Bitcoin und Co.

Trader und Investoren: Ist die Abgabe einer Selbstanzeige in Bezug auf Steuerhinterziehung bei BTC, ETH, LTC und Co. erforderlich?

Dieser Artikel ist zuerst auf dem Crypto Crime Blog erschienen.

Nach 2017 war das Jahr 2020 für die meisten Trader und Investoren von Kryptowährungen sehr ertragreich. Einer aktuellen Schätzung des Frankfurt School Blockchain Center zufolge beträgt das potenzielle Steueraufkommen aus Kryptowährungen im Jahr 2020 ca. 1,2 Milliarden Euro. Der Fiskus hat daher ein besonderes Auge auf Krypto-Sachverhalte. Ist eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erforderlich?

Fiskus hofft auf Steuern aus Kryptogewinnen

Es braucht nicht viel Fantasie, um zu erkennen, dass das Finanzamt dieses Steuersubstrat natürlich auch in irgendeiner Form einziehen möchte. Hinzu kommt, dass die Staatskasse aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie einen erheblichen Rückgang an Steuer- und sonstigen Einnahmen verzeichnen muss.

Die Aufsehen erregende Steuerschätzung des Blockchain Centers könnte ein weiterer Grund für alle Krypto-Anleger sein, “reinen Tisch” zu machen, wenn sie z.B. ihre Veräußerungsgewinne aus dem Jahr 2017 nicht gegenüber dem Finanzamt erklärt haben sollten.

Auch die Presseberichterstattung der letzten Monate über den Hype von Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Dogecoin (DOGE) oder das Phänomen Non-fungible Token (NFT) tragen dazu bei, dass das Thema verstärkt in den Fokus gerät. Diese Risikofaktoren sollte man bei der Frage, ob eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung abgegeben werden soll, einkalkulieren.

Alles andere wäre lebensfremd. Denn gerade das Steuerstrafrecht beziehungsweise die steuerstrafrechtlichen Ermittlungen wurden in den letzten Jahren stark von politischen und gesellschaftlichen Forderungen beeinflusst. Ob diese immer Sinn machten, ist eine andere Frage.

Kryptowährungen und Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung

Es gibt eine Reihe von Besonderheiten, die bei einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung mit Kryptowährungen zu berücksichtigen sind. Entscheidend ist stets der individuelle Fall. Allgemein gilt: Die Selbstanzeige (§ 371 AO der Abgabenordnung (AO)) setzt voraus, dass zu allen Steuerstraftaten einer Steuerart – zum Beispiel der Einkommensteuer – in vollem Umfang die unrichtigen Angaben berichtigt, die unvollständigen Angaben ergänzt oder die unterlassenen Angaben nachgeholt werden. Die korrigierten Angaben müssen zu allen unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart, mindestens aber zu allen Steuerstraftaten einer Steuerart innerhalb der letzten zehn Kalenderjahre, erfolgen.

Beispiel: Selbstanzeige bei Veräußerungsgewinnen mit Kryptowährungen

Unser fiktiver Investor namens Vitalik hat im Jahr 2017 einen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn aus Kryptowährungen in Höhe von 15.000 Euro erzielt und diesen bewusst gegenüber dem Finanzamt nicht erklärt. In den Jahren 2018 und 2019 musste er kleine Verluste hinnehmen. 2020 konnte er wiederum einen Veräußerungsgewinn verzeichnen, und zwar in Höhe von 20.000 Euro. Da ihm die “Kiste zu heiß” wird, fragt Vitalik seinen Rechtsanwalt, ob er alle Gewinne oder nur die aus dem Jahr 2020 gegenüber dem Finanzamt nacherklären soll.

Lösung (vereinfacht)

Durch die Nichtangabe seiner Gewinne aus Kryptowährungsgeschäften im Jahr 2017 und 2020 besteht jeweils der Anfangsverdacht einer Einkommensteuerhinterziehung (§§ 370 AO i.V.m. Einkommensteuergesetz (EStG)). Würde Vitalik die Gewinne nur für das Jahr 2020 gegenüber dem Finanzamt nacherklären, bestünde die Gefahr, dass das Finanzamt hinsichtlich der alten Jahre nachfragt – und schlimmstenfalls ein Steuerstrafverfahren einleitet. Es könnte eine insgesamt unwirksame Selbstanzeige vorliegen, da ein solches Taktieren (sog. “Teilselbstanzeige”) nicht mehr möglich ist.

Damit Vitalik den Weg in die rückwirkende Straffreiheit sicher gehen kann, wäre bei Abgabe einer Selbstanzeige erforderlich, Angaben zu allen Steuerstraftaten des zehnjährigen Nacherklärungszeitraums – also auch für das Jahr 2017 – zu machen. Mit anderen Worten: ganz oder gar nicht. Keine halben Sachen. Man hat auch nur einen Versuch, kann nicht nachbessern. Die Selbstanzeige muss also sitzen. Wie ein Maßanzug.

Achtung

Es müssten alle Einnahmen und Ausgaben zu allen Einkunftsquellen der jeweiligen Steuerart der letzten 10 Jahre überprüft werden. Bei der Einkommensteuer wären das neben den sonstigen Einkünften (§ 23 EStG) z.B. auch Einkünfte aus selbständiger oder nicht selbständiger Arbeit sowie aus Kapitalvermögen. Die Erfahrung lehrt: Gerade die Aufarbeitung der letzten Jahre ist im Einzelfall äußerst mühsam und aufwändig, da rückwirkend Sachverhalte rekonstruiert werden müssen, bei denen unter Umständen nicht sämtliche Informationen verfügbar sind.

Tipp

Kryptoanleger können die Kosten einer Aufarbeitung erheblich reduzieren, wenn sie die relevanten Unterlagen vollständig aufbereitet zur Verfügung stellen. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern auch Geld. Zu den relevanten Unterlagen im Zuge der Selbstanzeigeerstellung gehören beispielsweise die vergangenen Steuererklärungen und darauf ergangene Steuerbescheide sowie Kontoauszüge. Liegen die Unterlagen nicht vor, kann gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von E-Mails (z.B. Trading-Bestätigungen) der steuerlich relevante Sachverhalt rekonstruiert und bewertet werden.
Um den Überblick zu behalten, empfiehlt es sich, die Trades und Investments mit Bitcoin, Ether, Litecoin und Co. von Anfang an mit einer entsprechenden Software bzw. mittels Online-Tools zu dokumentieren. Am Markt gibt es unterschiedliche Anbieter – mit stellenweise stark abweichender Qualität was Tracking und Reporting von Deals mit Kryptowährungen angeht. Nicht in jedem Fall ist gewährleistet, dass das vom Anbieter erstellte “Steuer-Reporting” den Besonderheiten des deutschen Steuerrechts genügt.

Folgen (vereinfacht)

Im Idealfall werden bei einer vollständigen und richtigen Selbstanzeige “nur” die entsprechenden Steuerbescheide geändert. Allerdings kommt es nicht selten zunächst zur Einleitung eines Steuerstrafverfahrens. Hintergrund: In diesem Strafverfahren wird die Wirksamkeit der Selbstanzeige überprüft; zudem wird durch die Einleitung die Verjährung unterbrochen.

Sind die Angaben vollständig und richtig, die Steuern sowie Zinsen nachgezahlt – also die Selbstanzeige insgesamt wirksam –, wird das Steuerstrafverfahren eingestellt. Es gab keine Anklage, keine Verhandlung, man ist nicht vorbestraft. Je nach Einzelfall können aber außerstrafrechtliche Folgen eintreten, z.B. für Beamte, Soldaten oder Gewerbetreibende.

Zu den Zinsen: Gerade bei länger zurückliegenden Zeiträumen können die Zinsen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Der Zinssatz beträgt 0,5 % pro Monat bzw. 6 % pro Jahr. In diesem Kontext sind Nachzahlungszinsen (§ 233a AO) sowie Hinterziehungszinsen (§ 235 AO) relevant. Allerdings würden die Nachzahlungszinsen auf die Hinterziehungszinsen angerechnet (§ 235 Absatz 4 AO).

Dieser Beitrag soll und kann eine rechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger Recherchen übernehmen die Autoren keine Haftung für die Aktualität, die Richtigkeit und die Vollständigkeit des Beitrags.

Über den Autoren

Thorsten Franke-Roericht hat zusammen mit Martin Figatowski die “Alliance Crypto Crime Defense” gegründet. Sie gehören zu den wenigen Anwälten in Deutschland, die sich auf die Bereiche Krypto-Strafrecht und Krypto-Compliance spezialisiert haben.

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Kryptoverwahrung durch Wertpapierinstitute – In Zukunft noch möglich?

Fachanwalt Lutz Auffenberg hat sich mit seiner Kanzlei Fin Law auf den Bereich Fintech und innovative Technologien spezialisiert. Insbesondere die Blockchain-Technologie und ihre Regulierung steht dabei im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. In seinem Gastbeitrag widmet er sich dem bevorstehenden WpIG und der Kryptoverwahrung durch Wertpapierinstitute.

Dieser Artikel ist zuerst auf dem Fin Law Blog erschienen.

Am 26. Juni 2021 wird in Deutschland mit dem Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) das neue Aufsichtsregime für Wertpapierinstitute in Kraft treten. Relevant ist das neue Regelwerk für alle Unternehmen, die Finanzdienstleistungen wie Anlagevermittlung, Anlageberatung, Eigenhandel oder Finanzportfolioverwaltung und vergleichbare Dienstleistungen anbieten. Bislang war die Beaufsichtigung dieser Unternehmen einheitlich mit der Beaufsichtigung von Kreditinstituten im Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Von der Übertragung der Aufsichtsregularien für Wertpapierfirmen in das neue WpIG verspricht sich der deutsche Gesetzgeber nun eine übersichtlichere Aufsichtspraxis und Erleichterungen im Hinblick auf die richtlinienkonforme Umsetzung der Vorgaben aus der europäischen Investment Firm Directive (IFD), die dem WpIG zugrunde liegt. Das KWG bleibt indessen in Kraft und bietet weiterhin den Aufsichtsrahmen für Unternehmen, die Bankgeschäfte wie z.B. das Einlagen- oder das Kreditgeschäft betreiben.

Nicht alle ehemals als Finanzdienstleistungen regulierten Aktivitäten werden in das neue WpIG übertragen. Das Kryptoverwahrgeschäft etwa, das seit dem 1. Januar 2020 als neue Finanzdienstleitung in das KWG aufgenommen wurde, verbleibt ebenso im KWG wie das Factoring, das Finanzierungsleasing und die Anlageverwaltung. Hintergrund ist, dass diese Tätigkeiten nicht aufgrund von europäischen Vorgaben erlaubnispflichtige Aktivitäten darstellen, sondern auf Grundlage nationalrechtlicher Entscheidungen des deutschen Gesetzgebers. Folgerichtig sind die genannten Tätigkeiten auch nicht in der IFD als erlaubnispflichtige Wertpapierdienstleistungen oder Wertpapiernebendienstleistungen definiert. Die Beantragung einer Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft wird sich deshalb auch nach dem 26. Juni 2021 weiter nach dem KWG richten.

Um eine scharfe Trennung zwischen den Regulierungsregimen gewährleisten zu können, wird das WpIG künftig ein Ausschließlichkeitsgebot enthalten, das klarstellt, dass eine Erlaubnis nach dem WpIG nicht mit einer Erlaubnis nach dem KWG, dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG), dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) oder dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verbunden werden darf. Zur Vermeidung von aufsichtsrechtlichen Widersprüchen im Hinblick auf die regulatorischen Anforderungen an Institute mag die Trennung sinnvoll erscheinen. Sie wirft aber dennoch einige Auslegungsprobleme auf. Die BaFin schrieb die aktuell von ihr beaufsichtigten Wertpapierhandelsbanken am 5. Mai 2021 mit der Aufforderung an, eine Mitteilung zur Nutzung eventuell gehaltener Erlaubnisse für das Factoring, Finanzierungsleasing bzw. die Anlageverwaltung zu machen. Die BaFin versteht die Ausschließlichkeitsregel des WpIG so, dass künftig die genannten Dienstleistungen nur noch von Unternehmen erbracht werden dürfen, die unter das KWG und nicht unter das WpIG fallen. Mit ihrem Schreiben beabsichtigt die Behörde, sich vor dem Hintergrund der angeforderten Informationen einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Auswirkungen diese Rechtsänderung im Markt haben wird.

Die Auslegung der BaFin bedeutet zunächst für alle Wertpapierhandelsbanken und sonstigen Unternehmen, die Wertpapierdienstleistungen anbieten, dass sie nicht zugleich eine Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft erhalten können. Sofern sie die Kryptoverwahrung in ihr Angebot integrieren möchten, muss dafür eine separate Gesellschaft gegründet werden, die ihrerseits eine Erlaubnis nach dem KWG beantragt. In praktischer Hinsicht war dieses Vorgehen bereits vor der Einführung des WpIG anzuraten, zumal für Kryptoverwahrer, die keine sonstigen Finanzdienstleistungen neben dem Kryptoverwahrgeschäft anboten, attraktive Privilegien insbesondere im Hinblick auf die zu erfüllenden Eigenkapitalquoten gelten. Allerdings ist fraglich, ob die Rechtsauffassung der BaFin tatsächlich zutreffend ist, denn der Gesetzgeber hat auch im KWG Änderungen vorgenommen, die stark für eine andere Interpretation des Ausschließlichkeitsgebots sprechen. Eine Erlaubnis nach dem KWG wird künftig nach dem neuen Wortlaut des § 32 Abs. 2a KWG nur dann erteilt werden können, wenn zugleich eine Erlaubnis zur Erbringung mindestens eines Bankgeschäfts beantragt wird. In Fällen, in denen zugleich eine Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft beantragt wird und sich die betriebenen Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen auf Rechnungseinheiten oder Kryptowerte beziehen, soll es nach dem neuen Gesetzeswortlaut im KWG sogar gar keine Einschränkungen geben, sodass in diesen Konstellationen weiterhin das KWG maßgeblich sein soll.

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Tokenized Stocks: So revolutioniert die Blockchain den Aktienhandel

Ein neues Phänomen hat den Krypto-Sektor erfasst. Die Rede ist von Tokenized Stocks. Unternehmen wie Tesla, Apple oder Microsoft werden damit dem Krypto-Ökosystem zugänglich gemacht. Worum es sich bei den Tokenized Stocks wirklich handelt, welche Chancen sie Anlegern bieten und wohin sich dieser Markt noch entwickeln könnte, wird in unserer aktuellen Ausgabe vom Kryptokompass aufgezeigt.

Man stelle sich vor, bei dem Sonntagskaffeetrinken mit den Schwiegereltern könnte man zur Ablenkung seine Lieblings-Aktien traden, obwohl die Wertpapierbörsen geschlossen sind. Gleichzeitig könnte man anteilig nur 3 Prozent einer Amazon-Aktie, die sonst rund 2.700 Euro kostet, für ergo 81 Euro erwerben. Und wenn man mal knapp bei Kasse ist, ließe sich auch der Supermarkteinkauf mit einem Bruchteil einer Tesla-Aktie bezahlen. Dies und noch viel mehr ist bereits heute möglich. Der Grund dafür sind die sogenannten Tokenized Stocks – auch Stock Token genannt. Immer mehr Krypto-Börsen und Broker bieten den Erwerb beziehungsweise den Handel tokenisierter Aktien an. Genau wie man Bitcoin auf Börsen wie Binance oder Bittrex handelt, kann man dort inzwischen auch tokenisierte Aktien von namhaften Börsenunternehmen wie Apple, Tesla oder Microsoft traden.

Was sind Tokenized Stocks?

Aktien sind grundsätzlich urkundlich verbriefte Wertpapiere, die bei einer Verwahrgesellschaft hinterlegt sind. Das bedeutet, dass Aktien, auch wenn wir sie online via Wertpapier-Broker handeln, dennoch im Ursprung physisch sind. Damit verbunden sind viele tradierte Prozesse und Ineffizienzen. Mithilfe von Tokenized Stocks versucht man nun, digitale Abbilder, ergo Token-Derivate, dieser bereits herausgegeben Wertpapiere zu schaffen. Ein solcher Blockchain-Token kann somit als Abbildung eines Basiswertes, wie beispielsweise einer Apple-Aktie, in einer ganz anderen und vor allem flexibleren Infrastruktur eingebettet werden. Die synthetischen Aktien schlagen damit eine Brücke zwischen den traditionellen Wertpapierbörsen wie der NASDAQ und einer Krypto-Börse wie Binance.

Welche Vorteile bieten Tokenized Stocks?

Natürlich stellt sich die Frage, warum man als Investor respektive Trader auf tokenisierte Aktien setzen sollte. Ein solcher Vorteil wäre beispielsweise, dass man keine Aktie als “ganzes” erwerben muss. Wenn man beispielsweise eine Amazon-Aktie erwerben oder verkaufen möchte, muss man gegenwärtig dafür rund 2.700 Euro auf den Tisch legen. Nicht jeder hat so viel Kapital zur Verfügung oder besitzt die Bereitschaft, Trading oder Sparpläne mit derart großen Stückelungen durchzuführen. Tokenisierte Aktien bieten nun die Möglichkeit, die synthetischen Aktien nur anteilig zu erwerben, also beispielsweise nur 1 Prozent von einer Amazon-Aktie für ergo 27 Euro. Auch können die Kosten für Wertpapiertransaktionen im Vergleich zu traditionellen Wertpapiergeschäften deutlich niedriger ausfallen. Welche weiteren Vorteile Tokenized Stocks noch bieten, erfährst du in unserer neuen Kryptokompass-Ausgabe.

In den nächsten Monaten dürften noch viele weitere Krypto-Börsen und sonstige Anbieter Tokenized Stocks einführen. Neben Binance und Bitpanda gibt es auch noch weitere Anbieter, die wir im Kryptokompass vorstellen.

Ausblick von Stock Token

Sogenannte CFD-Anbieter – CFD steht für Differenzkontrakt – könnte das Aufkommen der Tokenized Stocks hart treffen. Wer nicht selbst, wie beispielsweise eToro, auf das neue Medium Token setzt, könnte schon bald von den Stock-Token-Plattformen verdrängt werden. Doch selbst unter den Krypto-Anbietern könnte eine neue Konkurrenz durch den Decentralized-Finance-Sektor entstehen. Erste DeFi-Projekte bieten bereits heute die Möglichkeit Stock Token komplett dezentral zu handeln. Was noch in den Kinderschuhen steckt, könnte sich in Zukunft zu einem großen und kontroversen Sektor entwickeln. Schließlich steht dieser nicht unter der Aufsicht der Aufsichtsbehörden. Die genauen Hintergründe und Marktgegebenheiten zu diesem Thema findet man in der Titeltstory vom Kryptokompass.

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Was die Bitcoin-Dominanz über den Krypto-Markt verrät

Die Bitcoin-Dominanz ist mehr als nur ein Maß für Hegemonie von BTC am Krypto-Markt. Aus ihr lassen sich auch Erkenntnisse über bevorstehende Trendwenden ableiten.

Wer sich im Krypto-Space umschaut, wird immer wieder über den Begriff der Bitcoin-Dominanz stolpern. Die Bitcoin-Dominanz beschreibt den Anteil von Bitcoin an der Gesamtmarktkapitalisierung des Krypto-Markts.

Was bedeutet das?

Die Marktkapitalisierung einer Kryptowährung liefert einen Richtwert dafür, wie viel Geld im jeweiligen Krypto-Netzwerk angelegt ist. Sie wird berechnet, in dem die Anzahl der Token, die im Umlauf sind, mit dem Kurs der jeweiligen Kryptowährung multipliziert wird. Ein Beispiel: Zur Zeit des Schreibens sind 19.719.712 BTC bereits im Umlauf. Der Bitcoin-Kurs liegt bei 40.140 USD. Daraus ergibt sich für Bitcoin eine Marktkapitalisierung von rund 791 Milliarden USD. Die übrigen Krypto-Netzwerke (die sogenannten Altcoins) kommen zusammen auf 949 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtmarktkapitalisierung (Bitcoin + Altcoins) beträgt damit zu Redaktionsschluss 1,74 Billionen USD. Weil Bitcoin den Löwenanteil der Gesamtmarktkapitalisierung ausmacht, spricht man von der Bitcoin-Dominanz. Im Beispiel liegt diese bei rund 44 Prozent.

Bitcoin-Dominanz: Alleine nur bedingt aussagekräftig

Die Bitcoin-Dominanz ist aus naheliegenden Gründen vor allem für Trader interessant, die BTC gegen Altcoins handeln. Doch die Veränderungen im Kräfteverhältnis zwischen Bitcoin und Altcoins kann auch Hinweise auf den Kapitalfluss in beziehungsweise aus dem Krypto-Markt insgesamt geben. BTC-ECHO-Analyst Stefan Lübeck widmet der Bitcoin-Dominanz in der BTC-Kursanalyse jeden Mittwoch daher stets große Aufmerksamkeit. Allerdings nicht isoliert, denn:

Man muss BTC-Dominanz immer in Relation zur Bewegung beziehungsweise Trendrichtung von BTC sehen. Rennt BTC in einem übergeordneten Bullenmarkt seitwärts und verschnauft, sehen die Anleger dort keine Renditechance, ergo sie springen mit Alt/BTC-Paaren in den Restmarkt. Deshalb sind diesen Phasen der Alt/BTC-Bewegungen sehr bullish. Solange BTC seitwärts rangiert und der Markt nicht wackelt, nimmt die Bitcoin Dominanz überproportional stark ab. Das Geld geht indes nicht aus dem Markt – was man an einer steigenden oder seitwärts tendierenden Gesamtmarkt-Kapitalisierung sieht.

Trotz der unterm Strich positiven Entwicklung beim Bitcoin-Kurs befindet sich die Dominanz seit Anfang 2021 im Sinkflug – ein Zeichen für das starke Wachstum der Altcoins. Lübeck weiter:

In den Moment, in dem BTC anfängt, deutlicher nachzugeben und eine Korrektur einläutet, fällt die Bitcoin-Dominanz kurzfristig nochmal stärker, und die Alt/BTC-Paare explodieren (relativ), da mehr Satoshis zu bekommen sind – auch wenn diese wegen des fallenden Bitcoin-Kurses in Dollar gerechnet weniger stark steigen oder gleich bleiben, je nachdem, wie stark BTC rutscht.

Niedrige BTC-Dominanz als Ankündigung einer Korrektur

Aufgrund der typischerweise starken Korrelation zwischen Bitcoin-Kurs und dem Altcoin-Markt sind Langzeit-Trends bei Bitcoin mittelbar auch für Altcoins relevant. Zur Einschätzung von Langzeitrends werden häufig Metriken wie der exponentiell gleitende Durchschnittswert (Exponential Moving Average, EMA) herangezogen. Der EMA 200 beschreibt beispielsweise den durchschnittlichen Bitcoin-Kurs der vergangenen 200 Tage. Im Gegensatz zum Simple Moving Average (SMA) erhalten jüngere Daten beim EMA eine stärkere Gewichtung. Das Zusammenspiel aus Bitcoins EMA 200, der Bitcoin-Dominanz und der Gesamtmarktkapitalisierung kann Aufschluss über Trendwenden am Krypto-Markt geben. Denn:

Sobald BTC dann die wichtige 200er EMA durchschlägt, wie am 19. Mai zu sehen, antizipieren die Anleger eine mögliche Gesamtmarktkorrektur. Das heißt, die Trader gehen zurück in US-Dollar und die BTC Anleger gehen lieber wieder in BTC – von dem sie wissen, dass er in der Regel weniger stark korrigiert – und sichern ihre Gewinne. Das hat zur Folge, dass die BTC-Dominanz ansteigt, die Gesamtmarktkapitalisierung gleichzeitig fällt, weil teilweise auch zurück in Fiat gewechselt wird. Für die Altcoins bedeutet das einen harten Drop. Als dann am 21. Mai die Altcoin-Kurse eingebrochen sind, nutzten die Dollar-Trader und die BTC Holder diese “Kaufkurse” bei den Altcoins für günstige Neueinstiege, die Altcoin-Kurse ziehen an und die Bitcoin-Dominanz fällt nochmals zurück,

erklärt Stefan Lübeck die Wechselwirkungen der Bitcoin-Dominanz. Wie es nach der jüngsten Korrektur um den BTC-Kurs bestellt ist, erfahrt ihr derweil der aktuellen Bitcoin-Analyse.

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Studie: Mangelndes Wissen ist größtes Hindernis für Kryptowährungen

Bei all den Problemen, die Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) momentan noch aufweisen, ist das mangelnde Verständnisse über die Anlageklasse immer noch das größte Hindernis für deren Massentauglichkeit.

Dies hat zumindest eine neue Studie von „The Economist Intelligence Unit“, der Marktforschungsabteilung der Economist Group, herausgefunden.

Die Studie namens „Digimentality 2021“ wurde zusammen von einem großen Zahlungsdienstleister und der Krypto-Handelsplattform Crypto.com in Auftrag gegeben. Im Rahmen der Umfrage wurden von Februar bis März 2021 3.053 Personen befragt.

Dabei hat sich ergeben, dass 51 % der Umfrageteilnehmer ihr mangelndes Wissen als größtes Hindernis für den Einstieg in Kryptowährungen wie Bitcoin and Ether (ETH) sehen, während 34 % der Teilnehmer Sicherheitsbedenken als größten Hinderungsgrund angeben. Die verbleibenden 29 % führen derweil an, dass sie nicht wissen, wo und wie sie Kryptowährungen kaufen können.

Auch hinsichtlich der Adoption von institutionellen Investoren und Firmen sehen 47 % der Befragten das Vertrauen und Verständnis von Kryptowährungen als größte Hürde. 32 % führen die Regulierung der Anlageklasse als Hauptproblem für die institutionelle Annahme an, während 43 % und 36 % jeweils Marktstruktur und Kursschwankungen als größte Problemfelder ausmachen.

Quelle: The Economist Intelligence Unit

Immerhin weist die Studie aus, dass 55 % der Teilnehmer schon von Kryptowährungen gehört haben, obwohl sie selbst keine besitzen. „Je mehr Menschen Zugang zu digitalen Wallets haben, desto höher die Anzahl an Leuten, die in Kryptowährungen investieren“, wie Mathew McDermott in der Studie schlussfolgernd zusammenfasst.

Laut einer anderen Studie der Kryptobörse Gemini wollen knapp zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung in den USA über Kryptowährungen lernen oder diese bald kaufen.

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Bitkom-Umfrage zu Kryptowährungen: So tickt die deutsche Wirtschaft

Kryptowährungen spalten die Gesellschaft. Während Befürworter Bitcoin und Co. als Hoffnungsträger für den digitalen Wandel sehen, lehnen Kritiker diese als kriminelles Werkzeug ab. Der Digitalverband Bitkom hat deutschen Unternehmen auf den Zahn gefühlt und ein Meinungsbarometer eingeholt.

50/50 – so in etwa lassen sich die Ergebnisse der neuen Umfrage des Digitalverbands Bitkom zusammenfassen. Die Erhebung hat ein Meinungsbild bei 652 Verantwortlichen für digitale Technologien und Blockchain in Unternehmen ab 50 Beschäftigten eingefangen, darunter 101 Banken und Finanzdienstleister. Dabei ging es um Fragestellungen nach der Bedeutung, Entwicklung und Auswirkung der Krypto-Ökonomie. Die Stimmung könnte kaum geteilter sein. Dabei werden auch branchenspezifische Unterschiede bei der Bewertung von Kryptowährungen sichtbar.

Ein Riss durch die deutsche Wirtschaft

Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen sehen demnach in Kryptowährungen eine sichere Alternative zum etablierten Geldsystem. Bei Banken fällt das Vertrauen schon höher aus: Knapp zwei Drittel der Finanzdienstleister bewerten den Krypto-Markt als sichere Alternative. Da wundert es kaum, dass die Frage, ob sich Kryptowährungen als langfristige Geldanlage bewähren, bei Banken mehr Zuspruch findet. Immerhin 49 Prozent der Finanzdienstleister erkennen in Bitcoin und Co. Wertspeicherqualitäten, Unternehmen sind mit 39 Prozent Zustimmung skeptischer gestimmt.

Daran anknüpfend drängt sich die Anschlussfrage geradezu auf: Sind Kryptowährung nur etwas für Spekulanten? Ja, meinen 54 Prozent der Unternehmen, bei Banken sind es 46 Prozent. Auch bei der Frage nach dem Verwendungszweck von Kryptowährungen zur Finanzierung illegaler Geschäfte zeigen sich große Abweichungen. Rund die Hälfte meint, dass in erster Linie Kriminelle über Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung von Kryptowährungen und deren Eigenschaften profitieren. Banken bewerten das Gefahrenpotenzial geringer. Nur ein Drittel stuft Bitcoin und Co. als Vehikel für illegale Geldtransaktionen ein.

Kryptowährungen zu kompliziert?

Die Umfrage hat vor allem eines zutage gefördert: Beim Umgang mit Kryptowährungen herrscht eine große Uneinigkeit. Zustimmung und Ablehnung halten sich bei nahezu allen Fragen die Waage. Lediglich bei einer Frage herrscht vergleichsweise Eintracht: Nur 37 Prozent glauben, dass die Kurse von Kryptowährungen in den nächsten Jahren massiv einbrechen werden. Unter den Banken halten 28 Prozent einen solchen Crash für wahrscheinlich.

Gegenüber BTC-ECHO erklärt Patrick Hansen, Bereichsleiter für Blockchain beim Digitalverband Bitkom, die Ergebnisse:

Im Zuge der laufenden Institutionalisierung des Krypto-Marktes beschäftigen sich auch immer mehr deutsche Unternehmen mit der Thematik. Das Bild ist dabei sehr gespalten. Eine Hälfte der Unternehmen sieht darin eine sinnvolle langfristige Investition oder gar Alternative für unser Geldsystem, die andere Hälfte sieht vor allem Spekulation, Komplexität oder gar Kriminalität. Es fällt auf, dass Banken und Finanzdienstleister, die sich schon vergleichsweise stark mit der Thematik befasst haben, deutlich positiver auf den Krypto-Markt schauen.

Ins Auge sticht jedoch eine Fragestellung. 53 Prozent der Stimmen aus der Unternehmensgruppe halten Kryptowährungen persönlich für zu kompliziert. Möglicherweise erklärt ebendiese Bildungslücke die zwiegespaltene Haltung der Wirtschaft gegenüber der Krypto-Ökonomie. Zur Umfrage geht es hier entlang.

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